{"id":21995,"date":"2014-06-10T10:21:05","date_gmt":"2014-06-10T08:21:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21995"},"modified":"2015-10-23T15:49:01","modified_gmt":"2015-10-23T13:49:01","slug":"schafft-die-fifa-ab-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21995","title":{"rendered":"Schafft die Fifa ab! (1\/3)"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin:0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/100610_fifa1.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Wenn am Donnerstag in Brasilien die XX. Fu&szlig;ballweltmeisterschaft angepfiffen wird, geht es um weit mehr als Fu&szlig;ball. Die international wohl meistbeachtete Sportveranstaltung ist &uuml;ber die Jahre zu einem Milliardengesch&auml;ft herangewachsen. Alleine die exklusiven Sponsoren- und TV-&Uuml;bertragungsrechte f&uuml;r die WM in Brasilien sollen nicht weniger als <a href=\"http:\/\/www.epo.de\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=10012:wm-in-brasilien-das-geschaeft-mit-dem-fussball&amp;catid=106:fifa-wm-brasilien&amp;Itemid=100065\">f&uuml;nf Milliarden Dollar einbringen<\/a>. Das Veranstalterland, dem die gesamten Kosten f&uuml;r die WM aufgeb&uuml;rdet werden, bleibt bei diesem sagenhaften Geldregen jedoch au&szlig;en vor. Gr&ouml;&szlig;ter Profiteur des Fu&szlig;ball-Spektakels ist vielmehr der Weltfu&szlig;ballverband Fifa &ndash; ein nach Gutsherrenart gef&uuml;hrter Funktion&auml;rszirkel, der als Inbegriff der Korruption gelten kann. Das hat die sch&ouml;nste Nebensache der Welt nicht verdient. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6155\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-21995-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140611_WM_2014_Teil_1_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140611_WM_2014_Teil_1_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140611_WM_2014_Teil_1_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140611_WM_2014_Teil_1_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=21995-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140611_WM_2014_Teil_1_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"140611_WM_2014_Teil_1_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Dieser Artikel ist der Auftakt einer dreiteiligen Mini-Serie zur Fu&szlig;ball WM in Brasilien. Im morgen erscheinenden zweiten Teil wird die WM-Vergabe nach Katar im Mittelpunkt stehen und im &uuml;bermorgen erscheinenden dritten Teil geht es vor allem um Brasilien.<\/em><\/p><p>Die Fifa ist ein Verband der Superlative. In ihr sind 209 nationale Fu&szlig;ballverb&auml;nde organisiert, die mehr als 300 Millionen aktive Sportler vertreten. Damit sind in der Fifa mehr Nationen vertreten als in der UNO. Anders als die UNO ist die Fifa jedoch mehr als ein internationales Gremium. Die Fifa hat sich &uuml;ber die letzten Jahrzehnte, getragen von immer h&ouml;heren Sponsorenvertr&auml;gen und immer teureren TV-&Uuml;bertragungsrechten, zu einem Konzern mit Milliardenums&auml;tzen entwickelt. Durchschnittlich erzielt die Fifa einen Jahresumsatz von <a href=\"http:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/160262\/umfrage\/ertraege-der-fifa\/\">mehr als 1,3 Milliarden Dollar<\/a>  &ndash; nicht schlecht f&uuml;r einen Verein, der als gemeinn&uuml;tzig und nicht gewinnorientiert gilt.<\/p><p><strong>Eine ehrenwerte Familie<\/strong><\/p><p>Die Fifa ist heute ein Konzern, in dem ein 25k&ouml;pfiges Gremium, das Fifa-Exekutivkomitee, s&auml;mtliche ma&szlig;geblichen Entscheidungen trifft. Eine ehrenwerte Familie, die den sprichw&ouml;rtlichen Familien Siziliens und Kalabriens in vielen Punkten gleicht und die vom obersten Paten Sepp Blatter nach bester Gutsherrenart gef&uuml;hrt wird. Dabei ist die Fifa oberfl&auml;chlich betrachtet geradezu ein Hort der Demokratie. In den Fifa-Gremien haben die Fu&szlig;ballverb&auml;nde von Zwergstaaten wie Ost-Timor oder die Cayman-Islands die gleiche Stimmzahl wie die gro&szlig;en und traditionsreichen Verb&auml;nde Englands (FA) und Deutschlands (DFB) &ndash; ein Umstand, der Schmiergeldzahlungen und Mauscheleien jeder Art nicht gerade abtr&auml;glich ist, denn die Vertreter exotischer Miniverb&auml;nde sind oft schon f&uuml;r wenige Tausend Dollar zu kaufen.<\/p><p>Je gr&ouml;&szlig;er der nationale Verband und je h&ouml;her der Rang der Funktion&auml;re in der Fifa-Hierarchie, desto h&ouml;her ist deren Preis. Es ist unstrittig, dass die Fifa von Korruption durchzogen ist. Doch worum geht es dabei im Detail? F&uuml;r was lassen sich die obersten Fu&szlig;ballfunktion&auml;re schmieren? Der wohl wichtigste Punkt auf der Korruptionsliste sind die Wahlen f&uuml;r vakante Positionen innerhalb der Fifa. Es ist beispielsweise ein offenes Geheimnis, dass alle vier Jahre bei der Wahl des Fifa-Pr&auml;sidenten gro&szlig;e Geldbetr&auml;ge in die Taschen der Delegierten wandern. <\/p><p>Seit 1998 wird jede Wahl innerhalb der Fifa-Gremien von gekauften Stimmen &uuml;berschattet. Als der Schweizer Sepp Blatter sich in diesem Jahr in einer Kampfkandidatur gegen den Schweden Lennart Johansson durchgesetzt hatte, wurden daf&uuml;r von den Blatter-Unterst&uuml;tzern Scharen von Delegierten zu Preisen von 50.000 bis 100.000 US-Dollar <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/interview-zum-fifa-geburtstag-der-fussball-hat-sich-voellig-prostituiert-a-301576.html\">gekauft<\/a>. Dies war ein auf dieser Ebene damals noch ein Novum. Blatters Vorg&auml;nger, der Brasilianer Jo&atilde;o Havelange, der das Amt seit 1974 innehatte, musste sich nie gegen einen Mitbewerber durchsetzen &ndash; er wurde stattdessen per Akklamation in seinem Amt best&auml;tigt. <\/p><p><strong>Jack the Ripper<\/strong><\/p><p>Wie auch andere kriminelle Machenschaften ist die Korruption innerhalb der Fifa ein Geben und Nehmen. Einer der eifrigsten Unterst&uuml;tzer Blatters war beispielsweise bis vor wenigen Jahren Jack Austin Warner, ein ehemaliger Geschichtslehrer aus der Karibik-Republik Trinidad und Tobago. Jack Warner, der wegen seiner Skrupellosigkeit den Beinamen &bdquo;Jack the Ripper&ldquo; bekam, stieg unter dubiosen Begleitumst&auml;nden 1983 in das Fifa-Exekutivkomitee und 1990 zum Pr&auml;sidenten des nord- und mittelamerikanischen Fu&szlig;ballverbands Concacaf auf. In dieser Position sicherte er Blatter bei allen Wahlen nahezu die kompletten Stimmen der 41 Mitgliedsverb&auml;nde der Concacaf in einem Block zu &ndash; wie viel Warner pro Stimme bezahlte, ist unbekannt. F&uuml;r ihn hat es sich jedoch gelohnt. Die &Uuml;bertragungsrechte an den Weltmeisterschaften 1990, 1994 und 1998 f&uuml;r die gesamte Karibik bekam Warner f&uuml;r den <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/vertrag-von-p.1346.de.html?dram:article_id=196913\">symbolischen Preis von einem Dollar<\/a> und verkaufte sie f&uuml;r mehrere Millionen Dollar auf eigene Rechnung weiter. Bei der WM 2006 in Deutschland verkaufte Warner Tickets, die sein Verband an Fu&szlig;ballfans im eigenen Land weitergeben sollte, <a href=\"http:\/\/www.11freunde.de\/artikel\/nach-der-suspendierung-die-geschaefte-des-jack-warner\">auf eigene Rechnung<\/a> auf dem Schwarzmarkt und machte damit einen Gewinn von mehr als einer Million Dollar. <\/p><p>Derlei offensichtliche Korruption und Kleptokratie stoppten Warners Karriere in der Fifa lange Zeit nicht. Im Gegenteil. Jack Warner stieg sogar zum Fifa-Vizepr&auml;sidenten auf. Das Fass zum &Uuml;berlaufen brachten letzten Endes jedoch die zwei Millionen Dollar, f&uuml;r die er seine Stimme f&uuml;r die WM-Vergabe an Katar verkauft haben soll. Warner trat daraufhin zur&uuml;ck und konnte so verhindern, dass offiziell gegen ihn ermittelt wird. Heute zieht Warner die Strippen aus dem Hintergrund und darf sich &uuml;ber ein ergaunertes Verm&ouml;gen im zweistelligen Millionenbereich freuen.<\/p><p><strong>GOAL &ndash; wie mit Entwicklungshilfe die eigenen Taschen gef&uuml;llt werden<\/strong><\/p><p>Jack Warner mag zwar ein besonders schillernder Fall von Korruption sein &ndash; ein Einzelfall ist er beileibe nicht. Abseits von direkten Schmiergeldern und der Bereicherung &uuml;ber Fernsehrechte und den Ticketverkauf ist die Fifa-Entwicklungshilfe ein Einfallstor f&uuml;r die pers&ouml;nliche Bereicherung einiger Funktion&auml;re. Es ist ja sehr l&ouml;blich, dass die FIFA einen Teil ihrer Milliardeneinnahmen als Entwicklungshilfe f&uuml;r fu&szlig;ballbezogene Projekte an die &auml;rmeren Mitgliedsverb&auml;nde weiterreicht. In der Praxis ist diese Idee jedoch zum Scheitern verurteilt, da vor Ort niemand wirklich kontrolliert, in wessen Taschen die Gelder aus dem Fifa-Entwicklungshilfeprogramm GOAL gehen.<\/p><p>Ein Beispiel daf&uuml;r ist das thail&auml;ndische Fifa-Exekutivkomiteemitglied Worawi Makudi. Der hatte Gelder des GOAL-Programms daf&uuml;r genutzt, um seinen eigenen Grundbesitz durch Fifa-Investitionen <a href=\"http:\/\/www.telegraph.co.uk\/sport\/football\/international\/8762706\/Fifa-executive-committee-member-Worawi-Makudi-could-face-investigation-for-use-of-development-funds.html\">aufzuwerten<\/a>. Eine Praxis, die auch bei anderen Vertretern kleinerer Verb&auml;nde durchaus beliebt ist. Makudi hat auch ansonsten ein gutes Gesp&uuml;r daf&uuml;r, wie er sein Privatverm&ouml;gen mehren kann. So bot er beispielsweise dem englischen Fu&szlig;ballverband an, f&uuml;r England als Austragungsort der WM 2018 zu stimmen, wenn er die thail&auml;ndischen &Uuml;bertragungsrechte f&uuml;r ein Freundschaftsspiel <a href=\"http:\/\/news.bbc.co.uk\/sport2\/hi\/football\/9481461.stm\">zwischen England und Thailand kostenlos &uuml;bertragen bek&auml;me<\/a>. Die Engl&auml;nder lehnten ab, Makudi stimmte f&uuml;r Russland und sitzt &ndash; Korruption hin, Korruption her &ndash; auch heute noch im Fifa-Exekutivkomitee. <\/p><p><strong>Eine ehrenwerte Familie &ndash; auch Europa l&auml;sst sich schmieren<\/strong><\/p><p>Wer nun denkt, Korruption sei im Fu&szlig;ball vor allem ein Problem der Entwicklungsl&auml;nder, t&auml;uscht sich. Der europ&auml;ische Fu&szlig;ballverband UEFA stellt acht Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees, von denen drei Gegenstand von Korruptionsvorw&uuml;rfen sind. So steht beispielsweise der Sohn des UEFA-Pr&auml;sidenten Michel Platini seit kurzem bei einem Unternehmen des milliardenschweren Staatskonzerns Qatar Sports Investment (QSI) <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/uefa-boss-michel-platini-schweigt-zu-korruptionsproblemen-a-836008.html\">in Lohn und Brot<\/a>, w&auml;hrend der Sohn des belgischen Fifa-Funktion&auml;rs Michel d&acute;Hooghe einen f&uuml;rstlich dotierten Vertrag in einer Klinik in Katar <a href=\"http:\/\/www.kleinezeitung.at\/sport\/fussball\/wm\/3651300\/schmutzige-geschaeft-weltfussball.story\">ergattern konnte<\/a>. Das zypriotische Fifa-Exekutivkomiteemitglied Marios Lefkartis wiederum hat kurz nach dem WM-Entscheid f&uuml;r Katar L&auml;ndereien aus seinem Privatbesitz f&uuml;r mehr als 33 Millionen Euro an einen katarischen Staatsfonds <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/wm-2022-in-katar-korruptionsvorwuerfe-gegen-bin-hammam-a-972938.html\">verkauft<\/a>. <\/p><p>Dies zeigt vor allem eins: Die Europ&auml;er sind genau so k&auml;uflich wie ihre Verbandskollegen aus den Entwicklungsl&auml;ndern, sie haben jedoch einen h&ouml;heren Preis und gehen deutlich cleverer vor. Alle drei hier genannten Funktion&auml;re sitzen auch heute noch im Exekutivkomitee der Fifa. Von den 25 (fr&uuml;her 23) Mitgliedern dieses Gremiums mussten in den letzten drei Jahren acht wegen erwiesener Korruption zur&uuml;cktreten. Doch dies ist nur die Spitze des Eisbergs. Man muss im Exekutivkomitee der Fifa schon mit der Lupe suchen, um &uuml;berhaupt ein Mitglied zu finden, das nicht korrupt ist.<\/p><p>Dazu: <a href=\"https:\/\/www.jensweinreich.de\/2010\/10\/25\/sepp-blatters-tafelrunde-das-ehrenwerte-fifa-exekutivkomitee\/\">Jens Weinreich &ndash; Sepp Blatters Tafelrunde: das ehrenwerte FIFA-Exekutivkomitee<\/a><\/p><p>Die Spitzenfunktion&auml;re beziehen &uuml;brigens ein j&auml;hrliches Sal&auml;r (ohne Schmiergelder) <a href=\"http:\/\/www.blick.ch\/news\/wirtschaft\/weniger-boni-aber-hoeheres-gehalt-lohnrekord-fuer-die-fifa-chefs-id2751718.html\">von 36,4 Millionen Dollar<\/a> &ndash; das sind durchschnittlich rund eine Millionen Dollar pro Kopf. Wie sich diese Summe konkret verteilt, ist &ndash; wie so vieles bei der Fifa &ndash; unbekannt. Die Frage, warum ein gemeinn&uuml;tziger Verein, der alle damit verbundenen Steuerprivilegien besitzt, seine Vereinsspitze so f&uuml;rstlich bezahlt, dass der Verdacht der Selbstbereicherung eigentlich auf der Hand liegt, geh&ouml;rt zu den vielen offenen Fragen, denen sich die Fifa stellen m&uuml;sste. In Z&uuml;rich sitzt man solche Dinge jedoch lieber aus und kommt damit erstaunlicherweise auch jedes Mal durch.<\/p><p><strong>Schmieren und schmieren lassen<\/strong><\/p><p>In einer intransparenten Umgebung, in der Korruption Normalit&auml;t ist, muss man sich nicht wundern, wenn Funktion&auml;re sich kaufen lassen &ndash; vor allem dann nicht, wenn diese Funktion&auml;re aus armen L&auml;ndern stammen, in denen Korruption genau so verbreitet ist wie in der Fifa selbst. Es w&auml;re jedoch zu einfach, mit dem Finger ausschlie&szlig;lich auf die Empf&auml;nger der Schmiergelder zu zeigen. Zur Korruption geh&ouml;ren immer zwei &ndash; einer, der sich schmieren l&auml;sst, und einer, der schmiert. Und diejenigen, die schmieren, stammen nicht aus den &auml;rmsten L&auml;ndern. Im Gegenteil, geschmiert wird vor allem aus der Belle Etage Europas und den reichen &Ouml;lstaaten Arabiens.<\/p><p>Der desolate Zustand der Fifa w&auml;re kaum denkbar, h&auml;tte es keinen Horst Dassler gegeben. Der Sohn des Adidas-Gr&uuml;nders Adolf Dassler galt als graue Eminenz hinter dem organisierten Weltsport. Der Sportjournalist Oliver Fritsch beschreibt Dassler nicht zu Unrecht als &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2014-05\/adidas-bayern-muenchen-dfb-hainer\">den Erfinder der modernen Sportkorruption<\/a>&ldquo;. Dassler war der Mann, der Sepp Blatter als seine eigene Marionette aufgebaut hat und ihn dabei monatelang direkt aus der Adidas-Kasse <a href=\"http:\/\/ml.spiegel.de\/article.do?id=844546\">bezahlt hat<\/a>. &Uuml;ber seine Briefkastenfirma ISL schmierte Dassler jahrelang systematisch Fifa-Funktion&auml;re. In einem Jahrzehnt wanderten &uuml;ber die ISL mindestens 160 Millionen Schweizer Franken in die Taschen hoher Fifa-Funktion&auml;re, von denen bis heute nur wenige namentlich bekannt sind. Die Schweizer Justiz vereinbarte in Sachen ISL mit der Fifa ein &bdquo;Schweigegel&uuml;bde&ldquo;, nachdem der Fu&szlig;ballweltverband und die beiden Spitzenfunktion&auml;re Havelange und Teixera mit einer Zahlung in H&ouml;he von 5,5 Millionen Franken eine Einstellung des Verfahrens <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/fifa-bestechungsskandal-isl-liste-belastet-fruehere-funktionaere-a-896688.html\">durchsetzen konnten<\/a>.  <\/p><p>Zum Umfeld von ISL geh&ouml;rten damals &uuml;brigens auch das Medien-Imperium von Leo Kirch und die deutschen Fu&szlig;ballfunktion&auml;re Franz Beckenbauer und Fedor Radmann, die die Fu&szlig;ball WM 2006 unter bis heute nicht aufgekl&auml;rten <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/wm-2006-sorgten-kirch-millionen-fuer-die-entscheidenden-stimmen-a-245454.html\">dubiosen Umst&auml;nden<\/a> nach Deutschland holten. W&auml;hrend jeder afrikanische Funktion&auml;r, der sich schmieren l&auml;sst, schnell aus dem Amt gejagt und durch einen neuen, ebenfalls korrupten, Nachfolger ersetzt wird, sitzen diejenigen, die Schmiergelder verteilen, immer noch an den Hebeln der Fu&szlig;ballmacht. Jedoch haben sich in den letzten Jahren die Machtverh&auml;ltnisse hinter den Kulissen verschoben. Heute wird die Fifa-Maschinerie vor allem von den arabischen &Ouml;lstaaten geschmiert. Diese Entwicklung gipfelte in der Vergabe der Fu&szlig;ball WM 2022 an das Emirat Katar.<\/p><p>Mehr dazu im morgen erscheinenden zweiten Teil der Mini-Serie.<\/p><p>Bildnachweis: &copy; Fifa<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/44db668f42f341afbdb80670f092b517\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin:0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/100610_fifa1.png\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Wenn am Donnerstag in Brasilien die XX. Fu&szlig;ballweltmeisterschaft angepfiffen wird, geht es um weit mehr als Fu&szlig;ball. Die international wohl meistbeachtete Sportveranstaltung ist &uuml;ber die Jahre zu einem Milliardengesch&auml;ft herangewachsen. Alleine die exklusiven Sponsoren- und TV-&Uuml;bertragungsrechte f&uuml;r die WM in Brasilien sollen nicht weniger als <a href=\"http:\/\/www.epo.de\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=10012:wm-in-brasilien-das-geschaeft-mit-dem-fussball&amp;catid=106:fifa-wm-brasilien&amp;Itemid=100065\">f&uuml;nf<\/a><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21995\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,127,161],"tags":[1146,1427,1321,834],"class_list":["post-21995","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-wertedebatte","tag-adidas","tag-blatter-sepp","tag-fifa","tag-fussball"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21995","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=21995"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21995\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22025,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/21995\/revisions\/22025"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=21995"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=21995"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=21995"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}