{"id":22008,"date":"2014-06-11T09:07:03","date_gmt":"2014-06-11T07:07:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008"},"modified":"2014-06-11T10:57:31","modified_gmt":"2014-06-11T08:57:31","slug":"hinweise-des-tages-2145","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h01\">Verm&ouml;gensverteilung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h02\">EZB-Zinspolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h03\">Deutschland und Europa &ndash; eine schicksalshafte Beziehung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h04\">Europas Fragmentierung bleibt ein Problem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h05\">Europas fettleibige Zombies<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h06\">Hartz IV<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h07\">Neue Renten, ohne Niveau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h08\">Arbeitsvolumen im ersten Quartal 2014 auf h&ouml;chstem Stand seit 22 Jahren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h09\">Kliniken rechnen falsch ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h10\">Griechenland &ndash; Millionen ohne Krankenversicherung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h11\">So umgehen Firmen Mindestlohn bei Praktikanten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h12\">Bedrohliche Entwicklung &ndash; Klimawandel und Wetterextreme vertreiben Menschen schon heute aus der Heimat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h13\">Neue Regierung im Kosovo &ndash; Wahlsieger muss in die Opposition<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h14\">Brasilien rund um die FIFA Weltmeisterschaft 2014<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h15\">50 Jahre PLO: Metamorphosen einer Befreiungsbewegung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h16\">Schmarotzen auf Deutsch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h17\">Merkels letzte Chance<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h18\">Universit&auml;tsabsolventen sind in Italien eine Rarit&auml;t.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008#h19\">Trigger-Warnungen an Amerikas Universit&auml;ten: Gefahr im Verzug<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22008&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Verm&ouml;gensverteilung<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Der Hebel in der Hand der Reichen<\/strong><br>\nWie Besitz und Verm&ouml;gen in Deutschland verteilt sind, untersucht Autor Jens Berger anhand aufschlussreicher Zahlen. Aufgrund der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich hat er einen Weckruf samt Forderungen zur Umverteilung verfasst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/sachbuch-der-hebel-in-der-hand-der-reichen.1270.de.html?dram:article_id=288736\">Deutschlandradio<\/a>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/wem-gehoert-deutschland-jens-berger.html\">Jens Berger: Wem geh&ouml;rt Deutschland? Die wahren Machthaber und das M&auml;rchen vom Volksverm&ouml;gen<\/a><\/em><br>\n<em>Westend Verlag, 256 Seiten, 17,99 Euro ISBN: 978-3-86489-053-6<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Global Wealth Report 2014: Aktien sorgen f&uuml;r Geldregen<\/strong><br>\nDas pers&ouml;nliche Aktienverm&ouml;gen ist in vielen L&auml;ndern der Haupttreiber des privaten Wohlstands. Das zeigt der Wohlstandsreport der Boston Consulting Group. Die Reichen werden immer reicher &ndash; und Piketty hat Recht. &ndash; Global betrachtet ist das private Verm&ouml;gen 2013 insgesamt um 14,6 Prozent auf 152 Billionen Dollar (etwa 112 Billionen Euro) gestiegen. Im Vorjahr war nur ein Plus von 8,7 Prozent erreicht worden. Das Gros des Anstiegs ist den Renditen aus bereits bestehenden Investitionen zu verdanken &ndash; vor allem das Aktienverm&ouml;gen stieg dank der weltweiten Hausse an, insgesamt um 28 Prozent. Doch auch Anleihen warfen im Durchschnitt noch 4,1 Prozent Rendite ab. Spareinlagen verzinsten sich weltweit mit durchschnittlich 8,8 Prozent. Anleger in US-Dollar profitierten zudem von einer W&auml;hrung, die im Jahresverlauf gegen&uuml;ber den meisten Lokalw&auml;hrungen an Wert gewonnen hat. Nordamerika ist derzeit die verm&ouml;gendste Region der Welt, gefolgt von Westeuropa, wo das private Verm&ouml;gen bei 37,9 Billionen Dollar liegt. Seinen zweiten Platz in der Verm&ouml;gensstatistik k&ouml;nnte der alte Kontinent allerdings schon im n&auml;chsten Jahr an die Region Asien-Pazifik verlieren.<br>\nWeiteres zentrales Ergebnis des Reports: Die Reichen werden immer reicher. Das zeigt sich besonders am Verm&ouml;gen der sogenannten Ultrareichen &ndash; denjenigen, die mehr als 100 Millionen Dollar ihr Eigen nennen d&uuml;rfen. Ihr Verm&ouml;gen stieg innerhalb eines Jahres um knapp 20 Prozent. Insgesamt halten die Ultrareichen 8,4 Billionen Dollar &ndash; etwa 5,5 Prozent des gesamten Weltverm&ouml;gens. Die Autoren des Wohlstandsreports erwarten, dass die Ultrareichen bis 2018 sogar ein Verm&ouml;gen von 13 Billionen Dollar haben werden, was dann 6,5 Prozent des gesamten Weltverm&ouml;gens entspr&auml;che. In Deutschland soll es derzeit 881 solche Ultrareichen geben, in absoluten Zahlen liegt die Bundesrepublik damit auf Platz vier im Ranking der L&auml;nder mit den meisten Ultrareichen. Auf Platz eins liegen die USA mit 4754 solcher extrem wohlhabender Haushalte, gefolgt von Gro&szlig;britannien mit 1044 und China mit 983. Den h&ouml;chsten Anteil Ultrareicher je 100.000 Einwohner gibt es in Hong Kong mit 16,8. Danach folgen die Schweiz mit 11,3 und &Ouml;sterreich mit 9,3 Ultrareicher je 100.000 Einwohner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/vorsorge-versicherung\/altersvorsorge-sparen\/global-wealth-report-2014-aktien-sorgen-fuer-geldregen-seite-all\/10005316-all.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wer h&auml;tte gedacht, dass das Handelsblatt dem derzeit hei&szlig; diskutierten Ungleichheitsforscher zustimmen w&uuml;rde und im Untertitel schreibt: &ldquo;Die Reichen werden immer reicher &ndash; und Piketty hat Recht.&rdquo; Denn schon l&auml;ngst findet in den Mainstreammedien eine Gegenbewegung statt &ndash; siehe FAZ oder Sinn, Homburg in der FAZ, SZ oder j&uuml;ngst die Financial Times. Unsere Leitmedien lassen dabei die &uuml;blichen Verd&auml;chtigen zu Wort kommen. Aber zu den Kritikern geh&ouml;ren keineswegs nur neoliberale &Ouml;konomen, die eine Umverteilung von Einkommen und Verm&ouml;gen ablehnen (Piketty fordert eine stark progressive Besteuerung). Selbst &Ouml;konomen der Mitte und linke Kreise stellen sich gegen ihn. Zu nennen w&auml;ren z.B. Bofinger oder auch heterodoxe &Ouml;konomen wie Flassbeck oder Pailley, die beide letztlich Piketty vorwerfen, dass er der neoklassischen Mainstream&ouml;konomie verhaftet bliebe. Allerdings ist Flassbecks Kritik mit dem Titel unangemessen polemisch: &ldquo;Much ado about nothing&rdquo;. Davon kann nicht die Rede sein, wenn unter US-&Ouml;konomen es schon bald schwieriger ist, diejenigen zu nennen, die sich nicht zu Piketty gemeldet haben. Die Kritik setzt meist am theoretischen Rahmen an &ndash; es w&uuml;rde den Rahmen sprengen darauf einzugehen -, aber viele sind sich wie z.B. die sehr unterschiedlichen &Ouml;konomen Mervyn King oder Larry Summers im Lob f&uuml;r Pikettys umfangreiche Datensammlung zur Einkommens- und Verm&ouml;gensentwicklung der vergangenen Jahrzehnte einig. So r&auml;umt Thomas Pailley bei aller Kritik ein: &ldquo;By all accounts from those who know, the empirical work is superb in scope and detail and it is praised as part of a new economic scholarship that explores &lsquo;big&rsquo; data sets.&rdquo; Piketty Buch teilt sich in vier Abschnitte und allein die beiden mittleren widmen sich ganz der empirischen Dokumentation. Eine K&auml;rrnerarbeit, zu der sich manch brillanter Theoretiker nicht aufrafft. Und in der Tat hat Piketty in mir sonst nicht bekanntem Ausma&szlig; Steuerdaten in der sogenannten World Top Income Database zusammengetragen und ausgewertet. (Wie es aussieht werden diese im Internet frei verf&uuml;gbare Daten laufend aktualisiert) Vor allem aber, man kann sich ausgehend von diesen Daten sehr wohl Gedanken &uuml;ber Ursachen und Gegenma&szlig;nahmen zur zunehmenden Ungleichheit in den  Gesellschaften der entwickelten Volkswirtschaften machen, ohne unbedingt seinen theoretischen &Uuml;berlegungen oder L&ouml;sungsvorschl&auml;gen zu folgen. Man darf allerdings gespannt auf die n&auml;chste &uuml;berarbeitete Fassung seines Buches sein, in der er die Kritik aufnimmt, wie sich in manchen Interviews schon abzeichnet.<\/em><br>\n<em>Allerdings gibt es ein Problem, das wenig mit Piketty zu tun hat. So schreibt beispielsweise Harald Schumann, dass die Erkenntnis, die Thomas Piketty ausbreite angesichts vieler Millionen Arbeitslose und &uuml;berschuldeter Staaten, die mit den Folgen der Finanzkrise k&auml;mpften, einen Nerv treffe. Die Frage ist nur: Bei wem? <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/europas-krisenpolitik-merkels-politik-nutzt-nur-dem-kapital\/9967406.html\">Schumann zeigt in seinem Artikel<\/a>, dass trotz der Bekanntheit des Ph&auml;nomens Ungleichheit, trotz des massenhaften Verkaufs des Buches auf der politischen Ebene keine Reaktion, nicht einmal eine Wahrnehmung stattfindet. Die &ldquo;politische Praxis in Europa folgt einem ganz anderen Muster. Denn hier erzwingen die deutsche Kanzlerin und ihre Verb&uuml;ndeten in der EU-Kommission, der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) und dem Rat der Finanzminister per Gesetz und mit den Knebelvertr&auml;gen f&uuml;r die Notkredite an die &uuml;berschuldeten Staaten eine Politik, die im gro&szlig;en Stil die Ungleichverteilung versch&auml;rft. So setzte die EU-Kommission im Auftrag der Euro-Gruppe in allen Krisenl&auml;ndern massive Lohnsenkungen durch. Gleichzeitig weigern sich die EU-Finanzminister aber hartn&auml;ckig, f&uuml;r eine halbwegs gerechte Besteuerung von Kapitalertr&auml;gen zu sorgen.&rdquo;Die &ldquo;Wiederkehr der l&auml;ngst &uuml;berwunden geglaubten Klassengesellschaft eine weltweite Debatte&rdquo; scheint sich doch eher auf den weltweiten Kreis kritischer Intellektueller zu beschr&auml;nken, die auf der Basis wissenschaftlicher Methodik Offensichtliches best&auml;tigt sehen. Piketty als Schlagzeile auf der ersten Seite der Bildzeitung mit der Aufforderung: K&uuml;mmert Euch&rdquo;, das w&auml;r zu sch&ouml;n. Auch die heftigsten Diskussionen in der Fachwelt k&ouml;nnen nicht dar&uuml;ber hinweg t&auml;uschen, dass sich f&uuml;r die Politik diese Debatte als ein Sturm im Wasserglas darstellt. Die von Piketty ermittelten empirischen Fakten sieht die Politik nicht bzw. will sie nicht erst gar nicht wahrnehmen &ndash; <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2014-05\/thomas-piketty-capital-in-the-21th-century\/komplettansicht\">dies gilt sowohl f&uuml;r Europa wie f&uuml;r die USA<\/a>.<\/em><br>\n<em>(Der Versuch der Financial Times, Fehler in <a href=\"http:\/\/blogs.ft.com\/money-supply\/2014\/05\/23\/data-problems-with-capital-in-the-21st-century\/\">Pikettys Datenmaterial nachzuweisen<\/a> wurde von <a href=\"http:\/\/piketty.pse.ens.fr\/files\/capital21c\/en\/Piketty2014TechnicalAppendixResponsetoFT.pdf\">Piketty erfolgreich zur&uuml;ckgewiesen [PDF &ndash; 62,1 KB]<\/a>. Siehe den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/140610_krugman_1juli2014-on_inequality_denial.pdf\">Hinweis auf Paul Krugman gestern auf den NachDenkSeiten [PDF &ndash; 34,2 KB]<\/a>.)<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>EZB-Zinspolitik<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Fallen Sie nicht auf die Rattenf&auml;nger herein<\/strong><br>\nJa, Sparer haben nach der erneuten Zinssenkung der EZB nichts zu lachen. Doch niemand wird gezwungen, Sparer zu sein, kommentiert Robert von Heusinger von der &ldquo;Frankfurter Rundschau&rdquo;. Es ist richtig, wer all sein Geld sicher auf Sparb&uuml;chern oder Tagesgeldkonten parkt, hat nichts zu lachen. Und das wird auch noch ein paar Jahre so bleiben. Wer dagegen vor einem Jahr 10.000 Euro in den Deutschen Aktienindex Dax gesteckt hat, hat rund 20 Prozent gemacht, oder in Geld ausgedr&uuml;ckt: schlappe 2.000 Euro. Auch wer sich f&uuml;r Immobilien und selbst Staatsanleihen entschieden hat, steht heute deutlich besser da, als der Sparer. Geld auf dem Sparkonto muss sicher sein, verzinst muss es nicht werden. Es gibt einfach zu wenige Firmen, Staaten und Haushalte, die sich derzeit verschulden wollen, aber zu viele, die gleichzeitig sparen wollen. Deshalb verschwindet der Zins. Die Dynamik der Wirtschaft in Euroland ist arg in Gefahr. Ihr droht in ein jahrzehntelanges Siechtum, auch Deflation genannt &ndash; mit katastrophalen Folgen f&uuml;r Jobs, L&ouml;hne und Staatshaushalte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ezb-zinspolitik-fallen-sie-nicht-auf-die-rattenfaenger.858.de.html?dram:article_id=288555\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zurecht warnt Robert von Heusinger vor der Panikmache der Sparer, denn die meisten sind von Niedrigstzinsen kaum betroffen. Andererseits w&auml;ren dieses Zinsniveau f&uuml;r diejenigen, die sich eine private Altersvorsorge leisten k&ouml;nnen, in der langen Frist in der Tat verheerend. Allerdings wird in dieser Sicht &uuml;bersehen, dass &ndash; auch f&uuml;r unsere Altersvorsorge &ndash;  rentable Investitionen get&auml;tigt werden, die unser zuk&uuml;nftigen Wohlstand sichern. Rendite auf gespartes Geld kann nur entstehen, wenn investiert wird, wenn die Realwirtschaft anspringt, wo diese Rendite erwirtschaftet werden muss.<\/em><br>\n<em>Nat&uuml;rlich hat die Entscheidung der Zentralbank viele Aspekte. Der wichtigste Aspekt ist allerdings: Wirken die j&uuml;ngst beschlossenen Ma&szlig;nahmen in diesem Sinne? Die &Auml;nderungen der Zinss&auml;tze sind eigentlich ein Witz, <a href=\"http:\/\/linksfraktion.de\/im-wortlaut\/ezb-schizophrene-wesen\/\">wie Axel Troost von der Linken vorrechnet<\/a>: &ldquo;Denn an den Kosten der Banken f&uuml;r das Horten von Zentralbankgeld &auml;ndert sich nichts. Mussten sie vorher 0,25 Prozent Leitzins bezahlen und bekamen 0 Prozent als Guthabenzins, zahlen sie nun 0,15 Prozent Leitzins und bekommen -0,1 Prozent als Guthabenzins ((-0,25) +0,0 = (-0,15)+(-0,1) = (-0,25)). Ein h&ouml;herer Anreiz zum weniger Geldhorten entsteht dadurch nicht.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Ein weiterer Aspekt ist allerdings viel interessanter, viel sensationeller als die Minuszinsen: Die EZB versucht eine Kredit- und damit Investitionslenkung in die Realwirtschaft. Es ist schon erstaunlich, wie wenig Aufmerksamkeit dieses Experiment auf sich gezogen hat. So z.B. bei besagtem Axel Troost oder bei Norbert H&auml;ring vom Handelsblatt , <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/index.php\/de\/newsblog2\/27-german\/news\/88-kreditlenkung#1-weiterlesen\">der schreibt<\/a>, dass &ldquo;sich die Europ&auml;ische Zentralbank von einem Dogma abgewandt&rdquo; habe, dem &ldquo;Dogma, dass die Banken und Finanzm&auml;rkte von sich aus das Geld in die produktivste Verwendung lenken.&rdquo;. Vielleicht ist es deshalb auch gerade f&uuml;r unter Zeitdruck stehende Journalisten so schwierig aus der Pressemitteilung der EZB herauszulesen, dass sie nun sehr g&uuml;nstigen Refinanzierungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r die Banken anbiete, die unternehmerische Investitionen finanzieren (Ausnahme der zockeranf&auml;llige Immobilienbereich). In der Tat ein Tabubruch und Bundesbankpr&auml;sident <a href=\"http:\/\/www.bundesbank.de\/Redaktion\/DE\/Interviews\/2014_06_10_weidmann_boersenzeitung.html?view=render%5BDruckversion%5D\">Jens Weidmann<\/a> grenzt auch sofort ab: &ldquo;das Eurosystem muss aufpassen, nicht zu sehr in Marktprozesse einzugreifen und auf diese Weise sch&auml;dliche Verzerrungen zu erzeugen. Die TLTRO sind den besonderen Umst&auml;nden geschuldet und haben ihre Schw&auml;chen. Aber sie stellen eben auch nicht den &Uuml;bergang in die Kommandowirtschaft dar.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Man wird man sehen, ob die Banken dieses Angebot aufgreifen k&ouml;nnen bzw. die Realwirtschaft Chancen f&uuml;r Investitionen bekommt. Hier kann die EZB kann allenfalls ein Signal setzen, aber der eigentliche Impuls f&uuml;r die darniederliegende Wirtschaft Europas kann nur &uuml;ber ein Investitionspaket kommen, das &ouml;ffentlich finanziert wird. Wie meint Heiner Flassbeck in einem Interview mit der taz: &ldquo;Die EZB senkt die Zinsen, weil niemand das Kapital haben will. Diese Sparideologie ist der Kern des &Uuml;bels. Wer sich verschulden soll, dar&uuml;ber kann man reden. Dass man Schulden braucht, leugnen nur Ideologen. Die EZB will Wachstum auf Pump anregen. L&ouml;sen kann das Problem aber nur die Politik.&rdquo; Nat&uuml;rlich ist Deutschland insbesondere gefragt. Langfristig hat Flassbeck recht: Bei uns m&uuml;ssen &ldquo;Preise und L&ouml;hne viele Jahre lang deutlich st&auml;rker steigen als bislang.&rdquo; (Allerdings stellt sich die Frage, ob die dann gestiegene Kaufkraft auch Europa zugutekommt oder nicht eher S&uuml;dostasien) Wir k&ouml;nnten allerdings sofort damit anfangen, unseren viel geschm&auml;hten, gro&szlig;en Investitionsstau abzubauen. Der IWF empfiehlt, dass Deutschland st&auml;rker investiert, was ganz Europa einen Stimulus geben w&uuml;rde. Leider sieht es zurzeit eher danach aus, das die &ouml;ffentlichen Investitionen in den n&auml;chsten Jahren sogar noch weiter abgesenkt werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ulrike Herrmann: Die Erfindung des Negativzinses<\/strong><br>\nSo sieht Machtlosigkeit aus: Die Europ&auml;ische Zentralbank hat ihr Arsenal ausgereizt &ndash; trotzdem wird die Eurozone weiterkriseln. EZB-Chef Mario Draghi hat alles richtig gemacht und ist doch gescheitert. Es wirkt zwar drakonisch, gerade f&uuml;r schw&auml;bische Hausfrauen, wenn das Sparen bestraft wird. Aber die Banken k&ouml;nnen ihr Geld auch anderweitig unterbringen &ndash; zum Beispiel in den USA oder Gro&szlig;britannien. Der einzige Effekt ist dann, dass der Euro ein bisschen sinkt, weil die Nachfrage nach Dollar oder Pfund steigt. Aber das war&rsquo;s. Hilflos wirkt auch der Versuch, den Banken zus&auml;tzliche EZB-Kredite zu versprechen, damit sie das Geld an die Unternehmen in den Krisenl&auml;ndern weiterreichen. Die Analyse ist zwar richtig: Viele Firmen im S&uuml;den erhalten keine Darlehen mehr. Aber dies liegt nicht etwa daran, dass die Banken kein Geld h&auml;tten. Stattdessen f&uuml;rchten sie das Risiko, dass die Betriebe bankrottgehen, weil die Wirtschaft lahmt.<br>\nWenn die Geldpolitik der Notenbank scheitert, bleibt nur die &ldquo;Fiskalpolitik&rdquo;: Der Staat muss die Konjunktur ankurbeln. Vielen Deutschen ist es jedoch ein Graus, dass sie f&uuml;r andere Europ&auml;er zahlen sollen. Vehement lehnen sie es ab, Besch&auml;ftigungsprogramme f&uuml;r arbeitslose Jugendliche im S&uuml;den zu finanzieren, obwohl dies nicht nur &ouml;konomisch sinnvoll w&auml;re, sondern auch menschlich. Es gibt allerdings auch eine gute Nachricht: Die Deutschen d&uuml;rfen egoistisch sein. Es w&uuml;rde der Eurozone sogar helfen, wenn es ein Konjunkturprogramm nur f&uuml;r Deutschland g&auml;be. So k&ouml;nnte die Bundesregierung die niedrigen Zinsen nutzen, um die maroden Br&uuml;cken in den Kommunen zu sanieren. Auch k&ouml;nnen die deutschen L&ouml;hne steigen, nachdem sie jahrelang real gesunken sind. Ein F&uuml;nftel aller Bundesb&uuml;rger kann sich momentan keinen Urlaub leisten. Man stelle sich vor, wie es die griechische Wirtschaft beleben w&uuml;rde, wenn einige von ihnen in die &Auml;g&auml;is aufbrechen k&ouml;nnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2014%2F06%2F06%2Fa0022&amp;cHash=5960c6c42c2666c84336508083bf4100\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Gustav Horn: Sparer-Elend? Warum die EZB genau das Richtige tut<\/strong><br>\nDie EZB hat die Zinsen erneut gesenkt &ndash; und kassiert daf&uuml;r Schelte von allen Seiten. Aber haben die Zentralbanker das verdient? Nein, sagt FOCUS-Online-Gastautor Gustav Horn.  &hellip;. Wird die Idee funktionieren? Bestenfalls ein wenig. Gerade in den Krisenl&auml;ndern ist die wirtschaftliche Lage so schlecht, das Unternehmen &uuml;berhaupt keine Kredite abrufen. Daher d&uuml;rften die Banken dort auf ihrem Geld sitzen bleiben. Auch in Deutschland ist der Aufschwung bislang so moderat, dass die Unternehmen ihre Investitionen m&uuml;helos aus eigenen Mitteln finanzieren k&ouml;nnen. Die Wahrheit ist, dass die Zentralbank mit ihrem Latein weitgehend am Ende ist. Sie kann nichts mehr f&uuml;r den Euroraum tun, sie braucht Unterst&uuml;tzung. &ndash; Die kann derzeit aber nur von der Fiskalpolitik kommen, die &uuml;ber Investitionen den Wirtschaftskreislauf in Schwung bringen sollte. Dann w&uuml;rden auch mehr Kredite nachgefragt, und die Ma&szlig;nahmen der EZB k&ouml;nnten ihre positive Wirkung voll entfalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/experten\/horn\/eurozone-in-gefahr-warum-die-ezb-genau-das-richtige-tut_id_3901683.html\">Focus<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Deutschland und Europa &ndash; eine schicksalshafte Beziehung<\/strong><br>\nIch glaube, dass die neue deutsche Bundesregierung den Schl&uuml;ssel zu einer nachhaltigen L&ouml;sung der Krise in Europa in der Hand hat, wenn sie zwei zentrale Herausforderungen der Eurokrise &ndash; &Uuml;berwindung der Leistungsbilanz-Ungleichgewichte und Vertiefung der Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion &ndash; als gemeinsam zu bew&auml;ltigende und l&ouml;sende Aufgabe begreift&hellip;<br>\nDeutschland sitzt in einer &bdquo;selbstgemachten Falle&ldquo;. Es hat die strengen Fiskalregeln durchgesetzt, sein Konzept der Schuldenbremse &uuml;ber den Euroraum gest&uuml;lpt und gleichzeitig &ndash; wenn Anfangs auch nur widerspenstig &ndash; Milliarden an Haftungen im Rahmen der Europ&auml;ischen Stabilisierungsmechanismen (EFSF, ESM) &uuml;bernommen. Fakt ist: Mit den Rettungspaketen, der EFSF und dem ESM hat die europ&auml;ische Integration eine neue Qualit&auml;t erreicht&hellip;<br>\nWarum Falle? Weil die neuen Fiskalregeln im Rahmen des Sixpack, Twopack und Fiskalpakts die EU-Staaten zu einem restriktiven Budgetkurs zwingen, der sich negativ auf das Wirtschaftswachstum und damit die R&uuml;ckf&uuml;hrung der Schulden auswirkt. Im worstcase k&ouml;nnten damit erst recht die Haftungen f&auml;llig werden&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++9d865050-ecb4-11e3-b6f5-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Europas Fragmentierung bleibt ein Problem<\/strong><br>\nDie europ&auml;ische Wirtschaft zeigt seit einigen Monaten zaghafte Zeichen der Erholung. Doch ein Problem h&auml;lt sich hartn&auml;ckig: Die Kreditvergabe der Banken bleibt ged&auml;mpft, und besonders in den Peripheriel&auml;ndern verbessert sich die Situation kaum. Zwar versucht die EZB, die Lage zu entspannen, doch scheint sie die Krisenstaaten mit ihrer Geldpolitik nicht zu erreichen. Der Effekt ist in Deutschland (braune Kurve) und Frankreich (graue Kurve) sp&uuml;rbar, wo die Banken die g&uuml;nstigeren Finanzierungskonditionen an die Kunden weitergeben: Die Kreditkosten f&uuml;r Unternehmensdarlehen bis 1 Mio. &euro; haben seit Anfang 2012 abgenommen. Spanische (orange Kurve) und italienische (schwarze Kurve) Unternehmer profitieren nicht von der lockeren Geldpolitik der EZB. Die Zinsen sind kaum gesunken und liegen deutlich &uuml;ber dem Niveau von Kerneuropa. Die Unterschiede wirken sich auf die Gesamtsumme der vergebenen Kredite aus: W&auml;hrend das Volumen in Spanien im April erneut 10% abgenommen hat (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), ist es in Frankreich leicht gewachsen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fuw.ch\/article\/der-chart-des-tages-312\/\">FuW<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Grafik zeigt die Situation vor Ma&szlig;nahmen EZB am letzten Donnerstag. Man wird sehen, was diese gebracht haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Europas fettleibige Zombies<\/strong><br>\nAnfang dieser Woche hat eine Expertengruppe des European Systemic Risk Board einen Bericht mit dem Titel &laquo;Is Europe Overbanked?&raquo; publiziert. Die Autoren sind Marco Pagano und Sam Langfield, unter Mitarbeit von intellektuellen Schwergewichten wie Markus Brunnermeier, Martin Hellwig und Claudia Buch, Vizepr&auml;sidentin der Deutschen Bundesbank. Die Autoren gehen darin, wie der Titel bereits suggeriert, einer grossen Frage nach: Leidet Europa unter einem zu grossen Bankensektor? Minuti&ouml;s zeigen sie, wie die Banken in Europa &ndash; ganz besonders die 20 gr&ouml;ssten Institute &ndash; in den vergangenen zwei Jahrzehnten massiv &uuml;berproportional zur Wirtschaftsleistung gewachsen sind. Die Autoren legen dar, weshalb diese Aufbl&auml;hung des Finanzsektors &uuml;berhaupt stattgefunden hat, wie das die Krisenanf&auml;lligkeit des Finanzsystems erh&ouml;ht hat und weshalb ein &uuml;berproportionierter Bankensektor f&uuml;r die Realwirtschaft eine Belastung darstellt. Der Bericht schliesst mit dem Fazit, dass Europa eine grosse Zahl von Zombie-Banken unterh&auml;lt, die mittels fehlgeleiteter Anreize am Leben erhalten werden und die mit ein Grund f&uuml;r die lethargische Wirtschaftsentwicklung sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.tagesanzeiger.ch\/nevermindthemarkets\/index.php\/34932\/europas-fettleibige-zombies\/\">Never Mind the Markets<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es wird viel dar&uuml;ber diskutiert, warum die Banken das billige Zentralbankgeld nicht an die Realwirtschaft weitergeben. Nat&uuml;rlich haben wir angesichts der tristen Wirtschaftslage wir in S&uuml;deuropa auch ein Kreditnachfrageproblem, d.h. die Unternehmen  investieren nicht, solange ihre Produktionskapazit&auml;t nicht ausgelastet ist bzw. die Konsumenten schlicht die Kaufkraft (L&ouml;hne) fehlt, Produkte oder Dienstleitungen nachzufragen. Andererseits gibt es aber Banken, die vor lauter faulen Krediten kaum gehen k&ouml;nnen, sich nicht trauen auch nur das geringste Risiko einzugehen. Bislang zeigen die Staaten aus fragw&uuml;rdigen, man m&ouml;chte fast meinen nationalistischen, Gr&uuml;nden eine geringe Bereitschaft, Banken ihres Landes zu schlie&szlig;en, die nicht mehr lebensf&auml;hig sind, und eine gro&szlig;e Bereitschaft, nationale Megabanken zu schaffen. So sinnvoll die Ratschl&auml;ge der Expertengruppe sind. Sie sind viel zu lasch. Im Grunde m&uuml;ssten wir manche Banken entsorgen und andere zerschlagen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Hartz IV<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Es brennt lichterloh!<\/strong><br>\nAlkoholb&auml;uche, der Geruch von Rasierwasser, rausgewachsene Haarfarben, billiger Goldschmuck. &bdquo;Kopf kaputt, because my wife escaped&ldquo;: Besuch an dem Ort, an dem keiner sein m&ouml;chte &ndash; ein Tag im Jobcenter. (&hellip;)<br>\nDie beiden Gespr&auml;che mit Kunde eins und zwei waren Sport. K&ouml;rperliche Arbeit. Die Stimme erheben, Missverst&auml;ndnisse erkennen und &uuml;berwinden, neuen Missverst&auml;ndnissen dabei zusehen, wie sie sich aufbauen, den eigenen Willen erkl&auml;ren und den Willen des Jobcenters erkl&auml;ren; auf der einen Seite des Tisches sitzen, freundlich sein und es hassen, dort zu sitzen; auf der anderen Seite des Tisches sitzen, freundlich sein und denken, guck mich nicht so an, ich kann doch nichts daf&uuml;r. Ich mache hier meinen Job. Ich mache einen Job! Warum muss jeder einen Job machen? Warum darf man nur sein, wenn man einen Job macht? Wie kann eine Beh&ouml;rde f&uuml;r einen arbeitslosen Menschen festlegen, was ein zumutbarer Job ist? Angesichts der vielen schlechtbezahlten Schei&szlig;jobs in diesem Land bekommt man doch bereits als S&auml;ugling Angst und hat keine Lust mehr.<br>\nIm Jobcenter als Jobvermittler zu arbeiten ist jedenfalls eine totale Zumutung. Die Arbeitsvermittlerin best&auml;tigt, dass derart ausgeflippte Meetings nicht die Regel seien. Es folgen noch vier, f&uuml;nf, sechs weitere Termine. Dauerlauf. Man braucht Kondition. (&hellip;)<br>\nWeiter. Ein gut aussehender Schauspieler, der jetzt Imagefilme macht. Vorher Privatinsolvenz. Sehr ernst, ersch&ouml;pft. Wollte bestimmt mal viel mehr. Erkl&auml;rt und rechtfertigt sich. Aber das ist doch ein erwachsener, total vern&uuml;nftiger Mann, warum muss der sich so unangenehm ausziehen? Die Arbeitsvermittlerin bietet ihm ein Coaching an, das ihm dabei helfen soll, mit seiner Selbst&auml;ndigkeit erfolgreich zu werden. Ein Mann, der kein Deutsch kann, erscheint und hat seinen Dolmetscher vergessen. Spricht man kein Deutsch, braucht man einen Dolmetscher, denn im Jobcenter wird Deutsch gesprochen. Warum? Arbeitsvermittlerin: &bdquo;Die Arbeitsvermittler d&uuml;rfen nicht &uuml;bersetzen. Deutsch ist die Amtssprache.&ldquo; Womit nat&uuml;rlich keinem geholfen ist, wenn es darum geht, sich zu verst&auml;ndigen.<br>\nDem Mann geht es nicht gut, die Augen sind ganz m&uuml;de, die Lider zum Zufallen bereit. &bdquo;Mein Kopf ist kaputt, because my wife escaped.&ldquo; Komm, leg dich ins Bett, denkt man, schlaf erst mal zwei Wochen. Es folgt ein Dialog in gegenseitigem Unverst&auml;ndnis, wobei die Arbeitsvermittlerin versteht, dass dieser Mann etwas ganz anderes braucht als das Reden &uuml;ber Bedarfsgemeinschaften und Wiedereingliederungsvereinbarung, von denen er gar nichts versteht, aber die Arbeitsvermittlerin w&uuml;rde ihre Arbeit nicht machen, w&uuml;rde sie nicht genau davon reden, w&uuml;rde sie diesen Termin nicht einfach durchziehen, egal, ob der Mann sie versteht oder nicht. Und wahrscheinlich darf sie es sich auch nicht erlauben, zu viel zu verstehen, weil sie sonst irgendwann begraben w&uuml;rde unter der Masse an schweren Leben, die im Sinne des deutschen Staates einfach nicht in Ordnung zu bringen sind; und so geht es weiter, immer weiter, an diesem Tag und n&auml;chste Woche und in den Monaten danach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/ein-tag-im-jobcenter-es-brennt-lichterloh-12956281.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">Frankfurter Allgemeine<\/a><\/li>\n<li><strong>Mann verletzt Mitarbeiterin schwer<\/strong><br>\nEin 23-j&auml;hriger Arbeitssuchender ist im Jobcenter an der Luxemburger Stra&szlig;e ausgerastet und hat ohne Vorwarnung auf eine Beraterin eingeschlagen. Dadurch ger&auml;t die Debatte um die Sicherheit der Arbeitsvermittler wieder in den Fokus.<br>\nWie der &bdquo;K&ouml;lner Stadt-Anzeiger&ldquo; erfuhr, war der Mann offenbar ausgerastet, weil ihm Leistungen gek&uuml;rzt werden sollten. Er soll sich geweigert haben, eine vom Jobcenter verordnete Ma&szlig;nahme anzutreten. Eine Sprecherin des Jobcenters konnte dies nicht best&auml;tigen. Das Jobcenter hat nach eigener Aussage nach dem Vorfall den Sicherheitsdienst verst&auml;rkt. Gegen den 23-J&auml;hrigen wurde Strafanzeige erstattet, er bekam Hausverbot.<br>\nDurch den t&auml;tlichen Angriff ger&auml;t die Debatte um die Sicherheit der Arbeitsvermittler wieder mehr in den Fokus. Nach Auskunft des Jobcenters ist die Zahl der Strafanzeigen r&uuml;ckl&auml;ufig. Laut der Sprecherin wurde im vergangenen Jahr 40 Mal die Polizei eingeschaltet, acht Mal ging es um K&ouml;rperverletzung oder t&auml;tliche Angriffe, vier Mal um Sachbesch&auml;digung. &bdquo;Wir sind bei dem Thema Sicherheit bundesweit Vorreiter&ldquo;, sagte Olaf Wagner, Mitglied der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung des Jobcenters K&ouml;ln.<br>\nAllerdings hat offenbar die Zahl der verbalen &Uuml;bergriffe auf die Vermittler in den letzten Jahren zugenommen, das berichtet zumindest der K&ouml;lner Personalrat des Jobcenters. &bdquo;Das geht teilweise so weit, dass die Kollegen sagen: &raquo;Ich kann nicht mehr, es wird zuviel&laquo; und dar&uuml;ber krank werden&ldquo;, berichtet Gerd Zimmer, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung. Eine Frau, die anonym bleiben will, berichtet, dass sie als Mitarbeiterin des Jobcenters &bdquo;immer in Angst leben muss.&ldquo;<br>\nAus Sicht von Gerd Zimmer gibt es zwei Gr&uuml;nde f&uuml;r das oft aggressive Verhalten der Arbeitslosen: Zum einen sei die r&auml;umliche Situation in den Jobcentern oftmals beengt und ungem&uuml;tlich, zum anderen sorge die &bdquo;politische Richtlinie, verst&auml;rkt zu sanktionieren&ldquo;, bei vielen Kunden des Jobcenters daf&uuml;r, dass sie ihren &Auml;rger direkt an ihrem Betreuer auslassen. Zudem seien die Sicherheitsvorkehrungen zwar verbessert worden, nach wie vor aber &bdquo;nicht zufriedenstellend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/koeln\/jobcenter-mann-verletzt-mitarbeiterin-schwer,15187530,27210780.html\">K&ouml;lner Stadt-Anzeiger<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Gerhard Schr&ouml;der selbst hatte bereits betont: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/schroeder-zum-spd-streit-agenda-sind-nicht-die-zehn-gebote-1.890059\">Agenda 2010 sind nicht die Zehn Gebote<\/a>&ldquo;<\/em><br>\n<em>Wenn Jobcenter ihre Mitarbeiterschaft nur mit immer mehr Sicherheitsma&szlig;nahmen arbeiten lassen k&ouml;nnen, Personen der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung -vermutlich nicht ohne Stolz- verk&uuml;nden, dass sie beim Thema Sicherheit &bdquo;bundesweit Vorreiter&ldquo; seien, scheint das System durch die Regelungen der Agenda 2010 insbesondere im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit -gelinde gesagt- suboptimal zu funktionieren.<\/em><br>\n<em>K&ouml;nnte es sein, dass die Vorschriften vor der Einf&uuml;hrung der Agenda-Politik sowohl f&uuml;r Erwerbslose als auch f&uuml;r die Mitarbeiterschaft der Arbeitsagenturen\/Jobcenter angenehmer und besser waren?<\/em><br>\n<em>Eine Kehrtwende bei diesem Thema durch diese Bundesregierung ist jedoch -leider- nicht zu erwarten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Linke fordert Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen<\/strong><br>\nDie Linksfraktion will Sanktionen bei Hartz IV und Leistungseinschr&auml;nkungen bei der Sozialhilfe abschaffen. Das fordert die Fraktion in einem Antrag (18\/1115), den der Bundestag am Freitag, 6. Juni 2014, erstmals beraten wird. Die Debatte beginnt voraussichtlich um 10.45 Uhr und dauert 105 Minuten. In dem Antrag schreibt die Fraktion, das menschenw&uuml;rdige Existenzminimum sei durch das Grundgesetz verfassungsrechtlich gesch&uuml;tzt. (&hellip;)<br>\nDeshalb erteile das Sozialstaatsgebot dem Gesetzgeber den Auftrag, &bdquo;jedem ein menschenw&uuml;rdiges Existenzminimum zu sichern&ldquo;. In Deutschland erfolge die Gew&auml;hrleistung dieses Existenzminimums &uuml;ber die Sicherungssysteme Hartz IV und Sozialhilfe.<br>\nSanktionen in Form einer Minderung oder eines vollst&auml;ndigen Wegfalls der Leistungen f&uuml;hrten aber &bdquo;zu einer Unterschreitung des gesetzlich festgelegten Existenzminimums&rdquo;. Dieses d&uuml;rfe aber &bdquo;arbeitsmarktpolitisch&ldquo; nicht &bdquo;relativiert werden, indem jenseits der Bed&uuml;rftigkeit ein bestimmtes Verhalten der Leistungsberechtigten zur Voraussetzung des Leistungsbezugs gemacht wird&ldquo; (&hellip;)<br>\nWeiter hei&szlig;t es, Sanktionen und Leistungseinschr&auml;nkungen im Sozialrecht seien &bdquo;der Ausdruck eines Sozialstaats, der in dieser Hinsicht als paternalistischer Erziehungsstaat agiert&ldquo;. Das seien &bdquo;&Uuml;berbleibsel einer armenrechtlichen Tradition des Arbeitshauses und der Disziplinierung zu Wohlverhalten, die bis heute weiterwirkt&ldquo;.<br>\nSanktionen und Leistungseinschr&auml;nkungen seien nicht nur aus den Perspektiven von Demokratie und Verfassungsrecht abzulehnen; es gebe dar&uuml;ber hinaus auch &bdquo;keinerlei Belege f&uuml;r eine arbeitsmarktpolitisch sinnvolle Wirkung&ldquo;. Auf Sanktionen folgten keine w&uuml;nschenswerten Verhaltens&auml;nderungen, vielmehr gehe dadurch Vertrauen in die Jobcenter verloren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2014\/hartz4\/281482\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Der Antrag wurde nach Aussprache\/Beratung im Plenum zur weiteren Beratung an die Aussch&uuml;sse weitergeleitet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Stellungnahme der VDJ zu den Schlussantr&auml;gen des Generalanwalts beim EuGH wegen Ausschluss von EU-B&uuml;rgerInnen von &bdquo;Hartz IV&ldquo;-Leistungen<\/strong><br>\nDer Generalanwalt beim EuGH hat am 20.05.2014 seine Schlussantr&auml;ge zu einem Vorlagebeschluss des Sozialgerichts Leipzig pr&auml;sentiert. Es geht dabei um die Frage ob der Ausschluss von EU-B&uuml;rgerInnen von &bdquo;Hartz IV&ldquo;-Leistungen gerechtfertigt ist, wenn diese EU-B&uuml;rgerInnen in Deutschland noch keine Verbindung zum Arbeitsmarkt haben.&#8232;Die Medien haben breit berichtet, dass der Generalanwalt die weitgehende deutsche Ausschlussregelung f&uuml;r rechtm&auml;&szlig;ig h&auml;lt und der Gerichtshof dem Generalanwalt stets folgen w&uuml;rde. Dazu erscheinen folgende Klarstellungen wichtig:<br>\nDer Umstand, dass der EuGH meist den Schlussantr&auml;gen des Generalanwalts folgt, ist der Tatsache geschuldet, dass die meisten Rechtsstreitigkeiten vor dem EuGH bereits durch den EuGH entschiedene Rechtsfragen betreffen. Nachdem der Generalanwalt also die bisherige Rechtsprechung des EuGH zusammengefasst hat und darauf seine Schlussantr&auml;ge gr&uuml;ndet, folgt der EuGH diesen Schlussantr&auml;gen und damit seiner bisherigen Rechtsprechung. Bei erstmals zu entscheidenden Rechtsfragen weicht der EuGH dagegen durchaus von den Schlussantr&auml;gen des Generalanwalts ab. (&hellip;)<br>\nSchlie&szlig;lich erscheinen die Schlussantr&auml;ge nicht haupts&auml;chlich von juristischen Erw&auml;gungen getragen, sondern vielmehr von migrationspolitischen Motiven. Mitgliedstaaten sollen sich vor unwirtschaftlichen EU-Ausl&auml;nderInnen sch&uuml;tzen d&uuml;rfen. Dabei &uuml;bersieht der Generalanwalt, dass sich das deutsche Recht bereits recht gut gegen unwirtschaftliche Deutsche zu wehren wei&szlig;. Wer sich einer Eingliederung in den Arbeitsmarkt verweigert, der wird sanktioniert &ndash; ggf. bis zur vollst&auml;ndigen Leistungsk&uuml;rzung. Die Gleichstellung von EU-B&uuml;rgerInnen mit Deutschen w&uuml;rde daher der Intention des Generalanwalts nicht zuwiderlaufen.<br>\nDie EU-Kommission verfolgte in ihrer Stellungnahme dagegen die klare Position, dass ein offe-nes Europa auch bedeuten muss, dass der Zugang zu den Sozialsystemen f&uuml;r EU-B&uuml;rgerInnen in jedem Mitgliedstaat gew&auml;hrleistet sein muss. Daher seien die deutschen Ausschlussregelungen nicht europarechtskonform.<br>\nEs bleibt zu hoffen, dass der EuGH seiner bisherigen Linie treu bleibt und dem Votum der Kommission statt den Schlussantr&auml;gen des Generalanwalts folgt. Aus Sicht der VDJ w&auml;re es ein Armutszeugnis f&uuml;r Europa, wenn die gefeierte Unionsb&uuml;rgereigenschaft dadurch relativiert w&uuml;rde, dass bed&uuml;rftige EU-B&uuml;rgerInnen nicht mehr uneingeschr&auml;nkt von den Grundfreiheiten der EU profitieren k&ouml;nnten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vdj.de\/mitteilungen\/nachrichten\/nachricht\/stellungnahme-der-vdj-zu-den-schlussantraegen-des-generalanwalts-beim-eugh-wegen-ausschluss-von-eu-buergerinnen-von-hartz-iv-leistungen\/baeffc2bfc3d9d80f7a3276d6216f114\/\">VDJ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Neue Renten, ohne Niveau<\/strong><br>\nAuf dem DGB-Bundeskongress Mitte Mai warb Andrea Nahles, Bundesministerin f&uuml;r Arbeit und Soziales, noch einmal enthusiastisch f&uuml;r ihr Rentenpaket. Kurz vor der Abstimmung im Bundestag Ende Mai lobte sie insbesondere die &bdquo;abschlagsfreie Rente ab 63&ldquo;. Dabei war koalitionsintern l&auml;ngst eine weitere Verw&auml;sserung im Gespr&auml;ch: Auf Dr&auml;ngen der CDU\/CSU soll eine angeblich drohende &bdquo;Fr&uuml;hverrentungswelle&ldquo; verhindert werden, indem Zeiten der Arbeitslosigkeit nur bis zwei Jahre vor dem Rentenbeginn angerechnet werden.[1]<br>\nDamit bestimmte einmal mehr vor allem die Rente ab 63 bzw. 65 die Debatte um das aktuelle Rentenpaket. Dabei lie&szlig;e sich noch weit mehr und vor allem Grunds&auml;tzlicheres an den Rentenpl&auml;nen der Gro&szlig;en Koalition kritisieren.<br>\nMit ihrem unbeirrbaren Gef&uuml;hl f&uuml;r Brisanz und Stimmungsmache hatte die &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung im Vorfeld der Anh&ouml;rung zum Rentenpaket im Bundestag den Kern der sachverst&auml;ndigen Kritik des DGB, der Arbeitnehmerkammer Bremen und der DRV[2] erfasst und ihn in marktschreierischer Manier aufgegriffen: &bdquo;Enth&uuml;llt: Rente schrumpft (!) durch GroKo-Pl&auml;ne!&ldquo;, hatte &bdquo;Bild&ldquo;-Online am 4. Mai getitelt. Rei&szlig;erisch, aber leider wahr.<br>\nZwar k&ouml;nnen sich am 1. Juli 2014 viele Rentnerinnen und Rentner endlich wieder &uuml;ber Leistungsverbesserungen freuen. Doch in den kommenden Jahren werden die durchschnittlichen Renten weiter hinter den L&ouml;hnen zur&uuml;ckbleiben: Die Renten werden an Kaufkraft verlieren und noch weniger vor Altersarmut sch&uuml;tzen als bisher.<br>\nWarum aber f&uuml;hren die selektiven Verbesserungen des Rentenpakets zu sinkenden Renten f&uuml;r alle? Was ist der eigentliche &bdquo;Sanierungsbedarf&ldquo; am Haus der gesetzlichen Rentenversicherung und was w&auml;re daf&uuml;r zu tun?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/juni\/neue-renten-ohne-niveau\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a>\n<p><strong>Passend dazu: Nichts als Nebelkerzen<\/strong><br>\nHintergrund Die von Wirtschaftsverb&auml;nden lancierte Kampagne gegen das Rentenpaket &shy;verschleiert wirkungsvoll, worum es eigentlich geht: Das Rentenniveau sinkt seit Jahren, die gro&szlig;e Mehrheit wird im Alter nicht mehr menschenw&uuml;rdig leben k&ouml;nnen<br>\nDie Unternehmerverb&auml;nde sch&auml;umten, die Presse tobte. Der &raquo;Ausbau sozialer Wohltaten&laquo; sei ein &raquo;Betrug am B&uuml;rger&laquo;, zeterte BDI-Chef Ulrich Grillo, da in den Augen des Bundesverbandes der Deutschen Industrie selbstverst&auml;ndlich nur der Abbau sozialer Leistungen einen Dienst am B&uuml;rger darstellt. Klaus Zimmermann, fr&uuml;her Chef des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung und heute Prototyp eines auf der Gehaltsliste interessierter Kreise stehenden Mainstream-&Ouml;konomen, beschwerte sich: &raquo;Mit der Rentenparty, die die deutsche Bundesregierung gerade auf Kosten der jungen Generation vorbereitet, gibt Deutschland in Europa seinen Anspruch auf F&uuml;hrung in rentenpolitischen Zukunftsfragen auf.&laquo; Ganz in diesem Sinne gei&szlig;elte Springers Welt das &raquo;teuerste Rentenpaket aller Zeiten&laquo; als &raquo;fatales Signal der neuen deutschen Sozialromantik&laquo; und tischte den Lesern folgende Bewertung auf: &raquo;Andrea Nahles zertr&uuml;mmert mit ihrer Sozialpolitik nicht nur die Agenda 2010, sondern gef&auml;hrdet auch den Europa-Kurs der Kanzlerin. Der Preis daf&uuml;r wird noch viel h&ouml;her sein, als wir heute ahnen.&laquo; Da schwante nat&uuml;rlich auch der Br&uuml;sseler EU-Kommission eine Gef&auml;hrdung der &raquo;Stabilit&auml;t der deutschen Staatsfinanzen&laquo;. Sie drohte eine R&uuml;ge wegen Vertragsverletzung an. (&hellip;)<br>\nAlbrecht M&uuml;ller hat vor kurzem auf den Nachdenkseiten aus einer schon &auml;lteren Rede von Bernd Raffelh&uuml;schen, einem der bekanntesten Lobbyisten der Versicherungswirtschaft, zitiert. In dieser Rede aus dem Jahr 2008, die an selbstgef&auml;lligem Zynismus schwer zu &uuml;berbieten ist, f&uuml;hrt besagter Raffelh&uuml;schen vor Versicherungsvertretern aus: &raquo;Die Rente ist sicher &ndash; sag&rsquo; ich Ihnen ganz unverbl&uuml;mt. (Gel&auml;chter unter den Versicherungsvertretern.) Die Rente ist sicher, nur hat kein Mensch mitgekriegt, da&szlig; wir aus der Rente schon l&auml;ngst eine Basisrente gemacht haben. Das ist alles schon passiert. Wir sind runtergegangen durch den Nachhaltigkeitsfaktor und durch die modifizierte Bruttolohnanpassung. Diese beiden Dinge sind schon l&auml;ngst gelaufen, ja, waren im Grunde genommen nichts anderes als die gr&ouml;&szlig;te Rentenk&uuml;rzung, die es in Deutschland jemals gegeben hat. (&hellip;) Aus dem Nachhaltigkeitsproblem der Rentenversicherung ist quasi ein Altersvorsorgeproblem der Bev&ouml;lkerung geworden. So, das m&uuml;ssen wir denen erz&auml;hlen! Also, ich lieber nicht, ich hab genug Drohbriefe gekriegt! Kein Bock mehr, irgendwie. Aber Sie m&uuml;ssen das, das ist Ihr Job!&laquo;<br>\nDamit diese von SPD, Gr&uuml;nen, CDU\/CSU und FDP verantwortete &raquo;gr&ouml;&szlig;te Rentenk&uuml;rzung, die es in Deutschland jemals gegeben hat&laquo;, aus dem kollektiven Ged&auml;chtnis verschwindet und die Verk&uuml;mmerung der gesetzlichen Rente zu einem Basisschutz in H&ouml;he des Hartz-IV-Niveaus mehr und mehr als Normalit&auml;t empfunden wird, reden die vereinigten Kampflobbyisten vom &raquo;gr&ouml;&szlig;ten Rentenpaket aller Zeiten&laquo;, von &raquo;Sozialromantik&laquo;, &raquo;Rentenparty&laquo; und all dem Zeug, von dem sie selbst sehr gut wissen, da&szlig; es vollkommener Unsinn ist.<br>\nUm zu verstehen, wie erfolgreich diese Kampagne tats&auml;chlich war, sei noch einmal ins Ged&auml;chtnis gerufen, was die SPD sogar noch nach der Wahl, auf ihrem Parteikonvent am 24. November, beschlossen hatte. Damals hie&szlig; es wenig zweideutig: Der &raquo;&hellip; Einstieg in die Erh&ouml;hung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre ist auszusetzen. Die Anhebung des Renteneintrittsalters ist erst dann m&ouml;glich, wenn die rentennahen Jahrg&auml;nge, also die 60 bis 64j&auml;hrigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, mindestens zu 50 Prozent sozialversicherungspflichtig besch&auml;ftigt sind&laquo;. Da diese Quote bei weitem nicht erreicht ist, bedeutet das eine klare Absage an die Rente erst ab 67.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/06-07\/054.php\">junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Arbeitsvolumen im ersten Quartal 2014 auf h&ouml;chstem Stand seit 22 Jahren<\/strong><br>\nErwerbst&auml;tige haben im ersten Quartal 2014 insgesamt 15 Milliarden Stunden gearbeitet. Das entspricht einem Plus von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, berichtet das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Gegen&uuml;ber dem vierten Quartal 2013 stieg das Arbeitsvolumen saison- und kalenderbereinigt um 1,4 Prozent. Ein h&ouml;heres Arbeitsvolumen verzeichnete das IAB zuletzt im dritten Quartal 1992 mit 15,3 Milliarden Stunden.<br>\n&bdquo;Der Arbeitsmarkt ist rasant in das Jahr gestartet. Die kr&auml;ftige Konjunktur hat den positiven Trend bei der Erwerbst&auml;tigkeit noch einmal verst&auml;rkt, und auch die Arbeitszeit hat deutlich zugelegt. Das Arbeitsvolumen ist damit das h&ouml;chste seit 22 Jahren&ldquo;, sagte Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs &bdquo;Prognosen und Strukturanalysen&rdquo;, am Dienstag in N&uuml;rnberg. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist die Zahl der Erwerbst&auml;tigen um 0,8 Prozent gestiegen. Die Arbeitszeit nahm pro Erwerbst&auml;tigem im ersten Quartal 2014 gegen&uuml;ber dem Vorjahresquartal um zwei Prozent zu.<br>\nDie tarifliche oder betriebs&uuml;bliche Wochenarbeitszeit bei Voll- und Teilzeitbesch&auml;ftigten lag bei gut 30 Stunden. Vollzeitbesch&auml;ftigte arbeiteten im Durchschnitt 38 Stunden, Teilzeitbesch&auml;ftigte 15 Stunden. Auf jeden Besch&auml;ftigten kamen im ersten Quartal 2014 im Durchschnitt 11,6 bezahlte &Uuml;berstunden.<br>\nDer Krankenstand lag im ersten Quartal 2014 bei 3,67 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahresquartals. &bdquo;Im ersten Quartal 2013 f&uuml;hrte die Grippewelle zu einem vergleichsweise hohen Wert, der sich nun wieder auf einem normalen Niveau eingependelt hat&ldquo;, erkl&auml;rte IAB-Forscher Weber.<br>\nNach ersten Sch&auml;tzungen ist die Zahl der Kurzarbeiter im ersten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahresquartal gesunken und lag bei rund 185.000 Personen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/informationsservice\/presse\/presseinformationen\/az1401.aspx\">IAB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist ja erfreulich, dass es mehr Arbeit gibt, aber es ist immer wieder &auml;rgerlich, dass das Forschungsinstitut der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit zu Propagandazwecken missbraucht wird. Um wieder einmal ein Erfolgsmeldung zu produzieren, werden nur die Zahlen miteinander verglichen, mit denen man einen statistischen Erfolg belegen kann.<\/em><br>\n<em>Es geht wieder einmal um L&uuml;gen mit Zahlen.<\/em><br>\n<em>Vergleicht man n&auml;mlich die lange Zeitreihe so zeigt sich, dass das Arbeitsvolumen der besch&auml;ftigten Arbeitnehmer (also der nicht selbstst&auml;ndigen Erwerbst&auml;tigen) seit 1991 von 51.768 Millionen Stunden auf  49.059 Millionen Stunden im Jahre im Jahre 2013 verringert hat. Das Arbeitsvolumen der Vollzeitbesch&auml;ftigten hat sich im gleichen Zeitraum von 47.635 Millionen Stunden auf 40.107 Millionen Stunden verringert, w&auml;hrend sich das Arbeitsvolumen der Besch&auml;ftigten in Teilzeit von 3.818 auf 8.228 Millionen Stunden erh&ouml;ht hat. Das hei&szlig;t in der Tendenz, dass sich das Arbeitsvolumen auf mehr K&ouml;pfe verteilt hat und vor allem die Teilzeitarbeit erheblich angestiegen ist. (Siehe die Exzell-Tabelle im Anhang  zur Meldung des IAB)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Kliniken rechnen falsch ab<\/strong><br>\nMehr als jede zweite Krankenhausrechnung ist nach Erhebungen der Krankenkassen fehlerhaft. Dadurch entsteht f&uuml;r die Versicherten ein Schaden von &uuml;ber zwei Milliarden Euro. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau ergaben Stichproben des Spitzenverbandes der Kassen, dass 2012 in knapp 53 Prozent aller gepr&uuml;ften Abrechnungen Behandlungen aufgef&uuml;hrt waren, die nicht in dem behaupteten Umfang oder sogar gar nicht erbracht wurden. Einen &auml;hnlich hohen Anteil von Falschabrechnungen ermittelte der Spitzenverband f&uuml;r das erste Halbjahr 2013. Damit liegt die Quote im dritten Jahr in Folge &uuml;ber 50 Prozent. Den Gesamtschaden rechneten die Kassen auf insgesamt 2,3 Milliarden Euro hoch. Oder anders ausgedr&uuml;ckt: W&uuml;rden die rund 2000 deutschen Krankenh&auml;user stets richtig abrechnen, k&ouml;nnte der Beitragssatz in der Krankenversicherung um 0,2 Punkte auf 15,3 Prozent sinken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/krankenhaus-rechnungen-kliniken-rechnen-falsch-ab,1472780,27390838.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da wird dann gleich von einer K&uuml;rzung des Beitragssatzes in der Krankenversicherung geschw&auml;rmt. Akzeptieren wir doch als Gesellschaft einmal, dass bessere Behandlungsm&ouml;glichkeiten mehr Geld kosten, dass die Menschen &auml;lter werden und Mehrkosten verursachen. Vor allem sollten die Verantwortlichen erkennen, dass die &Ouml;konomisierung des Gesundheitswesens zu Fehlanreizen f&uuml;hrt, wie z.B. zu einer enormen Arbeitsverdichtung der Pflege zulasten der Pflegekr&auml;fte und der Patienten, so dass heute, das, was fr&uuml;her als Notbesetzung galt, als Normalit&auml;t gilt. Wie auch die Einf&uuml;hrung von Fallpauschalen zu einer oft sch&auml;dlichen Erh&ouml;hung der Frequenz an Patienten im Krankenhaus und der &Uuml;bertreibung der Fallschwere verf&uuml;hrt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Griechenland &ndash; Millionen ohne Krankenversicherung<\/strong><br>\nGriechenland scheint gerettet &ndash; die Sparauflagen sind umgesetzt, der Haushalt wieder stabil. Doch das griechische Sozialsystem kollabiert: Millionen Griechen k&ouml;nnen sich keine Krankenversicherung mehr leisten, werden nicht behandelt, bekommen keine Medikamente. Die Gesundheit der Bev&ouml;lkerung steht auf dem Spiel. Gesundheitsminister &Agrave;donis Georgi&aacute;dis hat versprochen, noch in diesem Monat dieses Problem zumindest teilweise zu l&ouml;sen: So sollen bereits ab Juli alle Nichtversicherten Hilfe in Krankenh&auml;usern bekommen. Niemand soll k&uuml;nftig dort abgewiesen werden; und jeder soll die n&ouml;tigen Medikamente erhalten, auch wenn er sie nicht bezahlen kann. Wie die vielen anderen Griechen ohne Krankenversicherung hofft Konstantinos, dass die Regierung dieses Gesetz nun auch wirklich zum 1. Juli umsetzt und dass er dann seine Tabletten im staatlichen Krankenhaus bekommt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2014\/06\/05\/dlf_20140605_0924_78b858e6.mp3\">Deutschlandradio [Audio &ndash; mp3]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die schon rein organisatorische Unm&ouml;glichkeit des Vorhabens von Gesundheitsminister &Agrave;donis Georgi&aacute;dis erweist sich als reine Spruchblase, geschuldet dem Erfolg der oppositionellen Syriza bei der Europawahl. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>So umgehen Firmen Mindestlohn bei Praktikanten<\/strong><br>\nDer Mindestlohn f&uuml;r Praktikanten ist zwar noch gar nicht da. Doch schon jetzt suchen die ersten Unternehmen nach Wegen, diesen Kostentreiber zu umgehen. So f&uuml;hrt etwa die Kommunikationsagentur Weber Shandwick mit der Berliner Hochschule f&uuml;r Wirtschaft, Technik und Kultur (HWTK) Gespr&auml;che dar&uuml;ber, wie man als Alternative zu freiwilligen Praktika Studierenden die M&ouml;glichkeit geben k&ouml;nnte, bei Weber Shandwick Erfahrungen zu sammeln. &ldquo;Das ist eine Alternative, &uuml;ber die wir sprechen&rdquo;, sagt Marketingmanagerin Susann Kobs von Weber Shandwick in Berlin. Die Studierenden w&uuml;rden dann 20 Stunden die Woche an der Hochschule und 20 Stunden die Woche bei Weber Shandwick verbringen. Die Kommunikationsagentur geh&ouml;rt zu einer Branche mit hoher Praktikanten-Quote. An vier Standorten in Deutschland besch&auml;ftigt das Unternehmen neben 100 festen Mitarbeitern immer zwischen zehn und 15 Praktikanten. Sie bekommen monatlich 400 Euro. Die Praktika dauern zwischen drei und sechs Monaten. Wenn der Mindestlohn f&uuml;r Praktikanten so kommt, wie ihn Arbeitsministerin Andrea Nahles derzeit plant, m&uuml;sste Weber Shandwick den Praktikanten mehr als dreimal so viel zahlen. Das k&ouml;nne man sich nicht leisten, sagt Kobs. &ndash; &ldquo;Praktika von Studierenden sollten anders gehandhabt werden als Praktika von Hochschulabsolventen, bei denen eine Erwerbst&auml;tigkeit mit geringer Bezahlung vorliegt&rdquo;, sagt Alexander Spermann vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Gerade bei Studenten seien Perioden von drei oder vier Monaten &uuml;blich und &ldquo;bislang auch von den Betroffenen nicht als Problem, sondern als Gelegenheit zum Erwerb eines beruflichen Einblicks wahrgenommen worden&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article128827323\/So-umgehen-Firmen-Mindestlohn-bei-Praktikanten.html\">Die Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bedrohliche Entwicklung &ndash; Klimawandel und Wetterextreme vertreiben Menschen schon heute aus der Heimat<\/strong><br>\nIn Bonn sind Politiker und Beamte wieder einmal zu einer Folgekonferenz der gro&szlig;en UN-Klimagipfel zusammengekommen. Auf der Tagesordnung stehen auch die Bedrohungen f&uuml;r die Menschheit durch den Klimawandel und Gegenstrategien. Experten sagen, dass bereits jetzt die Folgen des Klimawandels Menschen aus ihrer Heimat vertreiben. Francois Gemenne, Politikwissenschaftler, lehrt an der Universit&auml;t von Versailles in Frankreich: &ldquo;Sie werden immer noch als ein Problem angesehen, das uns erst in der Zukunft erwartet. Dabei sind sie schon heute Realit&auml;t! &hellip; Jedes Jahr werden mehr als 30 Millionen Menschen allein durch Naturkatastrophen vertrieben. Bei Erdbeben oder Vulkanausbr&uuml;chen spielt die Klimaerw&auml;rmung nat&uuml;rlich keine Rolle. Aber in anderen F&auml;llen schon, etwa bei Taifunen oder Hurricanes. Sie w&uuml;rden auch so auftreten. Aber es ist klar, da&szlig; die Klimaerw&auml;rmung solche St&uuml;rme verst&auml;rken kann.&rdquo; So steht es auch in einem Jahresr&uuml;ckblick der Welt-Meteorologie-Organisation. Ihr Generalsekret&auml;r Michel Jarraud: &ldquo;Wir k&ouml;nnen zwar den Taifun nicht dem Klimawandel zuschreiben &ndash; den Anstieg des Meeresspiegels aber schon! Die Sch&auml;den durch Haiyan waren dadurch viel gr&ouml;&szlig;er, als sie es vor 50 oder 60 Jahren gewesen w&auml;ren. Denn der Meeresspiegel ist seither um &uuml;ber 35 Zentimeter gestiegen.&rdquo;<br>\nFrancois Gemenne nennt ein anderes Beispiel: Kenia. Schlagzeilen macht das Land in Ostafrika meist dann, wenn es zu politisch bedingten Verfolgungen und Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;men kommt. Tats&auml;chlich sind Vertreibungen durch Wetterextreme in dieser Region viel h&auml;ufiger. Die Zahl von Umweltfl&uuml;chtlingen in Kenia ist nach j&uuml;ngsten Sch&auml;tzungen mehr als dreimal so hoch wie die Zahl politischer Fl&uuml;chtlinge. &ldquo;Nehmen sie zum Beispiel das Fl&uuml;chtlingscamp Dadaab im Norden Kenias. Es ist das gr&ouml;&szlig;te auf der Welt. Dort leben viele Kriegsfl&uuml;chtlinge und Verfolgte. Aber auch immer mehr Menschen, die durch Hunger, D&uuml;rren und W&uuml;stenbildung aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Dort gibt es eine schleichende Zuwanderung infolge anhaltender D&uuml;rre.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2014\/06\/05\/dlf_20140605_1640_6ca0a5fa.mp3\">Deutschlandradio [Audio &ndash; mp3]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Schon heute ist Europa mit politisches Asyl suchenden Fl&uuml;chtlingen &uuml;berfordert. Dabei m&uuml;ssen wir uns darauf einstellen, den Begriff Fl&uuml;chtling neu zu definieren &ndash; so schwerwiegend die Auswirkungen auf unsere F&auml;higkeit sein werden, die Fremden in diesem Ausma&szlig; zu integrieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Neue Regierung im Kosovo &ndash; Wahlsieger muss in die Opposition<\/strong><br>\nDas Kosovo erh&auml;lt nur zwei Tagen nach der Parlamentswahl eine neue, nationalistisch ausgerichtete Regierung. Die bisherigen Oppositionsparteien LDK und AAK sowie die neu gegr&uuml;ndete Bewegung Nisma einigten sich am Dienstag in Pristina nach eigenen Angaben auf eine Koalition und sorgten damit f&uuml;r ein politisches Erdbeben.<br>\nDer ehemalige Rebellenf&uuml;hrer Ramush Haradinaj (45), der 2004\/2005 f&uuml;r kurze Zeit Regierungschef war, wird neuer Ministerpr&auml;sident. Der seit 2008 amtierende Regierungschef Hashim Thaci, der die Wahl gewonnen hatte, muss in die Opposition wechseln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Neue-Regierung-im-Kosovo\/!140111\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Der neue Regierungschef Ramush Haradinaj wurde im April 2008 vom Internationalen Strafgerichtshof in einem Verfahren mit 37 Anklagepunkten wegen Kriegsverbrechen aus Mangel an Beweisen entlassen; 9 von 10 Schl&uuml;sselzeugen waren tot und der letzte Zeuge verweigerte verst&auml;ndlicherweise die Aussage. &Uuml;ber ihn und den im Artikel ebenfalls genannten alten Regierungschef und &bdquo;Wahlsieger&ldquo; <a href=\"http:\/\/www.weltwoche.ch\/ausgaben\/2005-43\/artikel-2005-43-rechtsstaat-lieb.html\">Hashim Thaci schrieb<\/a> der BND im Jahre 2005: <\/em><\/p>\n<blockquote><p><em>&bdquo;&Uuml;ber die Key-Player (wie z. B. Haliti, Thaci, Haradinaj) bestehen engste Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und international operierenden OK-Strukturen im Kosovo. Die dahinter stehenden kriminellen Netzwerke f&ouml;rdern dort die politische Instabilit&auml;t. Sie haben kein Interesse am Aufbau einer funktionierenden staatlichen Ordnung, durch die ihre florierenden Gesch&auml;fte beeintr&auml;chtigt werden k&ouml;nnen. Deshalb streben massgebliche Akteure der OK auf dem Balkan entweder in hohe Regierungs- oder Partei&auml;mter und\/oder pflegen gute Beziehungen zu diesen Kreisen.&ldquo;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em>dazu aus meinem im Jahre 2008 ver&ouml;ffentlichten Artikel &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/293\/totgeburt-eines-staates\">Totgeburt eines Staates<\/a>&ldquo;:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\n<em>&bdquo;[&hellip;] Ramush Haradinaj ist das, was man weitl&auml;ufig als Mafia-Paten bezeichnen w&uuml;rde. Sein Clan befasst sich mit dem gesamten Spektrum krimineller, politischer und milit&auml;rischer Aktivit&auml;ten, die die Sicherheitsverh&auml;ltnisse im gesamten Kosovo erheblich beeinflussen. Laut der Kfor hat Haradinaj &bdquo;die Verteilung humanit&auml;rer Hilfsg&uuml;ter kontrolliert und als Machtinstrument missbraucht&ldquo;. Seit 1998 organisierte er die milit&auml;rischen Operationen der U&Ccedil;K. [&hellip;]<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Hashim Tha&ccedil;i tr&auml;gt den Spitznamen &bdquo;die Schlange&ldquo;. In den 90er Jahren verdingte er sich als Waffen- und Drogenschmuggler zwischen der Schweiz und dem Kosovo. Er war einer der Gr&uuml;nder der U&Ccedil;K und sp&auml;ter ihr politischer Anf&uuml;hrer. W&auml;hrend seiner Zeit als U&Ccedil;K-F&uuml;hrer baute Tha&ccedil;i einen &ldquo;Sicherheitsdienst&rdquo; auf, der im gesamten Kosovo als aktives kriminelles Netzwerk operierte. 1999, trat er als Delegationsleiter der kosovo-albanischen Seite bei den serbisch-albanischen Friedensverhandlungen von Rambouillet auf. 2000 wurde laut einer Meldung der jugoslawischen Nachrichtenagentur Tanjug auf Anweisung von US-Aussenministerin Albright das Verfahren gegen ihn in Den Haag eingestellt. Tha&ccedil;i gilt als Verbindungsglied von organisierter Kriminalit&auml;t und Politik &ndash; er kontrolliert einen bedeutenden Teil der kriminellen Aktivit&auml;ten im Kosovo.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Es ist erschreckend, wieder einmal festzustellen, wof&uuml;r die NATO einen v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieg gef&uuml;hrt hat. Ebenso erschreckend ist jedoch, dass die Vita der kosovarischen Politmafia den deutschen Medien nach wie vor kein einziges kritisches Wort wert ist. Man stelle sich nur vor, die Staatsf&uuml;hrung einer mit Russland verb&uuml;ndeten Entit&auml;t, die sich unter v&ouml;lkerrechtswidrigen Begleitumst&auml;nden selbst zum Staat erkl&auml;rt hat, h&auml;tte eine auch nur vergleichsweise fragw&uuml;rdige Vita &hellip; die Medien w&uuml;rden Zeter und Mordio schreien &ndash; und dies nicht einmal zu Unrecht. Doch warum schweigt man dann zum Kosovo?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Brasilien rund um die FIFA Weltmeisterschaft 2014<\/strong><br>\nSonderseite von LabourNet zur WM: Brasilien rund um die  FIFA Weltmeisterschaft 2014<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/category\/internationales\/brasilien\/wm2014-brasilien\/\">LabourNet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>50 Jahre PLO: Metamorphosen einer Befreiungsbewegung<\/strong><br>\nDie Pal&auml;stinensische Freiheitsbewegung PLO spielt eine zentrale Rolle im Nahost-Konflikt. Immer wieder versuchte sie sich als gem&auml;&szlig;igtes Gegen&uuml;ber mit Israel zu verst&auml;ndigen. Vor 50 Jahren wurde sie gegr&uuml;ndet.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2014\/06\/01\/dlf_20140601_1840_80221a4f.mp3\">Deutschlandradio [Audio &ndash; mp3]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/50-jahre-plo-metamorphosen-einer-befreiungsbewegung.724.de.html?dram:article_id=287950\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein kurzer, informativer, historischer Abriss. Allerdings wird viel nicht nur davon abh&auml;ngen, dass die Auss&ouml;hnung  zwischen Hamas und PLO h&auml;lt, sondern ebenso wichtig ist, dass Israel diese als Chance sieht. Zurzeit sieht es leider nicht danach aus. Israel boykottiert das Konsenskabinett, das aus parteilosen Fachministern besteht, und will die Pal&auml;stinenser mit 1.500 Siedlerneubauten in den besetzten Gebieten f&uuml;r das Abkommen bestrafen. Es ist nahezu unbegreiflich, wie israelische Regierung es geradezu traumwandlerisch sicher immer wieder schafft, sich ins Unrecht zu setzen. Die Worte von Papst Franziskus verhallen ungeh&ouml;rt. Es sei &ldquo;viel mehr Mut f&uuml;r den Frieden n&ouml;tig als f&uuml;r den Krieg, es braucht Mut, um ja zu Verhandlungen und nein zu Feindseligkeiten zu sagen, ja zum Respekt der Abkommen und nein zu Provokationen, ja zur Aufrichtigkeit und nein zur Doppelz&uuml;ngigkeit.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Schmarotzen auf Deutsch<\/strong><br>\nDie Europawahl hat es gezeigt: Politiker in Deutschland versuchen mit Stichworten wie &ldquo;Armutsmigration&rdquo; oder &ldquo;Sozialmissbrauch&rdquo; zu punkten. &ldquo;Wer betr&uuml;gt, der fliegt&rdquo;, hatte die CSU griffig formuliert. Gemeint waren vor allem Arbeitsmigranten aus osteurop&auml;ischen Staaten. Kurz vor der Europawahl entschied Angela Merkel, ebenfalls diese Karte zu ziehen. Europa, so die Kanzlerin in einem Zeitungsinterview, sei keine Sozialunion und man wolle kein Hartz IV f&uuml;r EU-B&uuml;rger zahlen, die sich allein zum Zwecke der Arbeitssuche in Deutschland aufhalten. Sozialmissbrauch, so wird insinuiert, findet auf Seiten der Wanderarbeiter statt. Mit der Realit&auml;t hat diese Sicht auf die Dinge allerdings wenig zu tun. Es gibt noch eine andere Art, wie die Sache mit dem Sozialmissbrauch zu sehen ist. Die nimmt jene Unternehmen in den Blick, die durch sozialen Missbrauch an Wanderarbeitern Profit machen; Unternehmen, die in Deutschland ans&auml;ssig sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/wysijap\/subscriptions?email_id=146&amp;user_id=9&amp;urlencoded=aHR0cDovL3d3dy5hbm5vdGF6aW9uaS5kZS9wb3N0LzEzOTY%3D&amp;controller=stats&amp;action=analyse&amp;wysija-page=1&amp;wysijap=subscriptions\">annotazioni<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Merkels letzte Chance<\/strong><br>\nMit Matteo Renzi hat die deutsche Politik einen Ansprechpartner, um die Verh&auml;ltnisse in der EU zu ordnen. Die Gefahr eines unaufhaltsamen Vormarschs der Euroskeptiker von M5S ist vorerst abgewendet, und vorerst verf&uuml;gt Italien &uuml;ber eine ganz neue, seit Jahren ungekannte politische Stabilit&auml;t, dazu noch unter F&uuml;hrung eines Politikers, der immer die Treue seines Landes zu den europ&auml;ischen Vertr&auml;gen betont. Doch die gute k&ouml;nnte sich schnell als schlechte Nachricht f&uuml;r die Kanzlerin entpuppen. Der 39-j&auml;hrige Florentiner verdankte seinen Blitzaufstieg in der italienischen Politik vor allem der Tatsache, dass er Italien eine neue Melodie versprach, die Melodie der Wende, raus aus dem Stillstand, raus aus den eingefahrenen Gleisen, stattdessen Aufbruch und Aufschwung. Zugleich aber versprach Renzi seinen W&auml;hlern zu Hause, ebendieses St&uuml;ck auch in der EU zur Auff&uuml;hrung zu bringen &ndash; und auch Europa eine neue Melodie zu verordnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F06%2F07%2Fa0182&amp;cHash=d80f44c109e2beb33a7c1a77e12e3cc5\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Allerdings erinnert Michael Braun nicht ohne Grund an Fran&ccedil;ois Hollande.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Universit&auml;tsabsolventen sind in Italien eine Rarit&auml;t.<\/strong><br>\nHochschulpolitik wird in jedem Land anders gehandhabt. Es gibt Staaten, die traditionell scharf selektieren, damit nur die Besten an die Universit&auml;ten gelangen, wie die Schweiz. Und solche, die m&ouml;glichst vielen den Zugang zur Uni zu erm&ouml;glichen versuchen, beispielsweise Schweden. Und dann gibt es diejenigen, die ebenfalls eine m&ouml;glichst breite Hochschulfrequenz in der Bev&ouml;lkerung anstreben, aber genau das Gegenteil erreichen. Dazu z&auml;hlt Italien. Das Land macht sich mit Recht Sorgen &uuml;ber den Verschleiss an Humankapital, der seit mehreren Jahren zu beobachten ist: hohe Jugendarbeitslosigkeit, fehlende Stellen, eine einseitige Verarmung junger Haushalte und ein starker Brain Drain ins Ausland. Das Thema ist in aller Munde. Ebenso die Notenbank, Banca d&rsquo;Italia, in ihrem am Freitag vorgelegten Jahresbericht. Dort hat sie den unten aufgef&uuml;hrten Vergleich der Zahl der Hochschulabg&auml;nger in den einzelnen EU-Staaten ver&ouml;ffentlicht. Das Ergebnis ist so schlecht wie bef&uuml;rchtet. Italien hat den geringsten Anteil an Hochschulabsolventen in der EU. Unter den 30- bis 34-J&auml;hrigen des Landes besitzen nur 22,4% ein entsprechendes Diplom. In der EU sind es durchschnittlich 36,8%. Die Lage hat sich seit dem Anfang des Jahrtausends zwar verbessert: Im Jahr 2000 betrug die Quote nur 11%. Aber die Regierung f&uuml;hrte 2011 eine umfassende Bildungsreform durch und setzte sich zum Ziel, den Anteil mindestens auf 26% zu hieven. Das ist ihr nicht gelungen, konstatierten die nationalen Notenbanker am Freitag n&uuml;chtern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fuw.ch\/article\/der-chart-des-tages-311\/\">FuW<\/a>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140611_01.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bancaditalia.it\/pubblicazioni\/relann\/rel13\/rel13it\/rel_2013.pdf\">Banca d&rsquo;Italia, S. 129 [PDF &ndash; 4,6 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Trigger-Warnungen an Amerikas Universit&auml;ten: Gefahr im Verzug<\/strong><br>\nWer in den USA wohnt, lebt mit vielen Warnungen, schon die Gebrauchsanweisungen lassen ahnen, was in diesem Lande so alles geschieht.  Nun hat der Kinderschutz auch den literarischen Kanon ereilt &ndash; und zwar an Amerikas angesehensten Universit&auml;ten. Studenten an der University of California in Santa Barbara, der Rutgers University, der University of Michigan, der George Washington University u. a. m. verlangen, dass literarische Werke k&uuml;nftig mit &laquo;trigger warnings&raquo; (TW) genannten Warnhinweisen versehen werden. Das angesehene Oberlin College in Ohio, das sich r&uuml;hmen darf, Vorreiter der Koedukation und der Aufnahme afroamerikanischer Studenten zu sein, hat bereits ein offizielles Regelwerk ans Lehrpersonal ausgegeben: &laquo;Be aware of racism, classism, sexism, heterosexism and other issues of privilege and oppression.&raquo; Die Professoren sind angehalten, s&auml;mtliches Material, das bei einschl&auml;gig Traumatisierten b&ouml;se Erinnerungen wachrufen k&ouml;nnte, zu vermeiden oder zu eliminieren &ndash; sofern es nicht direkt zum Lernziel beitr&auml;gt. Andernfalls soll die Teilnahme an den betreffenden Lektionen freigestellt werden. Als Beispiel f&uuml;r eine m&ouml;gliche Traumatisierung firmieren Werke wie &laquo;Things Fall Apart&raquo; von Chinua Achebe, ein Meilenstein der afrikanischen Literatur, den der Oberlin-Leitfaden aufgrund der Darstellung von &laquo;Rassismus, Kolonialismus, religi&ouml;s motivierter Verfolgung, Gewalt, Suizid und anderem&raquo; f&uuml;r gef&auml;hrlich h&auml;lt. Selbst B&uuml;cher, die gemeinhin schon in der Schule behandelt werden, stehen auf dem Gefahren-Index, darunter ein Roman &uuml;ber die Ausw&uuml;chse des amerikanischen Traums, man k&ouml;nnte auch sagen: des Raubtier-Kapitalismus, &laquo;The Great Gatsby&raquo; von F. Scott Fitzgerald. Die vorgeschlagene Trigger-Warnung: &laquo;Suizid, h&auml;usliche Gewalt und unverh&uuml;llte Gewaltdarstellungen&raquo;. Wie w&auml;re es zudem mit einer Warnung an alle Opfer der letzten Finanzkrise? &laquo;Vorsicht, kriminelle Spekulation!&raquo; Virginia Woolfs &laquo;Mrs. Dalloway&raquo; (Selbstmord), Shakespeares &laquo;The Merchant of Venice&raquo; (Antisemitismus), Nabokovs &laquo;Lolita&raquo; (P&auml;dophilie) &ndash; eigentlich m&uuml;sste der ganze Kanon, bei Homer angefangen, aufgef&uuml;hrt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/aktuell\/feuilleton\/uebersicht\/gefahr-im-verzug-1.18314199\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wahnsinn! Sehr sch&ouml;n der Hinweis auf eine Trigger-Warnung von Mark Twain selbst zu &ldquo;Huckleberry Finn&rdquo;: &ldquo;Personen, die versuchen, ein Motiv in dieser Erz&auml;hlung zu finden, werden gerichtlich verfolgt; Personen, die versuchen, eine Moral darin zu finden, werden verbannt; Personen, die versuchen, eine Fabel darin zu finden, werden erschossen.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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