{"id":2212,"date":"2007-03-28T08:41:21","date_gmt":"2007-03-28T07:41:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2212"},"modified":"2016-01-10T11:19:47","modified_gmt":"2016-01-10T10:19:47","slug":"bush-und-die-psychologie-der-inkompetenten-entscheidungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2212","title":{"rendered":"\u201eBush und die Psychologie der inkompetenten Entscheidungen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Das ist ein ins Deutsche &uuml;bersetzter Artikel zur &ndash; grob gesagt &ndash; Psyche von Georg W. Bush. Die Autoren, John P. Briggs und J.P. Briggs II, beschr&auml;nken sich nicht (wie es so oft geschieht) darauf, zu verk&uuml;nden, dass der Pr&auml;sident ein Depp ist, sondern versuchen eine Analyse, die wirklich bedenkenswert ist, weil sie vor allem die pers&ouml;nliche Tragik und die gef&auml;hrlichen Konsequenzen auslotet.<br>\nSean Nowak hat den Artikel ins Deutsche &uuml;bersetzt. Sie finden ihn in der Rubrik &ldquo;Andere interessante Beitr&auml;ge&rdquo;. Sean Nowak und den Autoren ein herzliches Dankesch&ouml;n der NachDenkSeiten. &Uuml;brigens w&auml;ren unsere Seiten bei weitem nicht so interessant, wenn die NachDenkSeiten nicht so viele Freunde h&auml;tten, die interessante Hinweise und Texte liefern.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Bush und die Psychologie der inkompetenten Entscheidungen<\/strong><br>\nvon John P. Briggs M. D. und J. P. Briggs II Ph. D.<\/p><p>Dieser Artikel wurde am 18. Januar 2007 bei truthout unter dem Titel &ldquo;Bush and the Psychology of Incompetent Decisions&rdquo; ver&ouml;ffentlicht.<br>\n&Uuml;bersetzung: Sean Nowak.<br>\nOriginalartikel: <a href=\"http:\/\/www.truthout.org\/docs_2006\/011807J.shtml\">truthout.org<\/a><\/p><p>Der Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten von Amerika, George W. Bush, br&uuml;stet sich damit, was er f&uuml;r schwere Entscheidungen treffe. Viele Menschen empfinden aber an Bush und seinen Entscheidungen etwas ernsthaft Verst&ouml;rendes, sie empfinden, dass da etwas psychologisch nicht im Gleichgewicht ist. Und das zu Recht.<\/p><p>Durch eine psychische Strudeldynamik, die von tief sitzenden Unzul&auml;nglichkeitsgef&uuml;hlen ausgeht, entscheidet Bush zunehmend in inkompetenter und gef&auml;hrlicher Weise. Durch diese Dynamik sind seine psychischen Eins&auml;tze in schwindelnde H&ouml;hen gestiegen. Die W&ouml;rter &ldquo;Erfolg&rdquo; und &ldquo;Misserfolg&rdquo; haben wie Metaphern f&uuml;r sein psychisches &Uuml;berleben von seiner Sprache Besitz ergriffen.<br>\nDie strudelnde Dynamik liegt &ldquo;offen versteckt&rdquo; in seiner Lebensgeschichte. Von seiner Kindheit an bis zu seiner religi&ouml;sen Erweckung in seinen fr&uuml;hen 40ern, hatte Bush hinl&auml;ngliche Veranlassung, sich als Versager zu f&uuml;hlen. Wie er sich &uuml;ber die Jahre hinweg geradezu obsessiv bem&uuml;ht hat, seinem Vater zu gleichen, von ihm anerkannt zu werden oder aber seinem Einfluss zu entkommen, ist umfassend dokumentiert.<\/p><p>Seine Biographie ist von Zeichen des inneren Kampfs in &Auml;u&szlig;erungen und Verhaltensweisen gepr&auml;gt. Als Gouverneur von Texas verk&uuml;ndete Bush im Wahlkampf f&uuml;r die zweite Amtszeit in einem ausgelassenen Moment einem Journalisten gegen&uuml;ber, es sei kaum zu glauben, aber er habe keine Zeit, sich &uuml;ber sein Verh&auml;ltnis zu seinem Vater Gedanken zu machen. Vielleicht sei er daf&uuml;r zu selbstbewusst. Er habe keine Ahnung, was die Analytiker dazu sagen werden, aber er mache sich keine Gedanken dar&uuml;ber. Wirklich nicht. &ldquo;I&rsquo;m a free guy.&rdquo;<\/p><p>Ein Analytiker w&uuml;rde anmerken, dass diese &Auml;u&szlig;erung deutlich macht, dass ihn das Thema nicht wenig besch&auml;ftigt hat.<br>\nBei den Versuchen, sich seinem Vater gegen&uuml;ber zu beweisen und von ihm anerkannt zu werden, konnte Bush nat&uuml;rlich nicht von negativen Gef&uuml;hlen frei bleiben. Die widerspr&uuml;chliche Mischung zeigt sich im Zwang, wie der Vater Krieg gegen den Irak zu f&uuml;hren, aber nicht den Fehler, den der Vater, wie manche meinen, gemacht hat, zu wiederholen, n&auml;mlich Saddam Hussein entkommen zu lassen. So lie&szlig; sich der Vater zugleich nachahmen, dem&uuml;tigen, und rehabilitieren. Aber Bush hat ein noch sehr viel bedrohlicheres Problem als die Auseinandersetzung mit dem Vater &ndash; es geht f&uuml;r ihn um die Frage seiner eigenen menschlichen Kompetenz, Zul&auml;nglichkeit und Autonomie.<\/p><p>Wiederholt ist diese Frage an der Oberfl&auml;che sichtbar geworden, und viele von uns haben uns mit ihm in ihrer Verleugnung verb&uuml;ndet.<\/p><ul>\n<li>Am 11. September 2001 haben wir gesehen (und ausgeblendet), wie er nach der Mitteilung vom Anschlag auf die World-Trade-Center-T&uuml;rme mitten in einer Menge von Schulkindern wie bet&auml;ubt sieben Minuten dasa&szlig;, um dann f&uuml;r den Rest des Tages v&ouml;llig aus der &Ouml;ffentlichkeit zu verschwinden. Viel besser in Erinnerung geblieben ist das inszenierte Bild des starken F&uuml;hrers, der drei Tage nach dem Angriff in New York kriegerische Spr&uuml;che von sich gibt.<\/li>\n<li>2004 haben wir die Unsicherheit des Pr&auml;sidenten gesehen und verdr&auml;ngt, als er sich weigerte, allein vor den Untersuchungsausschuss zu den Anschl&auml;gen vom 11. September 2001 zu treten, und sich der Unterst&uuml;tzung durch den Vizepr&auml;sidenten Cheney bediente.<\/li>\n<li>2003 haben wir das Beklemmende an der Flugzeugtr&auml;geraktion mit dem Motto &ldquo;Mission Accomplished&rdquo; gesehen und ausgeblendet, bei der sich einer, der sich aus dem Krieg seiner Generation herauslaviert und sich im Dienst bei der Texas Air National Guard kein Bein ausgerissen hatte, als Top Gun verkleidet hatte und so tat, als w&auml;re er ein Kampfflieger wie sein Vater.<\/li>\n<li>Auf die Frage eines Journalisten, ob er einr&auml;umen w&uuml;rde, Fehler gemacht zu haben, antwortete Bush sinngem&auml;&szlig;, er wolle nicht den Eindruck erwecken, sagen zu wollen, keine Fehler gemacht zu haben, aber auf Anhieb falle ihm keiner ein: &ldquo;I hope I don&rsquo;t want to sound like I&rsquo;ve made no mistakes. I&rsquo;m confident I have. I just haven&rsquo;t &ndash; you just put me under the spot here, and maybe I&rsquo;m not quick &ndash; as quick on my feet as I should be in coming up with one.&rdquo; Aus der Formulierung sprach deutlich genug, aber doch kaum geh&ouml;rt, ein Eingest&auml;ndnis seiner Unzul&auml;nglichkeitsgef&uuml;hle und zugleich eine arrogante Leugnung eben dieser Gef&uuml;hle.<\/li>\n<li>Anfang 2006, als sein Vater hinter den Kulissen an der Abl&ouml;sung von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld mitarbeitete und der Sohn erkl&auml;rte, &ldquo;I&rsquo;m the decider and I decide what&rsquo;s best&rdquo; &ndash; und als er mit geballter Faust auf die Frage nach dem Einfluss seines Vaters antwortete, &ldquo;I&rsquo;m the Commander in Chief&rdquo; &ndash; da bekamen wir einen gewissen Einblick.<\/li>\n<\/ul><p>Um seine Unzul&auml;nglichkeits- und Unf&auml;higkeitsgef&uuml;hle zu verbergen und sich vor ihnen zu sch&uuml;tzen, hat Bush eine Reihe psychologischer Schutzmechanismen entwickelt. In seiner Schulzeit spielte er den Clown. (Sein Verm&ouml;gen, &uuml;ber seine eigenen sprachlichen Ausrutscher zu witzeln, stellt eine liebenswerte Anpassung dieser Taktik an das gesellschaftliche Leben dar.) Bush hat viel Alkohol konsumiert, das klassische Mittel, um Unzul&auml;nglichkeitsgef&uuml;hle zu bet&auml;uben, weil es dem Trinker ein Gef&uuml;hl von &Uuml;berlegenheit verleiht. Bush hat zwar aufgeh&ouml;rt zu trinken, aber einige Beobachter bemerken an ihm Kennzeichen des Dry-drunk-Syndroms, bei dem der Betroffene psychische Eigenschaften des Alkoholikers bewahrt. Inzwischen hat Bush sich weitere potente Mechanismen zugelegt, um sich gegen Gef&uuml;hle des Ungen&uuml;gens zu sch&uuml;tzen.<\/p><p><strong>Fr&ouml;mmigkeit<\/strong><\/p><p>Bush hat es mit Bedacht bekannt werden lassen, dass er glaubt, dass seine Entscheidungen im Amt von Gott gelenkt sind. Indem er notorisch seine Entscheidungen dem Bauch zuschreibt (dem Journalisten Robert Woodward sagte er: &ldquo;I&rsquo;m a gut player&rdquo;) und zugleich beansprucht, durch eigene Gebete und auch durch Gebete anderer spirituelle Inspiration zu erlangen, setzt er seine eigenen Beschl&uuml;sse mit Gottes Willen in eins. Das hat, was immer man sonst dar&uuml;ber denken mag, einmalige Vorteile; es sch&uuml;tzt perfekt gegen jegliche Zweifel an seiner Entscheidungskompetenz, die ihn selbst oder sonst jemanden beschleichen k&ouml;nnten. Analysen aufzustellen er&uuml;brigt sich damit ebenso wie die Vorstufe dazu, das Bedenken von Alternativen. Er hat sein Bauchgef&uuml;hl, er hat seinen Gott.<\/p><p>Als &ldquo;wiedergeborener Christ&rdquo; kann Bush auch alle fr&uuml;heren Misserfolge f&uuml;r mit der Vergangenheit abgelegt erkl&auml;ren: sein schwaches Abschneiden an der Universit&auml;t, das Trinken, die gesch&auml;ftlichen Fehlschl&auml;ge. Er ist neu geschaffen, jetzt nicht mehr inkompetent, sondern vielmehr wegen seines Glaubens in h&ouml;chstem Ma&szlig;e kompetent.<\/p><p>Auf die Frage Woodwards, ob er seinen Vater vor dem Irakfeldzug um Rat gebeten habe, antwortete Bush, sein Vater w&auml;re in diesem Fall die falsche Adresse. Es gebe einen h&ouml;heren Vater, bei dem er Rat suche. Wie herrlich muss doch die Wirkung solcher Beratung bei der Aufl&ouml;sung des oben beschriebenen inneren F&auml;higkeitskonflikts sein.<\/p><p><strong>Tyrannisches Verhalten<\/strong><\/p><p>Bushs Mutter, Barbara, die als sarkastisch, gemein, streng und nie um eine &auml;tzende Erwiderung verlegen beschrieben wird, hat ihm wahrscheinlich bei der Taktik des tyrannischen Verhaltens als Vorbild gedient, derer er sich vielfach bedient, um sich vor Unzul&auml;nglichkeitsgef&uuml;hlen zu sch&uuml;tzen.<\/p><p>Dass Tyrannisierer unsicher sind, ist bekannt und ziemlich offensichtlich. Tyrannisierer kaschieren Unsicherheit mit Get&ouml;se und Einsch&uuml;chterungsgehabe, um Gef&uuml;hle der Schw&auml;che vor anderen zu verbergen.<\/p><p>Au&szlig;erhalb der USA wird Bush weithin als Tyrannisierer wahrgenommen. &ldquo;You&rsquo;re either with us or against us.&rdquo; In diesem Satz ist das tyrannische Drohmuster f&uuml;r jeden erkennbar. Ein weiteres Beispiel ist die Bush-Doktrin des Pr&auml;emptivschlags.<br>\nGegen&uuml;ber den Menschen in seiner engeren Umgebung verh&auml;lt sich Bush als ein emotionaler Tyrannisierer (&ldquo;emotional bully&rdquo;), der auf andere durch Sarkasmus, Sticheleien, Spott, H&auml;nseln, Drohungen, Ignorieren, L&uuml;gen oder dadurch Kontrolle aus&uuml;bt, dass er sie provoziert und dann zum Nachgeben zwingt. In Berichten aus dem Umfeld des Pr&auml;sidenten wird ihm diese Art von Verhalten zugeschrieben. Er ist f&uuml;r seine herablassenden Bemerkungen bekannt. Seine Gewohnheit, jedem einen Spitznamen zu geben, hat auch eine bully-Note. Menschen Namen zu verpassen, ist auch eine Form von Kontrollma&szlig;nahme.<\/p><p>In einem 2000 von Gail Sheehy verfassten Bericht, an den k&uuml;rzlich Maureen Dowd, Kolumnistin der New York Times erinnerte, erhaschen wir einen Blick darauf, wie Bushs st&auml;ndige Versagensangst (seine absolute Weigerung, Misserfolg als eine Option anzuerkennen) und die Taktik des Tyrannisierens Hand in Hand gehen. Sheehy interviewte Freunde aus seiner Teenager- und College-Zeit, die berichteten, wie er beim Basketball- oder Tennisspiel darauf bestanden habe, Punkte f&uuml;r ung&uuml;ltig zu erkl&auml;ren, weil er nicht bereit gewesen sei, und wie er Gegner, die gewonnen hatten, gen&ouml;tigt habe, mit dem Spiel solange fortzufahren, bis er gewonnen hatte. An der Universit&auml;t habe er seine Kommilitonen bei Examensvorbereitungen gest&ouml;rt (und manchem sogar beim Durchfallen geholfen), um sich mit ihnen in einem sehr popul&auml;ren Brettspiel, &ldquo;The Game of Global Domination,&rdquo; zu messen, bei dem er den Ruf hatte, der Spieler zu sein, der am riskantesten und aggressivsten spielte.<\/p><p>Es ist wahrscheinlich, dass die Spekulationen, in denen Bush als eine von Vizepr&auml;sident Cheney, Donald Rumsfeld und Condoleezza Rice dirigierte Marionette dargestellt wird, der Realit&auml;t um 180 (oder zumindest um 160) Grad entgegengesetzt sind. Bush ist der Pr&auml;sident; er bekommt, was er will, und das wissen sie auch. Vielleicht haben sie gelernt, seinen &ldquo;Bauch&rdquo; zu kanalisieren und ihm den passenden politischen Rat zu geben. Vielleicht stellen sie sich sogar vor, dass sie ihn steuern, ohne wahrzunehmen, dass sie eigentlich von ihm tyrannisiert werden &ndash; &auml;hnlich Geiseln, die anfangen, sich mit ihrem Geiselnehmer zu identifizieren und ihn sogar verteidigen (&ldquo;Stockholm-Syndrom&rdquo;). &Auml;hnliche Erscheinungen lassen sich auch in Familien mit Gewaltproblemen und in Banden beobachten.<\/p><p>Der Journalist Ron Suskind bemerkt bei der kleinen Gruppe, die den Pr&auml;sidenten umgibt, eine Geringsch&auml;tzung gegen&uuml;ber Nachdenklichkeit und Bed&auml;chtigkeit, eine Entschlossenheit aus Prinzip und eine manchmal rabiate Ungeduld gegen&uuml;ber Menschen, die Zweifel &auml;u&szlig;ern oder auch nur freundliche Fragen stellen.<\/p><p>Biographischen Berichten entnehmen wir, dass seine Eltern Bush beigebracht haben, seine inneren Gef&uuml;hle f&uuml;r sich zu behalten. Wie der Psychiater Justin A. Frank in Bush on the Couch bemerkt, resultiert daraus eine Gleichg&uuml;ltigkeit gegen&uuml;ber den Schmerzen anderer als Selbstschutz. Das Projizieren eigenen Schmerzes auf andere ist ein weiterer Aspekt der Taktik des tyrannischen Verhaltens. Bushs bemerkenswerter Eifer f&uuml;r den Einsatz von Foltermethoden gegen Terrorverd&auml;chtige und die triumphierenden Auftritte bei Hinrichtungen w&auml;hrend seiner Amtszeit als Gouverneur von Texas sind Ausdruck seines Mangels an Mitgef&uuml;hl, woran auch seine k&uuml;rzlich vorgetragenen Skrupel &uuml;ber die Art der Hinrichtung Saddam Husseins wenig &auml;ndern.<\/p><p><strong>Gespaltenheit und Widerspr&uuml;chlichkeit<\/strong><\/p><p>F&uuml;r alle Menschen bedeutet das Dasein in der Realit&auml;t die Herausforderung, Widerspr&uuml;che in sich selbst zu vers&ouml;hnen und ihren Weg durch die vielen oft konkurrierenden Entscheidungsf&auml;lle des Lebens zu gehen. Der Tyrannisierer polarisiert die nat&uuml;rliche Ambivalenz (den inneren Widerspruch), die jeder im Hinblick auf die eigene St&auml;rke oder Schw&auml;che, Sicherheit oder Verletzbarkeit empfindet. Menschen, die das dauernde Gef&uuml;hl von Unverwundbarkeit und vollst&auml;ndiger Zul&auml;nglichkeit n&ouml;tig haben oder sich immer hilflos und unzul&auml;nglich f&uuml;hlen, haben diese Emotionen polarisiert und f&uuml;hren ein deformiertes Leben. Bei Bush scheint die innere Polarisierung ein besorgniserregendes Ausma&szlig; &ndash; und weite Beachtung &ndash; erreicht zu haben. Beobachter haben Polarit&auml;ten des Pr&auml;sidenten in Listen zusammengestellt. Zum Beispiel ist der selbsternannte Integrierer ein unerbittlicher Spalter; &ldquo;saying one thing and doing another&rdquo; ist laut Jim Jeffords, Senator aus Vermont, seine Gewohnheit. Die Liste ist lang und wird immer l&auml;nger. Auch die Gegens&auml;tze in seinen ber&uuml;hmten Bushismen sind hier einschl&auml;gig, etwa in diesen:<\/p><blockquote><p>There is no doubt in my mind that we should allow the world&rsquo;s worst leaders to hold America hostage, to threaten our peace, to threaten our friends and allies with the world&rsquo;s worst weapons. (Es besteht f&uuml;r mich kein Zweifel daran, dass wir den schlimmsten politischen F&uuml;hrern der Welt erlauben sollten, die U.S.A. zu erpressen und den Frieden bei uns und unseren Alliierten mit den schlimmsten Waffen der Welt zu bedrohen.)<\/p>\n<p>They [the terrorists] never stop thinking of ways to harm our country and our people &ndash; and neither do we. (Sie [die Terroristen] &uuml;berlegen ununterbrochen wie sie unserem Land und unserem Volk schaden k&ouml;nnen &ndash; und wir eben so wenig.)<\/p><\/blockquote><p>F&uuml;r einen Psychiater handelt es sich dabei nicht um blo&szlig;e Wortverwechslungen und sprachliche Ungeschicklichkeiten, sondern um Anzeichen einer Ambivalenz, die mit einem heftigen Umschlagen von der einen Richtung in die andere einhergeht, Anzeichen einer verzweifelten Unsicherheit in allem, was Bush reflexartig zu verbergen versucht, indem er absolute, rigide Positionen formuliert, wobei er solche Ausdr&uuml;cke wie Sieg (&ldquo;victory&rdquo;), Erfolg (&ldquo;success&rdquo;), Mission erf&uuml;llt (&ldquo;mission accomplished&rdquo;), Kurs halten (&ldquo;stay the course&rdquo;), Mitgef&uuml;hl (&ldquo;compassion&rdquo;), Steuersenkungen (&ldquo;tax cuts&rdquo;), kein Kind darf auf der Strecke bleiben (&ldquo;no child left behind&rdquo;) &ndash; und dergleichen massenhaft mehr &ndash; verwendet.<\/p><p><strong>Die Rolle des Pr&auml;sidenten<\/strong><\/p><p>Der Auftritt Bushs mit dem Megaphon auf den Tr&uuml;mmern des World Trade Center, vermittelte ihm vielleicht den ultimativen Schutz vor seinen heimlichen Versagens&auml;ngsten. Wie sagte er doch Bob Woodward in Bush at War: &ldquo;I&rsquo;m the commander &ndash; see, I don&rsquo;t need to explain &ndash; I do not need to explain why I say things.&rdquo; Das sei gerade das Bemerkenswerte am Pr&auml;sidentsein. Andere m&ouml;gen vielleicht dazu verpflichtet sein, ihm gegen&uuml;ber Rechenschaft abzulegen, aber er empfinde nicht, dass er irgendjemandem Erkl&auml;rungen schuldig sei. Seine Position als Oberbefehlshaber, als Kriegspr&auml;sident hat es ihm erlaubt, seine anderen psychologischen Schutzeinheiten um sich herum aufzustellen, eine Einteilung der Welt in Gut und B&ouml;se vorzunehmen, die das ganze Land &uuml;bernehmen durfte, und seine inneren Gegens&auml;tze ohne viel Widerstand der &Ouml;ffentlichkeit oder seiner Gegner nach au&szlig;en zu projizieren. Seine Position erlaubte ihm, als von Gott gelenkter Entscheider aus dem Bauch heraus das Land zu retten. Seine inneren &Auml;ngste davor, als Aufschneider enttarnt zu werden, lie&szlig;en sich in eine da drau&szlig;en lauernde Gefahr verwandeln. Er konnte sich mit Loyalisten umgeben, sie tyrannisieren, sich so eine neue, ihm ergebene Familie schaffen und sie kontrollieren. Mittlererweile stellen die Uneindeutigkeiten politischer Entscheidungen, die immer rationalisiert werden k&ouml;nnen, eine sichere Zuflucht dar. Bis die Geschichte ihr Urteil f&auml;llt (und das wird in ferner Zukunft, vielleicht nie, geschehen), ist keine endg&uuml;ltige Bewertung der Kompetenz des Pr&auml;sidenten m&ouml;glich.<\/p><p>Aber so perfekt sich die Pr&auml;sidentschaft zur Inkompetenzvertuschung eignen mag &ndash; sie ist zugleich eine perfekte Falle. Sie beschleunigt den Best&auml;tigungskreislauf, der, als Bush ungef&auml;hr 40 war, mit seiner religi&ouml;sen Bekehrung, bei der er vermutlich seine Misserfolge und seine Misserfolgsgef&uuml;hle hinter sich gelassen hat, in Gang gesetzt wurde.<\/p><p>Am 6. Dezember 2006 wurden die Ergebnisse der vom <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kongress_der_Vereinigten_Staaten\" title=\"Externer Link zu http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kongress_der_Vereinigten_Staaten\">Kongress<\/a> eingesetzten Kommission (Iraq Study Group) vorgestellt, die eine unabh&auml;ngige Beurteilung der Situation im <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irak\" title=\"Externer Link zu http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Irak\">Irak<\/a> und Empfehlungen f&uuml;r k&uuml;nftige Strategien und Aktionen erarbeiten sollte. Wer mit einiger Aufmerksamkeit in den Wochen zuvor in den Nachrichten Gebaren und &Auml;u&szlig;erungen des Pr&auml;sidenten verfolgt hatte, konnte sich l&auml;ngst denken, dass er diesen Bericht zur&uuml;ckweisen w&uuml;rde, an dem James Baker mitgewirkt hatte, der in seinen Augen im Auftrag seines Vater erschienen sein musste, um ihm wieder einmal Versagen vorzuwerfen. Er w&auml;hlte ausgerechnet den Weg der Eskalation, &uuml;ber deren Unzweckm&auml;&szlig;igkeit sich die meisten vern&uuml;nftigen Menschen einig sind, um die Fiktion aufrechtzuerhalten, dass der Erfolg noch bevorsteht.<br>\nDie Dynamik wird inzwischen fast allgemein erkannt.<\/p><p>Aber in welchem Ma&szlig; ist Bush selbst sich dieser psychischen Dynamik und seines Geheimnisses bewusst? Nicht genug. Das ist das Problem. Psychotherapeuten verwenden den Begriff des Unbewussten, er trifft aber nicht ganz die Sache. Wir erleben ja die Gef&uuml;hle, Eindr&uuml;cke und Skripte, die aufkommen, wenn einer unserer verborgenen psychischen Mechanismen ausgel&ouml;st wird. Als ein Journalist nach den Gener&auml;len fragte, die die Entlassung Rumsfelds gefordert hatten, rief das vermutlich bei Bush, der wusste, das sein Vater hinter den Kulissen an der Abl&ouml;sung von Rumsfeld mitarbeitete, nicht den deutlichen Gedanken hervor, dass da schon wieder sein Vater zugange sei und ihm das Gef&uuml;hl von Inkompetenz bereiten wolle. Vielmehr d&uuml;rfte er ein gewisses hohles Gef&uuml;hl oder einen Anflug von Wut empfunden haben, einen Impuls, mit einem clownhaften Grinsen die Scham zu &uuml;berspielen und einem Skript gehorchend den Spruch &ldquo;I&rsquo;m the decider&rdquo; aufzusagen. In der Schicht darunter entfaltet sich die skizzierte Unzul&auml;nglichkeits- und Verh&uuml;llungsdynamik.<\/p><p>Die psychischen Probleme eines Pr&auml;sidenten und seine inneren Geheimnisse gehen niemanden etwas an &ndash; au&szlig;er in einem wichtigen Bereich. Dieser Bereich wird durch die Frage definiert, ob die Probleme dieser Person Einfluss auf ihre F&auml;higkeit haben, vern&uuml;nftige Entscheidungen zum Besten des Landes zu treffen. Aus der j&uuml;ngeren Geschichte ist das Ph&auml;nomen bekannt, dass psychodynamische Prozesse das Verm&auml;chtnis eines Pr&auml;sidenten besch&auml;digen k&ouml;nnen. Bill Clinton und Richard Nixon fallen einem ein. Aber bei keinem dieser beiden war die F&auml;higkeit, vern&uuml;nftige Entscheidungen zu treffen, als solche in dem Ma&szlig; kompromittiert, wie es uns bei diesem Pr&auml;sidenten der Fall zu sein scheint.<\/p><p><strong>Ein verfehlter Prozess<\/strong><\/p><p>Viele Berichte deuten darauf hin, dass Bushs Entscheidungsfindungsprozess verfehlt ist, es sich sogar in einem gewissen, wichtigen, Sinn gar nicht um einen Prozess handelt.<\/p><p>Ambivalente Gef&uuml;hle sind in bestimmten Stadien der Entscheidungsfindung normal, und es wurde gezeigt, dass die F&auml;higkeit, Ambivalenz zu ertragen, ein Markenzeichen kreativer Denker ist. Die Unf&auml;higkeit, Unsicherheit auszuhalten, im Gefolge des Gedankens, sie k&ouml;nnte als Inkompetenz angesehen werden, bedeutet das Ende jeder Entscheidungsfindung.<br>\nIn solcher Weise ist Bush, um nicht das Gef&uuml;hl von Inkompetenz aufkommen zu lassen, so sehr mit der Handhabung seiner Schutzmechanismen besch&auml;ftigt, dass nicht viel Freiraum f&uuml;r das Abw&auml;gen von Alternativen, das f&uuml;r eine kompetente Entscheidungsfindung n&ouml;tig ist, &uuml;brig bleibt. An Diskussion und Betrachtung des Details (wo ja der Teufel oft liegt) nicht interessiert, sucht er eine Kleinigkeit, gerade so viel, wie er als Ansto&szlig; f&uuml;r eine Entscheidung braucht. Aus dem Bauch heraus (aber durch g&ouml;ttlichen Rat) wird sie dann getroffen. Aber im Bauch regieren gerade die mit seiner tief sitzenden Unzul&auml;nglichkeitsempfindung verbundenen Gef&uuml;hle und die Schutzmechanismen gegen diese Gef&uuml;hle. W&auml;hrend er also mit den harten Entscheidungen (&ldquo;tough decisions&rdquo;) prahlt, die er treffe, ist er eigentlich, psychologisch betrachtet, mit der Abwehr eben jener Unsicherheitsgef&uuml;hle besch&auml;ftigt, die notwendigerweise mit dem Treffen diffiziler Entscheidungen einhergehen. Seine harten Entscheidungen sind somit ein Hohn.<\/p><p>Beim j&uuml;ngsten Heranman&ouml;vrieren an eine neue Irak-Strategie, wurden wir Zeugen einer gro&szlig;en Vort&auml;uschung normaler Entscheidungsfindung. Denn erkennbar war Bushs Entschluss beinah augenblicklich gefasst, als die &ldquo;surge&rdquo;-Option (nicht Reduktion, sondern Ausbau der Truppenst&auml;rke und der Aktivit&auml;ten im Irak) aufkam, und sogleich machte er sich offenbar auch daran, andere einzusch&uuml;chtern, unter anderem seinen neuen Verteidigungsminister Robert Gates (den Vertrauten seines Vaters). Zum Erfolg gibt es f&uuml;r ihn keine Alternative. Misserfolg und der Zerfall des Irak sind undenkbar, weil das seinem eigenen inneren Zerfall gleichk&auml;me.<\/p><p>Seine Entscheidungen laufen aus dem Ruder, aber Bush umgibt eine verst&ouml;rende, unheimliche Aura der Gewissheit (obwohl manche sie auch beruhigend finden). Er scheint darauf eingestellt zu sein, dass er sich verachtet und einsam f&uuml;hlen wird (und hat sich wahrscheinlich immer so gef&uuml;hlt), wie er auch schon immer insgeheim damit gerechnet hat, zu scheitern. Aus dieser Versagenserwartung resultieren schlampige, riskante, inkompetente Entscheidungen, was ihn wiederum dazu zwingt, seinen Inkompetenz&auml;ngsten auszuweichen.<\/p><p>Unterdessen scheint sich Bushs psychische Verfassung dahin entwickelt zu haben, dass er von jedweder &auml;u&szlig;eren Kritik und Unbeliebtheit absieht, und sich stur der Illusion hingibt, dass er letztlich Genugtuung erreichen wird, weil er immer noch der Entscheider (&ldquo;The Decider&rdquo;) ist, der einfach so lange weiter entscheiden kann, bis er zum Erfolg kommt. Man kann fast nicht umhin, etwas Heroisches in dieser Position zu erkennen &ndash; aber aus ihr resultieren garantiert schlechte, wenn nicht gar katastrophale, Entscheidungen.<\/p><p>Psychologisch betracht hat Pr&auml;sident Bush so lang Unterst&uuml;tzung erfahren, weil viele ihn als &ldquo;one of us&rdquo; betrachtet haben. Fast jeder Mensch f&uuml;hlt sich in der einen oder anderen Weise unzul&auml;nglich, und wenn wir Bush erleben, k&ouml;nnen wir seine Unzul&auml;nglichkeiten und seine Unsicherheiten sp&uuml;ren, also bewundern wir ihn daf&uuml;r, wie er das Ding durchzieht. Sein Vorbild lehrt uns, dass das Simulieren von Zuversicht und Kompetenz, einem diese Eigenschaften verleiht. In unserer Kultur wird die Wirksamkeit des positive thinking hoch eingesch&auml;tzt und Selbstbewusstseinstraining betrieben. Wir glauben, dass die richtige Haltung manchmal wichtiger als Verstand oder Anstrengung sein kann. Auch uns hat Bush eingesch&uuml;chtert. Wir wagen nicht wirklich, uns das Ausma&szlig; seiner Inkompetenz bewusst zu machen, weil wir dann damit umgehen m&uuml;ssten, was es bedeutet, einen so unf&auml;higen und psychisch beeintr&auml;chtigten Entscheidungstr&auml;ger als Pr&auml;sidenten zu haben. Das ruft allgemeine Verunsicherung hervor. Und genau das geschieht jetzt gerade.<\/p><p><em>John P. Briggs M. D. hat mehr als 40 Jahre lang eine private Psychotherapiepraxis in Westchester County, New York, gef&uuml;hrt. Er war 23 Jahre lang Dozent f&uuml;r Psychiatrie am Columbia Presbyterian Medical Center in New York City und geh&ouml;rte lange der American Academy of Psychoanalysis an. Er unterrichtete am William Alanson White Institute in New York. J. P. Briggs II Ph. D. ist Distinguished CSU professor an der Western Connecticut State University und leitender Herausgeber der Literaturzeitschrift The Connecticut Review. Er hat Ver&ouml;ffentlichungen &uuml;ber Kreativit&auml;t und Chaos verfasst und mitverfasst, darunter Fire in the Crucible (bei St. Martin&rsquo;s Press), Fractals: the Patterns of Chaos (bei Simon and Schuster) und Seven Life Lessons of Chaos (bei HarperCollins). Zur Zeit arbeitet er gemeinsam mit dem Psychologen John Amoroso, Philadelphia, an einem Buch &uuml;ber die wichtige Rolle der Ambivalenz im kreativen Prozess.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist ein ins Deutsche &uuml;bersetzter Artikel zur &ndash; grob gesagt &ndash; Psyche von Georg W. Bush. Die Autoren, John P. Briggs und J.P. Briggs II, beschr&auml;nken sich nicht (wie es so oft geschieht) darauf, zu verk&uuml;nden, dass der Pr&auml;sident ein Depp ist, sondern versuchen eine Analyse, die wirklich bedenkenswert ist, weil sie vor allem<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2212\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198],"tags":[368],"class_list":["post-2212","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","tag-bush-george-w"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2212","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2212"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2212\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30087,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2212\/revisions\/30087"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2212"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2212"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2212"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}