{"id":22160,"date":"2014-06-26T10:42:37","date_gmt":"2014-06-26T08:42:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22160"},"modified":"2019-02-15T12:25:54","modified_gmt":"2019-02-15T11:25:54","slug":"ceta-und-ttip-als-gefahr-fuer-das-europaeische-sozialmodell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22160","title":{"rendered":"CETA und TTIP als Gefahr f\u00fcr das europ\u00e4ische Sozialmodell"},"content":{"rendered":"<p>Seit das &bdquo;Multilaterale Abkommen &uuml;ber Investitionen&ldquo; (MAI) kurz vor der Jahrtausendwende durch Aufkl&auml;rungskampagnen globalisierungskritischer Organisationen und Massenproteste in mehreren L&auml;ndern zu Fall gebracht wurde, hat es immer wieder Anl&auml;ufe zu einem die gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftsbl&ouml;cke der Erde &uuml;bergreifenden Vertrag gegeben, mit dem die transnationalen Konzerne das kapitalistische Weltsystem perpetuieren, ihre gesellschaftliche Vormachtstellung zementieren und unbotm&auml;&szlig;ige Regierungen disziplinieren wollen. Gewerkschaftliche, soziale, &ouml;kologische und verbraucherschutzpolitische Initiativen sollen ins Leere laufen, Kapitalverwertungsinteressen rechtlich absolut privilegiert sein. Letztlich geht es um die Errichtung eines globalen Herrschaftsregimes, das unternehmerischen Investitionsentscheidungen jedweder Art dauerhaft freie Bahn schafft und m&ouml;gliche Einspr&uuml;che dagegen mittels juristischer Sperren blockiert. Unter dem Einfluss neoliberaler Kr&auml;fte und m&auml;chtiger Wirtschaftskreise, die auf der Grundlage eines &bdquo;Umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommens&ldquo; (Comprehensive Economic and Trade Agreement, CETA) mit Kanada geheime Verhandlungen der EU mit den USA &uuml;ber eine &bdquo;Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft&ldquo; (Transatlantic Trade and Investment Partnership, TTIP) bzw. ein &bdquo;Transatlantisches Freihandelsabkommen&ldquo; (Trans-Atlantic Free Trade Agreement, Tafta) vorantreiben, ist das europ&auml;ische Sozialmodell etwa seit der Jahrtausendwende tiefgreifend ver&auml;ndert worden. Dem modernen &bdquo;Turbokapitalismus&ldquo; (Edward Luttwak) inh&auml;rente Tendenzen zur sozialen Polarisierung, zur Prekarisierung und zur Pauperisierung treten dadurch st&auml;rker denn je zutage. Von <strong>Christoph Butterwegge<\/strong><br>\n<!--more--><br>\n<strong>Massenarmut &ndash; eine Folge der Transformation des europ&auml;ischen Sozialmodells<\/strong><\/p><p>Armut, in der sog. Dritten und Vierten Welt schon immer traurige Alltagsrealit&auml;t, h&auml;lt seit geraumer Zeit auch Einzug in fortgeschrittene europ&auml;ische Wohlfahrtsstaaten, wo sie zumindest als Massenerscheinung lange weitgehend unbekannt war. 2010 war das &bdquo;Europ&auml;ische Jahr zur Bek&auml;mpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung&ldquo;. Fungierte der zuletzt genannte Begriff anf&auml;nglich als Ersatz f&uuml;r den zuerst genannten und bem&uuml;hten sich manche EU-Mitgliedstaaten w&auml;hrend der 1990er-Jahre, den Terminus &bdquo;Armut&ldquo; aus offiziellen Dokumenten fernzuhalten, indem sie lieber von &bdquo;sozialer Ausgrenzung&ldquo; sprachen, so wird mittlerweile ein Strukturzusammenhang zwischen beiden Ph&auml;nomenen hergestellt.<\/p><p>Im vereinten Deutschland hat die Ost-West-Spaltung den Blick auf die Oben-unten-Spaltung der Gesellschaft lange Zeit verstellt. Au&szlig;erdem geh&ouml;rt es zur politischen Kultur der Bundesrepublik, diese f&auml;lschlicherweise als eine sozial ausgesprochen homogene Gesellschaft zu begreifen und sogar krasseste Spaltungstendenzen zu &uuml;bersehen. Helmut Schelsky pr&auml;gte daf&uuml;r 1953 die Formel einer &bdquo;nivellierten Mittelstandsgesellschaft&ldquo;, in der sich die Klassen wie die Klassengegens&auml;tze auf wundersame Weise aufgel&ouml;st zu haben schienen. Ein anderer f&uuml;hrender Soziologe, Ulrich Beck, sprach in seinem 1986 erschienenen Buch &bdquo;Risikogesellschaft&ldquo; von einem &bdquo;Fahrstuhleffekt&ldquo;, der w&auml;hrend des sog. Wirtschaftswunders alle gemeinsam nach oben, zuletzt mit der Massenarbeitslosigkeit jedoch alle gemeinsam wieder nach unten bef&ouml;rdert habe.<\/p><p>Dabei existiert als Strukturdefekt im Finanzmarktkapitalismus ein sozio&ouml;konomischer <em>Paternoster<\/em>effekt, der einige Gesellschaftsmitglieder nach oben und andere nach unten bef&ouml;rdert. Armut und Reichtum sind Gegens&auml;tze, aber gewisserma&szlig;en auch zwei Seiten derselben Medaille, weil in diesem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem eng miteinander verzahnt: Wenn die Geringverdiener\/innen &uuml;berall in Europa aufgrund der sie besonders hart treffenden Krisenfolgen h&auml;ufiger ihr Girokonto &uuml;berziehen und hohe Dispozinsen zahlen m&uuml;ssen, werden die Eigent&uuml;mer der Banken noch reicher, und wenn mehr Familien beim Lebensmittel-Discounter einkaufen m&uuml;ssen, um &uuml;ber die Runden zu kommen, h&auml;ufen die Eigent&uuml;mer solcher Discountketten wie Aldi und Lidl, die in ganz Europa zu den verm&ouml;gendsten M&auml;nnern &uuml;berhaupt geh&ouml;ren, ein noch gigantischeres Privatverm&ouml;gen an.<\/p><p>Armut und Reichtum sind im Finanzmarktkapitalismus der Gegenwart so lange funktional, wie sie keine das System gef&auml;hrdenden Verwerfungen hervorrufen. Seitdem die Eurokrisenhysterie um sich griff, spielten innenpolitische Themen, die soziale Frage und das Problem mangelnder Gerechtigkeit in der Bundesrepublik h&ouml;chstens noch eine Nebenrolle. Wie es scheint, befinden wir uns jedoch an einem historischen Umschlagpunkt, sonst w&uuml;rde die soziale Ungleichheit mittlerweile wohl kaum auch von St&uuml;tzen der bestehenden Gesellschaftsordnung thematisiert. Von Papst Franziskus &uuml;ber die OECD und den IWF bis zu dem franz&ouml;sischen Bestsellerautor Thomas Piketty ist die soziale Ungleichheit j&uuml;ngst aus einem Tabu- zu einem Topthema in deutschen Medien geworden, was einerseits aus den sich versch&auml;rfenden Zerfallsprozessen und der &uuml;berkommenen Tradition einer Solidarit&auml;t mit den &bdquo;w&uuml;rdigen&ldquo;, unverschuldet in Not geratenen Armen, andererseits jedoch auch der zunehmenden Angst &ouml;konomischer und politischer Machteliten vor den &bdquo;gef&auml;hrlichen Unterschichten&ldquo;, also nicht den Problemen, die sie haben, sondern den Problemen, die sie in Zukunft machen (k&ouml;nnten), sowie vor dem Verlust eigener Privilegien resultiert.<\/p><p>Zwar schien es zeitweilig, als erlebe der (Wohlfahrts-)Staat eine gewisse Renaissance und als neige sich die &Auml;ra der forcierten Privatisierung von Unternehmen, &ouml;ffentlicher Daseinsvorsorge und sozialen Risiken ihrem Ende zu. Es wurde aber zu Recht darauf hingewiesen, dass die Weltfinanzwirtschaftskrise den (Sozial-)Staat keineswegs gest&auml;rkt, sondern eher geschw&auml;cht hat, weil ihn nicht blo&szlig; die Schulden dr&uuml;cken, die Broker, Banker und B&ouml;rsianer verursacht haben, sondern weil er auch kaum die unsozialen Folgen des Krisenfiaskos wie Massenarbeitslosigkeit und -armut beseitigen kann.<\/p><p>Sucht man nach den Ursachen f&uuml;r die eher halbherzige Armutsbek&auml;mpfung in der Europ&auml;ischen Union, st&ouml;&szlig;t man trotz einer keineswegs unwichtigen Symbolpolitik gegen Armut und soziale Ausgrenzung nicht zuletzt auf Reformma&szlig;nahmen der Br&uuml;sseler Administration. Gerade die EU-Kommission leistete Prekarisierungs- und Pauperisierungsprozessen etwa durch die nach dem damaligen niederl&auml;ndischen EU-Kommissar Frits Bolkestein benannte Dienstleistungsrichtlinie systematisch Vorschub. Das europ&auml;ische Sozialmodell befindet sich in einem tiefgreifenden Erosions- und Transformationsprozess, der als neoliberal zu bezeichnen ist, weil seine Tr&auml;ger der Standortlogik folgen und die Wettbewerbsf&auml;higkeit des &bdquo;eigenen&ldquo; Wirtschaftsstandortes durch marktkonforme Strukturreformen zu steigern suchen.<\/p><p>Die auf einem EU-Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs am 23.\/24. M&auml;rz 2000 in der portugiesischen Hauptstadt verabredete &bdquo;Lissabon-Strategie&ldquo; sollte Europa bef&auml;higen, seinen B&uuml;rger(inne)n dadurch Wohlstand zu sichern, dass die US-Hegemonie auf dem Weltmarkt gebrochen und eine wissenschaftlich-technisch begr&uuml;ndete F&uuml;hrungsrolle &uuml;bernommen w&uuml;rde. Die umfassende &bdquo;Modernisierung&ldquo; und Anpassung der Sozialstaaten an Markterfordernisse bzw. m&auml;chtige Wirtschaftsinteressen galt als Verwirklichung des in Lissabon beschlossenen Ziels. Hatte der damaligen Ratspr&auml;sidentschaft noch das Ziel vorgeschwebt, die Armut bis 2010 zu &bdquo;&uuml;berwinden&ldquo;, so beschr&auml;nkte sich der EU-Gipfel vom 7. bis 11. Dezember 2000 in Nizza bereits auf die Forderung, &bdquo;die Beseitigung der Armut entscheidend voranzubringen.&ldquo; Statt bis zum Jahr 2010 wenigstens eine Halbierung der Armut zu erreichen, verzeichnete die EU ein weiteres Ansteigen der sozialen Ungleichheit. Sehr viel weniger ambitioniert fiel denn auch das entsprechende Kernziel im Rahmen der EU-Agenda 2020 aus. In der laufenden Dekade soll die Armut mittels einer &bdquo;Leitinitiative&ldquo; (z.B. &bdquo;Ma&szlig;nahmen zur Modernisierung und Intensivierung der Besch&auml;ftigungs- und Bildungspolitik sowie der sozialen Sicherung durch vermehrte Beteiligung am Arbeitsleben und den Abbau der strukturellen Arbeitslosigkeit sowie die St&auml;rkung der sozialen Verantwortung der Unternehmen&ldquo;) nur mehr um ein Viertel, also immerhin noch ca. 20 Mio. Betroffene, verringert werden. Dass diese Marke nicht erreicht wird, zeigen die neuesten Zahlen: Mittlerweile sind sogar deutlich mehr, n&auml;mlich rund ein Viertel aller 500 Millionen EU-B&uuml;rger\/innen, von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Hinzu kommt eine durch die Austerit&auml;tsprogramme der EU-Kommission im Rahmen ihrer &bdquo;Euro-Rettungspolitik&ldquo; forcierte sozialr&auml;umliche Spaltung Europas (&bdquo;Nord-S&uuml;d-Gef&auml;lle&ldquo;).<\/p><p>Ma&szlig;geblich beeinflusst wurde die Armutsentwicklung von der globalen Finanz-, der Weltwirtschafts- und der europ&auml;ischen W&auml;hrungskrise. Die staatlicherseits gef&ouml;rderte Ungleichheit in der Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung bildete zugleich eine wichtige Krisenursache: Da die Reichen immer reicher und die Armen zahlreicher geworden sind, haben die spekulativen Anlagen auf den Finanzm&auml;rkten neue Rekordh&ouml;hen erreicht, w&auml;hrend die zur St&auml;rkung der Binnenkonjunktur in Krisenphasen n&ouml;tige Massenkaufkraft fehlt. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r die Schuldenproblematik im Euro-Raum: Da die Bundesrepublik durch jahrzehntelange Reallohnsenkungen noch exportst&auml;rker geworden ist, haben andere EU-L&auml;nder, besonders die an der s&uuml;dlichen Peripherie gelegenen, ihr gegen&uuml;ber so drastisch an Wettbewerbsf&auml;higkeit eingeb&uuml;&szlig;t, dass sie ihre wachsenden Importe &uuml;ber Kredite finanzieren mussten.<\/p><p>Die soziale Frage blieb umso mehr auf der Strecke, je st&auml;rker &bdquo;Rettungsschirme&ldquo; f&uuml;r die Banken und den Euro (genauer: die Kapitalanleger) ins Zentrum der Politik r&uuml;ckten. Mittlerweile beherrscht die Sorge um die Stabilit&auml;t der europ&auml;ischen W&auml;hrung den &ouml;ffentlichen Diskurs so einseitig, dass die soziale Gerechtigkeit unter die R&auml;der zu geraten droht. Auf der politischen Agenda steht weniger, jedoch auch ein anderer Wohlfahrtsstaat. Zusammen mit dem Ab- findet ein Umbau des Sozialstaates statt. Es geht keineswegs um die <em>Liquidation<\/em> des Wohlfahrtsstaates, vielmehr um seine <em>Reorganisation<\/em> nach einem Konzept, das neben unz&auml;hligen Leistungsk&uuml;rzungen auch <em>strukturelle<\/em> Ver&auml;nderungen wie die Reindividualisierung sozialer Risiken bzw. die (Teil-)Privatisierung der staatlichen Altersvorsorge, die Erh&ouml;hung des administrativen Kontrolldrucks und die drastische Ausweitung der Sanktionsm&ouml;glichkeiten gegen&uuml;ber Leistungsempf&auml;nger(inne)n beinhaltet.<\/p><p>Das karitative Engagement, die ehrenamtliche T&auml;tigkeit in der &bdquo;B&uuml;rger-&ldquo; bzw. &bdquo;Zivilgesellschaft&ldquo;, die wohlt&auml;tigen Spenden sowie das Stiftungswesen haben offenbar gerade deshalb wieder Hochkonjunktur, weil man den Sozialstaat demontiert und daf&uuml;r gesellschaftliche Ersatzinstitutionen braucht. Ginge es nach den neoliberalen Kr&auml;ften innerhalb der EU, w&uuml;rden die meisten Bildungs-, Wissenschafts-, Kultur-, Umweltschutz-, Freizeit-, Sport- und Wohlfahrtseinrichtungen, kurz: fast alle Bereiche des &ouml;ffentlichen Lebens, die nicht hoheitlicher Natur sind, noch st&auml;rker als bisher vom Kommerz beherrscht bzw. von der Spendierfreude privater Unternehmen, M&auml;zene und Sponsoren abh&auml;ngig gemacht. An die Stelle des Sozialstaates tr&auml;te letztlich quasi ein Staat der Stifter, privaten Spender und Sponsoren. Mit etwas Sarkasmus kann man durchaus einen politischen Hintersinn darin erkennen, dass dem Europ&auml;ischen Jahr zur Bek&auml;mpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2011 das Europ&auml;ische Jahr der Freiwilligenarbeit folgte.<\/p><p><strong>TTIP und CETA &ndash; ein weiterer Angriff des Neoliberalismus auf das europ&auml;ische Sozialmodell<\/strong><\/p><p>Trotz der globalen Finanz-, Weltwirtschafts- und W&auml;hrungskrise, die Europa nach dem Bankrott der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 mit voller Wucht traf, ist der Neoliberalismus keineswegs vom Untergang bedroht. Vielmehr wehrten sich f&uuml;hrende Repr&auml;sentanten dieser Denkrichtung, kaum dass die Finanzmarktkrise ihr Konzept widerlegt und dessen Meinungsf&uuml;hrerschaft in der &Ouml;ffentlichkeit zumindest ersch&uuml;ttert hatte, gegen angebliche Verteufelungsbem&uuml;hungen und gingen zum argumentativen Entlastungsangriff bzw. zur ideologischen Gegenoffensive &uuml;ber. Statt nachhaltig Lehren aus dem Krisenfiasko zu ziehen, taten neoliberale Professoren, Publizisten und Politiker\/innen so, als h&auml;tten sie immer schon prophezeit, dass die Blase an den Finanzm&auml;rkten irgendwann platzen werde. Die meisten Ideologen der Marktfreiheit wiesen jede Mitschuld am Banken- und B&ouml;rsenkrach von sich, sprachen in Anlehnung an John Maynard Keynes zum Teil selbst vom &bdquo;Kasinokapitalismus&ldquo; (Hans-Werner Sinn) und erweckten damit den Eindruck, sie h&auml;tten wom&ouml;glich eher als Globalisierungs- und Kapitalismuskritiker\/innen vor dessen schlimmen Ausw&uuml;chsen gewarnt. Sehr geschickt nutzten prominente Neoliberale auch die TV-Talkshows und andere &ouml;ffentliche B&uuml;hnen, um &bdquo;der Politik&ldquo; den Schwarzen Peter zuzuschieben. Entweder wurde das Desaster auf die Fehlentscheidungen einzelner Personen (Spitzenmanager, Investmentbanker) oder auf das Versagen des Staates und seiner Kontrollorgane (Politiker, Finanzaufsicht) reduziert.<\/p><p>Marktradikale, die nach dem Totalbankrott ihrer Liberalisierungs-, Deregulierungs- und Privatisierungskonzepte eigentlich in Sack und Asche h&auml;tten gehen m&uuml;ssen, gewannen politisch und ideologisch bald wieder Oberwasser. Tats&auml;chlich waren sie nie gegen Staatsinterventionen ganz allgemein, sondern nur gegen solche, die M&auml;rkte, unternehmerische Freiheit und Profitm&ouml;glichkeiten beschr&auml;nken. Demgegen&uuml;ber waren selbst massive Eingriffe wie das praktisch &uuml;ber Nacht unter aktiver Mitwirkung von Spitzenvertretern des Bankenverbandes und der betroffenen Finanzinstitute geschn&uuml;rte 480-Mrd.-Euro-Paket zur Rettung maroder Banken ausgesprochen erw&uuml;nscht, sofern hierdurch die B&ouml;rsen stabilisiert und die Gewinnaussichten der Unternehmen verbessert werden. Dabei handelt es sich um einen <em>marktkonformen<\/em> Staatsinterventionismus im Sinne der Monopolwirtschaft und privaten Gro&szlig;banken, die selbst entsprechende Konzepte vorgeschlagen und teilweise gemeinsam mit den zust&auml;ndigen Ministerien entwickelt haben. Kann man sich vorstellen, dass die f&uuml;r Herbst 2014 geplante Hartz-IV-Novellierung unter Mitwirkung von Arbeitslosenforen und Armutskonferenzen, also Initiativen direkt Betroffener, stattfinden w&uuml;rde?<\/p><p>Zwar befindet sich der Neoliberalismus in einer Legitimationskrise, seinen dominierenden Einfluss auf die Massenmedien und die &ouml;ffentliche Meinung sowie die politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse hat er bisher jedoch weder hierzulande noch im Weltma&szlig;stab eingeb&uuml;&szlig;t. Obwohl die Finanzkrise von den angels&auml;chsischen Musterl&auml;ndern einer &bdquo;freien Marktwirtschaft&ldquo; ausging, ist die neoliberale Hegemonie in der Bundesrepublik, der Europ&auml;ischen Union und den USA ungebrochen. Angesichts leerer Staatskassen und zunehmender &Uuml;berschuldung vor allem der Kommunen verm&ouml;gen Konzepte wie das der &Ouml;ffentlich-Privaten Partnerschaften (Public Private Partnership, PPP) im Zeichen der &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; und des Fiskalpakts sogar gr&ouml;&szlig;ere Bedeutung zu gewinnen.<\/p><p>Entt&auml;uscht wurde nicht blo&szlig; die Hoffnung auf einen Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik, sondern auch die Hoffnung auf das Ende der neoliberalen Vorherrschaft im Geistesleben. Noch findet die Auseinandersetzung damit zu wenig statt, wie auch die linken Alternativen bisher unzureichend entwickelt sind. Reichlich naiv w&auml;re die Hoffnung, der Neoliberalismus h&auml;tte seine Macht &uuml;ber das Bewusstsein von Millionen Europ&auml;er(inne)n in Ost und West, Nord und S&uuml;d verloren, nur weil sie um ihr Erspartes f&uuml;rchten und mit ihren Steuergeldern einmal mehr die Zeche f&uuml;r Spekulanten und Finanzjongleure zahlen m&uuml;ssen.<\/p><p>Ebenso wie die neoliberale Ideologieproduktion verzeichnen B&ouml;rsen und Bankaktien einen rasanten Aufschwung. L&auml;ngst boomt der Handel mit Derivaten und Zertifikaten wieder, und die Bonuszahlungen streben neuen Rekordmarken entgegen. Das f&uuml;r den Gegenwartskapitalismus kennzeichnende Kasino im Finanzmarktbereich wird nicht etwa &ndash; wie es z.B. die globalisierungskritische Organisation <em>attac<\/em> verlangt &ndash; geschlossen, sondern mit Steuergeldern saniert und modernisiert.<\/p><p>CETA und TTIP sind integraler Bestandteil eines globalen Projekts der Umgestaltung fast aller Gesellschaftsbereiche nach dem Vorbild des Marktes. Insofern sind sie auch ein Indiz daf&uuml;r, dass sich die Neoliberalen wieder in der Offensive befinden. Die treibenden Kr&auml;fte hinter beiden Abkommen sind transnationale Industrie- und Handelskonzerne, deren Hauptziel die Abschaffung bzw. Absenkung von Lohn-, Sozial- und Umweltstandards diesseits wie jenseits des Atlantiks ist. Au&szlig;erdem sind Gro&szlig;banken, Fondsgesellschaften und Versicherungsunternehmen mit von der Partie, geht es doch nicht zuletzt um Finanzdienstleistungen. Unternehmerverb&auml;nde, Lobbyeinrichtungen und neoliberale Denkfabriken (think tanks) wie die Bertelsmann Stiftung, der Eigeninteressen ihres Mutterhauses an CETA und TTIP im Medien- und Dienstleistungsbereich nachgesagt werden, d&uuml;rfen nat&uuml;rlich ebenfalls nicht fehlen.<\/p><p>Zusammen mit den Verhandlungen zur Liberalisierung von M&auml;rkten im Rahmen der Welthandelsorganisation (World Trade Organization, WTO) wie im Rahmen des von EU, USA und anderen Staaten geplanten Abkommens zum Handel mit Dienstleistungen (Trade in Services Agreement, TISA) symbolisieren CETA und TTIP den Siegeszug der neoliberalen Freihandelsideologie. Mit dem kapitalistischen Freihandel, der &ndash; wie sein Medium, der G&uuml;termarkt &ndash; in aller Regel die Starken st&auml;rkt und die Schwachen schw&auml;cht, w&auml;chst zwangsl&auml;ufig die soziale Ungleichheit. Wer die Freiheit und damit die politische und &ouml;konomische Macht des hochkonzentrierten Kapitals mehrt, schr&auml;nkt die Unabh&auml;ngigkeit von Arbeitnehmer(inne)n, Betriebsr&auml;ten und Gewerkschaften ein.<\/p><p>Neoliberale betrachten Steuern im Grunde als Diebstahl und die &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge als illegitimes Bet&auml;tigungsfeld des Staates. Privatunternehmern wollen sie mehr profittr&auml;chtige Bet&auml;tigungsm&ouml;glichkeiten verschaffen, B&uuml;rger\/innen in s&auml;mtlichen Lebensbereichen zu Kund(inn)en machen. Ginge es ihnen um die Interessen und Bed&uuml;rfnisse der Bev&ouml;lkerungsmehrheit, d&uuml;rfte es keine Nivellierung von Schutzregelungen im Bildungs-, Besch&auml;ftigungs- und Sozialsystem nach unten geben. Genau das k&ouml;nnen die Freihandelsbef&uuml;rworter mit den genannten Abkommen aber wom&ouml;glich erreichen: Durch die Vertr&auml;ge wird einer Privatisierung &ouml;ffentlicher Dienstleistungen und sozialer Risiken, die bisher staatlicherseits abgesichert waren, T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet. In letzter Konsequenz bedeutet die Verabsolutierung von Markt, betriebswirtschaftlicher Effizienz und Konkurrenz das Ende des europ&auml;ischen Sozialmodells. Wer &ouml;ffentliche Unternehmen (z.B. Sparkassen, kommunale Energieversorger und Stadtwerke) schw&auml;cht, indem er ihnen die Gesch&auml;ftsgrundlage raubt, ersch&uuml;ttert den Wohlfahrtsstaat in seinen Grundfesten, besch&auml;digt das gesellschaftliche Zusammenleben und gef&auml;hrdet den sozialen Frieden.<\/p><p>Auch wenn die EU-Kommission nach geharnischter Kritik aus den Mitgliedstaaten mehr Transparenz im Verhandlungsablauf erm&ouml;glichen sollte, bleibt der Verdacht bestehen, dass die europ&auml;ische &Ouml;ffentlichkeit durch die anf&auml;ngliche Geheimniskr&auml;merei hinters Licht gef&uuml;hrt und &uuml;ber den fragw&uuml;rdigen Inhalt der Abkommen hinwegget&auml;uscht werden sollte. W&auml;hrend einflussreiche Unternehmerverb&auml;nde und Wirtschaftslobbyisten vom Stand der Gespr&auml;che in Kenntnis gesetzt wurden, waren selbst Parlamentarier\/innen, die abschlie&szlig;end &uuml;ber das Ergebnis befinden m&uuml;ssen, von entsprechenden Informationen weitgehend abgeschnitten.<\/p><p>All dies n&auml;hrt den Verdacht, dass sich die Verhandlungsf&uuml;hrer nicht vom Gemeinwohl, sondern von Kapitalverwertungs- und Gewinninteressen der Wirtschaft leiten lassen, was sowohl die Demokratie und den Rechtsstaat wie auch das europ&auml;ische Sozialmodell bedroht. Denn je h&ouml;her die Freiheit der Investoren geh&auml;ngt wird, desto weniger Ber&uuml;cksichtigung finden erfahrungsgem&auml;&szlig; die Bed&uuml;rfnisse sozial Benachteiligter. Sogar dann, wenn Sektoren wie die Bildung, Kunst und Kultur, der Medienbereich oder die Wasserversorgung in den Verhandlungen ausgeklammert bleiben sollten, ger&auml;t die &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge insgesamt st&auml;rker unter Druck. Neoliberale wollen Bildung, Gesundheit, Wasserversorgung und M&uuml;llentsorgung privatisieren bzw. kommerzialisieren. Kunst und Kultur sollen ebenfalls keine &ouml;ffentlichen G&uuml;ter mehr sein, auf die alle Wohnb&uuml;rger\/innen einen Anspruch haben, sondern Warencharakter annehmen, auf M&auml;rkten gehandelt werden und nur Beg&uuml;terten uneingeschr&auml;nkt zur Verf&uuml;gung stehen.<\/p><p>Wenn es in den geplanten Abkommen um die Beseitigung nichttarif&auml;rer Handelshemmnisse geht, droht eine Angleichung der die Arbeits- und Lebensbedingungen regelnden Gesetzesbestimmungen diesseits und jenseits des Atlantiks. Hinsichtlich der Nahrungsmittelsicherheit m&ouml;gen Chlorh&auml;hnchen und Genfleisch f&uuml;r europ&auml;ische Verbraucher\/innen wenig erfreulich sein; von zentraler Bedeutung sind aber demokratische und soziale Grundrechte, die durchl&ouml;chert zu werden drohen, wenn CETA und TTIP in Kraft treten. Da die USA nur zwei von acht Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) ratifiziert haben, stehen die Koalitionsfreiheit, das Kollektivvertragssystem, das Prinzip des gleichen Lohns f&uuml;r Mann und Frau sowie das Verbot der Diskriminierung im Arbeitsleben wegen &bdquo;Rasse&ldquo;, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, politische Meinung und nationaler bzw. sozialer Herkunft in einer transatlantischen Freihandelszone auch hierzulande wom&ouml;glich noch st&auml;rker zur Disposition.<\/p><p>Falls nordamerikanische Konzerne, Gro&szlig;banken und Fondsgesellschaften die EU-Staaten aufgrund eines Investitionsschutzabkommens vor privaten, mit Vertretern internationaler Anwaltskanzleien besetzten Schiedsstellen auf Schadensersatz verklagen k&ouml;nnen, nur weil sie argw&ouml;hnen, dass neue Mindestlohnregelungen bzw. -h&ouml;hen, Arbeits- bzw. K&uuml;ndigungsschutzgesetze, Mitbestimmungsrechte von Arbeitnehmer(inne)n und ihren Gewerkschaften oder gro&szlig;z&uuml;gige Transferleistungen der Staaten ihre Profitaussichten schm&auml;lern, wird das europ&auml;ische Sozialmodell im Kern getroffen. M&uuml;ssen gr&ouml;&szlig;ere Beschaffungsma&szlig;nahmen und die Bauauftr&auml;ge von Bund, L&auml;ndern und Kommunen transatlantisch ausgeschrieben werden, ist eine per &ouml;ffentlichen Vergaberichtlinien bzw. -gesetzen betriebene Besch&auml;ftigungs-, Regional-, Struktur- und Sozialpolitik, wie sie ansatzweise in gro&szlig;en Teilen Europas praktiziert wird, nicht mehr m&ouml;glich.<\/p><p>Das europ&auml;ische Sozialmodell, von der neoliberalen Reform- und Austerit&auml;tspolitik vergangener Jahre bereits arg geschleift, wird durch CETA und TTIP grunds&auml;tzlich in Frage gestellt. Weichenstellungen dieser Art sind eine Kampfansage an die Sozialsysteme der Vertragspartner, weil sie die Gefahr einer Nivellierung von Lohn-, Arbeitsrechts- und Sozialstandards nach unten in sich bergen. Wenn es der EU-Kommission gemeinsam mit ihren nordamerikanischen Verhandlungspartnern gelingt, die beiden Wirtschafts-, Freihandels- und Investitionsabkommen durchzusetzen, w&auml;re damit eine herbe Niederlage f&uuml;r alle Kritiker\/innen des Neoliberalismus, darunter zahlreiche Wohlfahrtsverb&auml;nde und Gewerkschaften diesseits wie jenseits des Atlantiks, verbunden.<\/p><p>Solange die Marktfreiheit, der Freihandel und der Investitionsschutz im Mittelpunkt der europ&auml;ischen wie der nordamerikanischen Politik stehen, nehmen soziale Ungleichheit, Armut und Reichtum hier wie dort zu. Dar&uuml;ber hinaus setzen CETA und TTIP neue Ma&szlig;st&auml;be f&uuml;r eine Weltwirtschaftsordnung, in der kaum noch Platz f&uuml;r die Abweichung von und den Widerstand gegen Kapitalverwertungsinteressen, f&uuml;r wirksamen Arbeitsschutz, demokratische Rechte, rechtsstaatliche Prinzipien, hohe Sozial- und Umweltstandards sowie staatliche Souver&auml;nit&auml;t bleibt. Beide Abkommen sind aus diesen Gr&uuml;nden jedoch geeignet, davon existenziell betroffene Menschen in den betroffenen L&auml;ndern politisch zu mobilisieren und gr&ouml;&szlig;ere Protestaktionen dieser B&uuml;rger\/innen zu bef&ouml;rdern.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Literatur<\/strong><\/p><p>Butterwegge, Christoph\/L&ouml;sch, Bettina\/Ptak, Ralf: Kritik des Neoliberalismus, 2. Aufl. Wiesbaden 2008<\/p><p>Butterwegge, Christoph\/L&ouml;sch, Bettina\/Ptak, Ralf (Hg.): Neoliberalismus. Analysen und Alternativen, Wiesbaden 2008<\/p><p>Butterwegge, Christoph\/Hentges, Gudrun (Hg.): Zuwanderung im Zeichen der Globalisierung. Migrations-, Integrations- und Minderheitenpolitik, 4. Aufl. Wiesbaden 2009<\/p><p>Butterwegge, Christoph: Armut in einem reichen Land. Wie das Problem verharmlost und verdr&auml;ngt wird, 3. Aufl. Frankfurt am Main\/New York 2012<\/p><p>Butterwegge, Christoph: Krise und Zukunft des Sozialstaates, 5. Aufl. Wiesbaden 2014<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>Prof. Dr. Christoph Butterwegge, geb. 1951, lehrt seit 1998 Politikwissenschaft an der Universit&auml;t zu K&ouml;ln.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit das &bdquo;Multilaterale Abkommen &uuml;ber Investitionen&ldquo; (MAI) kurz vor der Jahrtausendwende durch Aufkl&auml;rungskampagnen globalisierungskritischer Organisationen und Massenproteste in mehreren L&auml;ndern zu Fall gebracht wurde, hat es immer wieder Anl&auml;ufe zu einem die gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftsbl&ouml;cke der Erde &uuml;bergreifenden Vertrag gegeben, mit dem die transnationalen Konzerne das kapitalistische Weltsystem perpetuieren, ihre gesellschaftliche Vormachtstellung zementieren und unbotm&auml;&szlig;ige Regierungen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22160\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[22,37,145,132],"tags":[895,291],"class_list":["post-22160","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-europaische-union","category-globalisierung","category-sozialstaat","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-freihandel","tag-verteilungsgerechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22160","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22160"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22160\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49346,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22160\/revisions\/49346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22160"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22160"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22160"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}