{"id":22257,"date":"2014-07-03T16:45:36","date_gmt":"2014-07-03T14:45:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22257"},"modified":"2019-02-27T15:21:08","modified_gmt":"2019-02-27T14:21:08","slug":"krieg-in-unserer-zeit-eine-deutsche-partei-ergreift-partei-fuer-den-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22257","title":{"rendered":"\u201eKrieg in unserer Zeit\u201c, eine deutsche Partei ergreift Partei f\u00fcr den Krieg."},"content":{"rendered":"<p>Willy Wimmer macht auf den Reader zur 15. Au&szlig;enpolitischen Jahrestagung der Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung aufmerksam. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/140703_Heinrich-Boell-Stiftung_Neue-Aussenpolitik.pdf\">Siehe hier [PDF].<\/a> Er hat dazu einen Text geschrieben, den wir im Folgenden wiedergeben. Der Titel des Papiers lautet: &bdquo;Auf dem Weg zu mehr Verantwortung?&ldquo; Die Gr&uuml;nen profilieren sich immer mehr als Partei der milit&auml;rischen Intervention; und die Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung bietet sich als Basis und Katalysator dieser Entwicklung an. Darauf wird zur&uuml;ckzukommen sein &ndash; auch deshalb, weil der Missbrauch des Namens von Heinrich B&ouml;ll langsam nicht mehr ertr&auml;glich bleibt. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nUnd hier der Beitrag von Willy Wimmer &ndash; verbunden mit dem Dank f&uuml;r diese Unterst&uuml;tzung:<\/p><p><strong>&bdquo;Krieg in unserer Zeit&ldquo;, eine deutsche Partei ergreift Partei f&uuml;r den Krieg.<\/strong><\/p><p>Das hatten wir schon einmal. &bdquo;Zweck heiligt die Mittel&ldquo;. Daf&uuml;r bezahlt Deutschland bis heute und noch f&uuml;r eine lange Zeit. Wenn Irrsinn zur Methode wird, dann verf&auml;llt man auf solche Slogans. Nicht anders schallt es heutzutage aus der gr&uuml;nen Ecke, aus der B&ouml;ll-Stiftung und dem Relikt aus der gr&uuml;nen Regierungszeit, dem European Council on Foreign Relations. Eigentlich w&auml;re ein neuerliches Credo aus der gr&uuml;nen Ecke f&uuml;r Krieg nicht n&ouml;tig gewesen. Sp&auml;testens seit dem Wirken des ehemaligen gr&uuml;nen Au&szlig;enministers Fischer vor, w&auml;hrend und nach dem Jugoslawien-Krieg wei&szlig; man, was &bdquo;fliegende Fahnen&ldquo; bei den Gr&uuml;nen bedeuten. Da darf auch mal &bdquo;Auschwitz&ldquo; bem&uuml;ht werden, ohne dass es f&uuml;r diese widerliche Instrumentalisierung einen gewaltigen &ouml;ffentlichen Aufschrei gegeben h&auml;tte. Noch bevor die Kriegstrommeln ger&uuml;hrt werden, schallt schon Begeisterung f&uuml;r neuerliches Schlachten aus der &bdquo;gr&uuml;nen Ecke&ldquo;.<\/p><p>Jetzt l&auml;sst man, im Beisein mehr oder weniger prominenter Namen, die ber&uuml;hmte Katze aus dem Sack. Wie hei&szlig;t es doch im neuen, gr&uuml;nen Leitfaden f&uuml;r den n&auml;chsten Angriffskrieg:&ldquo; die deutsche Politik muss akzeptieren, dass das bestehende internationale System, allen voran die Vereinten Nationen, nicht den Herausforderungen der Weltunordnung des 21. Jahrhunderts entsprechen. Das bedeutet praktisch zu akzeptieren, dass ein Agieren au&szlig;erhalb des bestehenden v&ouml;lkerrechtlichen Rahmens vonn&ouml;ten sein kann, wenn die Stabilit&auml;t der internationalen Ordnung gef&auml;hrdet ist.&ldquo; So definiert man das, was der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der in sehr freim&uuml;tiger Weise in Zusammenhang mit dem deutschen Beitrag zum Jugoslawien-Krieg eingestanden hatte. Selbstverst&auml;ndlich habe er damit das V&ouml;lkerrecht gebrochen, so r&auml;umte er es ein. Irgendwie konnte er bis heute gewiss sein, dass f&uuml;r ihn und alle Beteiligten an diesem ordin&auml;ren Angriffskrieg ein derartiges Eingest&auml;ndnis vor allem vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag folgenlos bleiben werde. Das gilt nat&uuml;rlich auch f&uuml;r seinen damaligen Au&szlig;enminister Fischer, dessen einzige Ma&szlig;regelung in einem Farbbeutel bestand. Vermutlich war die Farbe &bdquo;gr&uuml;n&ldquo;, denn diese Farbe bedeutet im politischen Farbenspiel dieser Republik die gr&ouml;&szlig;te Hoffnung auf Krieg und eine Beteiligung an demselben.<\/p><p>Der Mentor f&uuml;r dieses Denken ist bedeutend und damit die ganze Perversion des Denkens ihm auch gerecht werden kann, soll demn&auml;chst an der altehrw&uuml;rdigen Universit&auml;t Bonn ausgerechnet ein V&ouml;lkerrechtslehrstuhl mit seinem Namen verbunden werden. Es handelt sich um den ehemaligen amerikanischen Au&szlig;enminister Henry Kissinger, der vor dem Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien nicht m&uuml;de geworden ist, in deutschen und internationalen Publikationen die Beseitigung des in Europa seit dem Mittelalter entwickelten V&ouml;lkerrechts zu fordern. Stattdessen sollte eine internationale Ordnung geschaffen werden, die der Bed&uuml;rfnislage der USA auf Weltherrschaft entsprechen w&uuml;rde. N&uuml;rnberg oder der Gedanke daran sollte verschwinden. Ein Gedanke, der f&uuml;r jemanden mit gr&ouml;&szlig;erer Ortskenntnis geradezu verlockend erscheinen musste, wenn es um fadenscheinige Begr&uuml;ndungen f&uuml;r Angriffskriege &aacute; la Irak, etc. gehen sollte. Wie war das noch mit dem &bdquo;weiten Weg nach Westen&ldquo; f&uuml;r Deutschland oder mit dem &bdquo;Griff nach der Weltherrschaft&ldquo;?. Da beteiligt man sich heute lieber an verh&auml;ngnisvollen Studien der B&ouml;ll-Stiftung, wenn man Winkler hei&szlig;t. Oder besteht der Sinn des gr&uuml;nen Schreis nach Krieg darin, f&uuml;r gewisse Altvordere den Weg nach Den Haag abzuschneiden? Durch Quasi-Legitimation zumindest in manchen Augen der sogenannten &Ouml;ffentlichkeit.<\/p><p>Unter diesen Umst&auml;nden machen auch die &Auml;u&szlig;erungen  des Herrn Bundespr&auml;sidenten zum Einsatz des deutschen Milit&auml;rs einen neuen Sinn. Es war schon bei seiner Rede zur M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz auffallend, dass er sich nicht vorbehaltslos daf&uuml;r stark gemacht hatte, die bestehende V&ouml;lkerrechtsordnung zu festigen, um mit den objektiv vorhandenen Schwierigkeiten fertig werden zu k&ouml;nnen. Oberste deutsche Bundesgerichte hatten in den letzten Jahren Urteile zu der Frage Krieg-V&ouml;lkerrecht-Grundgesetz-Soldatengesetz gef&auml;llt, die eigentlich jeder Bundesregierung die Schamesr&ouml;te ins Gesicht h&auml;tte treiben m&uuml;ssen. Dazu schwieg der oberste H&uuml;ter der Verfassung ebenso wie die jeweilige Bundesregierung es vermocht hatte. Wo war sein Bekenntnis dazu, dass in Anbetracht der Geschichte seit dem Jugoslawien-Krieg, dem m&ouml;rderischen Krieg gegen Irak und deutscher Hilfeleistungen dazu sowie der Killereins&auml;tze amerikanischer Drohnen &uuml;ber deutsche Standorte, von deutschem Boden nie wieder ein Angriffskrieg w&uuml;rde gestartet werden d&uuml;rfen? Wo war sein Bekenntnis dazu, nach dem Soldatengesetz nicht dem einzelnen Soldaten die Antwort auf die Frage aufb&uuml;rden zu d&uuml;rfen, ob sein Handeln mit dem V&ouml;lkerrecht &uuml;bereinstimme?<\/p><p>Stattdessen wurde die nicht zu bezweifelnde Achtung der Menschenrechte im Kontext zu Eins&auml;tzen der Bundeswehr gesetzt. Ist dem Herrn Bundespr&auml;sidenten v&ouml;llig entgangen, wie sehr diese Menschenrechte auf Gedeih und Verderb an die v&ouml;lkerrechtliche Ordnung, die wir derzeit haben, gebunden sind? Wir haben gerade in den letzten Jahrzehnten die Militarisierung der Menschenrechte durch die westliche F&uuml;hrungsmacht, die USA,  erleben m&uuml;ssen. Menschenrechte wurden zu Kampfbegriffen wie &bdquo;humanit&auml;re Intervention&ldquo;, &ldquo;right to protect&ldquo; etc. degradiert, ganz im Sinne des britischen Imperialismus aus dem 19. Jahrhundert, dem sie nahtlos entlehnt worden sind.<\/p><p>Nat&uuml;rlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dieses Aufbl&uuml;hen eines &bdquo;gr&uuml;nen Bellizismus&ldquo; in einen Zusammenhang mit dem Wegdr&uuml;cken der FDP aus dem deutschen Parteienspektrum zu betrachten. Was kann man der FDP nicht alles nachsagen? Aber eines gewiss nicht: sie sei eine deutsche Partei gewesen, bei der sich das eigene Grundgesetz und das V&ouml;lkerrecht nicht unter den gegebenen Umst&auml;nden bestens aufgehoben f&uuml;hlen durfte. Baum und Leuth&auml;user sind zwei Namen daf&uuml;r. Das deutsche Verh&auml;ngnis bekommt eine neue Farbe: gr&uuml;n.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Willy Wimmer macht auf den Reader zur 15. Au&szlig;enpolitischen Jahrestagung der Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung aufmerksam. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/140703_Heinrich-Boell-Stiftung_Neue-Aussenpolitik.pdf\">Siehe hier [PDF].<\/a> Er hat dazu einen Text geschrieben, den wir im Folgenden wiedergeben. Der Titel des Papiers lautet: &bdquo;Auf dem Weg zu mehr Verantwortung?&ldquo; Die Gr&uuml;nen profilieren sich immer mehr als Partei der milit&auml;rischen Intervention; und die Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung bietet sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22257\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,169,194,171],"tags":[1533],"class_list":["post-22257","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-gruene","category-militaereinsaetzekriege","tag-heinrich-boell-stiftung"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22257","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22257"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22257\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49627,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22257\/revisions\/49627"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22257"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22257"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22257"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}