{"id":2226,"date":"2007-04-02T09:04:22","date_gmt":"2007-04-02T08:04:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2226"},"modified":"2007-04-02T09:04:22","modified_gmt":"2007-04-02T08:04:22","slug":"hinweise-des-tages-362","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2226","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>TV-Tipp: Die Story zu Lobbyisten in Ministerien<\/strong><br>\nAm Montag, dem 2. April l&auml;uft im WDR Fernsehen eine 45min&uuml;tige Dokumentation &uuml;ber die Mitarbeit von Lobbyisten in Ministerien. Der Film stammt von Sascha Adamek und Kim Otto aus der Monitor-Redaktion, die diesen Skandal in den letzten Monaten aufgedeckt hat &ndash; auf jeden Fall sehenswert!<br>\nSendedaten: WDR3, 2. April, 22.45 &ndash; 23.30 Uhr (und am 3.4. um 10 Uhr)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2007\/03\/tv-tipp-die-story-zu-lobbyisten-in-ministerien\/%20%20\">lobbycontrol<\/a><\/li>\n<li><strong>Mitte-Links-Parteien sind die treibenden Kr&auml;fte f&uuml;r aktion&auml;rsorientierte Reformen.<\/strong><br>\nAus dem Forschungsstand &uuml;ber die Verteilungswirkungen aktion&auml;rsorientierter Unternehmenskontrolle ist die Erwartung abzuleiten, dass das Mitte-Links-Spektrum aktion&auml;rsorientierten Reformen besonders reserviert gegen&uuml;ber stehen sollte. Tats&auml;chlich zeigt ein Vergleich von Reformen der vergangenen anderthalb Dekaden das Gegenteil. In Deutschland, Frankreich, Italien und den USA waren die politischen Mitte-Links-Spektren die treibenden Kr&auml;fte hinter den aktion&auml;rsorientierten Reformen, w&auml;hrend Parteien der rechten Mitte die traditionellen Institutionen von organisiertem Kapitalismus, Staatskapitalismus, Familienkapitalismus und Managerialism zu bewahren suchten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.springerlink.com\/content\/qp631l6278u6732q\/\">Eine Studie von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts f&uuml;r Gesellschaftsforschung abgedruckt in der Politischen Vierteljahresschrift vom Februar 2007 <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ein weiterer Beleg f&uuml;r die auch von den NachDenkSeiten vertretene These, dass die hiesige SPD &bdquo;Reformen&ldquo; angesto&szlig;en und durchgesetzt hat, die die Konservativen sich nicht durchzusetzen getraut h&auml;tten. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Hans-Werner Sinn: Der Boulevard-Professor<\/strong><br>\nDer Ifo-Chef hat eine Mission: Und die hei&szlig;t: Die deutschen L&ouml;hne sind zu hoch, was die Volkswirtschaft in den Untergang treibt. In immer neuen Variationen hat er dieses Thema in den vergangenen Jahren abgehandelt. Der Exportboom? Ausdruck einer pathologischen &ldquo;Basar&ouml;konomie&rdquo;. Das kr&auml;ftige Wirtschaftswachstum? Letztes Zucken eines strukturell am Boden liegenden Landes. Je weniger die Thesen des Professors geh&ouml;rt werden, desto gr&ouml;&szlig;er das publizistische Gesch&uuml;tz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:Der%20Boulevardprofessor\/180714.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Endlich ger&auml;t Sinn auch in die Kritik von &Ouml;konomen, die dessen angebotsorientierte Theorie im Grundsatz teilen.<br>\nUnd hier zum nachlesen die &ouml;konomische Weltsicht des &bdquo;Boulevard-Professors&ldquo;, wonach &bdquo;Konsum &hellip; sch&auml;dlich f&uuml;r das wirtschaftliche Wachstum und unn&ouml;tig f&uuml;r die Konjunktur&ldquo; ist. Merke: &bdquo;Eine Lohnerh&ouml;hung ist eine Gewinnsenkung, und so, wie Lohnerh&ouml;hungen die Kaufkraft der Arbeitnehmer erh&ouml;hen, senken sie jene der Arbeitgeber&ldquo; und deswegen sinke deren &bdquo;Investitionsneigung&ldquo; (wo auch immer in der Welt).<\/em><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.cesifo-group.de\/portal\/page?_pageid=36,34713&amp;_dad=portal&amp;_schema=PORTAL\">ifo-Standpunkte<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Heiner Flassbeck: Die Flut nutzen<\/strong><br>\nFrau Merkel und Herr Steinbr&uuml;ck nehmen den Aufschwung wie Manna vom Himmel, obwohl er diesmal fast nur auf dem Export fu&szlig;t und folglich noch viel st&auml;rker gef&auml;hrdet ist als zu Beginn dieses Jahrhunderts. Sie scheinen wie gebannt auf die Konjunktur-Gurus zu starren, die tagt&auml;glich ihre Prognosen heraufsetzen und f&uuml;r Jahre voraus gute Zeiten kommen sehen.<br>\nDen Vogel dabei abgeschossen hat das Kieler Institut f&uuml;r Weltwirtschaft, das f&uuml;r 2007 und 2008 mit 2,8 Prozent und 2,4 Prozent die h&ouml;chsten Wachstumsraten prognostiziert. Dass dieses Institut einfach die jetzt schon &uuml;berbordenden deutschen Exportsteigerungen und eine st&auml;ndig steigende Verschuldung des Auslandes bei Deutschland f&uuml;r die n&auml;chsten Jahre fortschreibt, hat in der Euphorie des Aufschwungs niemand zur Kenntnis genommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_inc\/_globals\/print.php?em_cnt=1106597&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell&amp;em_ivw=fr_wirstart&amp;em_client=fr&amp;em_site_color=1&amp;em_site_style=1&amp;em_site_template=1&amp;em_site_text=1\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Ideen in der Bredouille<\/strong><br>\nNeoliberale sind f&uuml;r ein Grundeinkommen, Konservative f&uuml;r den Mindestlohn &ndash; und Linke f&uuml;r die Marktwirtschaft. Wenn Ideen auf Wanderschaft gehen, k&ouml;nnen sie ganz sch&ouml;n aus dem Tritt geraten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/03\/31\/a0171.1\/textdruck\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Abw&auml;rts auf Weltniveau<\/strong><br>\nGro&szlig;e Koalition will Firmensteuer auf internationales Ma&szlig; senken. Gro&szlig;britannien und Frankreich k&uuml;ndigen schon weitere Reduzierung an. Darauf, dass es Spielraum nach unten gibt, wies gestern auch Hermann Otto Solms (FDP) hin. Die aus seiner Sicht zu schwache Reform der gro&szlig;en Koalition kritisierend, empfahl er den chinesischen Steuersatz als Zielmarke: 25 Prozent f&uuml;r alle Firmen habe der Volkskongress dort unl&auml;ngst beschlossen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/03\/31\/a0164.1\/textdruck\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Oskar Lafontaine: Unternehmensteuerreform &ndash; Liebedienerei gegen&uuml;ber den Unternehmerverb&auml;nden<\/strong><br>\nEs ist richtig, Estland hat einen Steuersatz von 0 Prozent, das viel zitierte Irland hat einen Steuersatz von 12,5 Prozent, Lettland hat einen Steuersatz von 15 Prozent usw. Eine ganze Reihe von Staaten liegt aber &uuml;ber uns: Frankreich mit 33 Prozent, Belgien mit 34 Prozent, Malta sogar mit 35 Prozent und die USA mit 35 Prozent. Ich will sie nicht alle vorlesen. Es ist einfach ein M&auml;rchen, wenn hier gesagt wird, unser K&ouml;rperschaftsteuersatz sei zu hoch. Im &Uuml;brigen ist die H&ouml;he der nominalen Steuers&auml;tze schlicht und einfach nicht aussagef&auml;hig, wie wir wissen. Deswegen war es gut, dass der Finanzminister gesagt hat, der Steuersatz f&uuml;r die mittleren Unternehmen liege bei etwa 20 Prozent. Es w&auml;re aber gut gewesen, wenn er noch erg&auml;nzt h&auml;tte, dass die effektive Steuerbelastung der Kapitalgesellschaften im Jahre 2005 in Deutschland bei 16 Prozent lag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/rede.php?artikel=1332729191\">Linksfraktion<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wir dokumentieren diesen Beitrag, weil die Rezeption dieser Rede in den Medien meist nur noch durch billige Polemik gekennzeichnet ist und ein eigenes Urteil der Leser nicht mehr zul&auml;sst. So schreibt etwa Claus Hulverscheidt in einem Beitrag &bdquo;Attacken ins Leere&ldquo; in der &bdquo;seri&ouml;sen&ldquo; S&uuml;ddeutschen Zeitung (31.03\/01.04.07: S.6):<br>\n&bdquo;F&uuml;r Oskar Lafontaine ist die Welt dagegen wieder einmal ganz einfach: Steinbr&uuml;ck betreibe &bdquo;Liebedienerei gegen&uuml;ber Konzernen&ldquo; donnerte der Linksfraktionschef, der der Einzige ist, der , im Fu&szlig;ball w&uuml;rde man sagen: Hass ins Spiel bringt. Mit seinen frisierten Statistiken und dem ewig gleichen Lamento &uuml;ber die armen Rentner, Arbeitslosen und Arbeitnehmer kann er aber nur der eigenen Truppe den Kopf verdrehen. Die meisten &uuml;brigen Abgeordneten verdrehen die Augen.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Dazu schreibt uns ein Leser:<\/strong> Ich verdrehe meine Augen allerdings auch, nur anders herum:  dass eine objektive Berichterstattung nicht m&ouml;glich ist, wei&szlig; ich aus meiner eigenen Zeit als Journalist. Dass aber ein solch nassforsch-dummer Ton in der SZ erklingt, macht deutlich, wie sehr die SZ nun auch die Noten der neoliberalen Orchester zu spielen bereit ist.  Das ist Schmierenjournalismus, der sich noch nicht einmal die M&uuml;he macht, Information und Kommentar zu trennen. Deshalb k&uuml;ndige ich mein Abonnement zum Ende des Monats April. Das wird Sie zwar nicht besonders beeindrucken, ich habe aber keine Lust &ndash; frei nach K&auml;stner &ndash; den Kakao auch noch zu bezahlen, durch den Ex-FTD-Leute wie Hulverscheidt mich auch nun ziehen m&ouml;chten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Treue&ldquo; Mitarbeiter<\/strong><br>\nGanze 87 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland versp&uuml;rten im vergangenen Jahr keine echte Verpflichtung gegen&uuml;ber ihrem Job. 68 Prozent aller Besch&auml;ftigten machen lediglich Dienst nach Vorschrift und 19 Prozent haben die innere K&uuml;ndigung bereits vollzogen. Seit 2001 misst die forschungsbasierte Unternehmensberatung Gallup mit dem so genannten Engagement-Index im j&auml;hrlichen Abstand die St&auml;rke der emotionalen Bindung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland. Damit bleibt der Anteil der Besch&auml;ftigten, bei denen sich nur eine geringe oder keine emotionale Bindung im Job ausmachen l&auml;sst, seit der ersten Analyse vor sechs Jahren auf hohem Niveau stabil.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/karriere_management\/management\/:Business%20Wissen%20Der%20Mitarbeiter\/175550.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dass die Bindung der Arbeitnehmer\/innen so schlecht ist, verwundert eigentlich nicht, wenn ihnen t&auml;glich deutlich gemacht wird, dass sie eigentlich nur l&auml;stige Kostenfaktoren sind.<br>\nInteressant ist, dass die Welt vor einiger Zeit &uuml;ber eine EU-Studie berichtete, dort gab es diametral andere Befunde:<br>\n&bdquo;Die deutschen Arbeitnehmer sind deutlich zufriedener mit ihrer Arbeit als die meisten ihrer Kollegen in der Europ&auml;ischen Union (EU). 90 Prozent der Deutschen f&uuml;hlen sich in ihrem Job wohl, hei&szlig;t es in einem noch unver&ouml;ffentlichten EU-Bericht &uuml;ber die Arbeitsbedingungen in Europa. Die Studie des &ldquo;Europ&auml;ischen Institut zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen&rdquo; in Dublin liegt der WELT vor. Im EU-Durchschnitt sind 83 Prozent der Besch&auml;ftigten mit ihrem Job zufrieden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article698653\/Deutsche_besonders_zufrieden_mit_ihrem_Arbeitsplatz_.html\">Welt<\/a><br>\nDas zeigt einmal mehr: Umfrageergebnisse h&auml;ngen davon ab, welches Ergebnis jeweils erw&uuml;nscht ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Arbeitnehmer bleiben auf der Strecke<\/strong><br>\nDie verf&uuml;gbaren Nettoeinkommen von Arbeitnehmern sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten erheblich langsamer gestiegen als die von Rentner-, Pension&auml;rs- und Selbstst&auml;ndigenhaushalten, berichtet der SPIEGEL unter Berufung auf eine Langzeitstudie des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW).\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/070402_hinweise.gif\" alt=\"Diagramm 02\/04\/2007\"><\/p>\n<p class=\"reference\">Quelle: Statistisches Bundesamt<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/070402_hinweise2.gif\" alt=\"Diagramm 02\/04\/2007\"><\/p>\n<p class=\"reference\">Quelle: Statistisches Bundesamt<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/070402_hinweise3.gif\" alt=\"Diagramm 02\/04\/2007\"><\/p>\n<p class=\"reference\">Quelle: Statistisches Bundesamt<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/070402_hinweise4.gif\" alt=\"Diagramm 02\/04\/2007\"><\/p>\n<p class=\"reference\">Quelle: Statistisches Bundesamt<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/070402_hinweise5.gif\" alt=\"Diagramm 02\/04\/2007\"><\/p>\n<p class=\"reference\">Quelle: Statistisches Bundesamt<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/070402_hinweise6.gif\" alt=\"Diagramm 02\/04\/2007\"><\/p>\n<p class=\"reference\">Quelle: Statistisches Bundesamt<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,474995,00.html\">Bericht und Grafiken SpiegelOnline<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Der SPIEGEL w&auml;re nicht der SPIEGEL, wenn er nicht mit Rentnern, Pension&auml;ren und Selbst&auml;ndigen gleich wieder die Schuldigen f&uuml;r die Arbeitnehmereinkommensmisere ausmachen k&ouml;nnte. Die exorbitante Steigerung der Kapitaleinkommen auf Kosten der Arbeitnehmer kann und darf nicht urs&auml;chlich sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>HWWi\/Straubhaar-Studie und Opielka zum bedingungslosen Grundeinkommen und Solidarischen B&uuml;rgergeld<\/strong><br>\nAm 26.3.2007 ver&ouml;ffentlichte das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut drei Texte zum Grundeinkommen. Dabei geht es vor allem um die Finanzierbarkeit. Wir sind am 28.3. unter Ziff.8 der Hinweise schon darauf eingegangen. Hier jetzt zu Ihrer Information der Link zu dem gesamten Gutachten:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hwwi.org\/fileadmin\/hwwi\/Leistungen\/Gutachten\/Grundeinkommen-Studie.pdf\">hwwi.org [pdf &ndash; 1.06 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Es f&auml;llt mir schwer, mich mit diesem Text ernsthaft zu besch&auml;ftigen. Mit einigen wenigen Stichworten will ich dennoch darauf eingehen. Ansonsten kann ich nur wiederholen, was schon am 28.3. empfohlen war. Jeder Leser soll sich selbst ein Bild machen:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li>Bemerkenswert ist zun&auml;chst einmal, dass der von vielen gesch&auml;tzte Professor Opielka sich auf ein gemeinsames Papier mit dem extrem neoliberalen und <a href=\"?p=528#more-528\">von der Wirtschaft gesponserten Professor Straubhaar<\/a> eingelassen hat. Nun denn. Das muss jede und jeder selbst wissen.<\/li>\n<li>Untersucht wurde von Straubhaar die Finanzierbarkeit eines Grundeinkommens von 800 &euro; beziehungsweise 600 &euro;. Davon sollen 200 &euro; f&uuml;r Krankenkasse abgehen. Dann bleiben 600 beziehungsweise 400 &euro; im Monat. Dazu schreibt einer unserer Leser in einer Mail an Straubhaar: &bdquo;K&ouml;nnen Sie mir bitte mal verraten, wie ein Mensch von 600,- Euro im Monat, einschlie&szlig;lich Miete(!), leben soll? Ich zahle f&uuml;r meine 40 Quadratmeter ja schon 470,- Euro warm und viel billiger geht es nicht.&ldquo;<\/li>\n<li>&bdquo;Systemwechsel statt Systemreparatur&ldquo; fordert Straubhaar. Und dann wird zur Begr&uuml;ndung im Vorwort des Gesamtpapiers (Seite zwei) behauptet, &bdquo;der Sozialstaat ger&auml;t in Schieflage&ldquo;, weil wir &bdquo;in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, gebrochener Lebensl&auml;ufe, schwachen Wirtschaftswachstums und bald einmal schrumpfender und alternder Bev&ouml;lkerung&ldquo; lebten. &bdquo;Mit den grundlegenden wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und demographischen Ver&auml;nderungen verlieren die alten Fundamente ihrer Tragkraft.&ldquo; &ndash; Das ist die g&auml;ngige neoliberale Propaganda. Dabei wird insinuiert, die hohe Arbeitslosigkeit und das mangelnde Wachstum sei sozusagen gottgegeben und nicht &auml;nderbar. Damit wird meine Kritik an der Grundeinkommens-Debatte best&auml;tigt: die Bef&uuml;rworter des Grundeinkommens kapitulieren vor der Aufgabe, f&uuml;r mehr Besch&auml;ftigung zu sorgen.<br>\nAnsonsten wird von Straubhaar wieder die Demographie bem&uuml;ht. Dabei wei&szlig; jede\/r, die\/der sich um eine ehrliche Analyse bem&uuml;ht, dass die sozialen Sicherungssysteme, also das &bdquo;System&ldquo; Sozialstaat, nicht unter der demographischen Entwicklung leidet, sondern unter der hohen Arbeitslosigkeit, der Stagnation der Lohneinkommen, der bewussten Schw&auml;chung der sozialen Sicherungssysteme durch politische Entscheidungen wie die Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters und unter dem politisch gemachten Niedergang sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverh&auml;ltnisse. &ndash; Dass Prof. Opielka den ideologischen Unsinn von Straubhaar st&uuml;tzt, ist bemerkenswert.<\/li>\n<li>Nebenbei: Nebenbei: Bei solchen Forderungen nach einem politischen &bdquo;Systemwechsel&ldquo;,  ist h&ouml;chste Vorsicht angezeigt, einen solchen &bdquo;Systemwechsel&ldquo; wollten etwa auch die NS-Ideologen, weil ihnen das Weimarer System verhasst war. Bei den Neoliberalen lassen sich inzwischen &auml;hnliche ideologische Ablehnungshaltungen gegen&uuml;ber dem Sozialstaat des Grundgesetzes feststellen. (Diese Beobachtung ist &uuml;brigens auch Gegenstand meiner Diskussion in den gemeinsamen Veranstaltungen mit dem Autor Gunter Haug. Siehe <a href=\"?p=2215\">&ldquo;Tipps&rdquo; vom 28.03.2007<\/a> und <a href=\"?page_id=1084\">&ldquo;Lesungen&rdquo;<\/a>)<\/li>\n<li>Straubhaar macht in seinem Text eine beachtenswerte Einschr&auml;nkung. Er meint, das Grundeinkommen sei bei &bdquo;statischer Betrachtung&ldquo; finanzierbar. Hier wird einer der zentralen Kritikpunkte sichtbar: Die Einf&uuml;hrung eines Grundeinkommens hat n&auml;mlich vermutlich deutliche Folgen f&uuml;r das Verhalten der Menschen. Es ver&auml;ndert die Konstellation der Anreize. Eine statische Betrachtungsweise ist gerade lebensfremd.<\/li>\n<li>Auf Seite 13 hei&szlig;t es, im Gegenzug zum bedingungslosen Grundeinkommen &bdquo;werden alle steuer- und abgabenfinanzierten Sozialleistungen abgeschafft. Gesetzliche Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung verschwinden genauso wie Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohn- und Kindergeld.&ldquo;<br>\nDas wird einfach so dahin formuliert. Es gibt aber Anwartschaften zum Beispiel auf Rente. Die liegen im Durchschnitt h&ouml;her als das Grundeinkommen. Das wollen die Herren einfach streichen? Toll.<\/li>\n<li>Dann wird auch noch vorgeschlagen (auch Seite 13), den K&uuml;ndigungsschutz und den Fl&auml;chentarifvertrag abzuschaffen und Mindestl&ouml;hne auf keinen Fall vorzusehen. Von Betrieb zu Betrieb soll es frei verhandelbare L&ouml;hne geben. Es soll keine Sozialklauseln mehr geben.<br>\nVon Straubhaar h&auml;tte ich so etwas erwartet; f&uuml;r diesen &bdquo;Professor&ldquo; ist eben der Arbeitsmarkt wie der Kartoffelmarkt und er lebt in der Annahme, dass die Menschen den Grenznutzen der Freizeit gegen&uuml;ber dem Grenznutzen von Arbeit abw&auml;gen k&ouml;nnten. Dass die Menschen arbeiten m&uuml;ssen, um zu &uuml;berleben, steht bei dieser Betrachtung au&szlig;en vor. Die gesamte historische Debatte und Entwicklung um den Zusammenschluss der Arbeitnehmer in tariff&auml;hige Gewerkschaften scheint an Straubhaar vorbeigegangen oder er leugnet sie einfach. Offenbar Opielka auch. Eine bittere Entt&auml;uschung. &Ouml;ko-FDP?<br>\nZum Systemwandel w&uuml;rde auch noch geh&ouml;ren, die Gewerkschaften abzuschaffen. So &bdquo;ehrlich&ldquo; wollten die Autoren dann doch nicht sein.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dazu passt ganz gut:<br>\n<strong>Ostl&auml;nder gegen Mindestl&ouml;hne<\/strong><br>\nStatt &uuml;ber Mindestl&ouml;hne m&uuml;sse die Politik &uuml;ber ein Mindesteinkommen nachdenken. &ldquo;Perspektivisch kommen wir um ein B&uuml;rgergeld nicht herum, mit dem die Menschen ihre Existenz sichern k&ouml;nnen&rdquo;, sagte Ministerpr&auml;sident Althaus. Die Erfahrungen mit Hartz IV h&auml;tten gezeigt, dass eine Grundsicherung in Verbindung mit Kombil&ouml;hnen der richtige Weg sei. Dadurch w&uuml;rden niedrige Einkommen unter bestimmten Voraussetzungen mit staatlichen Mitteln aufgestockt und &ldquo;so das zum Leben erforderliche Mindesteinkommen gew&auml;hrleistet.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/politik\/642164.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> So hat man sich den Grundgedanken also vorzustellen: B&uuml;rgergeld in H&ouml;he von Hartz IV und alles was &uuml;ber das physische Existenzminimum hinausgeht, wird durch (Arbeitszwang etwa nach Glos) oder durch Kombil&ouml;hne &bdquo;aufgestockt&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Sch&auml;uble-Katalog<\/strong><br>\nDie gro&szlig;e Koalition will den Sicherheitsbeh&ouml;rden zahlreiche neue Befugnisse im Kampf gegen Terroristen einr&auml;umen. Rund die H&auml;lfte davon betrifft das Bundeskriminalamt (BKA), denn das BKA kann seit der F&ouml;deralismusreform im Oktober 2006 auch pr&auml;ventiv t&auml;tig werden. Welche Befugnisse das BKA konkret bekommt, soll ein Gesetzentwurf kl&auml;ren, dessen Entwurf Innenminister Sch&auml;uble (CDU) Mitte April vorlegen will.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/04\/02\/a0077.1\/text\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Pisa verkehrt: Schweden will sein international hochgelobtes Schulsystem reformieren.<\/strong><br>\nAusgerechnet Deutschland soll nun als Vorbild f&uuml;r Reformen dienen. Kein Land bietet Kindern aus sozial benachteiligten Familien mehr Bildungschancen. Auch bei der Integration von Zuwandererkindern der zweiten Generation steht Schweden gut da. W&auml;hrend Migranten der zweiten Generation in Deutschland im Schnitt einen R&uuml;ckstand von mehr als zwei Jahren haben, betr&auml;gt dieser in Schweden weniger als ein Jahr. Und der Abstand zwischen Sch&uuml;lern mit Migrationshintergrund und Einheimischen nimmt von einer Zuwanderergeneration zur n&auml;chsten deutlich ab.<br>\nAber: Ibrahim Baylan, Bildungsminister der fr&uuml;heren sozialdemokratischen Regierung: &ldquo;Wir haben ein politisches Klima, das die schwedische Schule f&uuml;r katastrophal erkl&auml;rt, obwohl sie eigentlich gut funktioniert.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/forschung_bildung\/bildung\/:Blick%20Ausland%20Pisa\/179365.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Konservativen bedienen sich &uuml;berall der gleichen Methode: Erst wird alles schlecht geredet, um dann &bdquo;Reformen&ldquo; zu propagieren.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2226","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2226","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2226"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2226\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2226"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2226"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2226"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}