{"id":22346,"date":"2014-07-11T16:14:23","date_gmt":"2014-07-11T14:14:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346"},"modified":"2014-07-11T16:58:24","modified_gmt":"2014-07-11T14:58:24","slug":"hinweise-des-tages-ii-159","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h01\">Spionageaff&auml;re: Verfassungsschutz hatte bereits 2010 einen anonymen Hinweis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h02\">Geringe Effizienz der Krisenbek&auml;mpfung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h03\">TTIP<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h04\">Karstadt-Investor Berggruen: Vermeintlicher Wohlt&auml;ter<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h05\">EU-Sozialkommissar: &bdquo;Die Statistik verbirgt 370.000 junge Arbeitslose&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h06\">Europas Zukunft: Demokratische Z&auml;sur oder Weiter-So?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h07\">The Struggle Over the Financial Transactions Tax &ndash; A Politico-economic Farce<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h08\">Die Sicherheitspolitik der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h09\">Linke fordert von Merkel Stopp der Maut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h10\">Bundeswehr soll zivile Opfer verschwiegen haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h11\">SoVD: Lohnminderung statt Mindestlohn: Strategie der GroKo ist durchschaut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h12\">Subunternehmertum &uuml;ber Werkvertr&auml;ge, Leiharbeit etc. als arbeitspolitische Herausforderung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h13\">Textilsiegel: Ehrgeiziger Zeitplan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h14\">Das Riesen-Problem des schwachen Riester-Fonds<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h15\">Mietenpolitik: Von &Ouml;sterreich lernen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h16\">Assoziierung und Spaltung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h17\">Warum versagt die Volkswirtschaftslehre?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h18\">Berufsverbot f&uuml;r Risikokandidaten?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h19\">Bilanz f&uuml;nf Jahre nach dem Putsch in Honduras<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h20\">Der Rassist in uns <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346#h21\">Rezension: &ldquo;Wem geh&ouml;rt Deutschland?&rdquo; von Jens Berger<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22346&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Verfassungsschutz hatte bereits 2010 einen anonymen Hinweis auf den verd&auml;chtigten Mitarbeiter<\/strong>\n<p>Das Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz bekam schon im August 2010 einen anonymen Hinweis auf jenen Mitarbeiter im Verteidigungsministerium, der jetzt in den Verdacht geraten ist, f&uuml;r die USA spioniert zu haben. Das berichtet die in Halle erscheinende &ldquo;Mitteldeutsche Zeitung&rdquo; (Freitag-Ausgabe) unter Berufung auf die j&uuml;ngste Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr). Nach Informationen des Blattes hie&szlig; es in dem anonymen Schreiben, dass besagter Mitarbeiter immer mal wieder zu Kurztrips in die T&uuml;rkei aufbreche, insgesamt war von 15 bis 16 dieser Reisen die Rede. Damals wurde vermutet, er treffe sich in der T&uuml;rkei wom&ouml;glich mit Vertretern des russischen Geheimdienstes. Der Verd&auml;chtige wechselte anschlie&szlig;end h&auml;ufiger die Dienststellen. Dies k&ouml;nnte ein Grund daf&uuml;r sein, dass er so lange unbehelligt blieb. Vertreter der Regierung, der Geheimdienste und der Bundesanwaltschaft gaben in der Sitzung am Donnerstag Auskunft &uuml;ber den Stand der Ermittlungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/47409\/2781792\/mitteldeutsche-zeitung-spionageaffaere-verfassungsschutz-hatte-bereits-2010-einen-anonymen-hinweis\">Presseportal<\/a> <\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Schon die Tatsache, dass binnen weniger Tage gleich zwei Spione hochgenommen werden, die schon l&auml;nger im Visier sind, macht deutlich, dass hier Ablenkungsman&ouml;ver inszeniert werden. Man will (oder kann) an die generelle &Uuml;berwachungspraxis und schon gar nicht an die hiesigen US-&Uuml;berwachungseinrichtungen nicht ran und sucht nun nach ein paar Bauernopfer.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Linke will &raquo;neue Tonart und h&auml;rtere Gangart&laquo; gegen USA<\/strong><br>\nDer Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, hat angesichts der Spionageaff&auml;re sch&auml;rfere Konsequenzen der Bundesregierung gefordert. Kanzlerin Angela Merkel solle ihr &raquo;Duckm&auml;usertum&laquo; aufgeben, sagte Riexinger der &raquo;Neuen Osnabr&uuml;cker Zeitung&laquo;. Es seien &raquo;eine neue Tonart und eine h&auml;rtere Gangart&laquo; n&ouml;tig. der Linkenpolitiker forderte, &raquo;die Bundesregierung sollte die T&auml;tigkeit von CIA und NSA auf deutschem Boden formell f&uuml;r unerw&uuml;nscht erkl&auml;ren&laquo;. Die Vereinigten Staaten h&auml;tten mit ihrer &Uuml;berwachungspraxis &raquo;die rote Linie l&auml;ngst &uuml;berschritten&laquo; und die US-Geheimdienste behandelten &raquo;Europa wie ihren Hinterhof&laquo;. Riexinger brachte au&szlig;erdem ins Spiel, dass &raquo;die US-Einrichtungen, von denen aus die Spionage organisiert wird&laquo;, durchsucht werden m&uuml;ssten, &raquo;um diesem Treiben ein Ende zu setzen&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/938605.linke-will-neue-tonart-und-haertere-gangart-gegen-usa.html\">Neues Deutschland<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Herr Steinmeier gibt sich als fr&uuml;herer Leiter des Bundeskanzleramtes sowie fr&uuml;herer und derzeitiger Bundesau&szlig;enminister quasi als ahnungslos, wenn er eine schnelle Kl&auml;rung fordert. Er sei zugleich &ldquo;erstaunt und emp&ouml;rt&rdquo;. Das erscheint widerspr&uuml;chlich: Wie kann jemand Kl&auml;rung fordern, sich zugleich erstaunt und emp&ouml;rt zeigen? Erstaunen und Emp&ouml;rung k&ouml;nnten lediglich dann vorliegen, wenn ein Sachverhalt bereits gekl&auml;rt ist.<br>\nHerr Steinmeiers Reaktion wirkt insbesondere deshalb kaum glaubhaft, da er Schr&ouml;ders Kanzleramtsleiter und als solcher u.a. f&uuml;r Geheimdienste zust&auml;ndig war. Er m&uuml;sste daher z.B. &uuml;ber die Zusammenarbeit mit US-Geheimdiensten und die Arbeit von &ldquo;befreundeten&rdquo; Diensten bestens informiert sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gr&ouml;&szlig;ere Anf&auml;lligkeit: Geringe Effizienz der Krisenbek&auml;mpfung<\/strong><br>\nInwieweit die Krisenbek&auml;mpfung bisher erfolgreich gewesen ist, h&auml;ngt nicht zuletzt vom Blickwinkel ab. Eine &ndash; popul&auml;re &ndash; Sicht ist, dass eine noch heftigere Krise erfolgreich verhindert worden sei, eine andere aber, dass die Gegenma&szlig;nahmen die Krise versch&auml;rft und verl&auml;ngert h&auml;tten. Keith Dicker, Chief Investment Officer der Ice Cap Asset Management, h&auml;lt die Krisenbek&auml;mpfung zumindest f&uuml;r nicht besonders effizient. Die meisten industrialisierten L&auml;nder h&auml;tten noch lange nicht ein Wirtschaftswachstum erreicht, das f&uuml;r eine Reduzierung der Schulden auf ein nachhaltig tragbares Niveau notwendig sei. Die monet&auml;ren Ma&szlig;nahmen der Notenbanken der USA, der Euro-Zone, Japans und Gro&szlig;britanniens seit 2008 addierten sich auf &uuml;ber 6,8 Bio. $, mit beschr&auml;nkten Resultat: So habe der geldpolitische Stimulus der US-Notenbank von 3,3 Bio. $ in den vergangenen vier Jahren nur zu einem Wachstum der Wirtschaft von 1,8 Bio. $ verholfen.<br>\nEine Folge der Krisenbek&auml;mpfung in der durchgef&uuml;hrten Form ist eine systematische Schw&auml;chung der Wirtschaft und eine erh&ouml;hte Krisenanf&auml;lligkeit. Die gro&szlig;en Notenbanken sind belastet mit durch die Geldpolitik aufgebl&auml;hten Bilanzen. Anleger haben sich durch die Niedrigzinspolitik der Notenbanken in risikoreichere Anlagen vorgewagt als fr&uuml;her. Die Banken haben ihre Bilanzen nicht im ausreichenden Ma&szlig; bereinigt und mit neuem Kapital untermauert. Die Bilanzsumme der Geldh&auml;user im Euro-Raum ist in den Krisenjahren stark gestiegen; die gegenseitige, auf hohe Investitionen in Staatsanleihen zur&uuml;ckzuf&uuml;hrende Abh&auml;ngigkeit von Staat und Gesch&auml;ftsbanken ist ungebrochen. Gleichzeitig ist die Staatsschuld der entwickelten L&auml;nder gestiegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/geringe-effinzienz-der-krisenbekaempfung-1.18338087?extcid=Newsletter_07072014_Top-News_am_Morgen\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Anscheinend sind sich alle einig, dass die Krise nicht beendet ist bzw. zuk&uuml;nftige Krisen anstehen, aber politisches Handeln ist nicht angesagt. Etwas armselig kommt das Argument daher, dass auf der wirtschaftspolitischen Seite &ldquo;Erm&uuml;dungserscheinungen und abnehmender Reformwillen un&uuml;bersehbar&rdquo; seien. Was soll das? Wir stehen vor dem Platzen der Aktienblase in den USA und damit auch hier. Obwohl die Wachstumsperformance alles andere als sensationell ist, erleben wir die viertl&auml;ngste B&ouml;rsenhausse seit dem Crash von 1929. Die Kurse spiegeln in keiner Weise die Gewinne der Unternehmen wider. Man muss sich einmal vorstellen, dass in den USA nur noch drei Unternehmen mit einem AAA-Rating existieren: ExxonMobil, Microsoft und Johnson &amp; Johnson. Wenn BBB-Ratings ernst zu nehmen sind, sind etliche Unternehmen von Insolvenz bedroht. Bei einem nur geringf&uuml;gigen Anstieg der Zinss&auml;tze k&ouml;nnten viele, allzu viele, hoch verschuldete Firmen aus dem Markt fliegen. Ob es dann bei dem &uuml;blichen Absinken der Aktienm&auml;rkte um ca. 30 Prozent bleibt? Die Bank f&uuml;r Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt in ihrem <a href=\"http:\/\/www.bis.org\/publ\/arpdf\/ar2014_de.pdf\">Jahresberichtbericht [PDF]<\/a> vor einer &ldquo;gef&auml;hrlichen Schuldenblase&rdquo; und fordert die Notenbanken auf, gegenzusteuern. Die US-Notenbankchefin Janet Yellen dagegen betont, Aufgabe der Federal Reserve sei nicht, mit der Zinspolitik spekulative Exzesse abzuwenden. Der <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wirtschaft\/konjunktur\/Die-Boersenparty-muss-weitergehen\/story\/25809888\">Tages-Anzeiger schreibt<\/a>: &ldquo;Nicht oder schwach regulierte Finanzakteure wie Hedgefonds und Hochfrequenzh&auml;ndler wickeln heute in den USA mehr als die H&auml;lfte aller B&ouml;rsenauftr&auml;ge ab. Parallel dazu hat der Handel mit Derivaten j&auml;hrlich um fast 20 Prozent zugenommen und nominal mehr als 700 Billionen Dollar erreicht.&rdquo; Man denke an 2008. Des Weiteren besteht aufgrund der hohen Verf&uuml;gbarkeit von Krediten schon wieder die Gefahr, dass sich in L&auml;ndern wie Brasilien, China, Kanada oder Deutschland Immobilienblasen bilden. Der stellvertretende Direktor der Bank of England Jon Cunliffe bezeichnete die Lage am H&auml;usermarkt nun als &ldquo;gr&ouml;&szlig;tes Risiko&rdquo; f&uuml;r die britische Wirtschaft. Die Preise stiegen st&auml;rker als die Einkommen der Briten &ndash; und somit w&uuml;chsen auch die Schulden in der Wirtschaft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>TTIP<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Briten bef&uuml;rchten Privatisierung des Gesundheitssystems<\/strong><br>\nEs gibt einiges, was in den USA besser l&auml;uft als in Europa &ndash; dass das Gesundheitssystem dazu geh&ouml;rt, d&uuml;rften jedoch die wenigsten neutralen Beobachter behaupten. Entsprechend gro&szlig; sind die Bef&uuml;rchtungen in europ&auml;ischen L&auml;ndern, dass mit dem geheim verhandelten TTIP-Freihandelsabkommen amerikanische Verh&auml;ltnisse einziehen, damit abh&auml;ngigkeits&ouml;konomisch operierende US-Anbieter nicht &ldquo;diskriminiert&rdquo; werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42216\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Pia Eberhardt: &ldquo;Die Freihandelsfalle&rdquo; &ndash; Transatlantische Industriepolitik ohne B&uuml;rgerbeteiligung<\/strong><br>\nWessen Freiheit ist gemeint, wenn von&ensp;&bdquo;Freihandel&ldquo;&ensp;die Rede ist? K&ouml;nnen nach entsprechenden Abkommen B&uuml;rger noch einen vorbeugenden Gesundheitsschutz durchsetzen? K&ouml;nnen Gentechnik oder Gas-&ldquo;Fracking&ldquo;&ensp;noch untersagt werden? K&ouml;nnen Kommunen Privatisierungen verhindern? Wem hilft ein st&auml;rkerer&ensp;&bdquo;Patentschutz&rdquo;? Geht es da nur um geistiges Eigentum? Was wird aus der europ&auml;ischen Kultur- und Medienlandschaft, wenn die F&ouml;rderung von einheimischen K&uuml;nstlern oder &ouml;ffentlich-rechtliche Konstruktionen untersagt werden?<br>\nModeration: J&uuml;rgen Albers<br>\nText-Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sr-online.de\/sronline\/sr2\/sendungen_a-z\/fragen_an_den_autor\/20140511_fragen_an_den_autor_eberhardt_die_freihandelsfalle104.html\">SR 2<\/a><br>\nAudio-Podcast: <a href=\"http:\/\/pcast.sr-online.de\/play\/fragen\/2014-05-12_eberhardt_freihandelsfalle_11_5_2014.mp3\">SR 2<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung M.G.:<\/strong> Ein sehr h&ouml;renswerter und informativer Beitrag zum Staatenenteignungsabkommen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Europ&auml;ische B&uuml;rgerinitiative soll TTIP verhindern<\/strong><br>\nBegehren richtet sich auch gegen CETA, aber nicht gegen TISA.<br>\nAm Dienstag den 15. Juli wollen Mehr Demokratie aus Deutschland, War on Want aus Gro&szlig;britannien und etwa 120 weitere NGOs aus verschiedenen europ&auml;ischen L&auml;ndern in Br&uuml;ssel eine Europ&auml;ische B&uuml;rgerinitiative (EBI) vorstellen. Sie richtet sich gegen zwei geplanten geplanten Freihandels- und Investitionsabkommen mit den USA und Kanada: TTIP und CETA. Die NGOs bef&uuml;rchten, dass die geheimen Verhandlungen dazu Konsequenzen haben k&ouml;nnten, die in der Bev&ouml;lkerung vieler L&auml;nder keine Mehrheit finden w&uuml;rden: Zum Beispiel eine Privatisierung der Gesundheits- und Bildungssysteme &ndash; oder Schiedsgerichte, an denen Konzerne Staaten verklagen, wenn ihnen demokratisch beschlossene Marktregeln nicht gefallen.<br>\nDamit eine B&uuml;rgerinitiative von der EU-Kommission als EBI zur Kenntnis genommen wird, muss sie von mindestens einer Million Wahlberechtigten aus mindestens sieben EU-L&auml;ndern unterschrieben werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42232\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Karstadt-Investor Berggruen: Vermeintlicher Wohlt&auml;ter<\/strong><br>\nF&uuml;nf Monate war Eva-Lotta Sj&ouml;stedt die Chefin von Karstadt, nun hat sie hingeworfen und den Schuldigen daf&uuml;r klar benannt. Karstadt fehlt das Geld, und das liegt allein am Eigent&uuml;mer. Als Nicolas Berggruen das Unternehmen vor vier Jahren aus der Insolvenz f&uuml;hrte, lie&szlig; er sich als M&auml;zen feiern &ndash; als Wohlt&auml;ter, der nicht auf die Rendite achtet und blo&szlig; Gutes tut. Die Realit&auml;t ist eine andere. Berggruen hat die einst b&ouml;rsennotierte Warenhauskette zu einer Geheim-GmbH umbauen lassen, an deren Ende ein Briefkasten irgendwo in der Karibik steht. Investiert hat Berggruen in den vergangenen Jahren so gut wie nichts. Karstadt zahlt sogar drauf: Jahr f&uuml;r Jahr muss das Unternehmen Nutzungsgeb&uuml;hren in Millionenh&ouml;he f&uuml;r die Markenrechte der Handelskette an Berggruen abf&uuml;hren, denn die h&auml;lt dieser Investor. Frisches Geld, das Karstadt dringend zur Sanierung der Filialen braucht, verweigert Berggruen konsequent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/karstadt-investor-berggruen-vermeintlicher-wohltaeter-1.2034387\">SZ&#8232;<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wieder einmal nur eine Heuschrecke mehr?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article130034744\/Berggruen-bietet-Karstadt-fuer-einen-Euro-an.html\">Angeblich<\/a> bietet Berggruen Karstadt f&uuml;r einen Euro an. Die Signa-Gruppe des Tiroler Unternehmers Ren&eacute; Benko soll vor allem an den Immobilien und nicht an der Warenhauskette  interessiert sein. D&uuml;stere Aussichten f&uuml;r die Besch&auml;ftigten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>EU-Sozialkommissar: &bdquo;Die Statistik verbirgt 370.000 junge Arbeitslose&ldquo;<\/strong><br>\nL&aacute;szl&oacute; Andor: Wer Jugendarbeitslosigkeit wirksam bek&auml;mpfen will, muss Arbeitspl&auml;tze durch nachhaltiges Wachstum schaffen und nicht auf einen einseitigen Sparkurs setzen oder durch exzessive Export&uuml;bersch&uuml;sse auf Kosten anderer Volkswirtschaften wachsen&hellip;<br>\nDeutschland hat zwar offiziell eine registrierte Jugendarbeitslosigkeit von nur 7,8 Prozent. Die wahre Jugendarbeitslosigkeit ist aber viel h&ouml;her. In Deutschland gibt es 370.000 arbeitslose Jugendliche, die nicht in den offiziellen Statistiken auftauchen, weil sie nicht nach Arbeit suchen und nicht in Ausbildung oder Schulung sind. Das ist eine sehr hohe Zahl, die ein Grund zur Sorge ist. Viele dieser Jugendlichen sind Migranten oder Au&szlig;enseiter der Gesellschaft. Aus Sicht der EU-Kommission muss die deutsche Politik sich um diese Gruppe viel st&auml;rker k&uuml;mmern. Der deutsche Ansatz bei der Bek&auml;mpfung der Jugendarbeitslosigkeit ist zu stark auf die offiziell registrierten arbeitslosen Jugendlichen konzentriert. Deutschland muss mehr tun, um die Jugendgarantie, wonach jeder Jugendliche unter 25 Jahren nach vier Monaten einen Job, Ausbildungs- oder Praktikumsplatz erhalten soll, umzusetzen. Die Politik muss sich auch um jene k&uuml;mmern, die nicht im Computersystem registriert sind, aber trotzdem keine Arbeit haben und dringend Hilfe ben&ouml;tigen.<br>\nQuell: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article130027269\/Die-Statistik-verbirgt-370-000-junge-Arbeitslose.html\">Welt.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Europas Zukunft: Demokratische Z&auml;sur oder Weiter-So?<\/strong><br>\nSoll die W&auml;hrungsunion mit einer austerit&auml;tsfixierten Politik, einer Schuldenbremse, einer nur bedingt demokratischen Form der &bdquo;economic governance&ldquo; ausgestattet und auf der Grundlage einer ad-hoc-Banken-Rettungspolitik weitergef&uuml;hrt werden oder ist ein Kurswechsel m&ouml;glich, der mit dem Stichwort Europ&auml;ischer Investitionsplan (&bdquo;Marschallplan&ldquo;) zu charakterisieren ist? Scharpfs Ansatz hat &ndash; &auml;hnlich wie Di Fabios Pl&auml;doyer &ndash; den Effekt, diese Alternativen unsichtbar statt sichtbar zu machen. Genau das Gegenteil ist wichtig. Nur von &bdquo;sozialem Europa&ldquo; zu reden reicht nicht mehr aus. Es muss eine Abkehr von der Austerit&auml;tspolitik eingeleitet werden und eine Diskussion &uuml;ber eine ambitionierte europ&auml;ische Sozialagenda in Gang kommen, die sich nicht auf weiche Ziele beschr&auml;nkt, sondern harte Ziele aufgreift wie eine Europ&auml;isierung der Mitbestimmung, eine verfassungsgebende Versammlung, eine St&auml;rkung der sozialen Grundrechte gegen&uuml;ber den Marktfreiheiten und eine Neujustierung des Verh&auml;ltnisses zwischen Markt und Staat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++07b699ae-06ae-11e4-9518-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Stephan Schulmeister: The Struggle Over the Financial Transactions Tax &ndash; A Politico-economic Farce<\/strong><br>\nThe struggle over the FTT has developed in three phases. In the first phase (2009 to 2011) the supporters of the tax went on the offensive, supported by the &ldquo;shock effects&rdquo; of the financial crisis. This phase ended with the (preliminary) &ldquo;victory&rdquo; in the form of the FTT proposal of the European Commission in September 2011. The second phase was shaped by the search for ways how to implement the FTT within<br>\nthe EU. It ended with the publication of a modified FTT proposal by the Commission in February 2013 as basis for the implementation in 11 member countries. The last phase has been marked by a strong counter-offensive of the financial lobby which succeeded in playing off FTT supporting countries against each other, in particular Germany and France. This phase ended with a defeat of the FTT supporters.<br>\nNot even in a group of EU countries will a general FTT be implemented in the foreseeable future. The struggle over the FTT was mainly carried out in two &ldquo;battlefields&rdquo;, the intellectual disputes between economists at universities, research institutes and international organisations, and the political controversies between NGOs, political parties, governments and pressure groups, in particular the finance industry.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wifo.ac.at\/publikationen?detail-view=yes&amp;publikation_id=47272\">WIFO<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Sicherheitspolitik der EU<\/strong><br>\nDie Sicherheitspolitiker der EU richten ihren Apparat auf neue Anforderungen aus. Im Vordergrund steht nicht mehr der Kampf zwischen Staaten,  sondern die Bek&auml;mpfung von Aufst&auml;nden. Potentiell auch im Inneren der Europ&auml;ischen Union.<br>\n2001 forderte der deutsche Innenminister Otto Schily in einem Interview den Aufbau einer internationalen Aufstandsbek&auml;mpfungspolizei. Mittlerweile existieren in der EU besondere Polizeieinheiten, die f&uuml;r diesen Zweck ausgebildet sind. Gedacht sind sie f&uuml;r Eins&auml;tze in Drittl&auml;ndern. Doch seit dem Vertrag von Lissabon hat die Europ&auml;ische Union die M&ouml;glichkeit, paramilit&auml;rische Verb&auml;nde wie die Gendarmerie und auch Armeeeinheiten in Mitgliedsl&auml;nder zu entsenden. Angesichts des Unwillens gegen Wirtschaftskrise und die drastischen Folgen der Sparpolitik in s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;ndern eine beunruhigende Perspektive.<br>\nDie Berliner Journalistin Aureliana Sorrento hat recherchiert, bei &laquo;EuroGendFor&raquo; im italienischen Vicenza, beim &laquo;Gefechts&uuml;bungszentrum Heer&raquo; (G&uuml;Z) nahe Magdeburg und bei Sicherheitspolitikern und Experten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/kontext\/die-sicherheitspolitik-der-eu\">Radio SRF.ch Kontext Audio<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Linke fordert von Merkel Stopp der Maut<\/strong><br>\nDie Kritikpunkte: Sie helfe &ouml;kologisch gar nicht, ein fiskalischer Effekt sei zweifelhaft und obendrein belaste es die Beziehungen zu den Nachbarl&auml;ndern.<br>\nBundeskanzlerin Merke habe im TV-Duell im Wahlkampf gesagt, mit ihr werde es keine Pkw-Maut geben, so Linke-Fraktionsvize Dietmar Bartsch. &bdquo;Sie steht bei den W&auml;hlern im Wort.&ldquo; Auch der Einzelhandel und das Umweltbundesamt kritisierten die Pl&auml;ne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/verkehr-umweltbundesamt-kritisiert-geplante-pkw-maut-als-flatrate_id_3978554.html\">Focus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Pr&auml;sidentin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Damit ist die Maut eine Flatrate, die keinerlei &ouml;kologische Lenkungswirkung entfaltet.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Dazu:<\/em> <strong>Verkehrsministerkonferenz-Chef zweifelt an Maut-Konzept<\/strong><br>\nDer Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD), hat Zweifel am Maut-Konzept von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ge&auml;u&szlig;ert. Er sei skeptisch, ob die von Dobrindt kalkulierten Verwaltungsausgaben von 260 Millionen Euro ausreichten, um den hohen Aufwand abzudecken, sagte Meyer der &ldquo;Frankfurter Rundschau&rdquo;. Das vorgeschlagene Maut-System wirke sehr kompliziert und verursache m&ouml;glicherweise eine &uuml;berbordende B&uuml;rokratie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dtoday.de\/startseite\/wirtschaft_artikel,-Verkehrsministerkonferenz-Chef-zweifelt-an-Maut-Konzept-_arid,359074.html\">Deutschland today<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bundeswehr soll zivile Opfer verschwiegen haben<\/strong><br>\nReporter des WDR berichten &uuml;ber bis zu 27 get&ouml;tete Zivilisten, die 2010 Opfer eines der schwersten Gefechte der Bundeswehr im Norden Afghanistans geworden sein sollen. Auch Kinder seien darunter gewesen. Wurde dies &uuml;ber Jahre vertuscht?<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/einsatz-in-afghanistan-bundeswehr-soll-zivile-opfer-verschwiegen-haben-1.2040661\">SZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/tv\/monitor\/sendungen\/2014\/0710\/opfer.php5\">WDR Monitor, Zivile Opfer im Afghanistan-Krieg; Was verschweigt die Bundeswehr? (Video)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>SoVD: Lohnminderung statt Mindestlohn: Strategie der GroKo ist durchschaut<\/strong><br>\nSoVD &ndash;&nbsp; Kreisverband Dortmund hat das Rentenpaket und den Mindestlohn&nbsp; von Prof. Albrecht Goeschel (Marquartstein und Verona) analysieren lassen. Prof. Goeschel weist zun&auml;chst, wie andere Experten, darauf hin, dass der Mindestlohn wegen der zahlreichen Ausnahmen, wegen der M&ouml;glichkeit ihn durch Tarifvertr&auml;ge zu unterlaufen und wegen der verschobenen Verbindlichkeit statt f&uuml;r 5 Millionen Beg&uuml;nstigte nur f&uuml;r allenfalls 2,5 Millionen Beg&uuml;nstigte wirksam werden wird &ndash; auch wegen der zwischenzeitlichen nominalen Lohnerh&ouml;hungen. Vor allem aber bietet der Mindestlohn &nbsp;auch zahlreiche Ansatzpunkte f&uuml;r &bdquo;Gesch&auml;ftsmodelle&ldquo; mit Billigarbeit&hellip;<br>\nAnstelle einer sp&uuml;rbaren Besteuerung der Gewinne und Verm&ouml;gen aller Branchen und ihrer Unternehmen wirkt die Mindestlohnverpflichtung wegen der unterschiedlichen Besch&auml;ftigungs- und Entgeltstrukturen vorrangig gegen&uuml;ber den Inlands- und Dienstleistungssektoren und &ndash;branchen (Landwirtschaft, Gastgewerbe, Handel, Verkehr etc.) Die im &bdquo;Gesch&auml;ftsmodell Deutschland&ldquo; stets bevorzugten Export- und Finanzindustrien werden demgegen&uuml;ber vom Mindestlohn so gut wie nicht ber&uuml;hrt.<br>\nProf. Goeschel spricht daher vor diesem Hintergrund von einem &bdquo;Lohn-Minderungs&ldquo;-Paket der GroKo, das mit einem &bdquo;Mindest-Lohn&ldquo;-Gesetz der GroKo nur getarnt worden sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/alltag\/entlohnung\/mindestlohn\/mindestlohn_all\/lohnminderung-statt-mindestlohn-strategie-der-groko-ist-durchschaut-sovd-untersucht-das-sozialpaket-der-regierungsparteien\/\">LabourNet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&ldquo;Mehr-Arbeitgeber-Beziehungen&rdquo; &ndash; Subunternehmertum &uuml;ber Werkvertr&auml;ge, Leiharbeit etc. als arbeitspolitische Herausforderung<\/strong><br>\nIn j&uuml;ngster Zeit sind neue Varianten altbekannter Besch&auml;ftigungs- und Kontraktformen wie Werkvertr&auml;ge (etwa als Regaleinr&auml;umer im Supermarkt, Handwerker in der Online-Versteigerung oder Programmierer im Crowdsourcing) und Leiharbeit (in der Krankenpflege genauso wie im Automobilbau) in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte ger&uuml;ckt. Oftmals stehen dabei wissensintensive T&auml;tigkeiten im Zentrum der Aufmerksamkeit wie z.B. die Softwareentwicklung, aber auch Forschung und Entwicklung, die schon immer auch jenseits der Standards des Normalarbeitsverh&auml;ltnisses erbracht wurden. J&uuml;ngst aufgedeckte Skandale machen nochmal deutlich, dass die ethisch und politisch fragw&uuml;rdige Nutzung von Werkvertr&auml;gen auch in arbeitsintensiven, industrienahen Dienstleistungst&auml;tigkeiten anzutreffen ist&hellip;<br>\nSo ist allein zwischen 2008 und 2012 die Anzahl der Besch&auml;ftigten der 15 gr&ouml;&szlig;ten Industriedienstleister in Deutschland um 18% angestiegen. Unsere Befunde aus dem von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gef&ouml;rderten Projekt &bdquo;Tariflosigkeit auf dem Weg zum Normalzustand?&ldquo; an der Freien Universit&auml;t Berlin zeigen, das in diesem Segment besondere Herausforderungen f&uuml;r Personalmanagement und Arbeitnehmervertretung bestehen. Bei (quasi-)externalisierter Arbeit kommt es regelm&auml;&szlig;ig dazu, dass sich unterschiedliche Verg&uuml;tungsstandards im gleichen Arbeitskontext etablieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++9999dda2-083b-11e4-816c-52540066f352\">Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Textilsiegel: Ehrgeiziger Zeitplan<\/strong><br>\nBis Ende des Jahres will Entwicklungsminister Gerd M&uuml;ller ein Siegel f&uuml;r fair und umweltschonend produzierte Textilien einf&uuml;hren. Das ist ein ehrgeiziges Unterfangen, vor allem wenn das neue Siegel den Massenmarkt erreichen soll und nicht nur die hochpreisige Nische. Dennoch kann das gelingen, meint der Entwicklungsexperte Roger Peltzer. Allerdings m&uuml;ssen sich beide Seiten von ihren Wunschvorstellungen verabschieden &ndash; die Textilhersteller ebenso wie die zivilgesellschaftlichen Initiativen f&uuml;r faire Kleidung. Allerdings wird der Weg hin zu einem Textilsiegel, das gro&szlig;e Teile des Massenmarktes abdeckt, nicht einfach. Anders als bei Bio-Eiern, fairem Kaffee oder Orangensaft umfasst die Produktion eines Kleidungsst&uuml;ckes nicht nur ein oder zwei, sondern sechs bis sieben Verarbeitungsstufen. Vom Baumwollfeld geht es zun&auml;chst in einen Entk&ouml;rnungsbetrieb. Die Baumwollballen landen dann in einer Spinnerei, die das Garn herstellt. Danach wird gef&auml;rbt, dann kommt der Zuschnitt und zuletzt werden die Kleider in den Fabriken in Bangladesch, Vietnam oder China gen&auml;ht. Diese Wertsch&ouml;pfungskette gliedert sich in Stufen, die &uuml;ber die ganze Welt verteilt sind. Jede einzelne Produktionsstufe birgt &ouml;kologische und soziale Risiken. Bei der Baumwollproduktion werden giftige Pestizide eingesetzt, B&ouml;den werden ausgelaugt, es gibt Kinderarbeit und Bauern m&uuml;ssen um angemessene L&ouml;hne k&auml;mpfen. Die Arbeitsbedingungen in den Entk&ouml;rnungsbetrieben mit vielen Saisonarbeitern interessieren bis jetzt kaum jemanden. Beim F&auml;rben der Stoffe werden oft giftige Farben eingesetzt. Die mitunter sehr schlechten Arbeitsbedingungen in den N&auml;hbetrieben sind bekannt. Alle diese Aspekte bis Ende dieses Jahres mit einem Textilstandard abzudecken, ist schwierig, wenn nicht unm&ouml;glich. Es w&auml;re schon viel erreicht, wenn zun&auml;chst die &ouml;kologischen und sozialen Probleme beim Baumwollanbau und in den N&auml;hbetrieben erfasst w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt-sichten.org\/brennpunkte\/22633\/textilsiegel-ehrgeiziger-zeitplan\">welt-sichten<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Roger Peltzer verweist darauf, dass auch die NGOs sich von Wunschvorstellungen verabschieden m&uuml;ssen, weil nicht intendierte Nebenwirkungen selbst von fairen L&ouml;hnen ausgehen k&ouml;nnten. So k&ouml;nnten die Lohnsteigerungen in der Textilproduktion den Effekt haben, dass wegen der besseren Bezahlung Abwanderungen von nicht exportorientierten Sektoren, z.B. von Grundschullehrern, in die Textilproduktion erfolgen k&ouml;nnte. Ich pers&ouml;nlich konnte einen &auml;hnlichen Effekt unmittelbar nach der Unabh&auml;ngigkeit des Baltikums beobachten, da str&ouml;mten z.B. litauische Lehrer, Ingenieure ja selbst &Auml;rzte auf den Bau in Deutschland, weil sie hier mehr verdienten als in ihrem Heimatland in ihren angestammten Berufen. D.h. dass die fairen L&ouml;hne im Exportsektor nicht &uuml;ber den Einkommen anderer f&uuml;r die Gemeinschaft wichtiger Berufe liegen d&uuml;rfen.<br>\nDie Vorstellung Peltzers, dass Handel und Verbraucher garantieren sollten, zertifizierte Produkte bevorzugt zu kaufen, klingen recht unrealistisch. Dabei k&ouml;nnte der Gedanke, dass &uuml;ber diesen Weg die zertifizierten Betriebe in Ausbildung, in Geb&auml;ude, in Sozialeinrichtungen wie Kinderkrippen und in h&ouml;here L&ouml;hne investieren k&ouml;nnten, durchaus ein Weg zum Besseren sein kann. Es gibt solche Beispiele z.B. bei genossenschaftlicher Produktion von fairem Kaffee, aber man kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein ALG-II-Bezieher die Wahl h&auml;tte, zertifizierte, teurere billigeren nicht zertifizierten Produkten vorziehen zu k&ouml;nnen. Am Ladentisch bei &ldquo;kik&rdquo; stehen sich letztlich die Opfer desselben Ausbeutersystems gegen&uuml;ber. &ndash; In einer Welt, in der L&auml;nder wie Bolivien gezwungen sind, Kinderarbeit ab zehn Jahren <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/massnahme-gegen-armut-bolivien-erlaubt-kinderarbeit-ab-zehn-jahren-1.2030823\">zu erlauben<\/a>, sind die oben ausgef&uuml;hrten Vorschl&auml;ge Utopie &ndash; in dem Sinne, dass solche Vorschl&auml;ge nicht realisierbar sind, aber ein Ziel bilden, auf das Innigste zu w&uuml;nschen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Das Riesen-Problem des schwachen Riester-Fonds<\/strong><br>\nViele Bundesb&uuml;rger stecken monatlich Geld in den Riester-Fonds UniGlobal. Mit ihren Milliarden bezahlen sie teure Fondsmanager, die in letzter Zeit das Anlegergeld nicht wert waren&hellip;<br>\nMonat f&uuml;r Monat &uuml;berweisen Hunderttausende Deutsche einen Teil ihrer Ersparnisse nach Frankfurt. Sie k&ouml;nnen offenbar nicht genug von Kramert und seinem UniGlobal-Fonds bekommen. Alles richtig gemacht, k&ouml;nnte man meinen.<br>\nLeider nicht. Der Fondsmanager und sein Team haben sich zuletzt mehrfach verspekuliert. Dass das Geld trotzdem unaufh&ouml;rlich in den Fonds flie&szlig;t, liegt daran, dass viele Anleger von den Missgriffen bislang &uuml;berhaupt nichts mitbekommen haben. Denn die meisten kaufen nicht direkt den UniGlobal, sondern haben bei einer Volks- oder Raiffeisenbank die UniProfiRente abgeschlossen, eine der beliebtesten Riester-Sparformen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/altersvorsorge\/article129954387\/Das-Riesen-Problem-des-schwachen-Riester-Fonds.html\">Welt.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Mietenpolitik: Von &Ouml;sterreich lernen<\/strong><br>\nBundesbauministerin Barbara Hendricks will sich f&uuml;r mehr bezahlbaren Wohnraum einsetzen. Hurra! Denn die Sozialdemokratin hat erkannt: Das schafft man nur durch Neubau. Und weil der teuer ist, muss man hier die Kosten senken. Mit ihrem &ldquo;B&uuml;ndnis f&uuml;r bezahlbares Wohnen und Bauen&rdquo; liegt Hendricks also nicht ganz falsch. Bei Wohnungen bestimmen zwei Faktoren den Preis: die Kosten f&uuml;r den Bau und die f&uuml;r das Grundst&uuml;ck. Doch statt Immobilien klug zu nutzen, werden sie von Bund, L&auml;ndern und Kommunen reihenweise verscherbelt. Gerade hat der Bund ein paar Berliner Mietsh&auml;user f&uuml;r den Meistbietenden im Angebot &ndash; bisher g&uuml;nstige Mieten fallen dadurch weg. Der Staat f&uuml;llt seine Kassen und gibt das Geld wieder aus, um g&uuml;nstige Mieten zu schaffen. Welch ein Irrsinn! Immobilien werden von der Politik nur mit ihrem Geldwert bemessen. Dass mit ihrem Verkauf auch Gestaltungsmacht verloren geht, wird mutwillig &uuml;bersehen. Das Gleiche passiert in der Wohnungsbauf&ouml;rderung als Baukostenzuschuss. Ist ein Haus nach 25 bis 30 Jahren refinanziert, bleiben die dann zwangsl&auml;ufig entstehenden Gewinne beim Eigent&uuml;mer. Der Staat verzichtet, denn Politiker denken selten so langfristig &ndash; au&szlig;er in &Ouml;sterreich. Dort gibt es &ldquo;revolvierende Wohnungsbaufonds&rdquo;. &Uuml;bersch&uuml;sse aus gef&ouml;rderten, gemeinn&uuml;tzigen Projekten flie&szlig;en langfristig in diesen staatlichen Topf zur&uuml;ck; so k&ouml;nnen weitere g&uuml;nstige Bauten finanziert werden. Das kann eigentlich nur einer Gruppe nicht passen: der profitorientierten Baulobby. Erst wenn die aufschreit, statt mit der Bauministerin ein nettes B&uuml;ndnis zu schlie&szlig;en, wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F07%2F11%2Fa0126&amp;cHash=dd2641fb2fd360d9af604e70aff5e53b\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Assoziierung und Spaltung<\/strong><br>\nNach der Ratifizierung des Assoziierungsabkommens mit der EU schlie&szlig;en westliche Diplomaten eine &ldquo;Aufspaltung&rdquo; Moldawiens &ldquo;zwischen Russland und Rum&auml;nien&rdquo; nicht mehr aus. Bestimmten Szenarien zufolge sei eine solche Aufspaltung sogar &ldquo;wahrscheinlich&rdquo;, hei&szlig;t es in der aktuellen Ausgabe der f&uuml;hrenden Au&szlig;enpolitik-Zeitschrift der Bundesrepublik (&ldquo;Internationale Politik&rdquo;). Tats&auml;chlich heizt die EU-Assoziierung bestehende gesellschaftliche Differenzen in Moldawien an; Widerst&auml;nde gegen die Einbeziehung des Landes in die deutsch-europ&auml;ische Hegemonialsph&auml;re treten offen zutage. W&auml;hrend einerseits Bukarest rund 400.000 B&uuml;rgern Moldawiens die rum&auml;nische Staatsb&uuml;rgerschaft verliehen hat und ein Anschluss des Landes an Rum&auml;nien immer wieder als realistische Option bezeichnet worden ist, monieren westliche Beobachter, Russland gr&uuml;nde in Moldawien NGOs, um politisch Einfluss zu nehmen. Sie beschreiben damit pr&auml;zise eine politische Praxis, die der Westen seit den Umbr&uuml;chen von 1989\/91 v&ouml;llig selbstverst&auml;ndlich f&uuml;r sich beansprucht, sie aber kritisiert, wenn Konkurrenten auch nur den Anschein erwecken, es ihm gleichzutun.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58911\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>&bdquo;Warum versagt die Volkswirtschaftslehre? Im Seminar der Ideologen&ldquo;<\/strong><br>\nEs diskutieren: Prof. Dr. Michael Burda &ndash; Wirtschaftswissenschaftler, Humboldt-Universit&auml;t Berlin, Vorsitzender des Vereins f&uuml;r Socialpolitik, Thomas Fricke &ndash; Wirtschaftsjournalist, ehemaliger Chef&ouml;konom der Financial Times Deutschland, Prof. Dr. Helge Peukert &ndash; Finanzwissenschaftler, Universit&auml;t Erfurt, Mitbegr&uuml;nder des Netzwerks Plurale &Ouml;konomie<br>\nGespr&auml;chsleitung: J&uuml;rgen Heilig.<br>\nSWR2 Forum, 10.7.2014 | 44:14 min<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/swr2-forum\/rueckschau\/-\/id=660194\/1365uzh\/index.html\">Audio-Datei auf der SWR-homepage<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung S.T.:<\/strong><\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em>Herr Burda scheint mir eine recht verk&uuml;rzte Vorstellung davon zu besitzen, mit welchen Problemen die Wirtschaftswissenschaft heute konfrontiert ist und was sie da auch (!) &ndash; aber nicht nur &ndash; leisten muss. Wer nur auf Knappheit und &ldquo;Marktwirtschaften&rdquo; schaut, wird nicht verstehen, wie z. B. Menschen in einer Krise wirtschaften (m&uuml;ssen). Auch das Verst&auml;ndnis von Wirtschaftskreisl&auml;ufen in unterentwickelten L&auml;ndern oder im regionalen Nahfeld bleibt dann eben nur &hellip;unterentwickelt. Deshalb ist der Hinweis von Helge Peukert, dass viel st&auml;rker mit einzelnen Studien mal direkt vor Ort &ldquo;ins Geschehen&rdquo; geschaut werden sollte, nicht verkehrt. Denn Wirtschaft besteht nicht allein in der mathematischen Aufl&ouml;sung eines Knappheitsproblems, sondern Wirtschaft ist auch ein soziales Ereignis, bei dem Entscheidungen nicht immer der &ouml;konomischen (!) Rationalit&auml;t folgen m&uuml;ssen (worauf u. a. Thomas Fricke hinweist), wo es auch nicht allein um die Maximierung gehen muss (Stichwort: Suffizienz) und wo formelle und informelle Regeln (Gesetze, Tabus, Br&auml;uche, Familienbeziehungen usw.) eine enorm wichtige Rolle spielen k&ouml;nnen. Deshalb wirkt das Insistieren Burdas auf der Mathematik so befremdlich. Noch befremdlicher wird es, wenn bedacht wird, dass die von Helge Peukert angesprochenen notwendigen Kenntnisse z. B. in rechtlichen, philosophischen und politischen Grundlagen h&auml;ufig fehlen und nicht gelehrt werden. Das l&auml;sst sich erg&auml;nzen durch: die Notwendigkeit der Kenntnis alternativer Erhebungsformen (ja, manchmal m&uuml;ssen Informationen erst einmal erhoben werden; Stichwort Fallstudien, Interviews, Diskursanalysen), historischer Methoden (z. B. Archivarbeit) sowie herk&ouml;mmlicher und moderner Texterschlie&szlig;ungsverfahren. Im &Uuml;brigen: Philosophische Grundlagen sollen hier auch nicht als &ldquo;sch&ouml;ngeistige Besch&auml;ftigung&rdquo; missverstanden werden &ndash; es ginge dabei um Erkenntnis-, Wissenschafts- und Kausaltheorie, die knallhart auf die Methodik und Verfahren in der &Ouml;konomik wirken. Wirtschaftsethische Grundlagen und Ideengeschichte geh&ouml;ren ebenfalls mit zu den Grundlagen, die gerne als &ldquo;sch&ouml;ngeistig&rdquo; verbr&auml;mt werden. Spitzen wir Letzteres einfach mal zu und stellen provokativ fest: Im Gegensatz zur Mathematik geh&ouml;rt Texterschlie&szlig;ung und -verst&auml;ndnis offenbar nicht zu den Kenntnissen, die in der &Ouml;konomik als Grundlage angesehen werden. Das k&ouml;nnte die ein oder andere Sprachlosigkeit der Vertreterinnen und Vetreter des &ouml;konomischen Mainstreams durchaus erkl&auml;ren.<\/em><\/li>\n<li><em>Au&szlig;erdem: Die Wirtschaftswissenschaft greift mit ihren Konzepten\/ Ans&auml;tzen durchaus aktiv in unseren Lebensalltag ein &ndash; Stichwort: Arbeitsmarkt oder Sozialpolitik. Insofern w&auml;re es heute auch eine (!) Aufgabe der &Ouml;konomik, sich mit diesem (in der Fachsprache: performativen) Wirken der &Ouml;konomik auseinanderzusetzen und von dieser Perspektive her die eigenen Verfahren zu reflektieren. Welche Ans&auml;tze werden im Alltag angewendet? Wie gelangen sie in die Gesellschaft? Welche Wirkung haben sie? Sind sie dem gesellschaftlichen Zusammenleben zutr&auml;glich? Welche &Uuml;berschneidungen zwischen Wissenschaft und anderen Bereichen (Politik, Wirtschaft) usw. existieren und wie stehen diese mit den &ldquo;Theorien&rdquo; im Zusammenhang? etc. Damit muss sich nicht jeder &Ouml;konom\/ jede &Ouml;konomin besch&auml;ftigen. Aber es sollte auch einleuchten, dass dies eine ureigene wirtschaftswissenschaftliche Komponente beinhalten muss, d. h. dass die &Ouml;konomik einen Raum f&uuml;r diese Besch&auml;ftigung bieten sollte. Denn diese Fragen sind a) auf das &ouml;konomische Fachwissen angewiesen und haben b) elementare Konsequenzen f&uuml;r die gesellschaftliche Bedeutung der Wirtschaftswissenschaften. Letzteres bezieht sich auf die Autonomie der &Ouml;konomik als Wissenschaft: Die &Ouml;konomik wird sich doch kaum von der Philosophie, der Soziologie, Ethnologie o. &auml;. vorschreiben lassen, was und wie geforscht werden soll, wie das zu bewerten ist und was davon f&uuml;r die Gesellschaft &ldquo;n&uuml;tzlich&rdquo; sei. Diese notwendige Selbstreflexion (auch methodisch) l&auml;sst sich nicht einfach an eine andere Disziplin delegieren.<\/em><\/li>\n<li><em>Es ist ebenso verk&uuml;rzt, zu behaupten, dass sich die heutigen Verfahren (Mathematik, Modellierung usw.) durchgesetzt haben, weil sie besser sind und die anderen Str&ouml;mungen heute nicht mehr in die Zeit passen. Nicht nur, dass es sich Burda damit reichlich einfach macht, es ist auch unangemessen, weil die alternativen Str&ouml;mungen in der &Ouml;konomik durch den &ldquo;Mainstream&rdquo; an ihrer Entwicklung gehindert wurden und werden: Sie stecken zum Teil noch in den Kinderschuhen und haben faktisch noch nicht einmal die Chance, sich zu einer entsprechend &ldquo;konkurrenzf&auml;higen&rdquo; Alternative zu entwickeln.<\/em><\/li>\n<li><em>Gem&auml;&szlig; Burda ist das mit der Vielfalt in der Wirtschaftswissenschaft gar kein Problem. Thomas Fricke scheint ihm da zumindest ein St&uuml;ck weit zu folgen, wenn er meint, dass die Forschung da schon viel weiter sei. Aber schauen wir uns doch mal exemplarisch die Hochschulstandorte an, die &ndash; zumindest fr&uuml;her &ndash; einmal bekannt f&uuml;r kritische &Ouml;konomik waren, z. B. Bremen, Kassel, Wuppertal oder (FU) Berlin. Wenn dort heute noch ein oder zwei kritische &Ouml;konominnen oder &Ouml;konomen t&auml;tig sind, ist das schon viel. Postkeynesianer, Marxisten oder Neoricardianer sind heute kaum mit Lehrst&uuml;hlen&nbsp; vertreten. Von exotischeren Str&ouml;mungen wie z. B. Altinstitutionalisten ganz zu schweigen. Das, was wir heute noch als &ldquo;heterodox&rdquo; bezeichnen, das stirbt auf absehbar n&auml;chste Zeit aus. Was dann &uuml;brig bleibt, ist eine Vielfalt vom eigenen Fleische (des Mainstreams), aber keine grunds&auml;tzliche Verschiedenheit, die den &ldquo;&ouml;konomischen Genpool&rdquo; (um einmal diese Analogie zu bem&uuml;hen) auffrischt.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Berufsverbot f&uuml;r Risikokandidaten? Lehramtsstudenten neigen zum Burnout<\/strong><br>\nLehrerinnen und Lehrer brennen schneller aus als Besch&auml;ftigte vieler anderer Branchen. Das gilt als wissenschaftlich erwiesen. Aber liegt das allein an dem stressigen Job? Eine neue Studie bietet eine Erkl&auml;rung mehr: Demnach sollen bereits Studierende im Lehramt ein erh&ouml;htes Burnout-Risiko aufweisen &ndash; quasi schon mit dem Tag der Einschreibung. &Uuml;berlegungen gehen dahin, mit einer Art Fr&uuml;hwarnsystem vor der falschen Berufswahl zu sch&uuml;tzen. Gr&ouml;&szlig;ere gesellschaftliche Wertsch&auml;tzung f&uuml;r die Arbeit von P&auml;dagogen k&ouml;nnte auch weiterhelfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/Studieren\/art-1658-lehramt-burnout.php\">Studis Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Bilanz f&uuml;nf Jahre nach dem Putsch in Honduras<\/strong><br>\nVertreter von sozialen Bewegungen haben am f&uuml;nften Jahrestag des Putsches gegen den honduranischen Pr&auml;sidenten Manuel Zelaya eine verherende Bilanz der Menschenrechtslage im Land gezogen. Menschenrechtsanw&auml;lte sch&auml;tzen die Zahl der politische Morde seit dem Putsch 2009 auf &uuml;ber 300. Besonders betroffen sind Kleinbauern im Norden des Landes und Menschenrechtsverteidiger.&nbsp; Ein Drittel aller bisher Ermordeten sind Kleinbauern. Seit dem Umsturz hat sich Honduras auch zu einem der gef&auml;hrlichsten L&auml;nder f&uuml;r Journalisten entwickelt. 32 Journalisten sind in den letzten f&uuml;nf Jahren ermordet wurden. Auch insgesamt verzeichnete Honduras nach dem Putsch einen enormen Anstieg an Gewaltkriminalit&auml;t und gilt mittlerweile mit 90,4 auf 100.000 Einwohner als das Land mit der h&ouml;chsten Mordrate der Welt. Auch &ouml;konomisch befindet sich Honduras in einer schweren Krise. Die aktuelle Regierung von Juan Orlando Hern&aacute;ndez, genauso wie die Putschregierung des Amtsvorg&auml;ngers Porfirio Lobo setzen f&uuml;r die Krisenl&ouml;sung auf eine neoliberale Politik, unter anderem durch die Vergabe von Bergbaukonzessionen f&uuml;r inzwischen &uuml;ber 20 Prozent der gesamten Landesfl&auml;che. Diese Privatisierungwelle f&uuml;hrte zu einer weiteren Versch&auml;rfung der sozialen Konflikte.<br>\nTrotz der Parlaments- und Pr&auml;sidentschaftswahlen 2009 und 2013 spricht die politische Opposition ebenso wie die Widerstandsbewegung von einer Fortsetzung des Putschregimes. &ldquo;Die beginnende Demokratie, die wir im Jahr 2009 hatten, konnte noch nicht wieder hergestellt werden. Die H&auml;lfte der am Putsch Beteiligten sind noch immer an der Macht&rdquo;, erkl&auml;rte Ex-Pr&auml;sident Zelaya in einem Interview mit der brasilianischen Nachrichtenagentur Opera Mundi. Obwohl die neuen Oppositionsparteien &uuml;ber 50 der insgesamt 128 Sitze im Parlament verf&uuml;gen, wird ihnen kaum Rederecht einger&auml;umt. &ldquo;In diesem Land gibt es kein Parlament sondern nur eine Versammlung, die von einer Partei gef&uuml;hrt wird, die die Agenda setzt, diskutiert und dann das verabschiedet, was sie will&rdquo;, so Zelaya. Auch die anderen Institutionen w&uuml;rden von der Nationalen Partei dominiert. Ende 2012 setzte das Parlament auf Betreiben von Hern&aacute;ndez, der damals Parlamentspr&auml;sident war, vier von f&uuml;nf Verfassungsrichtern ab, nachdem diese einen Gesetzentwurf der Regierung gekippt hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/amerika21.de\/2014\/07\/102881\/fuenf-jahre-nach-dem-putsch\">Portal amerika21.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mag sein, dass man die vielen kleinen und gro&szlig;en Krisenherde der Welt nicht gleichzeitig im Blick behalten kann: Wahlen in Afghanistan und Indonesien, &ldquo;B&uuml;rgerkrieg&rdquo; im S&uuml;dsudan und in Zentralafrika oder etwas n&auml;her Bankenkrise in Bulgarien. Angesichts der armseligen Spionageaff&auml;re &ndash; Nebenaspekt: anscheinend ben&ouml;tigt man immer noch Menschen zum Spionieren &ndash;&nbsp; und dem Auftritt von ISIS, ger&auml;t&nbsp; selbst die Ostukraine von Schirm&nbsp; Obwohl es in hohem Ma&szlig;e beunruhigend ist, dass der zun&auml;chst relativ moderat auftretende ukrainische Pr&auml;sident (Friedensplan, Schutz der russischen Sprache, mehr Macht f&uuml;r die Regionen, Lokalwahlen, mehr Finanzautonomie, baldige Parlamentswahlen) immer mehr unter den Druck der Falken in der Regierung ger&auml;t &ndash; andere w&uuml;rden sagen: die Maske fallen l&auml;sst &ndash; , sich fragen lassen m&uuml;sste, ob er mit Donezk dasselbe anstellen m&ouml;chte, was Wladimir Putin mit der Zerst&ouml;rung von Grosny in Kauf nahm. &ndash; Mag sein, dass eine umfassende Berichterstattung &uuml;ber die Brennpunkte der Welt schwierig ist, aber in Honduras gleiten schleichend und von der Weltpresse wenig kommentiert &uuml;ber 8 Mio. Menschen in die Hoffnungslosigkeit ab.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Der Rassist in uns<\/strong><br>\n39 Menschen nehmen an einem Antirassismus-Training teil. Ziel ist es, zu zeigen, mit welchen Gef&uuml;hlen Menschen zu k&auml;mpfen haben, die wegen eines beliebigen Merkmals benachteiligt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/2174378\/Der-Rassist-in-uns?bc=svp;sv1\">ZDF Mediathek<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Rezension: &ldquo;Wem geh&ouml;rt Deutschland?&rdquo; von Jens Berger<\/strong><br>\nJens Berger tritt mit all den all den gut recherchierten Fakten und seinen daraus resultierenden Vorschl&auml;gen zur &Auml;nderung der &auml;u&szlig;erst bedenklich zu nennenden gesellschaftlichen Zust&auml;nde weder ein Verschw&ouml;rungstheoretiker noch tritt er als Traumt&auml;nzer auf. &bdquo;UmFairteilen ist&ldquo; f&uuml;r ihn &bdquo;alternativlos&ldquo;. Lesen wir sein brillant und an keiner Stelle langweilig &ndash; sondern im Gegenteil: aufregend, aufr&uuml;ttelnd und noch dazu spritzig sowie &ndash; auch was &ouml;konomische Zusammenh&auml;nge angeht &ndash; sehr verst&auml;ndlich formuliertes Buch, k&ouml;nnen wir ihm in nahezu allen Punkten von A &ndash; Z nur zustimmen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/asansoerpress35\/wem-gehoert-deutschland-von-jens-berger\">Freitag<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-22346","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22346"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22346\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22359,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22346\/revisions\/22359"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}