{"id":22368,"date":"2014-07-14T15:50:50","date_gmt":"2014-07-14T13:50:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22368"},"modified":"2024-09-27T05:22:20","modified_gmt":"2024-09-27T03:22:20","slug":"die-verkehrung-der-welt-in-mehreren-akten-13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22368","title":{"rendered":"Die Verkehrung der Welt in mehreren Akten (1\/3)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Karl-Heinz Kl&auml;r<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22368#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] am 12. April 2014 im Gespr&auml;ch mit <strong>Kuno Rinke<\/strong> &uuml;ber den Finanzkapitalismus, die Krise der Europ&auml;ischen Union und die &Uuml;bert&ouml;lpelung der jungen Generation. Grundlage des Gespr&auml;chs ist der Artikel &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16111\">Die Gro&szlig;eMittelKlasse<\/a>&ldquo;, den Karl-Heinz Kl&auml;r am 7. Februar 2013 auf den NachDenkSeiten ver&ouml;ffentlicht hat. Aufgrund der L&auml;nge haben wir das Gespr&auml;ch, das auch in der Zeitschrift <em>Politisches Lernen<\/em> erschienen ist, in drei Folgen unterteilt. Der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22390\">zweite<\/a> und der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22398\">dritte<\/a> Teil werden morgen bzw. &uuml;bermorgen auf den NachDenkSeiten erscheinen.<br>\n<!--more--><\/p><ol type=\"i\">\n<li><strong>Klassengesellschaft<\/strong>\n<p><em>Herr Kl&auml;r, Sie sind Sozialdemokrat, waren 20 Jahre rheinland-pf&auml;lzischer Staatssekret&auml;r und zuletzt in der parlamentarischen Versammlung des Ausschusses der Regionen der Europ&auml;ischen Union Fraktionsvorsitzender der dort vereinigten Linken und Gr&uuml;nen. 2011 sind Sie ausgeschieden, Anfang 2013 wieder aufgetaucht in den NachDenkSeiten mit einem linksradikalen Essay zur politischen &Ouml;konomie der Bundesrepublik. Kann man dem Vorgang f&uuml;r das politische Lernen etwas abgewinnen?<\/em><\/p>\n<p>Ich m&ouml;chte es ungern ausschlie&szlig;en.<\/p>\n<p><em>Warum im Februar 2013 &ldquo;Die Gro&szlig;eMittelKlasse&rdquo; und dann auch noch so geschrieben?<\/em><\/p>\n<p>&ldquo;Gro&szlig;eMittelKlasse&rdquo; ist kein Begriff, sondern ein doppelb&ouml;diges Sprachspiel, darauf verweise ich durch die Schreibweise. Den Text musste ich politisch loswerden. Linksradikal kann man ihn nicht nennen.<\/p>\n<p><em>Wie sonst?<\/em><\/p>\n<p>Radikal und nonkonformistisch, damit w&auml;re ich einverstanden.<\/p>\n<p><em>Aber dass Sie links stehen, bestreiten Sie nicht.<\/em><\/p>\n<p>Nein, auch nicht die Herkunft aus der Arbeiterklasse oder die Abneigung gegen die Durchkapitalisierung der Welt. Nur, deswegen ist der Text nicht linksradikal.<\/p>\n<p><em>Sie beginnen Ihren Essay immerhin mit dem Klassenkampf.<\/em><\/p>\n<p>Ich beginne mit dem Klassenkampf, weil ich ohne Umschweife auf den Kern der anschlie&szlig;enden Betrachtung hinaus wollte: die Auseinandersetzung um die Verteilung des gesellschaftlichen Mehrprodukts in Zeiten des Wachstums und die Verteilung der individuell zu tragenden Lasten in Zeiten der Krise. Wie man die Auseinandersetzung konkret nennt, ist zwar nicht gleichg&uuml;ltig, aber auch nicht entscheidend. Es z&auml;hlt der Umstand, also der Konflikt zwischen einander widerstreitenden, unterschiedlichen Interessen. Mir ging es darum, diese Tatsache festzuhalten.<\/p>\n<p><em>Am Begriff des Klassenkampfs h&auml;ngen Sie nicht?<\/em><\/p>\n<p>Nein, ich halte ihn sogar aus mehreren Gr&uuml;nden f&uuml;r misslich Einen deutlichen Sinn h&auml;tte der Begriff, wenn die Erwartung des Kommunistischen Manifests von 1848 eingetreten w&auml;re: zwei antagonistische Klassen gegeneinander und Punkt. Das ist aber nicht geschehen, weder im 19. Jahrhundert noch seither. Darum gelingt es auch nicht, mit den alten Worten die Wirklichkeit und den Konflikt um das gesellschaftliche Mehrprodukt heute so zu beschreiben, dass die Leute es ohne weiteres verstehen.<\/p>\n<p><em>Sie sagen: aus mehreren Gr&uuml;nden &hellip;<\/em><\/p>\n<p>Ja, ich denke zus&auml;tzlich an die Instrumentalisierung von Begriff und Praxis: Verteufelung hier, &Uuml;berh&ouml;hung da.<\/p>\n<p>F&uuml;r die b&uuml;rgerliche Welt war &bdquo;Klassenkampf&ldquo; immer das Ende der Fahnenstange. Theoretisch wurde er stets geleugnet, propagandistisch und praktisch aber energisch ausgefochten, sobald es sich anbot. Die linkssozialistische und die kommunistische Arbeiterbewegung haben den Klassenkampf als Motor des gesellschaftlichen Fortschritts und als Weg zur klassenlosen Gesellschaft verherrlicht, aber meist nur mit Worten gef&uuml;hrt &ndash; auch eine selbstbewusste Arbeiterklasse mag ja nicht jeden Tag k&auml;mpfen und schon gar nicht jeden Tag ums Ganze.<\/p>\n<p>Schaut man genau hin und bewertet den historischen Befund, dann hat das Gewese um den &bdquo;Klassenkampf&ldquo; die Emanzipation der arbeitenden Klassen, die Demokratisierung und den gesellschaftlichen Fortschritt eher nicht bef&ouml;rdert.<\/p>\n<p><em>Wenn nicht das Gewese, also die Rhetorik, dann aber doch die Tatsache?<\/em><\/p>\n<p>Klar, die tats&auml;chliche Auseinandersetzung um das Mehrprodukt oder die Lastenteilung entscheidet doppelt &uuml;ber die Entwicklung des Gemeinwesens: einmal durch die Formen, in denen sie ausgetragen wird, sodann durch die Ergebnisse. Je erbitterter die Gefechte und je willk&uuml;rlicher die Resultate, umso geringer in der Regel der gesellschaftliche Nutzen. Und umgekehrt: Manche Hebung in der Lage der arbeitenden Klassen kam historisch zu Stande, weil die Fratze des Elends auch den Wohlhabenden unertr&auml;glich geworden war.<\/p>\n<p><em>Sie sprechen mit Blick auf die Gegenwart von Paradoxien wie &bdquo;Arbeitskr&auml;fte als Aktion&auml;re ihrer selbst&ldquo; oder &bdquo;Angestellte als Herren der Angestellten&ldquo;. Das darf man so verstehen, dass Sie ungeachtet Ihrer Kritik nach wie vor in dem klassischen Kontext von Kapital und Arbeit argumentieren?<\/em><\/p>\n<p>Ja. Die Paradoxien in der Darstellung erschienen mir jedoch zwingend n&ouml;tig. Ginge es bei den Konflikten um ein anst&auml;ndiges Leben der gro&szlig;en Zahl f&uuml;r die Bed&uuml;rftigen nur um einen Kampf gegen die Superreichen und deren Anhang, dann w&auml;ren Fortschritte einfacher zu erzielen. Stattdessen hat die Auff&auml;cherung der arbeitenden Klassen zu dem bemerkenswerten Ergebnis gef&uuml;hrt, dass im zeitgen&ouml;ssischen Kapitalismus die sch&auml;rfsten Widersacher der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten oft genug abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte sind.<\/p>\n<p><em>Sie spielen auf das angestellte Management von Wirtschaftsunternehmen an?<\/em><\/p>\n<p>An dieser Stelle ja, doch es gibt auch im Staatsdienst zahlreiche Beispiele und das nicht nur an den Universit&auml;ten. Aber nehmen wir eine gro&szlig;e deutsche Aktiengesellschaft aus meiner N&auml;he. In ihr haben der Pf&ouml;rtner und der Vorstandsvorsitzende beide Arbeitsvertr&auml;ge und beide halten Aktien des Unternehmens, wenn auch in unterschiedlichem Umfang, beide sind also Teileigent&uuml;mer, &bdquo;Aktion&auml;re ihrer selbst&ldquo;, insofern Gleiche. Bei einer abstrakt juristischen Betrachtungsweise k&ouml;nnte jemand sogar auf den Gedanken kommen, der Pf&ouml;rtner genie&szlig;e einen Vorteil, weil er, anders als der oberste Chef, einen unbefristeten Vertrag habe &hellip;<\/p>\n<p><em>&hellip; was ja vermutlich stimmt &hellip;<\/em><\/p>\n<p>So ist es. Aber die Betrachtungsweise h&auml;tte gleichwohl etwas Weltfremdes, um nicht zu sagen: Obsz&ouml;nes. Der Vorstandsvorsitzende verdient ein Hundertfaches von dem, was der Pf&ouml;rtner mit nach Hause nimmt. Wenn er Mist baut und das Unternehmen ins Schleudern ger&auml;t, verliert der Pf&ouml;rtner seine &uuml;bertariflichen Leistungen oder gar den Job und seinen bescheidenen Lebensunterhalt, der oberste Chef springt notfalls mit einem goldenen Fallschirm ab. Von seinem Vorbild, dem pers&ouml;nlich haftenden Eigent&uuml;mer hat der angestellte Manager nur die hohen Eink&uuml;nfte &uuml;bernommen, nicht aber das Risiko. Bei groben Fehlern tritt die Managerhaftpflichtversicherung ein &ndash; und wer hat die Pr&auml;mien bezahlt? Richtig, das Unternehmen. Dieser Kapitalismus verstr&ouml;mt einen strengen Geruch.<\/p>\n<p><em>Sie trauern dem 19. und 20. Jahrhundert und den damaligen Eigent&uuml;mer-Kapitalisten nach?<\/em><\/p>\n<p>Nein, ich sage: Eine Produktionsweise, die wieder dahin gekommen ist, den Oberen so gut wie alle Vorteile und den Unteren so gut wie alle Risiken zu bescheren, wird an der Demokratie scheitern &ndash; oder sie wird die Demokratie scheitern lassen. Unternehmer, die anst&auml;ndig mit ihren Besch&auml;ftigten und den Gewerkschaften umgehen, waren gestern respektabel und sind es heute.<\/p>\n<p><em>Scheitern oder scheitern lassen &ndash; was ist Ihre Prognose?<\/em><\/p>\n<p>Einige kritische Betrachter halten die Frage ja bereits f&uuml;r beantwortet, sie reden nicht mehr von Demokratie, sondern blo&szlig; noch von Postdemokratie. Ich bin unschl&uuml;ssig und Dialektiker. Ich sehe deutlich die Untergrabung der Demokratie im Gefolge der Durchkapitalisierung aller gesellschaftlichen Sub-Systeme, aber ich sehe auch, dass der zeitgen&ouml;ssische, dem Finanzkapital anverwandelte Kapitalismus mit seinen eingebauten Torheiten die eigene Legitimation untergr&auml;bt. Und dann wirkt die seit langem zunehmende extreme Ungleichheit der Verm&ouml;gensverteilung sich sehr ung&uuml;nstig auf das Funktionieren saturierter Volkswirtschaften aus und versch&auml;rft die allf&auml;lligen zyklischen Krisen.<\/p>\n<p><em>Also die Alternative ist Ihres Erachtens nicht entschieden, sie steht weiterhin?<\/em><\/p>\n<p>Ja, finde ich. Auch wenn das gesellschaftliche Gef&uuml;ge Anfang des 21. Jahrhunderts in den OECD-L&auml;ndern sehr verzwickt ist, so bildet es doch Klassengesellschaften ab, die nach wie vor prim&auml;r durch die Mechanismen und Auswirkungen der kapitalistischen Produktionsweise bewegt werden. In den K&ouml;pfen kann das bis zu einer Verkehrung der Welt f&uuml;hren. Aber diese Verkehrung l&auml;sst sich nicht stabilisieren, sie wird immer wieder einmal emotional oder kognitiv durchbrochen, dann steht pl&ouml;tzlich der Kaiser ohne Kleider da, Alternativen geraten in den Blick und werden politisch verfolgt. Darum denke ich: kein Ende der Geschichte, auch kein Ende des gesellschaftlichen Fortschritts in Sicht.<\/p>\n<p><em>Geschichtsphilosophie ist das nicht?<\/em><\/p>\n<p>Nein, mein Fortschrittsbegriff ist ganz von dieser Welt. Im Alltag demonstriere ich ihn gern am W&auml;schewaschen seit 1950, politisch an der Ver&auml;nderung der deutschen Verh&auml;ltnisse seit dem Kaiserreich. Strukturell gleich geblieben ist das Kraftwerk, das die gesellschaftliche Reproduktion bestimmt, sie antreibt und erweitert. Das ist die kapitalistische Produktionsweise.<\/p>\n<p><em>Sie begr&uuml;nden diese These mit anhaltend &bdquo;Arbeiten und arbeiten lassen&ldquo; als den beiden widerspr&uuml;chlichen Praktiken, die den Kapitalismus ausmachen. Aber Eigent&uuml;mer und Manager arbeiten doch auch, oder?<\/em><\/p>\n<p>Wir d&uuml;rfen es annehmen. Ihre Eink&uuml;nfte und Geh&auml;lter h&auml;ngen indes von dem Wertprodukt ab, das jene schaffen, die sie arbeiten lassen. Die Vertragsfreiheit der Arbeitenden darf nicht den Blick auf das Herrschaftsverh&auml;ltnis verstellen, das Kapital und Arbeit, Arbeitgeber und Arbeitnehmer verbindet.<\/p>\n<p><em>In diesem Punkt lassen Sie nicht mit sich reden?<\/em><\/p>\n<p>Nein. Die Vorstellung, dass die Arbeit des Eigent&uuml;mers oder des Managers hundert, tausend oder hunderttausend Mal mehr wert sei als die Arbeit des G&auml;rtners, der Sekret&auml;rin oder des IT-Spezialisten und daher eine &Uuml;berordnung rechtfertige, ist doch blo&szlig; albern. Was w&auml;ren die Gro&szlig;verdiener ohne die Arbeit und den Konsum ihrer Leute? Jedenfalls keine Gro&szlig;verdiener.<\/p>\n<p><em>Gro&szlig;verdienende Spieler ausgenommen &hellip;<\/em><\/p>\n<p>&hellip; ja, Spieler in der Definition meines Essays ausgenommen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Finanzkapital<\/strong>\n<p><em>Die Ungleichheiten, die nach dem 2. Weltkrieg lange auf relativ niedrigem Niveau stabil waren oder sogar abnahmen, nehmen seit &uuml;ber 30 Jahren wieder zu, Finanz- und Wirtschaftskrisen h&auml;ufen sich und werden &auml;rger, auch das Wachstum ist &uuml;ber den konjunkturellen Zyklus hinweg allein dort noch ansehnlich, wo viel nachzuholen ist. Gleichwohl wird der Kapitalismus nicht in Frage gestellt. K&ouml;nnen Sie das erkl&auml;ren?<\/em><\/p>\n<p>Erst mal m&ouml;chte ich Ihre Lagebeschreibung bekr&auml;ftigen. Die empirischen Daten lassen selbst &uuml;berzeugte Anh&auml;nger der gro&szlig;en Plusmacherei vor dieser Bilanz von 35 Jahren Neoliberalismus verstummen. Ich zweifele aber, ob man bei globaler Betrachtung sagen kann, der Kapitalismus werde nicht in Frage gestellt.<\/p>\n<p><em>Wer tut es denn?<\/em><\/p>\n<p>Wahr ist, dass es in kaum einem OECD-Land gesellschaftliche Kr&auml;fte von Bedeutung und Einfluss gibt, die die kapitalistische Art des Wirtschaftens prinzipiell zur&uuml;ckweisen und glatt abschaffen wollen. Doch hinter diesem Befund verbergen sich eher selten Zuneigung und Begeisterung f&uuml;r den kapitalistischen Betrieb. Vorherrschend ist eine gewisse Gleichg&uuml;ltigkeit, und h&auml;ufig r&uuml;hrt diese aus Resignation: Was soll man machen&hellip;? Es gibt in der OECD eben kein wirklich anschauliches und anziehendes Gegenst&uuml;ck zur kapitalistischen Produktionsweise, ja, nicht einmal einen attraktiven Gegenentwurf.<\/p>\n<p>Andererseits ist die aktuelle, von einem wild gewordenen Finanzkapital gepr&auml;gte Variante des Kapitalismus nach der Finanzkrise von 2007-2008 weltweit unter Beschuss geraten und wird seitdem gestutzt, wenn auch nicht &uuml;berall gleich vehement und insgesamt nicht hinreichend.<\/p>\n<p><em>Sie meinen, die erneuerte Regulierung der Finanzwirtschaft werde auf einen besseren Kapitalismus hinauslaufen?<\/em><\/p>\n<p>Wenn sie seri&ouml;s gel&auml;nge, w&auml;re ein gro&szlig;er Schritt dahin getan, und es g&auml;be keinen Grund zur Klage. Wir hatten schlie&szlig;lich im Westen nach dem 2. Weltkrieg drei Jahrzehnte lang einen f&uuml;r die Allgemeinheit besseren Kapitalismus als den neoliberalen Mist seit Ende der 70er Jahre. Es ist bewiesen, dass es geht.<\/p>\n<p><em>Wer m&ouml;chte denn dahin zur&uuml;ck?<\/em><\/p>\n<p>Gro&szlig;e Mehrheiten in nahezu allen OECD-L&auml;ndern &ndash; auch in den USA &ndash; m&ouml;chten das. Aber sie m&ouml;chten nicht &bdquo;zur&uuml;ck&ldquo;. Wer m&ouml;chte schon in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts zur&uuml;ck, als es keine Handys, kein Internet und keine Zahnspangen gab?<\/p>\n<p><em>Sie zweifeln also am Erfolg des von Ihnen behaupteten Mehrheitswillens?<\/em><\/p>\n<p>Sagen wir so: Ich mache mir keine Illusionen &uuml;ber die enormen Ressourcen, die das Finanzkapital weltweit einsetzen kann, um seine Stellung zu bewahren. Ein Hinweis nur: Bei der erneuerten Regulierung der Finanzm&auml;rkte geht es seit 2009 fast ausschlie&szlig;lich um die Banken. 2010 hat die Federal Reserve von New York eine Grafik ver&ouml;ffentlicht, die zeigt, dass bei der damaligen Datenerhebung das Bilanzvolumen der sogenannten Schattenbanken das Bilanzvolumen der Banken bereits &uuml;bertroffen hatte. Ich kenne neueste Zahlen nicht, aber es w&auml;re ein Wunder, wenn der Trend zu den Schattenbanken &ndash; ab in den unregulierten Sektor! &ndash; seitdem gebrochen worden w&auml;re.<\/p>\n<p>Das ist das Eine. Das Andere ist die St&auml;rke, die die angesprochene Verkehrung der Welt anhaltend zeigt.<\/p>\n<p><em>Diese Verkehrung ist der zweite Sachverhalt, um den sich Ihr Essay &ldquo;Die Gro&szlig;eMittelKlasse&rdquo; dreht.<\/em><\/p>\n<p>Ja, mein Anliegen war, dieser Verkehrung der Welt und ihren Auswirkungen nachzusp&uuml;ren. In der Praxis hatte ich mich seit dem Sommer 2007 in Br&uuml;ssel mit Finanzkrise, &bdquo;Gro&szlig;er Rezession&ldquo;, wie die Angelsachsen sagen, und Staatsschuldenkrise herumgeschlagen und konnte mich ein ums andere Mal nur wundern.<\/p>\n<p><em>Wor&uuml;ber am meisten?<\/em><\/p>\n<p>Am meisten &uuml;ber die Chuzpe, mit der die Urheber der Krise, ihre Advokaten und Lobbyisten ein systemisches Versagen des Finanzkapitalismus in einen Betriebsunfall umlogen und daf&uuml;r sorgten, dass die Staaten ihnen als Versicherer oder &bdquo;lender of last resort&ldquo; beisprangen und die ungeheuren Kosten des Versagens nach einem kurzen Moment der Ern&uuml;chterung und Besinnung am Ende doch auf die Allgemeinheit und besonders auf die Schwachen abw&auml;lzten.<\/p>\n<p><em>Mit den Urhebern meinen Sie die Banken?<\/em><\/p>\n<p>Nein! Mit den Urhebern meine ich die gesamte Finanzindustrie, an deren Anfang und Ende indes niemand Anderes zu finden ist als die Leute und die Institutionen, die ihr Geld an den Kapitalm&auml;rkten anlegen, hin und her schieben und verwerten lassen. Banken, Schattenbanken, Geldmarktfonds, Private Equity und so weiter sind doch nur Intermedi&auml;re, Organe zum Zweck der Geldvermehrung f&uuml;r Leute mit Geld.<\/p>\n<p><em>Sie meinen: konkrete Menschen?<\/em><\/p>\n<p>Danke f&uuml;r die Frage, ja: konkrete Menschen! Am Ende immer konkrete Menschen, die Geld anlegen und eine Rendite erwarten. Das g&auml;ngige Brandmarken &bdquo;der Banken&ldquo; l&auml;uft ebenso auf eine Verschleierung der Wirklichkeit hinaus wie das Geplappere von &bdquo;den M&auml;rkten&ldquo;, die angeblich forderten, erwarteten, verhinderten etc. M&auml;rkte sind Regelmechanismen, sie haben weder Intelligenz noch Kraft noch Interessen. Es sind die Marktteilnehmer, die mit all dem begabt sind &ndash; oder auch nicht. Ihre Mehrheit, ihre Feuerkraft, das macht die M&auml;rkte.<\/p>\n<p><em>Sind es nicht zunehmend Computer?<\/em><\/p>\n<p>Wer besitzt die Computer, und wer bezahlt f&uuml;r eine m&ouml;glichst profitable Software? Sie legen allerdings den Finger auf ein gro&szlig;es Loch, denn hier deutet sich die n&auml;chste Verkehrung der Welt an.<\/p>\n<p><em>Danke f&uuml;r die Antwort. Nur, gab es neben den Geldanlegern und ihren Agenten in der Finanzindustrie nicht auch noch ein paar andere Verantwortliche f&uuml;r Finanzkrise und &bdquo;Gro&szlig;e Rezession&ldquo;?<\/em><\/p>\n<p>Ja, gab es. Doch hier muss man genau hinschauen. Die beiden von Ihnen benannten Phasen der Krise seit 2007 wurden zwar von konkreten Menschen bewirkt, aber Form und Tiefe der Verwerfung verdankten sie Mechanismen, die dem System der Kapitalverwertung eigen sind. Ich will damit sagen: Zuerst kommt das System des Wirtschaftens, hier mit seinen unangenehmen Eigenheiten, als Raum der Wirklichkeit und des Handelns; sodann die treibenden Akteure darin &ndash; in der Bandbreite von superreich bis betucht, die Armen halten bekanntlich kein Finanzkapital; im Anschluss daran die Stra&szlig;enw&auml;rter und der T&Uuml;V des Systems, das sind die Politiker und die Regulierer; schlie&szlig;lich die Medien, die bekanntlich f&uuml;r die Rettung der Welt nicht zust&auml;ndig sind, im Nachhinein aber alles besser wissen und es zwischendurch eisern mit dem Zeitgeist und den st&auml;rksten Bataillonen halten.<\/p>\n<p><em>Haben Sie sich in Ihrer aktiven Zeit tats&auml;chlich als &bdquo;Stra&szlig;enw&auml;rter des Systems&ldquo; verstanden?<\/em><\/p>\n<p>Es geht nicht um mein Selbstverst&auml;ndnis, es geht um die objektive Rolle der Politik in Zeiten des Neoliberalismus. 1996 hat der damalige Chef der Deutschen Bundesbank &hellip;<\/p>\n<p><em>&hellip; einer Institution, die Sie wegen ihrer &ouml;konomischen Glaubensst&auml;rke als Zentrum von &bdquo;Mullahs und Theologen&ldquo; verspotten &hellip;<\/em><\/p>\n<p>&hellip; 1996 hat Hans Tietmeyer in Davos den Politikern ausgerichtet, ihnen sei wohl immer noch nicht klar, &bdquo;wie sehr sie bereits heute unter der Kontrolle der Finanzm&auml;rkte stehen und sogar von diesen beherrscht werden&ldquo;. Hey, das war ein Wort! Nicht nur in Deutschland und in der EU, weltweit hat die Politik es sich zu Herzen genommen.<\/p>\n<p><em>Mit welchem Ergebnis?<\/em><\/p>\n<p>Die Politik hat eine Art Bu&szlig;gang hingelegt und folgte in ihren Taten und in ihren Unterlassungen sklavisch einer geradezu absolutistisch herrschenden Lehre in der akademischen &Ouml;konomie, wonach M&auml;rkte rationale Entscheidungen hervorbr&auml;chten und darin durch Regulierung nicht zu &uuml;bertreffen, sondern nur vom rechten Weg abzubringen seien.<\/p>\n<p><em>Sie vermeiden f&uuml;r diese &Ouml;konomen den Begriff Wissenschaftler. Mit Absicht?<\/em><\/p>\n<p>In der Wissenschaft gibt es keinen Absolutismus. Und wer die Empirie zugunsten der Modelltischlerei zurechtstutzt, wenn nicht gar verachtet, wird h&ouml;chstens begreifen, was seine Modelle, nicht aber was die Welt zusammenh&auml;lt &ndash; darum geht es jedoch in den Wissenschaften.<\/p>\n<p><em>Gibt es denn &uuml;berhaupt welche, die keine Verantwortung f&uuml;r die Krisen seit 2007 tragen?<\/em><\/p>\n<p>Die gibt es, klar. Es sind diejenigen ohne Geld, ohne Einfluss und ohne gro&szlig;e Klappe: die Verlierer der Krise.<\/p>\n<p><em>Klingt sehr nach Idealisierung des Proletariats, wie man vor 100 Jahren sagte.<\/em><\/p>\n<p>&bdquo;Armut macht nicht edel&ldquo; habe ich von meinem Vater gelernt, der kannte sich in seiner Klasse aus, und es stimmt auch. Aber davon abgesehen: Fakt ist Fakt.<\/p><\/li>\n<li><strong>Desaster, dreifach<\/strong>\n<p><em>&Uuml;ber all dies haben Sie in der &bdquo;Gro&szlig;enMittelKlasse&ldquo; eher nicht geschrieben&hellip;<\/em><\/p>\n<p>Am Rande schon, aber mein Hauptinteresse galt der Frage: Warum zum Teufel funktioniert diese Chuzpe? Im Februar 2013, als das St&uuml;ck in den NachDenkSeiten erschien, hatten weltweit Reiche und Superreiche die Verluste aus Finanzkrise und Gro&szlig;er Rezession mehr als wettgemacht, w&auml;hrend weltweit Sparer und Kleinanleger unter der sog. finanziellen Repression st&ouml;hnten, also inflationsbereinigt bei der Geldanlage Verluste verbuchten, und die Zahl der Arbeitslosen in der Europ&auml;ischen Union Rekordst&auml;nde erklomm. Man k&ouml;nnte erwarten, dass in einer solchen Lage bei den Abgeh&auml;ngten und Gekniffenen aller L&auml;nder der Groschen f&auml;llt. Das ist nicht eingetreten, eher das Gegenteil.<\/p>\n<p><em>Das Gegenteil in einem Satz?<\/em><\/p>\n<p>Nationalistische Aufwallungen in nahezu allen Mitgliedstaaten der EU und in der Bundesrepublik dieser markante Auftritt des deutschnationalen &bdquo;ideellen Gesamteigent&uuml;mers&ldquo;, wie ich ihn in meinem Text nenne &ndash; das war&rsquo;s.<\/p>\n<p><em>Und warum ist der Groschen nicht gefallen?<\/em><\/p>\n<p>Die haupts&auml;chliche Erkenntnisschranke, die so viele Leute daran gehindert hat und anhaltend hindert, die Vorg&auml;nge seit 2007 im Zusammenhang zu begreifen, wurde vermutlich 2010 am &Uuml;bergang von der verbundenen Finanz- und Wirtschaftskrise zur sogenannten Staatsschuldenkrise errichtet. Sie erinnern sich: Die politisch Verantwortlichen waren weltweit einig gewesen in dem Bem&uuml;hen, eine zweite Weltwirtschaftskrise wie 1929ff zu verhindern. Sie retteten &ndash; vorneweg die US-Regierung &ndash; die Finanzwirtschaft und d&auml;mpften den wirtschaftlichen Abschwung mit staatlichen Mitteln.<\/p>\n<p><em>Das passte der Masse der Eigent&uuml;mer in Deutschland, den USA und anderswo gar nicht, oder?<\/em><\/p>\n<p>Genau, die f&uuml;rchteten sogleich Inflation, vor allem f&uuml;rchteten sie &uuml;bervorteilt zu werden, aber nicht von den Nutznie&szlig;ern der Operation daheim, sondern von Volksfremden &ndash; so erkl&auml;rt sich der ranzige Chauvinismus, der sich danach &uuml;ber die halbe Welt ausbreitete. Tats&auml;chlich hat die Krisenpolitik der Regierungen, womit Banken, Versicherungen und Produktionsunternehmen gerettet wurden, den Eigent&uuml;mern aller Verm&ouml;gensklassen Geld gerettet &ndash; was und wem denn sonst?! Und indem die EU anschlie&szlig;end einige Mitgliedstaaten vor dem Bankrott bewahrte, hat sie auch nichts Anderes getan.<\/p>\n<p><em>Wieso das?<\/em><\/p>\n<p>Welche Tat hat diese Mitgliedstaaten der EU in eine prek&auml;re Lage versetzt ? Die Rettung ihrer Pleitebanken. Warum hatten sie ihre Banken gerettet? Weil sie dazu gezwungen worden waren. Und von wem waren sie gezwungen worden? Von den einflussreichen und kapitalstarken L&auml;ndern, vorneweg Deutschland, Frankreich, Gro&szlig;britannien, deren Banken, Versicherungen etc. in Banken und Staatsanleihen dieser schw&auml;cheren L&auml;nder investiert waren und jetzt ums Verrecken keine Verluste realisieren wollten.<\/p>\n<p><em>So einfach?<\/em><\/p>\n<p>Ich w&uuml;sste nicht, welcher Kenner der Verh&auml;ltnisse das bestreitet, wenn er gefragt wird. Aber wer fragt schon? So bleibt es bei der Erkenntnisschranke, obwohl auch der weitere Ablauf nicht geheimnisumwittert ist. Die Krisenl&auml;nder, die ihre Banken gerettet hatten, damit diese f&uuml;r ihre Schulden bei den Finanzinstituten aus Deutschland, Frankreich und Gro&szlig;britannien grad stehen konnten, wurden von den Rating-Agenturen herabgestuft und konnten danach nur noch zu exorbitant hohen Zinskosten Kredite an den Kapitalm&auml;rkten aufnehmen.<\/p>\n<p><em>Und jetzt?<\/em><\/p>\n<p>Jetzt mussten die Krisenl&auml;nder gerettet werden, die ihre Banken gerettet hatten.<\/p>\n<p><em>Und wenn nicht?<\/em><\/p>\n<p>Dann w&auml;ren die dortigen Banken doch noch &uuml;ber die Wupper gegangen, und beachtliche Teile der Finanzindustrie in den Kapital exportierenden L&auml;nder w&auml;ren ihnen gefolgt oder h&auml;tten verstaatlicht werden m&uuml;ssen, kurzum: Es w&auml;re mit Verz&ouml;gerung eingetreten, was 2008 auf dem H&ouml;hepunkt der Finanzkrise durch die allgemeine Intervention der Staaten verhindert worden war.<\/p>\n<p><em>N&auml;mlich eine ad&auml;quat kapitalistische Bereinigung der Krise?<\/em><\/p>\n<p>Das haben Sie sehr sch&ouml;n ausgedr&uuml;ckt! Stattdessen gab es eine machtpolitische Antwort auf die Krise und eine Umdeutung der Verantwortlichkeiten. Was sich den aggressiven, gelegentlich auch strohdummen Machenschaften der Finanzindustrie und ihrer Auftraggeber verdankt und die h&auml;ssliche Seite der kapitalistischen Produktionsweise enth&uuml;llt hatte, wurde nun umgedichtet in eine verdiente Strafe f&uuml;r gr&ouml;&szlig;enwahnsinnige Kreditnehmer.<\/p>\n<p><em>Sie meinen: f&uuml;r alle, die angeblich &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse gelebt hatten, von amerikanischen H&auml;uslebauern ohne Eigenkapital bis zu den Lebensk&uuml;nstlern im S&uuml;den?<\/em><\/p>\n<p>Die haben zahlreich &ndash; und nicht nur &bdquo;angeblich&rdquo; &ndash; &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse gelebt. Aber nun ging der entscheidende Zusammenhang verloren. Eine kapitalistische Bereinigung der Krise h&auml;tte im Bankrott beide Seiten entbl&ouml;&szlig;t, verantwortungslose Kreditgeber und verantwortungslose Kreditnehmer, und im Vollzug der Insolvenz w&auml;ren die Lasten nach Geb&uuml;hr verteilt worden. Die machtpolitische Antwort hat stattdessen die Schuldner an den Pranger gestellt, die Gl&auml;ubiger zu Opfern gemacht &ndash; und, durchaus unbeabsichtigt, die Politiker zu Objekten der &ouml;ffentlichen Aggression: in den Schuldnerl&auml;ndern angefeindet wegen der Kapitulation vor Deutschland &amp; Co, in den Gl&auml;ubigerl&auml;ndern angefeindet wegen der Garantien f&uuml;r die Schuldnerl&auml;nder.<\/p>\n<p><em>Das meinen Sie, wenn Sie von &bdquo;Verkehrung der Welt&ldquo; reden.<\/em><\/p>\n<p>Ja, ein Desaster f&uuml;r das Verst&auml;ndnis der wahren Zusammenh&auml;nge, ein Desaster f&uuml;r die moralische Hygiene und ein Desaster f&uuml;r die Bew&auml;ltigung der Krise.<\/p><\/li>\n<\/ol><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Dr. Karl-Heinz Kl&auml;r hat Sozialwissenschaften studiert und ist promovierter Historiker; er hat als Lektor und Hochschulassistent gearbeitet, als B&uuml;roleiter und Redenschreiber von Willy Brandt und als Abteilungsleiter Politik im SPD-Parteivorstand; 1991 wurde er in Rheinland-Pfalz Staatssekret&auml;r und Chef der Staatskanzlei, 1994 Bevollm&auml;chtigter f&uuml;r Bund und EU; im Ausschuss der Regionen der EU in Br&uuml;ssel leitete er zuletzt die Fraktion der SPE (tats&auml;chlich: der vereinten Linken); seit Mai 2011 freier Autor.<\/p>\n<p>Dr. Kuno Rinke ist im Vorstand der DVPB NW und verantwortlicher Redakteur von Politisches Lernen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Karl-Heinz Kl&auml;r<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22368#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>] am 12. April 2014 im Gespr&auml;ch mit <strong>Kuno Rinke<\/strong> &uuml;ber den Finanzkapitalismus, die Krise der Europ&auml;ischen Union und die &Uuml;bert&ouml;lpelung der jungen Generation. Grundlage des Gespr&auml;chs ist der Artikel &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16111\">Die Gro&szlig;eMittelKlasse<\/a>&ldquo;, den Karl-Heinz Kl&auml;r am 7. Februar 2013 auf den NachDenkSeiten ver&ouml;ffentlicht hat. Aufgrund der L&auml;nge haben wir das Gespr&auml;ch,<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22368\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,50,209,132],"tags":[241,293,909,902,1474,291],"class_list":["post-22368","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-finanzkrise","category-interviews","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-bankenrettung","tag-finanzwirtschaft","tag-kapitalismus","tag-klaer-karl-heinz","tag-managergehaelter","tag-verteilungsgerechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22368","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22368"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22368\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":122052,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22368\/revisions\/122052"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22368"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22368"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22368"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}