{"id":22394,"date":"2014-07-16T08:58:39","date_gmt":"2014-07-16T06:58:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394"},"modified":"2014-07-16T09:41:58","modified_gmt":"2014-07-16T07:41:58","slug":"hinweise-des-tages-2169","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h01\">Ulrike Herrmann &ndash; Steuerdieb regiert Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h02\">Spionage-Streit alarmiert Top-&Ouml;konomen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h03\">Studie: Reiche sind noch reicher als gedacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h04\">Gustav Horn: Eine gerechte Erbschaftssteuer ist m&ouml;glich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h05\">Anatomie einer angek&uuml;ndigten Katastrophe (Teil 1)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h06\">Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion: Industrieproduktion schw&auml;chelt immer noch weit unter Vorkrisenniveau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h07\">David Milleker &ndash; Frankreich in der Zwickm&uuml;hle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h08\">Banco Esp&iacute;rito Santo in N&ouml;ten: Der Spuk der Schuldenkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h09\">Wolfgang M&uuml;nchau: Wenn Wirtschaft so einfach wie Fu&szlig;ball w&auml;re<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h10\">Skepsis unter Analysten nimmt zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h11\">Nochmals: Fachkr&auml;fte finden keine Stelle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h12\">Amazons Lesertracking: Das Ende einer Illusion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h13\">Die Pillenmafia<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h14\">Fashion Weak: Das System Primark und die globale Ausbeutung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394#h15\">Nigeria: Kampf um knappes Land<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22394&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ulrike Herrmann &ndash; Steuerdieb regiert Europa<\/strong><br>\nDer neue Kommissionspr&auml;sident hat Europa massiv geschadet. Als Luxemburger Premier hat er sein Land zum Vorreiter der Steueroasen gemacht.<br>\nSkandal ist ein Wort, das inflation&auml;r gebraucht wird. Aber diesmal trifft es genau: Es ist ein Skandal, dass ausgerecht Jean-Claude Juncker der EU-Kommission vorstehen wird. Denn niemand hat Europa mehr geschadet als dieser Luxemburger, der sein Heimatland gezielt zur Steueroase ausgebaut hat. Sein Gesch&auml;ftsmodell ist ganz einfach: Man bietet Steuerkonditionen auf Ramschniveau &ndash; und bastelt sich damit einen internationalen Finanzplatz. Man klaut die Steuergelder seiner Nachbarn, um selbst reich zu werden.<br>\nLuxemburg hat nur 550.000 Einwohner &ndash; besitzt aber Investmentfonds, in denen sich 2,2 Billionen Euro sammeln. Nur in den USA sind noch mehr Fonds zu Hause, wie der franz&ouml;sische &Ouml;konom Gabriel Zucman ausgerechnet hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Wahl-Jean-Claude-Juncker\/!142492\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Danke an Ulrike Herrmann f&uuml;r diese offenen Worte. Wie es auch anders gehen kann, zeigen die Gr&uuml;nen Europaabgeordneten Giegold und Albrecht in einer <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/2014\/warum-wir-juncker-als-kommissionspraesidenten-unterstuetzen\/\">vor Opportunismus triefenden Erkl&auml;rung<\/a>. Und dabei ist Sven Giegold eigentlich bei den Gr&uuml;nen als Experte f&uuml;r europ&auml;ische Steuermodelle bekannt. Wie so oft scheint der Wunsch, sich als &bdquo;staatstragend&ldquo; und &bdquo;regierungsf&auml;hig&ldquo; zu pr&auml;sentieren, bei den Gr&uuml;nen s&auml;mtliche inhaltlichen Fragen zu &uuml;berdecken und Kritik wegzusp&uuml;len.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Spionage-Streit alarmiert Top-&Ouml;konomen<\/strong><br>\nIn Deutschland mehren sich Stimmen, die wegen des Vorgehens der US-Geheimdienste das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA infrage stellen. Doch damit w&uuml;rde sich Deutschland wohl ins eigene Fleisch schneiden. F&uuml;hrende &Ouml;konomen in Deutschland schlagen schon Alarm. Sie warnen vor den Folgen, wenn wegen des Spionagestreits das Freihandelsabkommen gekippt wird. &bdquo;Der gegenw&auml;rtige Konflikt gef&auml;hrdet jedoch das TTIP Abkommen noch st&auml;rker, als es eh schon ist&ldquo;, f&uuml;gte der DIW-Chef hinzu. &bdquo;Dies w&uuml;rde langfristig der deutschen Wirtschaft eine gro&szlig;e Chance nehmen neue M&auml;rkte zu erschlie&szlig;en, und auch dem deutschen Konsumenten schaden.&ldquo; Eine Beeintr&auml;chtigung der &ouml;konomischen Beziehungen w&auml;re &bdquo;nicht nur v&ouml;llig unangemessen und verfehlt, sondern auch dumm, weil es beide schlechter stellt&ldquo;, sagte auch der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael H&uuml;ther, Handelsblatt Online. &bdquo;TTIP zu gef&auml;hrden macht deshalb &uuml;berhaupt keinen Sinn, denn es geht bei Freihandel immer darum, beiden Seiten Vorteile durch neue M&ouml;glichkeiten zu verschaffen.&ldquo; H&uuml;ther pl&auml;diert daher daf&uuml;r, &bdquo;jetzt die Anstrengungen f&uuml;r einen erfolgreichen Abschluss von TTIP zu erh&ouml;hen&ldquo;. Was f&uuml;r Deutschland mit TTIP auf dem Spiel steht zeigt auch eine Analyse der Bertelsmann-Stiftung. Demnach w&uuml;rde unter den Europ&auml;ern die Bundesrepublik zu den gro&szlig;en Gewinnern der transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft z&auml;hlen. Das d&uuml;rfte auch der Grund sein, weshalb bislang kein prominentes Regierungsmitglied die Verhandlungen trotz des aktuellen Konflikts mit den USA stoppen will.<br>\nNicht umsonst wirbt daher die hiesige Wirtschaft, vom Industrieverband BDI &uuml;ber den Handelsverband BGA bis zum Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) besonders emsig f&uuml;r die Handelsvereinbarung. Entsprechend ist dort auch die Sorge besonders gro&szlig;, dass &uuml;ber die aktuellen deutsch-amerikanischen Verstimmungen dieses Vorhaben ausgebremst wird. Doch selbst die Bundesregierung r&auml;umt ein: Modellrechnungen haben ihre T&uuml;cken. Dennoch ist f&uuml;r die meisten Experten unstrittig: Wirtschaftlich w&uuml;rde sich das Abkommen f&uuml;r Deutschland rentieren. Doch die Schl&uuml;sselfrage ist inzwischen, ob das als Argument ausreicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/sorge-um-handelsabkommen-ttip-spionage-streit-alarmiert-top-oekonomen-seite-all\/10187924-all.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nun ja, was ist von den &uuml;blichen verd&auml;chtigen Dienstleistern von Kapital und Politik zu erwarten. Traurig ist halt, dass das Handelsblatt dieses Spiel r&uuml;ckhaltlos mitmacht: &ldquo;Profitieren w&uuml;rde Deutschland nach Auffassung der meisten Experten auf breiter Front.&rdquo; Inzwischen m&uuml;sste auch das Handelsblatt mitbekommen haben, dass bei einer Analyse der beiden CEPR-Studien, der ifo-Studie oder der Ecory-Studie (eine Befragung!) die zu erwartenden Gewinne &auml;u&szlig;ert gering sind. Das Wachstum wird auf 0,3 bis 1,3 % gesch&auml;tzt. Die Arbeitslosigkeit in der EU bleibt unver&auml;ndert oder verringert sich um 0,42 Prozentpunkte. Und das soll sich &uuml;ber einen Zeitraum  von 10 bis 20 Jahren einstellen. Die Argumentation ist die seit dem Binnenmarktprojekt die &uuml;bliche: Durch einen Abbau von Z&ouml;llen und nicht-tarif&auml;ren Handelshemmnissen kommt es zu einer Umlenkung von Handelsstr&ouml;men, zu mehr Konkurrenz und damit zu Kostensenkungen, die an die Konsumenten weiter gegeben werden. Bei der Bewertung der Gutachten sei auf die Studie der &Ouml;sterreichischen Forschungsstiftung f&uuml;r internationale Entwicklung, <a href=\"http:\/\/guengl.eu\/uploads\/plenary-focus-pdf\/ASSESS_TTIP.pdf\">Assessing the Claimed Benefits of the Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) [PDF &ndash; 1 MB]<\/a> und auf den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17671\">sch&ouml;nen Beitrag von Jens Berger<\/a> verwiesen, der der IFO- Studie f&uuml;r Bertelsmann (ein Hauptprofiteur von TTIP!) starke methodische Schw&auml;chen nachweist.<\/em><br>\n<em>Nicht unerw&auml;hnt sollte bleiben, dass es Gustav Horn (IMK) &uuml;berzeugend geling einen Zusammenhang zwischen der Spionageaff&auml;re und TTIP herzustellen: &bdquo;Das Verhalten der Amerikaner in Spionageangelegenheiten macht deutlich, dass  sie ihre  Interessen robust durchzusetzen versuchen. Das w&auml;re auch in allen unliebsamen Regulierungsfragen so, auf die sie nach Inkrafttreten von TTIP Einfluss h&auml;tten.&ldquo; Wer das nicht wolle, m&uuml;sse den Investorenschutz und  die transnationale Regulierungsbeh&ouml;rde aus dem TTIP entfernen. &bdquo;Hier w&auml;ren  klare Positionen seitens  der Bundesregierung und der EU Kommission erw&uuml;nscht.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Studie: Reiche sind noch reicher als gedacht<\/strong><br>\nNun legt eine aktuelle Studie der Europ&auml;ischen Zentralbank nahe: Die Reichen sind reicher als bisher angenommen. Die Armen somit jedoch auch &auml;rmer. Zumindest in Amerika und Teilen von Europa. Schon die bisher bekannten Daten &uuml;ber die Verteilung des Reichtums haben f&uuml;r Diskussionen gesorgt. Dabei waren die wirklich Reichen bisher gar nicht vertreten, wie der Autor des Arbeitspapiers schreibt. Bisherige Umfragen unter B&uuml;rgern wie &bdquo;The US Survey of Consumer Finances (SCF)&ldquo; und &bdquo;Eurosystem&rsquo;s Household Finance and Consumption Survey&ldquo; (HFCS) w&uuml;rden eine gute Grundlage bieten, jedoch Reiche und Superreiche nicht einschlie&szlig;en. Der Abstand der &bdquo;&auml;rmsten&ldquo; Person auf der Forbes-Milliard&auml;rsliste zu dem reichsten Haushalt der bisher genutzten europ&auml;ischen Umfrage ist riesig. In Deutschland hatte der reichste Haushalt in der bisher genutzten Umfrage 76 Millionen Euro. Laut Forbes-Liste besitzt aber allein die Familie von Karl Albrecht (Aldi) &uuml;ber 18 Milliarden Euro. Die R&uuml;cklaufquote der bisher genutzten Umfragen sei aus diversen Gr&uuml;nden wie Verschwiegenheit, Angst vor dem Fiskus oder Neidern oder Desinteresse gering. Bisherige Studien hatten angenommen, dass etwa ein Prozent der amerikanischen Privathaushalte &uuml;ber 30 Prozent des gesamten privaten Verm&ouml;gens verf&uuml;gen. Das ist wohl zu gering angesetzt, hei&szlig;t es in dem Arbeitspapier der Europ&auml;ischen Zentralbank. W&uuml;rden &bdquo;unber&uuml;cksichtigte&ldquo; Daten erg&auml;nzt, stiege deren Verm&ouml;gensanteil deutlich, schreibt Philip Vermeulen, leitender EZB-Volkswirt. Nimmt man die Reichen aus der Forbesliste dazu, steigt der Anteil in Amerika auf 35 bis 37 Prozent. In Deutschland von 26 Prozent bis 28 auf 32 bis 33 Prozent, in Frankreich von 18 auf 19 bis 20 Prozent, in Italien von 15 bis 16 auf 20 bis 21 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/studie-reiche-sind-noch-reicher-als-gedacht-13046648.html\">FAZ<\/a>\n<p><strong>Dazu: <a href=\"https:\/\/www.ecb.europa.eu\/pub\/pdf\/scpwps\/ecbwp1692.pdf\">How Fat is the Top Tail of the Wealth Distribution? [PDF &ndash; 1.2 MB]<\/a><\/strong><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Gustav Horn: Eine gerechte Erbschaftssteuer ist m&ouml;glich<\/strong><br>\nUnternehmervertreter stapeln hier oft tief und spitzen dementsprechend zu: Angeblich ist auch durch den m&ouml;glichen Liquidit&auml;tsabfluss durch Erbschaftssteuer die Existenz von Betrieben bedroht &ndash; auch wenn es in der gesamten Geschichte der Bundesrepublik noch keinen einzigen Fall dieser Art gegeben hat. Gleichwohl ist das Argument ernst zu nehmen, begr&uuml;ndet es doch die Sorgen vieler vor den vermeintlich sch&auml;dlichen Wirkungen einer solchen Steuer. Ist also die Liquidit&auml;t insbesondere von kleinen Unternehmen so angespannt, dass eine Belastung durch die Erbschaftssteuer sie in die Insolvenz treiben w&uuml;rde? Es gibt keine tragf&auml;hige Statistik, in der alle Betriebsverm&ouml;gen korrekt erfasst sind. Es gibt also keine Beweise, aber eine Reihe von Indizien. Da ist zun&auml;chst einmal der Finanzierungssaldo aller Kapitalgesellschaften. Er gibt Auskunft dar&uuml;ber, ob die Unternehmen mehr verdienen als sie ausgeben und damit Geld ansparen oder Schulden machen.  2004 nicht mehr. Seither [2004] ist dieser Saldo mit Ausnahme des Krisenjahres 2008 immer positiv. Im vergangenen Jahr betrug er &uuml;ber 50 Milliarden Euro, also knapp zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Von diesem Geld k&ouml;nnte ein Unternehmen ohne Gef&auml;hrdung seiner Existenz einen Teilbetrag an das Finanzamt abf&uuml;hren.<br>\nNun mag man einwenden, dass die Zahlen allein durch Gro&szlig;unternehmen bestimmt w&uuml;rden und gerade die kleineren Firmen Schwierigkeiten h&auml;tten. Die Daten zeigen aber, dass gerade kleinere Unternehmen &uuml;ber ein besonders dickes Polster an Liquidit&auml;t verf&uuml;gen. Bei Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als zwei Millionen Euro ist es mit rund elf Prozent der Bilanzsumme nahezu doppelt so hoch wie bei Gro&szlig;unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Umsatz. Ein weiteres Indiz liefert eine neuere Studie des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW). Sie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Wegfall der Verg&uuml;nstigungen f&uuml;r Betriebsverm&ouml;gen das Steueraufkommen nur wenig erh&ouml;hen d&uuml;rfte. Umgekehrt hei&szlig;t dies, dass die betroffenen Unternehmen nur geringe Steuern zahlen m&uuml;ssten. Also kann auch die Gef&auml;hrdung nur gering sein. &ndash; Aus alledem folgt, dass es keinen &ouml;konomischen Grund gibt, Betriebsverm&ouml;gen bei der Erbschaftssteuer zu bevorzugen. Alle Probleme, die sich aus dem geringen Liquidit&auml;tsgrad von Unternehmen ergeben k&ouml;nnten, lassen sich durch hinreichende Freibetr&auml;ge und Stundungsregelungen auffangen. Man sollte bei diesen Erw&auml;gungen zudem nicht aus den Augen verlieren, dass Erbschaften leistungslose Einkommen sind, die auch noch sehr ungleich verteilt sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2014-07\/erbschaftssteuer-unternehmen-steuerpolitik\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Anatomie einer angek&uuml;ndigten Katastrophe (Teil 1)<\/strong><br>\nDie Minierholung in Europa steht auf der Kippe. F&uuml;r Heiner Flassbeck ist klar, die j&uuml;ngsten Konjunkturdaten sind, &bdquo;ohne jede &Uuml;bertreibung, eine Katastrophe&ldquo;. Liest man dagegen die neuesten Reports der Bankvolkswirte, herrscht ein anderer Tenor vor. Ja, es schw&auml;cht sich gerade ab, hei&szlig;t es da (auch wenn man alle Sondereinfl&uuml;sse beachtet, die nur vor&uuml;bergehend die Industrie nach unten ziehen). Schon bald soll es aber weitergehen mit dem angeblichen Aufschwung. So sagen sie: Die USA, China und die EZB werden Europa schon wieder etwas nach oben pushen.<br>\nVielleicht wollen die &Ouml;konomen bei ihren Kunden nur keine Panik sch&uuml;ren, wenn doch irgendwo Hoffnung besteht, dass die Euro-Wirtschaft noch den Dreh finden kann und weiter so dahin d&uuml;mpeln darf wie bisher. Wie wir aber gleich sehen werden, sind die Hoffnungen doch sehr vage und k&ouml;nnten, wenn sie sich erf&uuml;llen sollten, fr&uuml;her oder sp&auml;ter ebenfalls in eine Katastrophe m&uuml;nden. Schier unbegreiflich bleibt nur, warum den Kollegen in der deutschen Wirtschaftspresse das weitgehend alles nur als Randnotiz wahrnehmen, was sich da gerade zusammenbraut &ndash; allerdings &uuml;berrascht das auch nicht weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weitwinkelsubjektiv.com\/2014\/07\/13\/katastrophen-anatomie-1\/\">WeitwinkelSubjektiv<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion: Industrieproduktion schw&auml;chelt immer noch weit unter Vorkrisenniveau<\/strong><br>\nHeute hat das europ&auml;ische Amt f&uuml;r Statistik, Eurostat, die Daten f&uuml;r die Industrieproduktion im Monat Mai vorgelegt. Sie ist in der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion (EWU) um 1,1 Prozent gegen&uuml;ber Vormonat gesunken, in Deutschland um 1,4 Prozent. Ein &ldquo;Wachstumsmotor&rdquo;, als den die Bundeskanzlerin erst Ende Juni die Rolle Deutschlands in der EWU  &ldquo;und der ganzen Europ&auml;ischen Union&rdquo; bezeichnete, ist auch die deutsche Industrie nicht.<br>\nAuch in allen anderen gr&ouml;&szlig;eren Volkswirtschaften der EWU war die Industrieproduktion negativ: Frankreich: -1,3 Prozent; Italien -1,2 Prozent; Spanien: -0,9 Prozent.<br>\nIn Griechenland stagnierte die Industrie, in Portugal sank die Produktion mit -3,6 Prozent betr&auml;chtlich.<br>\nDer R&uuml;ckgang erstreckte sich in der EWU dabei &uuml;ber das gesamte Spektrum der Industrieproduktion: Vorleistungsg&uuml;ter (-2,4%), Verbrauchsg&uuml;ter (-2,2%), Gebrauchsg&uuml;ter (-1,8%) und Investitionsg&uuml;ter (-0,5%). Die Produktion im Energiesektor legte demgegen&uuml;ber um drei Prozent zu.<br>\nGegen&uuml;ber Vorjahresmonat realisierte die EWU zwar immer noch mit 0,5 Prozent Wachstum ein leichtes Plus; die Graphik von Eurostat zeigt jedoch, dass die Industrieproduktion noch nicht einmal ihre Verluste seit Fr&uuml;hjahr 2011 &ndash; als die so genannten Rettungsschirme aufgespannt und die betroffenen L&auml;nder zu staatlichen Ausgabenk&uuml;rzungen, Lohnsenkungen und Abbau von Arbeitnehmerrechten gezwungen wurden &ndash; wieder hereingeholt hat, nicht zu reden vom Vorkrisenniveau 2008.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/07\/europaische-wahrungsuniondeutschland-industrieproduktion-schwachelt-immer-noch-weit-unter-vorkrisenniveau\/#sthash.kmAyUaO4.dpuf\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140716_01.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/cache\/ITY_PUBLIC\/4-14072014-AP\/DE\/4-14072014-AP-DE.PDF\">Eurostat [PDF &ndash; 97.7 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>David Milleker &ndash; Frankreich in der Zwickm&uuml;hle<\/strong><br>\nInzwischen wird Frankreich immer h&auml;ufiger als &bdquo;kranker Mann Europas&ldquo; tituliert. Ganz fair ist diese Begrifflichkeit nicht. Zwar liegt das Wirtschaftswachstum seit zwei Jahren nur knapp oberhalb der Stagnationsmarke, auch bei den Fr&uuml;hindikatoren schneidet unser westlicher Nachbar im europ&auml;ischen Vergleich eher mau ab. Doch musste Frankreich bei weitem keinen so massiven Wirtschaftseinbruch verkraften wie Spanien oder Italien. Realistisch betrachtet, m&uuml;ssten diese Staaten erst mal drei bis vier Jahre lang deutlich st&auml;rker wachsen als Frankreich, um &uuml;berhaupt wieder im relativen Vergleich auf das franz&ouml;sische Niveau aufzuschlie&szlig;en. Blicken wir einmal ein paar Jahre zur&uuml;ck. Seit Einf&uuml;hrung der gemeinsamen W&auml;hrung war Frankreich so etwas wie der perfekte Durchschnitt der W&auml;hrungsunion. &hellip; Durch die Euro-Krise haben sich jedoch die Rahmenbedingungen f&uuml;r Frankreich grundlegend ver&auml;ndert. W&auml;hrend die Lohnst&uuml;ckkosten dort wie auch hierzulande dem gleichen Trend folgen wie vor der Krise, gingen sie in den Krisenstaaten absolut zur&uuml;ck. Hier kommt nun das typische Ph&auml;nomen der Durchschnittsbildung zum Tragen: &Auml;ndert ein wesentlicher Teil der Grundgesamtheit seinen Trend, hat dies auch R&uuml;ckwirkungen auf den Durchschnitt selbst. Mit der Anpassung in der Peripherie liegt Frankreich nun nicht mehr im Mittel, sondern am oberen Rand der Lohnst&uuml;ckkostenanstiege innerhalb der W&auml;hrungsunion. Oder anders formuliert: Man macht nichts anders als vorher, aber die &auml;u&szlig;eren Rahmenbedingungen haben sich so ge&auml;ndert, dass man innerhalb des W&auml;hrungsraums st&auml;ndig an Wettbewerbsf&auml;higkeit verliert.<br>\nDie Frage, wie man mit dieser Situation umgeht, ist aber je nach nationaler oder gesamteurop&auml;ischer Perspektive sehr unterschiedlich. Frankreich k&ouml;nnte nat&uuml;rlich &uuml;ber einen schw&auml;cheren Lohntrend versuchen, wieder seine Position im europ&auml;ischen Durchschnitt einzunehmen. Das w&auml;re eine rein nationale Perspektive. Sie k&auml;me aus gesamteurop&auml;ischer Sicht allerdings einem Abwertungswettlauf gleich. W&auml;hrend in einem flexiblen Wechselkurssystem ein solcher Wettlauf mit steigenden Raten des Preisauftriebs &uuml;ber importierte Inflation verbunden w&auml;re, ist es im Rahmen einer W&auml;hrungsunion ein Wettbewerb &uuml;ber m&ouml;glichst starke Reduktion von L&ouml;hnen und Preisen mit der Konsequenz deflation&auml;rer Entwicklungen. Ein anzustrebender gesamteurop&auml;ischer Preisauftrieb gem&auml;&szlig; dem Stabilit&auml;tsziel der Europ&auml;ischen Zentralbank von &bdquo;unter, aber nahe zwei Prozent&ldquo; r&uuml;ckt so in deutliche Ferne. Die zentrale Bezugsgr&ouml;&szlig;e ist schlie&szlig;lich hier, dass in einem gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht Lohnst&uuml;ckkosten und Inflationsrate sich etwa im Gleichschritt bewegen sollten. &ndash; Die Situation f&uuml;r Frankreich ist also alles andere als einfach. Eingeklemmt zwischen einem unver&auml;nderten Wirtschaftsmodell in Deutschland und massiven Lohn- und Preisanpassungen in den europ&auml;ischen Krisenl&auml;ndern, bleibt Frankreich nur die Wahl zwischen schw&auml;chlichem Wachstum oder steigenden au&szlig;enwirtschaftlichen Defiziten. Und ganz nebenbei wird die Entscheidung in Frankreich &uuml;ber seinen weiteren nationalen Weg auch eine ma&szlig;gebliche Weichenstellung f&uuml;r die Zukunft der gesamten W&auml;hrungsunion darstellen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/neuewirtschaftswunder.de\/2014\/07\/09\/david-milleker-frankreich-in-der-zwickmuhle\/\">Wirtschaftswunder<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.Z.:<\/strong> Die Argumentation von David Milleker, Chefvolkswirt bei Union Investment, d&uuml;rfte NachDenkSeiten-Leser vertraut sein. Er verweist auf das positive Inflationsziel der EZB (unter, aber nahe zwei Prozent) und auf den Zusammenhang von Lohnst&uuml;ckkostenentwicklung und Inflationsrate. Milleker kritisiert implizit das auf &ldquo;extremer Lohnzur&uuml;ckhaltung&rdquo; basierende deutsche Wirtschaftsmodell und warnt vor einem deflation&auml;ren Abwertungslauf in Europa, sollte sich nun auch Frankreich gen&ouml;tigt sehen, einen &ldquo;schw&auml;cheren Lohntrend&rdquo; anzustreben.<\/em><br>\n<em>An dieser Stelle sei noch einmal daran erinnert, was ein Deflationsprozess tats&auml;chlich bedeutet. Der &Ouml;konom Hans Gestrich hat dazu in seinem Werk &ldquo;Kredit und Sparen&rdquo; auf S. 30 festgestellt: &ldquo;Die im Deflationsproze selbst entstandenen Verluste sind aber nicht korrigierbar, weder im Einzelfall noch im ganzen [sic]. Die Zeit, die nicht zum Produzieren ausgenutzt worden ist, ist unwiederbringlich verloren. (&hellip;) [S]o ist ein deflatorischer Proze&szlig; doch durch die Tatsache belastet, da&szlig; gesamtwirtschaftliche Verluste einfach durch Unt&auml;tigkeit entstehen. Die scharfe Verurteilung eines solchen Prozesses als dem eigentlichen Sinn wirtschaftlicher T&auml;tigkeit widersprechend, hat also von vornherein starke Gr&uuml;nde f&uuml;r sich. Zun&auml;chst scheint es so, als ob der Sparer beg&uuml;nstigt wird. Aber in Wirklichkeit wird durch die Einkommensminderung und die Verluste von Unternehmern das laufende Sparen gehemmt; schlie&szlig;lich ist auch der Unternehmer ein potentieller Sparer ersten Ranges. Eigentlichen Gewinn haben beim Deflationsproze&szlig; nur diejenigen Besitzer fr&uuml;herer Ersparnisse, die nicht gezwungen sind, sie wegen geminderten oder ausfallenden Einkommens zu verzehren, sowie die Bezieher fester Nominaleinkommen, die inmitten des Verfalles Ersparnisse bilden k&ouml;nnen.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Banco Esp&iacute;rito Santo in N&ouml;ten: Der Spuk der Schuldenkrise<\/strong><br>\nDie Regierung und die Zentralbank Portugals versuchen, internationalen Investoren die Angst vor einem R&uuml;ckfall des Landes in die Krise zu nehmen. Beide versicherten am Freitag in Lissabon, die Einlagen bei der Gro&szlig;bank Banco Esp&iacute;rito Santo (BES) seien sicher. Spekulationen &uuml;ber einen Zusammenbruch des Bankkonzerns hatten zuletzt an den M&auml;rkten Sorgen vor einer neuen Kettenreaktion ausgel&ouml;st. &ndash; Dass eine einzelne, wenn auch eine der gr&ouml;&szlig;ten portugiesischen Banken, die Finanzm&auml;rkte so verunsichert, ist Beobachtern zufolge ein Zeichen, dass die Krise in Europa noch nicht &uuml;berwunden ist, die Schulden und Defizite zu hoch sind, Strukturreformen fortgesetzt werden und die Banken Risiken weiter abbauen m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/banco-esprito-santo-in-noeten-der-spuk-der-schuldenkrise\/10189066.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man fragt sich, was der Tagesspiegel sich dabei denkt, im Zusammenhang mit der Krise einer Bank das &uuml;bliche neoliberale Credo herunterzuleiern: &ldquo;dass die Krise in Europa noch nicht &uuml;berwunden ist, die Schulden und Defizite zu hoch sind, Strukturreformen fortgesetzt werden&rdquo; und dann erst, dass &ldquo;die Banken Risiken weiter abbauen m&uuml;ssen.&rdquo; Kein Wort davon, dass nat&uuml;rlich auch die Bankenaufsicht geschlafen oder weggeschaut hat. Man wird sehen, ob die Probleme des gr&ouml;&szlig;ten privaten Geldinstituts Portugals ein lokales Ph&auml;nomen bleiben. <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/zentralbank-macht-druck-beim-banco-espirito-santo-1.18343369\">Gemeldet wird<\/a>, dass sich die in Luxemburg ans&auml;ssigen Esp&iacute;rito Santo International (ESI), Rioforte (100-prozentige Tochter) und die ESFG (die BES ist Teil der Esp&iacute;rito Santo Financial Group) darauf vorbereiten, Gl&auml;ubigerschutz zu beantragen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Wolfgang M&uuml;nchau: Wenn Wirtschaft so einfach wie Fu&szlig;ball w&auml;re<\/strong><br>\nVerglichen mit der Weltkonjunktur ist eine Fu&szlig;ball-WM eine simple Angelegenheit. In einem so chaotischen System wie dem globalisierten Kapitalismus gibt es nur eine Sicherheit: Bereits kleine Ereignisse k&ouml;nnen das Gesamtsystem ins Wanken bringen. Bis vor wenigen Jahren tendierte auch die Konjunktur zur Stabilit&auml;t. Fast alle wirtschaftlich bedeutenden Aktivit&auml;ten fanden im transatlantischen Raum statt waren bis auf eine Unsicherheitsmarge weitgehend prognostizierbar. Was diesen gem&uuml;tlichen Status Quo beendet hat, ist die Globalisierung, vor allem die Globalisierung der Finanzm&auml;rkte. Zusammen mit miserabler Krisenpolitik brachte sie uns permanente finanzielle Instabilit&auml;t.  Ohne eine nat&uuml;rliche Tendenz zur Stabilisierung w&auml;re die Wirtschaft vergleichbar mit einem chaotisch dynamischen System in der Physik, dass von Schock zu Schock strauchelt. Solche Schocks passieren in der Wirtschaft alle Nase lang. In der vergangenen Woche waren es die Probleme der portugiesischen Bank Santo Spirito, die uns f&uuml;r kurze Zeit den Hauch der Finanzkrise entgegenwehen lie&szlig;en. Bef&auml;nde sich unsere Wirtschaft in einem stabilen Gleichgewicht, dann k&ouml;nnte uns eine portugiesische Bankkrise wenig anhaben. Auch Wladimir Putins Anschluss der Krim w&auml;re dann zumindest kein weltwirtschaftliches Gro&szlig;ereignis. In echten dynamischen Systemen hingegen haben selbst die kleinsten Ereignisse gro&szlig;e Wirkungen, und bereits mittelgro&szlig;e Ereignisse k&ouml;nnen das System zersprengen. Oder auch nicht. &ndash; Was kann man da machen? In einer solchen Situation ist es am besten, auf die Prognose ganz zu verzichten, und die Situation qualitativ zu verstehen. F&uuml;r mich ist ein solches qualitatives Gedankenmodell in der Wirtschaft die sogenannte Bilanz-Rezession: Egal wie tief die Zinsen auch fallen, die &uuml;berschuldeten spanischen Haushalte oder italienischen Banken versuchen, ihre Schulden abzubauen und sich zu sanieren. Sie reagieren nicht mehr auf die &uuml;bliche finanziellen Anreize. Da das alle gleichzeitig machen, kommt es zu einem R&uuml;ckgang der Gesamtnachfrage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/fussball-wm-und-finanzkrise-wie-systeme-auf-schocks-reagieren-a-980893.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das Ende der &ldquo;Stabilit&auml;t&rdquo; so d&uuml;rftig zu erkl&auml;ren, schr&auml;nkt M&uuml;nchaus abschlie&szlig;ende Ausf&uuml;hrungen etwas ein. Man mag dar&uuml;ber streiten, ob Afrikas oder Lateinamerikas wirtschaftliche Aktivit&auml;ten in den 80ern bedeutend waren. Auf jeden Fall war das globale Kapital in die damaligen Schuldenkrise dieser Kontinente voll involviert &ndash; inklusive der sch&auml;dlichen Rezeptur von Weltbank und IWF. Und nat&uuml;rlich geht es nicht einfach um die Globalisierung der Finanzm&auml;rkte, sondern vor allem um die Deregulierung des Finanzsektors in den USA und Europa. Ansonsten d&rsquo;accord: &ldquo;Der einzige Akteur, der in einem solchem Umfeld noch Kapazit&auml;ten hat, ist der Staat. Da sich im Euroraum die Staaten mit Schuldenbremsen und Fiskalpakten selbst begrenzen, ist es kein Wunder, dass die Erholung schwach ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Skepsis unter Analysten nimmt zu<\/strong><br>\nDas vom Zentrum f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung (ZEW) berechnete Barometer f&uuml;r die deutsche Wirtschaft ist im Juli den siebten Monat in Folge gesunken und notiert mit 27,1 Punkten auf dem tiefsten Stand seit Dezember 2012. &ldquo;Die deutsche Konjunktur hat sich zuletzt eine kleine Delle eingefangen&rdquo;, sagte ZEW-Pr&auml;sident Clemens Fuest. &laquo;Im Einzelhandel wurde weniger umgesetzt, zudem produzierte die deutsche Industrie weniger und verzeichnete geringere Auftragseing&auml;nge.&raquo; Der R&uuml;ckgang der Konjunkturerwartungen spiegele die Ern&uuml;chterung dar&uuml;ber wider. &ldquo;Dennoch bleibt der mittelfristige wirtschaftliche Ausblick in der Grundtendenz positiv&rdquo;, so Fuest.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fuw.ch\/article\/zew-konjunkturbarometer-sinkt-weiter\/\">FuW<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch wenn man vielleicht nicht allzu viel von der Gef&uuml;hlslage von 400 Analysten und institutionellen Anleger als Indikator h&auml;lt, ist dieser anhaltende, sich verst&auml;rkende  Pessimismus beachtlich. Was nun die Begr&uuml;ndung betrifft, kann man das auch klarer ausdr&uuml;cken: Wer da meint, dass jahrelange Massenkaufkraftverluste durch ein paar P&uuml;nktchen Reallohnerh&ouml;hung in eine starke Binnennachfrage &ndash; allj&auml;hrlich zu Beginn des Jahres verk&uuml;ndet &ndash; umschlagen k&ouml;nnte, ist dumm bzw. verschaukelt uns. Nat&uuml;rlich ist der mittelfristige wirtschaftliche Ausblick wie immer in der Grundtendenz positiv.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Nochmals: Fachkr&auml;fte finden keine Stelle<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/fachkraefte-finden-auf-dem-arbeitsmarkt-keine-stelle-13043289.html\">FAZ<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung S.T.:<\/strong> In den Hinweisen des Tages (15.07.2014) bin ich &uuml;ber Punkt 12 &ldquo;Fachkr&auml;fte finden keine Stelle&rdquo; (FAZ) gestolpert.<\/em><br>\n<em>Das, was in diesem Artikel beschrieben wird, l&auml;sst einem wirklich die Faust in der Tasche ballen. Und es lohnt sich, diesen in G&auml;nze zu lesen. Am Anfang wird auf die Widerspr&uuml;che zwischen Altersdiskriminierung und &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo; hingewiesen. Dass dieser Mangel offenbar nur ein virtuelles Luxusproblem zu sein scheint, das zeigt auch das Beispiel der BWLerin, die die Branche wechseln m&ouml;chte, aber als &ldquo;fachfremd&rdquo; bezeichnet wird.<\/em><br>\n<em>Aber die Realit&auml;t scheint mir, offen gestanden, viel schlimmer. Zumindest sagt mir das die Erfahrung in meinem Bekanntenkreis.<\/em><br>\n<em>Da gibt es (noch) junge Ingenieure, die jahrelang im Ausland gearbeitet haben und gerne wieder in Deutschland arbeiten m&ouml;chten, die bewerben sich bei Gro&szlig;unternehmen und k&ouml;nnen feststellen: Was deutsche Unternehmen einem mit Blick auf Arbeitszeit(regelungen)\/ Ausgleichstage, Urlaub, Bezahlung usw. anbieten ist gr&ouml;&szlig;tenteils nur als schlechter Witz zu verstehen. Vergleichen Sie nur mal die Arbeitsbedingungen in &Ouml;sterreich mit denen in Deutschland. Ich kenne F&auml;lle, in denen die Betroffenen h&auml;tten auf ca. 1.000,00 Euro Brutto verzichten m&uuml;ssen, um in Deutschland zu arbeiten &ndash; ohne (!) sichere Perspektive usw. usf. Hinzu treten der verwaltungstechnische Aufwand und die Zeit bis zum ersten Vorstellungsgespr&auml;chen usw.<\/em><br>\n<em>Klar, das ist jetzt eine ganz andere Liga. Viele dieser Betroffenen sind nicht darauf angewiesen, in Deutschland zu arbeiten, und k&ouml;nnen im Ausland bleiben. Doch solange dies so ist und viele der hier ausgebildeten Fachkr&auml;fte ins Ausland gehen (m&uuml;ssen), weil dort bessere Bedingungen vorherrschen, so lange kann ich nicht glauben, dass wir wirklich ein Fachkr&auml;fteproblem haben. Warum versuchen&rsquo;s die Verantwortlichen nicht mal mit einer so simplen wie bestechenden &ouml;konomischen Logik und fragen sich: Mag der Mangel an Fachkr&auml;ften nicht Ausdruck mangelnder Anreize sein?<\/em><br>\n<em>Die letzte Frage stellt sich nat&uuml;rlich niemand: Denn wie das ALG II\/ Hartz IV, so dient die Diskussion um Fachkr&auml;fte nicht etwa, dem Mangel beizukommen, sondern den Preis f&uuml;r die (Human-) &ldquo;Ressource&rdquo; Mensch zu senken. Wir haben keinen Mangel an Fachkr&auml;ften, sondern einen Mangel an BILLIGEN Fachkr&auml;ften. Das ist die ganze Wahrheit.<\/em><br>\n<em>Ferner werden im Text offenbar ganz verschiedene Fachkr&auml;fte durcheinander gebracht. Einmal wird davon gesprochen, dass F&uuml;hrungsnachwuchs fehlt. Daf&uuml;r habe ich keinerlei Verst&auml;ndnis, da m. E. gen&uuml;gend Personen f&uuml;r&rsquo;s Management existieren sollten und mit gen&uuml;gend Weitsicht m. E. auch fast jede Person darauf vorbereitet werden kann. Da muss deshalb auch niemand BWL studiert haben! Mir kann niemand erz&auml;hlen, dass es in dem Bereich einen Mangel geben muss. Wenn, dann ist das wohl oder &uuml;bel einem schlechten Personalmanagement geschuldet.<\/em><br>\n<em>An anderer Stelle wird mit Blick auf Elektrotechnik vom Mangel an Fachkr&auml;ften geschrieben. Da kann ich mir in der Tat vorstellen, dass Fachkr&auml;fte fehlen. Aber auch dort bin ich der Meinung, dass sich dies h&auml;tte &uuml;ber duale Ausbildung u. &auml;. vermeiden lassen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Wahrheit ist doch auch hier, dass die Unternehmen gerne kostenlos gut ausgebildete und billige Arbeitskr&auml;fte abgreifen wollen. Statt selbst die entsprechenden Investitionen zu t&auml;tigen (duale Ausbildung usw.), wird lieber nach Pappa Staat gerufen oder dies den Arbeitskr&auml;ften selbst &uuml;berlassen (sozusagen als &ldquo;Unternehmer in eigener Sache&rdquo;).<\/em><br>\n<em>Wie kurz das Management offenbar denkt, zeigt sich auch an folgender Passage:<\/em><br>\n<em>&bdquo;Doch der Projektmarkt ist laufenden Schwankungen unterworfen. Momentan sind es gerade Embedded-Entwickler mit Erfahrung in der Automobilbranche, die h&auml;nderingend gesucht werden. Erst vor wenigen Monaten hatten wir gro&szlig;e Nachfrage bei Spezialisten im CAD-Bereich. Dies ist wieder deutlich abgeflacht&ldquo;, beobachtet Ansgar Nagel, Leiter Vertrieb bei Solcom in Reutlingen. <\/em><br>\n<em>Da steckt doch schon das Problem im Begriff &ldquo;Projektmarkt&rdquo;. Vielleicht wollen diese Fachkr&auml;fte eben nicht nur f&uuml;r die Dauer eines Projektes angestellt sein? Sicherheit, Familie usw. &hellip; das scheinen diese Verwantwortlichen nicht mehr auf dem Schirm zu haben.<\/em><br>\n<em>Wenn es hei&szlig;t, dass die Nachfrage nach &ldquo;Teilzeitkr&auml;ften&rdquo; steigt, dann liegt doch gerade da die Keimzelle f&uuml;r einen &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo; &hellip; Wer will schon nach jahrelangem und hartem Studium als Teilzeitkraft enden? Und was hei&szlig;t &uuml;berhaupt &ldquo;Teilzeitkraft&rdquo;? Ist das nicht eher sogar verlogen? Denn gesucht werden doch eigentlich nicht wirklich &ldquo;Teilzeitkr&auml;fte&rdquo;, sondern Personen, die f&uuml;r einen k&uuml;rzen Zeitraum einen Vollzeitjob erledigen. Wer&rsquo;s nicht glaubt, kann ja mal im Unternehmen nachfragen, ob das eigene Arbeitspensum auf 2\/3 gesenkt werden kann. Meine Vermutung ist, dass die Verantwortlichen alles andere als Luftspr&uuml;nge machen werden &hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Amazons Lesertracking: Das Ende einer Illusion<\/strong><br>\nAmazon als gr&ouml;&szlig;ter Anbieter von elektronischen Leseger&auml;ten h&auml;lt, wie in den meist auch nicht gelesenen Nutzungsbedingungen mitgeteilt, &bdquo;Informationen zu den digitalen Inhalten auf Ihrem Kindle und anderen Ger&auml;ten sowie zur Nutzung der digitalen Inhalte durch Sie bereit (z. B. zuletzt gelesene Seite und Archivierung von Inhalten, Anmerkungen, Lesezeichen, Notizen, Markierungen oder &auml;hnliche Kennzeichnungen, die Sie mit Ihrem Ger&auml;t oder Ihrer Lese-App vornehmen&ldquo;). Der amerikanische Mathematikprofessor Jordan Ellenberg hat sich jetzt den Spa&szlig; gemacht, anhand dieser allgemein zug&auml;nglichen Informationen zu berechnen, wie viele der bei Amazon meistgekauften B&uuml;cher nicht zu Ende gelesen werden. Seine Kalkulation beruht auf der Hypothese, dass Markierungen &uuml;ber das ganze Buch gestreut sein sollten, wenn der Leser bis zum Schluss durchgehalten hat. Ellenberg nennt seine Methode, die Seitenzahlen der f&uuml;nf gekennzeichneten Passagen eines Buches zu addieren, den Durchschnitt zu ermitteln und diesen durch die Seitenzahl des ganzen Buches zu dividieren, den &bdquo;Hawking-Index&ldquo;, nach der Behauptung, dass Stephen Hawkings Bestseller &bdquo;Eine kurze Geschichte der Zeit&ldquo; das am wenigsten gelesene Erfolgsbuch sei. Nach dieser Methode hat Ellenberg ermittelt, dass die Leser tats&auml;chlich nur 6,6 Prozent von Hawkings Buch lesen. Damit liegt der Physiker aber noch deutlich vor dem &Ouml;konomen Thomas Piketty, in dessen vieldiskutiertem Erfolgsbuch &bdquo;Das Kapital im 21. Jahrhundert&ldquo; die letzte &uuml;berhaupt markierte Stelle auf Seite 26 &ndash; das entspricht 2,4 Prozent des Buchumfangs &ndash; zu finden ist. &ndash; Ellenbergs spielerische Untersuchung beruht, wie er selbst zugibt, auf einer h&ouml;chst unwissenschaftlichen Methode. Sie diene nur der Unterhaltung. Amazon aber ist im Besitz der Daten. Dort wird Ernst gemacht mit dem Gesch&auml;ft der Unterhaltung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/buecher\/amazons-lesertracking-das-ende-einer-illusion-13040598.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die FAZ scheint sich darauf zu kaprizieren, wie viele B&uuml;cher nicht zu Ende gelesen werden. Da halte ich es lieber mit John Maynard Keynes: &bdquo;Ein Leser sollte eine breite allgemeine Bekanntschaft sozusagen mit B&uuml;chern als solchen erwerben. Er sollte sich ihnen mit allen Sinnen n&auml;hern; er sollte ihren Geruch kennen und wissen, wie sie sich anf&uuml;hlen&hellip;. Er sollte mit mehr B&uuml;chern leben, als er liest, umgeben von einer Aura ungelesener Seiten, deren allgemeiner Charakter und Inhalt ihm doch bewusst ist.&ldquo; &ndash; Wichtiger und weitaus bedenklicher ist die Feststellung am Ende des Artikels: &ldquo;Amazon aber ist im Besitz der Daten. Dort wird Ernst gemacht mit dem Gesch&auml;ft der Unterhaltung.&rdquo; Und nat&uuml;rlich geht das noch weiter. Wenn Sie in Ihrem Browser verhaltensbasierte oder interessenbasierte Werbung zulassen, so k&ouml;nnen beim Besuch anderer Webseiten, Informationen zu den Produkten, die auf der Amazon angesehen wurden, erscheinen. Ich gehe davon aus, dass Amazon, dann auch wei&szlig;, dass Sie z.B. im Focus oder in der Huffington Post einen Artikel &uuml;ber die Absetzbarkeit von Scheidungskosten gelesen haben. Das Psychogramm der Amazonnutzer wird immer pr&auml;ziser. Ganz abgesehen davon, dass Facebook meistens auch dabei ist. Ach &uuml;brigens, die Beteuerungen von Amazon, dass man die NSA nicht bediene, sind veraltet. <a href=\"http:\/\/www.mopo.de\/politik---wirtschaft\/us-gerichtsbeschluss-amazon---co--muessen-daten-an-nsa-liefern,5066858,26994022.html\">Per Gerichtsbeschluss<\/a> in den USA m&uuml;ssen alle Daten von US-amerikanischen Anbietern an die NSA geliefert werden. Anbieter wie Google, Microsoft oder Amazon m&uuml;ssen auf Anforderung private Daten wie E-Mails oder Suchverl&auml;ufe an US-Beh&ouml;rden weitergeben. Und zwar auch, wenn sich das Unternehmen gar nicht auf amerikanischem Grund befindet. &ndash; Die NSA wei&szlig; wahrscheinlich schon auf den Monat genau und vor Ihnen selbst, wann Sie sich von Ihrem Partner scheiden lassen werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Pillenmafia<\/strong><br>\nDie organisierte Kriminalit&auml;t hat den Medizinhandel entdeckt. Obwohl nichts so streng kontrolliert wird wie das Gesch&auml;ft mit Arzneimitteln: Der Sparzwang der Kassen ebnet den Kriminellen den Weg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=hi&amp;dig=2014%2F07%2F12%2Fa0209&amp;cHash=e79161ae8c0a3447380b579530dcbbed\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein interessanter Artikel, der dazu angetan ist, gerade f&uuml;r Schwerkranke (Krebs) das Schlimmste zu bef&uuml;rchten. Leider vermischt der Artikel zwei verschiedene Aspekte. Die F&auml;lschung von Medikamenten und den Diebstahl von Medikamenten in Italien und die Verteilung im europ&auml;ischen Markt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Fashion Weak: Das System Primark und die globale Ausbeutung<\/strong><br>\nInsbesondere Handelsketten stehen im Fokus des &ouml;ffentlichen Interesses, die dem Bereich der &raquo;Fast Fashion&laquo; zugeordnet werden k&ouml;nnen. Mit schnellen Kollektionswechseln und &raquo;vertikal&laquo; organisierten Produktionsketten reagieren diese auf die aktuellsten Modetrends und bieten entsprechende Artikel zu niedrigsten Preisen an. Im Gegensatz zum alten Modell der Boutique, die ihr Sortiment von verschiedenen Modemarken bezieht und den Gro&szlig;teil der Ware f&uuml;r jede Saison vorbestellt, ist eine vertikal organisierte Wertsch&ouml;pfungskette extrem effizient. Zun&auml;chst wird geschaut, was der allerneueste Trend ist, um diesen dann zu kopieren und m&ouml;glichst rasch in die eigenen L&auml;den zu h&auml;ngen. Primark ist lediglich der zurzeit konsequenteste Vertreter einer Entwicklung, die bereits in den neunziger Jahren mit H&thinsp;&amp;&thinsp;M und Co. begonnen hat. Waren damals noch vier bis sechs Kollektionswechsel pro Jahr ein Novum, wird das Angebot heutzutage bis zu zw&ouml;lf Mal komplett ausgetauscht. W&auml;hrend die Pro-Kopf-Ausgaben f&uuml;r Kleidung seit 30 Jahren stagnieren, ist die Anzahl der gekauften Teile in dieser Zeit gestiegen. Marktanteile gewinnt, wer den Wunsch nach angesagten Outfits am billigsten bedient. &hellip;  erzeugt das von Primark nur auf die Spitze getriebene Konsummodell extreme Probleme. Der Anbau von Baumwolle verbraucht immense Mengen an Wasser und Pestiziden. Fast 25 Prozent der weltweit eingesetzten Insektizide gelangen auf Baumwollfelder. Zur Ertragssteigerung werden mittlerweile fast &uuml;berall gentechnisch ver&auml;nderte Pflanzen eingesetzt, um zum Beispiel noch wirksamere Pestizide verwenden zu k&ouml;nnen. Seit 2004 ist die Menge an Textilm&uuml;ll weltweit um etwa 25 Prozent gestiegen &ndash; in Gro&szlig;britannien spricht man wegen der wachsenden M&uuml;llberge bereits vom &raquo;Primark-Effekt&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2014\/28\/50182.html\">Jungle World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein Bericht, der wenigstens nicht verschweigt, dass die Bem&uuml;hungen um faire und transparente Lieferketten nur marginale Verbesserungen zeitigen. Erst wenn dies begriffen wird, entstehen vielleicht neue Strategien gegen diese Ausbeutung von Menschen und ihrer Lebensgrundlage, gegen diesen Irrsinn, den wir freundlich Konsum nennen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Siehe auch: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2014\/28\/50183.html\">Erst kommt die Fashion, dann die Moral: Die Er&ouml;ffnung der neuen Primark-Filiale in Berlin<\/a><\/strong><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Nigeria: Kampf um knappes Land<\/strong><br>\nDie Spannungen zwischen Christen und Muslimen in Nigeria werden f&auml;lschlicherweise oft als Religionskonflikte beschrieben. Tats&auml;chlich geht es bei den Auseinandersetzungen jedoch um ganz weltliche Dinge &ndash; wie die gegens&auml;tzlichen Landinteressen von Bauern und Viehhirten. Die Fulani ziehen bereits seit vielen Hundert Jahren durch die Region. Ebenso lange wird Landwirtschaft betrieben. Doch Nigeria platzt mittlerweile sprichw&ouml;rtlich aus allen N&auml;hten. 170 Millionen Einwohner soll Afrikas Riesenstaat heute haben. T&auml;glich werden es mehr, was auch die Fulani sp&uuml;ren. &ldquo;In ganz Nigeria haben wir einfach kein Land mehr f&uuml;r unsere K&uuml;he. Unser Land wird ja nicht gr&ouml;&szlig;er. Aber es gibt immer mehr K&uuml;he und immer mehr Fulani. Und die Bauern wollen sich auch st&auml;ndig vergr&ouml;&szlig;ern, obwohl es die Fl&auml;chen nicht hergeben. Das ist unser Problem.&rdquo; Fr&uuml;her, so berichten Farmer und Viehhirten &uuml;bereinstimmend, lie&szlig;en sich Konflikte problemlos regeln. Zerst&ouml;rte eine Herde ein Feld, erhielt der Farmer eine Entsch&auml;digung. Mitunter forderte er die Viehhirten auch nur auf: Passt zuk&uuml;nftig besser auf eure K&uuml;he auf! Doch das ist vorbei<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2014\/07\/11\/dlf_20140711_0952_64526e3a.mp3\">Deutschlandradio [Audio &ndash; mp3]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So wichtig es ist, Nigerias Probleme bei 250 ethnischen Gruppierungen und St&auml;mmen mit jeweils eigenen Sprachen nicht auf Religionskonflikte zu reduzieren, die Erkl&auml;rung des Sicherheitsberaters des nigerianischen Pr&auml;sidenten verharmlost die Anschl&auml;ge der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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