{"id":2253,"date":"2007-04-13T08:49:37","date_gmt":"2007-04-13T06:49:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2253"},"modified":"2007-04-13T08:49:37","modified_gmt":"2007-04-13T06:49:37","slug":"hinweise-des-tages-370","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2253","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL\/KR)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Peter Bofinger: Schweizer Schuldenbremse im Praxistest gescheitert<\/strong><br>\nIn Deutschland wird die Schweizer Finanzregel als Modell gefeiert. Dass ein solcher Bremskurs der falsche Weg gewesen w&auml;re, verdeutlicht die Entwicklung im Jahr 2006. Im  November 2005 hatte sich die Koalition dazu durchgerungen, auf Sparma&szlig;nahmen zu verzichten und ein  Defizit von rund 3 &frac34; % in Kauf zu nehmen, um die Wirtschaft endlich wieder in Schwung zu bringen. Das hat sich ausgezahlt. Die sich darauf einstellende gute Konjunktur sp&uuml;lte so viel Geld in die &ouml;ffentlichen Kassen, dass die Neuverschuldung am Ende nur noch 1,7 % betrug. Wenn man dann unbedingt eine Bremse will, sollte man &uuml;ber eine Steuersenkungsbremse nachdenken, die Steuerentlastungen so lange verfassungsrechtlich verbietet, bis die Schuldenstandsquote wieder deutlich unter der 60%-Grenze des Vertrags von Maastricht liegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=378&amp;blogId=16\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke: Der Kirmeskrach &uuml;ber sinkende oder nicht sinkende Steuern l&auml;sst erahnen, wie erschreckend wenig die Beteiligten aus den Desastern der vergangenen Jahre gelernt haben<\/strong><br>\nWas den Glos&rsquo;schen Plan f&uuml;r anno 2009 absurd macht, ist die kaum verborgene Tante-Erna-Grundidee, wonach es am besten ist, Finanzpolitik nach Kassenlage zu machen &ndash; als ginge es um die Klingelt&uuml;te vom Kaninchenz&uuml;chterverein. Und als w&auml;re genau das nicht gerade eindrucksvoll danebengegangen.<br>\nAls die Konjunktur schlecht lief, hat Rot-Gr&uuml;n wie benommen versucht, konjunkturbedingt fehlendes Geld durch heilloses K&uuml;rzen wieder einzufahren und so die Finanzlage aufzubessern. Das Ergebnis war, dass das Defizit beim Abgang von Hans Eichel immer noch &uuml;ber drei Prozent der Wirtschaftsleistung lag &ndash; weil das ganze Konsolidieren in der Krise die Konjunktur noch mehr schw&auml;chte, was wiederum die Staatseinnahmen einbrechen lie&szlig;. Kein Zufall: Die Wende, die jetzt zu bestaunen ist, kam erst, als die neue Regierung f&uuml;r 2006 einen Konsolidierungsstopp ank&uuml;ndigte und die Konjunktur dezent anschob. Pl&ouml;tzlich ist das Defizit nur noch halb so hoch. Dank Aufschwung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/185883.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Was an diesem Kommentar allerdings st&ouml;rt, ist, dass Fricke so tut, als h&auml;tten wir schon einen stabilen Aufschwung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Werner Vontobel: Wir glauben zu wissen, dass ein steigendes Bruttosozialprodukt allen n&uuml;tzt<\/strong><br>\nTatsache ist, dass dies seit geraumer Zeit nicht mehr stimmt. Trotz Wirtschaftswachstum erleben die B&uuml;rger vieler L&auml;nder einen wirtschaftlichen Abstieg. In Deutschland ist das Einkommen des Durchschnittshaushalts seit 1992 um rund 25 Prozent gesunken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blick.ch\/news\/wirtschaft\/vontobel\/artikel59934?layout=popup\">Blick<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Auch beim klugen Vontobel wird zun&auml;chst im 2. Abs. der Eindruck erweckt, als sei es zwangsl&auml;ufig so, dass die B&uuml;rger trotz Wachstum wirtschaftlich absteigen. Dann erkennt er im letzten Absatz doch noch, dass diese Entwicklung gemacht ist. Leider fehlt dabei der Hinweis auf die makro&ouml;konomische Fehlsteuerung.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>US-Investoren stoppen Verteilung von Bonus-Aktien an Besch&auml;ftigte<\/strong><br>\nMit dem geplanten Programm sollten Ericsson-Besch&auml;ftigte unter anderem die M&ouml;glichkeit erhalten, bis zu 7,5 Prozent ihres jeweiligen Bruttogehaltes in Aktien anzusparen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1113820\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Schlechte Aussichten f&uuml;r einen Investivlohn.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Dierk Hirschel: Rund 4 Prozent mehr Lohn versprechen die Tarifvertr&auml;ge. Tats&auml;chlich d&uuml;rften nur etwa 2 Prozent herauskommen<\/strong><br>\nDenn die offiziellen Tarifgeh&auml;lter kommen heute bei immer weniger Besch&auml;ftigten an. In den letzten zehn Jahren stiegen die Tarifl&ouml;hne doppelt so stark wie die allgemeinen Bruttol&ouml;hne und -geh&auml;lter (Effektivl&ouml;hne). Diese Abweichung der Effektiv- von den Tarifl&ouml;hnen wird als &ldquo;negative Lohndrift&rdquo; bezeichnet und hat mehrere Ursachen: Selbst wenn Unternehmen noch offiziell nach Tarif zahlen, nutzen sie immer h&auml;ufiger die tariflich vereinbarten &Ouml;ffnungsklauseln und weichen nach unten ab. Oder aber sie k&uuml;rzen die &uuml;bertariflichen Leistungen. Zudem fallen immer weniger Besch&auml;ftigte &uuml;berhaupt unter einen Fl&auml;chentarifvertrag. Im Westen sind noch zwei von drei Arbeitnehmern tarifgebunden, im Osten ist es nur noch jeder zweite. Dar&uuml;ber hinaus w&auml;chst die prek&auml;re Besch&auml;ftigung. Nur noch zwei von drei Arbeitnehmern haben einen unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitsplatz. Dazu passt, dass im aktuellen Aufschwung jeder zweite neue Job in der Zeitarbeitsbranche entsteht. Mini-, Midijobs, Ich-AGs und Hartz IV dr&uuml;cken ebenfalls auf die Bruttol&ouml;hne.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/04\/13\/a0217.1\/textdruck\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Nur nicht zu wertvoll<\/strong><br>\nDie Freude &uuml;ber einen reich gedeckten Gabentisch zur Kommunion oder Konfirmation k&ouml;nnte bei Kindern von Hartz-IV-Empf&auml;ngern von kurzer Dauer sein &ndash; zumindest wenn es sich um wertvolle Geschenke handelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/deutschland\/artikel\/411\/109302\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Es ist anma&szlig;end, Leute sterben zu lassen&rdquo;<\/strong><br>\nDas heutige Patentrecht setzt die falschen Forschungsanreize. Es lohnt sich finanziell am meisten, f&uuml;r verbreitete Leiden in den Industriel&auml;ndern Medikamente zu entwickeln. Forschung f&uuml;r Arme lohnt sich nicht, meint Oliver Moldenhauer von der Hilfsorganisation &ldquo;&Auml;rzte ohne Grenzen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/04\/12\/a0135.1\/text.ges,1\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Hochschulreform-Ruin &ndash; Nachruf auf die Universit&auml;t als unabh&auml;ngigem Ort<\/strong><br>\nWer um das Jahr 2000 herum zu studieren begonnen hat und mit jetzigen Anf&auml;ngern spricht, f&uuml;hlt sich, als stehe er mit einem uralten Plan in einer Stadt, die durch ein Fl&auml;chenbombardement verw&uuml;stet wurde.<br>\nMan hat es insgesamt mit einem Prozess zu tun, der auf die Probleme der alten Universit&auml;t eine falsche Antwort nach der anderen gegeben hat, die dann ihrerseits zu weiteren falschen Antworten f&uuml;hren. Bisheriger H&ouml;hepunkt dieser Logik ist nun die endg&uuml;ltige Zurichtung von Bildung zur Ware, einem Hauptargument f&uuml;r die Geb&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2007\/15\/07151101.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>H&ouml;rs&auml;le werden zu Werbefl&auml;chen<\/strong><br>\nIm Fu&szlig;ball ist es schon allt&auml;glich, Stadien nach ihren Finanziers zu benennen. An Universit&auml;ten bilden solche Namensgebungen noch eher die Ausnahme. Doch die Wirtschaft hat im Sponsoring an Hochschulen ein neues Feld f&uuml;r die Werbung entdeckt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/news\/printpage.aspx?_p=302030&amp;_t=ftprint&amp;_b=1249170\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Selbst dem Handelsblatt scheint die Invasion der Wirtschaft in die Unis allm&auml;hlich nicht mehr ganz geheuer.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Zum Dissens zwischen Friedenbewegung und Gr&uuml;nen<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Ostern kein Friedensfest f&uuml;r die Gr&uuml;nen<\/strong><br>\nDie Parteispitze wirft der Friedensbewegung &ldquo;Schwarz-Wei&szlig;-Malerei&rdquo; vor. Einige Gr&uuml;ne ergreifen daraufhin in einem offenen Brief Partei f&uuml;r die Osterm&auml;rschler &ndash; und w&uuml;nschen sich von ihren F&uuml;hrungsgremien &ldquo;mehr Eindeutigkeit&rdquo; in der Friedenspolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/04\/11\/a0056.1\/textdruck\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Ton, Steine und Scherben<\/strong><br>\nDie Gr&uuml;nen-Vorsitzende Claudia Roth stellt der Bewegung friedenspolitisch &ldquo;ein Armutszeugnis&rdquo; aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2007\/15\/07150802.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Ende der Kraftmeierei<\/strong><br>\nDie deutsche Autolobby hat Forderungen nach einem intelligenten System von Tempolimits immer ausbremsen k&ouml;nnen. Bieten deutsche Autos denn keine Vorz&uuml;ge au&szlig;er Tempo? Verarbeitung, Komfort, Service, Haltbarkeit, Sicherheit, technologische Ausgereiftheit haben lange Zeit das gute Produktimage vieler deutscher Autohersteller begr&uuml;ndet. Wer diese Tr&uuml;mpfe in der Werbung gegen&uuml;ber dem Tempo vernachl&auml;ssigt, gef&auml;hrdet die eigene Zukunft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2007\/15\/07150402.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Baruchs gro&szlig;er Bluff<\/strong><br>\nWie die US-Diplomatie einst das eigene Atomwaffenmonopol anno 1946 verewigen wollte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2007\/15\/07150801.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Rebellion der Physiker<\/strong><br>\nVor 50 Jahren protestierten in der &ldquo;G&ouml;ttinger Erkl&auml;rung&rdquo; f&uuml;hrende deutsche Atomwissenschaftler gegen den Plan, die Bundeswehr mit Kernwaffen auszustatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/hintergrund\/?em_cnt=1113101\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Wie die israelische Regierung den Sozialstaat demontiert<\/strong><br>\nAuch in Israel wird die Altersversorgung privatisiert, wie Assaf Adiv, landesweiter Koordinator des Workers Advice Centers (WAC) in Israel berichtet.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=10734\">Neue Rheinische Zeitung<\/a>\n<p>&Uuml;ber das WAC siehe auch&hellip;<br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/internationales\/il\/arbeit.html\">www.labournet.de<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL\/KR)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2253","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2253","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2253"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2253\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2253"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2253"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2253"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}