{"id":22633,"date":"2014-08-06T09:02:00","date_gmt":"2014-08-06T07:02:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633"},"modified":"2014-08-06T09:02:00","modified_gmt":"2014-08-06T07:02:00","slug":"hinweise-des-tages-2184","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h01\">Stephan Hebel &ndash; Zu Hause im Kalten Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h02\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h03\">Ukraine\/Russland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h04\">Hans-Peter Kaul in seinem letzten Interview<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h05\">Keiner wollte Portugals Pleitebank retten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h06\">Daniel Gros &ndash; Transatlantische Wachstumskluft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h07\">Obama&rsquo;s Other Success &ndash; Dodd-Frank Financial Reform Is Working<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h08\">US-Wirtschaft: Abgeh&auml;ngt vom Aufschwung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h09\">Heribert Prantl: Ecclestone-Prozess &ndash; Zahlt der T&auml;ter genug Geld, ist die Sache aus der Welt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h10\">Banken umgehen Volcker-Regel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h11\">Hollande stellt richtige Forderungen an Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h12\">Die Mafia nicht gefunden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h13\">Fachkraft &uuml;ber 50 sucht Fachkr&auml;ftemangel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h14\">Roland Koch &ndash; Er hatte es nicht mehr im Griff<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h15\">Podemos: Wir wollen selbst entscheiden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h16\">Afghanistans Opiumkomplex<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h17\">Das schr&ouml;derianische Menschenbild<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633#h18\">Hans-Ulrich Wehler ist tot &ndash; aber die Umverteilungs-Debatte nicht mit ihm<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22633&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Stephan Hebel &ndash; Zu Hause im Kalten Krieg<\/strong><br>\nWie unsere Neureaktion&auml;ren die Komplexit&auml;t der Welt reduzieren und die nationalen Reihen gegen alle Feinde schlie&szlig;en: die Linken, Wladimir Putin und den Islam<br>\nGeben wir es unumwunden zu: Dieser Text kommt von da, wo die &bdquo;Heuchler&ldquo; sitzen, die &bdquo;vermeintlich progressiven Spie&szlig;er&ldquo;, die nichts anderes im Sinn haben, als ihre Sch&auml;fchen ins Trockene und ihre Kinder in die Privatschule zu bringen, bevor sie bei einem guten Glas Wein die Demokratie verachten. Was wir noch nicht wussten: Wir &bdquo;Putinversteher, Freiheitsver&auml;chter, Kabarettprediger&ldquo; etc., wir haben die Macht! Wir sind die meisten, der Mainstream, left rules in Deutschland, die Linke hat gewonnen!<br>\nDas ist, kurz zusammengefasst, die Botschaft von Texten, wie ehemalige Linke sie besonders gern schreiben. Die obigen Zitate stammen aus dem j&uuml;ngsten Pamphlet dieser Art, erschienen in der &bdquo;Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung&ldquo; vom vergangenen Wochenende. Reinhard Mohr, ein ehemaliger Sponti und AStA-Aktivist aus dem Frankfurt am Main der 80er Jahre, hat es geschrieben, aber es h&auml;tte auch Henryk M. Broder sein k&ouml;nnen, das tut nichts zur Sache, die insgesamt zwei Argumente der Rechtsgewendeten sind immer wieder die gleichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/kultur\/reinhard-mohr-henryk-m--broder-zu-hause-im-kalten-krieg,1472786,28040388.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Barack Obama&rsquo;s Secret Terrorist-Tracking System, by the Numbers<\/strong><br>\nNearly half of the people on the U.S. government&rsquo;s widely shared database of terrorist suspects are not connected to any known terrorist group, according to classified government documents obtained by The Intercept.<br>\nOf the 680,000 people caught up in the government&rsquo;s Terrorist Screening Database&mdash;a watchlist of &ldquo;known or suspected terrorists&rdquo; that is shared with local law enforcement agencies, private contractors, and foreign governments&mdash;more than 40 percent are described by the government as having &ldquo;no recognized terrorist group affiliation.&rdquo; That category&mdash;280,000 people&mdash;dwarfs the number of watchlisted people suspected of ties to al Qaeda, Hamas, and Hezbollah combined.<br>\nThe documents, obtained from a source in the intelligence community, also reveal that the Obama Administration has presided over an unprecedented expansion of the terrorist screening system. Since taking office, Obama has boosted the number of people on the no fly list more than ten-fold, to an all-time high of 47,000&mdash;surpassing the number of people barred from flying under George W. Bush.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/firstlook.org\/theintercept\/article\/2014\/08\/05\/watch-commander\/\">The Intercept<\/a><\/li>\n<li><strong>Applaus mit Zweifeln<\/strong><br>\nIst das der Befreiungsschlag? Wie gestern bekannt wurde, ist Google mit seinen M&ouml;glichkeiten des automatisierten Scannens einem Benutzer und Verbreiter von Kinderpornografie in Houston auf die Schliche gekommen. In der Schweiz werden den Ermittlern durch das automatisierte Scannen von Mails durch US-Provider 200 F&auml;lle von Kinderpornografie pro Jahr gemeldet. Der Verbreiter von Kinderpornografie in Houston ist verhaftet worden &ndash; gegen die Schweizer Konsumenten wird ermittelt. Daf&uuml;r geb&uuml;hrt den Providern Applaus. Wir sollten uns von diesen guten Nachrichten aber nicht blenden lassen. Das fl&auml;chendeckende Scannen von Mails durch Konzerne wie Google bleibt stossend. 200 F&auml;lle pro Jahr rechtfertigen nicht millionenfach ausgeforschte Konsum- und Lebensgewohnheiten. Verh&auml;ltnism&auml;ssigkeit ist hier nicht zu erkennen. Zu Recht verlangt der Schweizer Datenschutz bei dermassen schweren Eingriffen einen Anfangsverdacht. Wenige Firmen sind im vergangenen Jahrzehnt so schnell gross und reich geworden wie Google. Dazu beigetragen haben die unbegrenzten Fantasien des Gesch&auml;ftsmodells, Daten von Usern unbeschr&auml;nkt zu erheben und mit immer leistungsf&auml;higerer Technologie zu verkn&uuml;pfen. Dieses fl&auml;chendeckende Scannen privater Daten droht den Ruf von Konzernen wie Google nun zu ruinieren: Die Provider wissen inzwischen zu viel &uuml;ber uns. Mehr noch als der Staat sind sie daran, mit ihren Diensten und ihrer F&auml;higkeit, Daten zu verkn&uuml;pfen, dem Big-Brother-Bild von George Orwell aus &laquo;1984&raquo; reale Gestalt zu geben. &ndash; Daran werden auch die Erfolge bei der Fahndung gegen Nutzer von Kinderpornografie nichts &auml;ndern. Grund zum Applaus geben solche Methoden erst, wenn sie sich an rechtsstaatliche Grunds&auml;tze halten. Dazu geh&ouml;ren der notwendige Anfangsverdacht f&uuml;r Ermittlungen und die Verh&auml;ltnism&auml;ssigkeit. Verletzt werden beim fl&auml;chendeckenden Scannen der E-Mails beide.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/schweiz\/standard\/Applaus-mit-Zweifeln\/story\/18161657\">Tages-Anzeiger<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Trotz der klaren Absage aus der Schweiz bleibt der Tatbestand, dass Suchmaschinen wie Google oder soziale Netzwerke u.a. zu viel &uuml;ber uns wissen d&uuml;rfen und k&ouml;nnen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Nun jubeln wieder einmal viele Unbedarfte. Ist doch toll, wenn durch Google und Co. Kinderpornographie aufgedeckt wird! Ja? Ist das so? Dann k&ouml;nnte doch auch die Deutsche Post jeden Brief und jedes Paket ohne Anfangsverdacht &ouml;ffnen und auf m&ouml;glicherweise verbotene Inhalte kontrollieren. Nichts anders tut Google elektronisch.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ukraine\/Russland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Krise in der Ukraine &ndash; Oligarchen finanzieren Bataillone<\/strong><br>\nAuf dem Fu&szlig;abtreter prangt ein Bild von Viktor Janukowitsch, dem ehemaligen Pr&auml;sidenten der Ukraine, den die Maidan-Bewegung im Februar vertrieben hat, als sie gegen Korruption und Oligarchen, f&uuml;r Demokratie und Reformen k&auml;mpften. An der Wand h&auml;ngt eine Zielscheibe mit Kremlchef Wladimir Putin in der Mitte. Die Gesinnung ist klar im B&uuml;ro des Kommandeurs des Bataillons &bdquo;Dnepr&ldquo;, Juri Beresa. Er kommandiert eine Truppe von etwa 5000 Mann im Kampf gegen die Separatisten und ihre russischen Helfer.<br>\nDer B&uuml;rgerkrieg in der Ukraine ist auch ein Kampf der Bataillone &ndash; etwa 30 solcher Freiwilligen-Einheiten gibt es inzwischen auf allen Seiten. Die Separatisten haben solche Truppen, der Rechte Sektor hat sie, die Regierung auch &ndash; und oft werden die Verb&auml;nde von Oligarchen finanziert.<br>\nFrontal21 berichtet, wie immer mehr Freiwillige sich an den Waffen ausbilden lassen, darunter auch junge Frauen, und dazu beitragen, dass die Ukraine weiter abgleitet in eine Spirale der Gewalt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/frontal-21\/themen-der-sendung-vom-5.-august-2014-34317930.html\">ZDF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Angesichts der von ukrainischen Oligarchen finanzierten Privatarmeen muss man ernsthaft fragen wie viel Autorit&auml;t die Regierung in Kiew &uuml;berhaupt noch hat? Und ob sie die Lage in den umk&auml;mpften Gebieten &uuml;berhaupt noch im Griff hat?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Lehrst&uuml;cke der Demagogie<\/strong><br>\nTrotz der Erfahrungen, dass jeder Krieg &ndash; Erster und Zweiter Weltkrieg, Vietnam, Irak und Syrien und nicht zuletzt Gaza &ndash; mit dreisten L&uuml;genkonstruktionen gerechtfertigt wurde, ist dies f&uuml;r Journalisten in den bundesdeutschen Leitmedien kein Grund, im B&uuml;rgerkrieg der Ukraine mehr als einmal zu hinterfragen, um vorschnelle und einseitige Vorverurteilungen zu vermeiden&hellip;<br>\nWer hat in Politik und Medien tats&auml;chlich durchdacht, wohin &raquo;harte Sanktionen&laquo; gegen Russland f&uuml;hren? Es gibt mehr als 6.000 deutsche Unternehmen, die direkt in Russland investieren, am deutsch-russischen Handel h&auml;ngen mehr als 300.000 Arbeitspl&auml;tze. Mit der Versch&auml;rfung der Sanktionen setzt eine Eskalationsdynamik hin zu einem Handelskrieg ein. Wurden die Konsequenzen eines Wirtschaftskriegs mit Russland wirklich durchdacht? Wenn ja, dann hat Albert Einstein mit seiner Bemerkung Recht: &raquo;Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/lehrstuecke-der-demagogie\/\">Sozialismus aktuell<\/a><\/li>\n<li><strong>Arno Kl&ouml;nne: Hollande und Gauck er&ouml;ffneten einen &ldquo;Lehrpfad&rdquo;<\/strong><br>\nDer franz&ouml;sische und der deutsche Staatspr&auml;sident sind erinnerungspolitisch t&auml;tig geworden: Auf einem der Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges, am Hartmannsweilerkopf in den S&uuml;dvogesen, beschworen sie die Vers&ouml;hnung zweier einstiger &ldquo;Erbfeinde&rdquo;, legten den Grundstein zu einer in Zukunft gemeinsamen Gedenkst&auml;tte f&uuml;r die Kriegs-&ldquo;Opfer&rdquo; und er&ouml;ffneten einen Lehrpfad, auf dem Kenntnisse &uuml;ber die &ldquo;Urkatastrophe&rdquo; 1914 &ndash; 1918 vermittelt werden sollen&hellip;<br>\nDer franz&ouml;sische Staatspr&auml;sident stellte heraus, die Vers&ouml;hnung &ldquo;&uuml;ber den Gr&auml;bern&rdquo; verleihe Europa heute jene &ldquo;St&auml;rke&rdquo;, die es m&ouml;glich mache, &ldquo;bei Verst&ouml;&szlig;en gegen das V&ouml;lkerrecht zu handeln&rdquo;. Hollande wies dabei auf die &ldquo;Verletzung der Integrit&auml;t des ukrainischen Staates&rdquo; hin. Der deutsche Staatspr&auml;sident beschr&auml;nkte sich diesmal auf den Appell, &ldquo;populistischen, antieurop&auml;ischen&rdquo; Tendenzen entgegenzutreten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42443\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Hans-Peter Kaul in seinem letzten Interview: Deutschland hat sich von der amerikanischen Bevormundung gel&ouml;st<\/strong><br>\nHans-Peter Kaul geh&ouml;rte zu den Initiatoren des Weltstrafgerichts. Der Wahl-Berliner war der einzige deutsche Richter in Den Haag. Vor zwei Wochen starb er, in den Wochen zuvor sprach er mit dem Tagesspiegel. Ein politisches Verm&auml;chtnis. Er spricht &uuml;ber Wladimir Putin, die neue Chefankl&auml;gerin und &uuml;ber &ldquo;irrsinnige Argumentation&rdquo; auch im Ausw&auml;rtigen Amt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/hans-peter-kaul-in-seinem-letzten-interview-deutschland-hat-sich-von-der-amerikanischen-bevormundung-geloest\/10284196.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein Interview, das man auch als Einf&uuml;hrung in die M&ouml;glichkeiten und Grenzen eines Weltstrafgerichts betrachten kann. Zuviel wird darin angesprochen, um  im Einzelnen darauf einzugehen. Erinnert wird auch daran, dass am deutschen Nein zum Irakkrieg viele mitgewirkt haben. Aus deutscher Sicht bemerkenswert seine Einlassungen dazu, wie sich Deutschland zum ersten Mal von der amerikanischen Bevormundung gel&ouml;st habe:<\/em><\/p>\n<p><em>&ldquo;Die Verhandlungen &uuml;ber das Rom-Statut waren die ersten bedeutenden Verhandlungen, bei denen Deutschland sich von der amerikanischen Bevormundung gel&ouml;st hat. Zum ersten Mal hat die deutsche Au&szlig;enpolitik international souver&auml;n gehandelt. Insofern ist Rom auch ein entscheidender Schritt zur sp&auml;teren ablehnenden Haltung im Irakkrieg. Und diese Entwicklung setzt sich fort. Nicht so sehr, weil sich Berlin von Washington absetzen will, sondern weil die USA so viele Fehler machen, vom Irakkrieg &uuml;ber Guantanamo bis zu den Spionen jetzt. Die Bereitschaft, ungepr&uuml;ft amerikanische Positionen zu &uuml;bernehmen, hat seither sp&uuml;rbar nachgelassen. Rom war der Beginn davon. &hellip; Der damalige US-Botschafter in Deutschland, der feine John Kornblum, hat auf der H&ouml;he der Verhandlungen im Kanzleramt vorgesprochen. Au&szlig;enminister Klaus Kinkel solle seinen verr&uuml;ckten Delegationsleiter aus Rom abziehen, hat er sinngem&auml;&szlig; gesagt, und nach Sri Lanka oder Afrika entsenden. Er ruiniere die deutsch-amerikanischen Beziehungen. &hellip; Zum Gl&uuml;ck hatte ich Freunde im Kanzleramt und Au&szlig;enminister Kinkel und Justizminister Edzard Schmidt-Jortzig teilten inhaltlich meine Auffassung. &hellip; Heute bin ich in Amerika ein gern gesehener, hoch angesehener Gast, obwohl ich in Rom und danach die amerikanischen Bem&uuml;hungen konterkariert habe. Daraus schlie&szlig;e ich: Durch kuschen und mitmachen gewinnt man keinen Respekt. Sondern, indem man im Rahmen seiner M&ouml;glichkeiten die eigenen Positionen konsequent vertritt und auch den Amerikanern Widerworte gibt. Das sollten sich mal verschiedene deutsche Politiker hinter die Ohren schreiben. &hellip; Ich meine damit zum Beispiel die geplante Freihandelszone mit den USA. Ich habe gro&szlig;e Sorge, dass sie sich negativ auf Europa auswirkt. Hoffentlich wird die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel deutsche Interessen auch entschlossen wahrnehmen und nicht einfach alles unterschreiben, was die Amerikaner wollen. &hellip; &ldquo;<\/em><br>\n<em><a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/internationaler-strafgerichtshof-hans-peter-kaul-der-hausmeister-der-gerechtigkeit\/10237090.html\">Hier<\/a> zum Nachruf.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Keiner wollte Portugals Pleitebank retten<\/strong><br>\nPortugals F&uuml;hrung und Notenbank hofften lange, die ins Strudeln geratene Esp&iacute;rito-Bank ohne Steuergeld zu erhalten. Doch kein privater Investor wollte Geld geben. &Uuml;brig blieb nur der Staat.<br>\nBeinahe 5 Milliarden Euro nimmt Portugal in die Hand, um die angeschlagene Gro&szlig;bank Esp&iacute;rito Santo in einen &bdquo;guten Teil&ldquo; und einen &bdquo;schlechten Teil&ldquo; aufzuspalten und fit f&uuml;r die Zukunft zu machen. Urspr&uuml;nglich wollte die Regierung in Lissabon genau das vermeiden. Und bis zur Hiobsbotschaft in der vorigen Woche, wonach der BES im ersten Halbjahr 3,6 Milliarden Euro Verlust machte, hatte sowohl die Staatsf&uuml;hrung als auch die Notenbank Hoffnung, die Probleme mit Hilfe privater Investoren l&ouml;sen zu k&ouml;nnen.<br>\nSo sagte Notenbankgouverneur Carlos Costa noch kurz davor, dass der BES selbst noch ein &bdquo;Finanzpolster&ldquo; zum Schutz vor weiteren Turbulenzen auch der Gruppe Esp&iacute;rito Santo habe. Dieses Polster wurde damals auf rund 1,5 Milliarden Euro gesch&auml;tzt. Hinzu kam, dass vor allem spanische Kreditinstitute, darunter Santander und La Caixa, Interesse signalisiert hatten, eventuell als Investoren einzusteigen. Doch all dies wurde nach Bekanntwerden der unerwartet hohen &ndash; und offenkundig auch von der Notenbank nicht vorausgesehenen &ndash; Verlustzahl zu Makulatur. Die Spanier, die mittelfristig vielleicht doch wieder Interesse an dem jetzt umbenannten Novo Banco zeigen werden, machten einen R&uuml;ckzieher. Daraufhin r&uuml;ckte die nun gew&auml;hlte &bdquo;staatliche&ldquo; Option, n&auml;mlich die n&ouml;tigen Milliarden doch dem noch nicht v&ouml;llig geleerten Troika-Topf f&uuml;r Portugal zu entnehmen, wieder in den Vordergrund. Zw&ouml;lf der insgesamt 78 Milliarden Euro waren f&uuml;r die St&uuml;tzung maroder Banken &bdquo;markiert&ldquo; und nur knapp zur H&auml;lfte daf&uuml;r in Anspruch genommen worden &ndash; also sind quasi noch gut 6 Milliarden Euro verf&uuml;gbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/espirito-santo-keiner-wollte-portugals-pleitebank-retten-13080767.html\">FAZ<\/a>\n<p><strong>Dazu: Der Niedergang des Banco Esp&iacute;rito Santo<\/strong><br>\nDer tiefe Fall des Banco Esp&iacute;rito Santo (BES) und das eilig &uuml;ber das Wochenende geschn&uuml;rte Rettungspaket gew&auml;hrt Einblicke in die verschwiegene, politisch aber sehr vernetzte portugiesische Banken-Dynastie Esp&iacute;rito Santo und ihr weitverzweigtes Finanzimperium.<br>\nBegonnen hatte alles im Jahr 1869. Damals er&ouml;ffnete Jos&eacute; Maria Esp&iacute;rito Santo in einer kleinen Strasse in Lissabon eine Wechselstube, in der er unter anderem auch Lotterie-Lose verkaufte. Im Jahr 1920 ging daraus die Bank hervor, aus der seine Erben ein globales Finanzimperium schafften. Heute wird das alteingesessene Institut in Portugal h&auml;ufig auch als &laquo;Bank des Regimes&raquo; tituliert. Die BES, eine Gesch&auml;ftsbank f&uuml;r Kleinkunden und Unternehmen, geh&ouml;rt zum undurchsichtigen Firmengeflecht der einflussreichen Familie Esp&iacute;rito Santo, das von einer Sojabohnen&ndash;Farm in Paraguay &uuml;ber eine portugiesische Hotel-Kette bis zu Immobilien in Brasilien reicht. Anders als drei andere portugiesische Banken ist die gemessen am Kreditvolumen drittgr&ouml;sste Bank Portugals ohne Staatshilfe durch die Finanzkrise gekommen und hat auch keinen expansiven Akquisitionskurs verfolgt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/der-niedergang-des-banco-espirito-santo-1.18356328\">NZZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Mit einem Hilfspaket im Umfang von fast f&uuml;nf Milliarden Euro retten die europ&auml;ischen Steuerzahler die in Not geratene Banco Esp&iacute;rito Santo. Und dann wird wieder &uuml;ber die zu hohe Staatsverschuldung schwadroniert und neue Reformen gefordert. Im Westen also nichts Neues, m&ouml;chte man sagen. Banken und damit prim&auml;r die Verm&ouml;gen der herrschenden Eliten werden nach wie vor auf Kosten der Allgemeinheit gerettet. Die Sonntagsreden der Politiker, dass man die Finanzindustrie strengeren Regeln unterwerfen will, sind so das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wurden.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Neben einem geringen Anteil aus dem Abwicklungsfonds der portugiesischen Banken und Kreditanstalten (ca.0,5 Mrd. &euro;) flie&szlig;en etwa 4,4, Mrd. &euro; aus einem Hilfskredit von EFSF und dem Internationalen W&auml;hrungsfonds (IMF) &uuml;ber 78 Mrd. &euro;. 12 Mrd. &euro; waren zur St&auml;rkung der Banken reserviert, davon sind nur 5,6 Mrd. &euro; in Anspruch genommen worden, so dass noch 6,4 Mrd. &euro; zu Verf&uuml;gung stehen. Damit erfolgt die Rettung der &ldquo;Bank von Heiligen Geist&rdquo; aus Mitteln, f&uuml;r die im Ernstfall die europ&auml;ischen Steuerzahler geradestehen m&uuml;ssen. Die Rettung erfolgt noch nicht nach der Haftungskaskade der ab 2016 geltenden Bankenunion: Zun&auml;chst Aktion&auml;re und nachrangige Gl&auml;ubiger, dann vorrangige Gl&auml;ubiger und Sparer mit Einlagen &uuml;ber 100 000 &euro;, dann der von den Banken bis 2024 zu f&uuml;llende Euro-Bankenabwicklungsfonds und dann erst k&ouml;nnte der Staat Kredite aus dem Euro-Krisenfonds ESM beantragen. &ndash; Zwei Fragen: War die BES eine systemrelevante Bank? Warum hat die Aufsicht die nun beklagten Missst&auml;nde bishin zu kriminellen Machenschaften nicht fr&uuml;her erkannt?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Daniel Gros &ndash; Transatlantische Wachstumskluft<\/strong><br>\nMit dem Wandel der Finanzkrise zur Eurokrise tat sich zwischen den USA und dem Euroraum eine Kluft auf. In den letzten drei Jahren (2011-2013) wuchs die US-Wirtschaft um etwa sechs Prozentpunkte mehr. Selbst unter Ber&uuml;cksichtigung des wachsenden demografischen Gef&auml;lles zwischen beiden, auf das inzwischen etwa ein halber Prozentpunkt pro Jahr entf&auml;llt, ist die US-Wirtschaft w&auml;hrend dieser drei Jahre auf Pro-Kopf-Basis um rund 4,5 Prozentpunkte st&auml;rker gewachsen. Der Schl&uuml;ssel zur Wachstumsdiskrepanz ist die Widerstandsf&auml;higkeit des privaten Konsums. Dies &uuml;berrascht nicht, bedenkt man, dass die amerikanischen Haushalte ihre Schuldenlast gegen&uuml;ber dem H&ouml;chstwert von &uuml;ber 90% vom BIP unmittelbar vor der Krise deutlich abgebaut haben. Die niedrigere Schuldenlast ist zugleich ein wichtiger Grund, warum der Verbrauch in den kommenden Jahren in den USA weiterhin viel schneller wachsen d&uuml;rfte als im Euroraum. Die entscheidende Frage jedoch &ndash; die kaum einmal gestellt wird &ndash; ist, wie die US-Haushalte es schaffen konnten, ihre Schulden in einer Zeit hoher Arbeitslosigkeit und nahezu stagnierender L&ouml;hne bei gleichzeitig wachsendem Konsum abzubauen. Die Antwort liegt in einer Kombination aus &bdquo;r&uuml;ckgrifffreien&ldquo; Hypotheken und schnellen Konkursverfahren. Millionen von Amerikanern haben seit 2008 Privatinsolvenz beantragt und wurden so ihre privaten Schulden los. Dasselbe gilt f&uuml;r hunderttausende von Kleinunternehmen.<br>\nin L&auml;ndern wie Italien, Spanien und Griechenland dauern Konkursverfahren Jahre &ndash; und nicht Monate oder Wochen wie in den USA. Zudem erl&ouml;schen die Schulden nat&uuml;rlicher Personen in den meisten L&auml;ndern Kontinentaleuropas erst nach einem l&auml;ngeren Zeitraum &ndash; h&auml;ufig 5-7 Jahren &ndash;, und w&auml;hrend all dieser Zeit m&uuml;ssen sie den gr&ouml;&szlig;ten Teil ihres Einkommens f&uuml;r den Schuldendienst verwenden. In den USA dagegen betr&auml;gt der entsprechende Zeitraum in den meisten F&auml;llen weniger als ein Jahr. Zudem sind die Bedingungen f&uuml;r den Schuldenerlass in Europa tendenziell sehr viel strenger. Ein Extremfall ist Spanien, wo Hypothekenschulden nie erl&ouml;schen &ndash; nicht einmal nach einer Privatinsolvenz. &ndash; Dieser zentrale Unterschied zwischen den USA und (Kontinental-) Europa erkl&auml;rt die Widerstandsf&auml;higkeit der US-Wirtschaft gegen&uuml;ber dem Zusammenbruch ihres Kreditbooms. Die von den Haushalten angeh&auml;uften &uuml;berm&auml;&szlig;igen Schulden wurden sehr viel schneller abgebaut; und sobald die Verluste erst einmal realisiert sind, k&ouml;nnen die Leute von vorn anfangen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/daniel-gros-attributes-america-s-edge-over-europe-to-its-faster-bankruptcy-procedures\/german\">Project Syndicate<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sieht man einmal davon ab, dass Daniel Gros darauf abzielt, die Bedeutung der Austerit&auml;tspolitik in den Krisenl&auml;ndern klein zu reden und Strukturreformen auf den Arbeits- und Produktm&auml;rkten zu loben, d&uuml;rfte eine Verk&uuml;rzung der Konkursverfahren, sozusagen eine mikro&ouml;konomische Ma&szlig;nahme, hilfreich sein. &ndash; Im &Uuml;brigen verwendet Gros einen kleinen statistischen Trick, indem er sich auf das Wachstum auf Pro-Kopf-Basis bezieht. Das Einkommenswachstum der USA ist fast g&auml;nzlich an den mittleren und an den  unteren Einkommensschichten total vorbei gegangen. Die Frage, wem das st&auml;rkere Wachstum zugutekommt, blendet Gros v&ouml;llig aus.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Obama&rsquo;s Other Success &ndash; Dodd-Frank Financial Reform Is Working<\/strong><br>\nAlthough the enemies of health reform will never admit it, the Affordable Care Act is looking more and more like a big success. Costs are coming in below predictions, while the number of uninsured Americans is dropping fast, especially in states that haven&rsquo;t tried to sabotage the program. Obamacare is working.<br>\nBut what about the administration&rsquo;s other big push, financial reform? The Dodd-Frank reform bill has, if anything, received even worse press than Obamacare, derided by the right as anti-business and by the left as hopelessly inadequate. And like Obamacare, it&rsquo;s certainly not the reform you would have devised in the absence of political constraints.<br>\nBut also like Obamacare, financial reform is working a lot better than anyone listening to the news media would imagine. Let&rsquo;s talk, in particular, about two important pieces of Dodd-Frank: creation of an agency protecting consumers from misleading or fraudulent financial sales pitches, and efforts to end &ldquo;too big to fail.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/08\/04\/opinion\/paul-krugman-dodd-frank-financial-reform-is-working.html?partner=rssnyt&amp;emc=rss&amp;_r=1\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>US-Wirtschaft: Abgeh&auml;ngt vom Aufschwung<\/strong><br>\nDie US-Wirtschaft brummt &ndash; doch der Durchschnittsverdiener hat nichts davon. W&auml;hrend die Produktivit&auml;t w&auml;chst, stagnieren die Geh&auml;lter. Real, also abz&uuml;glich Inflationsrate, liegt das mittlere Haushaltseinkommen mit rund 51 000 Dollar (38 000 Euro) nicht mal mehr auf dem Stand von 1989. Gr&uuml;nde hierf&uuml;r sind der flexible amerikanische Arbeitsmarkt, die Schw&auml;che der Gewerkschaften und die Tatsache, dass neue Jobs vor allem im Bereich der &ndash; schlechter bezahlten &ndash; Dienstleistungen entstehen. Eine Studie der New Yorker Zentralbank belegte j&uuml;ngst die zunehmende &bdquo;Job-Polarisierung&ldquo;: Neben schlechter bezahlten Jobs mit geringen Qualifikationsanforderungen legen vor allem die sehr gut bezahlten Arbeitspl&auml;tze der Elite zu. Die Mittelschicht schrumpft, f&uuml;r sie bleiben immer weniger Stellen &uuml;brig. Das spiegelt sich auch in der Verm&ouml;gensverteilung: W&auml;hrend die reichsten f&uuml;nf Prozent der Amerikaner in den letzten 30 Jahren ihren Wohlstand fast verdoppeln konnten, hat der mittlere Haushalt heute inflationsbereinigt ein F&uuml;nftel weniger Verm&ouml;gen als 1984. Da ist es kein Wunder, dass selbst US-Zentralbankchefin Janet Yellen andeutet, eine geringe Arbeitslosenrate sei ja sch&ouml;n, aber Arbeitnehmer sollten auch mal wieder mehr verdienen. Schlie&szlig;lich wei&szlig; Yellen, dass stagnierende Einkommen in Kombination mit steigenden Krediten den Boden f&uuml;r die j&uuml;ngste US-Immobilienkrise bereitet hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/us-wirtschaft-abgehaengt-vom-aufschwung,1472780,28031120.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Seit der Bef&ouml;rderung des Niedriglohnsektors durch die Schr&ouml;derregierung k&ouml;nnen wir mitreden. Bemerkenswert, dass auch die US-Notenbank f&uuml;r h&ouml;here L&ouml;hne eintritt, w&auml;hrend hierzulande die Bundesbank und die EZB seitens der herrschenden Kurzfrist-&Ouml;konomie (sprich: m&ouml;glichst viel Kohle in schnellst m&ouml;glicher Zeit und danach die Sintflut) <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/hoehere-loehne-top-manager-vs-bundesbank-chef\/10286356.html\">heftigst kritisiert wird<\/a>. Besonders sch&ouml;n das Argument von 83% der befragten Spitzenkr&auml;fte der deutschen Wirtschaft, das geh&ouml;re nicht zu den Aufgaben der Zentralbanken. Jahrelang durfte sich die Bundesbank f&uuml;r niedrige Lohnsteigerungen stark machen, jetzt darf sich nicht f&uuml;r h&ouml;here Lohnsteigerungen aussprechen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Heribert Prantl: Ecclestone-Prozess &ndash; Zahlt der T&auml;ter genug Geld, ist die Sache aus der Welt<\/strong><br>\nEs gibt einen neuen Rechtsgrundsatz, es gibt ein neues Prinzip im Strafverfahren. Es lautet so: Zahlt ein T&auml;ter genug Geld, ist die Sache aus der Welt. Im Verfahren Ecclestone ist dieser neue Grundsatz, den man besser nicht Rechtsgrundsatz nennt, soeben praktiziert worden. Und weil es sich um ein spektakul&auml;res Verfahren handelt mit einer spektakul&auml;r hohen Geldzahlung, wird sich das neue Prinzip im Rechtsbewusstsein schnell einpr&auml;gen. Im Rechtsbewusstsein? Nein. Was sich hier einpr&auml;gt hat mit Recht wenig zu tun. Der Hundert-Millionen-Deal ist ein Exempel f&uuml;r die &Ouml;konomisierung und Kommerzialisierung des Strafverfahrens. Auf der Strecke bleibt der verfassungsrechtlich verankerte Grundsatz der Wahrheitsermittlung &ndash; ohne dass irgendjemand etwas dagegen tun kann. Gegen diese Art der Verfahrenserledigung ist kein Kraut gewachsen: Es gibt keine Rechtsbehelfe, es gibt keine Kontrollinstanz. Es gibt f&uuml;r diese Art der Einstellung nicht einmal juristische Regeln, es gibt keine Ma&szlig;st&auml;be. Die im Gesetz formulierten Voraussetzungen haben mit Juristerei wenig, eigentlich gar nichts mehr zu tun. Das haben die Verfahrensbeteiligten im Verfahren Ecclestone mit Chuzpe genutzt.<br>\nDieser Einstellungs-Deal beeintr&auml;chtigt das &ouml;ffentliche Ansehen der Strafjustiz. Er f&uuml;hrt zu einem gewaltigen Vertrauensverlust. Die damalige Generalbundesanw&auml;ltin Monika Harms hat das vor einigen Jahren in einer furiosen Kritik der gesetzlichen Regelung des Deals in der Strafprozessordnung prophezeit. Diese Prophezeihung ist eingetreten. Die Einstellung im Ecclestone-Verfahren &uuml;bertrifft die Bef&uuml;rchtungen. Die Einstellung gegen Geldauflage wird zur Universalmethode, Prozesse, die aus irgendwelchen Gr&uuml;nden unliebsam sind, schnell und f&uuml;r die Staatskasse lukrativ zu erledigen. Fr&uuml;her hie&szlig; der Deal Ablasshandel. Damals praktizierte ihn die katholische Kirche. Das war vor f&uuml;nfhundert Jahren. Die Sache funktionierte &ouml;konomisch wunderbar, aber es zerbrach daran der Glaube an die Kirche. Der Justiz wird es &auml;hnlich gehen. Die Ecclestonisierung des Strafrechts muss daher beendet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/ecclestone-prozess-zahlt-der-taeter-genug-geld-ist-die-sache-aus-der-welt-1.2077957\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zu gern w&uuml;rde man sich mit Meister Anton mit dem Satz zur&uuml;ckziehen: &ldquo;Ich verstehe die Welt nicht mehr&rdquo;. Ein Landesbankchef nahm Millionen und landete hinter Gittern. Der Formel-1-Chef zahlte das Geld und bleibt gegen weitere Zahlungen in Freiheit. Entweder lassen sich die Anschuldigungen beweisen und Herr Ecclestone erh&auml;lt seine Strafe oder sie lassen sich nicht beweisen und er erh&auml;lt einen Freispruch. Kohl, Ackermann u.a. die diversen Banken diesseits und jenseits des Atlantiks. Es reicht! &ndash; Zudem, was sind 100 Millionen f&uuml;r Ecclestone, einen vierfachen Milliard&auml;r. Die FAZ schreibt: &ldquo;Zumal es sich hier trotz der exorbitanten Dimension lediglich um jene Summe handeln d&uuml;rfte, die der exzentrische Sportunternehmer allj&auml;hrlich als Unterhalt von seiner Ex-Frau erh&auml;lt &ndash; aufgebracht &uuml;brigens aus dem Topf einer in England steuerbeg&uuml;nstigten Stiftung.&rdquo; Alles zusammen genommen, l&auml;sst sich sch&ouml;ner nicht belegen, dass wir in einem ganz auf unsere Plutokratie ausgerichtetem System leben.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Da fehlen einem die Worte. Dieser Fall verdeutlicht schlaglichtartig die Problematik gro&szlig;er Verm&ouml;gen. Die Superreichen k&ouml;nnen sich einfach alles kaufen. Im Notfall auch eine angeblich unabh&auml;ngige Justiz. Vor diesem Hintergrund sollte man nicht unerw&auml;hnt lassen, dass Gerhard Gribkowsky, der Ex-Risikovorstand der BayernLB, zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, weil er von Ecclestone 44 Millionen US-Dollar Bestechungsgeld angenommen hat.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Der Eindruck muss entstehen, als w&uuml;rde eine Anklage wegen Bestechung gegen Bestechung fallen gelassen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu auch: Zeit erzwingt keine Wahrheit<\/strong><br>\nK&ouml;nnen sich Angeklagte in Deutschland freikaufen? Diese Frage wirft der Ecclestone-Prozess auf, der an diesem Dienstag in M&uuml;nchen gegen Zahlung einer Geldauflage von 100 Millionen Dollar voraussichtlich eingestellt wird. Die Frage ist eindeutig zu bejahen. Die Justiz verzichtet st&auml;ndig auf Prozesse, wenn der oder die Angeklagte eine Geldauflage zahlt. Das gilt f&uuml;r arme und f&uuml;r reiche Angeklagte. Es gibt keinen Grund, warum es f&uuml;r superreiche Angeklagte wie Bernie Ecclestone also nicht gelten sollte &ndash; nur weil die Geldauflage dann unvorstellbar hoch ist. Die H&ouml;he der Geldauflage signalisiert hier eben nicht das Ma&szlig; der Schuld, sondern den Reichtum des Angeklagten. Es ist eine Win-win-Situation: Der oder die Angeklagte kommt ohne Vorstrafe davon, wird aber trotzdem sp&uuml;rbar belastet. Und der Staat kann seine Justizressourcen auf Verbrechen konzentrieren &ndash; und auf F&auml;lle, bei denen sich Staatsanwaltschaft und Angeklagte nicht einigen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F08%2F05%2Fa0095&amp;cHash=0736e42f675d3dc5d1e5c57c788c5d63\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Banken umgehen Volcker-Regel<\/strong><br>\nEine Studie zeigt, dass die US-Grossbanken tats&auml;chlich weniger Eigenhandel betreiben. Aber der ist riskanter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fuw.ch\/article\/banken-umgehen-volcker-regel\/\">FuW<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Hollande stellt richtige Forderungen an Deutschland &ndash; und zeigt gleichzeitig den Schwachpunkt des jetzt auch von Frankreich eingeschlagenen &ldquo;Reformkurses&rdquo;<\/strong><br>\nHollande sagte in Richtung Deutschland: &ldquo;Die Handelsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse und die Finanzsituation erlauben es, mehr zu investieren. Das ist der beste Dienst, den Deutschland Frankreich und Europa erweisen kann.&rdquo; Warum erst jetzt? Hollande legt damit den Finger in eine Wunde, die schon lange offen liegt&hellip;<br>\n&hellip; die dar&uuml;ber hinausgehenden &Auml;u&szlig;erungen Hollandes offenbaren, dass er den deutschen Weg in seinem eigenen Land dennoch zu gehen beabsichtigt. Indem Hollande Deutschland zeitgleich auffordert, die Auswirkungen, die jene Politik in Deutschland gezeitigt hat, umzukehren &ndash; die Handelsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse zu senken und mehr zu investieren -, zeigt er nur den eigentlichen Schwachpunkt auf, der dem deutschen wie dem franz&ouml;sischen &ldquo;Reformkurs&rdquo; zugrunde liegt. Das ist auch insofern relevant, als dass eben jenen &ldquo;Reformkurs&rdquo; l&auml;ngst auch andere L&auml;nder der EWU eingeschlagen haben &ndash; mit verheerenden Folgen&hellip;<br>\nDie Handelsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse, die Hollande jetzt auf deutscher Seite kritisiert, ben&ouml;tigt er daher jetzt selbst, um seinem &ldquo;Reformkurs&rdquo; zum Erfolg zu verhelfen. &ndash;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/08\/hollande-stellt-richtige-forderungen-an-deutschland-und-zeigt-gleichzeitig-den-schwachpunkt-des-jetzt-auch-von-frankreich-eingeschlagenen-reformkurses\/#sthash.cjh4ZLOk.dpuf\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Mafia nicht gefunden<\/strong><br>\nBettler haben es in Wien nicht leicht. Unter dem Motto &raquo;Ich will nicht betteln, aber d&uuml;rfen muss ich&laquo; setzt sich die &raquo;Bettellobby Wien&laquo; gegen die Kriminalisierung von Bettlern ein. Ein Gespr&auml;ch mit der Filmemacherin Ulli Gladik, die bei der Organisation bulgarische Bettlerinnen betreut: &rdquo; &hellip; In &Ouml;sterreich wird die Diskussion sehr stark &uuml;ber den Mythos der Bettelmafia gef&uuml;hrt. Bettlern wird unterstellt, sie w&uuml;rden von Mafiabossen auf die Stra&szlig;e gesetzt. Ich habe jahrelang eine Bulgarin begleitet, die in &Ouml;sterreich bettelt, und den Film &raquo;Natasha&laquo; &uuml;ber sie gemacht; andere von der Bettellobby arbeiten als Sozialarbeiter. Wir haben die Mafia nicht gefunden. Gegen das Vorurteil von der Bettelmafia k&auml;mpfen wir medial und in der &Ouml;ffentlichkeit an. &hellip; Jeder dritte Wiener will schon einmal einen ber&uuml;chtigten Mercedes der Mafia gesehen haben. Fragt man nach, entpuppt der sich zum Beispiel als alter Kombi, mit dem eine bettelnde Familie unterwegs ist.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2014\/31\/50322.html\">Jungle World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Gibt man bei Google &ldquo;Bettelmafia&rdquo; erh&auml;lt man in 0,2 Sekunden 21.700 Ergebnisse, nur leider kaum einen gut recherchierten, ganz zu schweigen wissenschaftlichen Bericht. Es mag durch Kriminelle ausgenommene Bettler, aber auch organisierte Bettelei geben, die Frage ist nur: In welchem Ausma&szlig;? Und in welchem Ausma&szlig; werden Einzelf&auml;lle instrumentalisiert, z.B. bei Kommunalwahlen?  Die Erkenntnisse des &ouml;sterreichischen Historikers <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1395364649878\/So-entsteht-das-Bild-der-Bettelmafia\">Stefan Benedik<\/a> raten, der Rede von der Bettelmafia skeptisch zu begegnen:<\/em><\/p>\n<p><em>&ldquo;Betteln war &uuml;ber Jahrhunderte fixer Bestandteil des Stra&szlig;enlebens. Im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs der 50er verschwanden sie. 1989 war insofern ein Schnitt, als Betteln erstmals als ein Ph&auml;nomen des &ldquo;Ostens&rdquo; wahrgenommen wurde, als ein &ldquo;importiertes Problem&rdquo; , wie es in vielen Leserbriefen hei&szlig;t. Es gab aber schon viel fr&uuml;her Debatten um die &ouml;ffentliche Pr&auml;senz von Armut. Das reicht bis in mittelalterliche Stadtrechte zur&uuml;ck, wo Betteln oft als Bel&auml;stigung der B&uuml;rger durch Eindringlinge dargestellt wurde. Im nationalsozialistischen Deutschland wurden als &ldquo;Zigeuner&rdquo; bezeichnete Menschen das erste Mal in ein Zwangslager deportiert, als Berlin f&uuml;r die Olympischen Spiele 1936 &ldquo;ges&auml;ubert&rdquo; werden sollte. &hellip; Die Debatten sind ganz stark von Rassismus gepr&auml;gt. Bettler werden pauschal als Roma wahrgenommen, unabh&auml;ngig davon, ob sie sich selbst als solche verstehen. Die Unterstellung, dass es sich um eine einzige Gruppe handelt, vermittelt den Eindruck, dass es einen gro&szlig;en Clan gibt, eine Familie mit einem &ldquo;Boss&rdquo;, der alles kontrolliert. So entsteht das Bild der &ldquo;Bettelmafia&rdquo;. Die Kronen Zeitung bildete zur Illustration der &ldquo;Ostmafia&rdquo; lange Zeit einen einheimischen Grazer Wohnungslosen ab. Man sieht daran, wie der mediale Aufwand, der seit Jahrzehnten um dieses Thema betrieben wird, in unseren K&ouml;pfen fixe Ideen verankert hat. Dass Roma nach &Ouml;sterreich kommen, hat aber nicht nur mit Armut zu tun. Es gibt Ungarn, die ihr Dorf nach Angriffen rechtsextremer Paramilit&auml;rs verlassen m&uuml;ssen. Daf&uuml;r gibt es kaum Bewusstsein. &hellip; Die Grazer Migranten, die wir interviewt haben, machen oft Jobs wie Rasenm&auml;hen und Ausmalen, und wenn sie nichts bekommen, gehen sie betteln. Andere haben ganz konkrete Gr&uuml;nde zu betteln, etwa Behinderte aus Bulgarien, f&uuml;r die es de facto keine Sozialleistungen gibt. Sie haben die Wahl, ob sie sich abh&auml;ngig von ihren ebenso armen Familien machen oder selbst versuchen, der Armut zu entkommen. Ein Weg kann sein, betteln zu gehen. &hellip;  Je mehr wir mit Bettlern zu tun hatten, desto mehr hat uns erstaunt, dass breite Bev&ouml;lkerungsschichten Betteln immer mit Abh&auml;ngigkeit, Gewalt, Zwang und Menschenhandel in Verbindung bringen. In den Interviews haben wir festgestellt, dass immer eine individuelle Entscheidung dahintersteckt. Abgesehen davon: In Graz verdienen Bettler maximal 20 Euro am Tag. Damit l&auml;sst sich keine rentable Organisation aufziehen.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Fachkraft &uuml;ber 50 sucht Fachkr&auml;ftemangel<\/strong><br>\nDeutschland fehlen in den technisch-naturwissenschaftlichen Berufen qualifizierte Leute, hei&szlig;t es. Wolfgang Popp, 54, Diplom-Mathematiker mit Jahrzehnten Berufserfahrung, ist so eine gesuchte Fachkraft &ndash; doch er findet keinen Job. Was stimmt da nicht?<br>\nWolfgang Popp will auf keinen Fall aufgeben. 150 Bewerbungen hat der Diplom-Mathematiker in den vergangenen zwei Jahren geschrieben. Oft erhielt er gar keine Antwort. Ein paar Mal kam der M&uuml;nchner in die zweite Runde, durfte am Telefon ein paar Fragen beantworten. Sechs Mal fand ein Bewerbungsgespr&auml;ch statt. Am Ende war alles vergeblich.<br>\nPopp hat 27 Jahre bei Siemens gearbeitet. Er hat Software entwickelt, Budgets kontrolliert, Projekte koordiniert, Prozesse gemanagt, internationale Kollegen geschult. Doch die akademische Fachkraft mit viel Berufserfahrung hat offenbar einen gro&szlig;en Makel: Der Vater von zwei Kindern ist 54 Jahre alt &ndash; und damit zu alt f&uuml;r die allermeisten Arbeitgeber. Das glaubt zumindest Popp, auch wenn dies keiner ihm gegen&uuml;ber ausspricht. &ldquo;Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass man mit &uuml;ber 50 am Arbeitsmarkt diskriminiert wird&rdquo;, sagt der Mathematiker.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/aeltere-arbeitnehmer-fachkraft-ueber-sucht-fachkraeftemangel-1.2075955\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eigentlich ist es ein gesellschaftlicher Skandal ohnegleichen, dass alle F&auml;higkeiten und Eigenschaften, die in einem m&uuml;hsamen und aufwendigen Ausbildungs- und Berufsprozess erworben wurden, nur weil jemand &auml;lter als 50 ist, pl&ouml;tzlich v&ouml;llig wertlos sein sollen. Eine Verschwendung gesellschaftlicher Ressourcen ist dies sowieso.<\/em><br>\n<em>Und vor diesem Hintergrund l&auml;sst sich wiederum die Absurdit&auml;t und Brutalit&auml;t des Hartz IV Systems verdeutlichen. Nach 15 Monaten Bezug des Arbeitslosengeldes stehen die betroffenen Personen, trotz, wie in diesem Fall, 27 Jahren Berufst&auml;tigkeit, vor dem Nichts. Von der Rente mit 67 ganz zu schweigen. Ein hoch auf die marktkonforme Demokratie.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu noch einmal: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22461#h03\">Das M&auml;rchen vom Fachkr&auml;ftemangel<\/a><\/strong><\/p>\n<p><em>Und ein etwas &auml;lterer Artikel, der aber anschaulich erl&auml;utert wie die angebliche und grotesk hoch erscheinende Fachkr&auml;ftel&uuml;cke in der bisherigen Arbeitgeberpropaganda zustande kommt: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/berufsstart\/ingenieurmangel-mit-karacho-in-den-schweinezyklus-a-784325.html\">Mit Karacho in den Schweinezyklus<\/a> sowie Studie DIW &ndash; <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.394837.de\/12-11-1.pdf\">Ingenieure in Deutschland: Keine Knappheit abzusehen [PDF &ndash; 265 KB]<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Roland Koch &ndash; Er hatte es nicht mehr im Griff<\/strong><br>\nAls Roland Koch Vorstandsvorsitzender des Baukonzerns Bilfinger wurde, wollte er es allen zeigen &ndash; man muss es so schlicht formulieren. CDU kann Wirtschaft, Koch kann Wirtschaft: Allein das Angebot, die F&uuml;hrung eines Industrieunternehmens mit mehr als 70.000 Mitarbeitern zu &uuml;bernehmen, war Beleg f&uuml;r diese These. Elf Jahre als hessischer Ministerpr&auml;sident lagen hinter ihm, seinen Berliner Ambitionen stand Kanzlerin Angela Merkel im Weg.<br>\nDa kam das Angebot seines Freundes Bernhard Walter, dem Aufsichtsratsvorsitzenden von Bilfinger, gerade recht. Dass dem kantigen ehemaligen Vorstandschef der Dresdner Bank in seiner Verehrung f&uuml;r Koch der Blick f&uuml;r die Wirklichkeit abhandengekommen war, wei&szlig; man heute. Vor drei Jahren, als Koch ohne Umwege von der Staatskanzlei in Wiesbaden in die Vorstandsetage nach Mannheim wechselte, war es jedoch ein Coup.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/roland-koch-hat-sich-das-ausgesucht-ein-kommentar-13082858.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das Fazit des Artikels ist richtig Roland Koch ist gescheitert. Nur welche Konsequenzen hat dies f&uuml;r ihn? Das einzige was man konstatieren kann ist, dass Koch, gemessen an seinem Jahressl&auml;r von 2,3 Millionen Euro, das er &uuml;brigens bis zum regul&auml;ren Ende seines Vertrages 2016 weiter bezieht, dann um 11,5 Millionen Euro reicher ist. Ausbaden d&uuml;rfen das wie immer die Mitarbeiter bei Bilfinger Berger. Und Setzt man das in Relation zur Hetze gegen den Mindestlohn auch in der FAZ, kann man eigentlich nur noch resignieren angesichts der Zust&auml;nde in diesem Land.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Podemos: Wir wollen selbst entscheiden<\/strong><br>\nBasisdemokratie gegen Konzernmacht: Bei den j&uuml;ngsten Wahlen zum Europaparlament erzielte die neue spanische Partei Podemos erstaunliche Ergebnisse. Gespr&auml;ch mit Carolina Bescansa Hern&aacute;ndez, verantwortlich f&uuml;r den Bereich Politikanalyse der Partei Podemos: &rdquo; &hellip; Wir sind eine B&uuml;rgerinitiative mit dem Ziel, einer bereits bestehenden gesellschaftlichen Mehrheit im Bereich der institutionellen Politik eine Stimme zu verleihen. Uns erscheint diese Links-rechts-Achse nicht mehr zeitgem&auml;&szlig;. Die spanische Politik wurde lange Zeit immer wieder auf Grundlage des Koordinatensystems links versus rechts bzw. spanischer Nationalismus versus regionaler Nationalismus analysiert. Diese Orientierungspunkte reichen jedoch nicht mehr aus, um zu verstehen, was aktuell passiert. &hellip; Unsere Organisation befindet sich aktuell im Aufbau, und nat&uuml;rlich gab es von Anfang an eine Gruppe, die das Projekt vorantrieb. In diesem Proze&szlig; l&auml;&szlig;t es sich schwer verhindern, da&szlig; solch eine Initiativgruppe nicht auch ein gewisses Gewicht beh&auml;lt. Es gibt Podemos erst seit f&uuml;nf Monaten, und gerade arbeiten wir genau daran, die F&uuml;hrungsgruppe aufzul&ouml;sen. Aber ich glaube, es ist unausweichlich, da&szlig; die ersten Impulse in solch einem Proze&szlig; von einer bestimmten Personengruppe ausgehen. Das hei&szlig;t jedoch nicht, da&szlig; unsere Entscheidungen nicht basisdemokratisch getroffen worden w&auml;ren. Die Kandidatur von Pablo Iglesias wurde beispielsweise durch mehr als 50000 Unterschriften best&auml;tigt. Auch unser Parteiprogramm entstand in einem demokratischen Proze&szlig;. Zahlreiche Experten haben Rahmendokumente erarbeitet, die dann in Onlinedebatten diskutiert wurden<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/07-29\/042.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Podemos holte nur vier Monate nach ihrer Gr&uuml;ndung 1,2 Millionen Stimmen (7,97 Prozent) und damit f&uuml;nf Sitze in Stra&szlig;burg. Das Grundfrage d&uuml;rfte sein, ob es Podemos z.B. gegen&uuml;ber den etablierten Parteien gelingt, eine sich auch quantitativ niederschlagende Zustimmung zu erreichen, um Druck auf die Programme der etablierten Parteien auszu&uuml;ben, wie es z.B. der Linkspartei in Deutschland noch nicht gelungen ist. Die Partei bzw. Bewegung h&auml;lt sich viele, vielleicht zu viele Optionen offen, so dass die Aussage: &rdquo; &hellip; wir sind uns darin einig, da&szlig; die Menschen das Recht haben, selbst dar&uuml;ber zu entscheiden, in welcher Staatsform und nach welchen Regeln sie zusammenleben wollen&rdquo; nicht nur beliebig, sondern auch missverst&auml;ndlich wirken kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Afghanistans Opiumkomplex<\/strong><br>\nDer Kampf gegen Drogen geht am Hindukusch verloren. Einzige L&ouml;sung: Ein Rat, der Weltbankexperten &uuml;berhaupt nicht gef&auml;llt.<br>\n2007 stammten 93 Prozent des weltweit konsumierten Opiums aus Afghanistan. Nach gro&szlig;en Anstrengungen und dem Einsatz betr&auml;chtlicher Mittel fiel der Anteil laut Angaben von Juri Fedotov, Chef der UN-Drogenbek&auml;mpfungsagentur UNODC im Jahr 2013 auf 80 Prozent. Doch Afghanistan produziert nach wie vor weltweit das meiste Opium.<br>\n&bdquo;Es gibt L&ouml;sungsvorschl&auml;ge, die den Weltbankexperten &uuml;berhaupt nicht gefallen, aber sie k&ouml;nnten helfen das Drogensproblem zu l&ouml;sen&ldquo; sagt Smith, der das Thema seit Jahren begleitet. &bdquo;Vor dem Krieg haben zum Beispiel die Bauern in S&uuml;dafghanistan haupts&auml;chlich Baumwolle angepflanzt. Das k&ouml;nnten sie auch heute tun, w&uuml;rde man die Samen subventionieren und die Produkte zu einem Mindestpreis wieder abkaufen.&ldquo; Das erfordere ein hohes Ma&szlig; staatlicher Interventionen, doch kriegsbedingt seien die afghanischen Bauern auf dem Weltmarkt noch lange nicht konkurrenzf&auml;hig.<br>\nDie im neoliberalen Geist der 90er Jahre verfasste und 2004 angenommene neue afghanische Verfassung habe dem Land kapitalistische Marktwirtschaft verordnet, mit freiem Handel und geringer staatlicher Rolle. Wenn Afghanistan dagegen eine zun&auml;chst gesch&uuml;tzte Wirtschaft h&auml;tte entwickeln k&ouml;nnen, so Smith, h&auml;tte die Baumwolle zudem in den noch vorhandenen aber nun brachliegenden gro&szlig;en Textilfabriken Afghanistans verarbeitet werden und dort zahlreiche Arbeitspl&auml;tze schaffen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/schwerpunkt-des-monats\/internationale-drogenpolitik\/artikel\/detail\/afghanistans-opiumkomplex-526\/\">Internationale Politik und Gesellschaft IPG<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Das schr&ouml;derianische Menschenbild<\/strong><br>\nDie Sozialdemokraten haben sich in den letzten Jahren rhetorisch stark darum bem&uuml;ht, ihren Schr&ouml;der-Geruch loszuwerden. Man sei vom strikten Agendakurs abgekommen, habe eingesehen, dass vieles was damals reformiert wurde, nicht richtig klappt oder aber grunds&auml;tzlich Verschlechterungen mit sich gebracht habe und m&ouml;chte sich daher heute wieder als eine progressive Kraft verstehen. So in etwa gab sich die alte Dame jedenfalls h&auml;ufig.<br>\nIn jenem Diskurs, der als eine Art von Emanzipation vom schr&ouml;derianischen Erbe angesehen wurde, ging es vor allem um das Menschenbild, das diese Partei vertritt oder doch vertreten sollte. Muss man den Menschen durch Anreize ansticheln? Ist er ein infantiles Wesen, das st&auml;ndig verfolgungsbetreut geh&ouml;rt? Wieviel M&uuml;ndigkeit kann man ihm erlauben? In Hartz IV kulminierte letztlich auch diese Frage nach dem Menschenbild. Man definierte es in etwa so: Der Mensch ist faul, wenn man ihm keine H&uuml;rden in den Weg legt. Er muss angetrieben und drangsaliert, muss zu einem &raquo;anst&auml;ndigen Leben&laquo; gedr&auml;ngt werden. Die Sozialdemokratie nach Schr&ouml;der wollte eine politische Ausrichtung sein, die Hartz IV mit einem menschlicheren Antlitz erm&ouml;glichen sollte. Das hei&szlig;t, sie gab vor, das im Sozialgesetzbuch II manifestierte Menschenbild, ansatzweise abwandeln zu wollen. Der arbeitslose Mensch sei ja keine rechtlose Verf&uuml;gungsmasse des Verwaltungsapparates, sondern auch ein B&uuml;rger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2014\/08\/das-schroderianische-menschenbild.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Hans-Ulrich Wehler ist tot &ndash; aber die Umverteilungs-Debatte nicht mit ihm<\/strong><br>\nHans-Ulrich Wehler ist tot &ndash; und sein letztes Anliegen &ndash; die Umverteilung &ndash; jedoch bisher leider immer noch. Nur sein Einfluss erreichte die Medien bei seinem letzten Anliegen, der Ungleichheits-Debatte, nicht mehr.<br>\nDabei hatte er gerade schon in seinem f&uuml;nf-b&auml;ndigen Hauptwerk zur &ldquo;Deutschen Gesellschaftsgeschichte&rdquo; ausf&uuml;hrlich die Sozialstruktur thematisiert. Im Band 5, der die Jahre von 1949 bis 1990 umfasst, stellte er f&uuml;r die ersten 40 Jahre der Bundesrepublik eine hohe &ldquo;strukturelle Stabilit&auml;t&rdquo; fest. In seinem neuen Buch zur Umverteilung sieht er f&uuml;r die Zeit nach 1990 eine Z&auml;sur, die zu einer neuen Umverteilung gef&uuml;hrt habe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/wipo\/wipo-deb\/wipo-all\/hans-ulrich-wehler-ist-tot-aber-die-umverteilungs-debatte-nicht-mit-ihm\/\">Labournet<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(OP\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-22633","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22633","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22633"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22633\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22636,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22633\/revisions\/22636"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}