{"id":22781,"date":"2014-08-11T16:55:33","date_gmt":"2014-08-11T14:55:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22781"},"modified":"2014-08-11T19:44:55","modified_gmt":"2014-08-11T17:44:55","slug":"sind-die-entscheidungstraeger-in-den-usa-verlaesslich-gegen-einen-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22781","title":{"rendered":"Sind die Entscheidungstr\u00e4ger in den USA verl\u00e4sslich gegen einen Krieg?"},"content":{"rendered":"<p>Das wird im weiteren Verlauf des Geschehens eine entscheidende Frage sein. &ndash; Am Gelingen der Nachdenkseiten, speziell der Hinweise des Tages, wirkt ein in Deutschland lebender Staatsb&uuml;rger der USA mit, Roger Strassburg (= R.S.). Wir tauschen uns gelegentlich &uuml;ber die Kriegsgefahr und die USA aus. Dass die USA einen Krieg gegen Russland wollen k&ouml;nnten, h&auml;lt er f&uuml;r unwahrscheinlich, ja geradezu f&uuml;r &bdquo;hirnrissig&ldquo;. Ein Krieg gegen einen so m&auml;chtigen Gegner wie Russland sei auch wahltaktisch nicht von Vorteil (Siehe Anhang 1). Ich f&uuml;rchte, R.S. t&auml;uscht sich. Ich m&ouml;chte meine Sorge begr&uuml;nden. Dabei bleibt vorweg anzumerken: die USA sind nicht allein, andere L&auml;nder und V&ouml;lker denken und verhalten sich &auml;hnlich. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Die USA sind weit weg vom Schlachtfeld, jedenfalls weiter weg als zum Beispiel Moldawien oder Deutschland.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Das US-amerikanische Volk sp&uuml;rt vom Krieg wenig; soweit etwas gesp&uuml;rt wird, betrifft das vor allem Randgruppen und die Unterschicht.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Krieg wird von entscheidenden Personen als Mittel der Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik betrachtet.<\/strong><br>\nDie &bdquo;Misserfolge&ldquo; bei den Kriegen in Vietnam, im Irak und in Afghanistan haben an dieser grunds&auml;tzlich positiven Einstellung zum Krieg als Mittel der Politik offensichtlich nicht viel ver&auml;ndert. Ein gutes Beispiel daf&uuml;r ist die gerade ge&auml;u&szlig;erte Kritik von Hillary Clinton an Barack Obama. Sie macht Obama f&uuml;r den Aufstieg der Islamisten verantwortlich; er habe in Syrien milit&auml;risch zu wenig getan.<\/li>\n<li><strong>Die Einteilung der Welt in Gut und B&ouml;se ist ein wichtiges Konstrukt f&uuml;r die ideologische Auseinandersetzung und zugleich ein Instrument zur St&auml;rkung des eigenen Selbstbewusstseins.<\/strong><br>\nJe schlechter und b&ouml;ser der Gegner erscheint und dargestellt wird, umso mehr erstrahlt das angeblich Gute, der angeblich Gute.<\/li>\n<li><strong>Nach dem weit gehenden Ende des Kommunismus als Gegner haben andere Gegner wie die Islamisten die Funktion des Feindes &uuml;bernommen. Und Russland wird seit 1990 wieder zum Gegner aufgebaut.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ein &Uuml;briges tut die Einf&uuml;hrung der Sorge um Demokratie und Menschenrechte in die internationale Auseinandersetzung.<\/strong><br>\nDamit ist es gelungen, auch &bdquo;geborene&ldquo; Gegner kriegerischer Auseinandersetzungen als Hilfspersonal f&uuml;r die Politik der milit&auml;rischen Interventionen zu gewinnen. Das gilt im Falle Deutschlands typischer Weise f&uuml;r die Gr&uuml;nen und Teile der SPD. Sie haben mit dem Jugoslawien Krieg die Zustimmung zu milit&auml;rischen Eins&auml;tzen einge&uuml;bt und setzen jetzt im Falle der Ukraine und im Umgang mit Russland diese Politik fort.<br>\nDen USA ist es in dieser Auseinandersetzung immer mehr gelungen, die eigenen Verletzungen von Menschenrechten und Demokratie vergessen zu machen, jedenfalls nicht in das Nachdenken und das Urteil einzubeziehen. Die Verantwortlichen der USA lassen foltern, sie sperren Menschen ohne Gerichtsprozess ein, sie t&ouml;ten mit ausgefeilter Waffentechnik &ndash; nach eigenem Gutd&uuml;nken und ohne ausreichende Pr&uuml;fung und ohne rechtliche Pr&uuml;fung sowieso.<\/li>\n<li><strong>Den USA ist offensichtlich die Moral und das Rechtsbewusstsein abhandengekommen. Anders kann man die globale &Uuml;berwachung von unz&auml;hligen Menschen nicht erkl&auml;ren. <\/strong><br>\nAllein schon die Verfolgung des US-B&uuml;rgers Snowden und die Verurteilung des Soldaten Manning zeigen, dass die Wertma&szlig;st&auml;be von Demokratie und Menschlichkeit offensichtlich abhandengekommen sind. Die Staatsraison hat offenbar Vorrang.<\/li>\n<li><strong>Die in den sechziger Jahren begonnene Politik des Gewaltverzichts und des Aufbaus von Sicherheitsstrukturen sowie die Strategie des Wandels durch Ann&auml;herung haben in den politisch entscheidenden Kreisen des Westens keine einflussreichen Unterst&uuml;tzer mehr.<\/strong><br>\nDas Koordinatensystem ist verschoben, nach rechts k&ouml;nnte man sagen, jedenfalls in Richtung Krieg und den Einsatz von Gewalt auch in den internationalen Beziehungen.<br>\nDie &auml;lteren Politiker wie Helmut Schmidt, Egon Bahr und Helmut Kohl in Deutschland erscheinen wie einsame Rufer in der W&uuml;ste, die die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben.<\/li>\n<li><strong>Die Anwendung von Gewalt wird im Innern wie in den internationalen Beziehungen als zentrale Verhaltensregel betrachtet. Der Umgang im Innern pr&auml;gt auch die internationalen Beziehungen.<\/strong><br>\nSiehe dazu Anhang 2 mit aktuellen Beispielen zur Gewaltbereitschaft.<\/li>\n<li><strong>Krieg kann aus innenpolitischen und sogar aus wahlpolitischen Gr&uuml;nden hilfreich und sogar n&uuml;tzlich erscheinen.<\/strong><br>\nDie Meinung der Menschen zum Krieg ist keine stabile Gr&ouml;&szlig;e. Sie kann mithilfe von Meinungsmache ver&auml;ndert werden. Dabei sagen Daten &uuml;ber die gegenw&auml;rtige Haltung zu den Kriegseins&auml;tzen nichts dar&uuml;ber, welche M&ouml;glichkeiten zur Ver&auml;nderung der &ouml;ffentlichen und der ver&ouml;ffentlichten Meinung es gibt. US-Regierungen haben mehrmals vorgef&uuml;hrt, wie man das macht. Die Kriegsbereitschaft wird mit Propaganda und auch mit L&uuml;gen, wie etwa der Behauptung, der irakische Pr&auml;sident verf&uuml;ge &uuml;ber Massenvernichtungswaffen, gef&ouml;rdert.<br>\nWir selbst haben in Deutschland und Europa erlebt, wie 1999 die Bereitschaft zur milit&auml;rischen Intervention im Krieg gegen das Rest-Jugoslawien durch eine geschickte Medienarbeit der Verantwortlichen, im konkreten Fall des NATO-Sprechers Shea und des deutschen Verteidigungsminister Scharping, gef&ouml;rdert werden kann. Damals war zu erkennen, welchen Geschmack die ma&szlig;geblichen Medien einschlie&szlig;lich des Fernsehens an den t&auml;glichen Pressekonferenzen und den Fotos und Filmchen hatten. Kriege erh&ouml;hen die Einschaltquoten und das Programm ist billig zu produzieren; die Inhalte werden frei Haus geliefert.<\/li>\n<li><strong>Die Medien in den USA wie auch die Medien bei uns bilden jedenfalls kein Gegengewicht und keine wirksame Kontrollinstanz. <\/strong><br>\nDas ist die bittere Erfahrung, die wir auch in Deutschland zur Zeit machen. Staunend stehen wir vor der Kriegsbegeisterung von Medien, die normalerweise f&uuml;r seri&ouml;s gehalten werden. Gabor Steingart vom Handelsblatt hat gerade kritisch auf diesen Umstand hingewiesen. Siehe <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/kommentare\/politik-der-eskalation-der-irrweg-des-westens-seite-all\/10308844-all.html\">hier<\/a>.<\/li>\n<li><strong>Die USA haben ihren Einfluss auf wichtige Entscheider und Medien mithilfe von Lobbyarbeit und Public Relations so ausgebaut, dass sie auch f&uuml;r die &uuml;belsten Unternehmen Unterst&uuml;tzung erwarten k&ouml;nnen.<\/strong><br>\nDer Ausbau der PR M&ouml;glichkeiten und die Entpolitisierung vieler Parteien in den Partnerl&auml;ndern sind wichtige Voraussetzungen f&uuml;r diese Entwicklung.<br>\nDie Nachdenkseiten haben mehrmals darauf hingewiesen. So zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155\">hier<\/a>.<\/li>\n<li><strong>In den F&uuml;hrungskreisen der USA gibt es offensichtlich keine Mehrheit f&uuml;r die Vorstellung von der friedlichen Zusammenarbeit und des Zusammenlebens der V&ouml;lker. Mehrheitlich f&uuml;hlen sie sich wohl berechtigt zum Weltpolizisten und zum Beherrscher anderer V&ouml;lker.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Destabilisierung wie in der Ukraine geh&ouml;rt zum Handwerkszeug. Die Destabilisierung Russlands ist offenbar vorgesehen.<\/strong><br>\nAnders kann man &Auml;u&szlig;erungen von entscheidenden K&ouml;pfen im Hintergrund, zum Beispiel des Neokonservativen Robert Kagan und des Beraters mehrerer Pr&auml;sidenten Brzezinski nicht verstehen.<\/li>\n<li><strong>Die Hardliner in den USA und in Russland k&ouml;nnten sich gegenseitig hochschaukeln.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Finanzielle Interessen sprechen aus der Sicht mancher f&uuml;hrenden Gruppen und Personen f&uuml;r die Destabilisierung anderer L&auml;nder.<\/strong><br>\nDie hohen Renditen der Reichen sind ohne Verm&ouml;genstransfers und Pl&uuml;nderung in der Regel nicht erreichbar.<\/li>\n<li><strong>Und &uuml;ber allem schwebt feixend die R&uuml;stungswirtschaft.<\/strong><\/li>\n<\/ol><ul>\n<li><strong>Anhang 1:<\/strong><br>\nAus einer Mail von R.S. an A.M. vom 29.7.2014: \n<blockquote><p>\n<em>Das &ldquo;der Westen&rdquo;, sprich die USA, einen Krieg gegen Russland wolle, halte ich nach wie vor f&uuml;r hirnrissig. Wenn wir so diabolisch gerissen sind, um so viel auf dieser Welt zu lenken, wie hier behauptet wird, dann kann man uns doch nicht gleichzeitig unterstellen, wir w&auml;ren so dumm, einen Krieg gegen Russland anzetteln zu wollen. Russland mag ja nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion geschw&auml;cht sein, aber Russland ist nicht schwach, und ist immer noch eine Atommacht. Die Hetze gegen Russland mag ja ein Spiel mit dem Feuer sein, aber ich kann nicht nachvollziehen, weshalb &ldquo;der Westen&rdquo;, sprich die USA, einen offenen Krieg gegen Russland wollen soll. Das ist nicht logisch.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Nachtrag 5.8.14: <\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Ich glaube &uuml;brigens nicht, dass nach Afghanistan und Irak, dass ein neuer Krieg, gerade einer gegen einen so m&auml;chtigen Gegner wie Russland, wahltaktisch von Vorteil w&auml;re. Das w&auml;re das letzte, was die W&auml;hler jetzt wollen.<\/em><br>\n<em>Wie gesagt, auch wenn Du uns f&uuml;r skrupellos h&auml;ltst, wir sind nicht bl&ouml;d.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Anhang 2:<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Aktuelle Beispiele zur Gewalt in den USA:<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.focus.de\/panorama\/welt\/welle-der-empoerung-er-ging-nicht-auf-dem-gehweg-us-polizei-erschiesst-unbewaffneten-jugendlichen_id_4050440.html\"><strong>Er ging nicht auf dem Gehweg: US-Polizei erschie&szlig;t wehrlosen Jugendlichen<\/strong><\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.focus.de\/panorama\/videos\/passant-filmt-alles-mit-dem-handy-mann-stirbt-nach-wuergegriff-attacke-von-polizisten_id_4004957.html\"><strong>Mann stirbt nach W&uuml;rgegriff-Attacke von Polizisten<\/strong><\/a><br>\nEin neuer Fall von Polizeigewalt in New York entsetzt Amerika. Ein Video zeigt wie der 43-j&auml;hrige Eric Garner nach einem W&uuml;rgegriff bewusstlos wird &ndash; und stirbt. Die Beamten verd&auml;chtigten den Mann, illegal Zigaretten zu verkaufen.<\/li>\n<li>6. August 2014 18:12<br>\nStreit um Kinderbuch in USA<br>\n<strong>Heile Waffenwelt<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140801_amerika.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><\/li>\n<\/ul><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das wird im weiteren Verlauf des Geschehens eine entscheidende Frage sein. &ndash; Am Gelingen der Nachdenkseiten, speziell der Hinweise des Tages, wirkt ein in Deutschland lebender Staatsb&uuml;rger der USA mit, Roger Strassburg (= R.S.). Wir tauschen uns gelegentlich &uuml;ber die Kriegsgefahr und die USA aus. 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