{"id":22810,"date":"2014-08-13T09:08:39","date_gmt":"2014-08-13T07:08:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810"},"modified":"2014-08-13T10:47:20","modified_gmt":"2014-08-13T08:47:20","slug":"hinweise-des-tages-2189","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h01\">Ukraine\/Russland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h02\">Gregor Gysi f&uuml;r deutsche Waffenexporte: &bdquo;Gr&ouml;&szlig;eres Unheil verhindern&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h03\">Joseph E. Stiglitz\/Martin Guzman: Argentiniens Griesa-Pleite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h04\">Kemal Dervi&#351;: Ein gro&szlig;er Zusammenbruch?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h05\">Internationale Schiedsgerichte: Wirtschaft entmachtet Politik? &ndash; Investitionsschutz in Zeiten der Globalisierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h06\">Lucas Zeise: Die japanische Krankheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h07\">Armutszuwanderung: Mehr Hilfe f&uuml;r St&auml;dte, mehr Strafe f&uuml;r Betr&uuml;ger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h08\">Kampf der Ideologen auf Kosten der Eltern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h09\">Der gepl&uuml;nderte Staat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h10\">NS-Kriegsverbrechen in Italien:  Warten auf Gerechtigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h11\">Eine Festung in Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h12\">Syrischer Fluchthelfer k&auml;mpft gegen Verurteilung als &ldquo;Schleuser&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h13\">2,1 % weniger BAf&ouml;G-Empf&auml;nger\/-innen im Jahr 2013<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h14\">BAf&ouml;G-Reform angesichts sinkender F&ouml;rderquoten vorziehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h15\">Karriere-Beratung an Universit&auml;ten: Ich will nichts schwabbeln sehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810#h16\">Ebola: Grenzschlie&szlig;ung bringt nichts<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22810&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ukraine\/Russland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Nervenkrieg um Hilfe f&uuml;r die Ostukraine: Putins Trucker-Show<\/strong><br>\nDie Lastwagen sind wei&szlig; gestrichen, in der Farbe der Neutralen. Es sind 287 Wagen, ein beeindruckend langer Konvoi, der sich durch die russische Sommerlandschaft schl&auml;ngelt. Das Ziel der Trucks ist die Ostukraine. Russland will nach eigenem Bekunden die Zivilbev&ouml;lkerung in dem umk&auml;mpften Gebiet mit dringend ben&ouml;tigten Hilfsg&uuml;tern versorgen. Doch ob &uuml;berhaupt oder wie genau sie dort ankommen werden, bleibt ungewiss.<br>\nSeit die Trucks aufgebrochen sind, l&auml;uft ein Nervenkrieg zwischen Moskau und Kiew um die Hilfslieferungen. Er wird &ndash; wie so oft in diesen Tagen &ndash; mit Falschmeldungen, halbwahren Behauptungen und gegenseitigen Schuldzuweisungen gef&uuml;hrt.<br>\nMal hei&szlig;t es, der Konvoi d&uuml;rfe in die Ostukraine einfahren. Dann wieder wird die Meldung dementiert. Die ukrainische F&uuml;hrung machte klar, dass der Transport nur bis zur Grenze fahren d&uuml;rfe. Anschlie&szlig;end m&uuml;ssten die G&uuml;ter unter ukrainischer Kontrolle umgeladen werden.[&hellip;]<br>\n&ldquo;Das, was Putin jetzt versucht, wird in der Sprache des internationalen Rechts als Legalisierung der Aggression bezeichnet&rdquo;, meint etwa Andrej Illarionow, fr&uuml;herer Berater des russischen Pr&auml;sidenten. Die Entsendung eines &ldquo;humanit&auml;ren Konvois&rdquo; oder &ldquo;Einheiten des Katastrophenschutzes&rdquo; geh&ouml;re zur Strategie der &ldquo;Eroberung fremder Territorien&rdquo;. Der Schritt &auml;hnele der Strategie der Russen in Abchasien, S&uuml;dossetien und Transnistrien, so Illarionow.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/konvoi-in-der-ukraine-kiew-und-moskau-streiten-ueber-hilfslieferung-a-985745.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Man stelle sich diese Situation nur einen einzigen Moment mal unter anderen Vorzeichen vor: Die USA und Deutschland stellen einen &bdquo;humanit&auml;ren&ldquo; Konvoi zusammen und ein Regime, das von Moskau gest&uuml;tzt wird, verweigert diesem Konvoi die Durchfahrt. Und nun stelle man sich einmal die Schlagzeilen von SPIEGEL und Co. bei einem solchen Szenario vor.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Geheimnisvoller Konvoi mit unbekannter Ladung<\/strong><br>\nIst das der Beginn einer russischen Intervention? Oder ein PR-Coup von Pr&auml;sident Putin? Was auch immer in den 280 Lastwagen steckt, die in Moskau losgeschickt wurden &ndash; es wird nicht unkontrolliert zu den notleidenden Menschen in die Ostukraine gelangen.<br>\nSeit Tagen hatte man im Kreml humanit&auml;re Hilfe f&uuml;r die von Wasser, Strom und Lebensmitteln abgeschnittene Bev&ouml;lkerung im umk&auml;mpften Lugansk gefordert &ndash; eine Idee, die vom Westen und von Kiew im Prinzip durchaus geteilt wurde. Der ukrainische Pr&auml;sident Petro Poroschenko hatte seinerseits Gespr&auml;che mit dem Internationalen Roten Kreuz und der EU aufgenommen. Vize-Au&szlig;enminister Danilo Lubkiwski lie&szlig; wissen, dass ein solcher Konvoi vom Roten Kreuz und keinesfalls vom Milit&auml;r begleitet werden solle. Angesichts der komplexen Lage im Donbass, sekundierte das Pr&auml;sidialb&uuml;ro in Kiew, werde man ukrainische Hilfsg&uuml;ter schicken &ndash; aber der Plan enthalte auch eine internationale Komponente, an der das Rote Kreuz, die USA, die EU und Russland &ldquo;beteiligt&rdquo; seien.<br>\nAber Russland im Alleingang? Das wollte man unbedingt verhindern. In den Lastwagen, so f&uuml;rchtet man, k&ouml;nnten Waffen und milit&auml;risches Ger&auml;t sein; die Nato warnte erregt vor einer verdeckten Intervention. &ldquo;Damit das klar ist: Man braucht keine Artillerie und keine Panzer, wenn man einer darbenden Bev&ouml;lkerung Nahrung und Medizin liefern will&rdquo;, &auml;tzte Lubkiwski und bezog sich damit auf Waffenlieferungen aus Russland f&uuml;r die prorussischen Separatisten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/russlands-hilfstranport-geheimnisvoller-konvoi-mit-unbekannter-ladung-1.2086884\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man erinnere sich: Noch am Samstag stritten sich Kiew und Moskau dar&uuml;ber, wer die Urheberschaft einer humanit&auml;ren Hilfe habe.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gregor Gysi f&uuml;r deutsche Waffenexporte: &bdquo;Gr&ouml;&szlig;eres Unheil verhindern&ldquo;<\/strong><br>\nLinkspartei-Fraktionschef Gysi fordert, dass Deutschland Waffen an PKK, Peschmerga und den Irak exportiert. Nur so k&ouml;nne der Terror von IS gestoppt werden&hellip;<br>\nEigentlich bin ich strikt gegen deutsche Waffenexporte. Da aber Deutschland ein wichtiges Waffenexportland ist, k&ouml;nnte in diesem Ausnahmefall ein Waffenexport dorthin dann statthaft sein, wenn andere L&auml;nder dazu nicht unverz&uuml;glich in der Lage sind. Mit Protestbriefen wird man IS nicht stoppen.<br>\nIn Deutschland ist der Export von Waffen in Spannungsgebiete verboten. Dar&uuml;ber wollen Sie sich einfach hinwegsetzen?<br>\nDas ist kein Verbot, sondern eine Richtlinie, an die sich die Bundesregierungen bedauerlicherweise selten halten. Deutschland liefert Waffen nach Nahost. Und nach Saudi-Arabien, das mit deutschen Waffen in einem Nachbarland einmarschiert ist.<br>\nUnd jetzt, nach Ihrem Willen, nach Kurdistan?<br>\nIn dieser Notsituation ist das erforderlich, um gr&ouml;&szlig;eres Unheil zu verhindern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Gregor-Gysi-fuer-deutsche-Waffenexporte\/!143996\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man darf auf die Debatte &uuml;ber diese Frage innerhalb der Linkspartei gespannt sein.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Deutschland wird jetzt im Kurdistan verteidigt? Im Ernst, es ist schon beachtlich, dass Gysi sich vom totalen Verbot von Waffenexporten, einer zentralen  Beschlusslage der Partei entfernt. (&Auml;hnlich im rbb-Sender radioeins) Was treibt ihn an? M&ouml;chte er die Gelegenheit nutzen, um die Partei koalitionsf&auml;higer zu machen? Oder ist er schlicht verzweifelt ob der Massaker der IS?  Gestern Nachmittag hatte die Partei Gysi wieder eingefangen, <a href=\"http:\/\/www.die-linke.de\/nc\/presse\/presseerklaerungen\/detail\/zurueck\/presseerklaerungen\/artikel\/internationale-gemeinschaft-muss-mit-einer-stimme-reden-und-handeln\/\">allerdings in einem Statement<\/a>, das angesichts des darin erw&auml;hnten drohenden &ldquo;Genozids&rdquo;, wenig konkret ist: &ldquo;&hellip;. Jeder Akt der Selbstverteidigung gegen den Vormarsch der Terrorbanden des &ldquo;Islamischen Staats&rdquo; ist legitim. Die internationale Gemeinschaft muss in dieser Krise nach drei gleichberechtigten Pr&auml;missen handeln: Akute Konflikteind&auml;mmung, politische Deeskalation und humanit&auml;re Hilfe. Dies darf nicht die Stunde von Interventionen werden. Ein dritter Irakkrieg ist keine L&ouml;sung. Dies muss die Stunde der Vereinten Nationen werden. Weder der Schutz der Gef&auml;hrdeten noch eine dauerhafte Friedensl&ouml;sung werden erreichbar sein, wenn die internationale Gemeinschaft nicht auf Basis des V&ouml;lkerrechts eine gemeinsame multilaterale Strategie f&uuml;r die Region entwickelt. In dieser akuten Situation der Bedrohung von Hunderttausenden muss die internationale Gemeinschaft in der Region mit einer Stimme sprechen und handeln&hellip;.&rdquo; So richtig Sarah Wagenknecht mit ihrer Forderung liegt, dass man den IS stoppen k&ouml;nne, &ldquo;indem man ihre Unterst&uuml;tzer von der T&uuml;rkei bis Saudi-Arabien zur R&auml;son bringt und daf&uuml;r sorgt, dass ihr Zugang zu neuen Waffen m&ouml;glichst vollst&auml;ndig abgeschnitten wird&rdquo;, so wenig bedenkt sie die kurz- bis mittelfristige Perspektive. &ndash; Im &Uuml;brigen tritt Gysi so ganz locker nebenbei f&uuml;r einen Kurdenstaat ein, was die USA bisher davon abgehalten hat, den Kurden moderne und effektive Waffen zu liefern.<\/em><br>\n<em>Was f&uuml;r ein Durcheinander, zu dem die von mir zumindest partiell gesch&auml;tzte Karin Leukefeld mit einer <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/07-25\/014.php\">pr&auml;chtigen Sammlung von Verschw&ouml;rungstheorien beitr&auml;gt<\/a>, deren H&ouml;hepunkt ist: &ldquo;Das &raquo;gr&uuml;ne Licht&laquo; f&uuml;r die Operation von IS im Irak sei am Rande des Energiegipfeltreffens des der US-Administration nahestehenden &raquo;Atlantic Council&laquo; in Istanbul im November 2013 gegeben worden, berichtete ein Vertrauter des libanesischen Politikers und Multimilliard&auml;rs Saad Hariri, der an dem Treffen teilgenommen hatte, dem US-Nachrichtenportal NSNBC &hellip; Der IS-Einsatz werde aus der US-Botschaft in Ankara gesteuert.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung HR:<\/strong> Herr Gysi irrt, wenn er sagt, dass China und Russland Milit&auml;reins&auml;tzen gegen Gaddafi zugestimmt h&auml;tten. Diese beiden st&auml;ndigen Sicherheitsratsmitglieder haben sich der Stimmen enthalten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Joseph E. Stiglitz\/Martin Guzman: Argentiniens Griesa-Pleite<\/strong><br>\nAm 30. Juli warteten Argentiniens Gl&auml;ubiger vergeblich auf ihre halbj&auml;hrlichen R&uuml;ckzahlungen aus den nach dem letzten Zahlungsausfall des Landes im Jahr 2001 restrukturierten Anleihen. Argentinien hatte zwar einige Tage zuvor 539 Millionen Dollar bei der  Bank of New York Mellon hinterlegt, doch die Bank konnte das Geld nicht an die Gl&auml;ubiger &uuml;berweisen. Der amerikanische Bundesrichter Thomas Griesa hatte n&auml;mlich angeordnet, dass Argentinien Gl&auml;ubigern, die dem Schuldenschnitt zugestimmt hatten, nichts auszahlen durfte, bevor man nicht auch jenen Gl&auml;ubigern, die sich der Restrukturierung verweigert hatten, die Gesamtsumme &ndash; samt angelaufener Zinsen &ndash; zur&uuml;ckgezahlt h&auml;tte. Zum ersten Mal in der Geschichte war also ein Land bereit und in der Lage, seine Gl&auml;ubiger zu bezahlen, wurde aber von einem Richter daran gehindert, das auch zu tun. In den Medien war die Rede von der Pleite Argentiniens, aber der Twitter-Hashtag #Griesafault (Griesa-Pleite) war die treffendere Bezeichnung. Argentinien ist seinen Verpflichtungen gegen&uuml;ber seinen B&uuml;rgern ebenso nachgekommen wie gegen&uuml;ber den Gl&auml;ubigern, die dem Schuldenschnitt zugestimmt hatten. Griesas Entscheidung jedoch f&ouml;rdert den Wucher, bedroht die Funktionsf&auml;higkeit der internationalen Finanzm&auml;rkte und setzt sich &uuml;ber ein Grundprinzip des modernen Kapitalismus hinweg: dass insolvente Schuldner einen Neustart brauchen.<br>\nIm Vorfeld des 30. Juli betrieben die Geier Angstpropaganda. Ein zweiter Zahlungsausfall innerhalb von 13 Jahren w&uuml;rde f&uuml;r Argentinien einen enormen R&uuml;ckschlag bedeuten und die zerbrechliche &Ouml;konomie des Landes gef&auml;hrden, so die Behauptung. Doch das st&uuml;tzte sich auf die Annahme, die Finanzm&auml;rkte w&uuml;rden nicht zwischen einer Pleite und einer Griesa-Pleite unterscheiden. Gl&uuml;cklicherweise taten sie es: Die Zinss&auml;tze f&uuml;r verschiedene Kategorien argentinischer Unternehmenskredite haben auf das Ereignis &uuml;berhaupt nicht reagiert. Tats&auml;chlich lagen die Kreditkosten am 30. Juli niedriger als der Durchschnittswert des gesamten Jahres. Letztlich allerdings wird f&uuml;r die Griesa-Pleite ein hoher Preis zu bezahlen sein &ndash; weniger von Argentinien als von der Weltwirtschaft und den L&auml;ndern, die Zugang zu ausl&auml;ndischen Finanzierungen brauchen. Auch Amerika wird leiden. Seine Gerichte erwiesen sich als Hohn: Ein Beobachter wies darauf hin, dass Griesa die Komplexit&auml;t des Themas offenkundig nie wirklich verstanden hat. Das in der Ausbeutung armer Amerikaner bereits ge&uuml;bte US-Finanzsystem hat seine Bestrebungen auf die globale Ebene ausgedehnt. Staatliche Kreditnehmer werden &ndash; und sollten &ndash; der Gerechtigkeit und Kompetenz der US-Gerichtsbarkeit nicht vertrauen. Der Markt zur Ausgabe derartiger Anleihen wird sich anderswo ansiedeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/joseph-e--stiglitz-and-martin-guzman-argue-that-the-country-s-default-will-ultimately-harm-america\/german\">Project Syndicate<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Stiglitz\/Guzman sprechen von der Umsetzung des &bdquo;Washington-Konsenses&ldquo;. Pr&auml;ziser m&uuml;sste es hei&szlig;en: Der IWF hat mit seiner Rezeptur (Dollarbindung u.a.) ganz wesentlich zur damaligen Pleite Argentiniens beigetragen. Argentinien galt lange als Mustersch&uuml;ler des IWF. Im Jahr 2002 musste sogar der IWF einr&auml;umen, im Falle Argentinien falsch agiert zu haben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Kemal Dervi&#351;: Ein gro&szlig;er Zusammenbruch?<\/strong><br>\nDieser Monat &ndash; in dem sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum einhundertsten Mal j&auml;hrt &ndash; ist ein g&uuml;nstiger Zeitpunkt, um &uuml;ber gro&szlig;e Risiken nachzudenken. In den Jahren vor August 1914, bis zum Attentat auf den Erzherzog, entwickelte sich die Weltwirtschaft relativ gut: der Handel expandierte weltweit, die Finanzm&auml;rkte erschienen gesund und in Wirtschaftskreisen tat man politische Probleme entweder als vor&uuml;bergehend oder irrelevant ab.  M&auml;rkte und wirtschaftliche Aktivit&auml;ten k&ouml;nnen einem gro&szlig;en Ma&szlig; an politischer Belastung und Unsicherheit standhalten &ndash; bis zu dem Punkt, an dem die internationale Ordnung zusammenbricht. Die wirtschaftliche Stimmung ist heute beispielsweise durchaus optimistisch. Der Internationale W&auml;hrungsfonds prognostiziert der Weltwirtschaft im Jahr 2015 ein Wachstum von 4 Prozent, w&auml;hrend die Aktienindizes in vielen Teilen der Welt einem Aufw&auml;rtstrend  folgen. Tats&auml;chlich erreichte der Dow Jones im Juli ein Allzeithoch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/print\/kemal-dervi--compares-the-significance-of-international-political-turbulence-now-to-that-in-august-1914\/german\">Project Syndicate<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Kemal Dervi&#351; schuf die eigentlichen Grundlagen f&uuml;r den wirtschaftlichen Aufschwung der T&uuml;rkei. Als die T&uuml;rkei 2001 in die schwerste Finanzkrise ihrer j&uuml;ngeren Geschichte st&uuml;rzte, &uuml;bernahm Dervis das Wirtschaftsministerium im Kabinett von B&uuml;lent Ecevit. Dervi&#351; leitete ein Umschuldungsprogramm ein, erwirkte beim IWF Hilfskredite in H&ouml;he von 20 Milliarden, lie&szlig; binnen weniger Monate 18 in Schieflage geratene Gesch&auml;ftsbanken vom Staat &uuml;bernehmen. Die Institute wurden abgewickelt oder saniert und wieder privatisiert usw. Als er nach 18 Monaten 2002 zur&uuml;cktrat, betrug das Wirtschaftswachstum der T&uuml;rkei 8%. &ndash; In seiner Funktion als Direktor des UNO-Entwicklungsprogramms UNDP hielt Dervis im M&auml;rz 2008 in Mumbai eine zun&auml;chst nicht sehr beachtete, im Nachhinein aber vision&auml;re Rede: Er prognostizierte eine heraufziehende globale Finanzkrise, warnte vor der Irrationalit&auml;t der Finanzm&auml;rkte und der &ldquo;Gier&rdquo; der &ldquo;Super-Bankiers&rdquo;, die gierig auf sofortige Profite&ldquo; ihre Verluste auf die Gemeinschaft abw&auml;lzen w&uuml;rden. Seine Warnung sollte ernst genommen werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Internationale Schiedsgerichte: Wirtschaft entmachtet Politik? &ndash; Investitionsschutz in Zeiten der Globalisierung<\/strong><br>\nDerzeit verhandeln EU und NAFTA &uuml;ber die gr&ouml;&szlig;te Freihandelszone der Welt. Investitionsschutz ist ein Bestandteil der Gespr&auml;che. Geht es den Investoren nur um mehr Rechtssicherheit oder auch um mehr Einfluss?<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/internationale-schiedsgerichte-wirtschaft-entmachtet-politik.976.de.html?dram:article_id=294365\">Deutschlandradio Kultur<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2014\/08\/12\/drk_20140812_1930_99cf48e4.mp3\">Als Podcast (dradio.de) [Audio &ndash; mp3]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein etwas unsystematischer Beitrag, aber sehr informativ. So wird zum Beispiel ein Schiedsverfahren an einem konkreten Beispiel geschildert. Interessant die enormen Kosten solcher Verfahren sowie die Entsch&auml;digungssummen. So z.B. ein Urteil gegen Ecuador aufgrund eines nicht zustande gekommenen &Ouml;lausbeutungsvertrags, wo der Staat Ecuador fast 2 Milliarden Dollar Schadensersatz zahlen musste &ndash; entspricht den Sozialausgaben Ecuadors f&uuml;r die &Auml;rmsten der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r 15 Jahre.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Lucas Zeise: Die japanische Krankheit<\/strong><br>\nWenn das Wachstum ausbleibt, sinken die Renditen. Die Rendite f&uuml;r zehnj&auml;hrige Bundesanleihen hat am Freitag mit 1,03 Prozent wieder ein neues Rekordtief erreicht. Es handelt sich hier um einen wirklich langfristigen Rekord. Weder die Reichsanleihen vor 1945 noch die der deutschen Einzelstaaten im 19. Jahrhundert hatten jemals so niedrige Renditen aufgewiesen wie derzeit die Anleihen des Bundes. &Auml;hnliches gilt &uuml;brigens laut Archiv der Londoner Financial Times f&uuml;r die Staatsanleihen der alten kapitalistischen Staaten. Zu keiner Zeit waren auch in Frankreich, England oder den Niederlanden die Zinsen &auml;hnlich niedrig wie gerade jetzt.  Auch was die Zinsen betrifft, sind wir wieder zu den wilden Zeiten des Finanzkapitalismus zur&uuml;ckgekehrt, wie er vor dem Ersten Weltkrieg grassierte. Gemessen am &Uuml;berschu&szlig; an Geldkapital und den deshalb noch niedrigeren Zinsen als damals sind unsere Zeiten allerdings noch w&uuml;ster.<br>\nNur in einem Land ist auch in j&uuml;ngerer Zeit schon &Auml;hnliches passiert wie jetzt in Europa. Es ist Japan. Und dort sind auch heute die Zinsen auf die Staatsschuld mit 0,5 Prozent noch niedriger als hierzulande. In Japan fand der gro&szlig;e Finanzcrash schon 1990 statt. Nach Jahrzehnten steilen Wachstums fiel das Land in die Stagnation, die bis zum heutigen Tage anh&auml;lt. Dank niedriger Zinsen, sinkender Reall&ouml;hne, gut laufender Exporte und satter Staatssubventionen sind die japanischen Gro&szlig;konzerne dennoch gro&szlig;enteils profitabel. Da&szlig; bei sinkendem Reallohnniveau die Nachfrage im Inland zur&uuml;ckgeht und die Konjunktur im besten Fall stagniert, ist in Japan zwei Jahrzehnte lang zu studieren gewesen.  Als der Reaktion&auml;r Shinzo Abe Ende 2012 Premierminister wurde, pr&auml;sentierte er in seinem Wirtschaftsbelebungsprogramm auch den Wunsch nach steigenden L&ouml;hnen. (Man vergleiche die &auml;hnliche Forderung des, ebenfalls reaktion&auml;ren, deutschen Pr&auml;sidenten der Bundesbank.) Das h&ouml;rte sich sch&ouml;n und durchaus vern&uuml;nftig an. Aber weder der Staat noch die Konzerne lie&szlig;en h&ouml;here L&ouml;hne zu. Die Mehrwertsteuererh&ouml;hung am 1. April bessert zwar die Staatsfinanzen auf, saugt aber den letzten Rest Kaufkraft aus dem Budget der Lohnabh&auml;ngigen. Die zuvor vom schwachen Yen induzierte leichte konjunkturelle Belebung f&auml;llt gerade wieder zusammen. &ndash;  Von der &raquo;japanischen Krankheit&laquo; sind heute alle reifen kapitalistischen Volkswirtschaften befallen. Es ist ein chronische Erkrankung, die die Patienten nach einem gro&szlig;en Finanzzusammenbruch bef&auml;llt. Das beliebte Rezept, mittels Staatsknete die Spekulation und die Kreditvergabe anzuheizen, hilft dann nicht mehr. Man mu&szlig; das Geld schon an die Bed&uuml;rftigen geben. Das ist, wie die Geschichte und Theorie des Kapitalismus lehren, extrem selten. Meist geht solch gl&uuml;cklichen Sonderf&auml;llen ein harter Kampf der niedrigen Klassen voraus.<br>\nQuelle. <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/08-09\/035.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Armutszuwanderung: Mehr Hilfe f&uuml;r St&auml;dte, mehr Strafe f&uuml;r Betr&uuml;ger<\/strong><br>\nDie Bundesregierung will St&auml;dten, die besonders viele Einwanderer aus armen EU-L&auml;ndern zu verkraften haben, mit einem dreistelligen Millionenbetrag unter die Arme greifen &ndash; und daf&uuml;r noch in diesem Jahr 25 Millionen Euro als Soforthilfe lockermachen. Gleichzeitig soll Sozialmissbrauch durch Migranten h&auml;rter bestraft werden. Dies ist dem Abschlussbericht einer Staatssekret&auml;rsrunde zu entnehmen, der dem Tagesspiegel vorliegt. Die Ressortabstimmung sei bis auf einen Punkt abgeschlossen, hie&szlig; es. Das Bundeskabinett soll die &Auml;nderungen am 27. August auf den Weg bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/armutszuwanderung-mehr-hilfe-fuer-staedte-mehr-strafe-fuer-betrueger\/10324222.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Kampf der Ideologen auf Kosten der Eltern<\/strong><br>\nJe nach Bundesland wird es Familien leichter oder schwerer gemacht, das Betreuungsgeld zu beantragen: W&auml;hrend anspruchsberechtigte Familien etwa in Bayern automatisch fr&uuml;hzeitig vom Freistaat benachrichtigt werden und einen bereits teilweise ausgef&uuml;llten Antrag zugeschickt bekommen, m&uuml;ssen sich Eltern in anderen L&auml;ndern wie Rheinland-Pfalz selbst darum k&uuml;mmern und haben zudem teils umfangreichere Nachweispflichten.<br>\nSozialwissenschaftler Prof. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz h&auml;lt die unterschiedliche Umsetzung des Betreuungsgeldes in den L&auml;ndern f&uuml;r problematisch. Je nach Couleur versuchten die L&auml;nder, das Betreuungsgeld zu f&ouml;rdern oder zu bremsen, um damit die eigene politische Position zu untermauern.<br>\nNicht nur in den L&auml;ndern, auch im Bund geht der Streit &uuml;ber das Betreuungsgeld weiter: Vor wenigen Tagen machte eine Studie des Deutschen Jugendinstitutes und der TU Dortmund im Auftrag des Bundesfamilienministeriums Schlagzeilen. Danach soll das Betreuungsgeld angeblich vor allem Familien mit Migrationshintergrund und geringer Bildung davon abhalten, ihre Kinder in die Kita zu geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/report\/betreuungsgeld\/-\/id=233454\/nid=233454\/did=13810604\/193k253\/index.html\">Report Mainz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Dass sich das Bundesfamilienministerium &uuml;berhaupt traute, sich mit einer solchen Studie an die &Ouml;ffentlichkeit zu wenden und gezielt Stimmung gegen Bev&ouml;lkerungsteile zu machen, ist schon erstaunlich. Der Volksmund sagt: Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand&rdquo;. Ministerin Schwesig scheint das Gegenteil beweisen zu wollen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der gepl&uuml;nderte Staat<\/strong><br>\nUm &ouml;ffentliche Bauvorhaben und Dienstleistungen w&auml;hrend der Eurokrise weiter finanzieren zu k&ouml;nnen, hat die Politik ein fragw&uuml;rdiges Finanzierungsmodell erfunden &ndash; &Ouml;ffentliche private Partnerschaften, kurz &Ouml;PP genannt. Dabei investieren private Unternehmen in ganz Europa in die &ouml;ffentliche Infrastruktur, um sie anschlie&szlig;end zu betreiben. Es handelt sich um ein Finanzierungskonzept, das vollkommen intransparent ist. Angeblich sollen Bund und L&auml;nder dadurch entlastet werden, doch es zeigt sich, dass private Unternehmen hier wohl eher Profit auf Kosten des Staates machen. Die Dokumentation berichtet anhand der wichtigsten Beispiele &ndash; darunter die Hamburger Elbphilharmonie, das umstrittene Milliardenprojekt des Pariser Justizpalastes, der Ausbau der Autobahn A7 in Norddeutschland oder der Neubau der TGV-Strecke zwischen Tours und Bordeaux &ndash; &uuml;ber die Erfahrungen mit &Ouml;PP in Deutschland und Frankreich.<br>\nF&uuml;r die gro&szlig;en Investmentbanken und Baukonzerne ist &Ouml;PP ein wichtiges Instrument, um den klammen Staaten trotz Schuldenbremse Auftr&auml;ge zu entlocken und Milliarden zu leihen. Im Gegenzug erhalten sie daf&uuml;r zum Teil zweistellige Renditegarantien, und das &uuml;ber Laufzeiten von bis zu 30 Jahren. In der Regel sind die Absprachen zwischen Staat und Konzernen geheim. So geheim, dass selbst die zust&auml;ndigen Abgeordneten in den Parlamenten nicht informiert sind. &ldquo;Die parlamentarische Kontrolle wird ausgebremst&rdquo;, beklagt sich Anton Hofreiter, Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Gr&uuml;nen. Den Autoren gelingt es, ein St&uuml;ck Geheimpolitik auszuleuchten. Berichtet wird, wie die Idee f&uuml;r &Ouml;PP entstand, warum die Finanzierung zum Staatsgeheimnis erkl&auml;rt wird, wer verdient &ndash; und wer am Ende bezahlt. Es geht um den staatlichen Ausverkauf, um folgenreiche Milliardengesch&auml;fte, , und darum, wie Politiker aus guten und manchmal schlechten Gr&uuml;nden mit &Ouml;PP die Zukunftsf&auml;higkeit Europas verspielen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=a6rxxUN2m5Q\">ARTE via YouTube<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der einleitende Text von ARTE ist nicht ganz korrekt. &Ouml;PP ist &auml;lter als die Eurokrise. Der Grundgedanke wurde in Europa bereits unter der Regierung Margaret Thatchers entwickelt und Anfang der 90er beim Bau von Gef&auml;ngnissen nach amerikanischem Vorbild umgesetzt. 1992 wurde  die Private Finance Initiative (PFI) ins Leben gerufen um dieses Modell zu f&ouml;rdern. Seitdem wurden die meisten &Ouml;PP-Projekte in Gro&szlig;britannien entwickelt.  Auch der Ausbau des 73 Kilometer langen Teilst&uuml;cks der Autobahn A1 zwischen Hamburg und Bremen, wurde lange vor der Eurokrise im Jahre 2008 von einem Konsortium unter der F&uuml;hrung von Bilfinger &uuml;bernommen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>NS-Kriegsverbrechen in Italien:  Warten auf Gerechtigkeit<\/strong><br>\nVor 70 Jahren metzelten SS-Truppen in Sant&rsquo;Anna di Stazzema Hunderte nieder. Das schlimmste Massaker an Zivilisten in Italien, Frauen, Kinder, alte Leute vor allem, zwischen 400 und 560 Menschen. Genau wei&szlig; man es nicht, weil vor dem 12. August 1944 um die tausend Fl&uuml;chtlinge in Sant&rsquo;Anna Schutz gesucht hatten vor den Bombenangriffen auf die St&auml;dte der Versilia-K&uuml;ste und weil die T&auml;ter die H&auml;user ansteckten und Leichenberge in Brand setzten, angefeuert vom Holz der Kirchenb&auml;nke. Ein monstr&ouml;ses Verbrechen, das nie ges&uuml;hnt wurde, aber vielleicht jetzt, nach 70 Jahren, doch noch vor ein deutsches Gericht kommt, wie j&uuml;ngst das Oberlandesgericht Karlsruhe entschied. Selbst wenn das eher symbolische Bedeutung h&auml;tte, weil nur noch der 93-j&auml;hrige, ehemalige SS-Offizier Gerhard S. angeklagt werden k&ouml;nnte, der in einem Hamburger Altenheim lebt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/ns-kriegsverbrechen-in-italien-warten-auf-gerechtigkeit-1.2085633\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sant&rsquo;Anna di Stazzema existiert als Ort nicht mehr, nur noch ein kleines Museum, die Kirche und ein Denkmal mitten im Wald. Selbst der Wind, selbst die V&ouml;gel scheinen an diesem Ort zu verstummen. Er schn&uuml;rt einem die Kehle zu, man k&auml;mpft mit Tr&auml;nen und flieht. So ging es mir.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Eine Festung in Europa<\/strong><br>\nIn Berlin-Kreuzberg durften Fl&uuml;chtlinge eine leer stehende Schule bewohnen. Auf die Frage, wie wir mit Asylbewerbern umgehen sollen, schien eine neue, liberale Antwort gefunden. Doch dann wurde ein junger Marokkaner von einem anderen Bewohner erstochen. Die Geschichte eines Dramas, das diesmal nicht vor Lampedusa spielt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/42064\/Eine-Festung-in-Europa\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bedr&uuml;ckend. Es ist Nacht und ich bin m&uuml;de. Nicht so sehr k&ouml;rperlich. Es ist manchmal unertr&auml;glich, so viel zu sehen und so wenig zu wissen, was zu tun w&auml;re zur Besserung, und vor allem fehlt der Glaube.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Syrischer Fluchthelfer k&auml;mpft gegen Verurteilung als &ldquo;Schleuser&rdquo;<\/strong><br>\nEin Syrer, der Landsleuten gegen Geldzahlung geholfen hatte,  vor Krieg und Verfolgung zu Verwandten nach Deutschland zu fliehen, hat gegen seine Verurteilung Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe beantragt. Ende 2013 wurde der 32-j&auml;hrige Mohammed Darwish vom Landgericht Essen wegen &ldquo;gewerbsm&auml;&szlig;igen Einschleusens von Ausl&auml;ndern&ldquo; zu drei Jahren Haft verurteilt. Panorama hatte &uuml;ber den &ldquo;Schleuserprozess&ldquo; und das vorangegangene Ermittlungsverfahren der Bundespolizei berichtet. Insgesamt waren sechs M&auml;nner, unter ihnen auch ein in Essen lebender Bauingenieur, verurteilt worden. (&hellip;)<br>\nBundespolizei und Staatsanwaltschaft Essen hatten das Verfahren mit dem Codenamen &ldquo;Cash&rdquo; mit hohem Aufwand gef&uuml;hrt. Das ganze Verfahren ist ausf&uuml;hrlich in dem Buch &ldquo;Die Neuen Staatsfeinde&ldquo; des Panorama-Autors Stefan Buchen dargestellt.<br>\nDie Telefone der Beschuldigten wurden monatelang abgeh&ouml;rt. Teilweise wurden sie physisch von den Ermittlern beschattet. Die Strafverfolger warfen den Beschuldigten sogar vor, den Tod von Fl&uuml;chtlingen verursacht zu haben. Obwohl diese Anschuldigungen sich als haltlos erwiesen, begr&uuml;ndete der Vorsitzende Richter am Landgericht Essen sein Urteil gegen Darwish damit, dass er Menschen gef&auml;hrdet habe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/aktuell\/Syrischer-Fluchthelfer-kaempft-gegen-Verurteilung-als-Schleuser,syrien642.html\">Panorama<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Erneut ein Fall, bei dem das deutsche Justizsystem keine gute Figur macht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>2,1 % weniger BAf&ouml;G-Empf&auml;nger\/-innen im Jahr 2013<\/strong><br>\nIm Jahr 2013 erhielten in Deutschland 959 000 Personen Leistungen nach dem Bundesausbildungsf&ouml;rderungsgesetz (BAf&ouml;G). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, fiel die Zahl der BAf&ouml;G-Empf&auml;ngerinnen und -Empf&auml;nger gegen&uuml;ber 2012 um etwa 20 000 beziehungsweise 2,1 %. Unter den Gef&ouml;rderten waren 293 000 Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler sowie 666 000 Studierende. W&auml;hrend die Zahl der gef&ouml;rderten Studierenden nur moderat um 0,8 % zur&uuml;ckging, wurden im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler gef&ouml;rdert (&ndash; 5,0 %).<br>\nDie F&ouml;rderung erstreckte sich zum Teil nicht &uuml;ber das volle Jahr. Im Durchschnitt wurden je Monat 620 000 Personen (181 000 Sch&uuml;ler, 439 000 Studierende) gef&ouml;rdert (&ndash; 1,7 %).<br>\n46 % der BAf&ouml;G-Empf&auml;nger\/-innen (rund 446 000) erhielten eine Vollf&ouml;rderung, also den maximalen F&ouml;rderbetrag. Die H&ouml;he des F&ouml;rderbetrages h&auml;ngt von der Ausbildungsst&auml;tte (zum Beispiel Berufsfachschule oder Hochschule) und der Unterbringung (bei den Eltern oder ausw&auml;rts) ab. Eine Teilf&ouml;rderung, die geleistet wird, wenn das Einkommen der Gef&ouml;rderten oder das der Eltern bestimmte Grenzen &uuml;bersteigt, erhielten 54 % der BAf&ouml;G-Empf&auml;nger\/-innen (etwa 513 000). Die Zahl der Teilgef&ouml;rderten sank im Jahr 2013 gegen&uuml;ber dem Vorjahr um 1,7 % und die Zahl der Vollgef&ouml;rderten um 2,6 %.<br>\nIm Jahr 2013 betrugen die Ausgaben des Bundes und der L&auml;nder f&uuml;r Leistungen nach dem BAf&ouml;G 3 241 Millionen Euro und somit rund 37 Millionen Euro oder 1,1 % weniger als im Vorjahr. F&uuml;r die Sch&uuml;lerf&ouml;rderung wurden 891 Millionen Euro (&ndash; 22 Millionen Euro) bereitgestellt und f&uuml;r die Studierendenf&ouml;rderung 2 349 Millionen Euro (&ndash; 16 Millionen Euro).<br>\nIm Durchschnitt erhielten gef&ouml;rderte Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler monatlich 410 Euro pro Person (+ 9 Euro) und gef&ouml;rderte Studierende 446 Euro pro Person (&ndash; 2 Euro). 27 % aller Gef&ouml;rderten wohnten bei ihren Eltern und 73 % au&szlig;erhalb des Elternhauses.<br>\nEinen Kinderbetreuungszuschlag von 113 Euro f&uuml;r das erste und 85 Euro f&uuml;r jedes weitere Kind erhielten 51 000 Gef&ouml;rderte (+ 0,7 %).<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2014\/08\/PD14_283_214.html;jsessionid=62D9FEC86C322102E84115878F0BCE24.cae2\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>BAf&ouml;G-Reform angesichts sinkender F&ouml;rderquoten vorziehen<\/strong><br>\nZu den heute vorgelegten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Entwicklung der BAf&ouml;G-Gef&ouml;rdertenzahlen sagte Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, am heutigen Dienstag in Berlin: &ldquo;Angesichts sinkender Gef&ouml;rdertenquoten muss die angek&uuml;ndigte Erh&ouml;hung der BAf&ouml;G-S&auml;tze und der Einkommensfreibetr&auml;ge vorgezogen werden &ndash; bisher ist die Erh&ouml;hung erst ab August 2016 vorgesehen. Die letzte Erh&ouml;hung liegt bis dahin schon sechs Jahre zur&uuml;ck, obwohl die Lebenshaltungskosten seither deutlich gestiegen sind. Die Zahl der BAf&ouml;G-Empf&auml;ngerinnen und Empf&auml;nger ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent gesunken, bei den gef&ouml;rderten Sch&uuml;lern, die knapp ein Drittel der Gef&ouml;rderten ausmachen, betr&auml;gt der R&uuml;ckgang sogar f&uuml;nf Prozent.<br>\nAngesichts der ungebrochen hohen Selektivit&auml;t des Deutschen Schulsystems w&auml;re es ein wichtiger Schritt hin zu mehr Chancengleichheit, die angek&uuml;ndigte BAf&ouml;G-Reform zu nutzen, um Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler aus &ouml;konomisch bed&uuml;rftigen Familien wieder in die F&ouml;rderung aufzunehmen, auch wenn sie noch zuhause wohnen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/presse\/++co++92baa5a4-220b-11e4-b931-52540023ef1a?k:list=Bildung\">DGB<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Karriere-Beratung an Universit&auml;ten: Ich will nichts schwabbeln sehen<\/strong><br>\nWenn ein Student heute wissen will, wie er es im Leben zu etwas bringt, muss er sich nur an seine Universit&auml;t wenden. Dort erwarten ihn seine Karriereberater. Fast jede deutsche Universit&auml;t hat inzwischen etwas, das sich Career Service nennt. Oder Career Center. Oder Career Development Center. Oder Professional Center. Das sind Einrichtungen mit R&auml;umen auf dem Campus und eigenen Portalen auf den Uni-Homepages. &bdquo;Herzlich willkommen&ldquo;, gr&uuml;&szlig;en die Career Center. Der Rest ist unverst&auml;ndlich, wahrscheinlich eine Sprache, die man auf Karriereberaterplaneten spricht: Man wolle den Studenten &bdquo;Unterst&uuml;tzung zur eigenst&auml;ndigen Bew&auml;ltigung von Ver&auml;nderungen&ldquo; bieten (Rostock), ihr &bdquo;individuelles Profil entwickeln und auch darstellen&ldquo; (M&uuml;nster), &bdquo;Netzwerken als Prinzip anwenden&ldquo; (Hamburg), sie im &bdquo;Kompetenzbereich Kommunikative Kompetenzen&ldquo; f&ouml;rdern (Berlin). Zu diesen Zwecken sollen die Studenten entsprechende Seminare besuchen. Jetzt, in den Semesterferien, geht das besonders gut. Die Studenten haben ein bisschen mehr Zeit als sonst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/karriere-beratung-an-universitaeten-ich-will-nichts-schwabbeln-sehen-13089532.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin A.P.:<\/strong> So hat auch schon mein Sohn sehr &auml;hnliche Erfahrungen mit derartigen Einrichtungen und Veranstaltungen sammeln m&uuml;ssen. Gut ausgebildete Akademiker werden dort von selbst ernannten Trainern und Coaches zu konditionierten Arbeitsmarktobjekten dressiert und degradiert. Anschlie&szlig;end d&uuml;rfen die Bewerber im Rahmen von Assessment-Centern um &ndash; meist nicht-existierende &ndash; Arbeitspl&auml;tze k&auml;mpfen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Ebola: Grenzschlie&szlig;ung bringt nichts<\/strong><br>\nXavier Crespin, Leiter der Westafrikanischen Gesundheitsorganisation (Waho), fordert gegen Ebola Behandlung und Aufkl&auml;rung statt Ger&uuml;chte und Abschottung: &rdquo;  Das Problem ist: Ebola ist zum erstem Mal in Westafrika aufgetreten. Bisher gab es nur F&auml;lle in Zentral- und Ostafrika. F&uuml;r das Gesundheitspersonal hier war es schwierig, Ebola von anderen Krankheiten zu unterscheiden. Das Virus hat sehr &auml;hnliche Symptome wie zum Beispiel Malaria. &hellip; Das war anfangs schwierig. Wenn in Afrika jemand krank ist, dann ist es schwierig, ihn von seiner Familie zu trennen. Sogar wenn jemand im Krankenhaus liegt, kommen zum Beispiel die Eltern und &uuml;bernachten dort. Die Hilfsorganisationen haben versucht, die Kranken zu isolieren. Die Bev&ouml;lkerung hat das nicht verstanden. &hellip; Waho ist gegen die Schlie&szlig;ung der Grenzen. Es gibt verschiedene M&ouml;glichkeiten, in ein Land einzureisen, auch wenn Grenz&uuml;berg&auml;nge geschlossen sind. Die Ma&szlig;nahme ist spektakul&auml;r, aber wenig effektiv. Nat&uuml;rlich ist jedes Land autonom und kann selbst entscheiden. Aber Pr&auml;ventionsma&szlig;nahmen sind viel wichtiger. Wenn sich jemand krank f&uuml;hlt, sollte er sich beobachten lassen, anstatt zu reisen. &hellip; Viele Strukturen funktionieren nicht mehr, und die Bev&ouml;lkerung hat Schwierigkeiten, sich &uuml;berhaupt behandeln zu lassen. Wir sind mit den jeweiligen Regierungen im Gespr&auml;ch. Statt Einrichtungen zu schlie&szlig;en, m&uuml;ssen Schutzma&szlig;nahmen erh&ouml;ht werden. Aber auch hier gilt: Wir m&uuml;ssen bessere Aufkl&auml;rungsarbeit auf lokaler Ebene betreiben. Es muss klar werden, wie das Virus &uuml;bertragen wird. Das hilft den Gesundheitseinrichtungen und auch dem medizinischen Personal.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2014%2F08%2F12%2Fa0068&amp;cHash=028f75f2bb089c28820312dcb603fda0\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Selbst wenn der Einsatz der von der Weltgesundheitsorganisation genehmigten Medikamente, die bisher nur an Tieren getestet wurden, zum Erfolg f&uuml;hrt, d&uuml;rfte die Knappheit der experimentellen Medikamente und Impfstoffe daf&uuml;r sorgen, dass Information, Isolation und hygienische Ma&szlig;nahmen wichtig bleiben. Das ziemlich deprimierende Interview zeigt allerdings, wie schwer diese Ma&szlig;nahmen umzusetzen sind.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Es ist sicherlich richtig, dass in einem tief korrupten Land mit kaum vorhandener staatlicher Ordnung, wie Sierra Leone, die Grenzen nicht so dicht gemacht werden k&ouml;nnen, wie weiland der Eiserne Vorhang. Das hei&szlig;t aber nicht, dass dies &bdquo;nichts bringt&ldquo;. Auch in Westafrika werden gr&ouml;&szlig;ere Entfernungen vor allem &uuml;ber halbwegs befestigte &Uuml;berlandstrassen zur&uuml;ckgelegt. Nat&uuml;rlich kann man auch &uuml;ber Holperpisten im Busch die Sperren umgehen, aber das ist ein sehr zeitaufwendiges Unterfangen, f&uuml;r das man vor allem eins braucht &ndash; einen sehr guten Gel&auml;ndewagen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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