{"id":2285,"date":"2007-04-25T07:13:54","date_gmt":"2007-04-25T05:13:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2285"},"modified":"2016-01-07T11:14:45","modified_gmt":"2016-01-07T10:14:45","slug":"arbeit-ohne-ende-zdf-wirbt-weiter-fur-verlangerung-der-lebensarbeitszeit-und-fur-private-vorsorge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2285","title":{"rendered":"\u201eArbeit ohne Ende\u201c: ZDF wirbt weiter f\u00fcr Verl\u00e4ngerung der Lebensarbeitszeit und f\u00fcr private Vorsorge"},"content":{"rendered":"<p>Dass das ZDF systematisch Werbung f&uuml;r die private Altersvorsorge betreibt, haben wir schon h&auml;ufig dargestellt und kritisiert, so vor allem mit der Doku-Fiction <a href=\"?p=2021\">&bdquo;Aufstand der Alten&ldquo;<\/a>, aber auch mit vielen <a href=\"?p=1306\">anderen Formaten<\/a> bis hinein in die <a href=\"?p=2018\">Nachrichtensendungen<\/a>. Im Lifestyle-Magazin 37 Grad wurde unter dem Titel <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/18\/0,1872,5265746,00.html\">&bdquo;Arbeit ohne Ende&ldquo;<\/a> die Werbekampagne fortgesetzt. Hier die Kritik eines unserer Leser.<br>\n<!--more--><br>\nPer Zufall habe ich gerade eine weitere Sendung im ZDF zum Dauerbrenner Rente gesehen. Der Titel der Sendung lautete &bdquo;Arbeit ohne Ende&ldquo; und schilderte das Schicksal dreier Menschen &uuml;ber 65, die noch arbeiten m&uuml;ssen um ihren Lebensunterhalt einigerma&szlig;en finanzieren zu k&ouml;nnen. <\/p><p>Die Protagonisten waren dabei der r&uuml;stig, dynamische Alte, ein Unternehmer, der durch die Insolvenz seines fr&uuml;heren Betriebes in die entsprechende finanzielle Zwangslage geriet und nun in Berlin einen kleinen Filmverleih betreibt. Und der sich nach eigener Aussage ein Leben ohne Arbeit &uuml;berhaupt nicht vorstellen k&ouml;nne. Ein weiterer Darsteller, ein B&uuml;rger aus Ex-Jugoslawien, dem die entsprechenden Nachweise fehlen um entsprechende Rentenanspr&uuml;che gelten machen zu k&ouml;nnen und der nun von drei Minijobs leben muss, aber &ndash; Zitat ZDF &ndash; &bdquo;Auch wenn er aus Zeitgr&uuml;nden nicht mehr oft zu seinen Instrumenten greift, die Musik hat Herrn Cosic in all den Jahren begleitet und sie gibt ihm immer noch Kraft, wenn der Alltag manchmal schwer wird.&ldquo; Als Dritte eine Dame, die durch Familienmitarbeit im Betrieb ihres Mannes ebenfalls nicht die entsprechenden Anspr&uuml;che geltend machen konnte, aber sich fit h&auml;lt mit Gymnastik, Fahrrad fahren und gesunder Ern&auml;hrung. Durch eisernes Sparen und Nebenjobs versucht die Protagonistin &uuml;ber die Runden zu kommen. Zitat ZDF: &ldquo;Wenn ich ganz flei&szlig;ig bin, verdiene ich 200 Euro im Monat&rdquo;, erz&auml;hlt die r&uuml;stige Dame nicht ohne Stolz. <\/p><p>Abschlie&szlig;end wurde lapidar bemerkt, dass in Zukunft immer mehr Menschen arm im Alter sein werden &ndash; sch&auml;tzungsweise etwa 15 Millionen (?) &ndash; und eben bis an ihr Lebensende arbeiten m&uuml;ssten. Nach Hintergr&uuml;nden wurde nicht gefragt, offenbar haben wir das so hinzunehmen. Und wie die Sendung dargestellt hat ist dies ja auch gar nicht so schlimm noch mit 67 arbeiten zu m&uuml;ssen. Es ist eben alles eine Frage der Einstellung. <\/p><p>Dazu ein Zitat aus dem Begleittext der Autorin: <\/p><blockquote><p>Umso verbl&uuml;ffender war es f&uuml;r mich zu beobachten, wie w&uuml;rdevoll, diszipliniert und vor allem gut gelaunt die Protagonisten ihrer Arbeit nachgehen. Vielleicht auch deshalb, weil die Jobs auch ganz besondere Erfahrungen mit sich bringen. Ich bin 36 Jahre alt und eines ist sicher: Die Arbeit ohne Ende wird f&uuml;r viele von uns zur Selbstverst&auml;ndlichkeit werden. Wie man damit umgehen kann, zeigen Herr Cosic, Frau Goetze und Herr Schmidt-Dahlberg.<\/p><\/blockquote><p> Was dabei irritiert, ist der fast zynische Jargon, oder ist es Naivit&auml;t, bei der Darstellung der entsprechenden Schicksale. Wei&szlig; die werte Dame eigentlich, dass durch die immer mehr ansteigenden Leistungsanforderungen eines global entfesselten Kapitalismus, viele Arbeitnehmer bereits mit Ende vierzig psychisch ausgeblutet und ersch&ouml;pft sind und dass f&uuml;r viele Menschen &uuml;berhaupt nicht daran zu denken ist, auch nur bis 67 zu arbeiten? Was mich daran insbesondere &auml;rgert, dass Menschen, die gerade ein paar Jahre j&uuml;nger sind als ich, bereit sind, dies einfach so hinzunehmen.<\/p><p>Dennoch ein sehr geschickt gemachter Beitrag zur Rentendebatte, da er ohne Hysterie und Aufgeregtheit und ohne die &uuml;blichen &bdquo;Rentenexperten&ldquo; daher kommt und einen skandal&ouml;sen Zustand fast als Selbstverst&auml;ndlichkeit darstellt. Allerdings darf der entsprechende interne Link nicht fehlen, angelickt wird man mit folgendem Satz empfangen: &ldquo;Um seinen Lebensstandard auch im Alter zu halten, ist eine private Vorsorge unverzichtbar.&rdquo; Ich frage mich was so ein Satz auf der Webpage eines &ouml;ffentlich-rechtlichen Senders verloren hat? Auch der Buchtipp &ldquo;Die Rentenl&uuml;ge. Entkommen Sie der Armutsfalle&rdquo; ist nicht ohne. Der Autor Bernd W. Kl&ouml;ckner hat bisher Werke wie etwa &ldquo;Mit Taschengeld zum Million&auml;r&rdquo;, &ldquo;Die gierige Generation&rdquo; oder &ldquo;Systematisch reich mit Aktienfonds!&rdquo; verfa&szlig;t und d&uuml;rfte kaum als neutraler Experte zum Thema Rente durchgehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass das ZDF systematisch Werbung f&uuml;r die private Altersvorsorge betreibt, haben wir schon h&auml;ufig dargestellt und kritisiert, so vor allem mit der Doku-Fiction <a href=\"?p=2021\">&bdquo;Aufstand der Alten&ldquo;<\/a>, aber auch mit vielen <a href=\"?p=1306\">anderen Formaten<\/a> bis hinein in die <a href=\"?p=2018\">Nachrichtensendungen<\/a>. 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