{"id":22866,"date":"2014-08-19T09:05:49","date_gmt":"2014-08-19T07:05:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866"},"modified":"2015-11-09T15:58:08","modified_gmt":"2015-11-09T14:58:08","slug":"hinweise-des-tages-2193","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h01\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h02\">Gabor Steingart: Die Renaissance der Feindbilder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h03\">Die Guten und die B&ouml;sen &ndash; Ansichten eines Putinverstehers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h04\">&bdquo;Mehr Verantwortung in der Welt&ldquo;? &ndash; Eine Antwort an den SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h05\">Waffenlieferungen\/Nordirak<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h06\">Die Spekulanten kommen davon<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h07\">Freihandelsabkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h08\">Mobilit&auml;tsarmut: Ghettoisierung der &Uuml;berfl&uuml;ssigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h09\">Hartz-IV-Satz bleibt zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h10\">Gabriel: Privates Geld f&uuml;r Stra&szlig;en<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h11\">Niedergang einer Kunstfigur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h12\">Ferguson<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h13\">Paul Krugman &ndash; Warum wir Kriege f&uuml;hren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h14\">Die USA machen es ihren Freunden so schwer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h15\">There is no Alternative<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h16\">Interview mit Peter Scholl-Latour: Ich verstehe mich gut mit Ganoven<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866#h17\">Das Letzte: Wenn der Artikel 5 des Nato-Vertrags &bdquo;mit Leben erf&uuml;llt wird&ldquo;, dann bedeutet das den Tod vieler Menschen, Frau Merkel<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22866&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ukraine<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Ringen um die Machtgeometrie<\/strong><br>\nNeoliberales Assoziationsabkommen und europ&auml;isch-russische Machtkonflikte&hellip;<br>\nAuch mit der Ukraine wurde eine solche Vereinbarung ausgehandelt, die bei detaillierter Betrachtung wirtschaftlich eine extreme Schieflage zugunsten der Europ&auml;ischen Union aufweist. Da hierdurch gleichzeitig westeurop&auml;ische Konzerne in ganz erheblichem Ausma&szlig; beg&uuml;nstigt werden, war die Ablehnung des Abkommens durch die Janukowitsch-Regierung allein schon deshalb aus Sicht der Europ&auml;ischen Union hochgradig &auml;rgerlich.<br>\nVersch&auml;rfend kam aber noch hinzu, dass der Abschluss eines Assoziationsabkommens nicht nur weitreichende &ouml;konomische Konsequenzen nach sich zieht. Faktisch handelt es sich hierbei n&auml;mlich auch um die Entscheidung &uuml;ber einen (peripheren) Beitritt zu einem Machtblock &ndash; n&auml;mlich der Europ&auml;ischen Union.<br>\nVor dem Hintergrund der zunehmenden Konflikte zwischen der Europ&auml;ischen Union und Russland bzw. der von Moskau initiierten Zollunion (ab 2015: &bdquo;Eurasische Wirtschaftsunion&ldquo;) musste die EU-Expansionsstrategie in den Nachbarschaftsraum sp&auml;testens in einem Land mit der immensen geopolitischen Bedeutung der Ukraine fr&uuml;her oder sp&auml;ter zu schweren Konflikten f&uuml;hren.<br>\nDabei deckt sich das EUrop&auml;ische Bestreben, sich m&ouml;glichst gro&szlig;e Teile der ehemaligen sowjetischen Einflusssph&auml;re einzuverleiben, mit dem Interesse der Vereinigten Staaten, hier&uuml;ber einen machtpolitischen Wiederaufstieg Russland dauerhaft verhindern zu wollen. Dadurch sollte jedoch nicht der Eindruck entstehen, die Interessen auf beiden Seiten des Atlantiks w&auml;ren notwendigerweise stets deckungsgleich. Noch weniger sind es allein die USA, die hier die westliche Politik bestimmen, wie teils f&auml;lschlich angenommen wird. Dies zeigt sich auch und gerade anhand der Ukraine-Politik der Bundesregierung, die hierzulande als eine Art Testlauf f&uuml;r den seit einiger Zeit seitens der deutschen Eliten vehement eingeforderten Anspruch auf eine Rolle als Weltmacht gilt. Und in der Tat wurde der unter Gewaltandrohung erfolgte Putsch seitens der Bundesregierung massiv unterst&uuml;tzt (und dabei auch bewusst faschistische Kr&auml;fte mit hofiert) und dabei versucht, mit dem ehemaligen Box-Weltmeister Vitali Klitschko einen deutschen Klienten an die Macht zu bringen. Die USA wiederum hatten hieran kein Interesse und wollten ihnen nahestehende Kr&auml;fte an den Schalthebeln in Kiew wissen, was zu teils heftigen innerimperialistischen Reibereien f&uuml;hrte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/download\/2014_02c_jwagner_web.pdf\">Studie der Informationsstelle Militarisierung (IMI) [PDF &ndash; 543 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Ukraine-Krise &ndash; Separatisten verk&uuml;nden Waffenlieferung aus Russland<\/strong><br>\n[&hellip;] Die Separatisten in der Ostukraine behaupten, Waffenlieferungen aus Russland zu bekommen. Ihr Anf&uuml;hrer Andrej Sachartschenko sagt, aus Russland seien 30 Panzer sowie 1200 in Russland ausgebildete K&auml;mpfer zur Verst&auml;rkung in die Ukraine unterwegs. [&hellip;]<br>\nDie Separatisten in der Ostukraine erhalten nach eigener Darstellung massive milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung aus Russland. 30 Panzer sowie 1200 auf russischem Gebiet ausgebildete K&auml;mpfer seien zur Verst&auml;rkung unterwegs, verk&uuml;ndet ihr Anf&uuml;hrer Andrej Sachartschenko in einem Video. Der Clip wurde auf einer den Separatisten nahestehenden Internetseite ver&ouml;ffentlicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/ukraine-krise-ukrainischer-aussenminister-fordert-militaerhilfe-von-nato-und-eu-1.2091696\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> So oder so &auml;hnlich war es gestern in nahezu allen gro&szlig;en Medien nachzulesen. Dumm nur, dass Andrej Sachartschenko etwas komplett anderes sagte:<\/em><\/p>\n<p><strong>Ukraine crisis: Rebel fighters &lsquo;trained in Russia&rsquo;<\/strong><br>\n[&hellip;] Addressing a meeting, Alexander Zakharchenko said the fighters had trained &ldquo;four months on the territory of the Russian Federation&rdquo;.<br>\nThe rebels, he said, had reserves of 150 combat vehicles, including tanks. An earlier mistranslation of his words suggested Mr Zakharchenko had said the vehicles were on their way from Russia. [&hellip;]<br>\nLittering the speech with military jargon, he said: &ldquo;There are, at present, in the axis of the corridor [linking rebels in Donetsk with those in Luhansk and the Russian border] &ndash; there have been assembled &ndash; reserves of the following order: 150 units of military hardware of which about 30 are actual tanks and the rest are infantry fighting vehicles and armoured personnel carriers, and 1,200 personnel who underwent four months of military training on the territory of the Russian Federation.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bbc.com\/news\/world-europe-28817347\">BBC<\/a><\/p>\n<p><em>Es scheint so, als ob die deutschen Medien wieder einmal auf einen &Uuml;bersetzungsfehler hereingefallen sind, der nur all zu gut zur eigenen Agenda passt. Honi soit qui mal y pense . Laut BBC sprach Sachartschenko nicht von Waffenlieferungen aus Russland, sondern von den Reserven der Separatisten und 1.200 Soldaten, die vier Monate auf dem Territorium der russischen F&ouml;deration ausgebildet wurden. Das ist freilich etwas komplett anderes. Doch auch bei diesen Angaben sollte man Vorsicht walten lassen. In den letzten Wochen erinnerten die &bdquo;Erfolgsmeldungen&ldquo; der Separatisten im &ouml;fter an den ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigten irakische &bdquo;Informationsminister&ldquo; Muhammad as-Sahhaf (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yfAeMtcURg0\">Comical Ali<\/a>). Wenn Sachartschenko nun noch behauptet, dass die ukrainischen Truppen massenhaft fliehen und an den Toren von Donezk Massenselbstmord begehen, wissen wir, dass die Niederlage nicht mehr fern ist.<\/em><\/p>\n<p><em>p.s.: Der &Uuml;bersetzungsfehler stammt von ukrainischen Agenturen &hellip; honi soit<\/em><\/p>\n<p><em>Und w&auml;hrend im Osten des Landes Soldaten und Zivilisten sterben, posiert die First Lady auf dem Cover eines Cover eines westliches Modemagazins:<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140819_hwt_01.jpeg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p><em>Das erinnert ein wenig an Marie Antoinette &hellip; dann sollen sie doch Kuchen essen!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ukraine Strategy Bets on Restraint by Russia<\/strong><br>\nThe warnings from the North Atlantic Treaty Organization and the White House over the past week could not have been graver in tone: The Russian Army, they said, had massed enough forces on the border with Ukraine to invade. &hellip;.<br>\nThere are plenty of reasons for Mr. Putin to be wary about committing troops to a war.<br>\nThe separatist zones of eastern Ukraine that were well defined just several months ago are now amorphous, with the front lines shifting after the Ukrainian military retook 75 percent of the territory initially seized by pro-Russian rebels.<br>\nBeyond that, loyalties in eastern Ukraine are split, increasing the risk that the portion of the population that supports Kiev would aid any insurgency against Russia should it invade. An invasion would also be costly, not only because of the likelihood of stiffened sanctions, but because it could plunge the region into an economic free-fall, bleeding funds from whichever country wins on the battlefield.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/08\/10\/world\/europe\/ukraine.html?_r=1\">New York Times<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Interessant, dass selbst die pro-russischen Separatisten nicht an eine milit&auml;rische Intervention Russland glauben. Und ersch&uuml;tternd, dass die ultrarechten Kr&auml;fte in der Ukraine nun &uuml;ber schwerbewaffnete Verb&auml;nde verf&uuml;gen. Die Bundesregierung scheint das aber in ihrer Unterst&uuml;tzung des Kiewer Oligarchenregimes nicht zu st&ouml;ren.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gabor Steingart: Die Renaissance der Feindbilder<\/strong><br>\nAmerikaner und Russen wissen beide, wie man ein Festival der Propaganda feiert, kommentiert Gabor Steingart vom Handelsblatt f&uuml;r den DLF. Beide h&auml;tten st&auml;ndig den Finger am Abzug. Und die Deutschen w&uuml;rden dieses Spiel in der Ukraine-Krise mitspielen. Es werde geistig mobil gemacht gegen alles, was gestern noch als Voraussetzung f&uuml;r ein friedliches Miteinander in Europa galt&hellip;.<br>\nDer Schwarze Mann hei&szlig;t in diesem Fall Wladimir Putin und ist gew&auml;hlter russischer Pr&auml;sident. Als solcher ist er gut geeignet f&uuml;r eine Charakter-Attacke. Denn: Sein Umgang mit der Opposition ist, ohne Zweifel, autorit&auml;r, die Vetternwirtschaft mit den Oligarchen entspricht nicht unserer Vorstellung von Marktwirtschaft, der Einmarsch auf der Krim war &ndash; trotz Volksabstimmung &ndash; ein Akt wider das V&ouml;lkerrecht. Nichts davon wird also je unseren Beifall finden. Auf diesen berechtigten Vorw&uuml;rfen baut die Charakter-Attacke auf: Sie macht aus einem k&uuml;hl kalkulierenden Machtpolitiker einen instinktgetriebenen Aggressor, einen politischen Primitivling, der Russlands alte Gr&ouml;&szlig;e mit Gewalt wieder herstellen will und dabei &uuml;ber Leichen geht. Eine erregte &Ouml;ffentlichkeit traut Putin pl&ouml;tzlich alles zu: Die Volksabstimmung auf der Krim &ndash; gef&auml;lscht. Der Hilfskonvoi f&uuml;r die Ost-Ukraine &ndash; ein getarnter Milit&auml;rangriff. Der Abschuss des malaysischen Flugzeugs &ndash; eine vom Kreml angeordnete Tat. Es darf fantasiert werden auf Teufel komm raus&hellip;<br>\nDabei ist nahezu die gesamte Lernerfahrung seit dem Ende des Kalten Krieges eine friedvolle: Rund die H&auml;lfte der damaligen sowjetischen Bev&ouml;lkerung hat mittlerweile den Einflussbereich des Kremls verlassen &ndash; darunter Litauer, Letten, Esten, Georgier, Kasachen, Moldawier und nun die Ukrainer &ndash; ohne dass seitens der gekr&auml;nkten Weltmacht zum &Auml;u&szlig;ersten gegriffen wurde. Aber wer das sagt, will verharmlosen. Auch die DDR, wir erinnern uns, wurde in die Freiheit entlassen, ohne dass ein einziger Schuss fiel. Alles Nostalgie, sagen nun die Scharfmacher und die Scharfgemachten. Dabei w&auml;re es f&uuml;r Deutschland deutlich bek&ouml;mmlicher, wieder zur Realpolitik zur&uuml;ckzufinden. Wir sind den westlichen Werten verpflichtet, aber dazu geh&ouml;ren eben auch Nachdenklichkeit und die Lust am eigenst&auml;ndigen Denken. Wir sind die Freunde der Amerikaner, aber nicht ihre Vasallen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ukraine-konflikt-die-renaissance-der-feindbilder.858.de.html?dram:article_id=294769\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die Guten und die B&ouml;sen &ndash; Ansichten eines Putinverstehers<\/strong><br>\nDie Staatskassen waren bei Putins Amts&uuml;bernahme 1999 leer, die Auslandsschulden hatten sich bedrohlich angeh&auml;uft, der Staatsapparat funktionierte nicht mehr, das Sozialsystem war zusammengebrochen, die Kriminalit&auml;t hatte be&auml;ngstigende Formen angenommen, Clans und Oligarchen k&auml;mpften um die letzten verbliebenen Filetst&uuml;cke einstigen Staatseigentums und islamistische Separatisten aus Tschetschenien trugen den Bombenterror bis nach Moskau. Kurz: Nach kaum acht Jahren lief die &ldquo;Befreiung vom Kommunismus&rdquo; f&uuml;r Russland auf eine unendliche Katastrophe hinaus. Es waren nicht Meinungsfreiheit und Pluralismus, nicht Zivilgesellschaft und Liberalit&auml;t, die der Bev&ouml;lkerung wichtig waren, es war das simple &Uuml;berleben: die Auszahlung von Renten und L&ouml;hnen, die Gesundheitsversorgung, die Sicherheit auf der Stra&szlig;e durch ein Minimum an Recht und Ordnung.<br>\nDass Putin zu diesem Zweck rabiate Mittel einsetzte &ndash; den demokratischen Pluralismus einschr&auml;nkte, das Parlament entm&uuml;ndigte, die Oligarchen unter Kontrolle brachte, die Schl&uuml;sselindustrien wieder in Staatseigentum &uuml;berf&uuml;hrte und einen zentralistisches Pr&auml;sidialsystem schuf &ndash;, wurde und wird von westlicher Seite gern als das Ende des postkommunistischen Aufbruchs in die &ldquo;Freiheit&rdquo; gesehen. F&uuml;r die gro&szlig;e Mehrheit der russischen Bev&ouml;lkerung indessen war es das Ende des unter Gorbatschow und Jelzin entstandenen Chaos, das eine &ldquo;Freiheit&rdquo; gebracht hatte, die vor allem durch sozialen Niedergang gekennzeichnet war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42539\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>&bdquo;Mehr Verantwortung in der Welt&ldquo;? &ndash; Eine Antwort an den SPIEGEL<\/strong><br>\nDas musste wohl kommen. Der SPIEGEL weist der deutschen Au&szlig;enpolitik den Weg, fordert &bdquo;mehr Verantwortung in der Welt&ldquo; und weniger Menschlichkeit gleich mit.<br>\nW&ouml;rtlich: &bdquo;Menschlichkeit ist ein Faktor der Au&szlig;enpolitik, sollte jedoch nicht entscheidend sein. (&hellip;) Im deutschen Interesse ist eine stabile Welt.&ldquo; Klingt so provokant wie es meiner Meinung nach falsch ist. Was anderes au&szlig;er Menschlichkeit sollte das vorrangige Ziel deutscher (Au&szlig;en-)Politik sein? Nicht als r&uuml;hrseliger Kitsch sondern als humanistisches Postulat: Der Mensch im Zentrum allen Handelns und nicht ein abstrakter Ordnungsbegriff, der sich als seelenlose H&uuml;lle &uuml;ber alles st&uuml;lpen l&auml;sst, was als globaler St&ouml;rfaktor definiert wird. Der Spiegel segelt im Fahrwasser des steinmeierschen Paradigmenwechsels &ndash; und treibt dabei ab in au&szlig;enpolitische Untiefen, die mehr sind als reine Rhetorik. Wer sich von Menschlichkeit als DER Leitidee f&uuml;r politisches Handeln verabschiedet, wie h&auml;tte der in Ruanda f&uuml;r eine Intervention pl&auml;dieren k&ouml;nnen? Zynisch gesprochen kann auch ein V&ouml;lkermord mehr Stabilit&auml;t schaffen; die perverse Idee &bdquo;ethnischer S&auml;uberungen&ldquo; zielt sogar darauf ab. Vor allem aber: Wer Menschlichkeit nur noch zu einem &bdquo;Faktor&ldquo; unter anderem erkl&auml;rt, verabschiedet sich damit auch vom Primat einer friedlichen Konfliktl&ouml;sung, weil sich das Friedfertige vom Menschlichen eben nicht l&ouml;sen l&auml;sst. Milit&auml;rische L&ouml;sungsszenarien m&uuml;ssen aber stets ultima ratio bleiben, soll Au&szlig;enpolitik nicht zu einem weltpolizeilichen Instrumentarium degenerieren, in dem allgemeine Stabilit&auml;tserw&auml;gungen zur Generalklausel f&uuml;r deutsche Waffeng&auml;nge werden. Um dabei nicht missverstanden zu werden: Es geht nicht um humanit&auml;re Interventionen &aacute; la George W. Sondern um einen m&ouml;glichst engen Erlaubniskorridor f&uuml;r milit&auml;risches Eingreifen. In dem nicht das au&szlig;enpolitische Gewicht des Handelnden oder ordnungspolitische Erw&auml;gungen entscheidend sind, sondern die Not der Menschen und die Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit der Mittel. In diesem Sinne hie&szlig;e mehr Verantwortung dann vor allem: Mehr Zur&uuml;ckhaltung!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/monitor.wdr\/posts\/755528734486069%27?_fb_noscript=1\">Monitor via Facebook<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Waffenlieferungen\/Nordirak<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Das feine Gesp&uuml;r der &Ouml;ffentlichkeit<\/strong><br>\nDie Bundesregierung k&uuml;ndigt die Lieferung von Kriegsger&auml;t in den Irak an. Anlass ist der Vormarsch der Terrororganisation &ldquo;Islamischer Staat&rdquo; (IS), den die Streitkr&auml;fte der kurdischen Regionalregierung im Nordirak als Bodentruppen im Verein mit der US-Luftwaffe aufhalten sollen. Berlin wird ab Mitte dieser Woche vermutlich Fahrzeuge, Nachtsichtger&auml;te und Schutzkleidung in den Nordirak transportieren. Die Lieferung t&ouml;dlicher Waffen ist noch nicht beschlossen, st&ouml;&szlig;t aber in Regierungskreisen immer mehr auf Zustimmung. Dar&uuml;ber hinaus werden Forderungen laut, die Bundeswehr solle sich an Milit&auml;rschl&auml;gen gegen den IS beteiligen. Experten verweisen darauf, dass solche Luftschl&auml;ge und die Aufr&uuml;stung der irakisch-kurdischen Streitkr&auml;fte problemlos von den Vereinigten Staaten erledigt werden k&ouml;nnten; es sei jedoch angebracht, &ldquo;ein Signal an die USA&rdquo; zu senden, man sei zu milit&auml;rischen Aktivit&auml;ten in der &ldquo;Nachbarschaft&rdquo; der EU bereit. Derlei Aktivit&auml;ten vor allem in Nordafrika und Mittelost geh&ouml;ren zu den Zielen einer Kampagne aus dem Berliner Establishment, die auch von Bundespr&auml;sident Gauck vorangetrieben wird. Sie zielt auf einen st&auml;rkeren deutschen Einfluss unter anderem in Mittelost&hellip;<br>\nPolitisch&rdquo; sei es jedoch &ldquo;durchaus wichtig, dass die Europ&auml;er ihre Unterst&uuml;tzung bei den Luftangriffen und bei der Aufr&uuml;stung der kurdischen Armee anbieten&rdquo;. Immerhin sei &ldquo;die Nachbarschaft der Europ&auml;er betroffen&rdquo;: &ldquo;Die Europ&auml;er k&ouml;nnten zeigen, dass sie sich um ihre Nachbarschaft im S&uuml;dosten genauso k&uuml;mmern wie um die im Osten.&rdquo; Ein deutsch-europ&auml;isches Eingreifen gegen den IS w&auml;re &ldquo;ein Signal an die USA&rdquo;, dass man zu st&auml;rkeren eigenen Aktivit&auml;ten bereit sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58927\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Deutsche Waffenfirmen hoffen auf den Irak<\/strong><br>\nDrau&szlig;en stehen die Buchstaben &bdquo;BDSV&ldquo;, nur ganz klein folgt die Aufl&ouml;sung: &bdquo;Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie&ldquo;. Es ist die Organisation, die landl&auml;ufig &bdquo;R&uuml;stungslobby&ldquo; hei&szlig;t.<br>\nNormalerweise gibt es hier wenig Publikumsverkehr. Dass man Journalisten empf&auml;ngt, ist ebenfalls relativ neu. Aber die Branche f&uuml;hlt sich in Bedr&auml;ngnis, seit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die deutschen Waffenexporte in alle Welt drosseln will. Oder besser: Er wollte es tun, bis zur vorigen Woche. Dann kam die Debatte &uuml;ber den Vormarsch der islamischen Fundamentalisten im Irak &ndash; und &uuml;ber die Frage, ob Deutschland den bedrohten Kurden Waffen zur Selbstverteidigung liefern soll. In der Bundesregierung will das inzwischen niemand mehr ausschlie&szlig;en, auch Gabriel nicht. &bdquo;Wir k&ouml;nnen nicht zusehen, wie bis an die Z&auml;hne bewaffnete Fanatiker tausende unschuldige Menschen umbringen und deren Verteidiger keine wirksamen Mittel zum Schutz haben&ldquo;, sagt er dem Magazin &bdquo;Spiegel&ldquo;.<br>\nDie R&uuml;stungsbranche registriert es mit Genugtuung. &bdquo;Da sieht man, wie schnell so etwas eintreten kann&ldquo;, sagt Michael Knop. Seit Monatsanfang sitzt er als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Lobbyverbands in der B&uuml;roetage an der Berliner Friedrichstra&szlig;e &ndash; gemeinsam mit dem fr&uuml;heren SPD-Staatssekret&auml;r Georg Wilhelm Adamowitsch, der unter Gabriels Vorg&auml;nger Wolfgang Clement im Wirtschaftsministerium wirkte. Vereint k&auml;mpfen beide f&uuml;r die Interessen einer Branche, die seit dem Ende des Kalten Krieges in der Krise ist. Sie argumentieren mit der deutschen Souver&auml;nit&auml;t, mit den 97.000 Arbeitspl&auml;tzen in den Mitgliedsfirmen &ndash; und damit, dass Deutschland mit umstrittenen Exportl&auml;ndern wie Qatar auch sonst vielf&auml;ltige Gesch&auml;fte mache.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/krauss-maffei-und-co-waffenfirmen-hoffen-auf-den-irak-13101469.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Daran sollte man denken, wenn jetzt so eilfertig auch nach deutschen Waffenlieferungen gerufen wird. Das Schicksal der Menschen im Irak spielt dabei eine sekund&auml;re Rolle.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Spekulanten kommen davon<\/strong><br>\nVon dem urspr&uuml;nglichen Vorhaben der Finanztransaktionssteuer ist nicht viel geblieben: Vorerst sind nur Gesch&auml;fte mit Aktien und Anleihen betroffen.<br>\nEs ist eine m&auml;chtige Idee und ihre Zeit schien gekommen. Nach jahrzehntelangem Werben w&auml;hnten sich Globalisierungskritiker am Ziel, als im Januar 2012 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit dem franz&ouml;sischen Staatspr&auml;sidenten Nicolas Sarkozy vor die Kameras trat. Die beiden konservativen Politiker k&uuml;ndigten die Einf&uuml;hrung der Finanztransaktionssteuer in Europa an. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) zeigte sich so zuversichtlich, dass er zwei Milliarden Euro an Einnahmen in seinen Haushaltsplan einplante.<br>\nZweieinhalb Jahre sp&auml;ter haben die Spekulanten keinen einzigen Cent in die deutsche Staatskasse eingezahlt. In einer Studie zeichnet der Wissenschaftler Stephan Schulmeister vom &Ouml;sterreichischen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (Wifo) den Erfolg der Finanzlobby nach. Mit einer gezielten Kampagne habe sie das Projekt demoliert. Offiziell h&auml;lt Sch&auml;uble am Start 2016 fest.<br>\nDoch die Steuer, die nun im Gespr&auml;ch ist, hat mit dem urspr&uuml;nglichen Vorhaben nicht viel gemein. Einf&uuml;hren wollen sie bestenfalls elf von 28 Euro-Staaten. Das ist noch ein verst&auml;ndliches Zugest&auml;ndnis. M&uuml;ssten alle mitmachen, k&ouml;nnte Gro&szlig;britannien mit dem Finanzplatz London alle anderen ausbremsen. Doch auch inhaltlich schrumpfte das Vorhaben zusammen. Eigentlich soll die Abgabe alle Finanzgesch&auml;fte erfassen und mit einem kleinen Tarif belasten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft\/finanztransaktionssteuer-nur-eine-light-version,10808230,28145834.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Langsam bleibt einen nur die Resignation. War jemals etwas anderes zu erwarten gewesen, als dass die Politik vor der Macht der Finanzindustrie einknickt?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: The Struggle Over the Financial Transactions Tax &ndash; A Politico-economic Farce<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wifo.ac.at\/publikationen\/working_papers?detail-view=yes&amp;publikation_id=47272\">Wifo<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Skandal um Esp&iacute;rito Santo erfasst Gro&szlig;bank Credit Suisse<\/strong><br>\nIm Skandal um die zusammengebrochene portugiesische Banco Esp&iacute;rito Santo steht nun die Schweizer Gro&szlig;bank Credit Suisse Group im Fokus. Sie soll mitgeholfen haben, Schulden der Esp&iacute;rito-Konzerngruppe zu verkaufen. Damit h&auml;tte sie zum Niedergang der zweitgr&ouml;&szlig;ten portugiesischen Bank beigetragen.<br>\nCredit Suisse b&uuml;ndelte Wertpapiere bestimmter Anlagevehikel aus Steueroasen, die dann an Privatkunden der Banco Esp&iacute;rito Santo verkauft wurden.<br>\nVielen dieser Kunden war jedoch nicht bewusst, dass diese Anlageprodukte gespickt waren mit den Schulden verschiedener Esp&iacute;rito-Santo-Unternehmen. Wie aus Konzernunterlagen und Gespr&auml;chen mit Personen aus dem Umfeld der portugiesischen Ermittlungen hervorgeht, dienten die Anlagevehikel offensichtlich dazu, das Firmenimperium der Familie Esp&iacute;rito Santo zu finanzieren. Es ist unklar, ob die Credit Suisse direkt am Verkauf der Wertpapiere an die Kunden der Bank Esp&iacute;rito Santo beteiligt war und wenn ja, in welcher Weise.<br>\nDie dubiosen Investmentprodukte stehen inzwischen im Zentrum des ausufernden Finanzskandals. Anfang August hatte die portugiesische Regierung die Banco Esp&iacute;rito Santo mit Staatsgeld gerettet und aufgespalten. Andere Tochterfirmen der Esp&iacute;rito Santo Group haben nach Betrugsvorw&uuml;rfen und offenkundigen Bilanzierungproblemen Bankrott angemeldet. Die Enth&uuml;llungen haben den portugiesischen Aktienmarkt ersch&uuml;ttert und nach Ansicht von Analysten das Vertrauen in die europ&auml;ische Bankenbranche ausgeh&ouml;hlt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wsj.de\/article\/SB10001424052970204392504580098354252046266.html?mod=trending_now_1\">Wall Street Journal<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Freihandelsabkommen<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>CETA nimmt Demokratie in Geiselhaft<\/strong><br>\nMaude Barlow ist schockiert. Die kanadische Tr&auml;gerin des Alternativen Nobelpreises hat den geleakten Text von CETA gesehen und sagt: &ldquo;Er beseitigt, was an demokratischer Regierungsf&uuml;hrung noch &uuml;brig ist.&rdquo; Tief besorgt bittet sie Europa, das Abkommen abzulehnen.<br>\nDie Kanadierin spricht aus bitterer Erfahrung: Vor 20 Jahren schloss Kanada mit den USA und Mexiko das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA ab. CETA werde f&uuml;r Europa &auml;hnlich negative Konsequenzen haben wie NAFTA f&uuml;r die Kanadier, warnt Maude Barlow, die weltweit f&uuml;r ihren Einsatz f&uuml;r das Grundrecht auf Wasser bekannt wurde:<br>\n&bdquo;Weil Europ&auml;ern ihre &ouml;ffentliche Versorgung, Konsumentenrechte, sichere Nahrungsmittel und der Schutz ihrer nat&uuml;rlichen Ressourcen wichtig ist, sollten sie einen langen, harten und kritischen Blick auf CETA werfen. F&uuml;r Kanada waren die Auswirkungen von NAFTA dramatisch. Die gr&ouml;&szlig;te Gefahr geht von Investor-Staat-Schiedsstellen aus. Kanada lebt seit 20 Jahren mit einer &auml;hnlichen Bestimmung und kann die zutiefst undemokratische Natur dieses Privilegs f&uuml;r Unternehmen bezeugen. Kanadas S&uuml;&szlig;wasser-Vorr&auml;te sind direkt betroffen.&ldquo;<br>\nDas NAFTA-Abkommen gibt &ndash; ebenso wie CETA &ndash; Konzernen die M&ouml;glichkeit, Staaten vor privaten Schiedstellen auf Entsch&auml;digung zu verklagen, wenn Gesetze ihre Gewinne schm&auml;lern. Kanada wurde schon mehrfach Zielscheibe solcher Erpressungen: So wurde einer amerikanischen Firma, S.D Myers, nachdem Kanada den Handel mit PCBs verboten hatte, mehr als acht Millionen Dollar aus Steuermitteln als Entsch&auml;digung zugestanden. Die kanadische Firma Lone Pine Resources verlagerte ihren Sitz eigens in die USA, um gegen ein Fracking-Verbot in der kanadischen Provinz Quebec zu klagen. Forderung: 250 Millionen Dollar. Der Pharmakonzern EliLilly will sogar 500 Millionen Dollar vom kanadischen Staat, weil dessen Oberster Gerichtshof zwei Patente annullierte, da die Pr&auml;parate nachweislich unwirksam waren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.campact.de\/2014\/08\/ceta-nimmt-demokratie-in-geiselhaft\/?utm_source=post-facebook&amp;utm_medium=social&amp;utm_term=ceta+nimmt+demokratie+in+geiselhaft&amp;utm_content=blog&amp;utm_campaign=%2Fceta\">campact<\/a><\/li>\n<li><strong>Investment ohne angemessenen Profit kann als &ldquo;indirekte Enteignung&rdquo; gewertet werden<\/strong><br>\nDer in Englisch vorliegende fertig ausgehandelte Text des CETA-Handelsabkommens (PDF) wurde am 1. August 2014 schnell zusammengestellt, damit er am 5. August der Bundesregierung und den anderen 27 EU-Regierungen und der kanadischen Regierungen f&uuml;r etwaige Einspr&uuml;che &uuml;bermittelt werden konnte &mdash; gerade noch rechtzeitig, bevor das Abkommen am 25. September 2014 vom kanadischen Premierminister Stephen Harper und EU-Kommissionspr&auml;sidenten Jos&eacute; Manuel Barroso w&auml;hrend eines EU-Kanada-Gipfels in Ottawa offiziell vorgestellt werden soll. Er enth&auml;lt noch kein Inhaltsverzeichnis, muss noch juristisch &uuml;berarbeitet und in die EU-Sprachen &uuml;bersetzt werden. Da der geleakte Vertragstext in seiner L&auml;nge von 519 Seiten und seinem Juristenenglisch schwer lesbar ist, wurde das Brisanteste dieses Fachchinesisch textnah zusammengefasst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42548\/1.html\">heise.de<\/a><\/li>\n<li><strong>TTIP muss verhindert werden<\/strong><br>\nDie F&uuml;lle von vorhandenen und anstehenden Handelsvertr&auml;gen bringt selbst manchen Gutwilligen, und das hei&szlig;t: Globalisierungskritiker, beim TTIP zu der Frage: Was soll die Aufregung, das gibt es doch schon alles? Doch sind TTIP und das auf der pazifischen Seite von den USA gleichzeitig betriebene TPPA (Transpazifische Partnerschaftsabkommen, heute in der Regel nur noch TPP) nicht blo&szlig; eine Fortf&uuml;hrung der bisherigen reaktion&auml;ren Liberalisierung des Welthandels. Es handelt sich um einen h&ouml;chst gef&auml;hrlichen Quantensprung.<br>\nZwar gibt es viele FTAs, aber das angestrebte TTIP h&auml;tte ein einmaliges, enormes Gewicht und formuliert einen klaren Anspruch auf die F&uuml;hrungsrolle in der Weltwirtschaft. Die alten Metropolen USA und Europa wollen ihren gro&szlig;en, aber schwindenden Einfluss mit TTIP und TPP stabilisieren und ihre Dominanz unanfechtbar machen. Dies wird das Moment des Konflikts im Rahmen der weltwirtschaftlichen Beziehungen gef&auml;hrlich erh&ouml;hen.<br>\nDass es um globale F&uuml;hrung gehen soll, zeigt sich nicht nur in der Begriffspr&auml;gung von Hillary Clinton, TTIP sei eine &bdquo;&ouml;konomische Nato&ldquo;, sondern auch in den Erkl&auml;rungen der EU-Kommission. Deren Handelskommissar De Gucht formuliert unumwunden, &bdquo;wir werden TTIP nutzen, um Regeln und Standards voranzutreiben, die die Grundlage f&uuml;r zuk&uuml;nftige internationale Abkommen bilden k&ouml;nnen&ldquo;. Es ginge um &bdquo;die Sicherung der gemeinsamen transatlantischen F&uuml;hrungsposition bei der Entwicklung globaler Normen und Standards&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/das-blaettchen.de\/2014\/08\/ttip-muss-verhindert-werden%E2%80%93-und-wir-koennen-das-auch-29974.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Mobilit&auml;tsarmut: Ghettoisierung der &Uuml;berfl&uuml;ssigen<\/strong><br>\nDie Nachwuchsforscher des Institutes der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit haben soeben eine unglaubliche Entdeckung verk&uuml;ndet: Danach gibt es einen Zusammenhang von Niedrigl&ouml;hnen und Stadtteilunterschieden. In bestimmten Stadtvierteln, so die Jungwissenschaftler, wohnen geh&auml;uft Niedrigl&ouml;hner beziehungsweise Niedrigl&ouml;hner landen bevorzugt in bestimmten Stadtvierteln. Gut, dass das endlich herausgefunden und ausgesprochen worden ist. Und noch eine tolle Erkenntnis haben die Arbeitsmarktforscher gewonnen: &bdquo;Im Ergebnis kann innerst&auml;dtische Einkommenssegregation dazu f&uuml;hren, dass sozio&ouml;konomisch schw&auml;cheren Bewohnern qualitativ schlechtere lokale &ouml;ffentlich Ressourcen und Netzwerke zur Verf&uuml;gung stehen.&ldquo;<br>\nIn Wahrheit sind diese tollen Erkenntnisse so arg neu auch wieder nicht: Friedrich Engels hat da in seinen Mitte des 19. Jahrhunderts erschienenen Untersuchungen zur Lage der Arbeiterklasse in England ziemlich volumin&ouml;s und konkret getextet. Mitte des 20. Jahrhunderts hat dann Lewis Mumford das Thema erneut, wenn auch reichlich gro&szlig;stadtfeindlich, sprich: reaktion&auml;r angepackt und derzeit hei&szlig;t es im avancierten Urbanismus-Diskurs allenthalben: &bdquo;Learning from Favelas&ldquo;. Aber: Warum sollen die jungen Bundesagenturler das Dreirad nicht ruhig noch einmal erfinden?<br>\nDa gibt es tats&auml;chlich ein sehr viel ekelhafteres Thema im gegenw&auml;rtigen Urbanismus-Betrieb: &bdquo;Smart-City&ldquo;. Propagiert wird eine &bdquo;Stadt&ldquo;, in der durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie &bdquo;intelligente&ldquo; L&ouml;sungen f&uuml;r ganz unterschiedliche Bereiche der Stadtentwicklung wie Infrastruktur, Geb&auml;ude, Mobilit&auml;t, Dienstleistungen oder Sicherheit erzielt werden. Jens L&uuml;bbe vom Deutschen Institut f&uuml;r Urbanistik: &bdquo;Hier werden mehr oder weniger unverbl&uuml;mt Interessen global t&auml;tiger Konzerne verfolgt&hellip; St&auml;dte werden dabei als Marktpl&auml;tze der Technologieanwendung begriffen.&ldquo;Dieser neoliberal-technizistische Urbanismus hat es dabei nicht schwer, das bisher in Deutschland noch dominierende sozialstaatlich-biedermeierliche Urbanismus-Leitbild &bdquo;Europ&auml;ische Stadt&ldquo; (Rothenburg o.T. etc.) auszustechen. Dessen Innenstadt-Idylle ist ja bekanntlich l&auml;ngst zur Gentrifizierungs-Ideologie verkommen &ndash; siehe M&uuml;nchen, Frankfurt, Leipzig, Berlin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/das-blaettchen.de\/2014\/08\/mobilitaetsarmut-ghettoisierung-der-ueberfluessigen-29959.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Hartz-IV-Satz bleibt zur&uuml;ck<\/strong><br>\nBis 1990 orientierte sich die H&ouml;he des Sozialhilfesatzes an den Preisen eines Warenkorbes. Er enthielt, was eine Expertengruppe als notwendig f&uuml;r ein Leben in W&uuml;rde erachtete, etwa bestimmte Mengen an Lebensmitteln oder K&ouml;rperpflegeprodukten. Weil die Zusammenstellung stets auf streitbaren Werturteilen beruhte und dem Verfahren h&auml;ufig ein bevormundender Charakter attestiert wurde, trat an die Stelle des Warenkorbmodells das so genannte Statistikmodell. Dabei bemisst sich der Regelsatz der Grundsicherung nicht nach Expertenurteilen, sondern nach dem tats&auml;chlichen Konsumverhalten der Bev&ouml;lkerung&hellip;.<br>\nDie H&ouml;he eines soziokulturellen Existenzminimums ist von gesellschaftlichen Standards abh&auml;ngig, die mit dem Statistikmodell erfasst werden k&ouml;nnen, so die Wissenschaftler. Wenn zur Berechnung des Regelsatzes jedoch eine Bezugsgruppe herangezogen wird, die selbst von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgeh&auml;ngt ist, sinkt das Existenzminimum &ndash; relativ gesehen &ndash; immer weiter. Als Referenzgruppen zur Regelsatzbestimmung dienen nach aktueller Gesetzeslage die unteren 15 Prozent &ndash; statt der vormals &uuml;blichen unteren 20 Prozent &ndash; der nach dem Einkommen sortierten Alleinstehenden, die nicht selbst auf Hartz IV angewiesen sind. Bei Familien mit Kindern sind es die unteren 20 Prozent.<br>\nDa der Referenzhaushaltstyp der Alleinstehenden eine nur unterdurchschnittliche Position in der Gesamtverteilung erreicht, w&auml;re hier ein breiterer Referenzeinkommensbereich zweckm&auml;&szlig;ig&hellip;<br>\nTats&auml;chlich kann der Gesetzgeber aufgrund &bdquo;normativer Setzungen&ldquo; bestimmte Konsumkategorien aber f&uuml;r irrelevant erkl&auml;ren. Er tut das zum Beispiel bei Tabakwaren und alkoholischen Getr&auml;nken, Schnittblumen oder chemischer Reinigung. Diese M&ouml;glichkeit f&uuml;hrte &ndash; in Kombination mit der ver&auml;nderten Abgrenzung der Bezugsgruppe &ndash; dazu, dass der Regelsatz bei der Neuregelung 2011 kaum stieg&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/46683_46692.htm\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Gabriel: Privates Geld f&uuml;r Stra&szlig;en<\/strong><br>\nWirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) setzt bei den notwendigen Milliardeninvestitionen f&uuml;r den Stra&szlig;enbau auf private Investoren. &ldquo;Wir m&uuml;ssen dringend &uuml;ber neue Modelle reden, wie wir privates Kapital mobilisieren k&ouml;nnen, um die &ouml;ffentliche Infrastruktur zu verbessern&rdquo;, sagte Gabriel der &ldquo;M&auml;rkischen Allgemeinen&rdquo;. So k&ouml;nnte die Politik Lebensversicherungskonzernen attraktive Angebote machen, damit diese sich an der Finanzierung der &ouml;ffentlichen Infrastruktur beteiligten. Wegen der niedrigen Zinsen suchten Versicherer nach lukrativeren Anlagem&ouml;glichkeiten f&uuml;r ihr Kapital.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/wirtschaft\/gabriel-privates-geld-fuer-strassen-aid-1.4459611\">rp-online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Gabriel arbeitet weiter flei&szlig;ig am Projekt 18 Prozent. Inzwischen ist mehrfach nachgewiesen, dass sogenannte Public Privat Partnership (PPP) die &ouml;ffentliche Hand immer mehr kostet als wenn durch diese die Vorhaben selbst durchgef&uuml;hrt werden. So kam etwa der Bundesrechnungshof zum Ergebnis, dass privat gebaute Autobahnen erheblich teurer seien, als eine &ouml;ffentliche Finanzierung (siehe unten).<\/em><br>\n<em>Dies ist wohl der erste Schritt in die Richtung der neuen SPD-Strategie mehr die Interessen der Wirtschaft in den Focus zu stellen, sprich Privatunternehmen und damit letztendlich den Verm&ouml;gensbesitzern sch&ouml;ne Renditem&ouml;glichkeiten auf Kosten der Allgemeinheit zu er&ouml;ffnen. Zugleich zeigt dies wieder die reichliche Beschr&auml;nktheit von Gabriel. Weshalb ben&ouml;tigt man unbedingt privates Kapital f&uuml;r die Verbesserung der &ouml;ffentlichen Infrastruktur? Hat Gabriel schon einmal dar&uuml;ber nachgedacht warum die &ouml;ffentlichen Mittel f&uuml;r die Instandhaltung der Infrastruktur nicht ausreichen? W&uuml;rden hier die gro&szlig;en Verm&ouml;gen angemessen besteuert, g&auml;be es eine saubere Regelung der Erbschaftssteuer, w&uuml;rde die Steuerhinterziehung konsequent bek&auml;mpft und w&uuml;rde man Abstand nehmen von der Austerit&auml;tspolitik, besser bekannt als Schuldenbremse, die auch mit den Stimmen der SPD in den Verfassungsrang erhoben wurde, g&auml;be es keine Finanzierungsprobleme.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Niedergang einer Kunstfigur<\/strong><br>\nDie Haderthauer im Dirndl, die sollte es eigentlich nur in Ausnahmef&auml;llen geben. Das hatten die am Projekt H Beteiligten einst festgelegt. Damals, vor knapp zehn Jahren, angeschoben von Erwin Huber, jenem mittlerweile abgehalfterten CSU-Niederbayern, als er noch Vorsitzender der CSU war. Seine &Uuml;berlegungen erschienen vielen in der Partei einleuchtend, geradezu genial.<br>\nAuf dem Land lastete seinerzeit ein gewaltiger Migrationsdruck. Fachkr&auml;fte f&uuml;r den Sozialbereich, die Automobil- und Elektroindustrie str&ouml;mten aus dem nichtbayerischen Deutschland in den Freistaat. Hubers Plan sah vor, eine Kunstfigur zu erschaffen, mit der es m&ouml;glich sein sollte, diese nichtbayerischen Menschen an die Staatspartei zu binden.<br>\nMan begab sich also ins Labor und schuf Christine Haderthauer. Und so wurde im Jahr 2007 eine Frau zur Generalsekret&auml;rin der CSU, die in Schleswig-Holstein als Christine Cuntze geboren wurde und nur einen Teil ihrer Kindheit in Bayern verbracht hat. Die Haderthauer galt schnell als Sensation, als beste Erfindung der CSU, seit die Partei den wei&szlig;-blauen Himmel &uuml;ber Bayern aufgeh&auml;ngt hat. Man war sich zwar nicht ganz sicher, ob das mit dem Implantieren des bayerischen Humors geklappt hat, freute sich aber umso mehr, dass immer ein paar Leute gelacht haben, wenn sie gesagt hat: &bdquo;Ich habe einen norddeutschen Migrationshintergrund.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!144304\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Ferguson<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>A Movement Grows in Ferguson<\/strong><br>\n[&hellip;] The conversation here has shifted from the immediate reaction to Michael Brown&rsquo;s death and toward the underlying social dynamics. Two men I spoke with pointed to the disparity in education funding for Ferguson and more affluent municipalities nearby. Another talked about being pulled over by an officer who claimed to smell marijuana in the car as a pretense for searching him. &ldquo;I&rsquo;m in the United States Navy,&rdquo; he told me. &ldquo;We have to take drug tests in the military so I had proof that there were no drugs in my system. But other people can&rsquo;t do that.&rdquo; Six black men I spoke to, nearly consecutively, pointed to Missouri&rsquo;s felon-disfranchisement laws as part of the equation. &ldquo;If you&rsquo;re a student in one of the black schools here and you get into a fight you&rsquo;ll probably get arrested and charged with assault. We have kids here who are barred from voting before they&rsquo;re even old enough to register,&rdquo; one said. Ferguson&rsquo;s elected officials did not look much different than they had years earlier, when it was a largely white community.<br>\nFerguson had, instead, recently seen two highly visible African-American public officials lose their jobs. Two weeks before Brown was shot, Charles Dooley, an African-American who has served as St. Louis County Executive for a decade, lost a bitter primary election to Steve Stenger, a white county councilman, in a race that, whatever the merits of the candidates, was seen as racially divisive. Stenger lobbed allegations of financial mismanagement and incompetence, and worse. Bob McCulloch, the county prosecutor appeared in an ad for Stenger, associating Dooley with corruption; McCulloch would also be responsible for determining whether to charge Darren Wilson. In December, the largely white Ferguson-Florissant school board fired Art McCoy, the superintendent, who is African-American. Those who were gathered at the QuikTrip parking lot on Saturday were as inclined to talk about the underlying political issues as they were about the hail of bullets that ended Brown&rsquo;s life.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.newyorker.com\/news\/news-desk\/movement-grows-ferguson\">The New Yorker<\/a><\/li>\n<li><strong>Nach f&uuml;nf Tagen greift endlich Pr&auml;sident Obama die Wut auf<\/strong><br>\nDer Tod des jungen Afroamerikaners Michael Brown in Ferguson, einer Vorstadt von St. Louis, durch eine Polizeikugel bringt die ganze Woche lang emp&ouml;rte Menschen auf die Stra&szlig;e. Jetzt nimmt die Politik Notiz und schickt als Erstes die Ortspolizei nach Hause. F&uuml;r die 21.000 Einwohner von Ferguson am Rand der Millionenstadt St. Louis ist die offiziell vor f&uuml;nfzig Jahren abgeschaffte Segregation bis heute Alltag: 70 Prozent der Bev&ouml;lkerung sind Afroamerikaner, aber die &ouml;rtlichen W&uuml;rdentr&auml;ger sind ganz &uuml;berwiegend wei&szlig;. Nur 3 von 53 Polizeibeamten sind afroamerikanisch. In den zur&uuml;ckliegenden Tagen ist diese &ouml;rtliche Polizei in Kampfuniformen auf Panzerwagen in den Ort gefahren, hat mit Tr&auml;nengas, Gummigeschossen und anderen Kalibern auf Demonstranten und Pl&uuml;nderer geschossen und Dutzende von Menschen festgenommen. Darunter auch zwei Journalisten, die f&uuml;r die Washington Post und die Huffington Post arbeiten. Die Polizei beschoss auch ein Filmteam von al-Dschasira mit Tr&auml;nengas. Ferguson ist einer von Hunderten Orten, deren Polizei gratis vom Pentagon mit &uuml;bersch&uuml;ssigem Kriegsger&auml;t aufger&uuml;stet wird, darunter minenfeste Panzerwagen und Granatwerfer. Insgesamt hat das Pentagon seit 1997 durch das &ldquo;Programm 1033&rdquo; Kriegswaffen im Wert von 4,3 Milliarden Dollar der Polizei untergejubelt, 450 Millionen davon im vergangenen Jahr. Urspr&uuml;nglich wurde das mit dem &ldquo;Krieg gegen die Drogen&rdquo; begr&uuml;ndet, nach den Attentaten vom 11. September bekam es eine zus&auml;tzliche Aufwertung. Aber B&uuml;rgerrechtsgruppen wie die ACLU kritisieren schon lange, dass die schweren Waffen auch eine Ver&auml;nderung der Polizeimentalit&auml;t bewirkten. &ldquo;Sie betrachten die Gemeinden, die sie sch&uuml;tzen sollen, als Feinde&rdquo;, sagt Kara Dansky von der ACLU.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2014%2F08%2F16%2Fa0140&amp;cHash=fb4eb8035af8a8c932c70930040f38cc\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Paul Krugman &ndash; Warum wir Kriege f&uuml;hren<\/strong><br>\nEin Jahrhundert ist vergangen seit dem Beginn des Ersten Weltkriegs, den viele seinerzeit als &ldquo;den Krieg, der alle Kriege beendet&rdquo; bezeichneten. Leider gab es aber immer wieder Kriege. Und da die Nachrichten aus der Ukraine tagt&auml;glich be&auml;ngstigender werden, scheint es ein guter Moment zu sein, zu fragen, warum. Fr&uuml;her wurden Kriege zum Spa&szlig; gef&uuml;hrt und wegen des Profits; als Rom Kleinasien &uuml;berrannte oder Spanien Peru eroberte, ging es um Gold und Silber. Und das passiert noch immer. Der Oxford-&Ouml;konom<br>\nPaul Collier hat in einer bedeutenden Forschungsarbeit, die von der Weltbank gef&ouml;rdert wurde, gezeigt, dass der beste Indikator f&uuml;r einen B&uuml;rgerkrieg, wie er in armen L&auml;ndern allzu verbreitet ist, das Vorhandensein leicht zu erbeutender Ressourcen ist, wie z. B. Diamanten. Jedwede andere, von den Rebellen f&uuml;r ihre Taten vorgebrachten Gr&uuml;nde scheinen in erster Linie nachtr&auml;gliche Rechtfertigungen zu sein. Krieg war und ist in der vorindustriellen Welt noch immer mehr ein Wettstreit zwischen kriminellen Familien dar&uuml;ber, wer die Gesch&auml;fte im Griff hat, als ein Kampf um Prinzipien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2014\/08\/18\/opinion\/paul-krugman-why-we-fight.html\">New York Times<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die USA machen es ihren Freunden so schwer<\/strong><br>\nNach 15 Jahren Leben und Arbeit in den Vereinigten Staaten nimmt unser Korrespondent Abschied von seiner Wahlheimat. Seine Bilanz: Die USA haben sich nach den Anschl&auml;gen leider zum Nachteil ver&auml;ndert.<br>\nAmerika war gut zu mir und gro&szlig;z&uuml;gig. Es schenkte mir die Geburt der dritten Tochter, vier Pr&auml;sidentschaftswahlk&auml;mpfe und acht Kilo Gewichtszunahme durch alternativloses Autofahren. Es nahm mir Nikotinsucht, Eurozentrismus und den Glauben, die USA k&ouml;nnten nach 9\/11 wieder so entspannt selbstbewusst werden wie je. [&hellip;]<br>\nEinvernehmen unter Freunden aller politischer Farben fand ich am Ende nur in einem Befund: Amerika hat sich nach den Anschl&auml;gen zu seinem Nachteil ver&auml;ndert: es ist verh&auml;rtet, wo es einst gastfreundlich war, es ist geschw&auml;cht, wo es sich ein Jahrhundert lang sicher f&uuml;hlte in der Pax Americana. Die unersetzliche Supermacht ist geschrumpft. Sie neigt zu einem nie gekannten Kleinmut. Und es schmerzt, sie so zu sehen.<br>\nDies ist kein subjektiver Befund eines Ausl&auml;nders. Ende Juni fiel das Ansehen Barack Obamas auf einen neuen Tiefststand in seiner Pr&auml;sidentschaft. Eine deutliche Mehrheit der W&auml;hler glaubt, Obama f&uuml;hre nicht und versage (&ldquo;Cant&rsquo;t get the job done&rdquo;). Die Umfragewerte des Pr&auml;sidenten sind andererseits noch fabelhaft gegen die Verachtung f&uuml;r das Parlament. Nur noch sieben Prozent der B&uuml;rger haben noch &ldquo;eine Menge&rdquo; oder &ldquo;recht viel&rdquo; Zutrauen in den Kongress. Lahmer war nie ein Pr&auml;sident so bald nach einer gl&auml;nzenden Wiederwahl.<br>\nNie im vergangenen Vierteljahrhundert war eine Mehrheit der W&auml;hler so unzufrieden mit dem eigenen Abgeordneten. Politiker sacken endg&uuml;ltig auf das miserable Ansehen von Rechtsanw&auml;lten, Journalisten und Gebrauchtwagenh&auml;ndlern. Drei Berufsgruppen genie&szlig;en noch Zustimmungswerte von &uuml;ber 50 Prozent: das Milit&auml;r, die Polizei und Kleinunternehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article131268302\/Die-USA-machen-es-ihren-Freunden-so-schwer.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>There is no Alternative<\/strong><br>\nSzenen wie diese: Ein deutscher Professor unterh&auml;lt sich mit einer deutschen Studentin eine halbe Stunde auf Englisch, bis er, nach einer Gespr&auml;chspause, den Wechsel ins Deutsche vorschl&auml;gt. Erleichtert wird er akzeptiert. Oder diese: Eine deutsche Professorin f&uuml;hrt deutsche Kollegen durch ihre Universit&auml;t. Auf Englisch. Ein israelischer Gast ist auch dabei. Er spricht fl&uuml;ssig Deutsch und wundert sich.<br>\nBeides geschah, das bisher nicht: Eine ganze Universit&auml;t, die M&uuml;nchner TU, will alle ihre Masterstudieng&auml;nge bis 2020 ins Englische transformieren. Ausnahmen sind die Staatsexamensf&auml;cher Medizin und Lehramt. Die Argumente f&uuml;r den Wechsel sind bekannt. Man will sich f&uuml;r ausl&auml;ndische Studenten und Forscher attraktiv machen und Einheimischen den Zugang zum internationalen Arbeitsmarkt erleichtern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/frankfurter-allgemeine-zeitung\/master-nur-noch-auf-englisch-13081582.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Man kann sich dem Fazit des Artikels nur anschlie&szlig;en. Was soll das bitte bringen die Studierenden nicht mehr in ihrer Muttersprache zu unterrichten? Es werden dann Vorlesungen von Dozenten gehalten deren Muttersprache nicht Englisch ist und von Studenten geh&ouml;rt, f&uuml;r die in ihrer Mehrheit, Englisch ebenfalls nicht die Muttersprache ist. Und deren Mehrheit sp&auml;ter vermutlich in deutschsprachigen Unternehmen arbeiten wird. Ob sich TU-Pr&auml;sident Wolfgang Herrmann auch privat mit seiner Familie und mit Freunden nur noch in Englisch unterh&auml;lt?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Interview mit Peter Scholl-Latour: Ich verstehe mich gut mit Ganoven<\/strong><br>\nIm M&auml;rz hat Peter Scholl-Latour dem Tagesspiegel anl&auml;sslich seines 90. Geburtstags ein Interview gegeben, das gro&szlig;en Anklang bei den Lesern fand. Nun ist er gestorben. Lesen Sie hier noch einmal das Gespr&auml;ch &uuml;ber Putin und die Krim, Martini Dry und durchgeschwitzte Matratzen: &ldquo;&hellip; Eine am&uuml;sante Episode. Ich war in Donezk und wohnte in einem Luxushotel, das nat&uuml;rlich Achmetow geh&ouml;rte, dem reichsten Mann der Ukraine. Der fand mich sympathisch und hat mich an seinen Tisch gebeten. Ich bin in Bochum geboren, die haben eine St&auml;dtepartnerschaft mit Donezk. Da sagt der Achmetow: Mensch, werden Sie doch Mitglied in meinem Fu&szlig;ballklub Schachtar! Er hat mir gleich einen Trainingsanzug verpasst, hielt den an einen seiner Leibw&auml;chter, der so gro&szlig; war wie ich. Und neben ihm stand ein Riesenkerl, der nicht besonders intelligent wirkte. Sagt Achmetow: Ich stelle Ihnen Herrn Janukowitsch vor, den k&uuml;nftigen Pr&auml;sidenten der Ukraine. So l&auml;uft das da. Im Westen ist es nicht anders: Die Timoschenko, die Gasprinzessin, ist auch eine Oligarchin. &hellip;&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/weltspiegel\/interview-mit-peter-scholl-latour-ich-verstehe-mich-gut-mit-ganoven\/9652136.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nat&uuml;rlich muss man nicht alle Schlussfolgerungen von Peter Scholl-Latour teilen, aber seine Beobachtungen haben oft genug gut informiert. Was den Aufbau und die Pflege von Verbindungen vor Ort &ndash; und das auch an gef&auml;hrlichen Orten &ndash; betrifft, k&ouml;nnen die Heutigen noch einiges lernen. Eine gute M&ouml;glichkeit sich seiner zu erinnern, sind seine Interviews, eher als die zahlreichen Nachrufe. So Ulrich Wickert mit &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/zum-tod-von-peter-scholl-latour-keinem-gefaellig-allen-ein-lehrer-13103121.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">Keinem gef&auml;llig, allen ein Lehrer<\/a>&rdquo; oder J&ouml;rg Seewald mit &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/film\/2014-08\/scholl-latour-nachruf\/komplettansicht\">Die letzte Reise des Weltenerkl&auml;rers<\/a>&ldquo;. Arno Widmann hat mit &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/medien\/peter-scholl-latour-ein-krieger-vor-der-kamera,1473342,28146922.html\">Ein Krieger vor der Kamera<\/a>&rdquo; die Chance verpasst, gegen die tendenzielle Seligsprechung Scholl-Latours in den Medien auch Kritisches einzubringen, da er selbst mit Klischees arbeitet, die er Scholl-Latour vorwirft.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Das Letzte: Wenn der Artikel 5 des Nato-Vertrags &bdquo;mit Leben erf&uuml;llt wird&ldquo;, dann bedeutet das den Tod vieler Menschen, Frau Merkel<\/strong><br>\n&ldquo;Dies ist die Stunde, wo wir zeigen m&uuml;ssen, dass das, was wir im Nato-Vertrag Artikel 5 vereinbart haben, nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Zweifelsfall mit Leben gef&uuml;llt werden muss&rdquo;, sagte Merkel in Riga.<br>\n<a href=\"http:\/\/www.nato.diplo.de\/Vertretung\/nato\/de\/04\/Rechtliche__Grundlagen\/Nordatlantikvertrag.html\">Artikel 5 Nato-Vertrag<\/a> regelt den Einsatz von Waffengewalt im B&uuml;ndnisfall, wenn dieser Artikel &bdquo;mit Leben gef&uuml;llt&ldquo; wird, bringt er also den Tod vieler Menschen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/nato-truppen-in-lettland-merkel-kuendigt-verstaerkte-praesenz-an-a-986783.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-22866","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22866","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=22866"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22866\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28592,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/22866\/revisions\/28592"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=22866"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=22866"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=22866"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}