{"id":2299,"date":"2007-04-30T08:15:41","date_gmt":"2007-04-30T06:15:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2299"},"modified":"2007-04-30T08:15:41","modified_gmt":"2007-04-30T06:15:41","slug":"hinweise-des-tages-381","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2299","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(WL\/KR)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Banken im Visier der Heuschrecken<\/strong><br>\nDie &Uuml;bernahmeschlacht um ABN Amro war nur der Anfang: Die Deutsche Bundesbank h&auml;lt es f&uuml;r m&ouml;glich, dass Hedgefonds schon bald ganze Kreditinstitute &uuml;bernehmen. Der Initiative der Bundesregierung, mit der die so genannten Heuschrecken besser kontrolliert werden sollen, droht unterdessen das Aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-480010,00.html\">SPIEGEL online<\/a><\/li>\n<li><strong>Internationaler Gewerkschafteraufruf zum G8-Gipfel<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/070430_Gewerkschafteraufruf_G8_Ziff2.pdf\">G8 Gewerkschafteraufruf [PDF &ndash; 84 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Kampf gegen Handelsbarrieren<\/strong><br>\nZwei Billionen Euro j&auml;hrlich, so die Kanzlerin in ihrem Internet-Podcast, w&uuml;rden Jahr f&uuml;r Jahr umgesetzt zwischen den EU-Staaten und den USA. &ldquo;Aber wir sind der &Uuml;berzeugung, dieser Handel k&ouml;nnte noch verbessert werden.&rdquo; Durch Deregulierung vor allem und durch Angleichung von Standards.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/thema_des_tages\/?em_cnt=1125444\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das alles erinnert etwas an die Rhetorik und die voreiligen Wachstumsversprechungen des Binnenmarktprojektes. Da etwas liberalisieren, dort etwas deregulieren und schon  bl&uuml;hen die europ&auml;ische Landschaften. Vor lauter &Uuml;berlegungen, wer mit wem Handel treiben soll, ger&auml;t die Frage au&szlig;er Sichtweite, welche Produktion denn unseren Wohlstand aber auch den der anderen sichert. Geschweige denn, dass die Frage gestellt wird, ob denn Ideen, die in &ldquo;Kreisen deutscher und US-amerikanischer Unternehmer geboren&rdquo; wurden, immer dem Gemeinwohl dienen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ergebnisse der SPD-Mitgliederbefragung: SPD-Mitglieder sind f&uuml;r das Gute<\/strong><br>\nF&uuml;r die SPD-Basis hat die Verwirklichung von Gerechtigkeit in der Gesellschaft Vorrang vor allen anderen Werten. F&uuml;r 94 Prozent der Mitglieder quer durch alle Alters- und Berufsgruppen ist dieses Thema sehr wichtig oder wichtig. Nur 66 Prozent Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben f&uuml;r &ldquo;sehr wichtig&rdquo;. F&uuml;r nur knapp die H&auml;lfte (48 Prozent) ist die Anerkennung von Leistung ein SPD-Top-Thema.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=1124513\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/menu\/1712851\/\">SPD Online<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/eintreten.spd.de\/servlet\/PB\/menu\/1712694\/index.html\">Die Ergebnisse der Umfrage<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Bedr&uuml;ckend m&uuml;sste sein, dass nur 40.000 der noch 560.000 verbliebenen SPD-Mitglieder sich an der Befragung beteiligt haben.<br>\nDie Fragen sind so gestellt, dass man eigentlich keines dieser Statements als &bdquo;unwichtig&ldquo; einstufen kann. Entscheidende Fragen, etwa zur Rente mit 67, zur privaten Vorsorge, zu den Arbeitsmarktreformen oder zur Steuergerechtigkeit wurden gar nicht erst gestellt. Eine Rubrik &bdquo;falsch&ldquo; war nicht vorgesehen.<br>\nDie NachDenkSeiten f&uuml;hlen sich mit ihrer Kritik am Entwurf des Grundsatzprogramms durch die Formulierung der Fragen und durch die Umfrageergebnisse best&auml;tigt:<br>\n&bdquo;&Uuml;ber das neue Grundsatzprogramm sind alle froh, jeder in der SPD, wo er auch stehen mag, kann seine Versatzst&uuml;cke aus dem Programm f&uuml;r seine Sonntagsreden holen.<br>\nEs ist eben ein Grundsatzprogramm mit beliebig vielen Grunds&auml;tzen, aber eine sozialdemokratische Linie ist nicht erkennbar &ndash; &bdquo;soziale Demokratie&ldquo; als Bauchladen, der f&uuml;r jeden etwas bietet. Was die SPD au&szlig;er Vertr&ouml;stungen in die Zukunft politisch anpacken will, welche Projekte sie sich vornimmt, dar&uuml;ber erf&auml;hrt man in diesem Grundsatzprogramm viel zu wenig. Die SPD wird mit diesem Programm noch weniger greifbar sein, von dem Programmentwurf ging nicht der geringste Ansto&szlig; f&uuml;r eine &ouml;ffentliche Debatte aus. Er ist schlicht uninteressant &ndash; kein Wunder, dass die SPD in den Umfragen immer weiter absackt.&ldquo;<br>\nDas haben wir am <a href=\"?p=1953\">20. Dezember 2006 auf den NachDenkSeiten<\/a> geschrieben. Mit der Prognose des weiteren Absackens der SPD in den Umfragen lagen wir jedenfalls nicht falsch. Nach der j&uuml;ngsten <a href=\"http:\/\/de.today.reuters.com\/news\/newsArticle.aspx?type=domesticNews&amp;storyID=2007-04-25T094621Z_01_HAG535170_RTRDEOC_0_DEUTSCHLAND-KOALITION-UMFRAGE.xml\">Forsa-Umfrage<\/a> liegt die SPD bei 27%.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Politik darf nicht &Auml;ngste sch&uuml;ren<\/strong><br>\nOttmar Schreiner (SPD) &uuml;ber das angespannte Verh&auml;ltnis zwischen Sozialdemokraten und Gewerkschaften, einen gesetzlichen Mindestlohn sowie notwendige Korrekturen des Regierungskurses.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2007\/17\/07170501.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Scheitern am Ged&ouml;ns-Prinzip<\/strong><br>\nDie SPD leidet, weil sie weiche Themen noch immer nicht besetzt<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/04\/30\/a0161.1\/textdruck\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Falsche Diagnose, falsche Empfehlung: Die SPD leidet, weil ihre Spitzenpolitiker sich als v&ouml;llig inkompetent in makro&ouml;konomischer Politik erwiesen haben, was sie allerdings von anderen Parteien kaum unterscheidet. Die SPD leidet, weil sie einem Aktionismus gefr&ouml;nt hat, der auf den R&uuml;cken der abh&auml;ngig  Besch&auml;ftigten, der Arbeitslosen, der Kranken und Alten betrieben  wurde und  wird. Sie hat im Verein mit den Gr&uuml;nen h&auml;rteste Fakten geschaffen, indem sie der Gesellschaft ein zutiefst inhumanes Menschenbild, welches nur unzul&auml;nglich mir Neoliberalismus umschrieben werden kann, als zentralen Wirkungsmechanismus eben derselben aufgezwungen hat &ndash;  wie es eine CDU\/FDP Koalition nie gewagt h&auml;tte. Sie hat nicht nur mit den W&ouml;lfen geheult, sondern den Wolf in uns allen freigesetzt. Sie hat mit ihren Reformen Hab- und Machtgier eine Form gegeben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>B&uuml;rger misstrauen Privatanbietern<\/strong><br>\nEine deutliche Mehrheit der B&uuml;rger ist dagegen, dass Dienste wie die Kinderbetreuung, die Stra&szlig;enreinigung oder die &ouml;ffentliche Sicherheit von Privatfirmen &uuml;bernommen werden. Das ergab eine FTD-Umfrage zum Thema &ldquo;Sozialstaat&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/192719.html?nv=cd-topnews\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Kein Kranz, kein Blumenstrau&szlig; &ndash; der einsame Tod des Andr&eacute; K. in Speyer spiegelt sich in seinem Grab<\/strong><br>\n&ldquo;B&uuml;rgermeister Hanspeter Brohm hat angek&uuml;ndigt, dass sich der Verwaltungsrat der GfA in seiner n&auml;chsten Sitzung mit diesem Thema befassen wird&rdquo;, so die Antwort die Frage, ob bereits Konsequenzen auf dem tragischen Hungertod gezogen wurden.  Allerdings sehe man seitens der GfA und der Stadt Speyer keine erkennbaren Vers&auml;umnisse in der Betreuung dieser beiden Personen.<br>\nIn ganz Deutschland gab es vor den Gesellschaften f&uuml;r Arbeitsintegration Mahnwachen und Solidarit&auml;tsbekundungen f&uuml;r den Verstorbenen. Vorherrschende Stimmung war Wut und Trauer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/speyer-aktuell.de\/html.php\/modul\/Article\/op\/read\/nid\/8784\/rub\/3\">Speyer Aktuell<\/a><\/li>\n<li><strong>Am rechten Rand w&auml;chst der Widerstand gegen Ursula von der Leyens Pl&auml;ne, die Zahl der Krippenpl&auml;tze zu erh&ouml;hen<\/strong><br>\nEin Geflecht aus Familienlobbyisten, konservativen Kinder&auml;rzten, christlichen Fundamentalisten und Abtreibungsgegnern hat sich gegen die &ldquo;Verstaatlichung unserer Kinder&rdquo; verb&uuml;ndet. Ruft man im Internet die Web-Site des &ldquo;Deutschen Familiennetzwerks&rdquo; auf, st&ouml;&szlig;t man auf rund 60 Organisationen, vom &ldquo;Berufsverband deutscher Laktationsberaterinnen&rdquo; bis zur &ldquo;Familienwehr&rdquo;. Die F&uuml;lle an Gruppen und Gr&uuml;ppchen ist verwirrend, Informationen, wer hinter den einzelnen Organisationen steht, sind sp&auml;rlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/04\/27\/a0088.1\/textdruck\">taz<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Das Netzwerk der christlich konservativen Familiensch&uuml;tzer<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/04\/27\/a0089.1\/textdruck\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Zur Protestaktion um den Reichstag: &bdquo;Die W&uuml;nsche der Wirtschaft sind unantastbar&ldquo;<\/strong><br>\nJunge politische Menschen setzen ein Zeichen vor und in dem Bundestag. Die Betitelung der Aktivisten als &bdquo;Humankapital&ldquo;, das Verstreuen von Geld und das Entrollen von Bannern mit Spr&uuml;chen wie &bdquo;Die W&uuml;nsche der Wirtschaft sind unantastbar&ldquo; sollen verdeutlichen, dass der Bundestag lediglich das Ausf&uuml;hrungsorgan der gro&szlig;en Unternehmen ist und keine freiheitliche, demokratische Institution darstellt. Dieses Bild wird dadurch verst&auml;rkt, dass auf dem Dach des Reichstags der Schriftzug &bdquo;Dem deutschen Volke&ldquo; durch das Banner &bdquo;Der deutschen Wirtschaft&ldquo; ersetzt wird. Ziel dieser Aktion ist es, einen Diskurs anzusto&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/geldoderleben.blogsport.de\/\">Geld oder Leben<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wir machen diesen Hinweis, weil nach unserer Beobachtung &uuml;ber diese Aktion in den meisten Medien eher wie &uuml;ber einen kriminellen Akt oder &uuml;ber die Handlung irgendwelcher Spinner berichtet worden ist. In den meisten Fernsehberichten und fast allen Printmedien wurden die Banner mit der Persiflage der Pr&auml;ambel des Grundgesetzes &bdquo;Die W&uuml;nsche der Wirtschaft sind unantastbar&ldquo; oder die &Uuml;berdeckung des im Reichstag eingemei&szlig;elten Schriftzugs &bdquo;Dem deutschen Volke&ldquo; durch den Spruch &bdquo;Der deutschen Wirtschaft&ldquo; sicherlich bewusst nicht gezeigt. Als hingegen etwa die INSM ihre Aktionen vor dem Reichstag durchf&uuml;hrte oder die privaten Krankenkassen gemietete Demonstranten f&uuml;r ihre Interessen demonstrieren lie&szlig;en, konnte man die Botschaften auf den Bannern deutlich lesen.<br>\nNachDenkSeiten-Leserinnen und &ndash;Leser wissen, dass wir einen Teil der Kritik der Aktivisten teilen, dass wir jedoch auch viele Positionen f&uuml;r eher naiv und unpolitisch halten. Diese unseren Leserinnen und Lesern zur Kenntnis zu geben, halten wir dennoch f&uuml;r unsere Informationspflicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Logik des Herrn Professor Sinn<\/strong><br>\nIfo-Chef Sinn wird wieder einmal durch die Medien gereicht, in der Welt oder im DLF.<br>\nDa nun die Wirtschaft einen leichten Aufschwung nimmt, ohne dass seine &bdquo;Reform&ldquo;-Vorschl&auml;ge umgesetzt sind, muss er um so lauter daf&uuml;r trommeln.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article839566\/Was_ist_bloss_aus_Merkel_geworden.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Statt eines Kommentars lassen wir Sinn f&uuml;r sich selbst sprechen:<br>\n&bdquo;Die Wirtschaft entwickelt sich nun einmal in Zyklen. F&uuml;nf Jahre geht es rauf, f&uuml;nf Jahre runter.&ldquo; Und gegen diese &ouml;konomische &bdquo;Gesetzm&auml;&szlig;igkeit&ldquo; ist der &Ouml;konom Sinn machtlos, weil es in seinem Modell nur &bdquo;strukturelle Reformen&ldquo; zur Verbesserung der Angebotsseite gibt, aber keine aktive Konjunkturpolitik.<br>\nDie SPD habe den &bdquo;Schr&ouml;derschen Kurs beerdigt&ldquo;. Wann fand die Beerdigung statt?<br>\n&bdquo;Die Globalisierung hat Gewinner und Verlierer. Die Verlierer sind die Klientel der SPD.&ldquo; So ist das, wenn sich die SPD um diese Klientel nicht mehr k&uuml;mmert.<br>\nDurch Mindestl&ouml;hne werden &bdquo;viele Menschen dauerhaft aus dem Arbeitsmarkt gedr&auml;ngt.&ldquo; In Deutschland gilt, was in 20 anderen EU-L&auml;ndern offenbar nicht gilt?<br>\nDer Aufschwung erkl&auml;rt sich f&uuml;r Sinn folgenderma&szlig;en: &bdquo;Es ist diese ungew&ouml;hnliche Konstellation der Weltkonjunktur, die alles treibt. Hinzu kommen gewisse Effekte durch die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe. Einst gut gestellte Arbeitslose sind pl&ouml;tzlich bereit, zu niedrigeren L&ouml;hnen zu arbeiten. Dadurch kommt einiges in Bewegung.&ldquo;<br>\n&bdquo;In Deutschland gibt es eine Unterschicht. Die aber hat der Sozialstaat hervorgebracht.&ldquo; In den angels&auml;chsischen L&auml;ndern, die Sinns &ouml;konomische Rezepte befolgen, gibt es also definitionsgem&auml;&szlig; keine Unterschicht?<br>\n&bdquo;Frankreich, das auf dem Entwicklungspfad Richtung Sozialstaat weiter ist als wir, zeigt, was uns bl&uuml;hen k&ouml;nnte: Dort haben wir zwei Jahre hintereinander Herbstkrawalle von arbeitslosen Jugendlichen gesehen.&ldquo; Der franz&ouml;sische Sozialstaat ist also an den Krawallen in den franz&ouml;sischen Vorst&auml;dten schuld?<br>\n&bdquo;Der Wunsch, Verm&ouml;gen zu akkumulieren, reicher zu werden, voranzukommen ist die Triebkraft des Ganzen.&ldquo; Und daraus leitet sich Sinns komplettes &ouml;konomisches Denken ab.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/interview_dlf\/609736\/drucken\/\">DLF<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>&Uuml;ber EU, CDU &ndash; und die Mafia<\/strong><br>\nIm Haushaltskontrollausschuss des EU-Parlaments ist jetzt ein gewisser Francesco Musotto zust&auml;ndig f&uuml;r den allj&auml;hrlichen Betrugsbericht, der sich mit der Unterschlagung von EU-Geldern besch&auml;ftigt. Musotto ist ein honoriger Mann, Mitglied von Silvio Berlusconis vollkommen unverd&auml;chtiger Forza Italia und Pr&auml;sident der Provinz Palermo auf Sizilien. Dort machte er laut &ldquo;Weltwoche&rdquo; vor einigen Jahren auf sich aufmerksam, indem er eine Zivilklage gegen die Attent&auml;ter ablehnte, die den Anti-Mafia-Richter Falcone, dessen Frau und drei Leibw&auml;chter in die Luft gesprengt hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/blog\/6_hans-martin_tillack\/archive\/1002_ber_eu_cdu-und_die_mafia.html\">stern blogs<\/a><\/li>\n<li><strong>Raketenschild: Frostige Konfrontation<\/strong><br>\nAu&szlig;enministerin Condoleezza Rice hat wissen lassen, dass sie es &ldquo;l&auml;cherlich&rdquo; f&auml;nde, dass Russland sich wegen 10 Abfangj&auml;gern und ein paar Radaranlagen in Osteuropa so aufspiele. Die Russen nannte sie dabei aus Versehen &ldquo;Sowjets&rdquo;. Damit, so scheint es, ist die Stimmung in Washington auch schon am treffendsten bezeichnet. Was den Willen der US-Administration angeht, sich mit Moskau zu verst&auml;ndigen, ist man mental wieder ungef&auml;hr bei 1988 angekommen. Oder war, besser gesagt, nie so recht weitergelangt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/04\/28\/a0026.1\/textdruck\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wenn eine Au&szlig;enministerin einem anderen Staatschef &bdquo;diplomatische&ldquo; Vokabeln wie &bdquo;l&auml;cherlich&ldquo; vorh&auml;lt, dann spricht das entweder f&uuml;r eine ma&szlig;lose Arroganz oder f&uuml;r ein bewusstes Sch&uuml;ren von Konfrontation.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wohnen in Russland &ndash; schwierige Wohnverh&auml;ltnisse und ein Markt ohne Regeln<\/strong><br>\n15 Jahre Privatisierung haben in Russland eine ausgewachsene Wohnungsnot hervorgebracht. Dies sollte den Berliner Schw&auml;rmereien von der Eigent&uuml;merstadt eine Warnung sein. Das Beispiel Russland zeigt die drastischen Folgen einer Totalprivatisierung und die Notwendigkeit einer Einschr&auml;nkung der Marktprinzipien im Bereich der Wohnungsversorgung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bmgev.de\/mieterecho\/321\/13-russland-ms.html\">Berliner Mietergemeinschaft e.V.<\/a><\/li>\n<li><strong>Harvard am Hungertuch<\/strong><br>\nHarvard, die &auml;lteste und reichste Universit&auml;t Amerikas, protzt mit einem Stiftungskapital von 29 Milliarden Dollar. Im Verh&auml;ltnis zur deutschen Hochschullandschaft eine stattliche Summe: Die 376 Hochschulen besitzen so gut wie gar kein Verm&ouml;gen und d&uuml;rfen im Jahr 14 Milliarden Euro f&uuml;r rund zwei Millionen Studenten ausgeben.<br>\nDoch am Ende dieses &ldquo;Hungertuch-Szenarios&rdquo; bleibt eine gute Nachricht: Die Flucht in die Sozialhilfe bleibt der Cambridger Uni erspart. Pro Jahr kann Harvard noch immer drei Milliarden Dollar f&uuml;r seine 20 000 Studenten ausgeben. Das sind rein rechnerisch 150.000 Dollar pro Student. Zum Vergleich die entsprechende Zahl f&uuml;r die deutschen Studis: 7000 Euro, nach aktuellem Wechselkurs 9000 Dollar pro Jahr und Kopf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/campus\/online\/2007\/18\/harvard-hungertuch\">Die Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> An diesem Hungertuchszenarium zeigt sich, wo der gro&szlig;e Unterschied zwischen deutschen privaten Hochschulen oder &ouml;ffentlichen Stiftungshochschulen liegt: Es ist der Kapitalstock. Das vergessen die Prediger der privaten Finanzierung  der Hochschulen (etwa durch Studiengeb&uuml;hren) regelm&auml;&szlig;ig und systematisch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Verglichen mit den Finanzt&ouml;pfen amerikanischer Elite-Unis sind die F&ouml;rdermilliarden der deutschen Exzellenzinitiative nur ein Kleckerbetrag<\/strong><br>\nDie umgerechnet j&auml;hrlich knapp 400 Millionen Euro der deutschen Exzellenzinitiative sind ein nettes Zubrot. Verglichen mit den 25 Milliarden, die jedes Jahr ganz privat in die amerikanischen Hochschulen flie&szlig;en, sehen sie indes ziemlich mickerig aus. Dabei gibt es auch in Deutschland viel Geld zu vererben. Man m&uuml;sste es nur richtig anzapfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/campus\/2006\/46\/stanford_spenden\">Die Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Aussage, dass die hohen Studiengeb&uuml;hren an den Elite-Unis 60% der Kosten decken, trifft meines Wissens nicht zu. Selbst  an den teuersten Privatunis an den USA machen die Geb&uuml;hren <a href=\"?p=1130\">nur einen Anteil von 4% (Caltech) bis 19% an der Finanzierung der Hochschulen aus<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Privatunis: Mehr Pleiten als Absolventen<\/strong><br>\n20 Jahre nach dem Start der Privaten sind nur zwei Prozent aller Studenten an ihnen eingeschrieben. Auch das Fachspektrum ist eher schmal: 70 Prozent sind auf Wirtschaft sowie Rechtsund Sozialwissenschaften abonniert, nur etwa zehn Prozent der privaten Studenten lernen Ingenieurf&auml;cher. Selbst auf das berufsbegleitende Studium, eine der wichtigsten Ver&auml;nderungen im Bildungsmarkt, haben sich nicht alle Privathochschulen angemessen eingestellt. Trotz Elitenimbus der privaten Anstalten brilliert bislang kaum eine durch wissenschaftliche Spitzenleistung. Fast 90 Prozent der 61 staatlich anerkannten privaten Hochschulen sind zudem Fachhochschulen.<br>\nViele Privatunis sind inzwischen pleite oder h&auml;ngen am Tropf von Unternehmen oder Stiftern mit Milliardenverm&ouml;gen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.capital.de\/politik\/100006318.html\">Capital<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dieser bemerkenswert kritische Beitrag in Capital gegen&uuml;ber privaten Hochschulen best&auml;tigt meine These, dass es in Deutschland keinen Bedarf oder keinen &bdquo;Markt&ldquo; f&uuml;r private Unis gab. Grund: Obwohl bodenlos schlecht geredet, waren die staatlichen Unis einfach zu gut verglichen mit der privaten Konkurrenz. Mit der Gr&uuml;ndung privater Unis und dadurch, dass sie von den Medien hochgejubelt wurden, ist aber durchaus ein Ziel erreicht worden: Die staatlichen Unis wurden inzwischen zu staatlich subventionierten &bdquo;unternehmerischen&ldquo; Hochschulen umgewandelt, die in ihren Strukturen wie Privatunis funktionieren. Die Wirtschaft kann sich also von ihrem &bdquo;M&auml;zenatentum&ldquo; f&uuml;r private Hochschulen zur&uuml;ckziehen, sie kann sich die von ihr gew&uuml;nschten staatlichen Hochschul- und  Ausbildungsstrukturen vom Steuerzahler finanzieren lassen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(WL\/KR)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2299","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2299","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2299"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2299\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}