{"id":23000,"date":"2014-08-29T10:07:01","date_gmt":"2014-08-29T08:07:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23000"},"modified":"2017-11-18T15:01:52","modified_gmt":"2017-11-18T14:01:52","slug":"bye-bye-spiegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23000","title":{"rendered":"Bye, bye SPIEGEL!"},"content":{"rendered":"<p>Bleibt er oder geht er &ndash; der &ldquo;Spiegel&rdquo;-Chefredakteur? Landauf, landab berichten deutsche Medien dar&uuml;ber. Vergessen wird, was aus dem Nachrichtenmagazin inhaltlich geworden ist. In seinen besten Jahren war der &ldquo;Spiegel&rdquo; laut Eigenwerbung ein Sturmgesch&uuml;tz der Demokratie. Man kann vortrefflich dar&uuml;ber streiten, ob das Magazin je diesem Mythos entsprach, den er seitdem wie eine Monstranz vor sich hertr&auml;gt. Der heutige &ldquo;Spiegel&rdquo; ist &ndash; so viel steht fest &ndash; von diesem Ideal Lichtjahre entfernt. Mit einer Melange aus zackiger Deutscht&uuml;melei, denkfaulem Papageienjournalismus, eitler Geckenhaftigkeit und gnadenlosen Opportunismus hechelt das Blatt einem Zeitgeist hinterher, der stilgebend f&uuml;r die Merkel-&Auml;ra ist. Aus dem Sturmgesch&uuml;tz der Demokratie wurde ein Steigb&uuml;gelhalter der Marktkonformit&auml;t. Von <strong>Jens Berger<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5651\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-23000-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140827_Bye_Bye_Spiegel_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140827_Bye_Bye_Spiegel_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140827_Bye_Bye_Spiegel_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140827_Bye_Bye_Spiegel_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=23000-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/140827_Bye_Bye_Spiegel_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"140827_Bye_Bye_Spiegel_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>Dieser Artikel ist zuerst in bei <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/ueberm-kesselrand\/178\/bye-bye-spiegel-2406.html\">Kontext:Wochenzeitung<\/a> erschienen.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div style=\"float:right; margin: 0 0 15px 15px; width:250px;font-color: #ccc !important; font-size:80%;text-align:center !important;font-style:italic\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/1_csm_Spiegel_21_2003_bcc6a097d9.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><br><span>Titeln f&uuml;r die Agenda 2010, Spiegel-Ausgabe Nummer 21, 2003.<\/span><\/div><p>&ldquo;Im Zweifelsfall links&rdquo;, so lautete einst die Devise des Herausgebers Rudolf Augstein. War der &ldquo;Spiegel&rdquo; in seinen besten Zeiten ein nach allen Seiten kritisches linksliberales Blatt, entwickelte er sich im letzten Jahrzehnt zusehends zu einem neoliberalen Kampfblatt. Als Talkshow-&Ouml;konomen und Lobbyisten der Gro&szlig;konzerne zur neoliberalen Wende trommelten, heulte die Zeitschrift mit den W&ouml;lfen, polemisierte &ldquo;wie der Sozialstaat zur Selbstbedienung einl&auml;dt&rdquo; und philosophierte &uuml;ber die &ldquo;Melkkuh Sozialstaat&rdquo;.<\/p><p><strong>Die Blaupause f&uuml;r die Agenda 2010 kommt aus Hamburg<\/strong><\/p><p>In unz&auml;hligen Titelstorys mit schlagkr&auml;ftigen &Uuml;berschriften wie &ldquo;Die blockierte Republik&rdquo; , &ldquo;Radikalkur gegen Arbeitslosigkeit&rdquo; , &ldquo;Wie (un)sozial darf\/muss die SPD sein&rdquo; , &ldquo;REFORMEN&rdquo; , &ldquo;Die Stunde der Wahrheit im Land der L&uuml;gen&rdquo; oder &ldquo;Die veruntreute Zukunft&rdquo; , trommelte der &ldquo;Spiegel&rdquo; fortan f&uuml;r neoliberale Reformen und gab damit die Blaupause f&uuml;r die Agenda 2010 vor. Und als der Reformeifer der rot-gr&uuml;nen Regierung in der demoskopischen Agonie langsam erlosch, schwenkte das Blatt um, l&auml;utete in einem Leitartikel den &ldquo;langen Abschied von Rot-Gr&uuml;n&rdquo; ein, schrieb Angela Merkel ins Amt und blieb auch ansonsten seiner neoliberalen Linie treu. Und als Merkels Reformeifer dann ebenfalls erlahmte, titelte der &ldquo;Spiegel&rdquo; &ldquo;Aufh&ouml;ren!&rdquo; und machte aus der Kanzlerin &ldquo;Angela Mutlos&rdquo;.<\/p><p>Der &ldquo;Spiegel&rdquo; berichtet nicht nur &uuml;ber Politik, er macht Politik. Vor allem im sozialdemokratischen und linksliberalen Lager galt das Magazin lange Zeit noch als kritische Instanz. Als Gerhard Schr&ouml;der einst bierselig schwadronierte, er brauche zum Regieren nur &ldquo;BILD, BamS und Glotze&rdquo;, stapelte er zu tief. Ohne den &ldquo;Spiegel&rdquo; h&auml;tte er seine Agenda wohl nie gegen den einstigen Willen der Parteibasis durchregieren k&ouml;nnen. Dass das einstige Sturmgesch&uuml;tz zu einem Durchlauferhitzer f&uuml;r die von den Arbeitgeberverb&auml;nden finanzierte neoliberale PR wurde, ist unbestritten. Doch wie konnte aus einem ehemals wirtschaftspolitisch kritischen Blatt ein Organ des denkfaulen Papageienjournalismus werden?<\/p><div style=\"float:right; margin: 0 0 15px 15px; width:250px;font-color: #ccc !important; font-size:80%;text-align:center !important;font-style:italic\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/2_csm_Spiegel_26.2005_31dfdbedab.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><br><span>Neoliberale PR, Spiegel-Titel Nummer 26, 2005.<\/span><\/div><p>Vielleicht hatte Karl Marx mit seinem Satz &ldquo;Das Sein bestimmt das Bewusstsein&rdquo; gar nicht mal so unrecht. Die Hamburger Redakteure sind in ihrer Branche Solit&auml;re, die sich ihrer gef&uuml;hlten eigenen Gro&szlig;artigkeit nur all zu bewusst sind. Rudolf Augsteins vielleicht gr&ouml;&szlig;ter Fehler war es, den halben Laden seinen Mitarbeitern zu vermachen. Und wer erst mal den Sprung in den erlauchten Kreis geschafft hat, ist fortan auch Gesellschafter und darf sich jedes Jahr &uuml;ber eine &uuml;ppige Gewinnbeteiligung freuen, die als Kirsche auf dem Sahneh&auml;ubchen eines Verg&uuml;tungs- und Privilegienmodells thront, das wohl nicht nur in der Verlagsbranche einmalig ist.<\/p><p><strong>Der Redakteur von Welt hat mit prek&auml;ren Kollegen nichts gemein<\/strong><\/p><p>Der &ldquo;Spiegel&rdquo;-Redakteur von Welt hat nicht viel mit seinen prek&auml;ren Kollegen anderer Bl&auml;tter gemein &ndash; er geh&ouml;rt qua Einkommen der oberen Mittelschicht an, die ja seither glaubt, sie selbst geh&ouml;re zur Oberschicht. Und wer meint, selbst zur Elite oder zumindest zur Zielgruppe der FDP zu geh&ouml;ren, ist wahrscheinlich auch f&uuml;r derlei gruppendynamische Phrasen empf&auml;nglich.<\/p><p>W&auml;hrend f&uuml;r normale Journalisten Themen wie der Spitzensteuersatz reichlich abstrakt sind, verteidigt der &ldquo;Spiegel&rdquo;-Redakteur hier die Pfr&uuml;nde, die ihm nach seiner eigenen &Uuml;berzeugung als Leistungstr&auml;ger auch zustehen. Man soll es ja kaum glauben: Als vor nicht einmal einem Jahr die Gesch&auml;ftsleitung des Verlags das vierzehnte Montagsgehalt f&uuml;r neu eingestellte Mitarbeiter zur Disposition stellte, gab es an der Enricusspitze einen Aufschrei. Die Edelfedern, die Otto Normalleser seit Jahren predigen, man m&uuml;sse den G&uuml;rtel enger schnallen, um Deutschland zu retten, mutierten nun zu jenen Besitzstandswahrern, vor denen sie die Republik stets warnten. Wenn das Sein wirklich das Bewusstsein bestimmt, liegt der Wunsch, sich als selbstdefinierte Elite von der Masse abzusetzen, den &ldquo;Spiegel&rdquo;-Machern im Blut. Unverst&auml;ndlich ist und bleibt es jedoch, warum immer noch mehr als 800.000 Menschen diesen Brei kaufen.<\/p><p>Der &ldquo;Spiegel&rdquo; ist jedoch viel mehr als nur ein wirtschaftspolitischer Ratgeber mit Eigeninteressen. Er agiert auch, was das Zeug h&auml;lt, gegen Minderheiten und vermeintlich oder tats&auml;chlich Schwache. Regelm&auml;&szlig;ig hetzt das Magazin beispielsweise gegen Muslime. Man phantasierte schon von einer &ldquo;stillen Islamisierung Deutschlands&rdquo; und spielte damit Rechtspopulisten wie Thilo Sarrazin in die H&auml;nde, von dessen Beststeller man nat&uuml;rlich &ndash; zusammen mit der Bildzeitung &ndash; die exklusiven Vorabruckrechte erwarb. Die Zeiten, in denen das Blatt Minderheiten gegen dumpfe Ressentiments verteidigt hat, sind schon lange vorbei. Heute z&uuml;ndelt man mit Vorliebe selbst, um sich dann in bildungsb&uuml;rgerlicher Rage zu echauffieren, wenn aus dem Z&uuml;ndeln ein Fl&auml;chenbrand wurde.<\/p><p><strong>Das neue Feindbild: Putin, die Personifizierung des B&ouml;sen<\/strong><\/p><p>Nachdem die neoliberale Agenda heute, auch dank tatkr&auml;ftiger Anschubhilfe des Blatts, tief in den K&ouml;pfen der Leserschaft und in den Programmen (fast) aller gro&szlig;er Parteien verankert ist und Ressentiments gegen&uuml;ber Minderheiten wieder salonf&auml;hig sind, hat sich der &ldquo;Spiegel&rdquo; ein neues Schlachtfeld ausgesucht: die Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik. Nachdem die Deutschen, so die Hamburger Analyse, heute &ldquo;weitgehend saturiert&rdquo; seien, fehle ihnen nun noch die &ldquo;klare au&szlig;enpolitische Linie&rdquo;. Wir sind schlie&szlig;lich wieder wer und in dieses &ldquo;neue Deutschlandgef&uuml;hl&rdquo; passe nun einmal keine &ldquo;egoistische Schonhaltung&rdquo; f&uuml;r &ldquo;unsere Soldaten&rdquo;. Pardon wird in den warmen Redaktionsstuben nicht gegeben &ndash; zackig, deutscht&uuml;melnd hechelt das ehemalige Nachrichtenmagazin auch hier dem Zeitgeist hinterher, der von dem Biedermann aus dem Schloss Bellevue und den Brandstiftern der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz aus der B&uuml;chse gelassen wurde.<\/p><div style=\"float:right; margin: 0 0 15px 15px; width:250px;font-color: #ccc !important; font-size:80%;text-align:center !important;font-style:italic\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/3_csm_Spiegel_31.2014_0768a1ac4c.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><br><span>Jeder-Schuss-ein-Russ-Rhetorik, Spiegel-Titel Nummer 31, 2014.<\/span><\/div><p>Ein neues Feindbild hat die publizistische Speerspitze der Konfrontationspolitik passend zum 100ten Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs auch schon aus der Pickelhaube gezaubert: Putin, seines Zeichens Russe und die Personifizierung des B&ouml;sen. Der russische Pr&auml;sident m&uuml;sse &ldquo;zur Rechenschaft gezogen werden&rdquo;, er sei der &ldquo;Paria der Wertegemeinschaft&rdquo;, der in der Ostukraine sein &ldquo;wahres Gesicht&rdquo; zeige, so der &ldquo;Spiegel&rdquo; im j&uuml;ngst erschienenen Leitartikel &ldquo;Ende der Feigheit&rdquo;. Es hagelte Protestbriefe und -mails. Doch der &ldquo;Spiegel&rdquo; hat ein Erkl&auml;rung daf&uuml;r, warum diese Jeder-Schuss-ein-Russ-Rhetorik bei den Lesern nicht ankommen wollte. Schuld sei Moskaus f&uuml;nfte Kolonne, &ldquo;organisiert auftretende, anonyme User&rdquo;, die &ldquo;jegliche Kritik an Russland kontern&rdquo;. Nun ja. Rudolf Augstein w&auml;re wahrscheinlich stolz auf derart kritische Leser.<\/p><p>Kritische Zeitgenossen bezeichnen das Heft bereits heute als &ldquo;BILD am Montag&rdquo;. Dieser Vorwurf ist keinesfalls abwegig, da der &ldquo;Spiegel&rdquo; offenbar dem Leitbild &ldquo;Von BILD lernen, hei&szlig;t Siegen lernen&rdquo; folgt. Schon lange passt zumindest ideologisch kein Blatt mehr zwischen Springers Boulevardpostille und das ehemalige Nachrichtenmagazin. Und auch sprachlich und stilistisch legt der &ldquo;Spiegel&rdquo; die Latte beim Niveau-Limbo von Monat zu Monat tiefer &ndash; &ldquo;STOPPT PUTIN JETZT!&rdquo; war, man glaubt es kaum, keine BILD-Schlagzeile, sondern ein &ldquo;Spiegel&rdquo;-Cover. Dass das Blatt ausgerechnet den ehemaligen BILD-Vize Nikolas Blome in die eigene Chefredaktion holte, passt da nur all zu gut ins Bild. Blome ist der Prototyp eines Journalisten in der post-journalistischen &Auml;ra: Er verteidigt die Politik seiner Kanzlerin mit Z&auml;hnen und Klauen, hat die neoliberale Ideologie bedingungslos verinnerlicht und &uuml;bt Kritik vor allem an den Schwachen. Da w&auml;chst zusammen, was zusammen geh&ouml;rt.<\/p><p><strong>Die Hochglanzausgabe der Apothekenumschau<\/strong><\/p><p>Das Ende des Transformationsprozesses vom Nachrichtenmagazin zur Hochglanzausgabe der Apothekenumschau f&uuml;r politisch mehr oder weniger Interessierte, ist jedoch l&auml;ngst noch nicht abgeschlossen. Der aktuelle Chef Wolfgang B&uuml;chner ist zwar ein journalistischer Kleing&auml;rtner, aber daf&uuml;r ein ausgefuchster Buchhalter. Seine Herkulesaufgabe ist es, den fortschreitenden Auflagenr&uuml;ckgang des Printprodukts zu stoppen. Da B&uuml;chner immerhin ein Jahr lang Interimschef des luftigen Netzablegers &ldquo;Spiegel-online&rdquo; war, der zwar kaum Geld verdient aber sagenhafte Klickraten vorweisen kann, ist er im Verlag nat&uuml;rlich der Mann f&uuml;rs Digitale. Sein Konzept mit dem wenig originellen Namen &ldquo;SPIEGEL 3.0&rdquo; sieht eine &ndash; so hei&szlig;t es &ndash; noch engere Verzahnung von Print und Online vor.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em><strong>Info:<\/strong> Nachdem sich vergangene Woche mehr als 80 Prozent der Printjournalisten im &ldquo;Spiegel&rdquo; gegen das B&uuml;chnersche Konzept ausgesprochen haben, musste der Chef um seinen Job bangen. Zumal er angek&uuml;ndigt hatte, alle Ressortleiterposten neu ausschreiben zu wollen. Gerettet hat ihn vorl&auml;ufig die Gesellschafterversammlung (Mitarbeiter KG 50,5 Prozent, Gruner + Jahr 25,5, Augstein-Erben 24), die seine Pl&auml;ne unterst&uuml;tzt. Vorausgesetzt er einigt sich mit der Redaktion. F&uuml;r diese &Uuml;berzeugungsarbeit soll er zwei Monate Zeit bekommen. Auf seiner Seite hat er die flei&szlig;igere aber schlechter bezahlte Online-Redaktion.&#8232;<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Warum nicht lieber eine Currywurst kaufen?<\/strong><\/p><p>Der Satz &ldquo;Ich habe mein Abo nun endlich gek&uuml;ndigt&rdquo; geh&ouml;rt mittlerweile schon zum Standardrepertoir des gepflegten Smalltalks. Nach Ansicht von sogenannten Branchenexperten ist vor allem das Internet Schuld an der Krise des sogenannten Qualit&auml;tsjournalismus. Auch dieser Gedanke wird von Papageienjournalisten so lange nachgeplappert, bis es irgendwann Bestandteil des zeitgen&ouml;ssischen Wissenskanon ist. Das ist seltsam. Ich kenne niemanden, der das &ldquo;Spiegel&rdquo;-Abo schweren Herzens gek&uuml;ndigt hat, weil er gute Hintergrundgeschichten und Reportagen kostenlos im Internet liest. Gute Hintergrundgeschichten und Reportagen sind im &ldquo;Spiegel&rdquo; vielmehr Mangelware. Und aufbereitete Agenturmeldungen, marktkonforme Erbauungsliteratur sowie zackig, schneidige Germans-to-the-Front-Predigten findet man in der Tat im kostenlosen Internet zu gen&uuml;ge. Warum sollte man sich daf&uuml;r ein Magazin im Gegenwert einer ordentlichen Currywurst kaufen, das man ein paar Tage sp&auml;ter meist ungelesen in den Altpapiercontainer schmei&szlig;t?<\/p><p>Bye, bye &ldquo;Spiegel&rdquo; &ndash; es war sch&ouml;n mit Dir, aber wir haben uns irgendwie auseinandergelebt.<br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/3c526d13db654bd7a642d314b06a4fd9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bleibt er oder geht er &ndash; der &ldquo;Spiegel&rdquo;-Chefredakteur? Landauf, landab berichten deutsche Medien dar&uuml;ber. Vergessen wird, was aus dem Nachrichtenmagazin inhaltlich geworden ist. 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