{"id":2302,"date":"2007-04-30T22:15:24","date_gmt":"2007-04-30T20:15:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2302"},"modified":"2016-01-06T15:55:34","modified_gmt":"2016-01-06T14:55:34","slug":"niedergang-der-spd-es-liegt-nicht-nur-an-personen-gravierender-keine-strategie-und-falsche-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2302","title":{"rendered":"Niedergang der SPD. \u2013 Es liegt nicht nur an Personen. Gravierender: Keine Strategie und falsche Politik."},"content":{"rendered":"<p>Bei Buchlesungen werde ich h&auml;ufig gefragt, warum ich noch in der SPD sei. Daraufhin empfehle ich, diese Frage doch an Gerhard Schr&ouml;der, Wolfgang Clement oder Franz M&uuml;ntefering zu richten. Ihre Politik sei schlie&szlig;lich weit entfernt von sozialdemokratischem Gedankengut. Und dann weise ich darauf hin, dass ich mich den Tausenden von Sozialdemokraten verpflichtet f&uuml;hle, die anders als die jetzige F&uuml;hrung die sozialdemokratischen Werte und die geltende Programmatik auch heute noch f&uuml;r zeitgem&auml;&szlig; und f&uuml;r gut halten.<br>\nJetzt ist diese meine Einsch&auml;tzung &uuml;berraschend deutlich durch die Mitgliederbefragung der SPD best&auml;tigt worden. Die SZ berichtete dar&uuml;ber am 27.4.: 94% der beteiligten Mitglieder halten die Verwirklichung von Gerechtigkeit f&uuml;r am wichtigsten; die Mehrheit steht kritisch zur Schr&ouml;ders Agenda-Politik und mehr als die H&auml;lfte sprechen sich gegen Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr aus. Das hei&szlig;t: Die SPD-F&uuml;hrung agiert meilenweit entfernt von den politischen Vorstellungen ihrer Mitglieder, jedenfalls jener, die auf die arrangierte Befragung reagiert haben. Das ist einer der Gr&uuml;nde f&uuml;r den Niedergang. Dazu einige Denkanst&ouml;&szlig;e und Dokumente. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Zun&auml;chst zu den Dokumenten.<\/strong><\/p><p>Es sind:<\/p><ol type=\"A\">\n<li>Der erw&auml;hnte Artikel aus der S&uuml;ddeutschen Zeitung vom 27.04.2007 zur Mitgliederbefragung.<\/li>\n<li>SPD-Generalsekret&auml;r Hubertus Heil dazu in einer Pressemitteilung vom 27.4.<\/li>\n<li>Bericht des SPD-Vorstandes zur Mitgliederbefragung<\/li>\n<li>S&uuml;ddeutsche Zeitung 30.4.: Die Angst der SPD vor ihren Mitgliedern<\/li>\n<li>Text der &bdquo;Musterrede zum 1. Mai&ldquo; des SPD-Vorstandes mit einf&uuml;hrender Kommentierung von mir.<\/li>\n<\/ol><p>Diese Dokumente finden Sie im Anhang mit Links beziehungsweise als Text im Falle der Musterrede. Ich beziehe mich bei den folgenden &Uuml;berlegungen darauf.<\/p><p>Noch eine Vorbemerkung zur Relevanz der Mitgliederbefragung: In <a href=\"?p=2299\">unserem heutigen Hinweis Nr. 4<\/a> wird das Ergebnis mit Hinweis auf die geringe Zahl relativiert. Das ist richtig. Andererseits ist das Ergebnis ein Faktum. Schlie&szlig;lich war mit der Befragung eine Absicht verbunden. Man kann davon ausgehen, dass sich insbesondere die engagierten Mitglieder mit Antworten gemeldet haben. Auch ein Faktum. Nun &hellip;<\/p><p><strong>Einige Gedanken zum Niedergang der SPD und insbesondere zur Relevanz des Mangels an Strategie und Inhalten:<\/strong><\/p><ol>\n<li><strong>Die Reaktion des Generalsekret&auml;rs Heil auf das Ergebnis der Mitgliederbefragung ist symptomatisch f&uuml;r den g&auml;ngigen Umgang mit dem Willen von Betroffenen und auch typisch f&uuml;r die Politikergruppe, die er repr&auml;sentiert.<\/strong>\n<p>Das Ergebnis der &ndash; immerhin von der jetzigen SPD-F&uuml;hrung arrangierten Befragung &ndash; ist ein Schlag ins Gesicht f&uuml;r die herrschende Gruppe. Hier wird von vielen Mitgliedern signalisiert, dass sich die SPD-F&uuml;hrung auf dem falschen Weg befindet. Und was sagt Hubertus Heil dazu: &bdquo;Die Mitgliederbefragung zum Grundsatzprogramm ist ein Erfolg. &hellip; Die Inhalte des &bdquo;Bremer Entwurfs&ldquo; treffen auf Zustimmung.&ldquo;<\/p>\n<p>Sie haben richtig gelesen. Das niederschmetternde Ergebnis wird einfach in einen Erfolg umgedeutet. Im konkreten Fall hat der Generalsekret&auml;r die damit begonnene Meinungsmache so angelegt, dass er &uuml;ber die S&uuml;ddeutsche Zeitung, der er oder seine Presseleute das Ergebnis offenbar vorweg zukommen lie&szlig;en, gleich noch den Tenor der Bewertung zu transportieren versucht: &bdquo;SPD-Basis sehnt sich nach Tradition.&ldquo; Sie w&uuml;nsche sich einen traditionelleren Kurs.  <\/p>\n<p>Diese Etikettierung kenne ich. Wer soziale Gerechtigkeit f&uuml;r wichtig h&auml;lt, wer die solidarische Absicherung gro&szlig;er Lebensrisiken wie zum Beispiel die Gesetzliche Rente &uuml;ber das Umlageverfahren sogar f&uuml;r modern h&auml;lt, oder wer eine von keynesianischen Gedanken mitgepr&auml;gte Makropolitik f&uuml;r aktuell und wichtig h&auml;lt, wird als &bdquo;Traditionalist&ldquo; etikettiert und beiseitegeschoben. Vermutlich ist der Generalsekret&auml;r stolz auf diese ausgebuffte Reaktion und merkt gar nicht mehr, wie er damit f&uuml;r sich und seine Partei die Glaubw&uuml;rdigkeit aufs Spiel setzt.<\/p>\n<p>\tIn der Reaktion von Hubertus Heil kommt auch die Beliebigkeit dieser Politikergruppe zum Vorschein. Das ist nach meinen Eindr&uuml;cken repr&auml;sentativ f&uuml;r die so genannten Netzwerker, zu denen Heil geh&ouml;rt.<\/p><\/li>\n<li><strong>Vermutlich werden die Ergebnisse der Mitgliederbefragung in den Kernfragen keine Relevanz f&uuml;r die Grundlinie des im Herbst zu beschlie&szlig;enden Grundsatzprogramms haben. <\/strong>\n<p>Das deutet sich nicht nur im Versuch des Generalsekret&auml;rs an, die Ergebnisse f&uuml;r die herrschende Linie zu vereinnahmen. Auch die unten zitierte Musterrede nimmt in der Sache keine Notiz vom Willen der Befragten. Da wird der (leichte) wirtschaftliche Aufschwung der Reformpolitik zugerechnet, und den fr&uuml;heren Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der sollen die Mai-Redner der SPD gleich zweimal loben f&uuml;r die Ernte, die er mit seinen Reformen ges&auml;t hat. Und auch spezielle Reformen wie das Elterngeld und die Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters, die dem Wunsch der Befragten nach mehr Gerechtigkeit wie auch dem nach solidarischer Absicherung vor den Risiken des Lebens diametral widersprechen, werden angepriesen.<br>\nDie Musterrede enth&auml;lt keinerlei Nachdenklichkeit, die eigentlich nach Kenntnis der Befragungsergebnisse angezeigt w&auml;re.<\/p><\/li>\n<li><strong>Warum verliert die SPD an Zustimmung?<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li>\tWegen ihrer konzeptionellen Schw&auml;che<\/li>\n<li>\tWegen ihrer unzureichenden Strategie<\/li>\n<li>\tUnd dann noch wegen der K&ouml;pfe und der erkennbaren Verflechtung mit gro&szlig;en Interessen.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Die konzeptionelle Schw&auml;che.<\/strong>\n<ol>\n<li>Die SPD war einmal so etwas wie die geistige Kraft, bei der man nachfragte, wenn man nach der L&ouml;sung von gesellschaftlichen Problemen suchte. Wer vor drei, vier oder f&uuml;nf Jahrzehnten Vorschl&auml;ge zur L&ouml;sung wichtiger Fragen und zur Gesellschaft suchte oder mit anderen dar&uuml;ber sprechen wollte, der wurde bei der SPD f&uuml;ndig. Jedenfalls war die Suche dort ergiebiger als bei anderen Parteien: bei Steuerreformen, in der Bildungspolitik, im Kampf gegen die Bodenspekulation, in der Besch&auml;ftigungspolitik, bei der Reform des Strafvollzugs, bei einer Liberalisierung des Rechts, in der Au&szlig;enpolitik. Und heute? Die SPD verfolgt eine Anpassungsstrategie, sie lehnt sich weit gehend an Analysen und Therapien von anderen an, in der Regel an der herrschenden Ideologie. Wie Nachahmer das h&auml;ufig tun, werden sie besonders eifrig. Musterbeispiele daf&uuml;r sind die Behauptung, wir lebten vor v&ouml;llig neuen Herausforderungen, insbesondere vor zweien: Globalisierung und demographischer Wandel. In dem angeh&auml;ngten Text zur Musterrede zum Beispiel wird das wieder sichtbar. Da taucht kein eigener Gedanke auf.\n<p>\tMit der &Uuml;bernahme der Behauptung einer v&ouml;llig neuen Situation macht sich die SPD zugleich zum Instrument jener, die auf Strukturreformen und damit auf einen Abbau des Sozialstaates pochen, um ihre Interessen durchzusetzen.<\/p><\/li>\n<li>Die seit Jahren betriebene <strong>Strategie der Anpassung<\/strong> an konservative und neoliberale Positionen (auch falsch und ahnungslos &bdquo;in die Mitte r&uuml;cken&ldquo; genannt:) hat genau zu dem Verlust der Identit&auml;t gef&uuml;hrt, der jetzt zum Beispiel von der S&uuml;ddeutschen Zeitung in einem Beitrag von heute (siehe unten D.) diagnostiziert wird. Dass dies so kommen wird, konnte man schon seit Jahren wissen. Ich verweise auf einen <a href=\"?p=30\">Beitrag vom 27.5.2002<\/a>, wiedergegeben in den NachDenkSeiten.<\/li>\n<li>Typisch f&uuml;r die konzeptionelle Schw&auml;che ist auch der Grundgedanke des neuen Grundsatzprogramms: <strong>die Forderung nach einem vorsorgenden Sozialstaat<\/strong>. Das ist ein Gedankenkonstrukt, an dem man auch gut zeigen kann, warum es mit der SPD so rasant bergab geht:\n<ul>\n<li>Den vorsorgenden Sozialstaat hat die SPD bisher schon praktiziert. Die Bildungsoffensive in den sechziger und siebziger Jahren, der Bau der Hochschulen zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, die Unterst&uuml;tzung der Familien mit einem gleichen Kindergeld f&uuml;r alle Kinder &ndash; soll das Elterngeld mit seiner F&ouml;rderung der Besserverdienenden mit 1800 &euro; im Vergleich zu den 300 &euro; f&uuml;r Einkommensschwache die Hinwendung zum vorsorgenden Sozialstaat markieren? Die Rentenpolitik mit dem Schwerpunkt Umlageverfahren\/gesetzliche Rente war nichts anderes als vorsorgend: die Beitragszahler haben auf einfache Weise f&uuml;r Ihre eigene Zukunft vorgesorgt. Da war nichts von F&uuml;rsorge. Auch die &uuml;ber 20 Gesetze und Verordnungen zum Umweltschutz, die in Zeiten der sozialdemokratischen Bundeskanzler Brandt und Schmidt implementiert worden sind, zeigen den vorsorgenden Charakter dieser Gesellschaftspolitik.<\/li>\n<li>Indem die SPD heute so tut, als sei ihre eigene fr&uuml;here Politik nur f&uuml;rsorgend gewesen und nicht vorsorgend, macht sie ihre eigene Vergangenheit und praktische Politik schlecht. Das ist &uuml;brigens ein Motiv, das bei den Politikern der Reformagenda immer wieder auftaucht. Sie haben die Vergangenheit ihrer eigenen politischen Gruppe immer schlecht gemacht, um ihre &ndash; wie ich meine &ndash; ziemlich erb&auml;rmliche Linie in besserem Licht erscheinen zu lassen.<\/li>\n<li>Im Kern ist das Gedankenkonstrukt vom vorsorgenden Sozialstaat nichts weiter als eine elegant und konzeptionell klingende Theorie zur Abkehr von sozialstaatlichen Regelungen.<\/li>\n<li>Dass die Befragten Mitglieder der SPD mit dem Konstrukt vom vorsorgenden Sozialstaat nichts anfangen k&ouml;nnen, spricht f&uuml;r sie.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Die konzeptionelle Schw&auml;che der SPD hat auch Folgen f&uuml;r ihr Personalreservoir. Weil es kaum noch interessante und eigenst&auml;ndige inhaltliche Debatten in den Parteigliederungen der SPD gibt, ist die Partei auch nicht sonderlich interessant f&uuml;r junge, inhaltlich interessierte Menschen. Sie wird heute vor allem von Karriere orientierten Personen heimgesucht.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Die unzureichende Strategie.<br>\nHier sind eine Reihe von M&auml;ngeln anzumerken:<\/strong>\n<ol>\n<li><strong>Es fehlt die bei Volksparteien n&ouml;tige Pluralit&auml;t.<\/strong> Was Frau Merkel und auffallend auch R&uuml;ttgers und Althaus kapiert haben und in Reihen der CSU seit langem praktiziert wird: eine Volkspartei wie die Union und SPD kommen nur dann &uuml;ber 25 bis 30%, wenn sie auch deutlich verschiedene politische Richtungen unter ihrem Dach zu vereinigen verm&ouml;gen. R&uuml;ttgers zum Beispiel gibt sich sozial und macht in der Praxis eine andere Politik. Althaus hat offenbar bewusst das Thema Grundeinkommen besetzt und profiliert sich damit weit hinein ins Lager von Gr&uuml;nen und Arbeitslosen. Frau Merkel macht zwar im wesentlichen Politik nach den Linien des CDU-Wirtschaftsrates, sagt aber gelegentlich laut Nein zu radikal-konservativen Positionen. Sie alle haben kapiert, dass Volksparteien eine Strategie des getrennt Marschierens und vereint Schlagens haben m&uuml;ssen. Nur die SPD-F&uuml;hrung, Nachfolger des Meisters differenzierter Strategien Willy Brandt, hat dieses Grundprinzip vergessen. 1989 haben Schr&ouml;der und Lafontaine die erste rot-gr&uuml;ne Regierung genau mit dieser Arbeitsteilung an die Macht gebracht. Und dann meinten Schr&ouml;der und seine Hinterleute, sie k&ouml;nnten weiter ohne diese Breite reussieren und haben Lafontaine solange zugesetzt, bis er aufgab. Seitdem haben sie nicht vermocht, die Breite wieder sichtbar zu machen. Sie haben wahrscheinlich auch nicht verstanden, wie wichtig dieses Strategieelement ist, sonst w&uuml;rden sie nicht immer wieder auf Geschlossenheit als besondere Tugend pochen.<\/li>\n<li><strong>Die SPD braucht bei Wahlk&auml;mpfen ihre Mitglieder und Sympathisanten. Ohne ihre Mobilisierungskraft kein Erfolg.<\/strong><br>\nSchon 1972, als ich f&uuml;r den SPD-Wahlkampf verantwortlich war, hatte die SPD die Mehrheit der Medien nicht hinter sich (auch wenn das heute im gesch&ouml;nten Blick zur&uuml;ck so erscheint). Deshalb hat die Wahlkampff&uuml;hrung damals auf die multiplikative Wirkung der eigenen Anh&auml;nger gesetzt. Den Erfolg genau dieser Strategie hat sogar Frau N&ouml;lle-Neumann von Allensbach best&auml;tigt.<br>\nHeute ist die Medienlage f&uuml;r die SPD noch um vieles schlechter. Stern, Spiegel, K&ouml;lner Stadtanzeiger, die &ouml;ffentlich-rechtlichen WDR und NDR sind nicht mehr mehrheitlich offen f&uuml;r die SPD. Das Gros der anderen Medien sowieso nicht. Frau Merkel ist hingegen freundschaftlich den weiblichen Matadoren der gro&szlig;en (und kleinen) Medienkonzerne verbunden: Friede Springer von Springer, Liz Mohn von Bertelsmann, sogar Alice Schwarzer von Emma und einige mehr.<br>\nGegen diesen freundschaftlichen Verbund mit Tiefenwirkung kommt die SPD nur an, wenn sie erstens die Medienbarriere thematisiert und zweitens gen&uuml;gend eigene Multiplikatoren mobilisieren kann. Zur Zeit &ndash; siehe auch die Mitgliederbefragung &ndash; kann sie das nicht.<br>\nWenn Sie das schaffen wollte, m&uuml;sste sie die Agendapolitik von Schr&ouml;der endlich begraben und ihren Grundsatzprogramm-Entwurf grundlegend umformulieren.<br>\nUnd sie m&uuml;sste endlich wieder den Frieden mit den Gewerkschaften machen. Das gelang zum letzten Mal im Wahlkampf 2002. Wenn die SPD nicht laut und deutlich Abbitte leistet f&uuml;r den dann nach der Wahl 2002 bis hin zum Kanzleramts-Papier und der Agenda 2010 begangenen Vertrauensbruch gegen&uuml;ber der Arbeitnehmerschaft, wird sie auch wichtige Teile dieser Gruppe nicht wiedergewinnen. Sie tut sogar einiges, um den Bruch zu versch&auml;rfen. Siehe Punkt (5).<\/li>\n<li><strong>Es fehlen interessante inhaltliche Profile. <\/strong><br>\nVor allem damit k&ouml;nnte es gelingen, Menschen als Multiplikatoren zu gewinnen. Davon ist die SPD heute meilenweit entfernt. Das ist besonders schlecht, wenn das Personal als solches nicht sehr &uuml;berzeugt.<\/li>\n<li><strong>Die Union baut ihre Optionen f&uuml;r Koalitionen aus, die SPD kappt mit ihrem kategorischen Nein zu einer Koalition mit der Linkspartei eine ihrer wenigen Optionen.<\/strong><br>\nDie Union kann nicht nur mit der FDP, sie baut auf kommunalpolitischer Ebene ihre Zusammenarbeit mit den Gr&uuml;nen aus und signalisiert gelegentlich immer wieder inhaltliche N&auml;he. Die SPD-F&uuml;hrung hingegen lehnt wie auch wieder im Entwurf der Musterrede f&uuml;r den 1. Mai jede Zusammenarbeit mit der Linkspartei kategorisch ab. Der dortige Text auf Seite 15 und 16 zeigt im &uuml;brigen auch, wie leichtfertig und primitiv sie diese Ablehnung begr&uuml;ndet. Sie spricht mit Blick auf die Gewerkschafter in der Linkspartei von &bdquo;M&ouml;chtegern-Gewerkschaftsfreunden&ldquo; und von &bdquo;frustrierten Dr&uuml;ckebergern aus dem Westen&ldquo;. Das ist angesichts der festen Verankerung einiger F&uuml;hrungspersonen der WASG wie zum Beispiel von Klaus Ernst in der IG Metall und anderen Gewerkschaften eine geradezu leichtfertige Diffamierungsstrategie.<br>\n<strong>Wenn die SPD ihre Koalitionsstrategie nicht wieder &ouml;ffnet, dann treibt sie zum Beispiel die befragten Mitglieder, die mehrheitlich entschieden f&uuml;r mehr soziale Gerechtigkeit und gegen Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr votieren, in die Arme der Linkspartei. Sollen diese SPD w&auml;hlen oder sich f&uuml;r die SPD sogar engagieren, wenn die SPD eine linke Option kategorisch ablehnt? Sollen sie die SPD und damit die Zusammenarbeit mit der Union oder der FDP oder der &Ouml;koFDP, genannt Die Gr&uuml;nen, w&auml;hlen? Das werden sie mehrheitlich nicht tun, deshalb steht der SPD ein weiterer Niedergang bevor, wenn sie ihre Strategie nicht &auml;ndert.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><strong>Schw&auml;chen beim Personal und erkennbare Interessenverflechtung<\/strong><br>\nOb Kurt <strong>Beck<\/strong> als Kanzlerkandidat &uuml;berzeugen kann, will ich dahingestellt sein lassen.<br>\n<strong>Vizekanzler M&uuml;ntefering ist das noch gr&ouml;&szlig;ere Problem.<\/strong> Er ist ein begnadeter Verk&auml;ufer in eigener Sache. Zur Begr&uuml;ndung erinnere ich daran, dass vor allem er zusammen mit Schr&ouml;der die Neuwahlen 2005 durchgesetzt und damit die sozialdemokratische Kanzlerschaft um ein Jahr abgek&uuml;rzt hat. Einziges Ziel: die so genannten Reformen durchzubringen und weiter abzusichern durch eine gro&szlig;e Koalition. Letzteres war absehbar. M&uuml;ntefering musste wissen, dass die SPD keine Chance hat, die Wahl als Partei, die den Kanzler stellt, zu gewinnen. Er hat also auf eine neue vorgezogene Wahl hingearbeitet, die ihn zum Vizekanzler aufsteigen und seine Partei als Kanzlerpartei absteigen lie&szlig;. Und zugleich auch noch das Anliegen eines gro&szlig;en Teils der Partei, n&auml;mlich mit diesen Reformen aufzuh&ouml;ren, mit F&uuml;&szlig;en getreten. Er verzichtete schlie&szlig;lich auf politische Macht f&uuml;r seine Partei, um genau diese Reformen auch in Zukunft durchsetzen zu k&ouml;nnen.<br>\nDas ist ein tolles St&uuml;ck. Und dennoch hat er sich bestens verkauft. An ihm blieb nichts h&auml;ngen.<br>\n<strong>M&uuml;ntefering wird vermutlich eines der gro&szlig;en Probleme bleiben. Er wird strikt dagegen antreten, den Reformkurs zu korrigieren. Damit ist er der eigentliche Totengr&auml;ber dieser ehemals gro&szlig;en Partei.<\/strong>\n<p>Bei einer Reihe von F&uuml;hrungspersonen habe ich Zweifel, ob sie unabh&auml;ngig sind. Ihre politische Linie, ihre politische Entscheidungen kann ich nur verstehen, wenn ich annehme, dass sie f&uuml;r gro&szlig;e Interessen arbeiten. Diesen Eindruck gewinnen auch viele andere Beobachter mehr und mehr.<\/p><\/li>\n<\/ol><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anhang mit Dokumenten und Links:<\/strong><\/p><ol type=\"A\">\n<li><strong>Der erw&auml;hnte Artikel aus der S&uuml;ddeutschen Zeitung vom 27.04.2007 zur Mitgliederbefragung zum neuen Grundsatzprogrammentwurf der SPD mit Einf&uuml;hrungstext, Link und einem kurzen Auszug:<\/strong>\n<p><strong>&ldquo;Umfrage unter Parteimitgliedern<\/strong><br>\nSPD-Basis sehnt sich nach Tradition<br>\nDie SPD-Basis w&uuml;nscht sich einen traditionelleren Kurs und die Mehrheit der Parteimitglieder ist gegen die Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr. Eine Befragung von 40.000 SPD-Mitgliedern lieferte neue Erkenntnisse.<br>\nVon Christoph Schwennicke<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/deutschland\/artikel\/955\/111844\/\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/p>\n<p>(&hellip;) Bei einer Befragung &uuml;ber das neue Grundsatzprogramm, die 40.000 Mitglieder beantworteten, sprach sich mehr als die H&auml;lfte gegen Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr aus. Demgegen&uuml;ber gaben die Mitglieder der Verwirklichung von Gerechtigkeit in der Gesellschaft Vorrang vor allen anderen Werten. F&uuml;r 94 Prozent quer durch alle Alters- und Berufsgruppen ist dieses Thema &ldquo;sehr wichtig&rdquo; oder &ldquo;wichtig&rdquo;.&rdquo;<\/p><\/li>\n<li><strong>SPD-Generalsekret&auml;r Hubertus Heil in einer Pressemitteilung<\/strong><br>\nvom 27.04.2007\/ Nummer: 217\/07:\n<p>&ldquo;Heil: 40.000 nahmen an Mitgliederbefragung teil<br>\nZu den Ergebnissen der seit Ende Februar 2007 durchgef&uuml;hrten Mitgliederbefragung zum &ldquo;Bremer Entwurf&rdquo; f&uuml;r ein neues Grundsatzprogramm der SPD erkl&auml;rt SPD-Generalsekret&auml;r Hubertus Heil:<br>\nDie Mitgliederbefragung zum Grundsatzprogramm ist ein Erfolg. &hellip;.<br>\nEindeutig ist: Die Inhalte des &bdquo;Bremer Entwurf&ldquo; treffen auf Zustimmung. (&hellip;)&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/menu\/1712795\/\">SPD online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Bericht des SPD Vorstandes zur Mitgliederbefragung<\/strong><br>\n27.04.2007. &ndash;  &ldquo;Klare Ergebnisse der Mitgliederbefragung&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/menu\/1712851\/\">SPD online<\/a><\/li>\n<li><strong>S&uuml;ddeutsche Zeitung  vom 30.4.07<\/strong>\n<p>&ldquo;<strong>Koalition in der Krise<\/strong><br>\nDie Angst der SPD vor ihren Mitgliedern<br>\nDas Koalitionstheater in Berlin ist nur vordergr&uuml;ndig ein Theater. In Wahrheit ist es ein Teil des &Uuml;berlebenskampfes der SPD. Denn die Partei hat unter dem Agenda- und Afghanistan-Kanzler Schr&ouml;der ihre alte Identit&auml;t verloren.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de:80\/deutschland\/artikel\/116\/112004\/\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong> &bdquo;Musterrede zum 1. Mai&ldquo; des SPD-Vorstandes<\/strong>\n<p><strong>Vorbemerkung AM: Die SPD-Musterrede zum 1. Mai ist ein bemerkenswertes Dokument.<\/strong><\/p>\n<p>Da unter unseren Lesern\/innen eine Reihe von Personen sein werden, die an Veranstaltungen zum 1. Mai beteiligt sind, und da viele unserer Leser die aktuelle Hilflosigkeit und den weiteren Niedergang der SPD mit Sorge und\/oder Zorn beobachten, geben wir Ihnen dieses Dokument zur Kenntnis. <\/p>\n<p>In den NachDenkSeiten finden Sie zu vielen in der Musterrede angesprochenen Fragen Material, Fakten, Wertungen. Einige Anmerkungen will ich trotzdem vorweg machen:<\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li> Ohne zu z&ouml;gern ordnen die Autoren dieser Rede den Aufschwung den von den Sozialdemokraten seit 1998 durchgesetzten Reformen zu. Das tun sie mehrmals und weisen auf Seite 5 dann auch noch die Behauptung zur&uuml;ck, der Aufschwung sei ein Ergebnis g&uuml;nstiger Weltkonjunktur. &ndash; Man reibt sich angesichts dieser Dreistigkeit die Augen. Wo soll der Wirkungszusammenhang zwischen Agenda 2010 und den Hartz-Reformen auf der einen Seite und den steigenden Exporterfolgen und ansteigenden Investitionen sein? Nach f&uuml;nf mageren Jahren erleben wir eine Ersatz- und Modernisierungswelle in den Betrieben, so diagnostiziert Dierk Hirschel in der <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2007\/04\/13\/a0217.1\/textdruck\">TAZ vom 13.4.<\/a>.<\/li>\n<li>Die SPD verbindet in ihrer Musterrede diesen angeblichen Erfolg mit der Politik von Gerhard Schr&ouml;der und nennt diesen auch beim Namen. Das ist schon sehr mutig. Immerhin f&auml;llt in seine Regierungszeit eine der wirtschaftlich kritischsten Phasen. Mit ihm verbunden sind ein deutlicher Niedergang der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverh&auml;ltnisse und ein Anstieg der Minijobs. <\/li>\n<li>Mit Gerhard Schr&ouml;der verbunden ist Hartz IV. Diese Reform hat nicht nur viele tats&auml;chlich Arbeitslose in Bedr&auml;ngnis gebracht. F&uuml;r Arbeitnehmer und Gewerkschaften mindestens so sch&auml;dlich ist die andere Wirkung: Hartz IV hat die Marktmacht der Arbeitnehmerschaft zentral geschw&auml;cht, weil den Arbeitnehmern die kleine Sicherheit der Arbeitslosenversicherung genommen worden ist. Auch dazu siehe den Beitrag von Hirschel.<\/li>\n<li>Unter den Kernbotschaften dieser Musterrede hei&szlig;t es: &bdquo;Wir Sozialdemokraten wollen in der Regierung daf&uuml;r sorgen, dass es bei dieser guten Entwicklung nicht zu einer Spaltung in Gewinner und Verlierer kommt.&ldquo; Offenbar hatten die Autoren dieser Musterrede an dieser Stelle noch nicht gemerkt, dass diese Spaltung schon seit Jahren eingetreten ist und sich in den letzten Jahren, also w&auml;hrend der Regierungsbeteiligung der Sozialdemokraten, noch versch&auml;rft hat. <\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Es folgt der Text der Musterrede der SPD f&uuml;r ihre Abgeordneten und andere Funktionstr&auml;ger, die zum 1. Mai Reden halten:<\/strong><\/p><p>&nbsp;<\/p><p><strong><i>Musterrede zum 1. Mai<\/i><\/strong><\/p><p>Gliederung<\/p><ol type=\"I\">\n<li>Kernbotschaften<\/li>\n<li>Zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland: Die Wirtschaft w&auml;chst, die Arbeitslosigkeit sinkt, unsere Reformen zeigen Wirkung<\/li>\n<li>Du hast mehr verdient<\/li>\n<li>Aufschwung f&uuml;r alle &ndash; Um gute Arbeit k&auml;mpfen<\/li>\n<li>Verl&auml;sslicher Partner in der Gro&szlig;en Koalition<\/li>\n<li>Wir st&auml;rken die Vereinbarkeit von Familie und Beruf<\/li>\n<li>Faire M&auml;rkte &ndash; soziales Europa &ndash; Unternehmenssteuerreform<\/li>\n<li>Rente mit 67 \/ Initiative 50plus<\/li>\n<li>Zusammenwirken mit den Gewerkschaften \/ Die Linke.PDS<\/li>\n<\/ol><p>&nbsp;<\/p><p><strong>I. KERNBOTSCHAFTEN<\/strong><\/p><ul>\n<li>Die Wirtschaft w&auml;chst, die Arbeitslosigkeit sinkt, unsere Reformen zeigen Wirkung.<\/li>\n<li>Dieser Aufschwung ist vor allem das Ergebnis sozialdemokratischer Politik seit 1998. Wir beginnen zu ernten, was wir vor Jahren ges&auml;t haben und was die Gro&szlig;e Koalition seit 2005 beschlossen hat.<\/li>\n<li>Wir Sozialdemokraten wollen in der Regierung daf&uuml;r sorgen, dass es bei dieser guten Entwicklung nicht zu einer Spaltung in Gewinner und Verlierer kommt. Alle Menschen unserer Gesellschaft sollen am Aufschwung teilhaben.<\/li>\n<li>Unser Ziel ist es: Keine sittenwidrigen L&ouml;hne. F&uuml;r gute Arbeit muss es eine vern&uuml;nftige Bezahlung geben. Wer Vollzeit arbeitet, muss von seiner Arbeit auch leben k&ouml;nnen.<\/li>\n<li>Wir brauchen in einer immer flexibler werdenden Arbeitswelt neue Sicherheiten f&uuml;r Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. &Uuml;berg&auml;nge und Br&uuml;che im Beruf d&uuml;rfen nicht zum sozialen Absturz f&uuml;hren. Daf&uuml;r tragen wir Sorge, daf&uuml;r machen wir Politik.<\/li>\n<li>Betriebsr&auml;te und Gewerkschaften k&ouml;nnen sich darauf verlassen, dass wir Sozialdemokraten an der Seite der Gewerkschaften stehen. Wir verteidigen Tarifautonomie, Mitbestimmung und K&uuml;ndigungsschutz gegen die Schwarzen und Gelben. <\/li>\n<li>Wir, die Sozialdemokraten, sind diejenigen, die sich in Regierungsverantwortung f&uuml;r die Arbeitnehmerrechte einsetzen und diese in der gro&szlig;en Koalition wahren und verteidigen. <\/li>\n<li>Familien haben mehr verdient in Deutschland. Eine moderne und sozial gerechte Familienpolitik ist entscheidend f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Entwicklung unseres Landes.<\/li>\n<li>Wir reden nicht nur &uuml;ber moderne Familienpolitik, wir treiben sie auch voran.<\/li>\n<li>Wir sind &uuml;berzeugt davon, dass die M&auml;rkte den Menschen dienen m&uuml;ssen und nicht anders herum. Dies gilt nicht nur f&uuml;r Deutschland. Dies gilt auch f&uuml;r Europa. Wir brauchen faire M&auml;rkte in einem sozialen Europa. <\/li>\n<\/ul><p><strong>II. Zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland: Die Wirtschaft w&auml;chst, die Arbeitslosigkeit sinkt, unsere Reformen zeigen Wirkung<\/strong><\/p><p>Es geht aufw&auml;rts in Deutschland. Es geht aufw&auml;rts mit Deutschland. Optimismus ist angesagt. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland entwickelt sich bestens, und auch auf dem Arbeitsmarkt wird es von Monat zu Monat besser.<\/p><ul>Wir hatten im vergangenen Jahr ein sattes Wachstum von 2,5 Prozent. Die positive Entwicklung wird sich auch in diesem Jahr fortsetzen, die Prognosen sprechen daf&uuml;r. Die Auftragseing&auml;nge entwickeln sich weiterhin gut, die Investitionen in neue Maschinen und Ausr&uuml;stungen ziehen an. Auch in diesem Jahr k&ouml;nnen wir wieder mit einer Zwei vor dem Komma rechnen. Das Fr&uuml;hjahrsgutachten spricht von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) f&uuml;r dieses Jahr von 2,4 Prozent. \n<li>Auch auf dem Arbeitsmarkt wird endlich Licht am Ende des Tunnels sichtbar. Im M&auml;rz hatten wir rd. 870.000 Arbeitslose weniger als noch vor einem Jahr. Es sind immer noch rd. 4,1 Mio. Arbeitslose und jeder einzelne ist einer zu viel. Aber wir reduzieren die Anzahl der Arbeitslosen weiter: Die Forschungsinstitute sprechen f&uuml;r das jetzige Jahr von 3,75 Millionen Arbeitslosen.<\/li>\n<li>Viele Arbeitslose finden jetzt wieder eine regul&auml;re Besch&auml;ftigung. 26,7 Mio. Menschen arbeiten wieder sozialversicherungspflichtig, d. h. mit vollem Versicherungsschutz und einem eigenen Einkommen. 26,7 Mio. Menschen, das ist der h&ouml;chste Stand seit November 2003.<\/li>\n<li>Der Aufschwung erreicht nun auch die Langzeitarbeitslosen. Im M&auml;rz gab es 12 Prozent weniger Langzeitarbeitslose als noch vor einem Jahr. Das hei&szlig;t, 350.000 Langzeitarbeitslose haben eine neue Chance erhalten auf dem Arbeitsmarkt &ndash; und das allein im letzten Jahr. <\/li>\n<\/ul><p>All diese Zahlen sind f&uuml;r uns Best&auml;tigung und Ansporn zugleich.<\/p><p><strong>Best&auml;tigung deshalb, weil die Saat von Gerhard Schr&ouml;der und seiner sozialdemokratischen Politik nun aufgeht und der Aufschwung endlich auch den Arbeitsmarkt erreicht. <\/strong><br>\nUnd Ansporn, diesen Weg auch in der Gro&szlig;en Koalition weiter zu gehen und daf&uuml;r zu sorgen, dass dieser Aufschwung nun ein Aufschwung f&uuml;r alle und nicht f&uuml;r einige Wenige wird.<\/p><p>Dieser Aufschwung ist nicht, wie von manchen behauptet, Ergebnis einer g&uuml;nstigen Weltkonjunktur oder allein das Ergebnis cleverer Unternehmenspolitik. Dieser Aufschwung ist vor allem das Ergebnis sozialdemokratischer Politik seit 1998. Wir beginnen zu ernten, was wir unter Gerhard Schr&ouml;der ges&auml;t haben.<\/p><p>Und das 25-Mrd.-Euro-Programm f&uuml;r Wachstum und Besch&auml;ftigung tr&auml;gt ma&szlig;geblich zum Aufschwung bei. Allein das Programm zur energetischen Geb&auml;udesanierung hat mit Darlehenszusagen &uuml;ber ein Gesamtvolumen von 9,4 Mrd. Euro entscheidende Wachstumsimpulse gesetzt. Das ist gut f&uuml;r die Baukonjunktur, das Handwerk und enorm wichtig f&uuml;r einen effizienten Umgang mit Energie.<\/p><p><strong>III. Du hast mehr verdient<\/strong><\/p><p>Dieses Motto des DGB wollen wir mit Leben f&uuml;llen.<br>\n<strong>Wir Sozialdemokraten wollen in der Regierung daf&uuml;r sorgen, dass es bei dieser guten Entwicklung nicht zu einer Spaltung in Gewinner und Verlierer kommt. Alle Menschen unserer Gesellschaft sollen am Aufschwung teilhaben.<\/strong> Schlie&szlig;lich sind es die Millionen Menschen in den Fabrikhallen, in den B&uuml;ros und Dienstleistungsunternehmen, in den Handwerksbetrieben, die diesen Aufschwung ma&szlig;geblich miterarbeitet haben. Sie haben in den letzten Jahren verzichtet: Auf Lohnerh&ouml;hungen, auf Weihnachtsgeld, auf &Uuml;berstundenausgleich; und jetzt haben sie das Recht, etwas vom Kuchen, der neu zu verteilen ist, abzubekommen.<\/p><p>&bdquo;Du hast mehr verdient&ldquo;. Mit &bdquo;Du&ldquo; sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gemeint, nicht die Spitzenmanager. Die haben sich in den letzten Jahren die Taschen ohnehin kr&auml;ftig und hemmungslos vollgestopft.<br>\nDeutsche Spitzenmanager waren es, die von den Rekordgewinnen des vergangenen Jahres mit einem kr&auml;ftigen Gehaltsanstieg profitiert haben. Bei den DAX-Unternehmen, die bisher ihre Gesch&auml;ftsberichte ver&ouml;ffentlicht haben, lagen die Vorstandsgeh&auml;lter um durchschnittlich 16,9 Prozent h&ouml;her als 2005. F&uuml;r die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat es dagegen kaum etwas gegeben. An ihren Geh&auml;ltern hat sich fast nichts ge&auml;ndert. <\/p><p>F&uuml;r gute Arbeit muss auch guter Lohn gezahlt werden. Deshalb ist es auch ganz richtig, dass nun bei den Tarifverhandlungen h&ouml;here L&ouml;hne durchgesetzt werden sollen. Bei dieser Forderung stehen wir Sozialdemokraten an der Seite der Gewerkschaften und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. <\/p><p><strong>IV. Aufschwung f&uuml;r alle &ndash; Um gute Arbeit k&auml;mpfen<\/strong><\/p><p>Mehr verdient haben auch die Menschen, die f&uuml;r zwei, drei oder vier Euro in der Stunde arbeiten Damit bringen sie nicht mal mehr als 900 Euro brutto nach Hause. Mehr verdient haben die rd. 500.000 Menschen, die Vollzeit arbeiten und dennoch auf staatliche Hilfen angewiesen sind. Sie m&uuml;ssen zus&auml;tzlich ALG II beziehen, da sie weniger verdienen, als zum Leben notwendig ist.<br>\nWir wollen in Deutschland keine amerikanischen Verh&auml;ltnisse. Wir wollen keine Verh&auml;ltnisse, wo man trotz Arbeit arm ist. <\/p><p>F&uuml;r gute Arbeit muss guter Lohn gezahlt werden. Das war jahrzehntelang Konsens in Deutschland. Dieser Konsens ist aufgebrochen worden. Wir werden in der Regierung daf&uuml;r k&auml;mpfen, dass dieses Prinzip der sozialen Marktwirtschaft wieder mit neuem Leben erf&uuml;llt wird.<\/p><ul>\n<li><strong>Es ist doch ein gesellschaftlicher Skandal, dass bei uns Friseurinnen f&uuml;r drei Euro brutto arbeiten m&uuml;ssen. <\/strong><\/li>\n<li>Es ist doch ein gesellschaftlicher Skandal, dass der Briefzusteller bei einem Unternehmen, das der Post Konkurrenz macht, knapp vier Euro die Stunde bekommt. <\/li>\n<li>Es ist doch ein gesellschaftlicher Skandal, dass ein Zimmerm&auml;dchen in einem Hamburger Hotel, in dem man durchschnittlich 200 Euro pro Nacht bezahlt, f&uuml;r etwas mehr als zwei Euro die Stunde arbeitet.<\/li>\n<\/ul><p>Bereits 20 der insgesamt 27 EU-Mitgliedsstaaten haben einen gesetzlichen Mindestlohn; Frankreich hat einen von 8,27 Euro, Gro&szlig;britannien von 7,96 Euro, Irland von 8,30 Euro und die Niederlande von 8,13 Euro. Warum erw&auml;hne ich die Niederlande? Die haben den Mindestlohn seit 1969! Haben Sie jemals geh&ouml;rt, dass der Mindestlohn dort zu massiven wirtschaftlichen Problemen gef&uuml;hrt hat? &ndash; Ich nicht. Auch in den USA gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn. Und jetzt will mir doch niemand erz&auml;hlen, dass diese Wirtschaftsnationen am Rande des Ruins stehen!<\/p><p>Die Briten stellen in ihrem letzten Bericht der Niedriglohnkommission fest, ich zitiere: &bdquo;Seit der Einf&uuml;hrung im Jahr 1999 ist der Mindestlohn ein riesiger Erfolg&ldquo;. Auch die anderen L&auml;nder verk&uuml;nden<\/p><ul>\n<li>keinen durch einen Mindestlohn begr&uuml;ndeten Arbeitsplatzabbau<\/li>\n<li>keine Arbeitsplatzflucht und<\/li>\n<li>keine Untergangsszenarien, die uns die Herren aus der Wirtschaft, und vor allem auch unseres Koalitionspartners, wei&szlig; machen wollen<\/li>\n<\/ul><p>Wohin &uuml;berhaupt soll denn der Arbeitsplatz des Friseurs, des Floristen oder der Bedienung im Restaurant exportiert werden? Es geht doch haupts&auml;chlich um Dienstleistungen, die in unserem Land, bei uns vor der Haust&uuml;r, erbracht werden! <\/p><p>Wer Arbeitnehmer mit wirtschaftlichen Sorgen zur&uuml;ckl&auml;sst, f&ouml;rdert Demotivation und mangelnden Zusammenhalt. Und der vergisst, dass Autos eben nicht von Autos gekauft werden!<\/p><p><strong>Unser Ziel ist es daher: Keine sittenwidrigen L&ouml;hne! F&uuml;r gute Arbeit muss es eine vern&uuml;nftige Bezahlung geben. Wer Vollzeit arbeitet, muss von seiner Arbeit auch leben k&ouml;nnen. Das ist doch wohl nicht zu viel verlangt.<\/strong><\/p><p>Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist das Arbeitnehmer-Entsendegesetz. Das galt bisher nur f&uuml;r die Baubranche. Seit M&auml;rz 2007 gilt das Arbeitnehmer-Entsendegesetz f&uuml;r die Geb&auml;udereinigungsbranche. Das ist gut. Aber das reicht uns nicht: Um Lohn- und Sozialdumping weiter zu unterbinden, w&auml;re der einzige, richtige Schritt, das Arbeitnehmer-Entsendegesetz auf alle Branchen auszudehnen. So g&auml;be es einen Mindestlohn f&uuml;r alle in- und ausl&auml;ndischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die in Deutschland arbeiten oder Arbeit anbieten. Das ist vor allem vor dem Hintergrund der Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit in der EU von Bedeutung.<\/p><p>Tarifliche L&ouml;sungen sollen Vorrang haben. Dort, wo es aber keine Tarifstrukturen gibt oder diese nicht greifen, muss mit gesetzlichen Mindestl&ouml;hnen ein Mindestma&szlig; an Absicherung und Anerkennung f&uuml;r geleistete Arbeit erm&ouml;glicht werden. Die Tarifbindung geht immer weiter zur&uuml;ck. In Westdeutschland werden gerade noch 68 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen von einem Fl&auml;chentarifvertrag erfasst, in Ostdeutschland sind es sogar nur noch 53 Prozent.<\/p><p>Gemeinsam mit den Gewerkschaften treten wir daf&uuml;r ein, der Lohndr&uuml;ckerei ein Ende zu bereiten und gemeinsam k&auml;mpfen wir f&uuml;r faire und gerechte L&ouml;hne. F&uuml;r uns Sozialdemokraten ist klar: Jeder Mensch muss die M&ouml;glichkeit zur Teilhabe an sozial abgesicherter und existenzsichernder Erwerbsarbeit haben.<\/p><p><strong>V. Verl&auml;sslicher Partner in der Gro&szlig;en Koalition<\/strong><\/p><p>Betriebsr&auml;te und Gewerkschaften k&ouml;nnen sich darauf verlassen, dass wir Sozialdemokraten an der Seite der Gewerkschaften stehen. Wir verteidigen Tarifautonomie, Mitbestimmung und K&uuml;ndigungschutz gegen die Schwarzen und Gelben. <\/p><p>Untragbar sind die wiederholten Forderungen von CDU\/CSU und FDP nach einer Arbeitsmarktpolitik, die Arbeitnehmerrechte beschneidet, den K&uuml;ndigungsschutz und die Mitbestimmungsrechte lockert. CDU und CSU wollen die Tarifautonomie aushebeln. Sie wollen die Arbeitgeberseite einseitig st&auml;rken und die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften schw&auml;chen.<\/p><p>In den letzten Jahrzehnten hat sich gezeigt, dass Betriebsr&auml;te verantwortungsvoll mit ihrer Aufgabe umgehen. Mitbestimmung ist ein Erfolgsmodell f&uuml;r Deutschland. Das wissen wir Sozialdemokraten schon lange.<\/p><p>Mitbestimmung hei&szlig;t: Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen so zu gestalten, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mitbeteiligt sind und mitentscheiden k&ouml;nnen &ndash; und zwar auf gleicher Augenh&ouml;he. Denn: Auch am Arbeitsplatz, im Betrieb und im Unternehmen m&uuml;ssen demokratische Prinzipien gelten.<\/p><p>Mitbestimmung hei&szlig;t auch: Konsenssuche statt Dauerkonflikt. Dass die Gewerkschaften sehr vorsichtig mit dem Instrument Streik umgehen, zeigt die Statistik. Weniger als in Deutschland wird nur noch in der Schweiz und in Japan gestreikt. Das sollten all jene zur Kenntnis nehmen, die den ganzen Tag &uuml;ber die Gewerkschaften wettern.<\/p><p>Mitbestimmung &ndash; in Betriebs- und Aufsichtsr&auml;ten &ndash; ist ein Gewinn f&uuml;r die Leistungsf&auml;higkeit der Unternehmen. Und damit auch f&uuml;r die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Durch h&ouml;here L&ouml;hne, bessere Arbeitsbedingungen und weniger K&uuml;ndigungen.<\/p><p>Mitbestimmung hei&szlig;t aber auch, &bdquo;Nein&ldquo; zu sagen zu Unternehmen, die aus Renditewahn selbst profitable Standorte schlie&szlig;en und Arbeitspl&auml;tze vernichten.<\/p><p><strong>Auch bringt die CDU\/CSU immer wieder eine Aufweichung des K&uuml;ndigungsschutzes ins Spiel. Eine Aufweichung des K&uuml;ndigungsschutzes dient jedoch nicht den Arbeitnehmern. Nein, dies bringt nur Unsicherheit in die Betriebe und macht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erpressbar. Um es klar zu sagen: K&uuml;ndigungsschutz sch&uuml;tzt nicht vor K&uuml;ndigung, aber sehr wohl vor Willk&uuml;r. Und dabei muss es bleiben. <\/strong><\/p><p>Wir werden den K&uuml;ndigungsschutz weiterhin nicht aufweichen. Auf uns k&ouml;nnen sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verlassen.<\/p><p>Der gesetzliche K&uuml;ndigungsschutz, die Mitbestimmung im Betrieb, Tarifautonomie und das Streikrecht der Gewerkschaften sind unverzichtbare Bestandteile der sozialen Marktwirtschaft. Sichere Arbeitnehmerrechte und gute soziale Standards sind ein entscheidender Standortvorteil f&uuml;r Deutschland. Sie sind keine Hemmnisse, sondern Voraussetzungen f&uuml;r den unternehmerischen Erfolg.<\/p><p>Wir brauchen in einer immer flexibler werdenden Arbeitswelt neue Sicherheiten f&uuml;r Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. &Uuml;berg&auml;nge und Br&uuml;che im Beruf d&uuml;rfen nicht zum sozialen Absturz f&uuml;hren. Daf&uuml;r tragen wir Sorge, daf&uuml;r machen wir Politik!<\/p><p><strong>VI. Wir st&auml;rken die Vereinbarkeit von Familie und Beruf<\/strong><\/p><p> &bdquo;Du hast mehr verdient&ldquo;. Das ist ein sehr guter Satz, der stimmt. Und er muss auch f&uuml;r die Familien in Deutschland gelten! Familien haben mehr verdient in Deutschland. Deshalb hat Familienpolitik f&uuml;r uns Sozialdemokraten einen hohen Stellenwert. Eine moderne und sozial gerechte Familienpolitik ist entscheidend f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Entwicklung unseres Landes.<\/p><p>In der vergangenen Legislaturperiode haben wir damit begonnen, in der Familienpolitik eine andere Richtung einzuschlagen: Weg von der konservativen, antiquierten Form der eindimensionalen finanziellen F&ouml;rderung von Alleinverdienerpaaren, hin zu einem intelligenten Mix aus Infrastruktur, Zeit und Geld.<br>\nDazu sind<\/p><ul>\n<li>das Elterngeld<\/li>\n<li>der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen<\/li>\n<li>die flexible Elternzeit<\/li>\n<li>das Recht auf Teilzeit<\/li>\n<li>die steuerliche Beg&uuml;nstigung von Familien<\/li>\n<li>der Kinderzuschlag<\/li>\n<li>die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten<\/li>\n<li>die &bdquo;Allianz f&uuml;r Familie&ldquo; und<\/li>\n<li>die &bdquo;Lokalen B&uuml;ndnisse f&uuml;r Familie&ldquo;<\/li>\n<\/ul><p>wichtige Bausteine, die von Sozialdemokraten neuentwickelt und umgesetzt wurden.<br>\nDen von uns eingeschlagenen Weg setzen wir auch in der Gro&szlig;en Koalition fort.<\/p><p>Wir Sozialdemokraten wissen, dass sich die Aufgaben und Ziele der Familienpolitik in Deutschland in den letzten Jahrzehnten grunds&auml;tzlich gewandelt haben. <\/p><ul>\n<li>Wir wissen, dass heute eine Vielfalt an Familienformen besteht. Die Zahl der Alleinerziehenden nimmt ebenso zu, wie die Zahl der Patchwork- und Stieffamilien sowie der nicht-ehelich geborenen Kinder.<\/li>\n<li>Wir wissen, dass sich die Lebensentw&uuml;rfe von jungen Frauen und M&auml;nnern ver&auml;ndert haben. Nur noch 5 Prozent der jungen Frauen wollen ausschlie&szlig;lich Mutter und Hausfrau sein; die &uuml;bergro&szlig;e Mehrheit m&ouml;chte beides: Familie und Beruf.<\/li>\n<li>Wir wissen, dass insbesondere bei Alleinerziehenden das Armutsrisiko gro&szlig; ist.<\/li>\n<li>Und wir wissen aus internationalen und nationalen Studien, dass Deutschland bei der fr&uuml;hkindlichen Bildung erheblichen Nachholbedarf hat.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Wir wollen zur europ&auml;ischen Spitzengruppe aufschlie&szlig;en.<\/strong> Deutschland gibt nicht zu wenig Geld aus f&uuml;r Familien, sondern vielfach an den falschen Stellen. Insgesamt 184,5 Mrd. Euro geben Bund, L&auml;nder und Gemeinden j&auml;hrlich f&uuml;r familienbezogene Leistungen und Ma&szlig;nahmen aus.<br>\nAndere L&auml;nder sind bei gleichem oder geringerem Mitteleinsatz erfolgreicher in puncto Geburtenrate, Armutsvermeidung, Frauenerwerbst&auml;tigkeit und Bildungschancen, weil sie ihre Mittel effizienter einsetzen und mehr in eine gute Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur investieren. Da wollen wir auch hin!<br>\nNur mit qualitativ und quantitativ hochwertigen und ausreichenden Kinderbetreuungsm&ouml;glichkeiten wird uns eine <\/p><ul>\n<li>Verbesserung der Bildungs- und damit Zukunftschancen unserer Kinder gelingen<\/li>\n<li>bessere Integration von Kindern aus sozial benachteiligten Familien gelingen<\/li>\n<li>bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingen<\/li>\n<li>nachhaltige Armutsvermeidung gelingen<\/li>\n<\/ul><p>Wir wollen den Rechtsanspruch auf Betreuung nach Vollendung des ersten Lebensjahres.  Wir wollen damit eine tats&auml;chliche Wahlfreiheit f&uuml;r Eltern schaffen. Junge Eltern erwarten zu Recht, dass sie nach 12 oder 14 Monaten in den Beruf zur&uuml;ckkehren k&ouml;nnen. Daf&uuml;r brauchen sie ein entsprechendes Betreuungsangebot. Bei einem Angebot von Kindertagesbetreuung in Westdeutschland von aktuell knapp 8 Prozent bei den Unter-3-J&auml;hrigen gibt es f&uuml;r viele Eltern keine wirkliche Wahlfreiheit.<\/p><ul>\n<li>Wir wollen den Familien ein Angebot unterbreiten.<\/li>\n<li>Wir wollen Eltern erm&ouml;glichen, ihrem Beruf nach angemessener Zeit wieder nachzugehen.<\/li>\n<li>Und wir wollen, dass die Kinderbetreuung, genau wie die Schule, mittelfristig beitragsfrei gestellt wird.<\/li>\n<\/ul><p>Wir reden nicht nur &uuml;ber moderne Familienpolitik, wir treiben sie auch voran.<\/p><p><strong>VII. Faire M&auml;rkte &ndash; soziales Europa &ndash; Unternehmenssteuerreform<\/strong><\/p><p>Wir sind &uuml;berzeugt davon, dass die M&auml;rkte den Menschen dienen m&uuml;ssen und nicht anders herum. Dies gilt nicht nur f&uuml;r Deutschland. Dies gilt auch f&uuml;r Europa. Wir brauchen faire M&auml;rkte in einem sozialen Europa. <\/p><p>M&auml;rkte brauchen Regeln. Daher setzen wir uns f&uuml;r gleiche Steuerquoten und Arbeitsbedingungen in Europa ein. Wir setzen uns f&uuml;r ein europ&auml;isches Arbeitsrecht ein, das einheitliche elementare Standards im Bereich des Tarif- und Streikrechts festschreibt. Die Mitbestimmung f&uuml;r Arbeitnehmer in europaweit t&auml;tigen Unternehmen muss abgesichert und ausgebaut werden.<\/p><p>Wir haben mit der Gestaltung der EU-Dienstleistungsrichtlinie auf europ&auml;ischer Ebene viel f&uuml;r uns erreicht. Wir haben das Herkunftslandprinzip abgewehrt, jetzt gelten die sozialen und arbeitsrechtlichen Bedingungen des Landes, in dem die Leistung erbracht wird.<br>\nWir haben mit &Uuml;bergangsregelungen den heimischen Markt vor Dumping-L&ouml;hnen gesch&uuml;tzt. Aber nicht zuletzt deshalb brauchen wir in Zukunft auch eine Form der gesetzlichen Mindestl&ouml;hne.<\/p><p>Wir wollen eine einheitliche Bemessungsgrundlage und Mindests&auml;tze bei der Besteuerung von Unternehmen, um einen Wettlauf um die niedrigsten Steuers&auml;tze und unfairen Standortwettbewerb zu verhindern.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen dabei auch die Unternehmen in Deutschland ber&uuml;cksichtigen, und auch jene, die vielleicht daran denken, sich hier anzusiedeln. Sie sind es, die Arbeitspl&auml;tze schaffen. Deshalb haben wir eine Unternehmenssteuerreform auf den Weg gebracht.<br>\nWir machen mit dieser Reform einen gro&szlig;en Schritt vorw&auml;rts. Das eigentliche Ziel dieser Reform ist, dass es k&uuml;nftig f&uuml;r Unternehmen noch attraktiver sein wird, in Deutschland zu investieren und hierbei neue Arbeitspl&auml;tze zu schaffen. Es geht nicht um Geschenke f&uuml;r Unternehmen und Unternehmer, sondern darum, f&uuml;r neue Arbeitspl&auml;tze und Investitionen in Deutschland zu sorgen. Durch die Reform werden sich die Steuereinnahmen des Staates erh&ouml;hen und es wird zu mehr Steuergerechtigkeit kommen. Ich bin mir sicher, dass sich in zwei, drei Jahren zeigen wird, dass diese Reform zu mehr Investitionen und damit auch zu mehr Arbeitspl&auml;tzen in Deutschland f&uuml;hren wird. <\/p><p><strong>VIII. Rente mit 67 \/ Initiative 50plus<\/strong><\/p><p>Wir m&uuml;ssen auch unpopul&auml;re, aber dennoch richtige Entscheidungen treffen. Dazu geh&ouml;rt die Rente mit 67. Wir haben hier heftige Auseinandersetzungen mit unseren Freunden von den Gewerkschaften.<\/p><p>Ich sage aber auch, dass Politik heute die Weichen f&uuml;r eine gute Zukunft stellen muss. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnten wir nur vier Jahre weit schauen, und alles Fernere in der Zukunft k&ouml;nnte uns egal sein. Aber das ist nicht unser Stil bei der SPD. Wir machen eine verantwortungsvolle und zukunftsorientierte Politik.<\/p><p>Ab 2012 wird das Renteneintrittsalter schrittweise um einen Monat, ab 2024 um zwei Monate pro Jahr erh&ouml;ht, so dass ab 2029 das gesetzliche Renteneintrittsalter dann bei 67 Jahren liegt. F&uuml;r die Geburtsjahrg&auml;nge ab 1964 gilt die Regelaltersgrenze 67 Jahre. Bis einschlie&szlig;lich 1963 Geborene erreichen die Regelaltersgrenze entsprechend fr&uuml;her.<\/p><p>Einige Teile der Gewerkschaften haben uns hierbei nun wirklich alles andere als geholfen. Da kam schon mal blanker Populismus zum Vorschein. Das hatte mit Aufkl&auml;rung, dem Urgedanken der Gewerkschaftsbewegung, nicht mehr viel zu tun. <\/p><p>Wir machen die Rente mit 67 schlie&szlig;lich nicht aus Jux und Tollerei oder weil wir den Menschen ihren Ruhestand nicht g&ouml;nnen. Hinter dieser neuen Regelung stehen demografische Entwicklungen, die niemand ernsthaft anzweifeln kann.<\/p><p><strong>Wir handeln, da die Fakten klar sind:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Heute kommen auf einen Rentner drei Menschen, die arbeiten. Drei Besch&auml;ftigte finanzieren eine Rente. Im Jahr 2030 wird sich das Verh&auml;ltnis verschlechtern &ndash; dann m&uuml;ssen zwei Beitragszahler f&uuml;r einen &Auml;lteren sorgen. Gr&uuml;nde daf&uuml;r sind die sinkende Geburtenrate und die steigende Lebenserwartung. D. h. immer weniger junge Menschen m&uuml;ssen die Renten f&uuml;r immer mehr &Auml;ltere erwirtschaften.<\/li>\n<li>Die wachsende Lebenserwartung verl&auml;ngert die Rentenbezugszeit: 1960 betrug die durchschnittliche Rentenbezugsdauer knapp 10 Jahre; 1990 waren es bereits &uuml;ber 15 Jahre, 2006 waren es 17 Jahre. Im Jahr 2020 werden es fast 20 Jahre sein.<\/li>\n<li>Parallel dazu ist im selben Zeitraum die Geburtenzahl dramatisch zur&uuml;ckgegangen. 1969 brachte jede Frau durchschnittlich 2,1 Kinder zur Welt. Damit konnte das zahlenm&auml;&szlig;ige Verh&auml;ltnis zwischen den Generationen stabil gehalten werden. Das hat sich seit Mitte der siebziger Jahre ver&auml;ndert. Die Geburtenrate liegt nun bei 1,4 Kindern. Das Gleichgewicht der Generationen ist damit verschoben.<\/li>\n<li>Gleichzeitig nehmen die Versicherungsjahre immer weiter ab. Die normale Berufskarriere beginnt sp&auml;ter und weist immer mehr Br&uuml;che auf.<\/li>\n<\/ul><p>Diese Fakten machen die Lage deutlich. Wir d&uuml;rfen den Menschen nichts vorgaukeln. Unser Rentensystem kann so nicht bleiben, es muss angepasst werden. Deshalb sagen wir schon heute, dass in 22 Jahren das normale Renteneintrittsalter bei 67 Jahren liegen muss. Aber auch erst in 22 Jahren und nicht schon heute, wie manche glauben machen wollen!<\/p><p>Sachliche Einw&auml;nde wischen wir nicht ignorant beiseite. Wir haben eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die unter Beteiligung von Expertinnen und Experten aus Praxis, Wissenschaft und Gewerkschaften Vorschl&auml;ge erarbeiten wird, wie wir die Rente mit 67 flankieren k&ouml;nnen.<br>\nDabei soll es u. a. um Qualifizierung und Weiterbildung gehen, um die Gestaltung einer alternsgerechten Arbeitswelt, um gesundheitsschonende Gestaltung der Arbeitspl&auml;tze und um M&ouml;glichkeiten gleitender &Uuml;berg&auml;nge in den Ruhestand. Die Rente mit 67 ist beschlossen, aber &uuml;ber die Ausgestaltung im Einzelnen wird noch zu sprechen sein. Ich glaube, dass viele von uns die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe sehr begr&uuml;&szlig;en werden.<\/p><p>Wir wissen, dass eine Erh&ouml;hung des Rentenalters ins Leere laufen muss, wenn sich die derzeitige Arbeitsmarktlage f&uuml;r &auml;ltere Menschen nicht grundlegend &auml;ndert. Eine l&auml;ngere Lebensarbeitszeit erfordert auch ein entsprechendes Arbeitsplatzangebot.<\/p><p>Um die Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten &Auml;lterer zu verbessern, haben wir die Initiative 50plus beschlossen. Sie ist dringend notwendig, denn zur Zeit stellt sich die Situation wie folgt dar:<\/p><ul>\n<li>50 Prozent der Betriebe in Deutschland besch&auml;ftigen keine Arbeitnehmer, die &uuml;ber 50 Jahre alt sind und<\/li>\n<li>nur rund 45 Prozent der 55- bis 65-J&auml;hrigen in Deutschland arbeiten.<\/li>\n<\/ul><p>Damit k&ouml;nnen wir uns nicht zufrieden geben. Wir brauchen die Erfahrung, das Wissen, und die Urteilskraft der bereits langj&auml;hrig Besch&auml;ftigten. Wir d&uuml;rfen dieses Potenzial nicht ungenutzt lassen. <\/p><p>Mit der Initiative 50plus setzen wir genau hier an. Darin sind eine F&uuml;lle von M&ouml;glichkeiten zur Besch&auml;ftigungserleichterung &auml;lterer Arbeitnehmer vorgesehen. Wir wollen f&uuml;r &auml;ltere Arbeitnehmer<\/p><ul>\n<li>eine fortlaufende Qualifizierung und Weiterbildung<\/li>\n<li>altersgerechte Arbeitsbedingungen<\/li>\n<li>eine Humanisierung der Arbeitspl&auml;tze und<\/li>\n<li>eine gesundheitsschonende Gestaltung der Arbeitsbedingungen<\/li>\n<\/ul><p>Aufgefordert sind allerdings auch Gewerkschaften und Wirtschaft, das Arbeitsleben mit Tarif- und Betriebsvereinbarungen so zu gestalten, dass die Besch&auml;ftigungsf&auml;higkeit im Alter erhalten und erh&ouml;ht wird.<\/p><p><strong>IX. Zusammenwirken mit den Gewerkschaften \/ Die Linke.PDS<\/strong><\/p><p>Es hilft nichts, die Augen vor der Realit&auml;t zu verschlie&szlig;en: Die Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie war geraume Zeit getr&uuml;bt. Die Agenda 2010 und die Rente mit 67 haben bei Teilen der Gewerkschaften zu heftigen Reaktionen gef&uuml;hrt. Aber klar ist: Die Reformen waren notwendig, und sie tragen Fr&uuml;chte. <\/p><p>Ich bin der &Uuml;berzeugung, dass wir den Dialog zwischen unseren beiden Organisationen wieder vertiefen m&uuml;ssen. Wir, die Sozialdemokraten, sind diejenigen, die sich in Regierungsverantwortung f&uuml;r die Arbeitnehmerrechte einsetzen und diese in der Gro&szlig;en Koalition wahren und verteidigen. <\/p><p>Wenn sich nun so manche Populisten zwischen uns dr&auml;ngen und die SPD beschimpfen, dann kann es leicht sein, dass man sich auf Gewerkschaftsseite blenden l&auml;sst.<br>\nWenn gesagt wird, es sei &bdquo;schizophren&ldquo;, Gewerkschafts- und SPD-Mitglied zugleich zu sein, dann werden viele von uns hier beleidigt. Diese M&ouml;chtegern-Gewerkschaftsfreunde sind doch nur Propagandaredner. Die k&ouml;nnen keine Verantwortung &uuml;bernehmen. Der eine hat als Finanzminister in einer schwierigen Phase einfach das Handtuch geworfen, der andere hat das gleiche unverantwortliche Verhalten im Berliner Senat an den Tag gelegt. Und nun kommen all die frustrierten Dr&uuml;ckeberger aus dem Westen zu diesem SED-Nachfolgehaufen noch hinzu. Ich muss mich da schon fragen, wie kann man nur auf die reinfallen. Die regieren nicht, die wollen ja nicht mal. Die versprechen das Blaue vom Himmel. Die w&uuml;rden wieder wegrennen, wenn ihre Seifenblasen platzen.<\/p><p><strong>Die Linke.PDS\/WASG &ndash; oder wie sie sich in Zukunft auch immer nennen werden &ndash; die k&ouml;nnen nur populistisch reden und haben Feigheit vor der Verantwortung. Die betreiben Opposition um der Opposition willen. Das sind Sozialromantiker, die die Augen vor der Realit&auml;t verschlie&szlig;en. Die wollen und k&ouml;nnen nicht gestalten, erst recht keine soziale Gerechtigkeit. Denn dazu geh&ouml;rt auch eine starke Wirtschaft und Wohlstandssicherung auf hohem Niveau. Diese angeblichen Linken k&uuml;mmern sich doch nicht darum, dass die Kuh, die sie melken wollen, auch was zu fressen bekommt.<\/strong><\/p><p>Ich mache hier noch einmal deutlich:<\/p><ul>\n<li>Wir sind in Regierungsverantwortung. <\/li>\n<li>Wir machen uns stark f&uuml;r die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.<\/li>\n<li>Wir haben lange daf&uuml;r gek&auml;mpft, wir werden es auch weiterhin tun.<\/li>\n<li>Wir werden es nicht zulassen, dass es eine Aufweichung des K&uuml;ndigungsschutzes, eine Aufweichung der betrieblichen Mitbestimmung und eine Aufweichung der Betriebsverfassung gibt. All das wird es mit uns nicht geben!<\/li>\n<\/ul><p>Lasst uns hier in Deutschland eine neue, eine andere, eine ganz andere Standortdebatte f&uuml;hren!<\/p><p><strong><em>Qualit&auml;t z&auml;hlt.<br>\nGute Arbeit z&auml;hlt.<br>\nGerechter Lohn z&auml;hlt.<br>\nEin handlungsf&auml;higer, investiver Staat z&auml;hlt.<br>\nNeue Sicherheiten f&uuml;r Menschen z&auml;hlen.<br>\nGleiche Bildungschancen f&uuml;r alle z&auml;hlen.<br>\nMehr Zuwendung f&uuml;r unsere Kinder z&auml;hlt.<\/em><\/strong><\/p><p>Auf all das kommt es an. Lasst uns gemeinsam St&auml;rke zeigen. Politik braucht starke Unterst&uuml;tzung aus der Gesellschaft. Wir m&uuml;ssen daran gehen, neue Mehrheiten in Deutschland zu erreichen. Das muss unser Motto f&uuml;r die kommenden Jahre sein: Neue Mehrheiten f&uuml;r eine sozialdemokratische Politik!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Buchlesungen werde ich h&auml;ufig gefragt, warum ich noch in der SPD sei. Daraufhin empfehle ich, diese Frage doch an Gerhard Schr&ouml;der, Wolfgang Clement oder Franz M&uuml;ntefering zu richten. Ihre Politik sei schlie&szlig;lich weit entfernt von sozialdemokratischem Gedankengut. Und dann weise ich darauf hin, dass ich mich den Tausenden von Sozialdemokraten verpflichtet f&uuml;hle, die anders<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2302\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[122,146,191],"tags":[358,318,1253,246,251,312],"class_list":["post-2302","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-demoskopieumfragen","category-soziale-gerechtigkeit","category-spd","tag-bundeswehr","tag-elterngeld","tag-heil-hubertus","tag-linke-mehrheit","tag-muentefering-franz","tag-reformpolitik"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2302","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2302"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2302\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29985,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2302\/revisions\/29985"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}