{"id":23028,"date":"2014-08-29T13:13:18","date_gmt":"2014-08-29T11:13:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23028"},"modified":"2024-09-24T23:31:49","modified_gmt":"2024-09-24T21:31:49","slug":"krieg-beginnt-hier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23028","title":{"rendered":"Krieg beginnt hier"},"content":{"rendered":"<p>Am kommenden Montag ist der 1. September &ndash; und damit wieder einmal &bdquo;Antikriegs&ldquo;- bzw. &bdquo;Weltfriedenstag&ldquo;. Die Friedensbewegung mobilisiert hierf&uuml;r; die Gewerkschaften ebenso. Die westdeutsche Initiative f&uuml;r diesen Gedenktag ging &uuml;berhaupt erst vom Deutschen Gewerkschaftsbund aus, der erstmals zum 1. September 1957 unter dem Motto &bdquo;Nie wieder Krieg&ldquo; zu Aktionen aufrief. Doch wie steht es eigentlich heute, 57 Jahre sp&auml;ter um Krieg und Frieden in der Welt? Und wie ist es heute um das Verh&auml;ltnis zwischen Friedensbewegung und Gewerkschaften bestellt? <strong>Jens Wernicke<\/strong> sprach hierzu mit <strong>Mag Wompel<\/strong>, Tr&auml;gerin des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alternativer_Medienpreis\">Alternativen Medienpreises<\/a> und Redakteurin beim <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/\">LabourNet Germany<\/a>, das sich als &bdquo;Treffpunkt der gewerkschaftlichen Linken mit und ohne Job im weitesten Sinne &ndash; und hierbei der Ungehorsamen&ldquo; sowie als basisnah und gesellschaftskritisch <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/ueber-uns\/\">versteht<\/a>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Frau Wompel, am 1. September wird in Erinnerung an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Angriff der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939, erneut der Antikriegs- bzw. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weltfriedenstag\">Weltfriedenstag<\/a> begangen. Zu diesem <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/category\/interventionen\/kriege\/antimili-all\/antikriegstage\/\">mobilisiert<\/a> auch das <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/\">LabourNet Germany<\/a>. Worum geht es in diesem Jahr?<\/strong><\/p><p>In erster Linie stehen in diesem Jahr naheliegenderweise die Jahrestage im Fokus: Vor 100 Jahren begann der Erste und vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg.<\/p><p>Grunds&auml;tzlich hat sich an der Ausrichtung des Antikriegstages dabei nichts ge&auml;ndert, wie auch die entsprechenden Aufrufe zeigen. So fordert beispielsweise der DGB &bdquo;Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!&ldquo; und der Bundesausschuss Friedensratschlag &bdquo;Frieden schaffen ohne Waffen &ndash; Krieg und Milit&auml;r l&ouml;sen keine Probleme!&ldquo;. <\/p><p>Leider gibt es in diesem Jahr viele konkrete und aktuelle Themen und Bez&uuml;ge, die jedoch unterschiedlich aufgenommen und verarbeitet werden. Neben Asylpolitik und Rassismus besteht das dringendste Problem dabei in den aktuell 40 Kriegen, die zurzeit &uuml;ber den Globus verteilt w&uuml;ten. <\/p><p><strong>Und unterschiedlich aufgenommen und verarbeitet meint was genau&hellip;?<\/strong><\/p><p>Nun, dass inner- und au&szlig;ergewerkschaftliche Friedenbewegung leider zunehmend auseinanderdriften. <\/p><p><strong>Inwiefern?<\/strong> <\/p><p>Ganz konkret&hellip;: Der Friedensratschlag als Sprachrohr der au&szlig;ergewerkschaftlichen Friedensbewegung zieht eine ersch&uuml;tternde Bilanz der weltweiten Situation, indem er unter anderem <a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/bewegung1\/1sept2014.pdf\">klarstellt [PDF]<\/a>: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Allein in den beiden Gro&szlig;kriegen in Afghanistan und Irak starben bisher nach unabh&auml;ngigen Studien mindestens 800.000 Menschen, unter ihnen zum gr&ouml;&szlig;ten Teil Zivilpersonen. In Pakistan f&uuml;hren die USA einen nicht erkl&auml;rten Drohnenkrieg, dem Tausende Menschen zum Opfer gefallen sind. Killerdrohnen setzen die USA auch in Jemen, Somalia und anderen afrikanischen Staaten ein. (&hellip;) Ob in Afghanistan, Mali, Sudan\/S&uuml;dsudan, Zentralafrika und Nigeria, dem Horn von Afrika, Libyen, Gaza, Syrien oder Irak: Nirgendwo haben ausl&auml;ndische Milit&auml;rinterventionen, Ausbildungsmissionen oder Waffenlieferungen zu einer nennenswerten Verbesserung der humanit&auml;ren Situation beigetragen. Das Gegenteil ist h&auml;ufig der Fall: In Libyen herrscht heute B&uuml;rgerkrieg, Irak droht endg&uuml;ltig in mindestens drei Teile zu zerfallen, 13 Jahre nach der Intervention ist auch in Afghanistan nichts gut, und der andauernde israelisch-pal&auml;stinensische Konflikt l&auml;sst sich auch durch noch so viele &sbquo;Vergeltungsaktionen&lsquo; nicht l&ouml;sen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Er stellt dabei auch eine direkte Beziehung zwischen &bdquo;Terrorismusbek&auml;mpfung&ldquo;, Killerdrohnen, deutschen R&uuml;stungsexporten und der Militarisierung der deutschen Au&szlig;enpolitik her. Konsequenterweise lauten seine Forderungen dann auch: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Nein zur NATO; Keine Kampfdrohnen; Abzug der Atomwaffen aus B&uuml;chel; Striktes Verbot von R&uuml;stungsexporten; Zivile Produktion statt R&uuml;stung (&bdquo;Konversion&ldquo;) &ndash; Arbeit schaffen ohne Waffen; Erziehung zum Frieden statt Kriegsert&uuml;chtigung: Keine Bundeswehr an Schulen, Hochschulen und Job-Centern.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Im <a href=\"http:\/\/ostsachsen.dgb.de\/++co++f287868e-246b-11e4-83df-52540023ef1a\">DGB-Aufruf [PDF]<\/a> hingegen fehlen konkrete aktuelle Bez&uuml;ge sowie deren deutliche Kritik. Da gibt es nur Andeutungen hierzu: <\/p><blockquote><p>&ldquo;Trotzdem werden politische, ethnische oder religi&ouml;se Konflikte Teil der globalen Realit&auml;t bleiben &ndash; wie aktuell in verschiedenen L&auml;ndern des Nahen Ostens oder der Ukraine. Die internationale Staatengemeinschaft muss alle diplomatischen Anstrengungen unternehmen, die zur Entsch&auml;rfung der Situation beitragen, und die Waffen zum Schweigen bringen.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Und es wird auch weniger grunds&auml;tzlich argumentiert. Beispielsweise, wenn es hei&szlig;t, der DGB fordere die Bundesregierung und den Bundestag auf, weder direkt noch indirekt milit&auml;rische Interventionen zu unterst&uuml;tzen, die nicht von einem UN-Mandat gedeckt seien. In meinen Ohren klingt das leider so, als ob mittels UN-Mandat scheinlegitimierte Kriegseins&auml;tze den Pazifismus des DGB nicht mehr wirklich st&ouml;ren w&uuml;rden&hellip; Es klingt wie das Motto &ldquo;Hauptsache mit Tarifvertrag und mitbestimmt!&rdquo; <\/p><p>Weniger erstaunlich als <em>diese<\/em> aufgeweichte Position im DGB-Aufruf zum Antikriegstag ist jedoch die fehlende Ablehnung von R&uuml;stungsexporten, welche laut DGB-Aufruf lediglich strengen Regeln unterliegen sollen, die nicht aufgeweicht werden d&uuml;rften. Traurig, aber weniger erstaunlich, weil zum Thema R&uuml;stung die Einzelgewerkschaften des DGB keine gemeinsame Position erzielen konnten. Bestes Beispiel hierf&uuml;r ist die IG Metall-Politik zum <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/branchen\/ruestung\/drohnenprogramm-konnte-1500-arbeitsplatze-sichern\/\">Thema Drohnen<\/a>, wo schon einmal klar gesagt wird, dass R&uuml;stung doch gut sei, weil sie Arbeitspl&auml;tze erhalte oder gar schaffe.<\/p><p>In einem <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/branchen\/ruestung\/pervers-ig-metall-betriebsrate-fur-rustung-mit-drohnen-produktion-aus-den-briefen-eines-betroffenen-und-emporten-ig-metallers-an-seine-ehemaligen-kolleginnen-und-kollegen-im-werk\/\">Kommentar f&uuml;r das LabourNet<\/a> schreibt ein kritischer Metaller hierzu: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Gilt weiterhin die Satzung unserer IG Metall (&sect; 2, Aufgaben und Ziele), nach der sie sich &sbquo;f&uuml;r Frieden, Abr&uuml;stung und V&ouml;lkerverst&auml;ndigung&lsquo; einsetzt? &ndash; Ja, was denn sonst! Gibt es etwa neue Beschl&uuml;sse in der IG Metall, die Arbeitspl&auml;tze in der R&uuml;stungsindustrie durch mehr oder neue Kriegswaffen &sbquo;zu erhalten, zu sichern&lsquo;? &ndash; Nat&uuml;rlich nicht! Sind hier einige &sbquo;Metaller&lsquo; in R&uuml;stungsbetrieben von der Rolle? Offensichtlich! &ndash; Wie pervers ist das denn: Arbeitspl&auml;tze &sbquo;sichern&lsquo; durch Drohnen-Forschung, nat&uuml;rlich nur f&uuml;r &sbquo;zivile&lsquo; Zwecke, w&auml;hrend durch Milit&auml;rindustrie, Bundeswehr und Politik nach und nach in den Medien f&uuml;r die Produktion von &sbquo;Killer&lsquo;-Drohnen der Weg bereitet wird, deren Einsatz bereits durch US-Milit&auml;r und -Geheimdienste von Deutschland aus seit mehr als einem Jahrzehnt erfolgt.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Genau das d&uuml;rfte auch der Grund sein, warum sich der DGB bislang noch nicht zum Thema der Kriegswaffenlieferungen in den Irak ge&auml;u&szlig;ert hat.<\/p><p><strong>Ist diese Entwicklung der Gewerkschaften beim Thema denn neu? &hellip;verabschieden sich diese gar von einem grundlegenden Antikriegskurs?<\/strong><\/p><p>Nun, es hat schon immer zwei gewerkschaftliche Traditionen gegeben. Die eine unterst&uuml;tzte Krieg, R&uuml;stung und Nation &ndash; noch im 1. Weltkrieg hielt diese Richtung dem Kaiser die Treue, bis dieser dann das Weite suchte. Die pazifistische Gegentradition hierzu wurde durch den internationalistischen Fl&uuml;gel der Arbeiterbewegung etabliert.<\/p><p>Das Verh&auml;ltnis der Gewerkschaften zum deutschen Milit&auml;r ist also schon l&auml;nger zwiesp&auml;ltig und schwankt immer wieder zwischen Ablehnung und Anbiederung, wobei sich aktuell das Pendel tendenziell immer st&auml;rker in Richtung Anbiederung ausrichtet.<\/p><p>1952 wurde der DGB-Vorsitzende Christian Fette auf dem 2. DGB-Bundeskongress noch abgew&auml;hlt, weil er sich entgegen den Beschl&uuml;ssen des DGB f&uuml;r die Remilitarisierung einsetzte. Heute ist derlei leider undenkbar, obwohl sich Michael Sommer f&uuml;r die bessere Ausstattung des Arbeitnehmers Soldat und engere Verbindungen zwischen Bundeswehr und Gewerkschaften eingesetzt hat. <\/p><p>Seit 1956 organisiert schlie&szlig;lich die f&uuml;r die &ouml;ffentliche Verwaltung zust&auml;ndige Teilgewerkschaft des DGB &ndash; aktuell ist das ver.di &ndash; die Soldaten und Zivilbesch&auml;ftigten der Bundeswehr. 1981 gab es dann bereits eine gemeinsame Erkl&auml;rung des Gewerkschaftsbundes und der Bundeswehr, in der den Streitkr&auml;ften eine &ldquo;unverzichtbare Funktion&rdquo; f&uuml;r den &ldquo;demokratischen Staat&rdquo; attestiert wurde.<\/p><p>1999 unterst&uuml;tzte dann der damalige DGB-Vorsitzende Schulte bereits offen den Kosovokrieg, was immerhin noch zu <a href=\"http:\/\/labournet.de\/krieg\/kosovo\/aufrufe.html\">zahlreichen Protesten<\/a> innerhalb der Gewerkschaften f&uuml;hrte. <\/p><p><strong>Und aktuell?<\/strong><\/p><p>Nun, da forderte Michael Sommer eben unl&auml;ngst und grunds&auml;tzlich, ich hatte es bereits kurz erw&auml;hnt, eine <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/interventionen\/kriege\/antimili-all\/gewerkschaften-und-bundeswehr-engere-zusammenarbeit-geplant\/\">engere Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und Bundeswehr<\/a> nachdem zuvor der damalige Minister de Maizi&egrave;re verk&uuml;ndet hatte: &bdquo;Die Bundeswehr und der DGB sind Teile der Friedensbewegung&ldquo;, und lassen mich auch <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/antikriegstag_siegen.pdf\">andere Entwicklungen [PDF]<\/a> bef&uuml;rchten, so dass zunehmend vom Niedergang gewerkschaftlicher Friedenspolitik zu sprechen ist.<\/p><p><strong>&ldquo;Niedergang gewerkschaftlicher Friedenspolitik&rdquo;- das ist ein harter Vorwurf. K&ouml;nnen Sie ihn begr&uuml;nden?<\/strong><\/p><p>Viele Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter verstehen sp&auml;testens das Agieren Michael Sommers als einen Bruch mit der geltenden friedenspolitischen Beschlusslage des DGB und sehen darin den Versuch, gesellschaftliche Akzeptanz f&uuml;r die jetzige noch umstrittene Milit&auml;rpolitik zu schaffen. <\/p><p>Dies versucht die Bundeswehr seit Jahren auch durch den Abschluss von Kooperationsvereinbarungen mit einzelnen Bundesl&auml;ndern, in denen der erleichterte Zugang zu Schulen und Hochschulen vereinbart ist. Zwar wendet sich auch die DGB-Spitze gegen die Personalwerbung der deutschen Streitkr&auml;fte an Schulen und die Kriegsforschung an Universit&auml;ten, besteht jedoch gleichzeitig auf die bedingungslose gewerkschaftliche Vertretung aller Bundeswehrangeh&ouml;rigen. Die weltweiten Kriegsoperationen des deutschen Milit&auml;rs werden nicht mehr grunds&auml;tzlich in Frage gestellt.<\/p><p>In unserem <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/?p=25409\">Dossier zum Thema<\/a> kann man nachgelesen, wie viele Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sich &ndash; leider bisher erfolglos &ndash; dieser falsch verstandenen Vertretung der Interessen der Bundeswehrbesch&auml;ftigten entgegen stellen und eine klare gewerkschaftliche Linie gegen Krieg und Bundeswehr einfordern, zuletzt beim DGB-Kongress im Mai, leider jedoch auch dort ohne Erfolg. <\/p><p>Als einziges Zugest&auml;ndnis an die innergewerkschaftlichen Kritiker gab es im Oktober 2013 einen &ldquo;Friedens- und Sicherheitspolitischen Workshop&rdquo; des DGB, zu dem allerdings und bezeichnenderweise fast ausschlie&szlig;lich Bef&uuml;rworter der deutschen Kriegspolitik als Referenten geladen wurden &ndash; unter anderem auch ein Vertreter des beim Vorstand der Industriegewerkschaft Metall angesiedelten &ldquo;Arbeitskreises Wehrtechnik und Arbeitspl&auml;tze&rdquo;! Daher wurde dieser Workshop von weiten Teilen der Friedensbewegung auch als ein Schlag ins Gesicht aufgenommen und kritisiert&hellip;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/gbDeFt77qsQ\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><\/p><center><strong style=\"text-align: center; font-size: 85%;\">Vortrag von Matthias Monroy: Der Krieg beginnt hier <\/strong><\/center><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Was ist Ihrer Meinung nach also zu tun &ndash; aus friedenspolitischer Sicht in und f&uuml;r die Gewerkschaften?<\/strong><\/p><p>Also in erster Linie weniger an Regierungen appellieren und auf Gesetze verweisen, als die eigene Mitgliedschaft mobilisieren! Weder Regierungen noch Gesetze sind &ldquo;in Arbeitnehmerhand&rdquo; &ndash; die Solidarit&auml;t mit den Zivilbev&ouml;lkerungen in aller Welt liegt jedoch sehr wohl bei uns und sozusagen &bdquo;in unserer Hand&ldquo;.<\/p><p>Und auch die Bundeswehr ist nicht &ldquo;in Arbeitnehmerhand&rdquo;. Daher: Keine Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. Niemals! Nicht mit einer Armee, die im Notstand gegen Arbeiterinnen und Arbeiter eingesetzt werden kann und der Sicherung der herrschenden Verh&auml;ltnisse dient.<\/p><p>Die Aufgabe der Gewerkschaften ist und bleibt schlie&szlig;lich die Vertretung der arbeitenden Bev&ouml;lkerung &ndash; und Krieg richtet sich stets gegen deren Interessen oder sogar unmittelbar diese selbst. Ein <a href=\"http:\/\/friedensplenum.twoday.net\/stories\/326525214\/\">Offener Brief<\/a> des DGB-Arbeitskreis T&uuml;bingen und T&uuml;binger Friedensplenum\/Antikriegsb&uuml;ndnis an Michael Sommer zum Thema dr&uuml;ckt es besser aus, als ich es k&ouml;nnte: <\/p><blockquote><p>&ldquo;Dein Anliegen, &ldquo;die Soldaten anst&auml;ndig auszur&uuml;sten&rdquo; f&uuml;hrt in die falsche Richtung. Es ist ein Pl&auml;doyer f&uuml;r die R&uuml;stungsproduktion und Kriegsangriff. Wer die Soldaten liebt, schickt sie nachhause! In Kriegen leidet doch auch die Zivilbev&ouml;lkerung. Wo bleibt da die internationale Solidarit&auml;t des DGB?&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Der DGB hat darauf sogar geantwortet. Die Bundeswehr sei einer der gr&ouml;&szlig;ten Arbeitgeber und der DGB habe die Interessen aller seiner Mitglieder zu vertreten und diese nicht in gute oder schlechte zu unterteilen&hellip; Er versteckt sich dahinter, dass die Entscheidung &uuml;ber Auslandseins&auml;tze im Bundestag gef&auml;llt w&uuml;rden &ndash; was mich stark an den Umgang mit den Hartz-Gesetzen erinnert!<\/p><p>Es gibt allerdings viele Kolleginnen und Kollegen, die mit Unbehagen die Kriegspolitik der Bundesregierung beispielsweise bez&uuml;glich der Ukraine oder die Stimmungsmache gegen Russland beobachten und erwarten, dass die Gewerkschaften hierzu endlich klar Stellung beziehen: Gegen die eigene Regierung und das durch diese durch milit&auml;rische Mittel vertretene Streben nach internationaler Macht sowie immer mehr Profit. <\/p><p><strong>Welche Aktionen sind denn nun anl&auml;sslich des Antikriegstages geplant?<\/strong><\/p><p>Es gibt eine ganze Reihe von Veranstaltungen rund um den 1. September, meist von den regionalen DGB-Verb&auml;nden oder Einzelgewerkschaften und in der Regel in Zusammenarbeit mit anderen friedenspolitischen Organisationen. <\/p><p>Die Friedenskooperative listet sie &uuml;brigens auf ihrer Sonderseite zum Antikriegstag 2014 (http:\/\/www.friedenskooperative.de\/netzwerk\/akt14ter.htm) auf. Hier ist leicht zu erfahren, wo was l&auml;uft und man vor Ort mitmachen kann. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/H_6l6oSwZzA\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><\/p><center><strong style=\"text-align: center; font-size: 85%;\">Krieg beginnt hier:<br>\nAufruf zur Demonstration zum Antikriegstag 2014 in Ingolstadt<\/strong><\/center><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Aber auch hier gibt es &bdquo;Ausrei&szlig;er&ldquo; und &bdquo;Ausnahmen&ldquo;. Zu diesen geh&ouml;rt dieses Jahr beispielsweise der DGB Siegen-Wittgenstein, der momentan seine eigene friedenspolitische Veranstaltung <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/?p=64109\">boykottiert<\/a>. <\/p><p><strong>Welche Hoffnung verbinden Sie mit dem Antikriegstag?<\/strong><\/p><p>Schon der 1. Mai war stets auch ein Kampftag gegen Krieg und Milit&auml;r und auch dieses Jahr gab es bei vielen Demonstrationen bis hinein in den kirchlichen Bereich, etwa durch die Theologin Margot K&auml;&szlig;mann die Forderung nach einer Abschaffung der Bundeswehr. Diese Forderung sollte am diesj&auml;hrigen Antikriegstag lauter werden und auch f&uuml;r Gewerkschafter gelten. Denn verantwortungsvolle Friedenspolitik geht nur ohne Milit&auml;r! Kein Schulterschluss mit der Bundeswehr! Kein Kampf um jeden R&uuml;stungsarbeitsplatz! Sondern stattdessen Wiederbelebung der R&uuml;stungskonversionsdebatte und Diskussion um dringend notwendige Alternativen hierzu. <\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.friedenskooperative.de\/netzwerk\/akt14terges.htm\">Netzwerk Friedenskooperative: Aktionen zum Antikriegstag 2014<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/themen\/Antikriegstag\/Welcome.html\">AG Friedensforschung: Beitr&auml;ge zum Antikriegstag 2014<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/interventionen\/kriege\/antimili-all\/gewerkschaften-und-bundeswehr-engere-zusammenarbeit-geplant\/\">LabourNet Germany: Dossier &bdquo;Bundeswehr und Gewerkschaften&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/gewantifa.blogsport.eu\/files\/2012\/06\/bro-bundeswehr-dgb1.pdf\">Gemeinsame Brosch&uuml;re von GewerkschafterInnen und Antifas: Die Unterst&uuml;tzung der deutschen Kriegspolitik und Militarisierung durch die DGB-F&uuml;hrung und der Kampf dagegen [PDF]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.sozonline.de\/2013\/03\/dgb-und-bundeswehr\/\">Arno Kl&ouml;nne: DGB und Bundeswehr: Ein &laquo;historisch nicht mehr belastetes&raquo; Verh&auml;ltnis?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nrw.vvn-bda.de\/texte\/1063_dgb_bw.htm\">Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes &ndash; Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA): Bundeswehr und DGB: Antwort des Gewerkschaftsbundes und Entgegnung darauf &ndash; Gegen die Militarisierung der Gewerkschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/08-27\/040.php\">Peer Heinelt: Kernkompetenz Krieg<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am kommenden Montag ist der 1. September &ndash; und damit wieder einmal &bdquo;Antikriegs&ldquo;- bzw. &bdquo;Weltfriedenstag&ldquo;. Die Friedensbewegung mobilisiert hierf&uuml;r; die Gewerkschaften ebenso. Die westdeutsche Initiative f&uuml;r diesen Gedenktag ging &uuml;berhaupt erst vom Deutschen Gewerkschaftsbund aus, der erstmals zum 1. September 1957 unter dem Motto &bdquo;Nie wieder Krieg&ldquo; zu Aktionen aufrief. Doch wie steht es eigentlich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23028\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[170,212,109,209],"tags":[358,517,813,1120,304,1007],"class_list":["post-23028","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-friedenspolitik","category-gedenktagejahrestage","category-gewerkschaften","category-interviews","tag-bundeswehr","tag-dgb","tag-drohnen","tag-friedensbewegung","tag-kriegsverbrechen","tag-sommer-michael"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23028","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23028"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23028\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121903,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23028\/revisions\/121903"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23028"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23028"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23028"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}