{"id":2307,"date":"2007-05-03T08:42:19","date_gmt":"2007-05-03T06:42:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2307"},"modified":"2007-05-03T08:44:33","modified_gmt":"2007-05-03T06:44:33","slug":"hinweise-des-tages-383","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2307","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>&bdquo;Sein und Haben&ldquo;<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaft boomt, doch die gro&szlig;e Mehrheit der Bev&ouml;lkerung profitiert nicht mehr von ihren Wachstumsgewinnen. Das wird die Republik auf Dauer nicht aushalten<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/03\/a0108.1\/text\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Ein unglaubliches St&uuml;ck an Anti-Aufkl&auml;rung:<\/em><\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>&bdquo;Die deutsche Wirtschaft boomt&ldquo; &ndash; Das ist doch nicht richtig. Teile boomen, andere nicht. &bdquo;Mitten im Boom&ldquo; &ndash; so ein Verlust an Sinn f&uuml;r die Realit&auml;t. Langsam typisch f&uuml;r die taz.<\/li>\n<li>Die Autorin verharmlost die H&ouml;he der Arbeitslosigkeit. &bdquo;Unter 4 Millionen Arbeitslose&ldquo;, das sind doch noch unglaublich viele, vor allem wenn man bedenkt, wie viele einfach aus der Statistik rausgeschoben worden sind. Minijobs etc. Wenn man die echte Arbeitslosigkeit im Blick beh&auml;lt, wird man sich nicht &uuml;ber die verhaltene Stimmung wundern.<\/li>\n<li>Die Folge makro&ouml;konomischer Fehler wird als Epochenwende dargestellt. &bdquo;Die Gesellschaft muss sich neu erfinden&ldquo;. Darunter geht es nicht. Hier wie beim <a href=\"?p=2300\">kommentierten Beitrag vom 30.4. in der taz<\/a>.<\/li>\n<li>H&auml;me &uuml;ber Tarifforderungen der IGMetall. Die Forderung nach 6,5% sei &bdquo;Show&ldquo; &ndash; Was soll das?<\/li>\n<li>Und dann die alte Geschichte: Ver.di habe L&ouml;hne &uuml;ber 3,06 abgeschlossen aber fordere Mindestl&ouml;hne von 7.50 &euro;. Was ist daran verwunderlich? Das ist die Folge eines totalen Ungleichgewichts auf dem Arbeitsmarkt. Mit einem gesetzlichen Mindestlohn h&auml;tte man die 3,06 nicht abschlie&szlig;en m&uuml;ssen. Ist das so schwer zu verstehen?<\/li>\n<li>Richtig toll das Mitleid mit den Managern. Sie geh&ouml;ren &bdquo;in das Heer der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten, wie der schnelle Abgang des Siemens-Chefs Klaus Kleinfeld gezeigt hat.&ldquo; &ndash; Davon, dass es einen gro&szlig;en Unterschied ausmacht, ob man Angestellter mit Millionengehalt, entsprechendem Verm&ouml;gen und der schnellen Chance auf einen neuen Job ist oder Lohnabh&auml;ngiger ohne Verm&ouml;gen und damit ohne R&uuml;ckfallposition, hat die Autorin noch nichts geh&ouml;rt. Diesen Unterschied zuzukleistern und auch nicht zu sehen, dass die Manager zum Teil zu nahezu unkontrollierten, freischwebenden Verm&ouml;gensdisponenten f&uuml;r die Aktion&auml;re werden, ist doch jenseits des Ertr&auml;glichen. Was sind Ackermann und Cromme? Arme fremdbestimmte Angestellte! Nicht zu fassen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Niedergang der taz wird sichtbar beschleunigt.<\/p><\/li>\n<li><strong>Bundesagentur d&auml;mpft Erwartung der Regierung<\/strong><br>\nDie Bundesagentur f&uuml;r Arbeit rebelliert gegen die Regierung: Trotz des starken R&uuml;ckgangs der Arbeitslosenzahlen will sie den Optimismus der Gro&szlig;en Koalition nicht teilen. Stattdessen weist die Beh&ouml;rde offen auf Fehler in der Statistik hin. Experten warnen vor einer &Uuml;berbewertung der Zahlen. Zu Euphorie gebe es jedenfalls keinen Grund, sagt Frank-J&uuml;rgen Weise, der Chef der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit. Der Beh&ouml;rdenchef wei&szlig;, wovon er spricht. Denn die Zahlen seines Hauses spiegeln nur die halbe Wahrheit wider. Bei den Langzeitarbeitslosen gibt es nach wie vor kaum Besserung, und andere Gruppen von Arbeitslosen tauchen in der Statistik gar nicht erst auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,druck-480620,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wir freuen uns &uuml;ber jeden, der wieder Arbeit findet, aber die Arbeitslosenstatistik hat inzwischen kaum noch eine Aussagekraft. Sie ger&auml;t mehr und mehr zur reinen Politpropaganda. Vgl. dazu etwa den <a href=\"http:\/\/www.pub.arbeitsamt.de\/hst\/services\/statistik\/000000\/html\/start\/monat\/aktuell.pdf\">Monatsbericht April 2007 der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit [PDF &ndash; 1.3 MB]<\/a>. Die Zahl der ausschlie&szlig;lich geringf&uuml;gig entlohnt Besch&auml;ftigten hat nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit im Februar 4,74 Mio betragen, 35.000 weniger als vor einem Jahr. Dar&uuml;ber hinaus &uuml;bten 1,95 Mio sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte zus&auml;tzlich einen geringf&uuml;gig entlohnten Nebenjob aus, gegen&uuml;ber dem Vorjahr 150.000 mehr. Arbeitslosengeld II nach dem SGB II wurde im April nach vorl&auml;ufigen Daten an 5.205.000 Empf&auml;nger ausgezahlt. Dabei ist die Inanspruchnahme von M&auml;rz auf April etwas gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es praktisch keine Ver&auml;nderung (+3.000 oder +0,1 Prozent).<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Euphorie &uuml;ber Arbeitslosenzahlen<\/strong><br>\nNach Meinung der Gewerkschaften gibt es derzeit etwa sieben Millionen, nach Meinung einiger Experten bis zu zehn Millionen Arbeitsuchende in diesem Land. Die Offiziellen selbst r&auml;umen ein: 1,4 Millionen Menschen werden nicht gez&auml;hlt, weil sie in &raquo;arbeitsmarktpolitischen Ma&szlig;nahmen&laquo; stecken, viele &uuml;ber 58j&auml;hrige und alle Ein-Euro-Jobber fallen aus der monatlichen Propagandashow von N&uuml;rnberg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-03\/025.php\">junge Welt<\/a><\/p>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Tats&auml;chlich mehr als sechs Millionen ohne Job<\/strong><br>\nTrotz des Aufschwungs fehlen tats&auml;chlich mehr als sechs Millionen Arbeitspl&auml;tze in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Berechnung der unabh&auml;ngigen (?) Stiftung Marktwirtschaft, die dem Tagesspiegel vorliegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/nachrichten\/arbeitsmarkt-arbeitslose\/101249.asp\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Netzwerk Recherche: &bdquo;Die Kontrollfunktion des Wirtschaftsjournalismus braucht einen Konjunkturaufschwung&ldquo;<\/strong><br>\nNetzwerk Recherche ver&ouml;ffentlicht zum Tag der Pressefreiheit Dokumentation zur Lage des Wirtschaftsjournalismus in Deutschland &ndash; &bdquo;Die Informationspflicht von Unternehmen muss verbessert werden.&ldquo; Vorsicht vor dem PR-Einfluss von Unternehmen und der dringende Appell zu mehr undintensiverer Recherche &ndash; das ist das gemeinsame Credo von Wirtschaftsjournalisten unterschiedlicher Medien. \n<p>Quelle 1: <a href=\"upload\/pdf\/070503_Hinweis3a.pdf\">netzwerk recherche e.V.: &bdquo;Die Kontrollfunktion des Wirtschaftsjournalismus braucht einen Konjunkturaufschwung&ldquo; [PDF &ndash; 96 KB]<\/a><\/p>\n<p>Quelle 2: <a href=\"upload\/pdf\/070503_Hinweis3b.pdf\">nr-Werkstatt: Kritischer Wirtschaftsjournalismus &ndash; Analysen und Argumente, Tipps und Tricks [PDF &ndash; 1.2 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Karl Lauterbach (SPD): Kassenpatienten m&uuml;ssen sich auf steigende Beitr&auml;ge einstellen<\/strong><br>\nDie von der gro&szlig;en Koalition herbeigef&uuml;hrte Reform des Gesundheitswesens tr&auml;gt offenbar nicht. Denn obwohl die Wirtschaft brummt und die Arbeitslosenzahlen sinken, qu&auml;len die Kassen immer noch gro&szlig;e finanzielle Probleme. Erst zu Beginn des Jahres hatten die Kassen ihre Beitr&auml;ge im Schnitt um etwa 0,6 Prozentpunkte erh&ouml;ht. &bdquo;Eigentlich m&uuml;ssten jetzt auch die Beitr&auml;ge zu den gesetzlichen Krankenkassen sinken&ldquo;, sagt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach WELT ONLINE. Doch damit sei vorerst nicht zu rechen. Im Gegenteil m&uuml;ssten sich die Versicherten auf steigende Beitr&auml;ge einstellen, falls die Konjunktur wieder nachlasse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article846561\/Warum_die_Kassenbetraege_nicht_sinken_werden.html\">Welt Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Wir lagen schon mal bei 23 Prozent<\/strong><br>\nEin Gespr&auml;ch mit Johannes Pflug vom Seeheimer Kreis in der SPD &uuml;ber den Streit in der Gro&szlig;en Koalition, die Lage der Partei und die sozialdemokratischen Projekte der Zukunft. Der Seeheimer Kreis gilt als rechter Fl&uuml;gel der SPD-Fraktion. Der 61j&auml;hrige Johannes Pflug geh&ouml;rt zum Sprecherkreis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/seiten\/2007\/18\/9833.php?print=1\">Jungle World <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es kostet einiges an Kraft, solche Interviews zu lesen, weil jeder Satz zum &Auml;rgernis ger&auml;t. Nat&uuml;rlich ist der Mann in der Defensive und es ist ihm wahrscheinlich nicht zuzumuten einzugestehen, dass die von sozialdemokratischen Spitzenpolitkern betriebene Politik von gravierenden Fehlern  gepr&auml;gt war und ist.<br>\nAber muss das so schlicht und durchsichtig daherkommen. Frau von der Leyen mache st&auml;ndig Vorschl&auml;ge, welche eigentlich Vorschl&auml;ge der SPD seien. Oder auf die gegenw&auml;rtigen Umfrageergebnisse angesprochen, die SPD h&auml;tte mit 23 Prozent schon einmal schlechter ausgesehen, oder die anderen Parteien verl&ouml;ren aber genauso Mitglieder.<br>\nUnd dann die Analyse: Wie lange m&uuml;ssen wir uns noch anh&ouml;ren, die Politik der Agenda 2010 sei den B&uuml;rgern nur schwer zu vermitteln. Verr&auml;terisch ist allerdings ein Zusatz: die &ldquo;Politik der Agenda 2010 mit einer st&auml;rkeren Betonung des Sozialen ist unser Weg.&rdquo; Pflug ahnt etwas, produziert aber Nonsens. Konkret hei&szlig;t das doch: Sozialabbau  mit einer st&auml;rkeren Betonung des Sozialen. Wie geht das?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2307","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2307"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2307\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}