{"id":23102,"date":"2014-09-03T09:16:49","date_gmt":"2014-09-03T07:16:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102"},"modified":"2014-09-03T09:35:44","modified_gmt":"2014-09-03T07:35:44","slug":"hinweise-des-tages-2205","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h01\">Offener Brief an Angela Merkel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h02\">Der Ukraine-Konflikt : Kooperation statt Konfrontation &ndash; Ein Dossier von Andreas Buro und Karl Grobe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h03\">Ukraine\/Russland\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h04\">Gauck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h05\">IS-Terroristen erbeuten in Syrien deutsche Raketen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h06\">Ulrike Herrmann zu Mario Draghi: Linker als die Linken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h07\">Merkel versus Draghi<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h08\">Die roten Linien von TTIP: Unter welchen Bedingungen wir dem Abkommen zustimmen werden.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h09\">Anteil der jugendlichen Arbeitslosen an allen 15 bis 24j&auml;hrigen in ausgew&auml;hlten EU-L&auml;ndern 2003 &ndash; 2013<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h10\">Justizkritik: Von innen heraus ist kein wesentlicher Widerstand m&ouml;glich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h11\">So kaputt sind Deutschlands Bahnbr&uuml;cken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h12\">Die Welt ist verr&uuml;ckt &ndash; und was machen wir?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h13\">Neoliberales Herrschaftssystem: Warum heute keine Revolution m&ouml;glich ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h14\">Gazakrieg: &bdquo;Die Hauptursachen der Gewalt bestehen auch heute noch.&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102#h15\">SZ: Lassen Sie uns diskutieren<\/a><\/li>\n<\/a><\/li><\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23102&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Offener Brief an Angela Merkel<\/strong><br>\nAmerikanische Ex-Geheimdienstmitarbeiter warnen vor Behauptungen der Geheimdienste zur Ukraine und erinnern an die irakischen Massenvernichtungswaffen<br>\nWir, die Unterzeichner, sind langj&auml;hrige Veteranen der US-Nachrichtendienste. Wir unternehmen den au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Schritt, diesen offenen Brief an Sie zu schreiben, um Ihnen die Gelegenheit zu geben, vor dem NATO-Gipfel am 4. und 5. September Einblick in unsere Sicht der Dinge zu bekommen.<br>\nEs ist beispielsweise wichtig f&uuml;r Sie zu wissen, dass Anschuldigungen hinsichtlich einer gro&szlig;angelegten russischen Invasion in der Ukraine offenbar nachrichtendienstlich nicht zuverl&auml;ssig gesichert sind. Vielmehr scheint die &ldquo;Intelligence&rdquo; von derselben politisch festgelegten Art zu sein, mit der vor 12 Jahren der Angriff auf den Irak &ldquo;gerechtfertigt&rdquo; wurde. Wir sahen damals keine glaubw&uuml;rdigen Beweise f&uuml;r Massenvernichtungswaffen; wir sehen jetzt keine glaubw&uuml;rdigen Beweise f&uuml;r eine russische Invasion. Vor 12 Jahren verweigerte der damalige Kanzler Schr&ouml;der in Anbetracht der vagen Hinweise auf irakische Massenvernichtungswaffen die Teilnahme am Angriff auf den Irak. Unserer Ansicht nach sollten Sie Anschuldigungen des US-Au&szlig;enministeriums und von NATO-Vertretern hinsichtlich einer Invasion Russlands in der Ukraine mit angemessenem Misstrauen begegnen. [&hellip;]<br>\nBilder k&ouml;nnen mehr sagen als tausend Worte. Wir haben erhebliche Erfahrung mit der Sammlung, Analyse und Berichterstattung zu jeder Art von Satellitendaten und anderem Bildmaterial sowie anderer Arten nachrichtendienstlicher Quellen. Es soll hier ausreichen, deutlich zu machen, dass die am 28. August von der NATO ver&ouml;ffentlichten Bilder eine sehr fadenscheinige Grundlage daf&uuml;r bilden, Russland eine Invasion der Ukraine vorzuwerfen. Traurigerweise haben sie starke &Auml;hnlichkeit mit den Bildern, die am 5. Februar 2003 von Colin Powell vor den Vereinten Nationen gezeigt wurden und die ebenfalls nichts bewiesen. [&hellip;]<br>\nWilliam Binney, ehemaliger technischer Direktor, Welt geopolitische &amp; milit&auml;rische Analyse, NSA; Mitbegr&uuml;nder, SIGINT Automation Research Center (i.R.) Larry Johnson, CIA &amp; Au&szlig;enministerium (i.R.) David MacMichael, National Intelligence Council (i.R.) Ray McGovern, ehemaliger US Army Infanterie \/ Nachrichtenoffizier und CIA-Analyst (i.R.) Elizabeth Murray, stellvertretender National Intelligence Officer im Mittleren Osten (i.R.) Todd E. Pierce, MAJ, US Army Judge Advocate (Ret.) Coleen Rowley, Abteilungsanw&auml;ltin &amp; Special Agent, FBI (i.R.) Ann Wright, Oberst der US-Armee (i.R.); Foreign Service Officer (zur&uuml;ckgetreten)<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42680\/1.html\">Telepolis<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/consortiumnews.com\/2014\/09\/01\/warning-merkel-on-russian-invasion-intel\/\">Warning Merkel on Russian &lsquo;Invasion&rsquo; Intel &ndash; Consortiumnews.com<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Nachdem sich nun in den letzten Tagen beide Seiten der L&uuml;ge bezichtigten und auch die Medien immer h&auml;ufiger mit den Begriffen Wahrheit und L&uuml;ge jonglieren, ist es an der Zeit, sich frei nach Sokrates einzugestehen, dass wir nur wissen, dass wir nichts wissen. Die wohl einzige verl&auml;ssliche Quelle aus dem Kriegsgebiet stellt die Beobachtermission der <a href=\"http:\/\/www.osce.org\/press-releases\">OSZE<\/a> dar. Und die hat <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/OSZE-stellt-kein-russisches-Militaer-in-der-Ukraine-fest-2307224.html\">nach eigenen Aussagen<\/a> &bdquo;keine Hinweise auf die Pr&auml;senz von russischen Truppen auf ukrainischem Boden&ldquo;. Dass in der Politik ein Jeder sein S&uuml;ppchen kocht und zur Not auch auf selbst fabrizierte Falschmeldungen zur&uuml;ckgreift, ist bekannt. Hochgradig &auml;rgerlich ist jedoch, dass die Medien ihrer Rolle nicht gerecht werden, und solche Meldungen nicht zur&uuml;ckhaltend oder gar kritisch bewerten, sondern vielfach als Fakten darstellen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu auch: Who&rsquo;s Telling the &lsquo;Big Lie&rsquo; on Ukraine?<\/strong><br>\nOfficial Washington draws the Ukraine crisis in black-and-white colors with Russian President Putin the bad guy and the U.S.-backed leaders in Kiev the good guys. But the reality is much more nuanced, with the American people consistently misled on key facts, writes Robert Parry. [&hellip;]<br>\nYet, the once-acknowledged &ndash; though soon forgotten &ndash; reality was that the crisis was provoked last year by the European Union proposing an association agreement with Ukraine while U.S. neocons and other hawkish politicos and pundits envisioned using the Ukraine gambit as a way to undermine Putin inside Russia. [&hellip;]<br>\nAnd now there&rsquo;s the curious case of Russia&rsquo;s alleged &ldquo;invasion&rdquo; of Ukraine, another alarmist claim trumpeted by the Kiev regime and echoed by NATO hardliners and the MSM.<br>\nWhile I&rsquo;m told that Russia did provide some light weapons to the rebels early in the struggle so they could defend themselves and their territory &ndash; and a number of Russian nationalists have crossed the border to join the fight &ndash; the claims of an overt &ldquo;invasion&rdquo; with tanks, artillery and truck convoys have been backed up by scant intelligence.<br>\nOne former U.S. intelligence official who has examined the evidence said the intelligence to support the claims of a significant Russian invasion amounted to &ldquo;virtually nothing.&rdquo; Instead, it appears that the ethnic Russian rebels may have evolved into a more effective fighting force than many in the West thought. They are, after all, fighting on their home turf for their futures.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/consortiumnews.com\/2014\/09\/02\/whos-telling-the-big-lie-on-ukraine\/\">Consortiumnews.com<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der Ukraine-Konflikt ; Kooperation statt Konfrontation &ndash; Ein Dossier von Andreas Buro und Karl Grobe<\/strong><br>\nAuszug aus dem Editorial:<br>\n&bdquo;Der Ukraine-Konflikt, der noch vor drei Jahren kaum vorstellbar war, birgt gef&auml;hrliches Eskalationspotential in sich. &hellip; Unser Dossier hat zum Ziel die M&ouml;glichkeiten einer Deeskalation darzustellen  und damit einen Weg vorzuzeichnen, der Konfrontation zu Kooperation werden l&auml;sst.&ldquo;<br>\nDer Kern des Dossiers:  &bdquo;Vorschl&auml;ge oder Road Map und Anforderungen an die involvierten Akteure f&uuml;r eine zivile L&ouml;sung des Konflikts mit weit reichender Perspektive f&uuml;r Vertrauensbildung und Kooperation. Was kann also getan werden, um Deeskalation und eine friedliche &Uuml;berwindung des Konflikts voranzutreiben?&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/140903_dossier_vii_ukraine_endfassung_148.pdf\">Andreas Buro und Karl Grobe [PDF &ndash; 274 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Es ist gut und wichtig, Vorschl&auml;ge daf&uuml;r zu machen, wie die Konfliktparteien aus der Spirale der Eskalation aussteigen k&ouml;nnen, auch wenn die Konstellation so aussieht, als seien die handelnden Personen nicht mehr willens und nicht mehr f&auml;hig, vern&uuml;nftig zu denken. Siehe die neueste Einlassung der designierten Au&szlig;enbeauftragten der EU, Federica Mogherini, die &ouml;ffentlich erkl&auml;rt, in Russland keinen strategischen Partner der EU mehr zu sehen.<\/em><br>\n<em>Eine kritische Anmerkung zum Dossier: Meines Erachtens &uuml;bersch&auml;tzen die Autoren die Eigenst&auml;ndigkeit und die Einheitlichkeit des Handelns der Europ&auml;ischen Union. Die EU ist als Ganzes eng mit den Interessen der USA und der NATO verbunden. Die Europ&auml;ische Union erscheint im Ukraine-Konflikt h&auml;ufig als eine Art Vorfeldorganisation von NATO und USA. Soweit es eigenst&auml;ndige Positionen gibt, werden diese von besonderen Koalitionen innerhalb der EU konterkariert. Siehe zum Beispiel von der Absicht Gro&szlig;britanniens, zusammen mit Polen und den baltischen Staaten in der milit&auml;rischen Konfrontation aktiver zu werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ukraine\/Russland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>John J. Mearsheimer: Putin reagiert &ndash; Warum der Westen an der Ukraine-Krise schuld ist<\/strong><br>\nIm Westen gilt es als gesicherte Erkenntnis, dass an der Ukraine-Krise ma&szlig;geblich die aggressive Haltung der Russen schuld ist. Der russische Pr&auml;sident Wladimir Putin, so die g&auml;ngige Argumentation, hat die Krim annektiert, weil er schon lange eine Wiederbelebung des Sowjetreichs im Sinn hatte, und wird wom&ouml;glich auch den Rest der Ukraine und andere L&auml;nder Osteuropas ins Visier nehmen. Die Absetzung des ukrainischen Pr&auml;sidenten Viktor Janukowitsch im Februar 2014 habe Putin lediglich den Vorwand daf&uuml;r geliefert, russische Streitkr&auml;fte auf die Krim zu entsenden.<br>\nDoch diese Darstellung ist falsch: Die Hauptschuld an der Krise tragen die USA und ihre europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten. An der Wurzel des Konflikts liegt die NATO-Osterweiterung, Kernpunkt einer umfassenden Strategie, die Ukraine aus der russischen Einflusssph&auml;re zu holen und in den Westen einzubinden. Dazu kamen die EU-Osterweiterung und die Unterst&uuml;tzung der Demokratiebewegung in der Ukraine durch den Westen, beginnend mit der Orangenen Revolution 2004. Seit Mitte der 1990er Jahre lehnen russische Staatschefs eine NATO-Osterweiterung entschieden ab, und in den vergangenen Jahren haben sie unmissverst&auml;ndlich klargemacht, dass sie einer Umwandlung ihres strategisch wichtigen Nachbarn in eine Bastion des Westens nicht unt&auml;tig zusehen w&uuml;rden. Das Fass zum &Uuml;berlaufen brachte der unrechtm&auml;&szlig;ige Sturz des demokratisch gew&auml;hlten pro-russischen Pr&auml;sidenten der Ukraine; Putin sprach zu Recht von einem &raquo;Staatsstreich&laquo;.<br>\nAls Reaktion darauf annektierte er die Halbinsel Krim, auf der, wie er bef&uuml;rchtete, die Einrichtung einer NATO-Marinebasis geplant war, und betrieb die Destabilisierung der Ukraine, um sie von einer Ann&auml;herung an den Westen abzubringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/kommentar\/artikel\/putin-reagiert-560\/\">Internationale Politik und Gesellschaft (IPG)<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Aus dem Zusammenhang gerissen&rdquo;<\/strong><br>\nDer Kreml hat auf Berichte reagiert, wonach der russische Pr&auml;sident Wladimir Putin EU-Kommissionschef Jos&eacute; Manuel Barroso am Telefon gedroht habe, er k&ouml;nne die ukrainische Hauptstadt Kiew in zwei Wochen einnehmen. Die &Auml;u&szlig;erung Putins sei aus dem Zusammenhang gerissen worden &ndash; und habe so f&uuml;r Missverst&auml;ndnisse gesorgt.<br>\nKommissionspr&auml;sident Manuel Jos&eacute; Barroso hatte am Samstag in Br&uuml;ssel den versammelten Staats- und Regierungschefs von einem Telefonat berichtet, dass er soeben mit dem russischen Staatschef gef&uuml;hrt habe. Barroso habe ihn wegen der grenz&uuml;bergreifend operierenden Soldaten zur Rede stellen wollen, berichtete die italienische Zeitung &ldquo;La Repubblica&rdquo;. Daraufhin habe Putin geantwortet, das Entscheidende sei vielmehr: &ldquo;Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.&rdquo;<br>\nNun hat der Kreml-Berater Juri Uschakow der Nachrichtenagentur Itar-Tass das Zitat best&auml;tigt: &ldquo;Es wurde aus dem Zusammenhang gerissen und hatte eine ganz andere Bedeutung.&rdquo; Uschakow sagt, es sei unw&uuml;rdig von Barroso, &ouml;ffentlich &uuml;ber ein privates Gespr&auml;ch zu sprechen. Laut Uschakow habe Putin mit dem Satz deutlich machen wollen, dass man ihn nicht mit neuen Sanktionen provozieren solle.<br>\nAu&szlig;erdem k&uuml;ndigte Moskau als Reaktion auf eine st&auml;rkere Pr&auml;senz von Nato-Truppen in Osteuropa eine Anpassung seiner Verteidigungspolitik an. &ldquo;Alle Fakten&rdquo; wiesen darauf hin, dass die USA und die Nato &ldquo;ihre Politik der Verschlechterung der Beziehungen zu Russland fortsetzen&rdquo; wollten, sagte der Vizechef des russischen Sicherheitsrats, Michail Popow. Die russische Milit&auml;rdoktrin solle bis zum Jahresende aktualisiert werden. Er habe &ldquo;keinen Zweifel&rdquo; daran, dass eine Ausweitung der Nato-Aktivit&auml;ten &ldquo;ihren Platz unter den &auml;u&szlig;eren milit&auml;rischen Bedrohungen&rdquo; finden werde, sagte Popow.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/putins-aeusserungen-aus-dem-zusammenhang-gerissen.1818.de.html?dram:article_id=296300\">DLF<\/a> \n<p><strong>Dazu: Kreml will Aufzeichnung von umstrittenem Gespr&auml;ch Putin-Barroso publik machen<\/strong><br>\nDer russische Pr&auml;sidialstab hat sich bereit erkl&auml;rt, die Aufzeichnung des umstrittenen Telefongespr&auml;chs zwischen Pr&auml;sident Wladimir Putin und EU-Kommissionspr&auml;sident Jose Manuel Barroso publik zu machen. &bdquo;Es kommt darauf an, alle Missverst&auml;ndnisse aus dem Weg zu r&auml;umen&ldquo;, hie&szlig; es in einem am Dienstag ver&ouml;ffentlichten Schreiben von Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow an Barroso.<br>\n&bdquo;Ich wei&szlig;, dass die Administration des russischen Pr&auml;sidenten sowohl eine schriftliche als auch eine Audioaufzeichnung des Gespr&auml;chs hat. Sollten Sie (Barroso) keine Einw&auml;nde haben, w&uuml;rde der Kreml die Aufzeichnung des Telefonats in den n&auml;chsten zwei Tagen zur Verf&uuml;gung stellen&ldquo;, betonte Tschischow.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.ria.ru\/politics\/20140902\/269452796.html\">Ria Novosti<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Ukraine ben&ouml;tigt bei anhaltenden K&auml;mpfen weitere Milliardenhilfen<\/strong><br>\nDer Konflikt in der Ukraine birgt nach Ansicht des Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) gro&szlig;e Gefahren f&uuml;r die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. &ldquo;Eine weitere Versch&auml;rfung der geopolitischen Spannungen k&ouml;nnte erhebliche &ouml;konomische Konsequenzen haben&rdquo;, teilt der IWF in einem Bericht zur Lage in dem Land mit.<br>\nDie Ukraine d&uuml;rfte demnach bei einer Fortsetzung der K&auml;mpfe sehr viel mehr Gelder ben&ouml;tigen als die bislang zugesagten knapp 17 Milliarden Dollar. Der Bedarf an &ldquo;zus&auml;tzlichen externen Finanzhilfen&rdquo; k&ouml;nnte sich bis Ende 2015 um rund 19 Milliarden Dollar steigern, hei&szlig;t es in dem Bericht&hellip;.<br>\n&ldquo;Das Programm h&auml;ngt entscheidend von der Annahme ab, dass der Konflikt in den kommenden Monaten nachl&auml;sst&rdquo;, schreiben die Experten. Sollten die K&auml;mpfe hingegen weitergehen, werde &ldquo;eine neue Strategie ben&ouml;tigt&rdquo; &ndash; dazu k&ouml;nnten neben st&auml;rkeren Einsparungen und sch&auml;rferen Reformen auch die Ausweitung der Finanzhilfen geh&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/iwf-befuerchtet-immense-wirtschafts-risiken-fuer-die-ukraine-a-989517.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ob die Menschen, die auf dem Maidan f&uuml;r Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie gek&auml;mpft haben auch nur ahnen konnten, dass die Ukraine nun dem gleichen gnadenlosen Austerit&auml;tsdiktat wie Griechenland, Spanien und Portugal unterworfen wird? Selbstredend, dass die Verm&ouml;gen der Oligarchen unangetastet bleiben werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Gabor Steingart im Handelsblatt Morning Briefing: &bdquo;&ldquo;Die Ukraine-Krise l&auml;sst Barack Obama am heutigen Dienstag in die estnische Hauptstadt Tallinn reisen. Dort trifft er die drei baltischen Pr&auml;sidenten sowie Estlands Regierungschef, um ihnen die Solidarit&auml;t der Nato zu versichern. Man wird das Gef&uuml;hl nicht los, das Navigationssystem des US-Pr&auml;sidenten ist nicht ganz funktionst&uuml;chtig: Der Mann, den Obama treffen muss, sitzt im Kreml, nicht in Tallinn.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Gauck<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Heribert Prantl: Der unbesonnene Pr&auml;sident<\/strong><br>\nDer Bundespr&auml;sident setzt sich in Widerspruch zu seinen eigenen Worten. K&uuml;rzlich, als er in Frankreich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs gedachte, mahnte er, &ldquo;den politischen Willen nicht zu verlieren, der aus alten Feinden Partner und Freunde macht&rdquo;. Joachim Gauck gibt, wie sich zeigt, schnell auf; wenig sp&auml;ter h&auml;lt er sich selbst nicht an seine Mahnung. Soeben, in Polen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs gedenkend, verlor er den politischen Willen, Russland als Partner sehen zu wollen; er schob allein Russland die Schuld daf&uuml;r zu &ndash; und sprach nur noch in der Vergangenheitsform von einem europ&auml;ischen Russland. Das ist nicht klug, das ist unbesonnen.<br>\nPolen war Aufmarschgebiet f&uuml;r den &Uuml;berfall des Nazi-Reichs auf die UdSSR. Um &ldquo;Lebensraum im Osten&rdquo; zu erobern und &ldquo;j&uuml;dischen Bolschewismus&rdquo; zu vernichten hausten die Nazis grauenvoll: Es gab drei&szlig;ig Millionen sowjetische Kriegsopfer. Gauck sagte aber kein einziges Wort dar&uuml;ber, welche Traumata der Krieg in Russland hinterlassen hat. Ein Bundespr&auml;sident hat eine andere Rolle als der Nato-Generalsekret&auml;r. Es ist nicht seines Amtes, verbal aufzur&uuml;sten. Er soll, um ein Wort eines Vorg&auml;ngers zu zitieren, Vers&ouml;hner sein, nicht Spalter. Das gilt nicht nur f&uuml;r die nationale, sondern auch f&uuml;r die internationale Ebene. &ldquo;Wandel durch Ann&auml;herung&rdquo; war einmal ein erfolgreiches Konzept in den gro&szlig;en Zeiten deutscher Au&szlig;enpolitik, von 1969 bis 1989. Diese Politik hat die Grundlage gelegt f&uuml;r die deutsche Wiedervereinigung. Man kann sie nicht einfach kopieren, man muss sie neu konzipieren. Aber gewiss ist: Wandel durch Ausgrenzung funktioniert nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/joachim-gaucks-russland-schelte-der-unbesonnene-praesident-1.2111440\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Herbert Prantl ist ein wesentlicher Grund, die SZ zu lesen. Und Joachim Gauck ist vielleicht &ndash; um es milde zu formulieren &ndash; zu verkn&ouml;chert, um seinem in der Jugend verinnerlichten Russenhass und seine allzu simple Vorstellung von Freiheit und anderem noch einmal zu reflektieren. Vielleicht konnten wir es noch verschmerzen, dass von diesem Pr&auml;sidenten keine Impulse ausgehen, um den politischen Mainstream aufzur&uuml;tteln, aber in dieser komplexen Situation ist er der falsche Pr&auml;sident. Gauck mag an diesem Tag die Erwartungen der polnischen Regierung erf&uuml;llt haben, und die Auffassung der polnischen Regierung ist gutes Recht, aber dies war nicht der Tag, um im &Uuml;bersoll die Erwartungen von Regierungen im &Uuml;bersoll zu erf&uuml;llen. Es war ein Tag, der ganz dem Frieden gewidmet sein sollte. &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23083\">Wolfgang Lieb ist neben dem Inhaltlichen bereits auf die verr&auml;terische Sprache Gauck eingegangen<\/a>. Ich fand diese Rede einfach herzlos &ndash; wie beredt war doch das Schweigen Brandts!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Falke von Bellevue<\/strong><br>\nJoachim Gauck hat die russische Ukraine-Politik scharf kritisiert. Und das w&auml;hrend der Feierlichkeiten in Polen zum Jahrestag des Kriegsbeginns 1939. Eine Rede am falschen Ort zur falschen Zeit&hellip;<br>\nSeine fulminante Putin-Kritik, verbunden mit einer geradezu apodiktischen Forderung nach einer neuen Verteidigungsbereitschaft Deutschlands, ist eine politische Bombe, deren Schall und Rauch sich nicht so schnell verziehen wird&hellip;<br>\nGaucks erster Fauxpas war die Wahl des Ortes und des Anlasses f&uuml;r seine Russland-Schelte. Der 1. September vor 75 Jahren war der Beginn des Zweiten Weltkrieges, an dessen Ende hatten gesch&auml;tzte 20 bis 30 Millionen (!) Russen ihr Leben verloren. Diese politisch-psychologische Unsensibilit&auml;t ist auch nicht dadurch zu entschuldigen, dass Gaucks Putin-Attacke vielen Polen aus dem tiefsten Herzen gesprochen haben d&uuml;rfte.<br>\nGewiss, das milit&auml;rische Vorgehen Russlands in der Ost-Ukraine ist so emp&ouml;rend wie v&ouml;lkerrechtswidrig, doch in einer Phase h&ouml;chster politischer Dramatik und menschlicher Tragik ist der Danziger Hard-Talk des Bundespr&auml;sidenten weder hilfreich und schon gar nicht diplomatisch. Welcher Teufel hat den Pastor da geritten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dw.de\/kommentar-der-falke-von-bellevue\/a-17894935\">Deutsche Welle<\/a><\/li>\n<li><strong>Biograf &uuml;ber Gaucks Kritik an Russland &ldquo;Wohl&uuml;berlegt und sorgf&auml;ltig abgestimmt&rdquo;<\/strong><br>\nDeutliche Worte als politische Strategie &ndash; so bewertet Gaucks Biograf Johann Legner die Rede des Bundespr&auml;sidenten in Danzig. Gauck k&ouml;nne freier sprechen als Merkel oder Steinmeier. Das sei ganz in deren Sinne, so Legner im Interview mit tagesschau.de&hellip;<br>\nIch empfinde die Rolle, die Gauck &uuml;bernommen hat, als voll in die Politik der Bundesregierung eingebunden &ndash; mit einer sehr spezifischen Akzentuierung&hellip;<br>\nGauck entlastet sozusagen die Bundesregierung in ihrem Versuch, diplomatische Kan&auml;le zu &ouml;ffnen oder offen zu halten&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/gauck-in-danzig-100.html\">Tagesschau.de<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das ist ja eine ganz neue Rolle f&uuml;r einen Bundespr&auml;sidenten, der Pr&auml;sident als Minensp&uuml;rhund f&uuml;r die Regierungspolitik, der keine R&uuml;cksicht auf diplomatische Gepflogenheiten, auf gute Beziehungen zum Ausland, auf den inneren Zusammenhalt mehr nehmen muss. Gauck soll also aussprechen, was sich die Regierung nicht traut. Er soll also der eigentliche Regierungssprecher sein.<\/em><br>\n<em>Und weil man ihn ja angeblich aus Respekt vor dem Amt nicht kritisieren darf, bleiben seine Aussagen unkommentiert im Raume stehen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>IS-Terroristen erbeuten in Syrien deutsche Raketen<\/strong><br>\nIm Internet ist ein Video der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) aufgetaucht, das veranschaulichen soll, wie schnell deutsches Kriegsmaterial in den Wirren eines B&uuml;rgerkrieges in die falschen H&auml;nde gelangen k&ouml;nnen: Die Dschihadisten hatten in der vergangenen Woche nach tagelangen K&auml;mpfen den Luftwaffenst&uuml;tzpunkt Takba nahe der Stadt Rakka im Norden Syriens erobert. Und anschlie&szlig;end offenbar Dutzende Regierungssoldaten hingerichtet. Der Flugplatz war die letzte Stellung des syrischen Regimes in der weitestgehend von Dschihadisten kontrollierten Region. In dem nun ver&ouml;ffentlichten Propagandavideo pr&auml;sentieren die Terroristen des Islamischen Staates das von ihnen erbeutete Kriegsger&auml;t. Zu sehen sind dabei unter anderem Kampfflugzeuge vom Typ MiG in einem Hangar sowie schwere Artilleriegesch&uuml;tze. Als die Kamera nach unten schwenkt, ist eine verpackte Rakete zu sehen. In deutscher Sprache ist darauf zu lesen &ldquo;Lenkflugk&ouml;rper DM 72 &ndash; 136 mm Panzerabwehr&rdquo;. Nach Informationen der &ldquo;Welt&rdquo; handelt es sich dabei um Panzerabwehrraketen vom Typ HOT des ehemaligen deutsch-franz&ouml;sischen Herstellers Euromissile. Die Raketen sollen im Jahr 1981 an das syrische Regime geliefert worden sein, das damit die Kampfhubschrauber vom Typ Gazelle best&uuml;ckt haben soll.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article131810645\/IS-Terroristen-erbeuten-in-Syrien-deutsche-Raketen.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Leider hat die Welt nicht die Courage, diese Meldung mit der Lieferung von Waffen an die irakischen Kurden zu verbinden und sich dar&uuml;ber Gedanken zu machen. Sie reiht an diese Meldung nur den Bericht &uuml;ber die Debatte im Bundestag zur Waffenlieferung. Kein Wort dar&uuml;ber, dass heute gelieferte Waffen sehr viel schneller die Seiten wechseln &ndash; manchmal mit den daran ausgebildeten Soldaten. Noch ausweichender der Spiegel, der spekuliert: &ldquo;Allerdings sind in dem kurzen Video nur die H&uuml;llen der Raketen zu sehen, ob sich darin tats&auml;chlich noch die Flugk&ouml;rper befinden, ist nicht zu erkennen. Ebenso ist unklar, ob die Raketen noch einsatzf&auml;hig w&auml;ren und die Miliz &uuml;berhaupt &uuml;ber die n&ouml;tige Technik und Expertise verf&uuml;gt, um diese dann einzusetzen. Die Raketen sind nur mit einer speziellen Startvorrichtung abzufeuern.&rdquo; Wie kann man den Witz dieser Meldung so verkennen, &uuml;ber die sich weitaus fruchtbarer und furchtbarer spekulieren lie&szlig;e.<\/em><\/p>\n<p><em>Eine ganz andere Alternative zu Waffenlieferungen zeigt Andreas Zumach auf:<\/em><\/p>\n<p><strong>Feige Ersatzhandlung<\/strong><br>\nDie Lieferung von Waffen ist ein ungeeignetes Mittel, um dieses Ziel zu erreichen: In der Geschichte der internationalen Konflikte seit Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es hierf&uuml;r kein erfolgreiches Beispiel. Hingegen zahlreiche F&auml;lle &ndash; insbesondere aus dem Irak und seiner Nachbarschaft -, in denen gelieferte Waffen von den unmittelbaren oder mittelbaren Empf&auml;ngern zur F&uuml;hrung von Kriegen, zu V&ouml;lkermord und Vertreibung genutzt wurden.  &Uuml;ber die Art von Waffen, die die Peschmerga bereits aus dem Westen erhalten haben und nun auch aus Deutschland bekommen sollen, verf&uuml;gen die IS-Milizen l&auml;ngst. Es droht ein monatelanger Stellungs- und Abnutzungskrieg mit vielen Toten und Verwundeten auf beiden Seiten &ndash; wobei die IS-Milizen wahrscheinlich das gr&ouml;&szlig;ere Reservoir an todesbereiten K&auml;mpfern haben &ndash; bei fortgesetzten &Uuml;bergriffen der IS-Milizen gegen die Zivilbev&ouml;lkerung. Waffenlieferungen an die Kurden sind lediglich eine feige Ersatzhandlung. Ein effektiver Schutz der im Irak bedrohten Menschen lie&szlig;e sich &ndash; wenn &uuml;berhaupt &ndash; nur gew&auml;hrleisten durch eine robust ausger&uuml;stete und mit einem Mandat des Sicherheitsrates versehene UNO-Truppe, m&ouml;glichst unter Beteiligung von Soldaten aller f&uuml;nf Vetom&auml;chte.<br>\nDoch vor der Forderung nach einer robusten UNO-Truppe scheuen sich nicht nur die Bef&uuml;rworter von Waffenlieferungen an die Kurden in den westlichen Regierungen, sondern auch (ehemalige) Pazifisten, die &ndash; wie zum Beispiel Cap-Anamur-Gr&uuml;nder Rupert Neudeck &ndash; jetzt ebenfalls f&uuml;r Waffenlieferungen pl&auml;dieren. Nicht zuletzt, weil sie dann auch die Frage einer Beteiligung von Bundeswehrsoldaten an dieser UNO-Truppe konsequenterweise mit Ja beantworten m&uuml;ssten. Der Schutz der irakischen Zivilbev&ouml;lkerung vor der akuten Bedrohung durch die IS-Milizen durch eine UNO-Truppe ist aber nur die unmittelbare Priorit&auml;t. Wer die IS-Milizen nachhaltig aus Irak und Syrien vertreiben will, muss endlich ihre finanzielle, milit&auml;rische und logistische Unterst&uuml;tzung aus den mit dem Westen verb&uuml;ndeten Staaten Saudi-Arabien, Katar und T&uuml;rkei unterbinden. Und den politisch-sozialen und ideologischen N&auml;hrboden austrocknen, auf dem der IS seinen Nachwuchs rekrutiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F08%2F30%2Fa0168&amp;cHash=94d145a56c63a8ba35cfc7ff07131ff1\">taz<\/a><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: &ldquo;Islamischer Staat&rdquo;: Vom Terror zum Kalifat &ndash; Wie der asymmetrische Krieg wieder symmetrisch wird<\/strong><br>\nDie B&uuml;rgerkriege in Libyen und Syrien haben dies besonders gezeigt. Sie strahlen folgenschwer in die benachbarten Regionen aus. Von der Levante &uuml;ber Nordafrika bis zur Sahelzone ist ein gigantischer Gewaltmarkt entstanden, in dem Schmuggel, Entf&uuml;hrungen, Waffen- und Menschenhandel die eintr&auml;glichsten Gesch&auml;ftszweige sind &ndash; und mithin auch lukrative Einnahmequellen f&uuml;r Gruppen mit ganz gro&szlig;en Zielen. Die &bdquo;New York Times&ldquo; hat j&uuml;ngst errechnet, dass allein im Jahr 2013 rund 66 Mio. US-Dollar von europ&auml;ischen Regierungen an verschiedene Al-Qaida-Gruppen gezahlt worden sind. Das Geld wird allerdings nie als L&ouml;segeld deklariert, sondern als humanit&auml;re Hilfe. Die &Ouml;ffentlichkeit erf&auml;hrt davon in der Regel nichts. Das Gesch&auml;ft wird &uuml;ber Mittelsm&auml;nner abgewickelt. Und auch Al Qaida &uuml;berl&auml;sst die Drecksarbeit der Entf&uuml;hrung europ&auml;ischer B&uuml;rger meist spezialisierten Verbrecherbanden, die f&uuml;r den Job einen festen Betrag erhalten &ndash; aber nat&uuml;rlich weit weniger als das in z&auml;hen Verhandlungen erzielte L&ouml;segeld. Mit dem so eingenommenen Geld unterh&auml;lt man die Gruppe, kauft Waffen, zahlt Schmiergeld usw.<br>\nDer &bdquo;Islamische Staat&ldquo; hat dies nur zum Teil n&ouml;tig. Sein Startkapital d&uuml;rfte von der Arabischen Halbinsel stammen; danach hat man sich unter anderem mit Entf&uuml;hrungen und Anschl&auml;gen nach oben gearbeitet und seine kriminellen F&auml;higkeiten und Mittel diversifiziert. Aber auch davon hat man sich inzwischen zu einem guten Teil emanzipiert, denn der Landgewinn in den ehemaligen Hoheitsgebieten Syriens und Iraks bef&ouml;rdert die Unabh&auml;ngigkeit und den Spielraum durch die &Uuml;bernahme ganzer moderner Waffenarsenale, Geldh&auml;user und Industrieanlagen der alten Regime.<br>\nMit der territorialen Expansion und der &uuml;berall wehenden schwarzen Fahne als Zeichen der Eroberung und des Sieges st&ouml;&szlig;t die islamistische Miliz nun in eine ganz neue Dimension des &bdquo;Terrors&ldquo; vor. Je gr&ouml;&szlig;er sie selbst wird und je st&auml;rker und vielseitiger ihre Bewaffnung, desto mehr steigt die Tendenz zum symmetrischen Krieg &ndash; mit Grenz- und Frontverl&auml;ufen, der Entv&ouml;lkerung ganzer Landstriche durch Flucht und Vertreibung sowie verlustreicher K&auml;mpfe durch den Einsatz schwerer Waffen. IS steht damit in der Tradition der Zeloten aus der Zeit Christi, die neben den Einzeltaten und gezielten Anschl&auml;gen auch schon die direkten K&auml;mpfe mit dem Milit&auml;r suchten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/september\/islamischer-staat-vom-terror-zum-kalifat#_ftn3\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ulrike Herrmann zu Mario Draghi: Linker als die Linken<\/strong><br>\nEZB-Chef Mario Draghi geh&ouml;rt zur Oberschicht. Sein Vater war leitender Beamter, seine Frau stammt aus dem italienischen Hochadel, und Draghi selbst hat am MIT in Cambridge bei zwei Nobelpreistr&auml;gern promoviert und zwischendurch bei der Investmentbank Goldman Sachs Millionen verdient. Es mag etwas albern wirken, Draghis Biografie zu erw&auml;hnen, aber nicht wenige Deutsche scheinen den Verdacht zu hegen, er sei ein &ldquo;Linker&rdquo; oder wisse &ndash; &ldquo;typisch Italiener&rdquo; &ndash; nicht, wie man mit Geld umgeht. Doch f&uuml;r Draghi gilt, was auch auf den britischen &Ouml;konomen Keynes zutraf, der ebenfalls aus der Elite stammte: Er ist konservativ. Er will das System erhalten, von dem die europ&auml;ischen Oberschichten profitieren. Aber anders als viele deutsche Traditionalisten hat Draghi &ndash; wie einst Keynes &ndash; erkannt, dass man das System nur retten kann, wenn man es als Ganzes sieht.<br>\nIn Jackson Hole k&uuml;ndigte Draghi daher an, dass die EZB &ldquo;mit allen zur Verf&uuml;gung stehenden Mitteln&rdquo; versuchen werde, die Inflation wieder anzuheizen. Die Notenbank wird also Geld in die Wirtschaft pumpen, und daf&uuml;r bleibt ihr nur noch ein einziges Mittel: In gro&szlig;em Stil muss sie Staatsanleihen aufkaufen. Diesmal wird sie nicht nur die Papiere der Krisenstaaten erwerben, wie sie es in der akuten Phase der Eurokrise tat, sondern auch deutsche Papiere aufkaufen. Es wird ein Fl&auml;chenbombardement. Leider ist es sehr wahrscheinlich, dass die EZB bereits jetzt ohnm&auml;chtig ist. Sie kann zwar die Zinsen dr&uuml;cken, aber niemanden zwingen, Kredite aufzunehmen. Firmen und Konsumenten werden jedoch auf Darlehen verzichten, solange die europ&auml;ische Wirtschaft stagniert oder schrumpft. Doch Nachfrage kann die Notenbank nicht erzeugen &ndash; das kann nur der Staat. Draghi wei&szlig; genau, dass er machtlos ist, wie seine zweite Botschaft aus Jackson Hole zeigt: Er forderte Deutschland indirekt auf, die L&ouml;hne zu erh&ouml;hen. Dies ist eine Wende. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F09%2F02%2Fa0102&amp;cHash=73134d5cac1279d77b1192365e49af56\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Leider gibt Ulrike Herrmann zur Gef&auml;hrlichkeit von Deflation nur die &uuml;bliche Lehrbuchauffassung wieder: &ldquo;Eine Deflation ist gef&auml;hrlich, weil sie kaum zu stoppen ist, sobald sie einmal eingesetzt hat. Es entsteht ein fataler Teufelskreis: Die Kunden verschieben ihre K&auml;ufe, weil alle hoffen, dass die Waren noch billiger werden. Da der Umsatz stagniert oder gar sinkt, investieren die Firmen nicht mehr &ndash; und die Wirtschaft schrumpft weiter.&rdquo; Herrmann verkennt, dass eine Deflation nicht das eigentliche Problem ist, sondern ein anderes, grundlegenderes signalisiert: Eine unterausgelastete Wirtschaft mit hoher Arbeitslosigkeit (gemeint ist die Eurozone als Ganzes). Als ob irgendjemand im siebten Jahr der griechischen Rezession k&uuml;hl abwartet, bis die Preise weiter fallen. Bei der beobachteten krassen Sanierung der Staatsfinanzen und schweren Eingriffen in die Kaufkraft durch Lohn- und  Rentenk&uuml;rzungen und Abbau anderer sozialen Leistungen (Troika) wird die Binnennachfrage massiv reduziert. Kleine und mittelgro&szlig;e auf heimischen M&auml;rkten operierende Firmen gehen dabei massenhaft pleite. Die Arbeitslosigkeit steigt und die Nachfrage bricht weiter ein. Um die Produktivit&auml;tskapazit&auml;ten der Wirtschaft auszulasten, m&uuml;ssen die &uuml;berlebenden Unternehmen die Preise senken und die Arbeitnehmer k&ouml;nnten letztlich vielleicht sogar eine Lohnsenkung akzeptieren usw. Die Troika-Instanzen haben inklusive der Regierung der st&auml;rksten Volkswirtschaft, Deutschland, haben die hohe Arbeitslosigkeit bisher mit strukturellen Faktoren erkl&auml;rt, wie Behinderungen auf den Produkt- und Arbeitsm&auml;rkten, die die Schaffung neuer Stellen und den Zugang von Jugendlichen und Arbeitslosen erschweren. Die Wende, die Draghi vollzieht, ist eine Umdeutung der Arbeitslosigkeit als Folge der eingebrochenen Gesamtnachfrage. &ndash; D.h. allerdings nicht, dass bei Anhalten der hohen Arbeitslosigkeit nicht eine strukturelle Arbeitslosigkeit entsteht, was f&uuml;r die betroffenen Volkswirtschaften katastrophale Folgen h&auml;tte. Die l&auml;ngere Arbeitslosigkeit l&auml;sst die Besch&auml;ftigten wichtige Qualifikationen verlieren, die sie selbst bei anspringender Konjunktur nicht mehr in die jetzt nachgefragten Jobs bringt (Hysterese-Effekt). Bei Jugendlichen ohne Berufspraxis d&uuml;rfte dieser Effekt besonders gro&szlig; sein wie die mangelhafte Ausbildung bei anderen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Leider vergisst die liebe Kollegin Herrmann, dass es f&uuml;r Mario Draghi auch ein sehr weitreichendes Motiv gibt, das relativ wenig mit &bdquo;linker&ldquo; Politik zu tun hat. Bei einer anhaltenden Deflation ist es f&uuml;r die Schuldner nun einmal schwerer, ihre Verbindlichkeiten p&uuml;nktlich und in voller H&ouml;he zu bedienen. Die Schulden bleiben nun einmal (inkl. Zinsen) von der Geldaufwertung unber&uuml;hrt, daf&uuml;r sinken jedoch mit dem Preisniveau auch die Einnahmen, aus denen die Schulden bedient werden m&uuml;ssen. In der momentanen Situation, in der die Banken mit nur sehr geringen Eigenkapitalanteilen sehr hohe Kredite vergeben haben, w&auml;re dies eine brandgef&auml;hrliche Situation, die wom&ouml;glich in der n&auml;chsten Finanzkrise enden k&ouml;nnte. Draghi ist also nicht unbedingt ein &bdquo;Linker&ldquo;, sondern vor allem ein sehr rationaler Vertreter der Bankeninteressen, was in diesem speziellen Kontext jedoch kein Nachteil sein muss.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Merkel versus Draghi<\/strong><br>\nDer Spiegel berichtet in seiner j&uuml;ngsten Ausgabe von einem Telefongespr&auml;ch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Chef der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi: Besorgt habe Merkel gefragt, wie es Draghi mit der europ&auml;ischen Sparpolitik halte. &hellip; Es ist leider bezeichnend, dass Frau Merkel extra anruft, um sich nach der Sparpolitik zu erkundigen und nicht nach der dramatisch gestiegenen Arbeitslosigkeit im Euroraum, um die es Draghi in seiner Rede eigentlich ging. Dort hat er auf eindr&uuml;ckliche Weise die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Euroraum der in den USA gegen&uuml;bergestellt: W&auml;hrend die US-Arbeitslosenquote seit 2009 langsam aber stetig sinkt, ist sie im Euroraum mit Beginn der Austerit&auml;tspolitik ab 2011 erst so richtig gestiegen. &hellip; Draghi verlangt vor allem deswegen nach einem (leichten) Aufweichen der restriktiven Fiskalpolitik, weil er wei&szlig;, dass die Geldpolitik alleine den Euroraum nicht retten kann. &hellip; Besonders in den Krisenl&auml;ndern sind die vorhandenen Produktionskapazit&auml;ten trotz einer leichten Erholung immer noch so stark unterausgelastet, dass es f&uuml;r sie &uuml;berhaupt keine Sinn macht, sich neben die schon brachliegenden Maschinen noch neue zu stellen. &hellip; Auf der anderen Seite sind immer mehr ausstehende Kredite der Banken wegen der Krise notleidend, was auch ihr eigenes Insolvenzrisiko erh&ouml;ht. Keine vern&uuml;nftige Bank w&uuml;rde in so einer Situation in gro&szlig;em Stil neue Kredite vergeben, egal, wie billig sie frisches Geld von der Zentralbank bekommt. &hellip; Wo die Ums&auml;tze der Unternehmen zusammenbrechen und sie Angestellte entlassen, f&auml;llt der Privatsektor als Nachfragetreiber aus &ndash; Pleitiers und Arbeitslose machen auch bei null Prozent Zinsen kaum neue Schulden. Will man die Massenarbeitslosigkeit verringern &ndash; um die sich Draghi zu Recht sorgt &ndash;, bleibt nur der Staat. Wenn es der Bundeskanzlerin um die Menschen geht, sollte sie ihm f&uuml;r seinen (leider sehr sp&auml;ten) Vorsto&szlig; danken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2014\/09\/01\/merkel-vs-draghi_7720#more-7720\">Herdentrieb<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die roten Linien von TTIP: Unter welchen Bedingungen wir dem Abkommen zustimmen werden.<\/strong><br>\n&hellip; Generell muss klar sein, dass der Besitzstand der europ&auml;ischen Gesetzgebungen von einem Abkommen nicht angetastet werden darf. Ein Abkommen darf nicht zu Lasten der Verbrauchersicherheit und der Arbeitsbedingungen gehen. So darf eine Harmonisierung oder gegenseitige Anerkennung von Standards unter TTIP nicht zu einer Herabsetzung oder Aufweichung der Standards innerhalb der Europ&auml;ischen Union f&uuml;hren. Zudem sind drei zentrale Punkte f&uuml;r uns nicht verhandelbar und haben nichts in einem Handelsabkommen mit den USA verloren: der Datenschutz, die &Uuml;bertragung von Regulierungsfragen auf Expertengremien und die vieldiskutierten Investor-Staat Streitschlichtungsverfahren. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/kommentar\/artikel\/die-roten-linien-von-ttip-559\/\">IPG<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zentraler Satz in diesem Beitrag von Bernd Lange, SPD-Europaabgeordneter und seit 2014 Vorsitzender des Handelsausschuss und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss f&uuml;r Industrie, Forschung und Energie, ist: &ldquo;All diesen Chancen zum Trotz sind wir Sozialdemokraten nicht um jeden Preis bereit, ein Abkommen abzuschlie&szlig;en. Wir haben klare Positionen bezogen und rote Linien gezogen. Diese sind f&uuml;r uns entscheidend, wenn es um die Frage geht, ob wir ein fertig verhandeltes Abkommen unterst&uuml;tzen oder ablehnen.&rdquo; Unwillk&uuml;rlich stolpere ich &uuml;ber den Indikativ dieser Aussage: Nicht etwa &ldquo;sollten wir Sozialdemokraten&rdquo; sondern &ldquo;sind wir Sozialdemokraten&rdquo;. Sollten wirklich die Sozialdemokraten im EU-Parlament oder gar auch im Bundestag oder in der Regierung diese Auffassung teilen? Man wird sehen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: Handelspolitik gegen politische Freiheit<\/strong><br>\nOb es sich um die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der EU und den USA (TTIP), das kurz vor dem Abschluss stehende Wirtschafts- und Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada (CETA) oder um das Abkommen zum Handels- mit Dienstleistungen (TISA) dreht, welches zeitgleich zwischen der EU und den Regierungen von 23 L&auml;ndern verhandelt wird, auf die mehr als zwei Drittel des globalen Handels mit Dienstleistungen entfallen: alle diese Abkommen haben vor allem das Ziel, die Freiheit von Regierungen, zu regieren, einzuschr&auml;nken &ndash; und dies weit &uuml;ber die Amtszeit der gegenw&auml;rtigen Regierungsvertreter hinaus.<br>\nSelbstverst&auml;ndlich spielen bei all diesen Abkommen l&auml;ngerfristige geopolitische &Uuml;berlegungen eine wichtige Rolle. Geht es f&uuml;r die &bdquo;alten&ldquo; Wirtschaftsm&auml;chte auf beiden Seiten des Atlantiks doch darum, den wachsenden Einfluss insbesondere der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, S&uuml;dafrika) einzud&auml;mmen. Daher sind sowohl die USA als auch die EU bestrebt, technische und regulatorische Standards festzuschreiben, die den Interessen &bdquo;ihrer&ldquo; transnationalen Unternehmen zugutekommen, bevor die neuen Wirtschaftsm&auml;chte stark genug sind, ihrerseits die &bdquo;Regeln des globalen Spiels&ldquo; in und au&szlig;erhalb der WTO zu definieren. Im Kern aber handelt es sich beim TTIP und vor allem bei TISA darum, politische Regulierungen auszuhebeln, die heute oder in der n&auml;heren Zukunft die Gewinne von transnationalen Unternehmen und deren Anteilseignern respektive die Renditen von institutionellen oder privaten Geldgebern schm&auml;lern k&ouml;nnten&hellip;<br>\nFragt sich nur, wieso Unternehmen mit Sitz in den USA oder in der EU zuk&uuml;nftig eine deutlich h&ouml;here Investitionssicherheit brauchen. Sind nicht beispielsweise die rechtlichen Rahmenbedingungen f&uuml;r Investitionen in Deutschland ein wesentlicher Grund daf&uuml;r, weshalb ausl&auml;ndische Investoren schon heute mehr als die H&auml;lfte der Aktien an den 30 Unternehmen des Deutschen Aktienindex halten?<br>\nEs geht wohl eher darum, durch die Androhung von millionenschweren Entsch&auml;digungszahlungen Regierungen langfristig daran zu hindern, von ihrer demokratischen Freiheit Gebrauch zu machen &ndash; um beispielsweise bestimmte Sektoren der Wirtschaft unter &ouml;ffentliche Kontrolle zu stellen oder um bereits eingeleitete Privatisierungsma&szlig;nahmen wieder r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. TTIP und Co. sollen daf&uuml;r sorgen, dass jede &bdquo;sozial-&ouml;kologische Wende&ldquo; auch in Zukunft ausgeschlossen bleibt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/DE7CFF2DDA6E4D4B8968DDFA8568434D13952.pdf\">WSI Mitteilungen [PDF &ndash; 78,4 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Anteil der jugendlichen Arbeitslosen an allen 15 bis 24j&auml;hrigen in ausgew&auml;hlten EU-L&auml;ndern 2003 &ndash; 2013<\/strong><br>\nSteigende Jugendarbeitslosigkeit ist insbesondere in S&uuml;deuropa erst wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise ein Problem \n<ul>\n<li>Vergleicht man den Anteil der jugendlichen Arbeitslosen an allen (!) 15 bis 24-j&auml;hrigen zwischen ausgew&auml;hlten EU-L&auml;ndern, l&auml;sst sich erkennen, dass 2013 Deutschland mit 4 % den mit Abstand niedrigsten Wert aufweist. Die meisten anderen L&auml;nder verzeichnen eine deutlich h&ouml;here Arbeitslosigkeit zwischen 8 % und 10 %, wobei Spanien (21 %), Griechenland (16,6 %), Schweden (12,8 %) und Gro&szlig;britannien (12 %) besonders hohe Werte aufweisen.<\/li>\n<li>Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa ist in den vergangenen zehn Jahren insgesamt besorgniserregend. Zwischen den Jahren 2003 und 2013 verzeichnen lediglich Polen (- 39,3 %) und Deutschland (- 27,3 %) einen R&uuml;ckgang, wobei sich die Arbeitslosigkeit der unter 25j&auml;hrigen in Polen seit dem Jahr 2008 kontinuierlich erh&ouml;ht hat. Dagegen ist in allen anderen ausgew&auml;hlten L&auml;ndern die Arbeitslosigkeit in den letzten zehn Jahren stark angestiegen, besonders deutlich in Spanien (+ 112,1 %), Gro&szlig;britannien (+ 84,6 %) und Griechenland (+ 84,4 %). <\/li>\n<li>Vergleicht man die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit vor und nach der Wirtschafts- und Finanzkrise, zeigt sich bis zum Jahr 2008 im EU-Durchschnitt zwar einen R&uuml;ckgang von 12,5 %, allerdings weisen die einzelnen L&auml;nder deutliche Unterschiede auf. Die gr&ouml;&szlig;ten R&uuml;ckg&auml;nge der Arbeitslosigkeit bis 2008 verzeichnen mit Polen (- 62 %), Italien (- 29 %), Griechenland (- 25,6 %) und Lettland (- 15,7 %) insbesondere die s&uuml;d- und osteurop&auml;ischen L&auml;nder. Im Gegensatz dazu sind im gleichen Zeitraum vor allem Schweden (+ 46,6 %) und Gro&szlig;britannien (+ 41,5 %) von hohen Zuw&auml;chsen betroffen.<\/li>\n<li>Mit dem Einsetzen der Wirtschafts- und Finanzkrise steigt die Jugendarbeitslosigkeit zwischen 2008 und 2009 in allen L&auml;ndern ohne Ausnahme. Im EU-Durchschnitt w&auml;chst die Arbeitslosigkeit um 24,3 % und trifft im ersten Jahr der Krise besonders deutlich Lettland (+ 132,2 %), Spanien (+ 45,3 %) und D&auml;nemark (+ 44,8 %).<\/li>\n<li>Seitdem ist lediglich in Deutschland bis 2013 die Jugendarbeitslosigkeit wieder unter das Vorkrisenniveau von 2008 gefallen, w&auml;hrend  vor allem die s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;nder eine anhaltende Negativentwicklung durchleben. So erh&ouml;hte sich die Arbeitslosigkeit seit 2008 bis 2013 in Griechenland um 147,8 %, in Spanien um 79,5 %, in Italien um 65,2 %. Aber auch in den weiteren ausgew&auml;hlten L&auml;ndern ist die Jugendarbeitslosigkeit seit 2008 um mindestens 25 % angestiegen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140902_hwt_1.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140902_hwt_1_small.png\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Europa-Internationales\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbX20_Grafik_Monat_09_2014.pdf\">Sozialpolitik aktuell.de [PDF &ndash; 141 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Auch diesen Monat wieder viele interessante Dokumente und Studien auf <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/\">Sozialpolitik aktuell in Deutschland<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Justizkritik: Von innen heraus ist kein wesentlicher Widerstand m&ouml;glich<\/strong><br>\n&ldquo;Wenn Probleme bestehen und bekannt sind, aber dennoch negiert werden, stellt dies nichts anderes als einen Fall von politischem Versagen dar&rdquo;, sagt David Jungbluth im zweiten Teil des Interviews zum Thema &ldquo;Justizkritik&rdquo; im Hinblick auf das Verhalten vonseiten der Politik. Jungbluth, der nach beinahe zwei Jahren T&auml;tigkeit als Staatsanwalt und Richter desillusioniert aus dem Justizdienst im Saarland ausgeschieden ist, geht mit der Justizpolitik scharf ins Gericht. Er geht davon aus, dass die Aush&ouml;hlung des Justizapparates aufgrund von Einsparungsma&szlig;nahmen dem Rechtsstaat einen schweren Schaden zuf&uuml;gt. &ldquo;Politik als auch die Bev&ouml;lkerung sollten sich &hellip; ernsthaft fragen, was ihnen ein funktionierendes Rechtssystem wert ist&rdquo;, sagt Jungbluth.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42522\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>So kaputt sind Deutschlands Bahnbr&uuml;cken<\/strong><br>\nSehen Sie in unserer Karte, &uuml;ber welche bauf&auml;lligen Eisenbahnbr&uuml;cken Ihr Zug t&auml;glich f&auml;hrt. Umfassende Daten, die ZEIT ONLINE vorliegen, zeigen das erstmals im Detail. Fast ein Drittel aller deutschen Eisenbahnbr&uuml;cken ist in einem bedenklichen Zustand oder sogar nicht mehr sanierungsf&auml;hig.  Als Basis der Visualisierung dienten die Ergebnisse einer Reihe kleiner Anfragen, die die Gr&uuml;nen-Bundestagsfraktion an die Bundesregierung gerichtet hatte. Die so gewonnen Informationen enth&uuml;llen zum Beispiel, dass ausgerechnet auf der vielbefahrenen ICE-Strecke vom Ruhrgebiet nach Hannover zwei Br&uuml;cken wirtschaftlich gar nicht mehr zu reparieren sind: direkt vor und direkt nach Bielefeld. Fielen diese beiden Br&uuml;cken aus, w&auml;re nicht nur die Verbindung vom Rheinland nach Berlin abgerissen. Vielmehr h&auml;tten die 330.000 Einwohner der Stadt Bielefeld keinen Fernbahn-Anschluss mehr.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/mobilitaet\/2014-09\/deutsche-bahn-bruecken-zustand\">Zeit Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/mobilitaet\/2014-09\/eisenbahnbruecken-deutsche-bahn\">Zeit Online &ndash; Karte<\/a>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzender Hinweis unseres Lesers J.A. auf einen User-Kommentar:<\/strong> &ldquo;Morgen kommen dann wieder Jubelmeldungen, wie gut es Deutschland geht, wie sehr die Einnahmen des Staates sprudeln und im Subtext wie unn&ouml;tig es ist, die armen Reichen mit Dingen wie Verm&ouml;genssteuer etc. zu behelligen, wo diese doch das Geld so sehr f&uuml;r das Zocken an der B&ouml;rse und das Erzeugen von Blasen aller Art ben&ouml;tigen (beispielsweise einer wundersch&ouml;n-schillernden Immobilienblase in Berlin).&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Welt ist verr&uuml;ckt &ndash; und was machen wir?<\/strong><br>\nIm Mittleren Osten wurde in den vergangenen zw&ouml;lf Jahren alles durchgespielt: der regul&auml;re Krieg mit Bodentruppen in der riskanten wie auch in der irrwitzigen Variante (Afghanistan und Irak), die kurzfristige, &uuml;berwiegend luftgest&uuml;tzte Intervention zur Vermeidung eines Massakers (Libyen), die friedliche Teilung eines Landes in einem von den UN moderierten Prozess (Sudan), die Nicht-Intervention trotz unz&auml;hliger Toter (Syrien). Dar&uuml;ber hinaus in rascher Folge: Sturz von Diktatoren durch Intervention, Unterst&uuml;tzung von Diktatoren zur Stabilisierung der Region, Unterst&uuml;tzung von Revolten gegen die Diktatoren zur Demokratisierung der Region, keine Unterst&uuml;tzung der Revolten mehr, daf&uuml;r erneute Unterst&uuml;tzung neuer und alter Diktatoren. Nichts davon hat wirklich gut funktioniert. In den Jahren nach dem 11. September war unter westlichen Geopolitikern im Vollgef&uuml;hl der eigenen Macht gern vom au&szlig;enpolitischen Werkzeugkasten die Rede, aus dem je nach Lage die richtigen Instrumente entnommen werden. Heute muss man sagen: Der Kasten ist ziemlich leer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/36\/krieg-krise-westen-russland-irak\/komplettansicht\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nun ist Bernd Ulrich ganz gewiss nicht der Lieblingsjournalist der NachDenkSeiten. So fordert er z.B. zu einem neuen Nachdenken auf und formuliert: &ldquo;Zu einer neuen Ehrlichkeit w&uuml;rde auch das Eingest&auml;ndnis geh&ouml;ren, dass der Westen sich mit Entwicklungen konfrontiert sieht, die er nicht vorausgesehen, die er untersch&auml;tzt oder schlicht noch nicht verstanden hat. Und sosehr man sich hier auch selbst kritisieren kann und soll, so offenkundig ist doch auch: Ungl&uuml;cklicherweise ist der Westen nicht an allem Schuld, leider hat er nicht die Macht, allein durch Selbstverbesserung die Welt zu verbessern.&rdquo; In dieser Ehrlichkeit fehlt allerdings ein klares Bekenntnis dazu, dass der Westen viele Probleme, mit denen er heute zu k&auml;mpfen hat, selbst verursacht hat. Auch ist es fast peinlich, dass ein intelligenter Mann wie Ulrich, noch nicht mitbekommen hat, was amerikanische Wissenschaftler nachgewiesen haben, dass die Interpretation der US-Regierung betreffs des Giftgasangriffes in Syrien nicht stimmt. Keiner wei&szlig; bis heute, ob Assad oder Djihadisten verantwortlich sind. &ndash; Dennoch ist der Text lesenswert, um sich an seinen Aussagen und Fragestellungen abzuarbeiten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Neoliberales Herrschaftssystem: Warum heute keine Revolution m&ouml;glich ist<\/strong><br>\nDie systemerhaltende Macht der Disziplinar- und Industriegesellschaft war repressiv. Fabrikarbeiter wurden durch Fabrikeigent&uuml;mer brutal ausgebeutet. So f&uuml;hrte die gewaltsame Fremd-Ausbeutung der Fabrikarbeiter zu Protesten und Widerst&auml;nden. M&ouml;glich war hier eine Revolution, die das herrschende Produktionsverh&auml;ltnis umst&uuml;rzen w&uuml;rde. In diesem repressiven System sind sowohl die Unterdr&uuml;ckung als auch die Unterdr&uuml;cker sichtbar. Es gibt ein konkretes Gegen&uuml;ber, einen sichtbaren Feind, dem der Widerstand gilt. Das neoliberale Herrschaftssystem ist ganz anders strukturiert. Hier ist die systemerhaltende Macht nicht mehr repressiv, sondern seduktiv, das hei&szlig;t, verf&uuml;hrend. Sie ist nicht mehr so sichtbar wie in dem disziplinarischen Regime. Es gibt kein konkretes Gegen&uuml;ber mehr, keinen Feind, der die Freiheit unterdr&uuml;ckt und gegen den ein Widerstand m&ouml;glich w&auml;re. Der Neoliberalismus formt aus dem unterdr&uuml;ckten Arbeiter einen freien Unternehmer, einen Unternehmer seiner selbst. Jeder ist heute ein selbstausbeutender Arbeiter seines eigenen Unternehmers. Jeder ist Herr und Knecht in einer Person. Auch der Klassenkampf verwandelt sich in einen inneren Kampf mit sich selbst. Wer heute scheitert, beschuldigt sich selbst und sch&auml;mt sich. Man problematisiert sich selbst statt der Gesellschaft. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/neoliberales-herrschaftssystem-warum-heute-keine-revolution-moeglich-ist-1.2110256\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Das ist ein interessanter und wichtiger Beitrag. Kritisch anzumerken w&auml;re:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Der Autor untersch&auml;tzt das Bewusstsein vieler Menschen. Viele wissen, dass sie nicht freier Unternehmer sondern ausgebeutet sind. Aber sie sind hilflos. Sie scheiden aus dem gesellschaftlichen und politischen Leben aus. Das hat viel mit der zweiten Anmerkung zu tun.<\/em><\/li>\n<li><em>Der Autor erkennt sonderbarerweise die gro&szlig;e Rolle der Medien f&uuml;r die Stabilisierung der neoliberalen Ideologie nicht. Die Revolution wird durch Meinungsmache verhindert. Diese M&ouml;glichkeit war klar erkannt. Darauf wurde hingearbeitet. Systematisch wurde die Kommerzialisierung der Medien ausgebaut. Systematisch wurde die Konzentration der Medien in wenigen H&auml;nden zugelassen und betrieben. &bdquo;Meinungsmache beherrscht das politische Geschehen und wichtige Teile von Wirtschaft und Gesellschaft&ldquo; &ndash; ausf&uuml;hrlich beschrieben in &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=4078\">Meinungsmache<\/a>&ldquo; und im &uuml;brigen 2003 der Grund f&uuml;r die Gr&uuml;ndung der Nachdenkseiten.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Byung-Chul Han beleuchtet einen interessanten Aspekt des Neoliberalismus und sein Beitrag ist lesenswert, aber ganz so neu ist seine These nicht, zumindest f&uuml;r &Ouml;konomen, die sich f&uuml;r Politik interessieren. Kern der neoliberalen Arbeitsmarktpolitik seit Schr&ouml;der ist das Prinzip das &ldquo;Fordern und F&ouml;rdern&rdquo; der Arbeitslosen, wobei die Ausweitung des Forderns das F&ouml;rdern immer mehr verdr&auml;ngt. Letzteres geschieht oft mit dem Hinweis auf die knappe Kassenlage. Aber auch weltanschaulich macht das Fordern das F&ouml;rdern &uuml;berfl&uuml;ssig &ndash; mit einem Wort: Selbstverantwortung bzw. mit der Individualisierung aller Lebenslagen. Auf der untersten Ebene geht es darum, dass ein jeder Arbeit bekommt, sofern er denn will, sofern er bereit ist jede Arbeit zu jedem Preis zu verrichten. Sicherlich sehr verk&uuml;rzt, aber in der Tendenz richtig. (Nat&uuml;rlich stehen unserem Volumen an Unterbesch&auml;ftigung schon rein statistisch nicht gen&uuml;gend offene Stellen gegen&uuml;ber) Auf einer anderen Ebene versuchen bereits Eltern ihre Kinder in der von Han beschrieben Weise auf Hochleistung zu trimmen. Zuf&auml;llig habe ich heute mit einem Vater gesprochen, dessen Sohn sein Maschinenbaustudium abgebrochen hat und auf Wirtschaftsingenieur umgestiegen ist. Meine Frage nach dem Studium des Sohnes brachte den Vater g&auml;nzlich aus der Fassung. Es war eindeutig Scham. Welchem Druck setzt dieser Vater seinen Sohn mit dieser Haltung aus. Es wird ein ewiger Makel sein, dass sein Sohn &ldquo;nur&rdquo; den Wirtschaftsingenieur anstrebt, weil er technisch vielleicht nicht so begabt war. &ndash; In den USA reduziert sich der Grundsatz des Neoliberalismus kurz auf: &ldquo;Jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Vor allem aber &uuml;bersieht der Nicht&ouml;konom Han die repressive Ausbeutung nicht nur in den Entwicklungsl&auml;ndern, sondern den zunehmenden Druck auf bzw. Umgehung von Arbeitnehmerrechten in den alten Industrienationen, der auf ein Zur&uuml;ck in die repressive Phase weist. Siehe z.B. <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/tv\/Panorama-die-Reporter\/D%C3%A4nisches-Bettenlager-Der-Daunenk%C3%B6nig\/NDR-Fernsehen\/Video?documentId=22961044&amp;bcastId=14049192\">den Film &uuml;ber die Praktiken eines Lars Larsen, den Chef des D&auml;nischen Bettenlagers<\/a>. Dennoch ist die Unterscheidung Hans zwischen der setzenden, repressiven Macht, die h&auml;ufig auf Gewalt zur&uuml;ckgreift und der systemerhaltenden Macht, die im neoliberalen Regime sich sogar als Freiheit gibt, interessant. Denn letztlich bedeutet damit der R&uuml;ckgriff auf dem alten Modus der repressiven Macht in den modernen Volkswirtschaften, dass Unterdr&uuml;ckung wie auch die Unterdr&uuml;cker wieder sichtbar werden und damit die Chance einer Revolution.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Gazakrieg: &bdquo;Die Hauptursachen der Gewalt bestehen auch heute noch.&ldquo;<\/strong><br>\nHamas hat in diesem Krieg politisch viel erreicht. Zum dritten Mal in Folge war die Hamas Kriegsakteur und zentraler Player in den Verhandlungen zur Beendigung der Gewalt. Das hat die Bewegung in einen der relevantesten Akteure verwandelt und ohne Zweifel in die derzeit popul&auml;rste Partei. Es gibt zwar keine aktuellen Meinungsumfragen aber die meisten Analysten sind der Auffassung, dass die Popularit&auml;t der Hamas klar zugenommen hat. Aus diesem Grund hat auch das politische Gewicht der Hamas zugenommen. Der Fehlschlag der zuvor neun Monate lang gef&uuml;hrten Verhandlungen und der Ausbruch der Gewalt haben das Vertrauen der Pal&auml;stinenser in eine Zweistaatenl&ouml;sung definitiv verringert. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Unterst&uuml;tzung einer Zweistaatenl&ouml;sung zur&uuml;ckgegangen w&auml;re&hellip;<br>\nSowohl die Hamas als auch die israelische Regierung haben diesen Krieg gebraucht und gewollt. Die Hamas war finanziell in einer verzweifelten Lage. Sie hatte die meisten ihrer Verb&uuml;ndeten verloren und die meisten ihrer Tunnel von Gaza nach &Auml;gypten&hellip;<br>\n&hellip; die Hauptursachen der Gewalt bestehen nach wie vor. Die erste Ursache ist die Abriegelung des Gazastreifens mit all seinen &ouml;konomischen, politischen und humanit&auml;ren Konsequenzen. Die zweite Ursache ist die anhaltende Besatzung und das Fehlen eines politischen Horizonts f&uuml;r eine friedliche L&ouml;sung.<br>\nDie einzige M&ouml;glichkeit, die Abriegelung des Gazastreifens zu beenden, ist die Entwicklung eines Mechanismus durch eine dritte Partei, die den Pal&auml;stinensern Bewegungsfreiheit garantiert und den Israelis zusichert, dass diese Bewegungsfreiheit nicht zur Wiederbewaffnung Gazas missbraucht wird. Doch dieser politische Horizont ist unm&ouml;glich, solange die Friedensbem&uuml;hungen ein Monopol der Vereinigten Staaten bleiben, dem engsten Freund und Verb&uuml;ndeten Israels.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/kurzinterview\/artikel\/gazakrieg-die-hauptursachen-der-gewalt-bestehen-auch-heute-noch-562\/\">Internationale Politik und Gesellschaft (IPG)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>SZ: Lassen Sie uns diskutieren<\/strong><br>\nDirekter, konzentrierter, besser moderiert: Wir wollen k&uuml;nftig auf andere Weise als bisher mit Ihnen ins Gespr&auml;ch kommen. Statt der klassischen Kommentarfunktion unter Artikeln starten wir mit Ihnen Debatten zu drei Themen des Tages &ndash; und laden Sie ein, immer wieder neue Formen des Dialogs auszuprobieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kolumne\/ihre-sz-lassen-sie-uns-diskutieren-1.2095271\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Leserbrief eines Nutzers der NachDenkSeiten an die SZ:<\/strong> Sehr geehrte Redaktionsmitglieder der S&uuml;ddeutschen Zeitung, einer der Intensiv-Beitragsschreiber hat die von Ihnen nun eingef&uuml;hrte Ver&auml;nderung der Kommentarfunktion sehr h&ouml;flich kommentiert: sie habe ein Geschm&auml;ckle von Bevormundung. Nachdem Herr W&uuml;llner sich vor kurzem in eine Debatte eingeschaltet hat, mit der Androhung, er werde von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Blog schlie&szlig;en, hatte ich bereits die dunkle Vorahnung, es w&uuml;rden bald Ma&szlig;nahmen einer versch&auml;rften Zensur erfolgen. Dass selbst die Diskussionen der Vergangenheit nun nicht mehr zug&auml;nglich sind (oder liegt da ein technisches Problem vor?), zeigt bereits, mit welcher Rigorosit&auml;t man die neu ersonnene Maulkorbpraxis zu treiben gedenkt. Dass die Redaktion nun vorschreiben will, zu welchen Themen eine Diskussion gestattet wird, entspricht einer zugespitzten zum direkten Zensurinstrument instrumentalisierten Form des Agenda-Setting.  Und die Verlagerung der Diskussion in Richtung sozialer Netzwerke schlie&szlig;t automatisch diejenigen aus, die aus Gr&uuml;nden der Datensicherheit von diesen Formen &ouml;ffentlicher Selbstdarstellung &ndash; aus zumindest nachvollziehbaren Gr&uuml;nden &ndash; Abstand halten.  &ndash; &Uuml;brigens fiel es mir in der Vergangenheit bereits auf, das es nicht immer nur die polemisch prononcierten Beitr&auml;ge mit parodistisch-satirischem Zungenschlag waren, die von Ihnen herausgefiltert wurden. Einige meiner fundiertesten Kommentare, auf die ich auch etwas mehr Zeit als &uuml;blich verwandt habe und die durchaus auch einen gewissen Aufkl&auml;rungs- und Informationswert hatten, wurden ebenfalls abgefangen, w&auml;hrend zur selben Zeit harmlose Danksagungen an andere Kommentatoren &ndash; sei&acute;s f&uuml;r informative Links, sei&acute;s f&uuml;r besonders scharfsinnige Beitr&auml;ge &ndash; m&uuml;helos den informationellen Schlagbaum passieren konnten. &ndash; Viele der Leser haben sich immer wieder massiv beklagt, dass die SZ mehr und mehr zur Hauspostille der Atlantik-Br&uuml;cke zu verkommen drohe und statt die selbstst&auml;ndige Meinungsbildung der Leser durch seri&ouml;s recherchierte Informationen zu f&ouml;rdern, zunehmend in indoktrinierender Form aktiv werde. Jetzt holen Sie zu einem informationsstrategischen Rundumschlag aus, mit dem Sie viele der Ihnen noch verbliebenen kritischen Leser vertreiben werden. Anschlie&szlig;end k&ouml;nnen Sie dann zufrieden verk&uuml;nden, wie hoch der Anteil der konsentierenden Leserschaft ist und in politisch brisanten Fragen k&ouml;nnen sie dann einen allgemeinen Sinneswandel (zugunsten des von Ihnen lancierten Standpunkts) verk&uuml;nden.  Ich w&uuml;rde Sie bitten, ihre Maulkorbstrategie (denn &ndash; im Klartext &ndash; handelt es sich um nichts anderes) noch einmal zu &uuml;berdenken. Leider mache ich mir wenig Hoffnung, dass Sie zurzeit in dieser Angelegenheit noch zu reflektierender &Uuml;berpr&uuml;fung bereit sind , da die resolute Entschlossenheit, mit der Sie derzeit sich bem&uuml;hen, die (verlorene) Meinungsf&uuml;hrerschaft &uuml;ber die eigensinnigen Leser wiederzuerlangen, solche Vehemenz angenommen hat, das Sie sogar bereit sind daf&uuml;r die Abwanderung vieler Leser in Kauf zu nehmen. F&uuml;r mich waren die Kommentar-Blogs der eigentlich interessante Teil, w&auml;hrend die Artikel der SZ h&auml;ufig durch fehlende Objektivit&auml;t und durch ihren allzu durchsichtig tendenzi&ouml;sen Charakter einer Aufforderung an den Leser gleichkamen, sich geistig von den redaktionellen Meinungsf&uuml;hrern an die Hand nehmen zu lassen. &ndash; Fast k&ouml;nnte ich melancholisch werden, wenn ich an die Zeiten zur&uuml;ckdenke, da die S&uuml;ddeutsche Zeitung noch den Ruf eines seri&ouml;s recherchierenden, investigativen, um objektive Darstellung bem&uuml;hten Publikationsorgans genoss, das einen wichtigen Beitrag leistete zur allgemeinen, dem M&uuml;ndigwerden der B&uuml;rger dieses Landes dienenden Aufkl&auml;rung und Selbstaufkl&auml;rung. Wir reden so viel von unseren Werten, doch die Maxime &ldquo;Sapere aude!&rdquo; wird nun offenbar von den Mitarbeitern der SZ f&uuml;r wertlos erachtet. Mit Immanuel Kant fragt man sich, ist es Feigheit oder Tr&auml;gheit? Mit freundlichem Gru&szlig;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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