{"id":23158,"date":"2014-09-08T10:03:23","date_gmt":"2014-09-08T08:03:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23158"},"modified":"2015-10-25T12:16:34","modified_gmt":"2015-10-25T11:16:34","slug":"bemerkenswertes-zum-neuen-kalten-krieg-und-warum-die-nachdenkseiten-einseitig-berichten-und-kommentieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23158","title":{"rendered":"Bemerkenswertes zum neuen Kalten Krieg und warum die NachDenkSeiten einseitig berichten und kommentieren"},"content":{"rendered":"<p>Vor wenigen Tagen erhielt ich eine Mail, die ich &ndash; weil sie so treffend formuliert ist &ndash; zum Einstieg zitieren m&ouml;chte. Ein Leser und F&ouml;rderer der NachDenkSeiten schreibt: &bdquo;Die Nachdenkseiten sind meine t&auml;gliche Lekt&uuml;re und ich bin dankbar f&uuml;r Ihr Engagement. Trotzdem f&auml;llt mir auf, dass Ihre Kritik sich ausschlie&szlig;lich gegen den Westen richtet. Wann haben Sie zuletzt einen kritischen Artikel &uuml;ber Russland ver&ouml;ffentlicht? Oder sehen Sie sich einfach als das Gegengewicht zur tendenzi&ouml;sen Berichtserstattung der deutschen Mainstream Medien? Ein bisschen mehr Balance f&uuml;r Ihre kritische Webseite w&uuml;rde Ihr Projekt glaubw&uuml;rdiger machen und mehr Leser\/F&ouml;rderer f&uuml;r Sie gewinnen.&ldquo; &ndash; Richtig, wir erscheinen als einseitig, und diese vermeintliche Einseitigkeit belastet uns. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nZun&auml;chst sei eingestanden, dass es wirklich sinnvoll w&auml;re, gelegentlich kritische Artikel &uuml;ber Russland zu ver&ouml;ffentlichen. So w&auml;re es sogar interessant, die Menschenrechtslage und die Frage nach der so oft beschworenen Freiheit im Vergleich von USA und Russland zu untersuchen und abzuhandeln. Aber zun&auml;chst im Folgenden ein Versuch zur Erkl&auml;rung der Einseitigkeit. (Wenn ich dabei von &bdquo;wir&ldquo; schreibe, dann sind die NachDenkSeiten gemeint, ohne alle daran Mitwirkenden auf die folgenden Argumente verpflichten zu k&ouml;nnen und zu wollen):<\/p><ol>\n<li><strong>In der Tat halten wir es f&uuml;r dringend notwendig, ein Gegengewicht zu der tendenzi&ouml;sen Berichterstattung der meisten Medien zu bilden.<\/strong>\n<p>Wir haben in den NachDenkSeiten mit vielen Beitr&auml;gen und Hinweisen dokumentiert, wie einseitig und wie b&ouml;sartig deutsche Medien mit dem Konflikt und insbesondere mit Russland und dem dortigen Pr&auml;sidenten Putin umgehen.<\/p>\n<p>Wir haben gezeigt, dass besonders einflussreiche Meinungsmacher deutscher Medien mit den USA eng verflochten sind. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155\">Siehe hier<\/a>.<\/p>\n<p>Die Medien stellen sich mehrheitlich in den Dienst der Konfrontation. Sie versch&auml;rfen die Konflikte, statt f&uuml;r Milderung und Vernunft zu werben.<br>\nEine kritische Begleitung des Geschehens findet kaum mehr statt.<\/p>\n<p>Interessant und aktuell ist die Schnelligkeit, mit der deutsche Medien Russland zum alleinigen Aggressor abgestempelt haben. Zuvor war in einigen deutschen Medien und von einigen wenigen Politikern und Wissenschaftlern in den letzten Wochen des &Ouml;fteren darauf hingewiesen worden, dass der Westen das 1990 vereinbarte Ende des Konfliktes zwischen Ost und West de facto aufgek&uuml;ndigt hat und dass die NATO, die Europ&auml;ische Union und die USA an Russland heranger&uuml;ckt sind und damit Versprechen gebrochen haben. (Siehe dazu die folgenden Ziffern 2 ff). Mit diesen Hinweisen auf die verheerende Rolle der westlichen Politik war die Agitation einer Reihe von Medien gegen Russland und Putin in eine gewisse Not geraten. Deshalb haben sie mit Freuden und erstaunlich gleichgerichtet die Parole aufgegriffen, Russland sei der eigentliche Aggressor. Diese massiv verbreitete Botschaft st&uuml;tzte sich vor allem auf die &Auml;u&szlig;erung Putins zum Neuen Russland. <\/p>\n<p>&bdquo;NOWOROSSIA&ldquo; plus Portr&auml;t von Putin ziert den Titel der aktuellen &bdquo;ZEIT&ldquo;.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140904_zeit_titel.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Im gleichen Geist sind die ersten vier Seiten dieser Ausgabe Der ZEIT geschrieben. Vor allem der Leitartikel von Josef Joffe. Er kritisiert Obama von &bdquo;rechts&ldquo; &ndash; wegen dessen R&uuml;ckzug als Ordnungsmacht aus dem Irak wie in Europa. Gelegenheit mache Diebe. Wenn die USA weiterhin eine kampff&auml;hige Pr&auml;senz in Europa erhalten h&auml;tten, wenn Europa nach dem Mauerfall langsamer abger&uuml;stet h&auml;tte, &bdquo;h&auml;tte dann Putin so opportunistisch nach der Krim und der Ostukraine gegriffen&ldquo;?<\/p>\n<p>Es ist eine spannende Frage, ob ein solcher Vorgang wie die Konzentration vieler Medien auf die Botschaft &bdquo;Russland ist der Aggressor&ldquo; koordiniert oder rein zuf&auml;llig stattfindet. Mein Eindruck, aber den will ich niemandem aufdr&auml;ngen: Ohne Koordination ist eine solch gleiche Ausrichtung der Medien und auch eine Umorientierung der Propaganda in so kurzer Zeit nicht m&ouml;glich. Nach meinem Eindruck sind Bataillone von Public-Relations-Agenturen, Politikern und Botschaftsangeh&ouml;rigen als Spin-Doktoren t&auml;tig.<br>\nAlle, auch die Russen, haben erkannt: Propaganda ist eine entscheidende Waffe. Propaganda k&ouml;nnte in diesem konkreten Fall leider auch den Weg f&uuml;r den Einsatz der wirklichen Waffen ebnen.<\/p>\n<p>Weil wir das nicht wollen, halten wir mit den Nachdenkseiten und zusammen mit tausenden von gleich gesinnten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern mit unseren bescheidenen Kr&auml;ften dagegen. Das mag man dann einseitig nennen. Sehr begr&uuml;ndet ist diese Kritik deshalb nicht, weil die Potenziale f&uuml;r Information und Propaganda ausgesprochen ungleich verteilt sind.<\/p><\/li>\n<li><strong>Der Westen, insbesondere die USA und die NATO haben nach 1990 systematisch die gefundene Verst&auml;ndigung auf die Einheit Europas einschlie&szlig;lich Russlands zerst&ouml;rt. Die gegebenen Versprechen auf ein wirkliches und dauerhaftes Ende des Konfliktes zwischen Ost und West wurden gebrochen.<\/strong> Die Strukturen gemeinsamer Sicherheit wurden ausgeh&ouml;hlt bzw. nicht genutzt. Die NATO wurde entgegen den Verabredungen bis an die Grenzen Russlands ausgedehnt. Die USA haben geplant, in Polen und Tschechien Raketen zu stationieren, mit dem Vorwand, diese sollten die Raketen des Iran abfangen. Auf russischer Seite musste man diese Raketen als gegen sich selbst gerichtet verstehen. Wer auch nur ein bisschen f&auml;hig ist, sich in die Lage anderer zu versetzen, musste wissen, dass Russland sich eingekreist f&uuml;hlt. Und dass es vor allem auch seinen Flottenst&uuml;tzpunkt auf der Krim auf Dauer infrage gestellt sieht.<\/li>\n<li><strong>Ich bin einseitig, weil ich verstehe, dass es der russischen F&uuml;hrung irgendwann gereicht hat. Bis hierher und nicht weiter ist offensichtlich eine Denkfigur,<\/strong> die bei der russischen F&uuml;hrung und auch bei der Mehrheit des Volkes das Denken und Handeln bestimmt.<\/li>\n<li><strong>Ist es einseitig, wenn man die SPD darauf hinweist, dass sie heute ihre gro&szlig;en Verdienste bei der Entspannungspolitik und beim Abbau des Ost-West-Konfliktes verr&auml;t?<\/strong> Ist es einseitig, wenn man darauf aufmerksam macht, dass der jetzt auch von Sozialdemokraten verbreitete Ruf nach Sanktionen und milit&auml;rischer Pr&auml;senz zeigt, dass diese Politiker die Grundprinzipien ihrer damaligen Friedenspolitik vergessen haben: Vertrauen bilden, Gewaltverzicht, wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein? Ist es einseitig, wenn man die heutige SPD darauf aufmerksam macht, dass sie noch nach dem Fall der Mauer im Dezember 1989 in ihrem Berliner Grundsatzprogramm das Ende beider Bl&ouml;cke, also auch das Ende der NATO, anzustreben versprach? &bdquo;Unser Ziel ist es, die Milit&auml;rb&uuml;ndnisse durch eine europ&auml;ische Friedensordnung abzul&ouml;sen&ldquo;, hei&szlig;t es dort. (Die einschl&auml;gigen Passagen des Programms finden Sie <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/140904_berliner_programm.pdf\">hier auf den Seiten 15 und 16 [PDF &ndash; 2.4 MB]<\/a>)<\/li>\n<li><strong>Die USA streben offenbar die Weltherrschaft an und zielen auf die Ressourcen anderer L&auml;nder, im konkreten Fall auf jene der Ukraine, Russlands und anderer Staaten Eurasiens.<\/strong> &Uuml;ber diese Strategie der USA wurde offen diskutiert; einflussreiche Berater US-amerikanischer Regierungen wie Zbigniew Brzezi&#324;ski, der empfohlen hat, die USA sollten Eurasien unter Kontrolle halten, werden sicher auch in Moskau gelesen. Nicht nur er, auch viele andere Politiker, Wissenschaftler und Vertreter der Finanzindustrie in den USA sehen ihr Land als einzige Weltmacht und denken, es sei gut, dass die USA andere L&auml;nder beherrschen. &ndash; Dass die Russen wie fr&uuml;her ein paar Kommunisten die Weltherrschaft anstreben, ist mir nicht bekannt und trifft mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu.<\/li>\n<li><strong>Ich bin einseitig, weil ich das Streben der USA nach der Weltherrschaft f&uuml;r gef&auml;hrlich halte. Ich w&uuml;rde das anders sehen, wenn es gen&uuml;gend Belege daf&uuml;r g&auml;be, dass der Weltpolizist USA ein guter und gerechter Polizist ist, sein wird und sein kann.<\/strong><br>\nDaf&uuml;r gibt es aber leider keinerlei Anhaltspunkte mehr. Die USA haben sich im Innern und nach au&szlig;en zum Schlechteren ver&auml;ndert, jedenfalls im Vergleich zu der Zeit der gemeinsamen Entspannungs- und Friedenspolitik in Europa. Es gibt heute gute Gr&uuml;nde daf&uuml;r, vor den USA Angst zu haben, vermutlich mehr Angst zu haben als vor Russland. Das hat viel mit der inneren Entwicklung der USA zu tun &ndash; mit dem Vormarsch der Neokonservativen und der Rechten im Umfeld der Teaparty. Obama ist der Pr&auml;sident, aber er bestimmt offensichtlich nicht alleine die Linie der Politik und der damit verbundenen Verlautbarungen.<br>\nDas Land ist kaputt, voller Gewalt und die Gefahr, dass es regierungsunf&auml;hig ist, wird von kompetenten Beobachtern gesehen. In dieser Situation ist die Versuchung bei Politikern, die gew&auml;hlt werden wollen, gro&szlig;, Konflikte mit anderen L&auml;ndern zu suchen, um so die Reihen im Inneren zu schlie&szlig;en. Kriege wurden schon des &Ouml;fteren angezettelt, um von den Schwierigkeiten im Inneren abzulenken.<\/li>\n<li><strong>Die Ukraine wurde systematisch destabilisiert.<\/strong> Es ist bekannt, dass die USA 5 Milliarden $ f&uuml;r verschiedene Einrichtungen in der Ukraine bezahlt haben. Es ist zudem durch die Ver&ouml;ffentlichung eines Telefongespr&auml;chs zwischen der Verantwortlichen f&uuml;r Eurasien im amerikanischen Au&szlig;enministerium, Nuland, und dem amerikanischen Botschafter in der Ukraine, bekannt geworden, dass die USA de facto entschieden haben, wer Ministerpr&auml;sident der Ukraine werden soll: Jazenjuk. Die NATO hat mit dem ukrainischen Milit&auml;r zusammengearbeitet; die NATO war sogar in Schulen der Ukraine aktiv, um die Jugend des Landes f&uuml;r sich einzunehmen. Andere westliche L&auml;nder wie auch Deutschland haben &uuml;ber NGOs das Spiel mitgespielt.<\/li>\n<li><strong>Der Westen f&uuml;hrt einen Krieg nach dem andern &ndash; in Libyen, im Irak, in Afghanistan, verdeckt auch in Syrien.<\/strong> Wo sind die Erfolge dieser Kriege? &Uuml;berall Zerst&ouml;rung und kein Friede, nicht in Libyen, nicht im Irak, nicht in Afghanistan und nicht in Syrien, wo der Westen mitmischt. Entscheidend: die bisher zumindest in Deutschland und einigen anderen europ&auml;ischen Staaten geltende Linie, dass man alles versuchen muss, Konflikte friedlich zu l&ouml;sen, ist auf das Abstellgleis geraten.<\/li>\n<li><strong>Gewalt, milit&auml;rische Gewalt statt Gewaltverzicht.<\/strong> Gegen diese neue Linie anzuschreiben hat wahrlich nichts mit Einseitigkeit zu tun und viel mit Vernunft.<\/li>\n<li><strong>Wer Kriege f&uuml;r ein g&auml;ngiges Instrument der Politik h&auml;lt, wird nichts, jedenfalls nichts Ausreichendes tun, um die Eskalation in Richtung Krieg zu verhindern.<\/strong> Das kann sehr gef&auml;hrlich werden. Schon konventionelle Kriege sind f&uuml;rchterlich. Der Einsatz von Atomwaffen ist nicht auszuschlie&szlig;en, wenn die Eskalation weiter geht. <\/li>\n<li><strong>Gerade wenn man die Verletzung von Menschenrechten, von demokratischer Willensbildung und der Meinungsfreiheit in Russland beklagt, muss man sinnvollerweise doch fragen, wie man eine &Auml;nderung und damit eine Verbesserung der Lage der Menschen zu Stande bringt.<\/strong> Durch Konfrontation? Durch Sanktionen? Oder durch Zusammenarbeit? Unter wesentlicher Beteiligung Deutschlands wurde in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts sozusagen in einem Gro&szlig;-Experiment bewiesen, dass Zusammenarbeit auch die Verbesserung der inneren Verh&auml;ltnisse des Partners bzw. Gegners erleichtert und f&ouml;rdert. Die Formel f&uuml;r diese Politik hie&szlig; &bdquo;Wandel durch Ann&auml;herung&ldquo;. Diese von einem Zirkel um Willy Brandt entwickelte und von Egon Bahr 1963 verk&uuml;ndete Strategie war mit dem Fall der Mauer sichtbar erfolgreich und in der Person Michael Gorbatschows und seinem Wirken zur inneren Umgestaltung der Sowjetunion wenigstens im Ansatz von Erfolg gekr&ouml;nt.<\/li>\n<li><strong>Heute gibt es erkennbar keine Strategie und es gibt stattdessen Konfrontationsrhetorik und auf Konfrontation setzende Politik der Sanktionen.<\/strong> Sanktionen sind das Gegenteil dessen, was die fr&uuml;here Entspannungspolitik auszeichnete: Vertrauensbildung, Aufeinanderzugehen, Strukturen der Zusammenarbeit aufbauen, Sich-in-die-Lage-des-anderen versetzen.<\/li>\n<li><strong>Heute wird die Verst&auml;ndigung zwischen West und Ost, zwischen der NATO, USA, EU und Russland dadurch erschwert, dass einige Personen und einige V&ouml;lker bzw. Volksteile in Europa noch &bdquo;Rechnungen mit den Russen offen haben&ldquo;.<\/strong> Das gilt f&uuml;r die baltischen Staaten, f&uuml;r Polen und einige andere Staaten Ost- und S&uuml;dosteuropas. Alle waren von der Sowjetunion beherrscht. Seltsam ist, dass sie ihre Aggressionen alleine gegen Russland und nicht auch gegen Deutschland richten. In jedem Fall erschweren diese Gef&uuml;hle eine Verst&auml;ndigung. Insofern sind wir weniger frei, als wir das in den sechziger und siebziger Jahren waren, unseren Frieden mit dem Osten zu machen. Die genannten Staaten sind wie ein Pfahl im Fleisch. Ist es einseitig, auf diese Schwierigkeit hinzuweisen? Eher ist es notwendig, weil die Gef&uuml;hlslagen in den genannten Staaten mobilisiert werden k&ouml;nnen, auch von sehr rechten Kreisen wie etwa in der West Ukraine. Daraus kann sich eine Eigendynamik entwickeln, die Friedenspolitik erschwert, selbst wenn die deutsche Bundesregierung eine solche Politik verfolgen m&ouml;chte.\n<p>Es gibt auch innerhalb unseres Landes wichtige Personen, die offensichtlich Rechnungen mit den Russen offen haben. Dazu geh&ouml;rt Bundespr&auml;sident Gauck. Sein Vater war von der Sowjetunion interniert. Das ist auch dann f&uuml;r den Sohn ein hartes Schicksal, wenn der Vater m&ouml;glicherweise nicht zu Unrecht verurteilt worden ist. &ndash; Aber, so darf man und muss man wohl fragen: M&uuml;ssen Sie, muss unser Volk daf&uuml;r in Geiselhaft genommen werden? Ist es einseitig, wenn die Nachdenkseiten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23083\">wie hier<\/a> auf die unertr&auml;glichen Redensarten des Herrn Bundespr&auml;sidenten hinweisen und begr&uuml;nden, warum sie unertr&auml;glich sind?<\/p><\/li>\n<li><strong>Die vorliegenden und vereinbarten Strukturen der Zusammenarbeit einschlie&szlig;lich der Gremien, die der Verst&auml;ndigung und der Entsch&auml;rfung von Konflikten dienen sollten (OSZE, NATO Russland Rat), werden mutwillig besch&auml;digt.<\/strong> Die designierte Au&szlig;enbeauftragte der Europ&auml;ischen Union zum Beispiel erkl&auml;rte kurz nach ihrer Ernennung, Russland sei kein strategischer Partner mehr. &Uuml;brigens, wie clever die Medien und die dahinter steckenden Strategen der &ouml;ffentlichen Meinungsmache arbeiten, kann man an der Person dieser ehemaligen italienischen Au&szlig;enministerin studieren. Von ihr wurde in Nebens&auml;tzen vor ihrer Nominierung kolportiert, sie sei russlandnah. Wenn das richtig gewesen sein sollte, dann f&uuml;hlte sie sich jetzt offensichtlich gezwungen, besonders hart auf Konfrontation zu gehen. M&ouml;glicherweise stimmte es aber gar nicht und die Behauptung diente nur der Nominierung eines Personal-Tableaus, das mit dem polnischen Ministerpr&auml;sidenten Tusk und der italienischen Au&szlig;enministerin stramm auf Konfrontationskurs liegt.<\/li>\n<li><strong>In den Diskussions- und Entscheidungsgremien der Europ&auml;ischen Union und der NATO geht es primitiv und albern zu, kindisch k&ouml;nnte man auch sagen, wenn man unsere Kinder mit dieser Anspielung nicht beleidigen w&uuml;rde.<\/strong> Wirkt eine Sanktion nicht wie erwartet, dann dreht man einfach an der gleichen Schraube weiter und verk&uuml;ndet das auch noch &ouml;ffentlich mit geschwollener Brust. Niemand &uuml;berlegt offensichtlich, welche Auswirkungen das auf die innere Willensbildung bei den entscheidenden Gremien in Russland hat. Niemand bedenkt die erkennbare Tatsache, dass man damit die kritischen Elemente in Russland schw&auml;cht. Deshalb kann und muss man von Primitivit&auml;t sprechen. Nachdenken, strategisches Denken gibt es im Westen offenbar nicht mehr.<\/li>\n<li><strong>Stattdessen sind wir zur&uuml;ckgekehrt zur Aufteilung der Welt in Gut und B&ouml;se. Gut, da sind wir hier in Europa und in den USA, B&ouml;se in Russland, bei den Moslems, im Iran, in Syrien usw.<\/strong> Es ist f&uuml;r nachdenkliche Leute und damit auch f&uuml;r die Nachdenkseiten deutlich erkennbar, dass die Etikettierung eines Teils der Welt als b&ouml;se auch dazu dient, sich im Kontrast als gut darzustellen. Das ist ein Trick, den wir auch aus dem Privatleben kennen. Dass es in der &ouml;ffentlichen Debatte auch funktioniert, ist ein Beleg f&uuml;r den Niedergang der Debatte und des Denkens in der westlichen Welt. Wir h&auml;tten allen Grund, uns an die eigene Nase zu fassen: hohe Arbeitslosigkeit, grassierende Armut, ein Skandal an verschlechterter Einkommens- und Verm&ouml;gensverteilung, die &Uuml;berwachung von Millionen Menschen, L&uuml;gen, um Kriege f&uuml;hren zu k&ouml;nnen, 20 % der schwarzen Jugendlichen in den USA im Gef&auml;ngnis, zehn Morde an Ausl&auml;ndern und einer Polizistin, ohne dass die demokratischen Warnleuchten angehen. &ndash; Sind das alles Ausweise des Guten im Westen, Belege f&uuml;r die Achtung und den Schutz der Menschenrechte und der demokratischen Verfassung?<\/li>\n<li><strong>Zur Aufteilung in Gut und B&ouml;se geh&ouml;rt die D&auml;monisierung des Pr&auml;sidenten Russlands. Man mag Putin kritisieren. Man mag ihn f&uuml;r eine Fehlbesetzung halten.<\/strong> Aber: Ist er wirklich schlimmer als George W. Bush? Oder als Rasmussen, der NATO-Generalsekret&auml;r? Oder als der saudische K&ouml;nig? Oder gar schlimmer als der ehemalige Diktator Pinochet? Ist George W. Bush demokratisch gew&auml;hlt worden? Zur Erinnerung <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/politik\/ausland\/article803095\/Behielt-Bush-durch-Wahlbetrug-die-Macht.html\">siehe hier<\/a>.<\/li>\n<li><strong>Der US-amerikanische Russland Kenner Cohen <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23057#h01\">hat diagnostiziert und bedauert<\/a>, dass es in seinem Land nahezu keine Opposition gegen den Kurs der Konfrontation gibt.<\/strong> Die Gleichrichtung betrifft nicht nur die Medien, sondern auch die politischen Parteien. Das gilt mit wenigen Ausnahmen auch bei uns. <\/li>\n<\/ol><p><strong>Was sollten die Nachdenkseiten in dieser Situation anderes sein als eine Opposition gegen den gro&szlig;en Strom des kurzsichtigen und einf&auml;ltigen Denkens?<\/strong><\/p><p><strong>Zum Schluss zur Abrundung noch eine Leserstimme, eine Mail an den Autor aus dem Saarland:<\/strong><\/p><blockquote><p>\nIch war gerade an unserem zeitungskiosk; was ich da sah verschlug mir den atem !!<\/p>\n<p>Die zeit ziert ein grosses putinplakat mit dem sich ausdehnenden russischen grossreich !!!<\/p>\n<p>Und wie das (dritter weltkrieg?) verhindert werden kann; das gleiche beim stern spiegel bild usw&hellip;<\/p>\n<p>Wir sind noch nie so belogen worden wie heute; wenn sich etwas ausdehnt, dann das amerikanische imperium romanum !!<\/p>\n<p>Helmut schmitt als mitherausgeber sollte sich f&uuml;r diese russenhetze sch&auml;men.<\/p>\n<p>George orwell ist da ..frieden ist krieg<\/p>\n<p>Und die eigene gebietsausdehnung ist die der anderen !!<\/p>\n<p>Wir steuern mit vollen schritten auf einen von uns verschuldeten krieg !!<\/p>\n<p>Und putin kann tun und machen was er will, er ist der l&uuml;gner der neue hitler usw&hellip;unglaublich wie dieser bis vor kurzem noch hofierte politiker denunziert wird !!<\/p>\n<p>Und niemand h&auml;lt unsere dummen, von den usa belogenen oder sogar erpressten politiker auf !!!!!!<\/p>\n<p>Ich bin ver&auml;ngstigt und verzweifelt aufgrund dieser offensichtlichen l&uuml;gen !!!<\/p>\n<p>Sch&ouml;nes friedliches wochende<br>\nIhr M.K.\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor wenigen Tagen erhielt ich eine Mail, die ich &ndash; weil sie so treffend formuliert ist &ndash; zum Einstieg zitieren m&ouml;chte. Ein Leser und F&ouml;rderer der NachDenkSeiten schreibt: &bdquo;Die Nachdenkseiten sind meine t&auml;gliche Lekt&uuml;re und ich bin dankbar f&uuml;r Ihr Engagement. Trotzdem f&auml;llt mir auf, dass Ihre Kritik sich ausschlie&szlig;lich gegen den Westen richtet. 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