{"id":23251,"date":"2014-09-11T16:34:59","date_gmt":"2014-09-11T14:34:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23251"},"modified":"2014-09-11T17:53:10","modified_gmt":"2014-09-11T15:53:10","slug":"der-parlamentsvorbehalt-zu-auslandsmilitaereinsaetzen-faellt-und-kein-mdb-regt-sich-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23251","title":{"rendered":"Der Parlamentsvorbehalt zu Auslandsmilit\u00e4reins\u00e4tzen f\u00e4llt &#8211; und kein MdB regt sich auf"},"content":{"rendered":"<p>Der fr&uuml;here parlamentarische Staatssekret&auml;r im Bundesverteidigungsministerium Willy Wimmer (CDU) hat beim <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22136\">letzten Pleisweiler Gespr&auml;ch im Juni<\/a> vorher gesagt, dass demn&auml;chst der Vorbehalt einer Zustimmung durch den Bundestag wegfallen wird. Das sei das wahrscheinliche Ergebnis der Beratungen einer Kommission unter dem Vorsitz des ehemaligen Bundesverteidigungsminister Volker R&uuml;he (CDU). &ndash; Die Katze kommt jetzt aus dem Sack. R&uuml;he hat am 10. September <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/auslandseinsaetze-der-bundeswehr-das-parlament-fruehzeitig.694.de.html?dram:article_id=297063\">in einem Interview mit dem Deutschlandfunk<\/a> genau dieses angek&uuml;ndigt. Mit vielen Windungen und insgesamt eingebettet in ein demagogisches Meisterst&uuml;ck. Die Zeit der rein nationalen Armeen sei vorbei. Es komme auf &bdquo;die gesicherte Zurverf&uuml;gungstellung der F&auml;higkeiten, die ich transnational nenne&ldquo; an. Das B&uuml;ndnis m&uuml;sse sich auf uns &bdquo;verlassen&ldquo; k&ouml;nnen &ndash; und &ndash; so muss man daraus schlie&szlig;en &ndash; nicht das deutsche Volk, wie es der Parlamentsvorbehalt vorsieht. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie Wendung, die anderen m&uuml;ssten sich auf uns &bdquo;verlassen&ldquo; k&ouml;nnen, kommt in R&uuml;hes Interview 8 (!) mal vor, und in anderer sprachlicher Variation zus&auml;tzlich mehrmals.<\/p><p>Zum Hintergrund und zur Erinnerung noch eine Anmerkung: Volker R&uuml;he hat schon als Bundesverteidigungsminister im Vorfeld des Jugoslawien Kriegs bis zum Regierungswechsel von 1998 den unkomplizierten Einsatz der Bundeswehr im Ausland betrieben. Man tut ihm sicher nicht unrecht, wenn man anmerkt, er sei ein Atlantiker und eher der NATO und den USA verpflichtet als jenen vielen Menschen, vermutlich der Mehrheit, in Deutschland, die keine milit&auml;rischen Abenteuer wollen.<\/p><p><strong>Leserinnen und Leser der Nachdenkseiten, die sich f&uuml;r dieses Thema interessieren oder\/und ihren Bundestagsabgeordneten aus dem verdienten Ferienschlaf r&uuml;tteln wollen, sollten sich das Interview anh&ouml;ren bzw. den folgenden Text durchlesen. Es geht um viel.<\/strong><\/p><p>Hier zun&auml;chst <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2014\/49966056_kw12_de_kommission_parlamentsrechte\/216446\">eine Meldung des Deutschen Bundestages zur Einsetzung der Kommission<\/a>, dann unter (1) der Vorspann des Deutschlandfunks und dann (2) das Interview im Wortlaut:<\/p><ol>\n<li><strong><a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/auslandseinsaetze-der-bundeswehr-das-parlament-fruehzeitig.694.de.html?dram:article_id=297063\">Vorspann zum Deutschlandfunk &ndash; Interview mit R&uuml;he<\/a><\/strong>\n<p>Beitrag vom 10.09.2014 08:10 Uhr<\/p>\n<p>Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Volker R&uuml;he (CDU)<\/p>\n<p>Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr &ldquo;Das Parlament fr&uuml;hzeitig informieren&rdquo;<\/p>\n<p>Volker R&uuml;he im Gespr&auml;ch mit Silvia Engels<\/p>\n<p>Parlament und Regierung sollten einmal im Jahr &uuml;ber Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr sprechen, sagte der Ex-Verteidigungsminister Volker R&uuml;he im DLF. Er betonte jedoch auch: &ldquo;Es sollte noch einen Raum f&uuml;r Regierungshandeln geben.&rdquo;<\/p>\n<p>R&uuml;he ist der Vorsitzende der Bundestagskommission zur k&uuml;nftigen Rolle des Parlaments bei Auslandseins&auml;tzen. Er unterstrich: &ldquo;Das Entscheidende ist, dass unserer Freunde und Nachbarn in Europa sich verlassen k&ouml;nnen auf uns.&rdquo;<\/p>\n<p>Im Einzelfall solle der Bundestag dann auch die Einsatzentscheidung treffen. Klar sei aber, dass es eine engere Zusammenarbeit von Regierung und Abgeordneten geben m&uuml;sse, sagte R&uuml;he. &ldquo;Es geht um die Sicherung der Rechte des Parlaments in einer Welt, in der es nicht mehr nur rein nationale Armeen gibt.&rdquo; Die Regierung habe in der Vergangenheit Fehler gemacht und so Deutschlands Nachbarn verunsichert.<\/p>\n<p>Der ehemalige Verteidigungsminister forderte weiter, neue Waffensysteme sollten nicht mehr rein national angeschafft werden. Bei teuren Projekten sei eine Zusammenarbeit mit anderen Nationen m&ouml;glich. R&uuml;he k&uuml;ndigte an, die Empfehlungen der von ihm geleiteten Kommission zur k&uuml;nftigen Rolle des Parlaments bei Auslandseins&auml;tzen sollten Anfang 2015 vorliegen.<\/p><\/li>\n<li><strong>Das Interview mit Volker R&uuml;he in voller L&auml;nge<\/strong>\n<p><em><strong>Silvia Engels:<\/strong> In diesem Fr&uuml;hjahr setzte der Bundestag <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2014\/09\/10\/dlf_20140910_0811_4ffcb89e.mp3\">eine Kommission<\/a>  ein, die sich die Frage vorlegte, ob die jetzigen parlamentarischen Regeln, die bei Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr gelten, ge&auml;ndert werden m&uuml;ssen. Die Leitung der Kommission hat Volker R&uuml;he von der CDU &uuml;bernommen. Von 1992 bis 1998 war er Bundesverteidigungsminister im Kabinett von Bundeskanzler Helmut Kohl. Zu welchen Zwischenergebnissen ist Ihre Kommission denn bislang gekommen?<\/em><\/p>\n<p><strong>R&uuml;he:<\/strong> Ich denke, wir sind auf einem guten Wege. Wir stimmen alle &uuml;berein, dass es ein hohes Gut ist, die Mitwirkung des Bundestages. Das ist ganz wichtig f&uuml;r den R&uuml;ckhalt f&uuml;r die Soldaten innerhalb der Bev&ouml;lkerung. Aber wie eben dargestellt: Wir haben eigentlich gar nicht mehr l&auml;nger rein nationale Armeen in Europa. Die Arbeitsteilung wird immer st&auml;rker, und das ist auch notwendig, um zu vermeiden, dass es zu einer Renationalisierung kommt, die einmal gar nicht bezahlbar w&auml;re und zum anderen auch den europ&auml;ischen Geist zerst&ouml;ren w&uuml;rde. Und deswegen suchen wir nach einem Verfahren, wie Bundesregierung und Bundestag zusammenarbeiten k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen war es h&auml;ufig auch die Bundesregierung, die falsche Entscheidungen getroffen hat. Der Abzug unserer Soldaten aus den AWACS-Flugzeugen, was andere handlungsunf&auml;hig macht &ndash; das sind Aufkl&auml;rungsflugzeuge -, so was darf nicht wieder passieren. Eine Vorstellung ist in der Tat die, dass die Regierung einmal im Jahr dem Parlament berichtet, wo andere sich in Abh&auml;ngigkeiten von uns begeben haben, wo es europ&auml;ische F&auml;higkeiten der Bundeswehr gibt, auf die sich auch andere verlassen. Das sollte das Parlament von Anfang an zustimmend zur Kenntnis nehmen, aber dann im Einzelfall sicherlich auch die Einsatzentscheidung treffen.<\/p>\n<p><em><strong>Engels:<\/strong> Aber wie soll das im praktischen Fall gehen? Soll im Ernstfall, wenn es vielleicht auch schnell gehen muss bei solchen B&uuml;ndnisf&auml;llen, das Parlament hinter dieser Verpflichtung zur&uuml;ckstehen?<\/em><\/p>\n<p><strong>R&uuml;he:<\/strong> Die Schnelligkeit war nie das Problem. Wir haben schon zu meiner Zeit einmal an einem Tag eine Entscheidung getroffen. Oder sonst kann auch der Bundestag in zwei oder drei Tagen mit den entsprechenden Lesungen von Mittwoch bis Freitag die Entscheidungen treffen. Das Entscheidende ist, dass unsere Freunde und Nachbarn in Europa sich verlassen k&ouml;nnen auf uns. Die gesicherte Zurverf&uuml;gungstellung der F&auml;higkeiten, die ich transnational nenne, europ&auml;ische F&auml;higkeiten, darauf kommt es an.<\/p>\n<p>Ich will Ihnen ein Beispiel geben, in die Zukunft gedacht. Es soll ja jetzt einen schnellen Einsatzverband geben, der innerhalb von 48 Stunden eingesetzt werden kann, und ich denke, es w&auml;re gut, wenn die Bundesregierung, wenn das in der NATO abschlie&szlig;end geregelt ist, ins Parlament geht und dem Parlament berichtet, in welche Abh&auml;ngigkeiten wir uns begeben haben und was von uns erwartet wird, wenn wir die anderen nicht lahmlegen wollen. Das sollte das Parlament zustimmend zur Kenntnis nehmen. Dann kann es in der konkreten Situation immer noch &ndash; das gibt es &ndash; auch die M&ouml;glichkeit einer Eilentscheidung geben.<\/p>\n<p>Es muss also eine engere Zusammenarbeit von Regierung und Parlament geben. Es gibt eine gemeinsame Verantwortung. Und noch einmal: Es war h&auml;ufig auch die Regierung, die durch mangelnden F&uuml;hrungswillen unsere Nachbarn verunsichert hat, ob sie sich wirklich auf Deutschland verlassen k&ouml;nnen. Aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg und werden das bis Anfang n&auml;chsten Jahres auch zustande bringen.<\/p>\n<p><em><strong>Engels:<\/strong> Was w&uuml;rde denn das zum Beispiel bei einer Erweiterung der Truppenpr&auml;senz im Baltikum bedeuten? Wie w&uuml;rde das genau ablaufen?<\/em><\/p>\n<p><strong>R&uuml;he:<\/strong> Es gibt keine Erweiterung der Truppenpr&auml;senz im Baltikum, wie Sie wissen, &hellip;<\/p>\n<p><em><strong>Engels:<\/strong> F&uuml;r den Fall, dass &hellip;<\/em><\/p>\n<p><strong>R&uuml;he:<\/strong> &hellip;, sondern es gibt die &Uuml;berlegung f&uuml;r einen Einsatzverband der NATO, der innerhalb von 48 Stunden eingesetzt werden kann. Wenn eine solche Vereinbarung geschlossen wird, sollte die Regierung ins Parlament gehen und dem Parlament von Anfang an klar machen, welche deutschen Soldaten hier involviert sind und was das f&uuml;r Deutschland bedeutet und wo sich andere auf uns verlassen. Das sollte das Parlament zustimmend zur Kenntnis nehmen. Das &auml;ndert nichts daran, dass man dann in einer konkreten Situation die Einsatzentscheidung trifft. Aber wir haben schon jetzt etwa in Brunssum, was wir besucht haben, ein Hauptquartier der NATO. 30 Prozent werden von deutschen Soldaten gestellt, auch der Chef, und der m&uuml;sste zu Hause bleiben, wenn dieses Hauptquartier verlegt wird, bis der Bundestag entscheidet. Deswegen ist es wichtig, dass die Regierung regelm&auml;&szlig;ig ins Parlament geht und sagt, wo sind die Hauptquartiere, wo sind zum Beispiel Luftbetankungsf&auml;higkeiten, auf die sich andere verlassen. &Uuml;berhaupt neue Waffensysteme f&uuml;r die Zukunft sollten wir in aller Regel nicht mehr rein national beschaffen, gro&szlig;e teure Waffensysteme, sondern europ&auml;isch abgestimmt arbeitsteilig. Das spart Geld, aber das bringt dann auch die Verantwortung mit sich, dass die Dinge zur Verf&uuml;gung stehen, wenn die Situation gegeben ist.<\/p>\n<p><em><strong>Engels:<\/strong> Die jetzt er&ouml;rterten F&auml;lle betreffen ja Beispielf&auml;lle, wo innerhalb des NATO-B&uuml;ndnisses operiert werden soll. Jetzt ist es aber auch so, dass an die Bundeswehr, an die Bundesregierung auch andere Anspr&uuml;che herangetragen werden. Schauen wir auf den Konfliktherd Irak. Da versucht ja nun US-Pr&auml;sident Obama, erneut eine Koalition der Willigen zusammenzustellen, jenseits der B&uuml;ndnisvertr&auml;ge der NATO. Es geht darum, die radikal-islamistische Miliz IS zu bek&auml;mpfen. Wenn die Bundesregierung hier beschlie&szlig;t, sich zu beteiligen, sollte man dann auch hier M&ouml;glichkeiten einr&auml;umen, das Parlament sp&auml;ter oder anders zu informieren?<\/em><\/p>\n<p><strong>R&uuml;he:<\/strong> Ja. Das ist ja 20 Jahre lang praktiziert worden: bei Afghanistan, bei Somalia, bei Bosnien, beim Kosovo. Daf&uuml;r ist das Gesetz ja geschaffen worden, f&uuml;r die Eins&auml;tze im Ausland.<\/p>\n<p><em><strong>Engels:<\/strong> Das hei&szlig;t, da gehen Sie gar nicht ran, an solche F&auml;lle? Das bleibt so wie es ist?<\/em><\/p>\n<p><strong>R&uuml;he:<\/strong> Das steht ja gar nicht zur Diskussion, sondern es geht um bestimmte F&auml;higkeiten der Bundeswehr, die transnational sind, auf die sich auch andere verlassen. Und dar&uuml;ber sollten Parlament und Regierung einmal im Jahr sprechen, im Wissen, dass andere sich auf uns verlassen. Wir kommen immer mehr dazu, arbeitsteilig in Europa die Verteidigung zu organisieren. Die Niederl&auml;nder haben keine Panzer mehr. Es muss auch nicht jeder Panzer haben. Aber dann muss man sich auch auf die Kr&auml;fte des anderen verlassen k&ouml;nnen. Das ist eine zentrale Frage der europ&auml;ischen Sicherheitspolitik. Und hier muss es von Anfang an eine Gemeinsamkeit von Regierung und Parlament geben. Es kommt also darauf an, das Parlament fr&uuml;hzeitig zu informieren, fr&uuml;hzeitig in Mitverantwortung zu nehmen, wenn die Regierung solche internationalen Bindungen eingeht.<\/p>\n<p><em><strong>Engels:<\/strong> Aber &uuml;ber den konkreten Fall, den ich gerade beschrieben habe, m&uuml;sste das Parlament wie bisher dann auch mit entscheiden?<\/em><\/p>\n<p><strong>R&uuml;he:<\/strong> Das ist ja &uuml;berhaupt gar keine Frage! Aber erstens gibt es den Fall nicht und zweitens ist das &uuml;berhaupt gar nicht die Frage. Das Parlament soll entscheiden und wird entscheiden. Aber es soll fr&uuml;her informiert werden, wo die Bundesregierung Verantwortung &uuml;bernimmt im Hinblick auf andere Nationen, wo wir gemeinsam handeln und wo sich andere auch auf die gesicherte Verf&uuml;gbarkeit unserer milit&auml;rischen F&auml;higkeiten verlassen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p><em><strong>Engels:<\/strong> Nun gab es ja rund um einen n&auml;chsten Beispielfall auch eine Debatte. Da ging es um die j&uuml;ngsten Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak, dass klar war, dass aufgrund der gesetzlichen Basis hier der Bundestag debattieren konnte, aber nicht mitentscheidet. Da liegt die Entscheidung bei der Exekutive. Sollte denn das Ihrer Ansicht nach ge&auml;ndert werden?<\/em><\/p>\n<p><strong>R&uuml;he:<\/strong> Nein, es sollte nicht. Es sollte ja auch noch einen Raum f&uuml;r Regierungshandeln geben. Sonst k&ouml;nnen wir die Regierung abschaffen und gleich nur das Parlament entscheiden lassen und vielleicht einen Ausschuss im Parlament gr&uuml;nden. Nein, es muss auch den Raum f&uuml;r Regierungshandeln geben. Das ist hier auch klar geworden. Das &auml;ndert nichts daran, dass ganz nat&uuml;rlich ist in einer Demokratie, dass das Parlament auch dar&uuml;ber diskutiert.<\/p>\n<p><em><strong>Engels:<\/strong> Linke und Gr&uuml;ne arbeiten ja in Ihrer Kommission nicht mit, weil sie gef&uuml;rchtet haben, dass bei Entscheidungen &uuml;ber Auslandseins&auml;tze zu viele Rechte vom Parlament an die Exekutive &uuml;bergehen. Denken Sie, Sie k&ouml;nnen diese Sorge nun zerstreuen?<\/em><\/p>\n<p><strong>R&uuml;he:<\/strong> Das denke ich. Wer sich informiert &ndash; und das wird ja immer deutlicher werden in den n&auml;chsten Monaten; ich werde auch trotzdem den Kontakt suchen -, der wei&szlig;: Es geht hier nicht um weniger Rechte f&uuml;r das Parlament, sondern um die Sicherung der Rechte des Parlaments in einer Welt, in der es nicht mehr rein nationale Armeen gibt, sondern Armeen mit europ&auml;ischen, mit transnationalen F&auml;higkeiten, und das gilt auch f&uuml;r die Bundeswehr.<\/p>\n<p><em><strong>Engels:<\/strong> Herr R&uuml;he, Sie waren lange Jahre Verteidigungsminister. Nun hat die j&uuml;ngste Zuspitzung des Ukraine-Konflikts ja auch die Frage der generellen Verteidigungsf&auml;higkeit und Ausrichtung des B&uuml;ndnisses NATO neu belebt. M&uuml;ssen die deutschen Gelder f&uuml;r den Verteidigungsetat da aufgestockt werden?<\/em><\/p>\n<p><strong>R&uuml;he:<\/strong> Drei Dinge m&uuml;ssen geschehen. Erstens muss das Geld, was das Parlament bewilligt, auch ausgegeben werden. In diesem Jahr gibt die Verteidigungsministerin Hunderte von Millionen zur&uuml;ck, weil die R&uuml;stungsvorhaben nicht rechtzeitig kommen. Das hat sie geerbt, das Problem. Aber f&uuml;r die Zukunft, f&uuml;r das n&auml;chste Jahr muss sichergestellt werden durch ein bestimmtes Verfahren, dass die Mittel, die das Parlament bewilligt, auch ausgegeben werden.<\/p>\n<p>Das Zweite ist, und da kommt unsere Kommission ins Spiel: Wir m&uuml;ssen bei den teuren gro&szlig;en Projekten der Zukunft &ndash; ich denke an Drohnen oder auch an MEADS-Abwehrsystem &ndash; in Zusammenarbeit mit anderen Nationen &ndash; ich denke auch, dass wir mit den Polen mehr zusammen machen m&uuml;ssen &ndash; gemeinsame integrierte Projekte starten. Das spart Geld, wenn das nicht rein national gemacht wird.<\/p>\n<p>Und erst drittens muss man dann pr&uuml;fen, ob, wenn mehr ge&uuml;bt werden muss, wenn es eine schnellere Verf&uuml;gbarkeit geben soll, auch mehr Mittel zur Verf&uuml;gung stehen m&uuml;ssen. Aber diesen Dreierschritt, den brauchen wir. Das Geld, was das Parlament in diesen Tagen bewilligt, das muss auch wirklich ausgegeben werden f&uuml;r die F&auml;higkeiten der Bundeswehr im n&auml;chsten Jahr. Das muss sichergestellt werden. Und zweitens: Wir m&uuml;ssen aufh&ouml;ren, rein national zu denken. Wir k&ouml;nnen Geld sparen, zun&auml;chst die kleinen und mittleren Nationen, sp&auml;ter auch die gro&szlig;en, indem wir die europ&auml;ische Verteidigung st&auml;rker transnational und arbeitsteilig organisieren.<\/p>\n<p>&Auml;u&szlig;erungen unserer Gespr&auml;chspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich &Auml;u&szlig;erungen seiner Gespr&auml;chspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.<\/p>\n<p>Deutschlandradio &copy; 2009-2014<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>P.S.:<\/strong> Der Hinweis auf das Interview mit Volker R&uuml;he kam von <strong>Willy Wimmer<\/strong>. Zugleich machte dieser auf ein Interview von ihm mit dem iranischen Rundfunk aufmerksam. Das hat zwar nichts mit dem Parlamentsvorbehalt zu tun, ist aber im Gesamtkontext des Verfalls der Politik an das Milit&auml;rische interessant. Deshalb <a href=\"http:\/\/german.irib.ir\/analysen\/interviews\/item\/266987.interview-mit-willy-wimmer\">hier der Link<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der fr&uuml;here parlamentarische Staatssekret&auml;r im Bundesverteidigungsministerium Willy Wimmer (CDU) hat beim <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22136\">letzten Pleisweiler Gespr&auml;ch im Juni<\/a> vorher gesagt, dass demn&auml;chst der Vorbehalt einer Zustimmung durch den Bundestag wegfallen wird. 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