{"id":23301,"date":"2014-09-17T08:54:04","date_gmt":"2014-09-17T06:54:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301"},"modified":"2014-09-17T08:54:04","modified_gmt":"2014-09-17T06:54:04","slug":"hinweise-des-tages-2215","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h01\">Stephan Hebel &ndash; Widerstand von oben? Nicht mit Gauck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h02\">Ukraine\/Russland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h03\">Professor Bontrup und ein ziemlich alter Trugschluss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h04\">Devisenmarkt Russland: Rubel f&auml;llt von Tief zu Tief<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h05\">Deutsche Firmen wollen auch tricksen d&uuml;rfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h06\">Kommt ein europ&auml;isches Investitionsprogramm?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h07\">Deutschland erntet erneut Kritik von FATF wegen zu lascher Unternehmenstransparenz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h08\">Gesetzlich auferlegter Zwang zur Tarifeinheit ist verfassungswidrig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h09\">Upstairs Downstairs in New York: Arme-Leute-T&uuml;r<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h10\">Der Streik britischer Bergleute 1984 &ndash; und der Aufstieg des Neoliberalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h11\">Naomi Klein &ndash; Climate Change Is a People&rsquo;s Shock<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h12\">&Ouml;kolandwirtschaft: Bihars kleine &Ouml;korevolution<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h13\">EU-Datenschutzreform: Arbeitnehmer haben das Nachsehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h14\">Wollen wir Herren oder Sklaven sein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h15\">Medizinisch nicht erkl&auml;rbar: Studien von OECD und Bertelsmann Stiftung belegen gro&szlig;e regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h16\">AfD: Umgruppierungen im rechten Spektrum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h17\">Das Verschwinden des Wissens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h18\">Das Kapital der Demokratie im 21. Jahrhundert<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Stephan Hebel &ndash; Widerstand von oben? Nicht mit Gauck<\/strong><br>\nZunehmend wirkt es, als lie&szlig;en ihn das Gl&uuml;ck und die Last, diesem Staat an h&ouml;chster Stelle zu dienen, die wichtigste Pflicht eines Bundespr&auml;sidenten vergessen<br>\nEs gibt in Deutschland eine Institution, die angesichts einer weitgehend reformunwilligen Regierung geeignet w&auml;re, vor dem Stillstand zu warnen und die Parteien an ihre Pflicht zum Entwickeln echter politischer Alternativen zu erinnern. Das ist der h&ouml;chste H&uuml;ter des demokratischen Systems neben dem Bundesverfassungsgericht: der Bundespr&auml;sident.<br>\nEs macht die politische Situation insgesamt nicht besser, dass sich Joachim Gauck in dieser Rolle bislang weitgehend als Ausfall erwiesen hat. Wo er sich als Antreiber zeigt, tut er es nicht selten in genau die Richtung, f&uuml;r die die erdr&uuml;ckende Mehrheit ohnehin schon steht.<br>\nBevor der Rostocker Pfarrer das h&ouml;chste Amt im Staate antrat, gab es bereits eine Reihe von Skeptikern. Es herrschte aber auch teilweise die Hoffnung, dass Gauck seine intellektuelle Kraft und sein unabh&auml;ngiges Denkverm&ouml;gen nutzen w&uuml;rde, um dem ihm eigenen Freiheitspathos eine angemessene Portion Nachdenklichkeit &uuml;ber den sozialen, &ouml;kologischen und humanit&auml;ren Reformbedarf beizuf&uuml;gen.<br>\nEs war sicher kein Zufall, dass Angela Merkel &ndash; ebenso wie viele Kritiker aus dem linken Lager, nur aus entgegengesetzten Gr&uuml;nden &ndash; diesen Pr&auml;sidenten nicht wollte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42776\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Eloquent vertuschte &Uuml;berforderung<\/strong><br>\nMorgen hat Gauck die H&auml;lfte seiner Amtszeit hinter sich gebracht. Eine Betrachtung.<br>\nSein Amtsantritt war verbunden mit dem Lob fast aller Medien. Hier komme ein B&uuml;rgerpr&auml;sident, erkl&auml;rten sie den Menschen. Einer, der Finger in  Wunden lege, die Sorgen der Leute kenne und frisch sei, weil er dem Politikbetrieb nicht sehr nahe stehe. Nichts davon hat sich dann verwirklicht. Die Erwartungen verpufften. Das war nicht &uuml;berraschend. Kritiker haben vorher schon darauf hingewiesen, wie der Mann funktioniert. Und so redete er an vielem vorbei und schw&auml;tzte meist nur die politische Agenda der Regierungsparteien nach. Mag sein, dass er das Amt sprachlich auf einen H&ouml;hepunkt gef&uuml;hrt hat. Inhaltlich ist dieser Pr&auml;sident aber ein Tiefpunkt.<br>\nDas Thema seiner Pr&auml;sidentschaft, so ahnte man es schon bei Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren, sei wohl die Freiheit. Er selber spricht gerne von der &raquo;Freiheit in Verantwortung&laquo;. Und zugegeben, davon sprach er oft. Aber seine Leitlinie ist sie nicht. Das gro&szlig;e Thema seiner &Auml;ra ist eher eine Mixtur aus &ouml;konomischer Ahnungslosigkeit, allt&auml;glichem Unwissen und multilateraler Einf&auml;ltigkeit. Wenn man ihm schon Freiheit als Thema unterstellen will, dann h&ouml;chstens die Freiheit, die er sich nimmt, um seine Unkenntnis mit feschen Worten unter die Leute zu bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2014\/09\/eloquent-vertuschte-uberforderung.html\">ad sinistram<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ukraine\/Russland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Revionistisches Russland<\/strong><br>\nDer scheidende Nato-Generalsekret&auml;r Rasmussen tritt f&uuml;r eine aggressive Nato ein<br>\nWenn Nato-Generalsekret&auml;r Rasmussen die Haltung der Mitgliedsl&auml;nder vertritt, was angesichts fehlender Kritik seitens der Regierungen der Fall zu sein scheint, so will der Westen offenbar weiter direkt eskalieren. In einem Gespr&auml;ch mit dem Thinktank Carnegie Europe zum Ende seiner Amtszeit erkl&auml;rte Rasmussen, Russland habe die Nato zum Feind gemacht, w&auml;hrend die Nato lange daf&uuml;r gearbeitet habe, Russland zum Partner zu machen und dessen Sicherheitsbedenken zu ber&uuml;cksichtigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42781\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Bei den rechtsextremen H&uuml;tern Mariupols<\/strong><br>\nGreifen die prorussischen Separatisten Mariupol an, ist Kiew auf die Kampfkraft des Bataillons Asow angewiesen. Wer sind diese Gesellen, die die Ukraine zur Diktatur machen wollen?<br>\nDas Wichtigste kommt zum Schluss des Gespr&auml;chs. Nein, sagt Oleg Odnoroschenko, Vizekommandant des Freiwilligen-Bataillons Asow. Nein, das ukrainische politische System k&ouml;nne nicht bestehen bleiben. So viel Korruption und Verkommenheit seien nicht reformierbar. &laquo;Aus Krieg und Revolution&raquo; m&uuml;sse ein neuer Staat heranwachsen, ein Staat auf der Basis der ukrainischen Freiwilligen-Kultur. Mit harter Hand werde man danach regieren, auch mit der Todesstrafe, so lange und so hart, bis die Meritokratie, die Herrschaft der Besten, etabliert sei. Eine demokratische Gesellschaft komme nicht voran. Von Wahlen halte er nichts.<br>\nMan sollte im Westen genau hinh&ouml;ren, wenn solche Worte fallen. Allzu oft wird weggeh&ouml;rt, denn gross ist das Bed&uuml;rfnis, im Kampf gegen Putins rabiates Expansionsbed&uuml;rfnis nur noch Gut und B&ouml;se gelten zu lassen. Kriege vernichten intellektuelle Grauzonen. Das ist ein fataler Fehler. Nicht alles, was auf ukrainischer Seite k&auml;mpft, ist ges&auml;ttigt mit europ&auml;ischen Werten und demokratisch. Sogar in der Selbsteinsch&auml;tzung Odnoroschenkos ist das Asowsche Bataillon eine &laquo;rechtsextreme, nationalistische&raquo; Organisation. Dies zu bem&auml;nteln, ist sch&auml;dlich, denn es diskreditiert die solide, westliche Argumentation gegen Putin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nzzas\/nzz-am-sonntag\/bei-den-rechtsextremen-huetern-mariupols-1.18383251\">Neue Z&uuml;rcher Zeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Professor Bontrup und ein ziemlich alter Trugschluss<\/strong><br>\nEs gibt Argumente, die sind vollkommen falsch, klingen aber ungeheuer einleuchtend, weil sie ein (wom&ouml;glich uraltes) Vorurteil best&auml;tigen und deswegen das Denken der meisten Menschen in dieser Frage von vorneherein vernebelt ist oder gar nicht erst einsetzt. Eine Leserin fragt, ob denn die einfache Rechnung zur Arbeitszeitverk&uuml;rzung, die Professor Heinz-Josef Bontrup in einem Interview des Freitag vorf&uuml;hrte, so richtig sein kann. Ist sie &uuml;berhaupt nicht, um es vorwegzunehmen. Aber die Art und Weise, wie Bontrup diese Milchm&auml;dchenrechnung verpackt, um ihr die n&ouml;tige &Uuml;berzeugungskraft zu geben, ist schon Klasse.<br>\nDas &Uuml;bel Arbeitslosigkeit ist aus Bontrups Sicht Folge des technischen Fortschritts. Maschinen erleichtern den Menschen zwar die Arbeit, nehmen sie ihnen aber auch weg. Das f&uuml;hre zu dauernd steigender Arbeitslosigkeit. Das richtige Mittel dagegen, das Bontrup und mit ihm auch manche Gewerkschafter und viele Grundeinkommensbef&uuml;rworter empfehlen: die Arbeitszeitverk&uuml;rzung. In der Gesamtwirtschaft, so Bontrup, &bdquo; &hellip; gilt eine einfache &ouml;konomische Formel: Wenn die Produktivit&auml;tsrate gr&ouml;&szlig;er ist als die preisbereinigte Wachstumsrate der wirtschaftlichen Leistung, dann entl&auml;dt sich das in einem R&uuml;ckgang des Arbeitsvolumens. Dann m&uuml;ssen entweder Leute entlassen werden oder es sinkt die Arbeitszeit pro Kopf.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/professor-bontrup-und-ein-ziemlich-alter-trugschluss\/\">Flassbeck Economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Devisenmarkt Russland: Rubel f&auml;llt von Tief zu Tief<\/strong><br>\nDie ohnehin schon einseitig ausgerichtete Volkswirtschaft droht nicht nur aufgrund der inh&auml;renten Ineffizienz in die Rezession abzurutschen, sie sp&uuml;rt immer st&auml;rker auch die Folgen der Wirtschaftssanktionen, welche aufgrund der Annektierung der Krim und der milit&auml;rischen Wirren im Osten der Ukraine vor allem von westlichen Staaten verh&auml;ngt worden sind. Das Resultat zeigt sich unter anderem in Form einer W&auml;hrungsschw&auml;che, in Form steigender Bondrenditen und in Form volatiler Aktienkurse. Der russische Rubel reiht gegen den derzeit relativ starken amerikanischen Dollar schon seit Wochen Rekordtief an Rekordtief. Seit Ende Juni hat er etwa 13% seines Wertes verloren. Am Dienstagmittag waren Rbl. 38.8 n&ouml;tig, um eine Einheit der amerikanischen W&auml;hrung erwerben zu k&ouml;nnen. Die russische W&auml;hrung n&auml;hert sich auch im Verh&auml;ltnis zum Euro und zum Schweizerfranken den Rekordtiefs, welche Mitte M&auml;rz markiert worden waren. Das Tempo der Talfahrt der russischen W&auml;hrung hat sich in den vergangenen Tagen versch&auml;rft. Am Morgen hatte der ehemalige russische Finanzminister Alexei Kudrin vor der Gefahr einer m&ouml;glichen Rezession in Russland gewarnt. Seiner Einsch&auml;tzung nach d&uuml;rfte das Bruttoinlandprodukt im n&auml;chsten Jahr schrumpfen. Sein Ministerium macht bei russischen Unternehmen einen &laquo;strukturellen Mangel&raquo; an Fremdw&auml;hrungen aus und sucht nach Wegen, um diesen zu beheben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/russischer-rubel-faellt-von-tief-zu-tief-1.18384659\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ganz unabh&auml;ngig von den westlichen Sanktionen setzte die russische Regierung schon 2013 auf eine Rubelabwertung. Durch die Abwertung des Rubels sollen die Exporte vor allem von Rohstoffen angekurbelt werden, von denen die russische Wirtschaft heute noch st&auml;rker abh&auml;ngt als w&auml;hrend der Krise 2008\/2009. Die Importe und damit auch die Lebenshaltungskosten f&uuml;r die arbeitende Bev&ouml;lkerung werden dagegen drastisch verteuert. Ende 2013 belief sich das Haushaltsdefizit  auf 0,5 Prozent des BIP. Ohne Ber&uuml;cksichtigung der Einnahmen vom &Ouml;l- und Gasexport h&auml;tte das Defizit bei 10,2 Prozent des BIP gelegen. D.h.: Alles, was f&uuml;r die &Ouml;l- und Gasunternehmen gut ist, ist auch f&uuml;r die Staatskasse gut. Desweiteren wird in Russland nicht erst seit heute betont, dass hohe Preise f&uuml;r Importwaren sich positiv auf das Gesch&auml;ft der russischen Hersteller auswirken w&uuml;rden (also eine Art Importsubstitution). Andererseits ist niedriger Wechselkurs des Rubels ist schlecht f&uuml;r die Modernisierung und Diversifizierung der russischen Unternehmen, soweit sie moderne Anlagen aus dem Ausland beziehen.  Sie m&uuml;ssten entweder die Preise f&uuml;r ihre Erzeugnisse anheben oder ihre Produktion reduzieren und auf Innovationen verzichten.<\/em><br>\n<em>In diesem Zusammenhang m&ouml;chte ich auf ein Paper von Christian Christen hinweisen, der sich ausgehend von den diskutierten Sanktionen (Stand Juni) mit den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen auch mit dem Stand des Modernisierungsprozesses der russischen Volkswirtschaft besch&auml;ftigt: <a href=\"http:\/\/u.jimdo.com\/www43\/o\/sfdb4401ad35dcdf6\/download\/m2ed83b9e527a0409\/1406748415\/Europas+Dilemma+-+Wirtschaftssanktionen+gegen+Russland_CChristen.pdf\">&ldquo;Europas Dilemma: Wirtschaftssanktionen gegen Russland&rdquo; [PDF &ndash; 1.3 MB]<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Deutsche Firmen wollen auch tricksen d&uuml;rfen<\/strong><br>\nEs gab Zeiten, da geh&ouml;rte es auch in der deutschen Unternehmerschaft zum guten Ton, die Steuertricks neureicher Internetkonzerne wie Google, Facebook und Amazon mit deutlichen Worten zu gei&szlig;eln. Auch die Wirtschaft, so hie&szlig; es dann, m&uuml;sse ihren Beitrag zum Gemeinwohl leisten, es k&ouml;nne nicht sein, dass einzelne sich dem einfach entz&ouml;gen.<br>\nWenige Tage vor dem entscheidenden Treffen der Finanzminister aus den 20 gr&ouml;&szlig;ten Volkswirtschaften (G 20) am Wochenende im australischen Cairns ist davon nichts mehr zu h&ouml;ren. Im Gegenteil: Wenn ausl&auml;ndische Firmen ihre Steuerlast k&uuml;nstlich klein rechnen d&uuml;rfen, hei&szlig;t es nun &uuml;bereinstimmend beim Industrieverband BDI wie im Lager der Familienunternehmer, dann wollen wir das auch. Nat&uuml;rlich wird der Wunsch nicht derart platt, sondern weitaus subtiler vorgetragen. Ziel sei eine &ldquo;geringere Besteuerung von Erl&ouml;sen aus Patenten, um Forschungsaktivit&auml;ten in Deutschland deutlich attraktiver&rdquo; zu machen, so BDI-Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Markus Kerber.<br>\nMittels einer sogenannten Patentbox lie&szlig;en sich Anreize schaffen, um Innovation und Entwicklung im Lande sogar noch auszubauen. Schlie&szlig;lich sei die hiesige Besteuerung von Forschungserl&ouml;sen mit 30 Prozent fast sechsmal so hoch wie in den Niederlanden und dreimal so hoch wie in Gro&szlig;britannien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/niedrige-steuerlast-auslaendischer-konzerne-deutsche-firmen-wollen-auch-tricksen-duerfen-1.2131822\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Steuerbetrug, Steuerhinterziehung und kreative Bilanzarithmetik kosten der Allgemeinheit j&auml;hrlich aberwitzige Summen. Man kann es nicht oft genug betonen, w&uuml;rde all dieses konsequent verfolgt, w&auml;ren die Staatskassen prall gef&uuml;llt. Stattdessen schl&auml;gt Sch&auml;uble, als getreuer Handlanger der herrschenden Eliten, genau die entgegengesetzte Richtung ein und will nun auch deutschen Unternehmen Bilanztricksereien erlauben. Andererseits ist dies konsequent, wenn man schon generell nichts gegen die Steuertricks unternehmen will, dann sollte man den deutschen Eliten gerechterweise ebenfalls diese M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnen. Dabei zeigt sich die konsequente Verlogenheit der Neoliberalen. Oberfl&auml;chlich fordern die marktradikalen Apologeten, der Staat solle sich dem Marktgeschehen m&ouml;glichst fernhalten, dabei haben Neoliberale real nat&uuml;rlich nichts gegen Staatseingriffe, sofern diese an der richtigen Stelle erfolgen. Wie im obigen Beispiel etwa bei der Senkung der Unternehmenssteuern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Kommt ein europ&auml;isches Investitionsprogramm?<\/strong><br>\nAuf dem informellen Treffen der Finanzminister der EU und der Eurozone in Mailand sind die unterschiedlichen Konzeptionen zur Wirtschaftspolitik wiederum scharf aufeinander gesto&szlig;en. Besonders Italien und Frankreich fordern eine entschiedene Wachstumspolitik auch durch staatliche Investitionen &ndash; und bekommen damit zuletzt immer st&auml;rkere Unterst&uuml;tzung. [&hellip;]<br>\nMehr und mehr internationale Organisationen wie der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF), die EZB und die OECD fordern zus&auml;tzliche politische Impulse. Der IWF dr&auml;ngt Deutschland zu mehr Investitionen, um die schw&auml;chelnde Wirtschaft in der Euro-Zone anzukurbeln. &ldquo;Uns beim IWF scheint es, dass Deutschland weiter gehen k&ouml;nnte, etwas mehr machen k&ouml;nnte &ndash; im eigenen Interesse Deutschlands&rdquo;, sagt IWF-Chefin Christine Lagarde.<br>\n&Uuml;berraschend ist der Positionswechsel von Polen: in Mailand forderte Polens Finanzminister Mateusz Szczurek einen 700-Milliarden-Euro-Fonds f&uuml;r Investitionen in Infrastrukturprojekte und warnte: &ldquo;Europa schneidet sich unn&ouml;tig die Luft ab.&rdquo;<br>\nDer politische Druck w&auml;chst die Austerit&auml;tspolitik zu beenden. Vor allem Deutschland und Spanien sehen ihre politischen Felle davon schwimmen. Deutschland beharrt aber im Kern auf die Fortf&uuml;hrung der Austerit&auml;tspolitik und erh&auml;lt dabei Unterst&uuml;tzung von Spaniens Wirtschaftsminister Luis De Guindos. Investitionen m&uuml;ssten Hand in Hand mit Strukturreformen erfolgen. Dazu geh&ouml;rten Ma&szlig;nahmen am Arbeitsmarkt, um mehr jungen Menschen einen Job zu verschaffen. Spanien leide seit Jahren unter hohen Arbeitslosenzahlen, vor allem unter Jugendlichen. Und nur h&ouml;here Flexibilit&auml;t &ndash; bei Arbeitseinkommen und Tarifen &ndash; bringe mittelfristig eine Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit und einen nachhaltigen Abbau der Arbeitslosigkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.die-linke.de\/nc\/die-linke\/nachrichten\/detail\/zurueck\/nachrichten\/artikel\/kommt-ein-europaeisches-investitionsprogramm\/\">Axel Troost\/MdB (Die Linke)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutschland erntet erneut Kritik von FATF wegen zu lascher Unternehmenstransparenz<\/strong><br>\nBereits im Juni ver&ouml;ffentlichte die Geldw&auml;schebek&auml;mpfungsorganisation FATF aus Paris den dritten Folgebericht zu Deutschland. Jene L&auml;nder, die besonders schlecht bei vergangenen Geldw&auml;sche-Evaluationen abgeschnitten haben, werden streng beobachtet und m&uuml;ssen der FATF &uuml;ber solche Folgeberichte regelm&auml;&szlig;ig Rede und Antwort stehen. Weil einige der grunds&auml;tzlichen Kritikpunkte ausger&auml;umt wurden, entschied die FATF nun, dass Deutschland fortan nicht mehr diesem engen Pr&uuml;fzyklus unterliegen solle.<br>\nDennoch bleiben gravierende M&auml;ngel dort bestehen, wo wir wiederholt Deutschlands katastrophales Abschneiden bem&auml;ngelt haben, n&auml;mlich bei den absurd niedrigen Bu&szlig;geldern, im Nichtfinanzsektor sowie bei der Feststellung der wahren Eigent&uuml;mer deutscher Firmen, Treuhandschaften und privaten Stiftungen. Fast alles bleibt da beim alten Argen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/steuergerechtigkeit.blogspot.de\/2014\/09\/deutschland-erntet-erneut-kritik-von.html\">blog steuergerechtigkeit<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Gesetzlich auferlegter Zwang zur Tarifeinheit ist verfassungswidrig<\/strong><br>\nProf. Dr. Dr. Udo Di Fabio: Eingriff in den  Kernbereich der Koalitionsfreiheit<br>\nEs gibt keine erkennbare Rechtfertigung f&uuml;r einen Eingriff in das Recht der Koalitionsfreiheit, wie dies mit einer gesetzlich auferlegten Tarifeinheit einhergehen w&uuml;rde. Die Bundesregierung l&auml;uft Gefahr, mit der angestrebten gesetzlichen Festschreibung der  Tarifeinheit nach dem betriebsbezogenen Mehrheitsprinzip ein verfassungswidriges Gesetzesvorhaben zu beschlie&szlig;en. Diese Auffassung vertritt Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Direktor des Instituts f&uuml;r &Ouml;ffentliches Recht der Universit&auml;t Bonn und ehemaliger Richter des Bundesverfassungsgerichts, in seinem heute ver&ouml;ffentlichten  Rechtsgutachten &bdquo;Gesetzlich auferlegte Tarifeinheit als Verfassungsproblem&ldquo;, das der Marburger Bund in Auftrag gegeben hatte.<br>\nF&uuml;r den faktischen Ausschluss einer eigenst&auml;ndigen Berufsgewerkschaft  aus der Tarifautonomie bed&uuml;rfe es einer gesteigerten Rechtfertigung&hellip;&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.marburger-bund.de\/artikel\/allgemein\/pressemitteilungen\/2014\/gesetzlich-auferlegter-zwang-zur-tarifeinheit-ist-verfassungswidrig\">Pressemitteilung Marburger Bund &ndash; Bundesverband <\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.marburger-bund.de\/sites\/default\/files\/artikel\/downloads\/2014\/gesetzlich-auferlegter-zwang-zur-tarifeinheit-ist-verfassungswidrig\/auszug-aus-dem-rechtsgutachten-gesetzlich-auferlegte-tarifeinheit-als-verfassungsproblem.pdf\">Auszug aus dem Rechtsgutachten [PDF &ndash; 87,2 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Upstairs Downstairs in New York: Arme-Leute-T&uuml;r<\/strong><br>\nEs gibt gute Gr&uuml;nde, weshalb die britische Serie &laquo;Downton Abbey&raquo; sich in den USA solcher Beliebtheit erfreut &ndash; unter anderem wohl auch deshalb, weil die Einteilung zwischen oben und unten, Herrschaftsr&auml;umen und Dienstboten-Trakt noch so angenehm &uuml;berschaubar ist. Auch wenn die Hierarchien in der Kult-Fernsehshow &uuml;ber den englischen Adel im Laufe der Zeiten und Staffeln langsam zu erodieren beginnen &ndash; der Unterschied zwischen den Hierarchiestufen Upstairs Downstairs (wie eine andere beliebte Serie &auml;hnlichen Zuschnitts heisst), Hauptportal und Dienstboteneingang bleibt doch gewahrt. Der Glaube, in Amerika h&auml;tten solche Distinktionen eine nicht ganz so ausgepr&auml;gte Rolle gespielt, ist ein gerne bem&uuml;htes Missverst&auml;ndnis. Ein Jahrhundert nachdem Lady Sybil in den herrschaftlichen Hallen von Downton Abbey einen Skandal provozierte, weil sie mit dem Chauffeur durchbrannte, wird in New York der Hintereingang f&uuml;r die minderbemittelten Schichten wieder eingef&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/feuilleton\/arme-leute-tuer-1.18384045\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Warum hat man nicht konsequenterweise von vornherein die Anbauten f&uuml;r einkommensschwache Familien dem Dienstpersonal der Luxusappartments angeboten? Dann h&auml;tte es bestimmt geklappt. Wie soll in einer Volkswirtschaft, die immer mehr feudale Z&uuml;ge annimmt, in der der Rest der Bev&ouml;lkerung immer mehr der Plutokratie des Landes zuarbeitet, ein solches &ldquo;Inclusionary Housing&rdquo;-Programm funktionieren? Typisch f&uuml;r den Text ist der Bezug auf so exotische Bilder wie &ldquo;arabische Scheichs und russische Oligarchen&rdquo;. Mein Gott, die USA haben mit 7,1 Millionen die meisten Million&auml;rshaushalte weltweit sowie die h&ouml;chste Anzahl an neuen Million&auml;ren. Diese Zahl ist allein von 2012 bis 2013 um 1,1 Millionen angewachsen. Auch bei den Superreichen (&uuml;ber 100 Millionen US-Dollar) liegen die USA 4.754 vorne. Die n&auml;chsten sind UK: 1.044; China: 938 und dann wir mit 883. (<a href=\"https:\/\/www.bcgperspectives.com\/content\/articles\/financial_institutions_business_unit_strategy_global_wealth_2014_riding_wave_growth\/?chapter=2\">Daten Boston Consulting Group<\/a>) Daf&uuml;r, dass die Deutschen zwei Kriege verloren haben, n&auml;hern wir uns sehr schnell den alten feudalen Verh&auml;ltnissen &ndash; nat&uuml;rlich in unauff&auml;lligem modernen Gewand. &ndash; Zynisch ist die Aufforderung der Nachrichten-Website Vox: &ldquo;Wenn also irgendjemand eine Ahnung hat, wie man einen Fuss in die Arme-Leute-T&uuml;r kriegt &ndash; bitte geben Sie uns Bescheid!&rdquo; Es sollte sich bis in die USA herumgesprochen haben, dass die skandal&ouml;sen und &ouml;konomisch  ineffizienten Verm&ouml;gens- und Einkommensdifferenzen die Kehrseite der wachsenden Armut in den USA bilden. Aber wahrscheinlich ist solchen neofeudalen Systemen die gleiche Uneinsichtigkeit in die eigene Position immanent, wie bereits dem alten Feudalsystem: der Glaube an die eigene Unangreifbarkeit. Wie meinte seinerzeit (2009) der Vorstandschef der Investmentbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein: Er sei ein Banker, der &ldquo;<a href=\"http:\/\/web.archive.org\/web\/20100106010153\/http:\/\/www.timesonline.co.uk\/tol\/news\/world\/us_and_americas\/article6907681.ece\">Gottes Arbeit verrichtet<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Der Streik britischer Bergleute 1984 &ndash; und der Aufstieg des Neoliberalismus<\/strong><br>\nDer l&auml;ngste Arbeitskampf der europ&auml;ischen Wirtschaftsgeschichte &ndash; der Streik britischer Bergleute 1984 &ndash; dauerte ein Jahr. Kontrahenten waren die &ldquo;Eiserne Lady&rdquo;, Premierministerin Margaret Thatcher, und die Bergarbeiter-Gewerkschaft mit ihrem charismatischen Vorsitzenden Arthur Scargill. Den Kumpels ging es nicht um h&ouml;here L&ouml;hne &ndash; sie wollten die staatliche Kohleindustrie mit 120.000 Besch&auml;ftigten erhalten. Thatchers Konservative dagegen planten, die Gewerkschaftsbewegung als Ganzes zu zerschlagen und den Weg freizumachen f&uuml;r die Privatisierung staatlicher Betriebe. Mit unerbittlicher H&auml;rte und Brutalit&auml;t gef&uuml;hrt, endete der Streik f&uuml;r die Bergleute in einem Fiasko. Er gilt heute als Beginn des neoliberalen Turbokapitalismus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/mp3-download.swr.de\/swr2\/wissen\/sendungen\/2014\/09\/swr2wissen-20140916-der-streik-britischer-bergleute-1984.12844s.mp3\">SWR2 [Audio &ndash; mp3]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wenigstens hat man seinerzeit den Feind an seiner Sprache erkannt: Ein Kolumnist der konservativen Wochenzeitschrift &ldquo;The Spectator&rdquo; schrieb, die geschlagenen Bergleute seien nichts weiter als in &ldquo;h&auml;sslichen Zechend&ouml;rfern&rdquo; hausender &ldquo;menschlicher Bodensatz&rdquo;. Ihre Zeit sei abgelaufen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Naomi Klein &ndash; Climate Change Is a People&rsquo;s Shock<\/strong><br>\nWhat if, instead of accepting a future of climate catastrophe and private profits, we decide to change everything?<br>\nAbout a year ago, I was having dinner with some newfound friends in Athens. I had an interview scheduled for the next morning with Alexis Tsipras, the leader of Greece&rsquo;s official opposition party and one of the few sources of hope in a Europe ravaged by austerity. I asked the group for ideas about what questions I should put to the young politician. Someone suggested: &ldquo;History knocked on your door&mdash;did you answer?&rdquo;<br>\nAt the time, Tsipras&rsquo;s party, Syriza, was putting up a fine fight against austerity. Yet it was struggling to articulate a positive economic vision of its own. I was particularly struck that the party did not oppose the governing coalition&rsquo;s embrace of new oil and gas exploration, a threat to Greece&rsquo;s beautiful seas as well as to the climate as a whole. Instead, it argued that any funds raised by the effort should be spent on pensions, not used to pay back creditors. In other words, the party was not providing an alternative to extractivism; it simply had more equitable plans for distributing the spoils&mdash;something that can be said of most left-governed countries in Latin America.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.thenation.com\/article\/181621\/climate-change-peoples-shock?utm_source=Sailthru&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=email_nation&amp;utm_campaign=Editorial%20-%20Naomi%20Klein\">The Nation<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dieser Text ist ein Auszug von Naomi Kleins neuen Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/thischangeseverything.org\/?utm_source=Sailthru&amp;utm_medium=email&amp;utm_term=email_nation&amp;utm_campaign=Editorial%20-%20Naomi%20Klein\">This Changes Everything<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&Ouml;kolandwirtschaft: Bihars kleine &Ouml;korevolution<\/strong><br>\nIndische Bauern holen mehr von ihren Feldern als ihre Kollegen in den entwickeltsten L&auml;ndern der Welt. Wie machen die das?  In einem der &auml;rmsten Bundesstaaten Indiens steigen Landwirte mit Unterst&uuml;tzung der lokalen Regierung auf &ouml;kologische Anbauweisen um. Mit Erfolg: Ihre Kosten sinken, w&auml;hrend die Ertr&auml;ge steigen. Nithish Kumar* ist einer der Wundert&auml;ter von Darveshpura. Vor zwei Jahren hat der Mittdrei&szlig;iger aus dem Dorf in Bihar, einem der &auml;rmsten Bundesstaaten Indiens, den weltweiten Rekord f&uuml;r Kartoffelanbau geknackt. Den hielten bis dahin niederl&auml;ndische Bauern mit 44,7 Tonnen pro Hektar. Das &uuml;bertraf Nithish im Fr&uuml;hjahr 2012 fast um das Zweifache: er holte 72,9 Tonnen pro Hektar vom Feld.<br>\nSeitdem bekommt der Bauer immer wieder Besuch von Wissenschaftlern, Politikern, B&uuml;rokraten, Aktivisten und Journalisten, die wissen wollen, was das Geheimnis des &ldquo;Wunderdorfes&rdquo; ist. Dabei ist an Darveshpura nicht viel Besonderes: Es liegt im S&uuml;den von Bihar, ist mit anderen D&ouml;rfern durch Staubpisten verbunden, es gibt keine Wasseranschl&uuml;sse und nur wenige Einwohner haben Strom. Viele bearbeiten ihre kleinen Felder noch immer mit Ochsen, trocknen den Dung an Hausw&auml;nden und machen so Feuer in ihren K&uuml;chen. Trotzdem ist der Ort weltbekannt geworden, weil die Bauern dort &uuml;ber mehrere Jahre hinweg mehr aus ihren Feldern holten als Landwirte in den entwickeltsten L&auml;ndern der Welt. Nithish Kumars Kartoffelernte war nicht der erste Rekord im Dorf. Wenige Monate vorher hatte sein Nachbar Sumant Kumar den f&uuml;r Reisanbau geknackt, ein Bauer aus dem Nachbardorf den indischen Rekord f&uuml;r Weizen. 2013 &uuml;bertraf ein Kollege von dort sogar Nithishs Superernte und holte 109 Tonnen Kartoffeln pro Hektar aus der Erde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2014%2F09%2F15%2Fa0102&amp;cHash=5986f4f1777db845ef23aee201c0bbf5\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ich bin kein Fachmann, aber angesichts der Beobachtung hierzulande, dass &ouml;kologischer Landbau weniger ertragreich ist als konventioneller, stellt sich doch die Frage, ob SRI auch hier den Ertrag steigern k&ouml;nnte. Urs Niggli vom Schweizer Forschungsinstitut f&uuml;r biologischen Landbau r&auml;umt zwar ein, dass SRI diese Leistungssteigerung bewirken k&ouml;nne, meint aber auch: &ldquo;Wer von schlechten konventionellen Methoden auf ein konsequentes &ouml;kologisches System umstellt, kann durchaus solche Ergebnisse erhalten.&rdquo; Aber gleich Weltrekorde? Welch Paradies muss dann Bihar sein. Die Bauern selbst verweisen darauf, dass es in den Rekordjahren g&uuml;nstige Regenf&auml;lle gegeben h&auml;tte und deshalb auch ohne SRI vermutlich gute Ernten angefallen w&auml;ren. Aber ein Positivum l&auml;sst sich nicht leugnen: Die Bauern von Darveshpur brauchen &ldquo;f&uuml;r ihre Felder nur einen Bruchteil des Saatgutes wie fr&uuml;her, die Kosten f&uuml;r D&uuml;nger- und Pflanzenschutzmittel haben sich fast halbiert und die Ertr&auml;ge von vier auf acht Tonnen pro Hektar verdoppelt.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>EU-Datenschutzreform: Arbeitnehmer haben das Nachsehen<\/strong><br>\nArbeitsrechtler empfehlen, den Besch&auml;ftigtendatenschutz derzeit besser nicht auf EU-Ebene oder national zu regeln. Die vom EU-Parlament beschlossene Initiative bleibe weit hinter der deutschen Rechtsprechung zur&uuml;ck.<br>\nScharfe Kritik an der Position des EU-Parlaments f&uuml;r eine Datenschutz-Grundverordnung &uuml;bte der Frankfurter Arbeitsrechtler Peter Wedde. &ldquo;Was wir national verhindern wollten, kommt durch die EU-Hintert&uuml;r wieder rein&rdquo;, warnte der Professor auf dem Gewerkschaftskongress &ldquo;Arbeitswelt, Selbstbestimmung und Demokratie im digitalen Zeitalter&rdquo; in Berlin. Wenn die Initiative so in Kraft trete, &ldquo;wird sich Rechtslage hierzulande massiv verschlechtern&rdquo;.<br>\nWedde liest etwa aus dem vom Bundesverfassungsgericht geschaffenen Computer-Grundrecht ein Verbot heimlicher Durchsuchungen auch von Mitarbeiter-PCs heraus. Der Jurist betonte, dass eine solche Rechtsprechung mit der geplanten Reform genauso aufgehoben w&uuml;rde wie ausgefeilte hiesige Urteile zum Schutz von Arbeitnehmerrechten.<br>\nZudem entwerte der aktuelle Entwurf die eigentlich geforderte &ldquo;freiwillige Einwilligung&rdquo; von Besch&auml;ftigten in die umfassende Datenerhebung durch Arbeitgeber, f&uuml;hrte Wedde aus. Diese Klausel w&uuml;rde nur funktionieren, wenn ein Nachweis f&uuml;r die &ldquo;Freiwilligkeit&rdquo; erbracht werden m&uuml;sste. Eine Klausel, wonach Chefs Daten ihrer Mitarbeiter bei Verdacht auf Straftaten und &ldquo;schwerwiegende Pflichtverletzungen&rdquo; dokumentieren d&uuml;rften, &ouml;ffne zudem einer weitfl&auml;chige &Uuml;berwachung T&uuml;r und Tor. Auch dem innerbetrieblichen &ldquo;Datenschaufeln&rdquo; von einer Firmentochter zur n&auml;chsten h&auml;tten die Abgeordneten nichts entgegengesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/EU-Datenschutzreform-Arbeitnehmer-haben-das-Nachsehen-2390338.html?wt_mc=nl.ho\">heise online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Wollen wir Herren oder Sklaven sein<\/strong><br>\nMan muss kein Google-Feind sein, um den Internetkapitalismus zu kritisieren. Ein Gespr&auml;ch mit der emeritierten Harvard-Professorin Shoshana Zuboff &uuml;ber Apple, Industrialisierung und Demokratie: &rdquo; &hellip;  Und jetzt komme ich zu Google und auch Facebook. Sie erweckten den Eindruck, sich in der Ethik dieser neuen Str&ouml;mungen zu bewegen. Dass sie sich um den Einzelnen k&uuml;mmern, ihn wertsch&auml;tzen und den Menschen die M&ouml;glichkeit geben, sich zu entfalten und zu vernetzen. Aber diese Firmen sahen schon sehr fr&uuml;h einen ganz anderen Weg der Monetarisierung: Sie sahen, dass sie schnell Geld machen konnten, nicht, indem sie uns als Konsumenten behandelten, sondern als Datenquellen, die man absch&ouml;pfen konnte. &hellip; Der eigentliche Kunde ist seither der Anzeigenkunde, er kauft die Daten. Der Nutzer ist somit nicht mehr der Kunde, sondern wie gesagt nur die Datenquelle. &hellip; Sie m&uuml;ssen aber ihr Gesch&auml;ftsverhalten &auml;ndern. Denn sonst erleben wir einen &Uuml;berwachungskapitalismus, das ist derzeit das &ouml;konomisch vielversprechende Modell, nicht nur bei Google, sondern bei vielen Start-ups. Dieser Kapitalismus aber ist fundamental neu, man kann ihn nicht mit anderen historischen Formen vergleichen. Selbst der korporative Kapitalismus in seinen schlimmsten Zeiten suchte eine Verbindung zur Bev&ouml;lkerung, weil er Arbeitskraft und Konsumenten brauchte. Der Kapitalismus brauchte immer die Menschen. Immer. Und er sch&auml;tzte sie. Das gerade tut der &Uuml;berwachungskapitalismus nicht. Er sieht keine Menschen, sondern nur Datenansammlungen. Die Beziehungen ist eine der Extraktion, sonst nichts.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/kultur\/article132181763\/Wollen-wir-Herren-oder-Sklaven-sein.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein lesenswertes Interview, auch wenn man vielleicht die sehr optimistische Einsch&auml;tzung von Apple als m&ouml;glichen Agenten eines &ldquo;Verteilungskapitalismus&rdquo; nicht so recht teilen kann. Interessant der Versuch einer Analogie zwischen dem Model T von Ford und dem iPod. Apple sei in derselben Situation wie seinerzeit Ford, der nicht begriff, dass er die Massenproduktion erfunden hatte. Diese &Auml;ra h&auml;tte nicht viel mehr als alle damaligen Autos oder Maschinen oder Fabriken bedeutet. Damit entstanden v&ouml;llig neue rechtliche, &ouml;konomische und soziale Institutionen. Von den Autobahnen bis zu den Gewerkschaften, Arbeitsvertr&auml;gen, Lohngef&uuml;gen. Auch die Bedeutung des iPod sei nicht das Ger&auml;t, sondern die ihm zugrunde liegende Logik. &ldquo;Der iPod ist der Beginn unseres neuen Informationszeitalters. Wir sind am Beginn des Beginns des Beginns. &hellip; So wie 1914 der Beginn der Massenproduktion war, ist 2014 der Anfang dieser &Auml;ra, die ich die &ldquo;Informationszivilisation&rdquo; nenne. &hellip; wir haben uns noch nicht entschieden. Wollen wir Herren oder Sklaven sein, in der Heimat oder im Exil leben. Das sind unsere Alternativen.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Medizinisch nicht erkl&auml;rbar: Studien von OECD und Bertelsmann Stiftung belegen gro&szlig;e regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung<\/strong><br>\nSelbst in leistungsstarken Gesundheitssystemen h&auml;ngt eine angemessene medizinische Versorgung oft vom Wohnort ab. Das weisen OECD und Bertelsmann Stiftung in zwei aktuellen Studien f&uuml;r Deutschland und zw&ouml;lf weitere Industrienationen nach. In manchen St&auml;dten und Landkreisen werden acht Mal mehr Einwohner an Mandeln operiert als anderswo. &Auml;hnlich gro&szlig;e regionale Unterschiede gibt es bei der Entfernung des Blinddarms, der Prostata oder beim Einsetzen eines Defibrillators am Herzen. Rein medizinisch sind derart hohe Abweichungen ebenso wenig zu erkl&auml;ren wie durch Alters- oder Geschlechtsstrukturen &ndash; ein Warnsignal f&uuml;r die Studienautoren: &bdquo;Gro&szlig;e regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung sind ein klares Zeichen f&uuml;r Qualit&auml;ts-, Effizienz- und Gerechtigkeitsprobleme&ldquo;, sagte OECD-Direktor Mark Pearson.<br>\nDie Ergebnisse beruhen auf einer Langzeituntersuchung. Seit 2007 beobachtet die Bertelsmann Stiftung in ihrem Faktencheck Gesundheit die H&auml;ufigkeit von Operationen in allen 402 deutschen Kreisen und kreisfreien St&auml;dten und hat dabei Verbl&uuml;ffendes festgestellt: Das Ausma&szlig; der regionalen Unterschiede innerhalb Deutschlands bleibt &uuml;ber die Jahre hinweg bei den einzelnen medizinischen Eingriffen nahezu gleich. Und es sind auch &uuml;berwiegend dieselben Regionen, die konstant unter besonderer &Uuml;ber- oder Unterversorgung leiden. Warum die Versorgungslage zwischen den Regionen so unterschiedlich ist, dazu kann auch die Forschung bislang nur erste Erkl&auml;rungsans&auml;tze liefern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/search.oecd.org\/berlin\/presse\/operationen-regionale-unterschiede.htm\">OECD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es gibt einen Satz in dieser Pressemitteilung der nur aus einem neoliberalen Glaubensbekenntnis zu verstehen ist, dass jeder sein Schicksal selbst zu verantworten hat: &ldquo;Von &Auml;rzten kann man normalerweise erwarten, dass sie &uuml;ber alternative Behandlungsmethoden verst&auml;ndlich und neutral informieren. Dies sollten die Patienten auch einfordern&rdquo;. Genauso gut k&ouml;nnte man von so kompetenten Patienten fordern, sich selbst zu behandeln.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>AfD: Umgruppierungen im rechten Spektrum<\/strong><br>\n9,7 Prozent bei der Landtagswahl in Sachsen: Die AfD kann sich zu Recht als strahlende Wahlsiegerin feiern. In manchem Kommentar wurde dagegen ein Zusammenhang konstruiert zwischen ihrem Erfolg und dem Ferienende. So ma&szlig;regelte SPD-Chef Sigmar Gabriel den s&auml;chsischen CDU-Ministerpr&auml;sidenten in bester Oberstudienratsmanier: Stanislaw Tillich sei f&uuml;r die geringe Wahlbeteiligung verantwortlich, weil er den Wahltermin auf den letzten Ferientag gelegt habe. Dass, wie Oberlehrer Gabriel suggeriert, der Erfolg der AfD vor allem auf die geringe Wahlbeteiligung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, darf stark angezweifelt werden. Ein Blick auf die W&auml;hlerwanderung verdeutlicht das. Laut Infratest Dimap konnte die AfD 15.000 W&auml;hlerInnen mobilisieren, die vor f&uuml;nf Jahren den Wahllokalen ferngeblieben waren. Warum w&auml;hlten diese und andere die AfD? Die Wahlanalysen von ARD und ZDF k&ouml;nnen das nicht hinreichend erkl&auml;ren. 54 Prozent der befragten AfD-W&auml;hlerInnen gaben gegen&uuml;ber Infratest Dimap (ARD) an, die AfD aus Entt&auml;uschung &uuml;ber andere Parteien gew&auml;hlt zu haben, nur 39 Prozent hingegen aus &Uuml;berzeugung. Laut den Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) gaben 76 Prozent der AfD-W&auml;hlerInnen an, die AfD wegen ihrer Inhalte und nicht aus Protest gew&auml;hlt zu haben. Offensichtlich tendiert eine betr&auml;chtliche Zahl von Menschen, die meint, das Nachsehen in der Gesellschaft zu haben, dazu, rechtsau&szlig;en zu w&auml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.akweb.de\/\/ak_s\/ak597\/14.htm\">ak &ndash; analyse &amp; kritik<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Wahlnachlese: rechte Strickmuster<\/strong><br>\nWas sich bei der Landtagswahl in Sachsen abzeichnete, wurde durch die Wahlen in Brandenburg und Th&uuml;ringen best&auml;tigt:<br>\nNur die H&auml;lfte der Wahlberechtigten ist zur Wahl gegangen.<br>\nDie Parteien rechts von der CDU erhalten mehr als 15 Prozent der Stimmen. Gut zwei Drittel entfallen auf die AfD.<br>\nWenn man fragt, wer daf&uuml;r verantwortlich ist, dann muss die Antwort zun&auml;chst lauten: diejenigen, die nicht zur Wahl gegangen sind, bzw. diejenigen, die ihr Kreuz bei der AfD oder NPD gemacht haben. Hinter dem Wahlverhalten verbirgt sich nichts Unerkl&auml;rliches, Mysteri&ouml;ses oder gar das, was wir uns angew&ouml;hnt haben mit &bdquo;Politikverdrossenheit&ldquo; oder &bdquo;Protestw&auml;hler&ldquo; zu bezeichnen. Und dann werden entweder die Politiker oder die etablierten Parteien f&uuml;r das W&auml;hlerverhalten verantwortlich gemacht. Nein, diese Art von Entm&uuml;ndigung des B&uuml;rgers\/der B&uuml;rgerin verbietet sich in der rechtsstaatlichen Demokratie. Weder AfD-, noch NPD- noch Nicht-W&auml;hler\/innen sind bedauernswerte Wesen. Sie haben eine bewusste Entscheidung getroffen und sind somit verantwortlich f&uuml;r ihr Tun oder Lassen.  Darum lautet die eigentliche Frage, der wir uns stellen m&uuml;ssen: Was veranlasst B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, nicht zur Wahl zu gehen bzw. rechtspopulistische Parteien zu w&auml;hlen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wolff-christian.de\/wahlnachlese-rechte-strickmuster\/\">Christian Wolff<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Das Verschwinden des Wissens<\/strong><br>\nEs ist gespenstisch: Wie von Geisterhand gef&uuml;hrt, hat sich in den letzten Jahren, von der &Ouml;ffentlichkeit nahezu unbemerkt, eine der radikalsten Ver&auml;nderungen an Schulen und Universit&auml;ten vollzogen, ein Bruch mit einer jahrhundertealten Tradition, eine v&ouml;llige Neuorientierung dessen, was Bildungseinrichtungen zu leisten haben und was die Absolventen solch einer Einrichtung auszeichnen soll. &laquo;Kompetenzorientierung&raquo; lautet das Zauberwort, das nun die Lehr- und Studienpl&auml;ne dominiert, das alles, was man bisher glaubte lehren und vermitteln zu m&uuml;ssen, hinf&auml;llig werden l&auml;sst, das endlich garantieren soll, dass anstelle toten Wissens brauchbare F&auml;higkeiten erworben werden, und das verspricht, dass nichts Unn&uuml;tzes mehr gelernt wird, sondern nurmehr das, was mit der Lebenswelt von Sch&uuml;lern und Studenten, mit ihren Bed&uuml;rfnissen und Problemen zu tun hat oder auf diese anzuwenden ist.<br>\nDas Ziel von Bildungsprozessen ist nicht mehr eine wie auch immer definierte Bildung, sondern der umfassend kompetent gewordene Mensch, der mit F&auml;higkeiten ausgestattet ist, die es ihm angeblich erlauben, in jeder Situation die angemessenen Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig verspricht die Umstellung von Bildung auf Kompetenzen endlich verl&auml;ssliche Instrumentarien zu schaffen, um genaue Messungen und Bewertungen dieser F&auml;higkeiten vornehmen zu k&ouml;nnen.<br>\nHistorisch gesehen wurzelt das Kompetenzkonzept nicht in der P&auml;dagogik oder Bildungstheorie, sondern in der &Ouml;konomie. Die ersten Kompetenzmessungsmodelle wurden mit dem Ziel entwickelt, Pr&uuml;fungsverfahren f&uuml;r die unterschiedlichsten F&auml;higkeiten, Fertigkeiten und Pers&ouml;nlichkeitsmerkmale von Menschen zu gewinnen, um deren Einsatz f&uuml;r Unternehmen zu optimieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/debatte\/das-verschwinden-des-wissens-1.18383545\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Im Neoliberalismus und in Zeiten der Billigabschl&uuml;sse des Bachelorstudiums gilt mehr denn je: Ein Student ist eine Ware die denkt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Kapital der Demokratie im 21. Jahrhundert<\/strong><br>\nVon Impulsen zur Steigerung des Wachstums seit den 1980er-Jahren profitierten vor allem obere Einkommensschichten. Das hat nicht nur Auswirkungen auf das Kapital, sondern auch auf das politische System.<br>\nDie Aufmerksamkeit, die das j&uuml;ngste Buch von Thomas Piketty, Das Kapital im 21. Jahrhundert, in den Vereinigten Staaten und anderen Industriel&auml;ndern erhielt, l&auml;sst auf wachsende Besorgnis bez&uuml;glich der steigenden Ungleichheit schlie&szlig;en. Das Buch betont besonders die bereits jetzt &uuml;berw&auml;ltigenden Beweise f&uuml;r die zunehmende Konzentration von Einkommen und Reichtum in den obersten Einkommensschichten.<br>\nWeiterhin werden die etwa drei&szlig;ig Jahre nach der Gro&szlig;en Depression und dem Zweiten Weltkrieg aus einem anderen Blickwinkel dargestellt, und zwar als historische Anomalie, die m&ouml;glicherweise Folge eines durch umw&auml;lzende Ereignisse erzeugten ungew&ouml;hnlichen sozialen Zusammenhalts war. In dieser &Auml;ra schnellen Wirtschaftswachstums wurde der Wohlstand breit verteilt, und alle Gruppen machten Fortschritte, auch wenn diejenigen ganz unten prozentual am wenigsten profitierten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000005218865\/Das-Kapital-der-Demokratie-im-21-Jahrhundert\">derStandard.at<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-23301","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23301","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23301"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23301\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23304,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23301\/revisions\/23304"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23301"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23301"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23301"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}