{"id":23359,"date":"2014-09-23T09:02:40","date_gmt":"2014-09-23T07:02:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359"},"modified":"2014-09-23T09:02:40","modified_gmt":"2014-09-23T07:02:40","slug":"hinweise-des-tages-2218","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h01\">Netzwerk Nichtrecherche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h02\">Frankreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h03\">Unternehmensinvestitionen lahmen, weil Nachfrage fehlt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h04\">Freihandel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h05\">Private Equity &ndash; Wohin nur mit dem ganzen Geld?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h06\">Viele Opelaner aus Bochum noch ohne Anschluss-Job<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h07\">Ingenieure aus der Datenwolke &ndash; Auslaufmodell Festanstellung?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h08\">Ganz in Schwarz gegen den Brausekommerz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h09\">Infrastruktur: Wie der Staat seine Substanz verzehrt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h10\">Der vermessene Mensch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h11\">&bdquo;Die NSA betreibt keine Massen&uuml;berwachung, sie sammelt Daten&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h12\">Google-Urteil: Das Recht auf Privatheit &uuml;berwiegt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h13\">Gr&uuml;n allenfalls hinter den Ohren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h14\">Chodorkowski lieb&auml;ugelt mit der Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359#h15\">Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst &ndash; von der Elitef&ouml;rderung zur Bildungsgerechtigkeit?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23359&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Netzwerk Nichtrecherche<\/strong><br>\nKritik des ARD-Programmbeirats wird totgeschwiegen<br>\nDie Berichterstattung &uuml;ber die Klatsche des ARD-Programmbeirats wegen der einseitigen Darstellung des Ukraine-Konflikts scheint sehr verhalten auszufallen. So greifen &uuml;berwiegend Bl&auml;tter im linken Spektrum das Thema auf, w&auml;hrend die konventionelle Tagespresse, die k&uuml;rzlich noch mit der Manipulation von TV-Zuschauerumfragen titelte, sich auf ihren Unterhaltungsauftrag beschr&auml;nkt. Lediglich an Entscheidungstr&auml;ger gerichtete Zeitungen wie das Handelsblatt wollen sich offenbar kein Defizit an Glaubw&uuml;rdigkeit einhandeln. W&auml;hrend dem &ldquo;Putin stoppenden&rdquo; Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL vor zwei Jahren eine Verhaltensr&uuml;ge des Programmbeirats gegen Talkmaster einen Beitrag wert war, sollen die Leser nicht mit &ldquo;Putinverstehern&rdquo; verunsichert werden.<br>\nDie bestrittene Unabh&auml;ngigkeit des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks, die uns j&auml;hrlich rund 8 Milliarden Euro wert ist, scheint bei den Printkollegen kein nennenswertes Thema zu sein. Wenn das wilde Internet hochwertigere Informationen bietet als die konventionellen Medienh&auml;user, ist der mit der Online-Konkurrenz begr&uuml;ndete Arbeitsplatzabbau nachvollziehbar. Die Kunde, dass die Selbstreinigungskr&auml;fte unseres teuren &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht v&ouml;llig versagen, verbreitet sich allerdings in den Social Media wie ein Lauffeuer. Die Kosten von j&auml;hrlich &uuml;ber 200 Millionen Euro, welche die geb&uuml;hrenfinanzierten Sender f&uuml;r ihre Internetauftritte aufwenden, waren zumindest f&uuml;r die Einrichtung der Leserforen sinnvoll investiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Netzwerk-Nichtrecherche-2400320.html\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>passend dazu: Unter einer Decke<\/strong><br>\nZeit, S&uuml;ddeutsche, FAZ und Bild &ndash; &bdquo;alle diese Zeitungen nur so etwas wie die Lokalausgaben der Nato-Pressestelle?&ldquo; Das zumindest haben die ZDF-Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner &ndash; nat&uuml;rlich satirisch &uuml;berspitzt &ndash; in der Sendung &bdquo;Die Anstalt&ldquo; behauptet. Auf einer Schautafel markierten sie die Verbindungen f&uuml;hrender deutscher Journalisten zu transatlantischen Vereinen, zur &bdquo;Atlantik-Br&uuml;cke&ldquo;, zur Bundesakademie f&uuml;r Sicherheitspolitik und zur M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz. F&uuml;r diesen Beitrag haben sie eine Menge &Auml;rger von Journalisten gekriegt. Vom Publikum gab es hingegen viel Applaus.<br>\nWissen, welche Interessen der Autor eines Artikels hat und ob er Mitglied in einer Partei oder einem Lobbyverband ist, dieses Ziel verfolgt auch das Add-on &bdquo;cahoots&ldquo;. Zwei Studenten haben das Zusatzmodul f&uuml;r den Internetbrowser entwickelt. Einmal installiert, zeigt &bdquo;cahoots&ldquo; bei jedem Zeitungsartikel, ob der Autor Mitglied in Politik- oder Wirtschaftsverb&auml;nden ist. Und wenn ja, in welchen. Knapp 1.400 Menschen haben sich das Modul bereits heruntergeladen.<br>\nAls die Folge der &bdquo;Anstalt&ldquo; zum Thema Unabh&auml;ngigkeit im Journalismus am 29. April ausgestrahlt wurde, waren die beiden Entwickler, Alexander Barnickel und Jonas Bergmeier, gerade auf der Suche nach einem Thema f&uuml;r ein Uniprojekt zu &bdquo;Protest&ldquo;. Den Beitrag fand Branickel &bdquo;schon ziemlich protestw&uuml;rdig.&ldquo; Jetzt, f&uuml;nf Monate sp&auml;ter, ist &bdquo;cahoots&ldquo; fertig.<br>\nEs funktioniert &auml;hnlich wie die Schautafel bei Uthoff und Wagner: Liest man auf der Onlineseite einer Zeitung einen Artikel, dessen Autor in der Datenbank eingespeichert ist, erscheint neben dem Autorennamen ein kleiner roter Punkt. Geht man mit der Maus dar&uuml;ber, erscheint ein Kasten. Darin stehen die Organisationen, in denen der Autor Mitglied ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Nebenaktivitaeten-von-Journalisten\/!146366\/\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Oh je &ndash; Es besteht die Gefahr der Denunziation. F&uuml;hlt sich hier jemand auf den Schlips getreten? Oder haben die Journalisten der taz auch etwas zu verbergen? Hinweise auf m&ouml;gliche Verflechtungen eines Journalisten d&uuml;rften jedenfalls einen wesentlichen Beitrag zum Textverst&auml;ndnis leisten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Frankreich<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Der franz&ouml;sischen Premierministers Manuel Valls in Berlin<\/strong><br>\nIm Vorfeld des Valls-Besuchs hatten deshalb mehrere Unions-Politiker mit zum Teil deutlichen Worten die franz&ouml;sische Wirtschaftspolitik kritisiert. Der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Andreas Schockenhoff (CDU), etwa hatte erkl&auml;rt, es reiche nicht aus, &ldquo;wenn Frankreich seine F&uuml;hrungsrolle ausschlie&szlig;lich &uuml;ber die Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik definiert, die franz&ouml;sische Regierung muss auch eine solide Wirtschafts- und Finanzpolitik betreiben.&rdquo; Der CDU-Europa-Abgeordnete Herbert Reul sprach derweil von einem &ldquo;Schlag ins Gesicht der Griechen und Portugiesen&rdquo;, wenn Frankreich die Position beziehe &ldquo;mehr Sparen geht nicht&rdquo;. Das sei &ldquo;unverfroren&rdquo;, so Reul, w&auml;hrend andere europ&auml;ische L&auml;nder Rentenk&uuml;rzungen hinnehmen m&uuml;ssten.<br>\nAuch der Vorsitzende des Europa-Ausschusses des Bundestages, Gunther Kirchbaum (CDU), hatte vor dem Besuch des franz&ouml;sischen Premiers deutliche Kritik an dessen Wirtschaftspolitik ge&uuml;bt. Valls sei in seiner j&uuml;ngsten Regierungserkl&auml;rung die Erkl&auml;rung schuldig geblieben, &ldquo;wie er den maroden franz&ouml;sischen Staatshaushalt sanieren&rdquo; wolle. Daher sei nun &ldquo;keine Besuchsdiplomatie gefragt, um f&uuml;r den Aufschub der dringend notwendigen Reformen zu bitten.&rdquo; vielmehr m&uuml;sse Valls die renitenten Genossen in seiner Partei von der Notwendigkeit der Reformen &uuml;berzeugen. Unterdessen erkl&auml;rte der CDU-Wirtschaftspolitiker Christian von Stetten das Modell des franz&ouml;sischen Sozialstaates bereits f&uuml;r &ldquo;gescheitert.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article132510774\/Die-Franzosen-werden-Deutschland-moegen-wenn.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wir hatten ja bereits gestern auf die &Auml;u&szlig;erungen von Unionspolitiker, bez&uuml;glich des Besuches das franz&ouml;sischen Premierministers Manuel Valls, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23345#h01\">hingewiesen<\/a>. Diese bestechen nicht nur durch, die schlimmsten Vorurteile &uuml;ber Deutschland best&auml;tigende  Arroganz gegen&uuml;ber Frankreich, sondern auch durch  schier unglaubliche wirtschaftspolitischen Dummheit und Borniertheit. Merkels Bemerkung, Deutschland habe bereits unter Beweis gestellt, dass man seine Staatsfinanzen konsolidieren und gleichzeitig Wachstum erzeugen k&ouml;nne, setzt dem ganzen noch die Krone auf.<\/em><br>\n<em>Diese Herrschaften inklusive der Bundeskanzlerin fordern also, dass Frankreich dieselbe Lohn- und Sozialdumpingstrategie umsetzt, mit der Deutschland die ganze EU in die Krise gest&uuml;rzt hat?<\/em><br>\n<em>Das &ouml;konomische Verst&auml;ndnis dieser angeblichen Wirtschaftsexperten in der Union unterbietet dabei jedes Niveau. Wenn Frankreich nun dasselbe Lohn und Sozialdumping wie Deutschland betreibt, also &bdquo;konkurrenzf&auml;higer&ldquo; wird, was macht dann Deutschland? Ebenfalls eine weitere Runde sozialer K&uuml;rzungen einleiten um dann wiederrum noch konkurrenzf&auml;higer zu sein? Wie soll man sich das dann &uuml;berhaupt vorstellen, wer soll die ganzen Produkte nachfragen, wenn nun auch in Frankreich die L&ouml;hne gedr&uuml;ckt werden sollen und eine radikale Austerit&auml;tspolitik gefahren wird?<\/em><br>\n<em>Und gerade die baltischen Staaten, wie etwa Lettland, als wirtschaftspolitische Vorbilder hinzustellen zeugt von v&ouml;lliger Ahnungslosigkeit des Herren Krichbaum. Gerade die radikale Austerit&auml;tspolitik dort, mit einem drastischen R&uuml;ckgang der Besch&auml;ftigtenzahlen und der Geh&auml;lter im &ouml;ffentlichen Sektor sowie einer Anhebung der Verbrauchs- und Mehrwertsteuern und einer radikalen Reduktion der Zahl der Krankenh&auml;user, Schulen, &Auml;rzte und Lehrer, hat zu dort zu unglaublichen sozialen Verw&uuml;stungen gef&uuml;hrt. Mehr als 108.000 Letten haben nach offiziellen Statistiken zwischen 2009 und 2011 das EU-Land verlassen. Nur noch etwas mehr als zwei Millionen Menschen leben in der kleinen Baltenrepublik &ndash; das sind 13 Prozent weniger als zur Jahrtausendwende. Diese K&uuml;rzung der Ausgaben in fast allen Bereichen sowie Steuererh&ouml;hungen f&uuml;hrten zu einem R&uuml;ckgang des BIP um 11%. Man stelle sich vor das BIP w&uuml;rde bei dem wichtigsten deutschen Handelspartner und der zweitgr&ouml;&szlig;ten Volkswirtschaft der EU um 11 % zur&uuml;ckgehen, die Folgen auch f&uuml;r die deutschen Wirtschaft w&auml;ren dramatisch. F&uuml;r Krichbaum w&auml;re dies also vorbildlich. &Uuml;ber so viel &ouml;konomische Inkompetenz kann man nur noch weinen.<\/em><\/p>\n<p><em>Und die &bdquo;Qualit&auml;tspresse&ldquo; sekundiert nat&uuml;rlich massiv und beweist nur denselben &ouml;konomischen Unverstand.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Paris braucht Druck<\/strong><br>\nAngela Merkel sollte hart bleiben, denn Frankreich hat sich weitgehend aus eigener Schuld in die missliche Lage man&ouml;vriert. Die Wachstumsschw&auml;che ist vor allem hausgemacht. Ihre Wurzeln gehen nicht erst auf den Amtsantritt der Sozialisten 2012 zur&uuml;ck. Der nun in die Politik zur&uuml;ckkehrende Nicolas Sarkozy lie&szlig; die Neuverschuldung im Zuge der Finanzkrise auf mehr als 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und die gesamte Staatsschuld um 600 Milliarden Euro in die H&ouml;he schnellen. 2010 reagierte er mit einer Steuererh&ouml;hungsorgie, welche die nachfolgenden Sozialisten noch versch&auml;rften. So ist den Unternehmen und den Haushalten die Lust am Investieren und Konsumieren vergangen, zumal ihre Opfer auch gar nicht fruchten. Die Staatsschulden steigen von Jahr zu Jahr weiter, 2014 nimmt sogar die Neuverschuldung von 4,3 auf 4,4 Prozent zu. Denn die sozialistische Regierung bringt das Wachstum der Staatsausgaben nicht zum Stillstand. Allenfalls d&auml;mpft sie mit den versprochenen K&uuml;rzungen von 50 Milliarden Euro &uuml;ber drei Jahre die Steigerungen. Und auch das ist nur ein Versprechen: 2013 erh&ouml;hten sich die Staatsausgaben noch um 2 Prozent, doppelt so stark wie geplant.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/valls-in-berlin-paris-braucht-druck-13165412.html\">FAZ<\/a>\n<p><strong>Dazu: Merkel zerst&ouml;rt Glauben an soziales Europa<\/strong><br>\n&ldquo;Die Bundesregierung fordert von Frankreich Sozialabbau und betreibt so in unverantwortlicher Art und Weise Wahlkampf f&uuml;r Marine Le Pen&rdquo;, kommentiert Sahra Wagenknecht die Kritik von Mitgliedern der Regierungsparteien an Frankreich anl&auml;sslich des Besuchs von Premierminister Valls. Die Erste Stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter:<br>\n&ldquo;Merkel zerst&ouml;rt den Glauben an ein solidarisches und soziales Europa, indem sie Bankenrettungen zu Lasten der Steuerzahler und den Abriss des Sozialstaats zum Dogma erhebt. Werden heute auf Druck der Bundesregierung in Frankreich L&ouml;hne, Renten und Sozialleistungen gek&uuml;rzt, dann bedeutet das morgen eine neue Agenda 2020 in Deutschland.<br>\nDIE LINKE fordert eine R&uuml;cknahme der K&uuml;rzungsdiktate in Europa sowie in einem festgelegten Rahmen direkte Kredite der EZB an Euro-Staaten, um Investitionen und nicht neue Blasen auf den Finanzm&auml;rkten zu finanzieren. Durch Million&auml;rssteuern ist eine gerechtere Verteilung und damit h&ouml;here Massenkaufkraft und Binnennachfrage anzustreben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sahra-wagenknecht.de\/de\/article\/1970.merkel-zerstoert-glauben-an-soziales-europa.html\">Sahra Wagenknecht<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Le Pens Wegbereiter<\/strong><br>\nZum Tonfall deutscher Politiker gegen&uuml;ber Frankreich haben wir bereits heute fr&uuml;h alles notwendige gesagt (siehe hier). Die Medien, die in dasselbe Horn sto&szlig;en, machen sich mit schuldig. Sie alle werden sich nat&uuml;rlich emp&ouml;rt zeigen, wenn Le Pen die n&auml;chsten Wahlen in Frankreich gewinnt. So emp&ouml;rt, wie sie jetzt &uuml;ber Frankreich herziehen wegen seiner vermeintlichen &ldquo;Reformunf&auml;higkeit&rdquo;. Diese Politiker und diese Journalisten aber sind die Wegbereiter Le Pens.<br>\nDenn sollte es soweit kommen, dass der franz&ouml;sische Staat seine Ausgaben in den n&auml;chsten drei Jahren tats&auml;chlich wie angek&uuml;ndigt um 50 Mrd. Euro senkt, muss dies die franz&ouml;sische Wirtschaft weiter schw&auml;chen. Ein schw&auml;cheres Wachstum aber bedeutet noch mehr Arbeitslose und nicht weniger. Die sind es aber, die, nicht zuletzt aus schierer Verzweiflung, ihre letzte Hoffnung in Le Pen setzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/09\/le-pens-wegbereiter\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Unternehmensinvestitionen lahmen, weil Nachfrage fehlt<\/strong><br>\nDeutsche Unternehmen investieren seit einigen Jahren nur relativ wenig. Finanzierungsprobleme oder Verlagerungen ins Ausland spielen dabei bislang keine gro&szlig;e Rolle. Der Hauptgrund, warum sich viele Firmen mit Investitionen zur&uuml;ckhalten, ist die fehlende Nachfrage. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nDass der Staat zu wenig investiert, l&auml;sst sich unter anderem an maroden Schulgeb&auml;uden und l&ouml;chrigen Autobahnen ablesen. Wie es um die privaten Investitionen steht, ist weniger augenf&auml;llig. IMK-Forscher Fabian Lindner hat die aktuelle Lage analysiert. Lindner zufolge hinkt Deutschland vor allem bei den privaten Bauinvestitionen hinterher. Bei den Ausr&uuml;stungsinvestitionen, also den Ausgaben f&uuml;r Produktionsanlagen oder Fahrzeuge, steht die deutsche Wirtschaft zwar nicht schlechter da als die der anderen Eurol&auml;nder, sie investiert allerdings deutlich weniger als in fr&uuml;heren Zeiten. Die Ursache: Die Kapazit&auml;ten der Unternehmen sind wegen der schwachen Nachfrage nicht ausgelastet.<br>\nDer Forscher hat Unternehmensdaten abgeglichen und Unternehmerbefragungen analysiert. Nach seiner Einsch&auml;tzung d&uuml;rften Finanzierungsprobleme beim R&uuml;ckgang der Investitionen kaum eine Rolle spielen. Angesichts steigender Gewinne und sinkender Aussch&uuml;ttungen seien Unternehmen zunehmend in der Lage, Investitionen aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Dar&uuml;ber hinaus bef&auml;nden sich die Zinsen auf einem historisch niedrigen Niveau. Tats&auml;chlich klagen laut einer Umfrage momentan nur f&uuml;nf Prozent der deutschen Industrieunternehmen &uuml;ber Finanzierungsschwierigkeiten. An Mitteln f&uuml;r Ausr&uuml;stungsinvestitionen fehle es also nicht, schreibt Lindner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/14_51119.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Freihandel<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Freier Handel, fauler Zauber<\/strong><br>\nZauberei beruht im Wesentlichen auf einem Prinzip: Der Magier lenkt das Publikum von dem ab, was er eigentlich tut. Die Beobachter sind verbl&uuml;fft und spenden Beifall.<br>\nGenau diese Reaktion hat sich wohl auch SPD-Chef Sigmar Gabriel erhofft, als er auf dem Parteikonvent am Wochenende f&uuml;r das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen EU und USA warb. Erst lenkte er das Publikum mit einer Tirade gegen den &bdquo;Silicon-Valley-Kapitalismus&ldquo; ab, um dann das Kompromisspapier mit dem DGB aus dem &Auml;rmel zu zaubern, das ein Freihandelsabkommen zur Freude aller Arbeitnehmer garantieren soll &ndash; aber leider so vage ist, dass es sein Ziel kaum erreichen wird. Doch das konnten die Genossen so schnell nicht realisieren, wie Gabriel es pr&auml;sentierte. Verbl&uuml;ffung, Applaus, Zustimmung.<br>\nTats&auml;chlich ist es allerdings so: W&uuml;rden die Sozialdemokraten an ihren Forderungen ernsthaft festhalten &ndash; keine Investorenschutzklausel (auch nicht beim Freihandelsabkommen mit Kanada), kein Sozial- und Umweltschutzdumping sowie Schutz der Gewerkschaftsrechte &ndash;, dann m&uuml;ssten sie die Verhandlungen abbrechen. Denn TTIP soll das Gegenteil erreichen, genau wie alle anderen bisher weltweit geschlossenen Freihandelsabkommen. Das ist, ohne Zauberei, der Trick, von dem die Arbeitnehmer hierzulande nicht profitieren w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/ttip-kommentar-freier-handel--fauler-zauber,1472602,28478326.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Dieser FR-Kommentar bringt es auf den Punkt. Er offenbart auch die Wandlungsf&auml;higkeit des derzeitigen SPD-Bundesvorsitzenden.<\/em><br>\n<em>Im Beschlu&szlig; des SPD-Parteikonvents vom 20. September 2014 ist u.a. zu lesen:<\/em><br>\n<em>&ldquo;Zu einem Abbau von wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Standards darf es durch ein transatlantisches Freihandelsabkommen nicht kommen.&rdquo;.<\/em><br>\n<em>Das klingt gut. Es stellt sich jedoch die Frage nach den Vergleichskriterien. Die &ldquo;wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Standards&rdquo; wessen Landes\/Staates gelten hier als Ma&szlig;stab?<\/em><br>\n<em>Und: Wieso steht das Wort &ldquo;oder&rdquo; zwischen den Standards und nicht &ldquo;und&rdquo;?<\/em><br>\n<em>Weiter ist zu lesen:<\/em><br>\n<em>&ldquo;Der Parteikonvent der SPD unterst&uuml;tzt Bundeswirtschaftminister Sigmar Gabriel ausdr&uuml;cklich, die Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) auf der Grundlage des gemeinsamen Papiers von Wirtschaftsministerium und DGB sowie des Beschlusses des Parteikonvents fortzuf&uuml;hren&rdquo;.<\/em><br>\n<em>Aber die EU-Regierungen, also auch der deutsche Bundeswirtschaftsminister, f&uuml;hren gar nicht die Verhandlungen, sondern die EU-Kommission. Das kann u.a. auf den Internetseiten des Bundesministeriums f&uuml;r Wirtschaft und Energie nachgelesen werden: <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/Aussenwirtschaft\/Ttip\/verhandlungsprozess.html\">Verhandlungen und Akteure<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>OECD tastet Steuertricks mit Patenten und Lizenzen nicht an &ndash; L&auml;nderbilanzen bleiben im Dunkeln<\/strong><br>\nDie gestern ver&ouml;ffentlichten Vorschl&auml;ge der OECD zur Bek&auml;mpfung der Steuervermeidung von multinationalen Konzernen (&ldquo;Base Erosion and Profit Shifting&rdquo;, BEPS) greifen in entscheidenden Punkten zu kurz. &ldquo;Die OECD konnte sich nicht darauf einigen, klar gegen Beg&uuml;nstigungen f&uuml;r Patente und Lizenzen vorzugehen&rdquo;, kommentiert Markus Henn, Finanzmarktreferent bei WEED. &ldquo;Der Widerstand einiger Steueroasen ist offensichtlich zu gro&szlig;. Aber ohne eine &Auml;chtung von solchen Beg&uuml;nstigungen in Form von sogenannten Patent- oder Lizenzboxen wird BEPS nichts bringen&rdquo;, so Henn weiter. Denn gerade diese Tricks stellen derzeit das gr&ouml;&szlig;te Problem dar. Schon jetzt mehren sich die Anzeichen, dass auch Deutschland die Einf&uuml;hrung solcher Boxen plant, falls die OECD nicht vorankommt. Henn kritisiert: &ldquo;Es darf nicht dazu kommen, dass Deutschland in diesem Punkt selbst zur Steueroase wird und dem schlechten Beispiel anderer Staaten &ndash; auch aus der EU &ndash; folgt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weed-online.org\/themen\/7893174.html\">WEED<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Verwirrspiel um Ceta<\/strong><br>\nDas Wirtschaftsministerium pr&auml;sentiert neue Gutachten zum Freihandelsabkommen der EU mit Kanada. Das eine stellt fest, dass es sich um ein sogenanntes gemischtes Abkommen handele. Das bedeutet: Die EU habe hier &uuml;ber Dinge verhandelt, &uuml;ber die sie wegen fehlender Kompetenz eigentlich gar nicht verhandeln d&uuml;rfe. Also m&uuml;ssten auch die nationalen Parlamente &ndash; sprich Bundestag und Bundesrat &ndash; das Abkommen ratifizieren. Die Position vertritt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) schon lange &ndash; und steht damit nach Einsch&auml;tzung der Bundesregierung auch nicht allein da: Alle Parlamente in den 28 Mitgliedsstaaten w&uuml;rden bei Ceta mit abstimmen wollen. Die Sorge ist klar: Ohne Zustimmung des Volks wird Ceta kein Erfolg. In der EU-Kommission wird das indes anders gesehen, am liebsten w&uuml;rde man auf einen bis zu zwei Jahren dauernden Ratifikationsprozess verzichten.  Der scheidende Handelskommissar Karel de Gucht will die Frage daher am liebstem vom Europ&auml;ischen Gerichtshof gekl&auml;rt wissen.<br>\nDas zweite Gutachten enth&auml;lt indes mehr Sprengstoff. Es stammt von Stephan Schill vom Max-Planck-Institut f&uuml;r ausl&auml;ndisches &ouml;ffentliches Recht in Heidelberg, der selbst auf der Schlichterliste der internationalen Schiedsstelle der Weltbank in Washington gef&uuml;hrt wird. Schill zufolge gew&auml;hren die geplanten Ceta-Regelungen ausl&auml;ndischen Investoren einen weniger umfassenden Schutz als bisher das deutsche Recht. &ldquo;Bedenken gegen investitionsschutzrechtliche Bestimmungen in Ceta in Hinblick auf Haftungsrisiken (Deutschlands) oder die Einschr&auml;nkung des gesetzgeberischen Handlungsspielraums sind daher zu vernachl&auml;ssigen&rdquo;, hei&szlig;t es im Gutachten.  Ein Investor w&uuml;rde daher im Streitfall wohl eher vor deutschen Gerichten klagen als den in Ceta verankerten Weg &uuml;ber Schiedsgerichtsverfahren w&auml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2014-09\/freihandelsabkommen-ceta-ttip-spd\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das hat schon etwas, wenn man ein Gutachten zum Investorenschutz und privaten Schiedsgerichten von jemandem erstellen l&auml;sst, der selbst auf der Schlichterliste der internationalen Schiedsstelle der Weltbank in Washington gef&uuml;hrt wird. Der dann auch noch zum Ergebnis kommt, dass &ldquo;Bedenken &hellip; zu vernachl&auml;ssigen seien&rdquo;. Wenn dem so ist, warum nicht auf die Regelung zum Investorenschutz ganz verzichten? &ndash; <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/ceta-dokument-101~_origin-95516332-6273-405b-af9d-a4eb9e792d70.pdf\">Inzwischen ist ein Teil des Abkommens geleakt [PDF &ndash; 1.8 MB]<\/a>. Der Investorenschutz steht in Kapitel 10. Die SZ hat <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/freihandelsabkommen-ceta-geleakt-seiten-stoff-fuer-zoff-1.2089966\">einige Punkte herausgegriffen und kommentiert<\/a>.<\/em><br>\n<em>Steffen Hindelang von der Freien Universit&auml;t Berlin nach einer ersten vorl&auml;ufigen Sichtung des Vertrages hat im Gegensatz zu Stephan Schill Bedenken: &ldquo;Staatlichen Gerichten werden damit wom&ouml;glich gar wichtige gesellschaftliche Streitfragen entzogen, sofern sie einen ausl&auml;ndischen Investor betreffen.&rdquo; Oder zur Unabh&auml;ngigkeit der Schiedsgerichte: &ldquo;Da hat man die Chance auf eine grundlegende Verbesserung des Streitsystems vergeben: Solange man bei Ad-Hoc-Schiedsrichtern bleibt, besteht die Gefahr, dass diesen unterstellt wird, sie w&uuml;rden ihre eigenen finanziellen Interessen verfolgen.&rdquo; Die SZ weist auch noch einmal darauf hin, dass Regierungen verklagt werden k&ouml;nnen, aber selbst nicht klagen d&uuml;rfen und auch nicht in Berufung gehen k&ouml;nnen. Und schreibt, die L&ouml;sung dieses Problems werde in Ceta zwar angedeutet, sei aber nicht festgeschrieben.<\/em><br>\n<em>Man darf gespannt sein, wie sich Wirtschaftsminister Gabriel zwischen diesem Gutachten und den Beschl&uuml;ssen des Parteikonvents der SPD entscheiden wird. Unter Punkt 8 hei&szlig;t es explizit: &ldquo;Investitionsschutzvorschriften sind in einem Abkommen zwischen den USA und der EU grunds&auml;tzlich nicht erforderlich und sollten nicht mit TTIP eingef&uuml;hrt werden.&rdquo; Desweiteren hei&szlig;t es in dem verabschiedeten Papier:&rdquo;Die f&uuml;r TTIP geltenden Anforderungen m&uuml;ssten f&uuml;r Ceta &ldquo;gleicherma&szlig;en gelten&rdquo;. &ndash; Aber wie im Fall Kretschmann werden sich sicher auch in der SPD Leute wie den gr&uuml;nen Oberb&uuml;rgermeister Boris Palmer finden lassen, der zum Asylkompromiss Kretschmanns ganz staatsm&auml;nnisch meinte, in der Regierungsverantwortung werde seine Partei noch viele solcher &ldquo;schwierigen, verantwortungsethischen Entscheidungen treffen m&uuml;ssen. Es mag ein schmerzhafter Lernprozess sein, aber er ist wichtig.&rdquo; Gott beh&uuml;te uns vor solchen Staatsm&auml;nnern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>TTIP-Gegner gez&auml;hmt?<\/strong><br>\nDer SPD-Konvent nahm sich methodisch an den TTIP-Verhandlungen ein Beispiel: Er tagte ohne &Ouml;ffentlichkeit.<br>\nSigmar Gabriel hat es geschafft: Bei nur wenigen Gegenstimmen stimmte der SPD-Konvent f&uuml;r einen Beschlu&szlig;, in dem das &ldquo;Freihandelsabkommen&rdquo; zwischen den USA und der EU als fortschrittliches Vorhaben gewertet wird. Allerdings sollen bei den Verhandlungen &ldquo;rote Linien&rdquo; gesetzt werden, um Arbeitnehmerrechte und Interessen der L&auml;nder oder Kommunen zu sch&uuml;tzen. Wie dies prozedual geschehen k&ouml;nnte, teilte die SPD nicht mit. Im weiteren Lauf der TTIP-Dinge wird sicherlich das &ldquo;Rot&rdquo; an den Linien blass werden.<br>\nGabriel hatte in seiner Partei Widerspruch gegen den geplanten &ldquo;Freihandel&rdquo; ruhig zu stellen. Das gelang durch ein taktisches Man&ouml;ver: Kurz vor dem Konvent brachten sein Ministerium und der Bundesvorstand des DGB ein gemeinsames Papier zustande, das sich dagegen aussprach, die kaum durchsichtigen TTIP-Verhandlungen erst einmal abzubrechen. Damit war ein &ldquo;Ja, aber &hellip;&rdquo; der SPD gewerkschaftlich abgesegnet. Nicht durch die Basis der Gewerkschaften, sondern DGB-vorst&auml;ndlich.<br>\nDas operative Ziel dieser Vorgehensweise ist offenbar: Der wachsenden au&szlig;erparlamentarischen Opposition gegen TTIP soll der Wind aus den Segeln genommen werden. Sie soll nun darauf vertrauen, dass SPD und Gewerkschaftsf&uuml;hrung das Schlimmste verh&uuml;ten werden. Es wird nicht selig, wer daran glaubt, wie historische Erfahrungen zeigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/TTIP-Gegner-gezaehmt-2400307.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Soll man sich noch aufregen? Was soll dieser Eiertanz? Die geheimen Schiedsgerichte sind ein zentraler Bestandteil der Freihandelsabkommen. Damit soll nach dem Wunsch der transnationalen Gro&szlig;konzerne die nationale Rechtsstaatlichkeit ausgehebelt werden. Somit wird es kein Freihandelsabkommen ohne dieses Element geben. Wenn man dieses ablehnt muss man auch konsequent die Freihandelsabkommen ablehnen.<\/em><br>\n<em>Die SPD bef&uuml;rwortet also nun offiziell das Freihandelsabkommen TTIP. Die SPD F&uuml;hrung scheint wirklich in einer Parallelwelt zu leben. Sind die massiven Bedenken, die in der Vergangenheit gegen TTIP, CETA und Tisa ge&auml;u&szlig;ert wurden v&ouml;llig an Gabriel &amp; Co vorbeigegangen? Es ist schon erstaunlich mit welcher Konsequenz die SPD die Sorgen und &Auml;ngste der Menschen ignoriert. Und dann wundert man sich &uuml;ber miese Wahlergebnisse. Also konsequent weiter mit dem Projekt 18 Prozent. Da &uuml;berrascht  es auch nicht, dass Horst Seehofer 2017 sogar die absolute Mehrheit f&uuml;r die Union m&ouml;glich h&auml;lt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>CDU rechnet sich TTIP-Prognosen sch&ouml;n<\/strong><br>\nNeue Jobs, mehr Geld f&uuml;r alle &ndash; &ldquo;TTIP ist gut f&uuml;r Deutschland&rdquo;, behauptet die CDU in neuen Infomaterialien zum Freihandelsabkommen. Doch die Partei st&uuml;tzt sich auf umstrittene Zahlen, die beliebig zusammengepuzzelt wurden.<br>\nSo sieht eine Informationsoffensive aus: Mit einer eigenen Internetseite, diversen Brosch&uuml;ren f&uuml;r die Basis und einer Botschaft von Generalsekret&auml;r Peter Tauber wirbt nun auch die CDU bei ihren Mitgliedern f&uuml;r das transatlantische Freihandelsabkommen, kurz TTIP. Schlie&szlig;lich l&ouml;se das Thema &ldquo;unheimlich viele Emotionen&rdquo; aus, sagt Tauber.<br>\nIn der SPD sorgte die Angst vor genmanipulierten Lebensmitteln oder geheim tagenden Schiedsgerichten bereits f&uuml;r so viel Widerstand, dass sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Wochenende zu einem Machtwort gen&ouml;tigt sah. Beim Koalitionspartner dagegen sieht man das Thema als Gelegenheit zur Profilierung: In der TTIP-Debatte soll sich die Union als Stimme der wirtschaftspolitischen Vernunft pr&auml;sentieren.<br>\nDoch die rundum positiven Aussichten haben sich die Autoren aus verschiedenen Studien zusammengepuzzelt: Die von der Partei als scheinbarer Mindestzuwachs angegebene Zahl von 400.000 Jobs ist tats&auml;chlich der Wert, den eine Studie des M&uuml;nchner Ifo-Instituts f&uuml;r das Bundeswirtschaftsministerium im g&uuml;nstigsten Fall erwartet. Dieses Szenario setzt eine &ldquo;ambitionierte Absenkung nichttarif&auml;rer Barrieren&rdquo; voraus. Sollten dagegen durch TTIP nur die Z&ouml;lle wegfallen, h&auml;tte dies den Wissenschaftlern zufolge keine sp&uuml;rbaren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.<br>\nDie Zahl von 1,3 Millionen Jobs stammt aus einer zweiten Ifo-Studie f&uuml;r die Bertelsmann-Stiftung. Auch dieser Wert bezieht sich auf eine &ldquo;tiefe Liberalisierung&rdquo;, die weit &uuml;ber den Abbau von Z&ouml;llen hinausgehen w&uuml;rde. Zudem stehen dabei dem positiven Effekt in der EU erhebliche Arbeitsplatzverluste in anderen L&auml;ndern gegen&uuml;ber &ndash; allein in Kanada w&uuml;rden demnach gut 100.000 Jobs wegfallen, in der T&uuml;rkei knapp 95.000.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/ttip-cdu-bewirbt-freihandel-mit-wackligen-zahlen-a-993107.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> So funktioniert Meinungsmache. Die CDU zitiert nur aus Studien der neoliberalen Think Tanks Bertelsmann Stiftung und des M&uuml;nchner Ifo-Instituts und versucht dies als objektive Fakten zu verkaufen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Private Equity &ndash; Wohin nur mit dem ganzen Geld?<\/strong><br>\nDie Kassen von Private-Equity-Gesellschaften und Konzernen sind prall gef&uuml;llt. Weil die Milliarden irgendwohin m&uuml;ssen, ist auf dem Markt f&uuml;r &Uuml;bernahmen die H&ouml;lle los.<br>\nDie Weltwirtschaft schwimmt im Geld. Auf nahezu 1,5 Billionen Dollar summieren sich nach den j&uuml;ngsten Angaben der amerikanischen Analysegesellschaft Preqin die Reserven der Kapitalbeteiligungsgesellschaften weltweit. Dry Powder &ndash; trockenes Pulver &ndash; nennt die Branche dieses Geld, das sie bei professionellen Anlegern eingesammelt, aber noch nicht in Unternehmen investiert hat. Und auch die Konzerne horten riesige Mengen an Liquidit&auml;t: Nach Berechnungen von Thomson Reuters verf&uuml;gten die weltweit 5100 gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen Ende 2013 &uuml;ber 5,7 Billionen Dollar. Insgesamt beliefen sich die globalen Cash-Reserven damit auf mehr als sieben Billionen Dollar. Das w&auml;re das Doppelte des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 2013. Und Banken und Versicherungen sind dabei noch nicht einmal eingerechnet.<br>\nWohin dieses Geld flie&szlig;en soll, das wei&szlig; angesichts niedriger Zinsen und mutma&szlig;lich &uuml;berbewerteter Aktienm&auml;rkte keiner so richtig. &bdquo;Derzeit herrscht ein enormer Liquidit&auml;ts&uuml;berschuss&ldquo;, sagt Stefan Zuschke, Deutschland-Chef der Beteiligungsgesellschaft BC Partners, der den Markt seit mehr als 20 Jahren kennt, &bdquo;die Kassen der Pensions- und der Staatsfonds sind prall gef&uuml;llt.&ldquo; Zuschke verweist zum Beispiel auf den Norwegischen &Ouml;lfonds &ndash; mit einem Anlageverm&ouml;gen von rund 650 Milliarden Euro einer der gr&ouml;&szlig;ten Staatsfonds der Welt. Von dessen Anlagen&ouml;ten war in j&uuml;ngster Zeit immer wieder die Rede.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/private-equity-wohin-nur-mit-dem-ganzen-geld-13164184.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Predigt uns nicht gerade die FAZ immer wieder, da&szlig; &ldquo;wir&rdquo; immer l&auml;nger arbeiten m&uuml;ssen f&uuml;r immer weniger Geld? Da&szlig; sich die Unternehmen &ldquo;unsere&rdquo; L&ouml;hne und &ldquo;unsere&rdquo; &ldquo;&uuml;berzogenen&rdquo; Anspr&uuml;che und Sozialleistungen schon lange nicht mehr leisten k&ouml;nnen? Da&szlig; die Firmen das Geld, das sie bei den L&ouml;hnen sparen, investieren?<\/em><br>\n<em>Alles v&ouml;lliger Humbug &ndash; steht in der FAZ. Die Unternehmen haben also &ndash; auch dank der vielen Lohnk&uuml;rzungen und des Sozialabbaus &ndash; so viel mehr Geld in der Kasse, als sie beim besten Willen sinnvoll ausgeben k&ouml;nnten. Die Welt schwimmt in Liquidit&auml;t. Wozu dann die ganzen &ldquo;Opfer&rdquo; der Arbeitnehmer, freiwillig oder unfreiwillig?<\/em><br>\n<em>Im &Uuml;brigen zeigt diese groteske Situation auch, da&szlig; die weiteren Zinssenkungen der EZB und die geplanten &ldquo;unkonventionellen Ma&szlig;nahmen&rdquo; gut gemeint sein m&ouml;gen, aber wahrscheinlich nicht funktionieren werden: die Unternehmen brauchen das Geld einfach nicht. Und da&szlig; eine &ldquo;kapitalgedeckte&rdquo; (gemeint ist: eine durch Geld gedeckte) Lebensversicherung, Riesterrente&hellip;, was auch immer, nicht funktionieren kann, sollte unmittelbar einleuchten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Viele Opelaner aus Bochum noch ohne Anschluss-Job<\/strong><br>\nIn wenigen Monaten soll in Bochum der letzte Opel vom Band rollen &ndash; voraussichtlich am 12. Dezember. Bochums Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel schl&auml;gt Alarm. &ldquo;2500 bis 3000 Besch&auml;ftigte sind derzeit noch ohne Perspektive&rdquo;, sagt er. &ldquo;Es gibt schlicht keine Arbeitsplatzangebote.&rdquo;<br>\nBei der Suche nach Ersatzarbeitspl&auml;tzen f&uuml;r die Bochumer Besch&auml;ftigten des Autobauers Opel gibt es nach Angaben von Betriebsratschef Rainer Einenkel massive Probleme. &bdquo;2500 bis 3000 Besch&auml;ftigte sind derzeit noch ohne Perspektive&ldquo;, sagte Einenkel am Sonntag. &bdquo;Es gibt schlicht keine Arbeitsplatzangebote.&ldquo; Insbesondere Opel sei gefordert, mehr f&uuml;r die Besch&auml;ftigten zu tun, denen bald die Arbeitslosigkeit drohe. Nach derzeitigen Planungen soll am 12. Dezember das letzte Auto im Ruhrgebietswerk produziert werden.<br>\nEr rechne damit, dass kaum etwas vom traditionsreichen Opel-Werk in Bochum &uuml;brig bleiben wird, erkl&auml;rte Einenkel. Auch der Abriss des Verwaltungsgeb&auml;udes sei beschlossene Sache. Das bekannte Bauwerk mit der roten Backstein-Architektur solle &bdquo;dem Erdboden gleich gemacht werden&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/staedte\/bochum\/viele-opelaner-aus-bochum-noch-ohne-anschluss-job-id9849282.html\">WAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Diese Problematik betrifft nicht  nur ehemalige Opelmitarbeiter, gerade &auml;ltere (schon mit 46+) Jobsuchende sind in Deutschland faktisch vom Arbeitsmarkt abgeh&auml;ngt. Da fragt man sich wie die &bdquo;Qualit&auml;tspublikationen&ldquo; best&auml;ndig &uuml;ber das angebliche Jobwunder in Deutschland jubeln k&ouml;nnen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ingenieure aus der Datenwolke &ndash; Auslaufmodell Festanstellung?<\/strong><br>\nSch&ouml;ne digitale Arbeitswelt: Wenige Ingenieure arbeiten mit Tausenden freien Entwicklern zusammen. Das hat Folgen f&uuml;r die Arbeitswelt. [&hellip;]<br>\nSo nimmt die Zahl an au&szlig;erhalb der klassischen Unternehmen arbeitenden Crowdworkern zu, also an Menschen, die ihre Arbeitsleistung &uuml;ber Internetplattformen erbringen.<br>\nEin besonders eindr&uuml;ckliches Beispiel daf&uuml;r liefert die Autoindustrie. Der amerikanische Kleinserienspezialist Local Motors besch&auml;ftigt nur 100 Festangestellte. Ihnen stehen 40 000 externe Entwickler gegen&uuml;ber, die f&uuml;r das Unternehmen arbeiten. In Deutschland w&auml;re das v&ouml;llig undenkbar? Keinesfalls: Partner von Local Motors ist BMW.<br>\nEin Beispiel, wie die Arbeitskosten in der digitalisierten Welt im Zaum gehalten werden, liefert wiederum IBM. Der IT-Konzern f&uuml;hrte f&uuml;r seine Abteilung Anwendungsentwicklung ein Tool namens &bdquo;Liquid&ldquo; ein. Damit werden Projekte in kleine Arbeitseinheiten aufgeteilt &ndash; und anschlie&szlig;end weltweit an die am wenigsten verlangenden Programmierer vergeben, sowohl konzernintern als auch an Freelancer. Die Folge: Hochqualifizierte in aller Welt stehen im direkten Wettbewerb zueinander.<br>\nDer Internetkonzern Amazon hat einen Marktplatz f&uuml;r Gelegenheitsarbeiten namens Mechanical Turk eingef&uuml;hrt, auf dem die &bdquo;Mechanical Turker&ldquo; gerade einmal 1,25 Dollar in der Stunde verdienen. Sechzig Prozent der digitalen Flie&szlig;bandarbeiter geben an, dass ihre Arbeit auf der Plattform ihre einzige Einkommensquelle ist. Die Details der Arbeitsverh&auml;ltnisse werden einfach durch die Allgemeinen Gesch&auml;ftsbedingungen der Plattformen geregelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/beruf-chance\/ingenieure-ohne-festanstellung-13161130.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Man wundert sich, wo da der &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo; sein soll, wenn die Firmen die Ingenieure offensichtlich nicht nur nicht brauchen, sondern explizit &sbquo; &lsquo;nicht haben wollen&lsquo;, um, wie die FAZ so sch&ouml;n schreibt, &ldquo;die Arbeitskosten in der digitalisierten Welt im Zaum [zu] halten&rdquo;. Das kann offensichtlich nur bei einem &Uuml;berangebot an Ingenieuren funktionieren, sonst w&uuml;rden sich nicht so viele auf solche unsicheren Arbeitsmodelle einlassen (m&uuml;ssen). Da&szlig; dann faktisch die Arbeitnehmer mit ihren Steuern die Ansiedlung und alle weiteren Unternehmenssubventionen bezahlen, macht die Sache nur noch perverser.<\/em><br>\n<em>Sch&ouml;ne neue Welt des digitalisierten Prekariats &ndash; aber, wie Merkel immer sagt, &ldquo;Deutschland geht es so gut wie nie&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ganz in Schwarz gegen den Brausekommerz<\/strong><br>\nUnd auf einmal diese Stille. Gerade noch dr&ouml;hnte die Vereinshymne durch die Alte F&ouml;rsterei, die Heimat des FC Union Berlin. Dann nichts. Schweigen. Ein paar bunte Luftballons platzten im G&auml;steblock. Doch es blieb still. F&uuml;r 15 Minuten. Zwischendurch h&ouml;chstens mal ein Raunen. Der G&auml;steblock konterte mit: &ldquo;Ohne Leipzig w&auml;r hier gar nichts los&rdquo;-Ges&auml;ngen. Lange hielten sie sich nicht.<br>\nDer Fu&szlig;ball ist in Gefahr, so sagen die organisierten Fans. Die Fu&szlig;ballkultur stirbt, sagen sie. Erneut. Und es gibt aus ihrer Sicht einen klaren Feind. Die Bedrohung aus dem Blick der Union-Fans geht vom Gast in der Alten F&ouml;rsterei in Berlin aus: RB Leipzig. Das RB steht f&uuml;r Rasenballsport, so singen es auch die Fans der Leipziger. Das RB steht jedoch auch und in erster Linie, f&uuml;r Red Bull, dem Brausehersteller aus &Ouml;sterreich &ndash; ein Symbol f&uuml;r &ldquo;ein emporgehobenes Marketing-Produkt&rdquo;, wie es in dem Flyer hei&szlig;t, der an die Zuschauer an der Alten F&ouml;rsterei ausgeteilt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/2-bundesliga-union-berlin-schlaegt-red-bull-leipzig-nach-fanprotest-a-992916.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Infrastruktur: Wie der Staat seine Substanz verzehrt<\/strong><br>\nWas passiert, wenn eine Stadt chronisch klamm ist und ihre Verwaltung zunehmend ausged&uuml;nnt wird? Die Folgen sind gravierend: Wartezeiten auf &Auml;mtern, kaputte Br&uuml;cken, eingeschr&auml;nkter Nahverkehr. Die Stadt kann ihren notwendigsten Aufgaben nur noch bedingt nachkommen. Ein Besuch in Duisburg.<br>\nRainer Hagenacker sagt, er sei &bdquo;Duisburger mit Herz und Seele&ldquo;. Der ruhige 57-J&auml;hrige hat nur die ersten zwei Monate seines Lebens woanders verbracht und mag die Stadt, zu der Ortsfremden meist nur der Niedergang von Kohle und Stahl, Schimanski, die hohe Arbeitslosigkeit, das Drama der Love Parade und die Probleme durch den Zuzug vieler Armutsfl&uuml;chtlinge einf&auml;llt. &hellip; Wer mit ihm in seiner Heimatstadt unterwegs ist, erf&auml;hrt viel dar&uuml;ber, was hier schief l&auml;uft, weil seit mehr als drei Jahrzehnten haupts&auml;chlich der Rotstift die Stadt regiert.<br>\nWer im richtigen Moment investieren kann, spart oft auf lange Sicht viel Geld. Aber Duisburg ist inzwischen so pleite, dass es sogar Chancen zum Sparen verstreichen lassen muss. Um die Auswirkungen zu zeigen, beginnt Rainer Hagenacker seine etwas andere Stadtf&uuml;hrung auf dem Bahnsteig der U-Bahn-Station am Hauptbahnhof. Gerade f&auml;hrt ein Zug der Stadtbahnlinie U 79 ein. Wie lange diese wichtige Nahverkehrsverbindung nach D&uuml;sseldorf das noch tut, ist unklar. Der Stadt fehlen 28 Millionen f&uuml;r n&ouml;tige neue Tunneldurchfahrts- und Zugsicherungstechnik. D&uuml;sseldorf nutzt die gleiche Technik und hat eine gemeinsame Ausschreibung beider St&auml;dte f&uuml;r die Erneuerungsarbeiten vorgeschlagen. &bdquo;Aber hier war man nicht in der Lage, zum jetzigen Zeitpunkt an dieser Ausschreibung teilzunehmen, weil nicht gekl&auml;rt ist, wie Duisburg das finanzieren kann&ldquo;, sagt Hagenacker. Sp&auml;ter werde Duisburg alleine eine Ausschreibung machen m&uuml;ssen, die wohl teurer wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/50916_50946.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Der vermessene Mensch<\/strong><br>\nUnser Alltag wird erfasst; nicht nur von der NSA. Ob wir surfen, einkaufen oder ins Parkhaus fahren. Hinzu kommen Biometrie, Gen-Analyse, und GPS &ndash; und vor allem: Algorithmen, die es erlauben, aus all diesen Daten weitreichende Schl&uuml;sse zu ziehen.<br>\nSerie in zehn Teilen vom 17. August &ndash; 19. Oktober 2014<br>\nDen &ldquo;kostenlosen&rdquo; Service von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken zahlen wir mit unseren Daten. Wir hinterlassen Spuren beim Arzt, beim Zahlen mit der Kreditkarte und am B&uuml;rocomputer. Neue Analyseverfahren filtern aus dem st&auml;ndigen Datenstrom Muster, f&uuml;r die sich Viele interessieren: die Produzenten von Konsumg&uuml;tern, genauso wie Kriminelle, Marktforscher, Verkehrslenker, Krankenkassen, Arbeitgeber und staatliche Sicherheitsbeh&ouml;rden. Oft sch&auml;tzen wir die Folgen, gelegentlich lernen wir, sie zu f&uuml;rchten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/tiefenblick\/dervermessenemensch102.html\">WDR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>&bdquo;Die NSA betreibt keine Massen&uuml;berwachung, sie sammelt Daten&ldquo;<\/strong><br>\nMehr als 60 Parlamentarier aus ganz Europa folgten der Einladung des amerikanischen Abgeordneten Robert Pittenger nach Washington, um &uuml;ber Spionage zu sprechen. Der Republikaner empfahl ihnen die amerikanische Geheimdienstkontrolle als Vorbild.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/amerika\/streit-um-spionage-die-nsa-betreibt-keine-massenueberwachung-sie-sammelt-daten-13165182.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Das beste kommt zum Schluss: Der Republikaner hat selber keine Informationen, sondern vertraut den Mitgliedern des Geheimdienstausschusses. Und er betont: &bdquo;wir m&uuml;ssen Vertrauen wiederherstellen, das durch die Enth&uuml;llungen verloren ging&ldquo; &ndash; also nicht durch die Geheimaktionen an sich. Solange alles im Geheimen\/Verborgenen bleibt, scheint f&uuml;r ihn alles in Ordnung zu sein.<\/em><br>\n<em>Immerhin mehr als 60 europ&auml;ische Abgeordnete -das ist schon erstaunlich- hatten Vertrauen zu ihm, obwohl er offenbar keine Informationen hat, sondern lediglich auf Vertrauen setzt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Google-Urteil: Das Recht auf Privatheit &uuml;berwiegt<\/strong><br>\nDas Google-Urteil war kein Angriff auf die Pressefreiheit, sagt Koen Lenaerts, Vizepr&auml;sident des Europ&auml;ischen Gerichtshofs: &rdquo; Da ist leider auch viel missverstanden worden. So geht es in dem Urteil zum Beispiel gar nicht um die L&ouml;schung von Inhalten in Pressearchiven oder anderen Quellen. Es geht nur um den Konflikt einer Privatperson mit einer Suchmaschine, hier Google. Wir haben entschieden: Eine Privatperson kann verlangen, dass bestimmte Inhalte in den Suchergebnissen zu ihrer Person nicht mehr auftauchen. &hellip; Im vorgelegten spanischen Fall ging es um &uuml;berholte Informationen &uuml;ber eine Zwangsversteigerung aus dem Jahr 1998. Doch der Anspruch, Links aus Suchergebnissen zu entfernen, ist nicht auf veraltete oder rechtswidrige Informationen beschr&auml;nkt. Grund ist vielmehr, dass Suchmaschinen die Bildung eines mehr oder weniger detaillierten Profils der Person erm&ouml;glichen. &hellip; Wir haben kein neues Recht erfunden, das ist nicht die Aufgabe des Gerichtshofs. Wir haben vielmehr die EU-Datenschutz-Richtlinie ausgelegt. Danach ist eine Datenverarbeitung nur zul&auml;ssig, wenn nicht die Interessen und Grundrechte der betroffenen Person vorgehen. Wir kamen zum Schluss, dass die wirtschaftlichen Interessen der Suchmaschinenbetreiber den Eingriff in das Recht des Betroffenen auf Privatleben und den Schutz der pers&ouml;nlichen Daten nicht rechtfertigen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2014%2F09%2F19%2Fa0084&amp;cHash=590f66ee1c1e21e8192b25de7e4cac5a\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das Interview geht &uuml;ber das Urteil zu Google-Spain hinaus zur generellen Rolle des Europ&auml;ische Gerichtshof. Das Interview endet interessant:<\/em><br>\n<em>&ldquo;Orientiert sich der EuGH vor allem am deutschen Recht?<\/em><br>\n<em>Nein. Der EuGH arbeitet viel mit Rechtsvergleichung. Wenn wir einen Rechtsbegriff im EU-Recht auslegen, dann untersuchen wir zuerst, wie er in den 28 Rechtsordnungen ausgelegt wird &hellip;<\/em><br>\n<em>taz: &hellip; und &uuml;bernehmen die Variante, die Sie am h&auml;ufigsten finden?<\/em><br>\n<em>Nat&uuml;rlich nicht. Wir w&auml;hlen die Variante, die den Zielen des EU-Rechts am besten entspricht &ndash; und die in anderen Mitgliedsstaaten nicht als schockierend und v&ouml;llig unvern&uuml;nftig empfunden wird. Es geht ja immer auch um die Akzeptanz einer L&ouml;sung.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Diese letzte Aussage l&auml;sst noch einmal deutlich werden, dass Recht eben gesetztes Recht. Was die eine Nation als gerecht und angemessen empfindet, kann die anderen schockieren. Dies d&uuml;rfte wirklich interessant werden, wenn z.B. ein muslimisches Land in die EU aufgenommen wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gr&uuml;n allenfalls hinter den Ohren<\/strong><br>\nAuf einen Taschenspielertrick ist Winfried Kretschmann reingefallen. Er hat sich falsche Zahlen aufschwatzen lassen von Unionspolitikern. Der Kompromiss ist so schlecht, dass man geneigt ist zu behapten, Kretschmann wollte das Asylgesetz versch&auml;rfen.<br>\nBevor Arbeitslosenstatistiken bekannt gegeben werden, errechnen Experten Monat f&uuml;r Monat m&uuml;hsam die sogenannten bereinigten Arbeitsmarktzahlen. Diese Zahlen sind unverzichtbar, weil Faktoren wie saisonale Schwankungen ber&uuml;cksichtigt werden, damit der Vergleich zum Vormonat nicht hinkt. Sonst w&uuml;rde man &Auml;pfel mit Birnen vergleichen und gar nicht wissen, ob die Arbeitslosigkeit konjunkturell gestiegen oder gesunken ist.<br>\nWenn das Bundesinnenministerium Monat f&uuml;r Monat Asylstatistiken bekannt gibt, sucht man vergeblich nach bereinigten Zahlen. Beispiel: Wenn das Bundesamt f&uuml;r Migration und Fl&uuml;chtlinge (BAMF) 99 von 100 Asylantr&auml;gen abgelehnt hat, liegt die nicht bereinigte Anerkennungsquote von Schutzsuchenden bei 1 Prozent. Diese Quote ist also abh&auml;ngig davon, wie restriktiv das Amt pr&uuml;ft, da die durch Richterspruch erzwungenen positiven Asylbescheide in diesen (bereinigten) Zahlen nicht ber&uuml;cksichtigt sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.migazin.de\/2014\/09\/22\/gruen-allenfalls-hinter-den-ohren\/\">Migazin<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Chodorkowski lieb&auml;ugelt mit der Politik<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here russische &Ouml;lmagnat Michail Chodorkowski will im Rahmen der Bewegung &ldquo;Offenes Russland&rdquo; proeurop&auml;ische Russen zusammenbringen. Noch gibt er sich zur&uuml;ckhaltend, doch der Kritiker von Pr&auml;sident Putin kann sich offenbar vorstellen, unter Umst&auml;nden dessen Amt zu &uuml;bernehmen.<br>\nDer fr&uuml;here russische &Ouml;lmagnat Michail Chodorkowski hat die proeurop&auml;ische Bewegung &ldquo;Offenes Russland&rdquo; gegr&uuml;ndet. Sie soll &uuml;ber eine Online-Plattform ein Forum f&uuml;r Gleichgesinnte bieten &ndash; ist laut Chodorkowski aber keine politische Partei. Der ehemals reichste Mann Russlands war im vergangenen Dezember von Putin begnadigt worden. Im Gegenzug f&uuml;r seine Haftfreilassung soll er angeblich versprochen haben, sich aus der russischen Politik herauszuhalten.<br>\nIn einem Interview mit Le Monde klingt an, dass Chodorkowski sich daran nicht unbedingt halten will. Danach gefragt, ob er Russlands Pr&auml;sident werden wolle, antwortete der 51-J&auml;hrige, er w&auml;re nicht daran interessiert, Kreml-Chef zu werden, wenn Russland sich &ldquo;normal&rdquo; entwickelt. Sollte es jedoch notwendig erscheinen, die Krise zu &uuml;berwinden und eine Verfassungsreform einzuleiten, &ldquo;dann w&auml;re ich bereit, diesen Teil der Arbeit zu &uuml;bernehmen&rdquo;, f&uuml;gte er hinzu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/forum-offenes-russland-chodorkowski-liebaeugelt-mit-der-politik-1.2138851\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein ehemaliger Oligarch als russischer Pr&auml;sident? Vom Regen in die Traufe kann man da nur sagen. Chodorkowski ist doch nicht schon allein deswegen eine integre Person, weil er gegen Putin ist. F&uuml;r den &bdquo;Westen&ldquo; ist er aber nat&uuml;rlich ein Wunschkandidat. Und was hei&szlig;t hier eigentlich &bdquo;pro-europ&auml;isch&ldquo;? Dass sich Russland der geopolitischen Dominanz von USA, NATO und EU unterwirft?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst &ndash; von der Elitef&ouml;rderung zur Bildungsgerechtigkeit?<\/strong><br>\nInternationale Freiwilligendienste gelten als Beleg f&uuml;r interkulturelle Kompetenz. Seit 2008 f&ouml;rdert der deutsche Staat diese Lernerfahrungen auf unterschiedliche Weise. Doch was lernt man eigentlich bei so einem Freiwilligendienst? Und wer profitiert am Ende davon? Unsere Autorin Tabea Schroer hat sich daf&uuml;r bei zwei deutschen weltw&auml;rts-Freiwilligen und ihren bolivianischen Kolleg_innen in Cochabamba (Bolivien) umgeh&ouml;rt. Teil 2 unserer dreiteiligen Reihe zum weltw&auml;rts-Programm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wasbildetihrunsein.de\/2014\/09\/22\/entwicklungspolitischer-freiwilligendienst-von-der-elitefoerderung-zur-bildungsgerechtigkeit\/\">Was bildet ihr uns sein?<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-23359","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23359"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23359\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23362,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23359\/revisions\/23362"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}