{"id":2342,"date":"2007-05-15T09:00:32","date_gmt":"2007-05-15T07:00:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2342"},"modified":"2007-05-15T13:01:18","modified_gmt":"2007-05-15T11:01:18","slug":"hinweise-des-tages-393","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2342","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/AM\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Kein Aufschwung f&uuml;r die Unterschicht<\/strong><br>\nDie Wirtschaft boomt, aber die Armen merken nichts davon. Eine wachsende Unterschicht vor allem im Osten bleibt vom derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung ausgenommen, sagt ein Jenaer Sozialwissenschaftler.<br>\nWaren im Jahr 2004 im Freistaat Th&uuml;ringen rund 23.000 Kinder unter 18 Jahren von Sozialhilfe abh&auml;ngig, schnellte diese Zahl nach der Hartz-IV-Reform um mehr als 160 Prozent in die H&ouml;he, erl&auml;uterte der Wissenschaftler. Th&uuml;ringen liege damit bundesweit an der Spitze. &ldquo;Die Grundidee, man m&uuml;sse nur den Druck erh&ouml;hen, um Menschen in Arbeit zu bringen, hat sich als falsch erwiesen&rdquo;, betonte Merten. &ldquo;Das ist in vielen F&auml;llen so, als w&uuml;rde ich jemanden ins Wasser werfen und ihm sagen: Du sollst schwimmen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/nachrichten\/soziales-aufschwung\/102632.asp\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke: Ursachen des Aufschwungs &ndash; Verkl&auml;rte Agenda 2010<\/strong><br>\nVor einem Jahr noch bl&uuml;hten in Deutschland die wildesten Theorien dar&uuml;ber, wie schlimm es im Land noch wird. Jetzt ist alles anders gekommen, und es sprie&szlig;en die k&uuml;hnsten Aufschwungerkl&auml;rungen. Richtig abenteuerlich wird es, die Hartz-Reformen jetzt als Aufschwungfaktor einzustufen. In den Arbeitsmarktdaten ist bislang nicht erkennbar, dass offene Stellen &ndash; trotz erh&ouml;hten Drucks auf Arbeitslose &ndash; schneller vermittelt werden. Im Gegenteil.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=483&amp;blogId=10\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wir sind zwar auch daf&uuml;r, wirtschaftlichen Optimismus zu verbreiten. Fricke &uuml;bertreibt aber doch ma&szlig;los, wenn er bei gut 2 Prozent Wachstum von einem &bdquo;Superaufschwung&ldquo; daherredet oder wenn er die Zunahme auf knapp 600.000 Zeitarbeitnehmer oder den Anstieg der Ein-Euro- und Niedrigstlohn-Jobber zum Anzeichen f&uuml;r einen Aufschwung erkl&auml;rt.<br>\nEs tut dennoch gut, wenn ein Wirtschaftsjournalist so etwas &uuml;ber die Agenda-Reformen schreibt, denn viele seiner Kollegen von den politischen Redaktionen sind schon eifrig dabei, das M&auml;rchen von der Wirkung der Reformen auf die Konjunktur weiterzuerz&auml;hlen. So zum Beispiel leider auch Heribert Prantl in der S&uuml;ddeutschen Zeitung vom 14.5.07.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;So einen Aufschwung haben wir noch nie erlebt&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Viele L&auml;nder haben erkannt, dass eine gute Infrastruktur unersetzlich ist&rdquo;, meint der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer (des Herstellers von Stra&szlig;enbaumaschinen, KR). In Deutschland allerdings vermisse er diese Einsicht der Politik noch immer. &ldquo;Selbst wenn doppelt so viel investiert w&uuml;rde wie heute, reicht das noch immer nicht aus, um den Bestand zu erhalten&rdquo;, so Stefan Wirtgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article871203\/So_einen_Aufschwung_haben_wir_noch_nie_erlebt_.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dass wir in einer Privatisierung der Stra&szlig;en keine sinnvolle L&ouml;sung sehen, das haben wir schon mehrfach dargelegt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Heiner Flassbeck: Immer auf die Kleinen<\/strong><br>\nWenn der Anleger heute zur Bank geht, begegnet er jungen trendigen Damen und Herren, die ihm mit allem Charme der Welt eines ihrer neuesten &ldquo;Produkte&rdquo; verkaufen wollen. Sollen es denn 13 % Rendite mit argentinischen Langl&auml;ufern sein, oder doch vielleicht gleich 23 % mit einem ordentlichen Aktienfonds? Dabei sollte uns schon das Wort &ldquo;Produkt&rdquo; stutzig gemacht haben. Banken produzieren n&auml;mlich nichts. Sie nehmen Geld auf von den einen und leihen es weiter an andere. Produzieren, im Sinne von Herstellen der Produkte, die an die Konsumenten verkauft werden, wie auch im Sinne des Erwirtschaftens des Zinses, tun allein die Unternehmen. Unternehmerische T&auml;tigkeit<br>\naber ist ihrer Natur nach risikoreich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck.de\/pdf\/2007\/8.5.07\/Immer%20auf%20die%20Kleinen.pdf\">WuM [PDF &ndash; 52 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>IMK: F&uuml;r eine makro&ouml;konomisch rationale Konsolidierungspolitik<\/strong><br>\nAntworten des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung auf den Fragenkatalog zur Anh&ouml;rung des Landtags Nordrhein-Westfalen zum Antrag der Fraktionen der CDU und der FDP &ndash; Drucksache 14\/2578 &ndash; D&uuml;sseldorf, 10 Mai 2007: Wider den Staatsbankrott &ndash; Streichung des kreditverfassungsrechtlichen Ausnahmetatbestands der &bdquo;St&ouml;rung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_pb_10Mai2007.pdf\">IMK Policy Brief [PDF &ndash; 104 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Lafontaine: Weder Beck noch M&uuml;ntefering noch Struck erkennen, in welch aussichtslose Lage sie ihre Partei man&ouml;vrieren<\/strong><br>\nF&uuml;r Lafontaine hat die Linkspartei jetzt schon die Koordinaten der bundesdeutschen Politik nach links verschoben. Die SPD-Kampagne f&uuml;r einen Mindestlohn, die Korrektur der Gr&uuml;nen bei Hartz IV, die wachsende Zahl von Neinstimmen bei Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr &ndash; &ldquo;all das w&uuml;rde es ohne uns nicht geben&rdquo;, sagt er. Dass die SPD aus ihren Fehlern lernt und das an die Linkspartei verlorene Terrain zur&uuml;ckerobert, glaubt Lafontaine nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/15\/a0117.1\/text.ges,1\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> F&uuml;r die SPD ist das eben reiner linker Populismus, auch wenn sie selbst noch so viel an Popularit&auml;t verliert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Welt: &bdquo;In Deutschland verfestigt sich eine strukturelle linke Mehrheit&ldquo; <\/strong><br>\nBereits bei den letzten drei Bundestagswahlen kamen SPD, Gr&uuml;ne und PDS zusammen jeweils auf mehr als 50 Prozent der Stimmen. In Bremen stie&szlig;en sie nun in den 60-Prozent-Bereich vor, doch &bdquo;Parteienforscher&ldquo; Korte meint: In den Augen der W&auml;hler verkomme die SPD zu einer &bdquo;beliebigen Partei der Mitte&ldquo;. Das biete viel Raum f&uuml;r andere. &bdquo;Parteien, die nicht mehr erkennbar sind, sind auch nicht w&auml;hlbar&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article872737\/Die_Kannibalisierung_der_Linken.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wenn in der konservativsten Tageszeitung ein konservativer Politologe zu derart n&uuml;chternen Aussagen kommt, dann herrscht Alarm im konservativen Lager.<br>\nAber die SPD in ihrer Nibelungentreue zur Agenda-Politik merkt davon gar nichts, dort lautet die Devise, wie Spiegel Online titelt: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,482868,00.html\">&bdquo;Ignorieren und Durchregieren&ldquo;<\/a><\/em> <\/p><\/li>\n<li><strong>Mehrausgaben bei Hartz IV?<\/strong><br>\nStatt der im Bundeshaushalt 2007 eingeplanten 21,4 Milliarden Euro beliefen sich die Kosten f&uuml;r das Arbeitslosengeld II voraussichtlich auf etwa 24 Milliarden Euro, sagte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA), Heinrich Alt, in Berlin. Selbst unter Aufwendung einer Reserve von einer Milliarde Euro k&auml;men demnach auf den Bund Mehrausgaben von 1,5 Milliarden Euro zu.<br>\nDie Langzeitarbeitslosen profitieren Alt zufolge von der Belebung auf dem Arbeitsmarkt nicht im gleichen Ma&szlig; wie die Bezieher von regul&auml;rem Arbeitslosengeld I. Dennoch gebe es im Vergleich zum Vorjahr rund 350.000 arbeitslos gemeldete Hartz-IV-Bezieher weniger. Seit Jahresanfang h&auml;tten etwa 420.000 Bezieher von Arbeitslosengeld II eine Besch&auml;ftigung gefunden, etwa die H&auml;lfte davon in einem gemeinn&uuml;tzigen Ein-Euro-Job.<br>\nAls besondere Probleme nannte Alt, dass derzeit auch etwa 70.000 Selbstst&auml;ndige und rund eine halbe Million Vollzeitbesch&auml;ftigte Leistungen aus dem Arbeitslosengeld II bez&ouml;gen. Seiner Ansicht nach subventioniert der Staat mit der aufstockenden Hilfe f&uuml;r Vollzeitbesch&auml;ftigte Unternehmen, die Niedrigl&ouml;hne zahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/802420.html\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Es ist immer dieselbe Dramaturgie: Im vergangenen Jahr lagen die Ausgaben f&uuml;r das Alg II bei 26,4 Milliarden Euro. Auch damals hatte man viel zu wenig Mittel im Haushalt eingeplant und eine Kampagne &uuml;ber eine sog. Kostenexplosion angezettelt, um weitere Einsparungen bei den Alg II-Beziehern durchzusetzen, so etwa mit der Halbierung ihrer Rentenbeitr&auml;ge und anderen Versch&auml;rfungen im Umfang von 4 Milliarden. 2007 hat man nun wieder unrealistisch niedrige Mittel eingeplant. Die Forderungen nach weiteren Versch&auml;rfungen werden folgen. Die Umverteilung im Armenhaus geht also weiter. <\/em><\/p>\n<p>Siehe auch:<br>\n<strong>Bund droht Milliardenl&uuml;cke bei Hartz IV<\/strong><br>\nDer Arbeitsmarkt brummt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Dennoch muss der Staat f&uuml;r arbeitslose Hartz-IV-Empf&auml;nger tiefer in die Tasche greifen als geplant. Grund sind laut Arbeitsagentur Unternehmen, die ihren Mitarbeitern trotz Vollzeitstelle nicht genug Geld zum Leben zahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Bund%20Milliardenl%FCcke%20Hartz%20IV\/199675.html\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Der Beitrag enth&auml;lt die &uuml;blichen Besch&ouml;nigungen, denn in Wahrheit kann keine Rede davon sein, dass der Arbeitsmarkt brummt. Die Arbeitslosenzahl ging zur&uuml;ck, weil <a href=\"?p=2288\">viele Arbeitsuchende herausgerechnet wurden<\/a>.<br>\nDennoch erhellend, weil auch sichtbar wird, dass Hartz IV wie ein Kombilohn wirkt.<br>\nUnd die L&ouml;sung des Problems ist einfach: Der Mindestlohn.<\/em><\/p>\n<p>Dazu passt:<br>\n<strong>Berliner Senat &ldquo;zu sozial&rdquo;<\/strong><br>\nLandesrechnungshof kritisiert &ldquo;unangemessen hohe&rdquo; Hartz-IV-Wohnkosten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-15\/054.php?print=1\">jungeWelt<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Riester- und R&uuml;rup-Renten geben AWD neuen Schub<\/strong><br>\nDas wachsende Interesse an privater Altersvorsorge und Verm&ouml;gensaufbau hat dem Finanzdienstleister AWD im ersten Quartal 2007 neuen Schub gebracht. Allein in den ersten drei Monaten habe die Gruppe 22 500 staatlich subventionierte Vorsorgeprodukte (Riester- und R&uuml;rup-Policen) vermittelt. Das waren 20,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2006.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1135371\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Genau das ist der Sinn der privaten Vorsorgeprodukte: Die Provisionen der Finanzdienstleister staatlich subventionieren zu lassen. AWD-Chef Maschmeyer freute sich schon im Juni 2005:<br>\n&bdquo;Nach der Verlagerung von der staatlichen zur privaten Altersvorsorge stehe die Finanzdienstleistungsbranche &laquo;vor dem gr&ouml;&szlig;ten Boom, den sie je erlebt hat&raquo;, sagte Maschmeyer. &laquo;Sie ist ein Wachstumsmarkt &uuml;ber Jahrzehnte.&raquo; Noch sei noch nicht &uuml;berblickbar, wie sich der Anstieg der privaten Altersvorsorge im Detail ausgestalte. &laquo;Es ist jedoch so, als wenn wir auf einer &Ouml;lquelle sitzen&raquo;, sagte Maschmeyer. &laquo;<a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/spezial\/zukunftdesalters\/342794.html\">Sie ist angebohrt, sie ist riesig gro&szlig; und sie wird sprudeln<\/a>.&raquo;&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>Siehe dazu auch in den NachDenkSeiten einen Bericht &uuml;ber die Rolle Maschmeyers bei der Nominierung Gerhard Schr&ouml;ders zum Kanzlerkandidaten. Maschmeyer half Schr&ouml;der mit einer ganzseitigen Anzeige im f&uuml;r die Kandidatur wichtigen Landtagswahlkampf in Niedersachsen am 1.3.1998. Schr&ouml;der hat ihm das reichlich gedankt. Auf Kosten der Steuerzahler, die die <a href=\"?p=1590\">Subventionen\/Steuerverg&uuml;nstigungen f&uuml;r die Riester- und R&uuml;rup-Renten bezahlen<\/a>.<\/p>\n<p>Und <a href=\"https:\/\/www.bbbank.de\/internet.nsf\/ContentByKey\/SMOK-727D6N-DE-p\">hier k&ouml;nnen Sie mal sehen<\/a>, wo Walter Riester als Werbetr&auml;ger gelandet ist.<\/p><\/li>\n<li><strong>Erbschaftsteuer bleibt ungerecht und eine Bagatellsteuer<\/strong><br>\nDie Reform der Erbschaftssteuer wurde n&ouml;tig, weil das Bundesverfassungsgericht nicht einsah, warum vererbte Immobilien nur mit etwa der H&auml;lfte ihres wahren Wertes versteuert werden m&uuml;ssen. Schlie&szlig;lich werden Geld-Nachl&auml;sse voll belastet. Die Richter sahen den Gleichheitsgrundsatz verletzt. Zu Recht. Und dennoch blieb ihr Urteil unbefriedigend. Denn das Bundesverfassungsgericht befasste sich nur mit der Gleichheit zwischen verschiedenen Erben &ndash; die Ungleichheit zwischen Erben und Nicht-Erben hingegen interessierte nicht. Bekennende Klassengesellschaften wie etwa die USA oder Gro&szlig;britannien haben weniger M&uuml;he, diese reale Ungleichheit anzuerkennen &ndash; und besteuern Erbschaften und Verm&ouml;gen deutlich drastischer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/14\/a0063.1\/textdruck\">TAZ<\/a>\n<p>Siehe dazu auch: <a href=\"?p=2261\">nachdenkseiten<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Neues Modell von Daimler<\/strong><br>\nMit der Trennung von Chrysler endet f&uuml;r Daimler ein neun Jahre w&auml;hrender Albtraum. Gelingt dem neuen Eigner Cerberus die Sanierung des Autobauers, wird das die Branche aufwirbeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/199846.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Eine gute Gelegenheit, speziell &uuml;ber eine Relation zu sinnieren: Das US-Abenteuer von J&uuml;rgen Schrempp hat mehr als 30 Mrd. Euro gekostet, nicht einbezogen der 20 prozentige Verlustanteil, der auch in Zukunft vom Konzern zu tragen ist. Auf L&ouml;hne und Geh&auml;lter im Jahre 2006 entfielen 18,6  Mrd. Euro. Hier k&ouml;nnte man auch noch Chrysler rausrechnen. Wenn man dann noch die Rede von Kosteneinsparungen und die Verlagerungsdrohung bei der C-Klasse im Ohr hat oder die Einkommenssteigerungen der Spitzenmanager anschaut, dann verschl&auml;gt es einem die Sprache. Von der Verkaufssumme von &uuml;ber 5 Mrd. Euro landet jedenfalls kaum ein Euro in Untert&uuml;rkheim.<br>\nMit der Verlustsumme h&auml;tte Daymler heute locker Cerberus &uuml;bernehmen, vor allem aber bessere Autos bauen k&ouml;nnen. Generell stellt sich die Frage, was eine Heuschrecke wie Ceberus, eher bekannt f&uuml;r Kostensenkungsstrategien  und schnelle Profitrealisierung durch Betriebsfiletierungen, besser machen will als Daimler. Da kommen harte Zeiten auf die Chryslerarbeiter zu &ndash; auch wenn die United AutoWorkers jetzt zugestimmt haben.<br>\n<a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/15\/a0043.1\/text.ges,1\">&bdquo;Daimler begeht Unfallflucht&ldquo;<\/a> titelte dazu so sch&ouml;n die taz.<\/em><\/p>\n<p>Siehe dazu auch:<br>\n<strong>&bdquo;Armselige Leute an der Spitze von Daimler&ldquo;<\/strong><br>\nDer W&uuml;rzburger &Ouml;konomie-Professsor Ekkehard Wenger: Gehen wir davon aus, dass Daimler bei der Trennung mit null rauskommt, was wohl optimistisch gerechnet ist. Der damalige Kaufpreis lag bei 40 Milliarden Euro. Den kann man jetzt praktisch auf null runterschreiben. Vielleicht flie&szlig;t noch ein niedriger einstelliger Milliarden-Betrag an Daimler. Man muss aber dagegenrechnen, welche Verpflichtungen Daimler im Zusammenhang mit den Pensions- und Gesundheitslasten bei Chrysler &uuml;bernimmt. Wenn man das saldiert, k&ouml;nnte auch ein negativer Betrag herauskommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1135659&amp;\">FR<\/a><\/p>\n<p><strong>Der H&ouml;llenhund hat drei K&ouml;pfe &ndash; in Mythologie und Realit&auml;t<\/strong><br>\nCerberus ist an 50 Unternehmen mit einer Summe von 23,5 Milliarden Dollar beteiligt. Ziel sei ein langfristiges Engagement, keine Spekulation<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/15\/a0121.1\/textdruck\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Lucas Zeise: Der Telekom-Vorstand handelt mit seinen Sparma&szlig;nahmen nicht einmal im Interesse der Aktion&auml;re<\/strong><br>\nRen&eacute; Obermann ist keinesfalls zur Stellen-Auslagerung gezwungen. Der Ausgliederungsplan ist ein schlichter Versuch, durch Senkung der Personalkosten ein wenig mehr Gewinn herauszuholen. Der Hinweis, dass die Konkurrenten des Unternehmens ihre Angestellten bei schlechteren Arbeitsbedingungen oft schlechter entlohnen, trifft zwar zu. Es trifft auch zu, dass die Telekom laufend Festnetzkunden verliert. Blo&szlig; taugen diese Fakten nicht, um die Sparma&szlig;nahmen zu begr&uuml;nden. Dass die Telekom Kunden verlieren sollte, war ein Ziel der Deregulierung des Sektors. Die Politik wollte kein Monopol mehr. Ein Teil der Kundschaft verabschiedet sich zudem &uuml;berhaupt vom Festnetzanschluss &ndash; und da die Telekom auch im Mobilfunk in Deutschland Marktf&uuml;hrer ist, greift sie dabei den gr&ouml;&szlig;eren Teil der Geb&uuml;hren aus der steigenden Mobiltelefoniererei selbst ab.<br>\nPro Besch&auml;ftigten k&ouml;nnte der Konzern, wenn alles glatt geht, damit im Jahr 10.000 Euro sparen. Das erg&auml;be in der Summe 500 Mio. Euro im Jahr. Das ist ein h&uuml;bsches S&uuml;mmchen. F&uuml;r ein Unternehmen, das mehr als das Sechsfache dieses Betrags j&auml;hrlich aussch&uuml;ttet, ist die Behauptung allerdings k&uuml;hn, diese Sparma&szlig;nahmen seien zwingend. Den Besch&auml;ftigten, die jetzt streiken, und ihrer Gewerkschaft Verdi sollte die Allgemeinheit viel Erfolg w&uuml;nschen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/199819.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<p>Siehe dazu auch:<br>\n<strong>Heiner Flassbeck: Obermanns ver.di<\/strong><br>\nObermann sagt, es kann nicht sein, dass Ver.di, die gro&szlig;e Dienstleistungsgewerkschaft, mit unseren Konkurrenten Vertr&auml;ge abschlie&szlig;t, in denen Menschen gleicher Qualifikation, wie sie bei uns vorhanden sind, f&uuml;r zwanzig Prozent weniger arbeiten, w&auml;hrend sich Ver.di bei uns einer solchen Lohnk&uuml;rzung kategorisch verweigert. Die Telekom wird von ihren wichtigsten Konkurrenten allm&auml;hlich in den Abgrund gedr&uuml;ckt aber nicht, weil die besser und produktiver sind, sondern schlicht, weil die erfolgreicher in ihren Verhandlungen mit Ver.di beim Runterhandeln der L&ouml;hne waren.<br>\nIst also Ver.di schuld an der Misere der Telekom? Den Fl&auml;chentarifverttrag hat nicht Ver.di kaputt gemacht, sondern die Politiker, Unternehmer und &Ouml;konomen, die mit Gewalt eine Flexibilisierung der L&ouml;hne entsprechend den betrieblichen M&ouml;glichkeiten erzwungen haben. Warum sagen die Herrn Obermann nicht offen ins Gesicht, wie wichtig es f&uuml;r unsere Volkswirtschaft ist, dass seine Konkurrenten nicht gezwungen sind, &uuml;ber bessere Technik zu konkurrieren?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck.de\/pdf\/2007\/8.5.07\/Obermanns%20Verdi.pdf\">Rheinischer Merkur [PDF &ndash; 48 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Verdi bestreikt G8-Gipfel<\/strong><br>\nDer Streik bei der Telekom d&uuml;rfte unangenehme Folgen f&uuml;r den G8-Gipfel haben. Auch die Techniker und Monteure, die beim Aufbau der technischen Infrastruktur f&uuml;r das Treffen im Einsatz waren, sind in den Streik getreten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/tso\/drucken.asp?TextID=102686\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Da haben die Terrorfahnder von Herrn Sch&auml;uble glatt was &uuml;bersehen. Es bleibt nur die Vorbeugehaft f&uuml;r die Streikenden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Widerstand gegen Postliberalisierung<\/strong><br>\n30.000 Postler demonstrieren in Berlin gegen die geplante &Ouml;ffnung des Briefmarktes zum Ende des Jahres. Sie haben Angst vor der Konkurrenz durch private Anbieter mit Billigl&ouml;hnen. Ein Durchschnittslohn d&uuml;rfe kein aufzul&ouml;sender Besitzstand sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/15\/a0098.1\/textdruck\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Im L&auml;ndle der Lohnpreller<\/strong><br>\nAuf Baustellen in Baden-W&uuml;rttemberg schuften Arbeiter aus Osteuropa und werden von den Unternehmen um ihren Lohn betrogen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2007\/20\/LS-Wanderarbeiter?page=all\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><strong>Juristen greifen Sch&auml;uble an<\/strong><br>\nvon Stephan Zimprich (Hamburg)<br>\nDie dritte Gewalt begehrt gegen Bundesinnenminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) auf: Juristenverb&auml;nde haben die Gro&szlig;e Koalition aufgefordert, das geplante Sicherheitspaket zu stoppen &ndash; ein seltenes Fanal einer eigentlich verschwiegenen Zunft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Juristen%20Sch%E4uble\/199529.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Stigma des Terrors<\/strong><br>\nG-8-Razzia: Wie man eine terroristische Vereinigung erfindet<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/14\/a0144.1\/textdruck\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Interview mit Felix Matthes (vom Berliner Oeko-Institut): &ldquo;Kohlestrom gef&auml;hrdet Klimaziele&rdquo;<\/strong><br>\nDer Staat muss geeignete Rahmenbedingungen schaffen, die einen echten Preis f&uuml;r das CO2 erzeugen und Investoren zwingen, Klimasch&auml;den in ihre Wirtschaftlichkeitsrechnungen aufzunehmen. Sie w&auml;gen dann die Chancen und Risiken der Energietr&auml;ger ab. Derzeit l&auml;uft es falsch: Weil die CO2-Rechte kostenlos zugeteilt werden, hat Kohlestrom einen gro&szlig;en &ouml;konomischen Vorteil und werden die Umweltvorteile von Erdgas-Kraftwerke oder KWK-Anlagen nicht honoriert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1134935\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Viele in der Labour-Partei sehen in Brown eher als das letzte Kapitel der Blair-Geschichte als eine neue Geschichte<\/strong><br>\nWenn Brown von Fehlern im Zusammenhang mit dem Irakkrieg, der Gesundheitsreform und der Arroganz der Regierung spricht, dann spricht er auch von seinen eigenen Fehlern. Zehn Jahre lang hat er immer wieder betont, dass er im Zentrum der Regierungsentscheidungen stehe. Als Mitl&auml;ufer kann er sich nun nicht pr&auml;sentieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/15\/a0128.1\/text.ges,1\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Heiner Flassbeck: Globalisierter Merkantilismus<\/strong><br>\nAlle  L&auml;nder, diepl&ouml;tzlich zu neuen H&ouml;henfl&uuml;gen ansetzten, haben eines gemeinsam: Sie alle haben dramatisch ihre W&auml;hrung abgewertet, bevor der Aufschwung begann, besser sollte man sagen, sie alle haben in gro&szlig;em Ma&szlig;e real abgewertet, also ihre internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit verbessert, ganz gleich, ob sie dabei den Wechselkurs bem&uuml;hen mussten oder es &uuml;ber Lohndumping getan haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck.de\/pdf\/2007\/8.5.07\/Globalisierter%20Merkantilismus.pdf\">WSI Mitteilungen 5\/2007 [PDF &ndash; 52 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Welthandel soll sozialer werden<\/strong><br>\nDer US-Kongress will, dass Handelsabkommen k&uuml;nftig nicht mehr ausschlie&szlig;lich vom Prinzip des Freihandels ausgehen, sondern auch Sozialstandards ber&uuml;cksichtigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/14\/a0127.1\/textdruck\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Krieg den H&uuml;tten<\/strong><br>\nEines Tages fanden die Bewohner von Azinhaga dos Besouros einen Schuttberg vor, wo am Morgen noch ihre H&uuml;tten standen. Die Stadt Lissabon hatte das ganze Viertel wegsprengen lassen. Nun k&auml;mpfen sie um neue Wohnungen. Aber wer nicht offiziell registriert ist, braucht nicht hoffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/14\/a0147.1\/textdruck\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dritte Welt in Europa.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutscher Bachelor ist kein Masterst&uuml;ck<\/strong><br>\nMit den Studieng&auml;ngen Bachelor und Master sollen Studierende schneller zum Abschluss kommen. Doch die Beschleunigung sorgt f&uuml;r Versagens&auml;ngste, wie eine Studie an der Humboldt-Uni zeigt. Denn viele Studis m&uuml;ssen nebenbei noch jobben.<br>\nDie Hauptziele des Bologna-Prozesses, eine h&ouml;here Flexibilit&auml;t und Mobilit&auml;t der Studierenden, seien nicht erreicht worden, hei&szlig;t es in der Umfrage zur Studierbarkeit der neuen Studieng&auml;nge. Viele Studieng&auml;nge seien schlecht organisiert und die Beratungsstrukturen h&auml;ufig mangelhaft. Zudem f&ouml;rdere eine schlechte Umsetzung des Bologna-Prozesses eine zunehmende soziale Schieflage zutage.<br>\nBem&auml;ngelt wird in der Studie vor allem, dass die Bachelor- und Masterstudieng&auml;nge an der Lebensrealit&auml;t der Studierenden vorbeigingen. &Uuml;ber 80 Prozent der befragten Studierenden sehen in dem neuen Bachelor-Abschluss keine hinreichende Berufsqualifizierung. Zwei Drittel der Studierenden streben einen Masterabschluss an. Doch wer unter welchen Bedingungen in diesen Genuss kommen darf, wissen die Studierenden nicht. Klar hingegen wird: Stress, Druck und Versagens&auml;ngste pr&auml;gen die Studierendengeneration zunehmend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/15\/a0070.1\/textdruck\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Studie: Boulevardisierung von Nachrichten<\/strong><br>\nOhne Bilder haben Nachrichten kaum noch eine Chance auf einen Platz in Sendungen. Dabei gehen Kundenw&uuml;nsche oft vor Aktualit&auml;tskriterien, fand die Universit&auml;t Jena heraus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.netzeitung.de\/medien\/645194.html\">Netzeitung<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/AM\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2342","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2342"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2342\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}