{"id":23484,"date":"2014-10-06T09:09:49","date_gmt":"2014-10-06T07:09:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484"},"modified":"2014-10-06T09:09:49","modified_gmt":"2014-10-06T07:09:49","slug":"hinweise-des-tages-2226","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/HR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h01\">Doppelagent Steinmeier enttarnt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h02\">Irritationen &uuml;ber die Alleing&auml;nge der Verteidigungsministerin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h03\">Kritik an ARD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h04\">Gutachten: Bundeswehr l&auml;sst sich in Vertr&auml;gen &uuml;bervorteilen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h05\">IS\/Syrien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h06\">Wiedervereinigung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h07\">Freihandel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h08\">Wenn &Ouml;konomen mit dem Recht statt mit Argumenten k&auml;mpfen, wird es gef&auml;hrlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h09\">F&uuml;r gute Leute zahlen Firmen jetzt mehr Geld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h10\">Union Busting: &raquo;Betriebsrats-Fresser&laquo; in Aktion<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h11\">Tr&uuml;be Aussichten &ndash; vor allem f&uuml;r prek&auml;r Besch&auml;ftigte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h12\">&raquo;Wer keine Arbeit hat, wird ausgegrenzt&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h13\">Privatinvestitionen und Daseinsvorsorge sind ein Widerspruch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h14\">Allianz: Autobahnbau muss sich lohnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h15\">Lkw-Maut: Dobrindt kuschelt mit Konzernen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h16\">Eines der teuersten Kraftwerke der Welt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h17\">Bundesregierung erlaubt umstrittene Waffenexporte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h18\">Amazon &ndash; kleine H&auml;ndler im W&uuml;rgegriff<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484#h19\">Folgen der Ebola-Epidemie: Das Virus steckt die Volkswirtschaften an<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23484&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Doppelagent Steinmeier enttarnt<\/strong><br>\nKleine Geheimnisse unter Freunden<br>\nDer amtierende Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier, der sich einst das Verdienst der Schlie&szlig;ung des NSA-St&uuml;tzpunktes in Bad Aibling anrechnete, wird nun heikle Fragen zu beantworten haben: \n<ul>\n<li>Wieso wurde die zur Kontrolle von Abh&ouml;rma&szlig;nahmen eingerichtete G10-Kommission nicht von Eikonal unterrichtet, wie es das G10-Gesetz f&uuml;r Eingriffe in das Fernmeldegeheimnis verlangt?<\/li>\n<li>Wie begr&uuml;nden BND und Bundeskanzleramt die zutage getretene Auffassung, Art. 10 GG gelte nur f&uuml;r &ldquo;Deutsche&rdquo; bzw. &ldquo;deutschen&rdquo; Nachrichtenverkehr?<\/li>\n<li>Wieso konnte der S&uuml;ndenfall fortgesetzt werden, nachdem der BND bemerkte, dass die amerikanischen Freunde den Abfluss zu Zwecken von Wirtschaftsspionage nutzten?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Den Verfassungsrechtlern d&uuml;rfte das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben stehen. So sieht Art. 19 Abs. 1 GG f&uuml;r Eingriffe in ein Grundrecht einen Gesetzesvorbehalt vor, der f&uuml;r Eikonal missachtet wurde. In Art. 19 Abs. 2 GG verlangt das Grundgesetz au&szlig;erdem, dass ein Grundrecht in keinem Falle in seinem Wesensgehalt angetastet werden darf. Doch welcher Wesensgehalt bleibt von einem Grundrecht &uuml;brig, dessen massenhafte Umgehung sogar vor der parlamentarischen G10-Kommission verheimlicht wurde, die offensichtlich nicht ernst genommen wird? (&hellip;)<br>\nSollte Eikonal tats&auml;chlich 2008 eingestellt worden sein, haben Steinmeier und die beiden nicht mehr amtierenden BND-Pr&auml;sidenten Hanning und Uhrlau zumindest strafrechtlich gut lachen: Vorw&uuml;rfe aus allen in Betracht kommenden Straftatbest&auml;nde w&auml;ren in 2013 verj&auml;hrt. Verst&auml;ndlich, dass es die Bundesregierung mit einer Vorladung des Zeugen und Whistleblowers Snowden nicht allzu eilig hatte. Vielleicht wird Steinmeier diese Geheimdienstaff&auml;re politisch &uuml;berleben, vielleicht aber hei&szlig;t es auch: This is the end.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Doppelagent-Steinmeier-enttarnt-2411623.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p>Passend dazu: <strong>Codewort Eikonal &ndash; der Albtraum der Bundesregierung<\/strong><br>\nNSA und BND arbeiteten in der &ldquo;Operation Eikonal&rdquo; jahrelang zusammen, um Internetdaten und Telefonverkehr in Frankfurt abzufangen. Dass dabei Daten von Bundesb&uuml;rgern rechtswidrig in die USA gelangten, nahm die Bundesregierung in Kauf. Abgesegnet hat die Sache ein Mann, der auch heute Minister ist.<br>\nDie Strecke eines Lichtstrahls zwischen Ausgangs- und Endpunkt wird in der geometrischen Optik als &ldquo;Eikonal&rdquo; bezeichnet. Im Kanzleramt ist &ldquo;Eikonal&rdquo;, so formuliert es jedenfalls ein Beamter, zum Synonym f&uuml;r das Wort &ldquo;Albtraum&rdquo; geworden.<br>\nDer b&ouml;se Traum steckt in zwei Metallkisten, die in der Geheimschutzstelle des Bundestages eingetroffen sind. In den Kisten sind Akten des Kanzleramtes und des Bundesnachrichtendiensts (BND) mit der h&ouml;chsten Geheimhaltungsstufe: &ldquo;Streng geheim&rdquo;. Codewort: &ldquo;Eikonal&rdquo;. Der BND sicherte das Projekt mit einer &ldquo;Abschirmungsverf&uuml;gung&rdquo; ab. Der US-Geheimdienst NSA lobte die Operation als &ldquo;Kronjuwel der strategischen Kooperation&rdquo; mit dem BND. Der sieht das sp&auml;testens seit den Diskussionen um die Enth&uuml;llungen des Whistleblowers Edward Snowden anders. Vielen beim BND w&auml;re es heute am liebsten, wenn es Eikonal nie gegeben h&auml;tte. (&hellip;)<br>\nIm BND wurde diskutiert, ob man zumindest das G-10-Gremium &uuml;ber den wahren Charakter der Operation informieren m&uuml;sse. Die Frage landete im Kanzleramt, wurde wieder diskutiert und, so scheint es, mit Nein beantwortet. Am 27. April 2004 soll in der sogenannten Pr&auml;sidenten-Runde, an der in der Regel auch Steinmeier teilnahm, diese Entscheidung getroffen worden sein. Ob die G-10-Kommission get&auml;uscht wurde, wird nun der Untersuchungsausschuss pr&uuml;fen. Beim BND jedenfalls malte man damals schon ein Szenario aus, was geschehen k&ouml;nne, wenn die Sache bekannt werde: Parlamentarische Untersuchungen, m&ouml;glicherweise gar die Aussetzung der gesamten G-10-Erfassung.<br>\nAm Ende wurden alle Bedenken ignoriert, vier Jahre ging das so. Offene Fragen gibt es bis heute in dieser Geschichte, und der NSA-Ausschuss wird nun versuchen m&uuml;ssen, sie zu kl&auml;ren. Wie viele Daten wurden eigentlich erfasst und an die NSA weitergeleitet, wie viel Kommunikation von Deutschen wurde wegen der nicht gut genug funktionierenden Filter an die NSA geliefert? Und zu kl&auml;ren ist, warum all das im Juli 2008 endete. Sicher ist, dass manche im Kanzleramt und auch beim BND immer gr&ouml;&szlig;ere Bedenken bekamen, auch der Vertrag mit der Telekom wurde gek&uuml;ndigt. Risiko und Nutzen wurden all die Jahre immer wieder abgewogen, auch weil die Amerikaner sich offenbar nicht an die vereinbarten Spielregeln hielten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/geheimdienste-codewort-eikonal-der-albtraum-der-bundesregierung-1.2157432\">S&uuml;ddeutsche.de<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Und wieder eine geheime Operation im Verantwortungsbereich des fr&uuml;heren Kanzleramtsministers Steinmeier.<br>\nDer Krieg mit den USA gegen den Irak ist offiziell vermieden worden. Aber unterhalb dieser Schwelle gab es offenbar kaum Grenzen f&uuml;r die Zusammenarbeit &ndash; insbesondere von deutschen und US-amerikanischen Geheimdiensten.<br>\nErinnert sei in diesem Zusammenhang an den Fall Kurnaz, &uuml;ber den u.a. als <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2135\">NachDenkSeiten-Tageshinweis Nr. 10 vom 23. Februar 2007<\/a> einiges nachgelesen werden kann: Kurnaz, ein Fall, den kein Richter kontrollierte und der den Institutionen der Demokratie v&ouml;llig entglitt.<\/em><\/p>\n<p>und: <strong>Die SPD ist erpressbar<\/strong><br>\nKein Wunder, dass die SPD bei der Hilfe f&uuml;r den Whistleblower Edward Snowden so r&uuml;ckgratlos ist. Die USA haben Einiges gegen sie in der Hand.<br>\nImmer deutlicher wird, dass sich der US-Geheimdienst NSA in Deutschland nicht selbst hemmungslos bedient hat, sondern dass er vom deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) hemmungslos bedient wurde. Von 2004 bis 2008 hat der BND im Programm &bdquo;Eikonal&ldquo; fast die gesamten Rohdaten, die er legal am Frankfurter Internetknotenpunkt absch&ouml;pfte, anschlie&szlig;end illegal an den US-Partner weitergeleitet.<br>\nSchon seit dem vergangenen Jahr ist bekannt, dass der BND mit der NSA Daten teilt, die er in Afghanistan und Nordafrika erfasst. Das waren die ber&uuml;hmten &bdquo;500 Millionen Datens&auml;tze pro Monat aus Deutschland&ldquo;, die in einer Tabelle des Whistleblowers Edward Snowden zu finden waren. Wie viele Daten fr&uuml;her zus&auml;tzlich aus dem Frankfurter Knoten geliefert wurden, ist unbekannt. Die Menge d&uuml;rfte um ein Vielfaches h&ouml;her sein. (&hellip;)<br>\nEs greift nun aber zu kurz, nur auf den Bundesnachrichtendienst zu zeigen. Als &bdquo;Eikonal&ldquo; vereinbart wurde, war die Bundesregierung voll informiert. F&uuml;r die Geheimdienste war in der damaligen rot-gr&uuml;nen Koalition Kanzleramts-Chef Frank-Walter Steinmeier (SPD) zust&auml;ndig, der heutige Au&szlig;enminister. Er hatte 2002 mit den Amerikanern auch die Zusammenarbeit im bayerischen Horchposten Bad Aibling vereinbart.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kommentar-Kooperation-BND-und-NSA\/!147133\/\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Irritationen &uuml;ber die Alleing&auml;nge der Verteidigungsministerin<\/strong><br>\nMitten in der Pannenserie k&uuml;ndigt Verteidigungsministerin von der Leyen Bundeswehreins&auml;tze in der Ostukraine und im Irak an. Das sorgt f&uuml;r Irritationen beim Koalitionspartner &ndash; und auch im Ausland. Die Obleute im Verteidigungsausschuss des Bundestags staunten nicht schlecht. In der Ostukraine k&ouml;nnte die Bundeswehr gemeinsam mit Frankreich und im Auftrag der Organisation f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zum Einsatz kommen. Man stelle sich darauf ein, erl&auml;uterte von der Leyen, Beobachtungsdrohnen des Typs Luna kurzfristig zur Verf&uuml;gung zu stellen. Das ist insofern heikel, weil eine Erkundungsmission im September zu der Einsch&auml;tzung gelangt war, dass die Reichweite der Luna von etwa 100 Kilometern nicht gen&uuml;ge, um die Piloten der Drohnen in einer ausreichend weit vom Gefechtsgebiet entfernten Sicherheitszone zu stationieren. Den Abgeordneten gegen&uuml;ber machte von der Leyen keine Angaben dar&uuml;ber, wie viele deutsche Soldaten f&uuml;r eine Luna-&Uuml;berwachungsmission eingesetzt werden k&ouml;nnten. Aber auch da half Zeitungslekt&uuml;re weiter: Laut &ldquo;Bild&rdquo; plant das Ministerium mit 200 Soldaten, 150 f&uuml;r die Luftaufkl&auml;rung und 50 f&uuml;r den Schutz der Mission. Das Blatt schlussfolgerte richtig, das sei dann wohl ein Kampfeinsatz. Denn &ldquo;Force Protection&rdquo; durch Fallschirmj&auml;ger in der Ostukraine bedeutet die Entsendung bewaffneter Streitkr&auml;fte in ein Krisengebiet. Und daf&uuml;r w&auml;re ein Bundestagsmandat erforderlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article132948342\/Irritationen-ueber-die-Alleingaenge-der-Verteidigungsministerin.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zum Gl&uuml;ck konzentrieren sich fast alle Medien auf das Ausr&uuml;stungsdesaster der Bundeswehr. Zum Gl&uuml;ck f&uuml;r die Ministerin! Zumindest vorl&auml;ufig. Denn mit ihrem Plan 200 deutsche Soldaten auf &Uuml;berwachungsmission in die Ukraine zu schicken, hat sich Frau&nbsp; von der Leyen f&uuml;r jedes h&ouml;here Amt, das Entscheidungen &uuml;ber Kleinkleckersdorf hinaus erfordert, disqualifiziert. Da hat es die NATO geschafft, bis auf ein wenig Symbolpolitik und starken Spr&uuml;chen von Herrn Rasmussen nicht direkt in den Ukrainekonflikt einzugreifen, aber von der Leyen macht das forsch wie gehabt so ganz nebenbei. Schon die Idee einer &Uuml;berwachungsmission von Frank-Walter Steinmeier war ziemlich hirnrissig. Was dabei herauskommen w&uuml;rde, w&auml;re ein Krieg der Bilder. Vor allem aber, was soll die deutsche Beteiligung. Und von der Leyen? Bewaffnete deutsche Fallschirmj&auml;ger nach 70 Jahre mal wieder auf Ostkurs! Wie beschr&auml;nkt, wie geschichtslos muss eine Politikerin, eine Ministerin sein, um auf diese Weise in der Weltpolitik herumzupanschen. Da hilft auch die Diagnose Profilneurose nicht mehr weiter. Heute pr&auml;sentiert die Ministerin &ouml;ffentlich die Unf&auml;higkeit der Bundeswehr zu deutschem Engagement in der Welt. Auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz verbat sie sich noch jede Kritik an weltweiten Milit&auml;reins&auml;tzen mit dem Hinweis, dass diese auf Gleichg&uuml;ltigkeit gegen&uuml;ber menschlichem Leid schlie&szlig;en lie&szlig;e. Diese Ziele haben sich fast von selbst erledigt. Aber statt sich in das m&uuml;hevolle und gewiss undankbare Klein-Klein zu st&uuml;rzen, die Bundeswehr wenigstens auftragsgem&auml;&szlig; wieder auf Vordermann zu bringen, muss die Ministerin ehrgeizzerfressen Weltpolitik betreiben und wirft bedenkenlos, empfindungslos das Wissen &uuml;ber Bord, welches Leid, welchen Terror deutsche Soldaten in Osteuropa zu verantworten hatten. &ndash; Selbst wenn Russland und die Ukraine sich auf eine &Uuml;berwachung einigen w&uuml;rden, kann das das Motto Deutschlands nur hei&szlig;en: Ohne uns!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ich vermute, dass der Vorsto&szlig; von Frau von der Leyen die Deckung&nbsp; von Frau Merkel und Herrn Steinmeier hat.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Gysi gegen Bundeswehr-Einsatz in der Ukraine<\/strong><br>\nDer Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Deutschen Bundestag, Gregor Gysi, hat sich gegen eine Entsendung der Bundeswehr in die Ukraine ausgesprochen. Es sei v&ouml;llig richtig, &ldquo;dass da ein Puffer gebildet wird, damit die Feuerpause in der Ukraine tats&auml;chlich h&auml;lt&rdquo;, sagte Gysi im &ldquo;ARD-Hauptstadtstudio&rdquo;. Aber die Bundeswehr d&uuml;rfe sich nicht an dem Einsatz beteiligen, da die Bundesregierung in dem Konflikt stets hinter der Kiewer Regierung gestanden habe und deshalb nicht neutral sei.<br>\n&ldquo;Neutrale Staaten m&uuml;ssen dahin, die von beiden geachtet werden. Das ist nicht der Fall&rdquo;, so Gysi weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.epochtimes.de\/Gysi-gegen-Bundeswehr-Einsatz-in-der-Ukraine-a1186686.html\">Epoch Times<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Kritik an ARD<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Glasnost bei ARD-Aktuell<\/strong><br>\nAm gestrigen Mittwoch &uuml;berraschten die Tagesthemen ihre Zuschauer mit einem neuen Nachrichtenformat. Sprecher Thomas Roth entschuldigte sich beim Publikum f&uuml;r einen Bericht vom 20. Mai 2014. Die Stellungnahme &ldquo;in eigener Sache&rdquo; leitete der Nachrichtensprecher zun&auml;chst mit einer ausf&uuml;hrlichen Erkl&auml;rung dar&uuml;ber ein, unter welch schwierigen Bedingungen die Arbeit der Korrespondenten im Ausland, gerade in Konfliktregionen, stattfindet: &ldquo;Unter Umst&auml;nden sind Fehler m&ouml;glich, auch wenn wir alles daran setzen, sie zu vermeiden. Uns ist dennoch ein solcher Fehler passiert.&rdquo;<br>\nBei der damaligen Sendung wurde erw&auml;hnt, dass zwei B&uuml;rger der Stadt Krasnoarmeysk im Osten der Ukraine bei K&auml;mpfen get&ouml;tet wurden. Die Darstellung der Tagesthemen lautete damals, diese seien durch &ldquo;Kugeln der neuen Machthaber&rdquo; &ndash; also der aufst&auml;ndischen Separatisten &ndash; gestorben. Gestern nun habe Moskau-Korrspondent Udo Lielischkies diese Darstellung korrigiert. Heute ist klar: Angeh&ouml;rige eines ukrainischen Freiwilligen-Bataillons haben die beiden Opfer erschossen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42940\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>ARD verheddert sich in den Untiefen der Ukraine-Berichterstattung<\/strong><br>\nHeute schrieb Malte Daniljuk unter dem hoffnungsvollen Titel Glasnost bei ARD-Aktuell, dass sich die ARD erneut f&uuml;r ihre Ukraine-Berichterstattung entschuldigen musste. Thomas Roth entschuldigte sich f&uuml;r einen Bericht des Moskau-Korrspondenten Udo Lielischkies vom 20. Mai 2014, nach dem zwei B&uuml;rger der Stadt Krasnoarmeysk durch &ldquo;Kugeln der neuen Machthaber&rdquo; get&ouml;tet wurden. T&auml;ter waren aber Angeh&ouml;rige einer ukrainischen Miliz.<br>\nDer Chefredakteur von ARD-Aktuell, Kai Gniffke, musste wieder wie schon zur Kritik des ARD-Programmbeirats die Feuerwehr spielen und unter dem Titel &ldquo;Noch einmal Ukraine-Berichterstattung&rdquo; Stellung im Blog beziehen. Sie fiel etwas weniger gewunden aus, weil man &ldquo;einmal gravierend danebengelegen&rdquo; habe. Der Schwerpunkt sollte wohl auf dem &ldquo;einmal&rdquo; liegen. Ein solcher Fehler d&uuml;rfe auch im &ldquo;Eifer des Gefechts&rdquo; nicht passieren, so Gniffke mit einer vielleicht nicht so geeigneten Wortwahl. Weiter hei&szlig;t es:<br>\nDieser Fehler wird m&ouml;glicherweise Wasser auf die M&uuml;hlen derer sein, die uns vorwerfen, dass wir die russische Seite absichtlich schlecht aussehen lassen. Damit m&uuml;ssen wir leben. Umso wichtiger ist es mir, dass wir all den Menschen, die uns jeden Tag ihr Vertrauen schenken, deutlich machen k&ouml;nnen, dass wir unbewusst einen Fehler gemacht haben.<br>\nOb der Fehler von Lielischkies &ldquo;unbewusst&rdquo; begangen wurde, l&auml;sst sich kaum nachpr&uuml;fen. Offenbar aber ist er der Neigung gefolgt, die B&ouml;sen auf jeden Fall auf der Seite der Separatisten zu suchen oder eilfertig etwas zu behaupten, das er nicht nachgepr&uuml;ft hatte, da offenbar selbst laut Gniffke schon neun Tage zuvor richtig &uuml;ber den Vorfall berichtet worden sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42942\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Ukraine-Fehler in der ARD: Nur eine halbe Entschuldigung<\/strong><br>\nDass ein Fernsehpublikum auch zu mehr da sein kann als zum Couchl&uuml;mmeln und Chipsfuttern, lernen die &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in diesen Tagen. Es war ein Zuschauer, der der ARD einen seiner wohl peinlichsten Fehler in der Ukraine-Berichterstattung nachgewiesen hat.<br>\nDie &bdquo;Tagesthemen&ldquo; griffen zu einem ungew&ouml;hnlichen Schritt &ndash; und zogen die umstrittene Sendung zur&uuml;ck. In dem Beitrag aus der Sendung vom 20. Mai 2014 hatte der Moskau-Korrespondent unter anderem &uuml;ber den Tod von zwei Anwohnern in Krasnoarmeysk in der Ostukraine berichtet. Diese seien durch die &bdquo;Kugeln der neuen Machthaber&ldquo; gestorben, hie&szlig; es damals. Doch &bdquo;nach erneuter Recherche&ldquo; sei aufgefallen, dass die t&ouml;dlichen Sch&uuml;sse seinerzeit der falschen Seite zugeordnet wurden. &bdquo;Richtig ist, dass die Sch&uuml;tzen einem ukrainischen Freiwilligen-Bataillon zuzuordnen sind, also nicht den Separatisten&ldquo;, hei&szlig;t es in der Erkl&auml;rung. Die Tagesthemen entfernten den entsprechenden Beitrag auch in der Mediathek.<br>\nBesonders peinlich: Nach Angaben von Maren M&uuml;ller, Initiatorin der &bdquo;St&auml;ndigen Publikumskonferenz der &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien&ldquo;, hatte ein Netzaktivist diese Beschwerde bereits am 22. Mai, also zwei Tage nach Ver&ouml;ffentlichung des Beitrags, an die zust&auml;ndige ARD-Redaktion gesandt. Doch die sei von den Programmverantwortlichen ignoriert worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.cicero.de\/berliner-republik\/ukraine-fehler-der-ard-nur-eine-halbe-entschuldigung\/58302\">Cicero<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Gutachten: Bundeswehr l&auml;sst sich in Vertr&auml;gen &uuml;bervorteilen<\/strong><br>\nVon der Leyen plant angeblich Wiederaufnahme des Euro-Hawk-Projekts<br>\nMorgen wird ein Gutachten eines Konsortiums aus Beratern und Anw&auml;lten von KPMG, der Ingenieurgesellschaft P3 und der Kanzlei Taylor Wessing vorgestellt, das Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Auftrag gab, um ein Bild vom Zustand der Bundeswehr zu bekommen. Der S&uuml;ddeutschen Zeitung zufolge kommen die Fachleute in ihrer &ldquo;Bestandsaufnahme und Risikoanalyse&rdquo; zum Ergebnis, dass die Vertr&auml;ge, die die Bundeswehr mit R&uuml;stungslieferanten schlie&szlig;t, f&uuml;r die Truppe und den Steuerzahler ausgesprochen unvorteilhaft gestaltet sind.<br>\nDas liegt nach Meinung der Gutachter aber nicht daran, dass es eine personelle Dreht&uuml;r zwischen Politik und Bundeswehr auf der einen und der R&uuml;stungsindustrie auf der anderen Seite gibt, sondern an alten Vertragsmustern, die zu viel Spielraum lassen. Faktisch f&uuml;hrt es aber in jedem Fall dazu, dass viele bestellte Waffen und andere G&uuml;ter nicht zum gew&uuml;nschten Zeitpunkt, nicht zum versprochenen Preis und nicht in der erhofften Qualit&auml;t geliefert werden.<br>\nDas Konsortium empfiehlt deshalb, sich an neueren Vertr&auml;gen aus der freien Wirtschaft zu orientieren, die positive und negative Anreize f&uuml;r die Einhaltung von Zeitpl&auml;nen setzen. Positive Anreize w&uuml;rden bedeuten, dass ein R&uuml;stungsunternehmen, mehr Geld bekommt, wenn es zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt liefert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/42\/42960\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p>Passend dazu: <strong>Bundeswehr-Pannen: Stell dir vor, es ist Krieg&hellip;<\/strong><br>\n&hellip; und die Deutschen kommen nicht hin! Alle lachen &uuml;ber die Bundeswehr und ihr marodes Material. Aber Vorsicht: Die Antwort auf den Spott wird eine Aufr&uuml;stung sein, dass uns H&ouml;ren und Sehen vergeht.<br>\nSchwerter zu Pflugscharen &ndash; das war fr&uuml;her. Heute hei&szlig;t es: Panzer zu Schrotthaufen. Die Bundeswehr ist eine wahre Friedensarmee. Sie betreibt Abr&uuml;stung durch Verschlei&szlig;. Die neuesten Meldungen aus der Oldtimer-Sammlung der Hardth&ouml;he: Wir haben ein funktionierendes U-Boot, drei flugt&uuml;chtige Marine-Hubschrauber, und unsere &ldquo;Transall&rdquo;-Transporter sehen aus wie aus einem Heinz-R&uuml;hmann-Film. Aber Vorsicht: Unsere Politiker wollen die Militarisierung der deutschen Au&szlig;enpolitik. Sie werden sich vom maroden Material nicht aufhalten lassen. Im Gegenteil: Je l&auml;cherlicher die Bundeswehr in der &Ouml;ffentlichkeit jetzt dasteht, desto gr&ouml;&szlig;er wird die kommende Aufr&uuml;stung sein.<br>\nDie Deutschen schaffen es nicht einmal, sechs Ausbilder reibungslos von Schleswig-Holstein in den Irak zu fliegen. Dabei wollen sie so gerne wackere Streiter f&uuml;r Demokratie und Menschenrechte sein. Das ist peinlich. Vor allem f&uuml;r den Bundespr&auml;sidenten, den Au&szlig;enminister und nat&uuml;rlich die Verteidigungsministerin. In der ersten Jahresh&auml;lfte hatten die drei die Backen aufgeblasen, und von der neuen &ldquo;Verantwortung&rdquo; schwadroniert, die Deutschland in der Welt &uuml;bernehmen m&uuml;sse. Sie h&auml;tten vorher besser mal einen Blick ins Zeughaus geworfen. Da wird der s&uuml;&szlig;este Traum der Friedensbewegung wahr: Stell dir vor, es ist Krieg &ndash; und die Bundeswehr kommt nicht hin.<br>\nAber Vorsicht. Wer glaubt, die Militarisierung der deutschen Au&szlig;enpolitik werde aus technischen Gr&uuml;nden ausfallen, freut sich zu fr&uuml;h. Es hat ja einen Grund, dass sich die Meldungen vom Schrottplatz jetzt h&auml;ufen. Gauck, Steinmeier und von der Leyen haben Versprechen gegeben, die sie nun halten wollen. Die neue deutsche Rolle in der Welt wird noch richtig teuer. Was die W&auml;hler, die das bezahlen m&uuml;ssen, davon haben, ist noch nicht so ganz klar. Aber Wehrpolitiker wie der SPD-Mann Rainer Arnold, die k&ouml;nnen sich unter ihresgleichen endlich wieder blicken lassen. Er hatte im Verteidigungsausschuss gesagt, der Zustand der Bundeswehr sei &ldquo;besch&auml;mend&rdquo;, mit so einer Truppe k&ouml;nne man international nicht auftreten. Und das ist ja in diesem Zusammenhang eine ganz erhellende Formulierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bundeswehr-pannen-von-der-leyen-in-der-kritik-a-995043.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>IS\/Syrien<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Ausreise &ndash; mithilfe der Beh&ouml;rden?<\/strong><br>\nDeutsche Sicherheitsbeh&ouml;rden haben laut einem Bericht des ARD-Magazins Monitor jahrelang die Ausreise gewaltbereiter Islamisten aus Deutschland gebilligt oder oder sogar unterst&uuml;tzt. Monitor beruft sich dabei auf Angaben des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA).<br>\nVertrauliches Papier des Bundesinnenministeriums<br>\nGrundgedanke dabei sei der &ldquo;Schutz unserer Bev&ouml;lkerung&rdquo; gewesen, sagte der Leiter der Abteilung polizeilicher Staatsschutz und Terrorismusbek&auml;mpfung des LKA, Ludwig Schierghofer, dem Magazin. Die &Uuml;berlegung sei gewesen, &ldquo;Personen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie Anschl&auml;ge begehen werden, au&szlig;er Landes zu bringen&rdquo;, so der Beamte. &ldquo;Wenn sich jemand radikalisiert hatte und ausreisen wollte, dann hat man versucht, ihn auch ausreisen zu lassen oder auch durch ausl&auml;nderrechtliche Ma&szlig;nahmen die Ausreise auch noch zu beschleunigen.&rdquo;<br>\nSchierghofer bezieht sich dabei auf ein vertrauliches Papier des Bundesinnenministeriums vom Mai 2009, das die &ldquo;Verfahren und Ma&szlig;nahmen bei der Aus- und Einreise von gewaltbereiten Islamisten&rdquo; regelt. Das Papier habe sowohl die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet, die Ausreise dieses Personenkreises aus Deutschland zu verhindern als auch zuzulassen.<br>\nDerzeit diskutieren deutsche Sicherheitsbeh&ouml;rden &uuml;ber M&ouml;glichkeiten, die Ausreise gewaltbereiter Islamisten etwa nach Syrien oder den Irak zu verhindern, wo derzeit Terroristen des IS auf dem Vormarsch sind. Hintergrund ist auch eine UN-Resolution, mit der die Mitgliedsstaaten verpflichtet werden, alles zu unternehmen, damit Extremisten nicht in die Krisengebiete im Nahen Osten reisen k&ouml;nnen. Die Beh&ouml;rden gehen davon aus, dass bisher rund 450 Extremisten aus Deutschland in Richtung Kriegsgebiet ausgereist sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/islamisten-127.html\">tagesschau.de<\/a>\n<p>Passend dazu: <strong>Dschihadisten aus Deutschland: Das hilflose Vorgehen der Sicherheitsbeh&ouml;rden<\/strong><br>\n&bdquo;Jedes Mal, wenn wir in die Stadt rausziehen, dass wir hoffen, dass wir einen erwischen, den wir mal enthaupten k&ouml;nnen. Abu Talha und ich, wir w&uuml;nschen uns schon so lange mit einem stumpfen Messer einen zu schlachten.&ldquo;<br>\nGeorg Restle: &bdquo;Sie nennen sich Dschihadisten oder Gotteskrieger, aber eigentlich sind es nur Mordgesellen aus Deutschland. Guten Abend und willkommen bei MONITOR. Es ist eine schwierige Frage: Wie sollen wir hier umgehen mit jungen M&auml;nnern, die zu allem entschlossen scheinen? Die sich aufmachen wollen, um in Syrien oder im Irak einen Krieg zu f&uuml;hren, den nur sie selbst heilig finden? Es ist zwar nur eine kleine Minderheit, aber immerhin haben sich in den letzten Jahren weit &uuml;ber 400 Fanatiker aufgemacht, um f&uuml;r eine Terrorarmee zu k&auml;mpfen, die sich Islamischer Staat nennt. Deutsche Sicherheitsbeh&ouml;rden, das zeigen unsere Recherchen, habe viele von ihnen dabei ganz bewusst ziehen lassen. Nach der Devise, wenn ihr schon morden wollt, dann mordet gef&auml;lligst woanders. Stefan Buchen, Marie Delhaes und Philipp Jahn &uuml;ber einen jungen Mann aus Kempten und eine Politik, die den Export von Terror aus Deutschland jahrelang erm&ouml;glicht hat.&ldquo;<br>\nIn die Moschee von Kempten d&uuml;rfen sie nicht mehr. Daf&uuml;r sind Erhan und sein Freund zu radikal. Der Imam hat ihnen den Zutritt verboten. Sie m&uuml;ssen im Freien beten. Schon am Design von Erhans schwarzem Pulli kann man erkennen, er sympathisiert mit der Terrororganisation Islamischer Staat. Er hat sogar schon mal versucht, ins syrisch-irakische Kriegsgebiet auszureisen.<br>\nReporterin: &bdquo;Warum willst du denn dahingehen?&ldquo;<br>\nErhan: &bdquo;Weil unsere Religion dort unterdr&uuml;ckt wird. Und wir wollen diese Feinde halt aufhalten. Wir gehen da nicht zum T&ouml;ten hin aus Spa&szlig; oder so. Wir verteidigen nur unsere Religion und unsere muslimischen Geschwister.&ldquo;<br>\nEin anderer Weg hatte dem Sohn t&uuml;rkischer Einwanderer offen gestanden. Er wuchs in Kempten auf, hat Abitur und an der Hochschule Kempten studierte er Wirtschaftsinformatik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/sendungen\/dschihad110.html\">DasErste.de<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Wir m&uuml;ssen uns positionieren aber nicht distanzieren&rdquo;<\/strong><br>\nDie Terrormiliz IS treibt im Irak und in Syrien ihren Krieg und Muslime in Deutschland sollen sich davon distanzieren. Nasreen Ahmadi sprach mit Prof. Bekim Agai &uuml;ber diese Forderung, ihre Folgen und was man tun bzw. vermeiden sollte.<br>\nMiGAZIN: Immer mehr Vertreter des Islams und viele Theologen in Deutschland aber auch weltweit verurteilen ausdr&uuml;cklich die Gr&auml;ueltaten der Terrorgruppe IS im Irak und in Syrien. M&uuml;ssen sich Muslime f&uuml;r jegliche Art von Verbrechen, die im Namen des Islams begangen werden, distanzieren und bedeutet eine Distanzierung nicht, dass Muslime in der N&auml;he der Terrormiliz IS stehen w&uuml;rden?<br>\nBekim Agai: Genau deshalb haben wir das Wort &bdquo;Distanzierung&ldquo; in unserer Frankfurter Erkl&auml;rung zum IS nicht verwendet. Das Wort Distanzierung, das in diesem Zusammenhang stets genannt wird, trifft die Sache eigentlich nicht, denn hier geht es um eine Positionierung. &bdquo;Distanzierung&ldquo; suggeriert eine prinzipielle N&auml;he zu denjenigen, die Terror und Gewalt mit Religion rechtfertigen, die nicht gegeben ist.<br>\nAls muslimische Theologen, aber auch als B&uuml;rger und Muslime m&uuml;ssen wir unsere Best&uuml;rzung und Zur&uuml;ckweisung zum Ausdruck bringen, da bestimmte Handlungen hier islamisch legitimiert werden. Es geht also um eine Positionierung und Aufkl&auml;rung dar&uuml;ber, wof&uuml;r wir als die Tr&auml;ger einer universit&auml;ren theologischen Besch&auml;ftigung mit dem Islam stehen und die Formulierung einer Haltung. Diese aufkl&auml;rerische Haltung richtet sich nicht nur an eine nicht-muslimische &Ouml;ffentlichkeit, sondern auch an Muslime selbst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.migazin.de\/2014\/10\/02\/prof-bekim-agai-muslime-islam-positionieren-nicht-distanzieren\/\">Migazin<\/a><\/li>\n<li><strong>Lasst uns mit den selbstm&ouml;rderischen Kriegen aufh&ouml;ren und endlich dem Frieden eine Chance geben! &ndash; Von Dominique de Villepin (deutsche &Uuml;bersetzung Gerhard Kilper)<\/strong><br>\nDominique de Villepin war von 2002 bis 2004 franz&ouml;sischer Au&szlig;enminister und von 2005 bis 2007 franz&ouml;sischer Ministerpr&auml;sident. Der Beitrag ist zuerst am 1. Oktober 2014 in der Pariser Tageszeitung Le Monde unter dem Originaltitel &ldquo;Cessons ces guerres suicidaires et donnons enfin une chance &agrave; la paix!&rdquo; erschienen. Gerhard Kilper hat ihn f&uuml;r Wirtschaft und Gesellschaft &ndash; Analyse &amp; Meinung ins Deutsche &uuml;bersetzt. Die &Uuml;bersetzungen Gerhard Kilpers gew&auml;hren uns nunmehr seit geraumer Zeit wertvolle Einblicke in die franz&ouml;sische Presse und die dort stattfindenden Diskussionen wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Themen.<br>\nWenn Frankreich der Meinung ist, Krieg gegen den Terrorismus k&ouml;nne die L&ouml;sung bringen, verleugnet es sich selbst. Antiterror-Kriege, das haben die Kriege in Afghanistan und im Irak gezeigt, k&ouml;nnen nicht gewonnen werden. Das Gesetz des Guerilla-Krieges dominiert. Diese Kriege sind unendliche Kriege gegen einen sich immer wieder neu aufstellenden Feind, der an Legitimit&auml;t, Wahrnehmbarkeit und Glaubw&uuml;rdigkeit gewinnt &ndash; es sind Kriege ohne Hoffnung. Selbst wenn wir den Islamischen Staat (IS) vernichten, werden neue schiitische, sunnitische, islamistische oder nationalistische Konflikt-Gefahrenherde auftauchen. Zehn Jahre nicht abgestimmte Kriege im Mittleren Orient standen Pate bei der Geburt des IS, n&auml;hrten ihn und verschafften ihm Zulauf.<br>\nKriege gegen den Terrorismus k&ouml;nnen keine L&ouml;sungen bringen. Unsere Regierung engagiert sich in der Hoffnung, ein im Fernsehen gezeigter und &uuml;ber das Fernsehen gef&uuml;hrter Krieg werde den legitimen Emotionen der Franzosen gegen&uuml;ber der Barbarei gerecht. Als mediale Speerspitze der Koalition und als Hilfsinstrument tr&uuml;gerischer lokaler Kriegskulissen wird Frankreich auf zwei Feldern verlieren. Sein Hoheitsgebiet und seine B&uuml;rger auf der ganzen Welt werden Attentaten und Entf&uuml;hrungen ausgesetzt sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/10\/lasst-uns-mit-den-selbstmorderischen-kriegen-aufhoren-und-endlich-dem-frieden-eine-chance-geben-von-dominique-de-villepin-deutsche-ubersetzung-gerhard-kilper\/\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wiedervereinigung<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>25 Jahre Friedliche Revolution: Aufbruch zur Demokratie<\/strong><br>\nDoch wenn wir in diesem Jahr die Friedliche Revolution und in ihrer Folge den Fall der Mauer feiern und damit ins 25. Jahr der deutschen Einheit eintreten, dann stehen gegenw&auml;rtige politische Vorg&auml;nge dazu in einem merkw&uuml;rdigem Kontrast: Nur knapp die H&auml;lfte der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger beteiligten sich an den Landtagswahlen in Ostdeutschland. Obwohl die gewaltfreie Beseitigung des DDR-Systems der Beitrag der Ostdeutschen zur nationalen Identit&auml;t ist, wird der Grundsatz &bdquo;Keine Gewalt&ldquo; im &ouml;ffentlichen Diskurs als politikuntauglicher, pazifistischer Wunschtraum der L&auml;cherlichkeit preisgegeben. Daf&uuml;r wird die Aufforderung, Deutschland m&uuml;sse in der internationalen Gemeinschaft &bdquo;mehr Verantwortung&ldquo; &uuml;bernehmen, weitgehend milit&auml;risch verstanden: mehr Waffenexporte, mehr Interventionspolitik, mehr Milit&auml;reins&auml;tze. Und in Leipzig wollen gro&szlig;e Teile der Bev&ouml;lkerung derzeit weder etwas von einem Freiheitsdenkmal noch von einem Moscheebau wissen (und halten die Nennung beider Vorhaben in einem Atemzug schon f&uuml;r eine Provokation). Hat sich das, was vor 25 Jahren zu einem neuen Deutschland f&uuml;hrte, erledigt?&hellip;<br>\nNichts von dem, was die Menschen damals in die Friedensgebete und auf die Stra&szlig;en trieb, hat sich erledigt. Die Ziele und Grunds&auml;tze des Konziliaren Prozesses f&uuml;r Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Sch&ouml;pfung, der wesentliche Impulse f&uuml;r die Friedliche Revolution gab, sind nach wie vor ein g&uuml;ltiger Ma&szlig;stab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wolff-christian.de\/25-jahre-friedliche-revolution-aufbruch-zur-demokratie\/\">Christian Wolff<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Nach 23j&auml;hrigen Erfahrung als Pfarrer an der Thomaskirche Leipzig blickt Christian Wolff auf 25 Jahre Friedliche Revolution zur&uuml;ck und mahnt den Aufbruch zur Demokratie an.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Wende, die geschah, als sich die Wende anbahnte<\/strong><br>\nZiemlich genau ein Vierteljahrhundert ist es jetzt her, dass ein kleines St&uuml;ck der so genannten geistig-moralischen Wende in unser Leben trat: Der lange Donnerstag. Er war der Anlauf zu mehr Lockerung der Laden&ouml;ffnungszeiten. In einem Radio-Feature wurde er letzte Woche als Clou und feine Errungenschaft stilisiert. Damals galt er aber auch als etwas ganz anderes.<br>\nIm Vorfeld dieses ersten Donnerstag mit l&auml;ngerer Laden&ouml;ffnungszeit gab es massive Proteste im Einzelhandel. Sie gingen aber mehr und minder unter, denn fast zeitgleich dramatisierte sich die Lage in Ostdeutschland. Und die Ostdeutschen weiterten das Drama nach Ungarn und in die Tschechoslowakei aus. Die Wendezeit war schon am rotieren. Protestierende Verk&auml;uferinnen wirkten da fast ein bisschen spie&szlig;ig mit ihren &raquo;Luxussorgen&laquo;. Sie waren aber kein Luxus, sondern v&ouml;llig berechtigt. Die M&auml;nner und Frauen im Einzelhandel f&uuml;rchteten sich vor einer &Uuml;berflexibilisierung ihrer Lebenswirklichkeit. Der lange Donnerstag konnte doch nur das Fanal zur Deregulierung sein, der Startschuss zu ungeregelten Arbeitszeiten, glaubten sie. Wie sollte sich Familie und Beruf denn aufeinander abstimmen, wenn vielleicht bald t&auml;glich die L&auml;den bis kurz vor die &raquo;Tagesschau&laquo; oder gar l&auml;nger ge&ouml;ffnet blieben?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2014\/10\/die-wende-die-geschah-als-sich-die.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Freihandel<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>TTIP-Leak: EU-Kommission erkl&auml;rt Chemikaliensicherheit zur Verhandlungssache<\/strong><br>\nEU-Vorschl&auml;ge unterst&uuml;tzen Agenda der chemischen Industrie<br>\nEin neuer geleakter Text der EU-Kommission zum Freihandelsabkommen EU-USA (TTIP) zeigt, dass die EU-Vorschl&auml;ge die offizielle Agenda der chemischen Industrie unterst&uuml;tzen. Wie aus dem Dokument hervorgeht, hat die EU ihre h&ouml;heren Standards f&uuml;r die Zulassung gef&auml;hrlicher Chemikalien (REACH) von sich aus &ndash; ohne erkennbaren Druck der USA &ndash; zur Verhandlungssache erkl&auml;rt, anstatt die USA aufzufordern, deren Standards an das h&ouml;here Sicherheitsniveau in der EU anzupassen. Das Dokument beschreibt detailliert die M&ouml;glichkeiten der USA, sich in EU-Prozesse &uuml;ber die Beschr&auml;nkung und Zulassung gef&auml;hrliche Chemikalien einzubringen.<br>\nLaut Analyse internationaler Nichtregierungsorganisationen besteht dadurch nicht nur die Gefahr, dass zuk&uuml;nftige Verbesserungen der Chemikaliensicherheit auf beiden Seiten des Atlantiks verhindert werden. Auch die heute existierenden, m&uuml;hsam errungenen Sicherheitsstandards in der EU im Bereich der Chemikalienzulassung k&ouml;nnten verw&auml;ssert werden.<br>\nDiese Dokumente zeigen auf erschreckende Art und Weise, dass die EU-Kommission, anstatt die h&ouml;heren europ&auml;ischen Standards zu verteidigen, diese den Interessen einer deregulierten Industrie zu opfern bereit ist. Das ist ungeheuerlich. Denn es geht um nicht weniger als um den Schutz von Umwelt und Gesundheit der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger auf beiden Seiten des Atlantiks. In diesem Licht erscheinen die aktuellen Vers&auml;umnisse der EU-Kommission bei der Umsetzung bereits beschlossener Verbote hormonell wirksamer Chemikalien in Pestiziden und Bioziden als vorauseilender Gehorsam gegen&uuml;ber dem Handelspartner USA.<br>\nDer geleakte Text zeigt erneut, dass Konzerne beiderseits des Atlantiks Hand in Hand mit den Verhandlungspartnern alles daran setzen, Umwelt und Sozialstandards aufzuweichen. TTIP stellt Profitinteressen &uuml;ber den Schutz der Gesundheit und der Umwelt und muss daher unbedingt gestoppt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/startseite\/detailansicht\/news\/-8f4e00b0fd\/?no_cache=1&amp;cHash=89e6f78874522f7e089399623c96cf9c\">Attac<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Auf dieser Attac-Seite sind weitere interessante Links zu finden. Beispielsweise die internationale Webseite zum Aktionstag am 11. Oktober 2014.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das Europ&auml;ische Parlament als demokratisches Gewissen<\/strong><br>\nTTIP &ndash; Herausforderung f&uuml;r Politik und Gesellschaft<br>\nHinter dem K&uuml;rzel TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) versteckt sich keinesfalls nur ein &raquo;Freihandelsabkommen&laquo; zwischen der EU und den USA. Es k&ouml;nnte, k&auml;me es zustande wie das vorliegende CETA-Abkommen mit seiner Investitionsschutzklausel, weitreichende Folgen f&uuml;r den Rechtsstaat und die Demokratie haben. Der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses des Europ&auml;ischen Parlaments, erl&auml;utert im Gespr&auml;ch mit Thomas Meyer den schwierigen Verhandlungsprozess, das umstrittene Mandat sowie das Verh&auml;ltnis zwischen den verschiedenen Akteuren und der Europ&auml;ischen Kommission.<br>\nNG\/FH: Ein Grundproblem des ganzen TTIP-Prozesses ist ja, dass er im Geheimen vonstatten geht. Angefangen bei dem &ouml;ffentlich nicht zug&auml;nglichen Mandat ist die ganze Verhandlungsf&uuml;hrung seltsam. Selbst Abgeordnete des Europ&auml;ischen Parlaments d&uuml;rfen nicht alles wissen. Da fragt man sich doch: Warum das Ganze? Das weckt doch einen riesigen Verdacht.<br>\nBernd Lange: Da muss man differenzieren: Die Sache ist dem Europ&auml;ischen Parlament offen zug&auml;nglich &ndash; auch den Kollegen aus dem Bundestag. Das ist ihnen manchmal gar nicht bewusst, aber sie k&ouml;nnen &uuml;ber den Server darauf zugreifen. Was wir nicht bekommen &ndash; und das ist das Heikle &ndash; sind die Dokumente der USA, also deren Verhandlungsposition. Und das finde ich schon ein St&uuml;ck weit inakzeptabel, weil der Verhandlungsprozess dadurch nicht korrekt bewertet werden kann. Dies betrifft die &Ouml;ffentlichkeit dem Parlament gegen&uuml;ber.&#8232;Zum andern ist das Mandat dieses Mal im Vergleich zu anderen Handelsabkommen sehr umfangreich, wenn man es zum Beispiel mit dem Abkommen mit S&uuml;dkorea vergleicht. Dabei entstehen nat&uuml;rlich viele Diskussionen in der &Ouml;ffentlichkeit. Ein Schwachpunkt ist, dass das Mandat nicht ver&ouml;ffentlicht wird. Darum lautet unsere Kernforderung: Das Mandat und die grundlegenden Verhandlungsdokumente m&uuml;ssen ver&ouml;ffentlicht werden, damit wir einen vern&uuml;nftigen gesellschaftlichen Diskurs entwickeln k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.frankfurter-hefte.de\/Aktuelle-Ausgabe\/\">Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte<\/a><\/li>\n<li><strong>Angstgegner Freihandel<\/strong><br>\nDer Angriff auf TTIP ist meinungsstark und faktenschwach.<br>\nDeutschland hat den gr&ouml;&szlig;ten Handels&uuml;berschuss auf Erden, gr&ouml;&szlig;er als der Chinas, dazu die h&ouml;chste Exportquote unter den Industriel&auml;ndern: 40 Prozent vom BIP. Zusammen sind USA und Kanada Deutschlands bester Kunde. Dies zur Einstimmung auf TTIP und Ceta, die transatlantischen Handelsabkommen mit Washington und Ottawa, die Abschottungs-Nationalisten als Verschw&ouml;rung gegen das Modell Europa verteufeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/41\/zeitgeist-ttip\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> &ldquo;Meinungsstark und faktenschwach&rdquo; &ndash; Joffe beschreibt sein eigenes d&uuml;nnes Elaborat schon richtig.<br>\nKein Wort &uuml;ber den entscheidenden Knackpunkt, die Investitionsschutzabkommen und die dazugeh&ouml;rigen Schiedsgerichte, vor denen sich jede Demokratie und jeder Rechtsstaat sch&uuml;tzen m&uuml;sste.<br>\n&ldquo;Deutschland hat den gr&ouml;&szlig;ten Handels&uuml;berschuss auf Erden&rdquo;: zum Gl&uuml;ck wird das mal erw&auml;hnt zwischen all dem sonstigen Geschwafel &uuml;ber die angeblich mangelnde Wettbewerbsf&auml;higkeit Deutschland; nur h&auml;lt Joffe diese absolute Katastrophe in seiner Borniertheit f&uuml;r etwas Gutes.<br>\n&ldquo;Anders als fr&uuml;her schotten sich die Staaten gegen die Konkurrenz nicht mehr mit hohen Zollmauern ab, sondern mit &ldquo;nichttarif&auml;ren Handelshemmnissen&rdquo; wie Gesundheits-, Sicherheits- und Sozialstandards.&rdquo; Gesundheits-, Sicherheits- und Sozialstandards, die demokratisch und zugunsten der B&uuml;rger gesetzt werden (und oftmals viel zu lasch sind), behindern laut Joffe den Freihandel und m&uuml;ssen deshalb weg (?????): bessere Argumente kann Joffe den TTIP-Gegnern nicht liefern.<br>\n&ldquo;Europ&auml;ische Banken w&auml;ren die Diskriminierung durch Governance-Regeln los, die US-Institute nicht einhalten m&uuml;ssen.&rdquo; Nat&uuml;rlich, die Finanzkrise seit 2008 hat ja gezeigt, dass diese ganzen Bank-Regulierungen die Wirtschaft brutal behindern und sowieso unn&ouml;tig sind.<br>\n&ldquo;Der Freihandel hat Abermillionen Gewinner. Blo&szlig; bleiben sie eine gesichtslose Masse, w&auml;hrend die Verlierer immer besser organisiert sind.&rdquo; Joffe gibt also schnell zu, dass es &ldquo;Verlierer&rdquo; geben wird, obwohl doch die Angst vor TTIP angeblich nur ein &ldquo;Zeitgeist&rdquo;-Ph&auml;nomen ist&hellip;<br>\nM&ouml;glicherweise hat sich Joffe diesen inkonsistenten, heuchlerischen und schwachen Artikel von einem Praktikanten oder von einem WELT-Redakteur zusammenschustern lassen. Man kann kaum glauben, dass ein Chefredakteur einer (vor langer Zeit) mal angesehenen Wochenzeitung auf so plattem, niedrigem Niveau daher polemisiert&hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Pressemeldung: TTIP bedroht Finanzmarktregulierung<\/strong><br>\n52 Organisationen kritisieren in einem offenen Brief die Verhandlungen im Rahmen des EU-US-Abkommens zu Finanzm&auml;rkten<br>\nIn einem offenen Brief an Repr&auml;sentanten der EU und der USA kritisieren die 52 Organisationen aus den USA und der EU, darunter Verbrauchersch&uuml;tzer, Gewerkschaften und andere Nichtregierungsorganisationen, dass das geplante EU-US-Handelsabkommen die Regulierung der Finanzm&auml;rkte bedroht.<br>\nIm Brief wird dargelegt, dass ein Handelsabkommen wie TTIP nicht der richtige Ort ist, um &uuml;ber Finanzmarktregulierung zu diskutieren. Auch sei es verfehlt, sich weiter auf die Art Deregulierung zu st&uuml;tzen, die schon aus dem Welthandelsrecht im GATS-Abkommen bekannt ist und zur Finanzkrise gef&uuml;hrt hat. Kritisiert wird insbesondere auch die m&ouml;gliche Einf&uuml;hrung von Schiedsstellen f&uuml;r Investor-Staat-Klagen.<br>\nMarkus Henn, Referent f&uuml;r Finanzm&auml;rkte bei WEED, erkl&auml;rt: &ldquo;Die Bundesregierung hat inzwischen beim CETA-Abkommen mit Kanada erkannt, dass Handelsabkommen die Staaten daran hindern k&ouml;nnen, Finanzkrisen angemessen zu bek&auml;mpfen. Bei TTIP ist dieses Problem genauso vorhanden, aber die Bundesregierung hat sich bislang noch nicht ge&auml;u&szlig;ert, wie sie damit bei TTIP umgehen will.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weed-online.org\/presse\/7926621.html\">weed<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Auch an diesem Beispiel ist zu erkennen, dass CETA und TTIP dem Charakter nach identisch sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Wir w&auml;ren ja bl&ouml;d,&ldquo; meint Kommissar Oettinger<\/strong><br>\nCETA, TiSA, TTIP: Live and let die (Lebt und lasst Gemeinden sterben)<br>\nEin Investor hat mit einem Tourismusprojekt in Libyen 5 Millionen Dollar verloren. Ein Schiedsgericht des Centre for Settlement of Investment Disputs in Washington D. C. hat ihm 935 Millionen Schadenersatz plus Zinsen zugesprochen. Beim Atomausstieg sind deutsche Energiekonzerne auf deutsche Gerichte angewiesen. Vattenfall aber konnte Deutschland in Washington auf 3,5 Milliarden Euro Schadenersatz verklagen, Philip Morris Uruguay auf Aufhebung seines Antirauchergesetzes, Lone Pine die Provinz Quebec auf Freigabe der Schiefergasf&ouml;rderung, Eli Lilly Kanada auf Aufhebung eines Gerichtsurteils, Impreglio Argentinien auf private Wasserversorgung, Achimea die Slowakei auf Aufhebung der Krankenversicherungsreform.<br>\n&bdquo;Wir w&auml;ren ja bl&ouml;d, wenn wir ein Abkommen machen w&uuml;rden, denen alle 28 Staaten zustimmen m&uuml;ssten&ldquo;, sagt EU-Kommissar G&uuml;nther Oettinger. Auf der ersten Seite des Vertragsentwurfs zu TiSA, dem Abkommen zum Handel von Dienstleistungen, steht, dass es erst f&uuml;nf Jahre nach Vertragsschluss ver&ouml;ffentlicht wird. Die EU-Kommission dr&auml;ngt auf eine schnelle Ratifizierung von CETA, dem Handelsabkommen mit Kanada, m&ouml;glichst ohne Beteiligung der Parlamente. Die Verhandlungen waren genauso geheim wie die zum TTIP, dem Handelsabkommen mit den USA.<br>\nWas k&ouml;nnen die Folgen f&uuml;r unsere St&auml;dte und Gemeinden sein? Ein paar Beispiele:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.business-reframing.de\/wir-waeren-ja-bloed-meint-kommissar-oettinger\/\">Business Reframing<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wenn &Ouml;konomen mit dem Recht statt mit Argumenten k&auml;mpfen, wird es gef&auml;hrlich<\/strong><br>\nUnter der Oberfl&auml;che brodelt es in Deutschland gewaltig. Manchmal kommt eine Blase nach oben, so dass man erkennen kann, was im Untergrund eigentlich los ist. So eine Blase ist der Aufsatz von Hans-Werner Sinn in der Financial Times vom 1.10.2014. Dort bezeichnet der M&uuml;nchner &Ouml;konomieprofessor die von der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) geplanten Aufk&auml;ufe von privaten Anleihen als unrechtm&auml;&szlig;ig, weil auch sie eine versteckte Staatsfinanzierung darstellten, die der EZB verboten sei.<br>\nNachdem also &ndash; in der Interpretation von Hans-Werner Sinn und vielen anderen &ndash; der EZB vom Bundesverfassungsgericht (in seiner Entscheidung zum sogenannten OMT, wir haben hier dar&uuml;ber berichtet) &bdquo;verboten&ldquo; wurde, &ouml;ffentliche Anleihen zu kaufen, soll jetzt auch jede andere Art von Quantitative Easing (also direkter Reduktion der langfristigen Zinsen) ausgeschlossen werden.<br>\nMit leichter Hand &bdquo;widerlegt&ldquo; Hans-Werner Sinn die von der EZB bef&uuml;rchtete Gefahr einer Deflation. Erstens stiegen die Preise ja noch und zweitens seien Preissenkungen in S&uuml;deuropa notwendig zur Wiederherstellung der Wettbewerbsf&auml;higkeit. Dass in Deutschland die Preise st&auml;rker steigen k&ouml;nnten, um die Deflationstendenzen, die aus S&uuml;deuropa kommen, auszugleichen, und dass das auch von der Sache her angemessen w&auml;re, weil es ja nachweislich viel st&auml;rker Deutschlands Deflationspolitik im Gefolge der Agenda 2010 als die gro&szlig;z&uuml;gige Lohnpolitik in S&uuml;deuropa war, die die S&uuml;deurop&auml;er in die Klemme gebracht hat und heute zwingt, die L&ouml;hne zu senken, verschweigt er. (Das hat &ndash; die Nachdenkseiten haben darauf verwiesen &ndash; Paul Krugman zu einem kurzen, ironischen Kommentar angeregt.) (&hellip;)<br>\nDie &Uuml;berlegung solcher Kreise ist einfach: Hat man die Argumentation erst einmal auf der juristischen Schiene, kann man die l&auml;stige &Ouml;konomie beiseite schieben und direkt Fakten schaffen, was nur hei&szlig;en kann, der EZB ganz enge Fesseln anzulegen und die Partnerl&auml;nder ein f&uuml;r allemal in die von Deutschland verordnete &bdquo;Disziplin&ldquo; zu zwingen. (Dass das langfristig nicht funktioniert, weil eine ausgehungerte Kuh keine Milch geben kann, selbst wenn sie wollte, kommt noch hinzu und unterstreicht die Kurzsichtigkeit derjenigen, die sich als Melker bet&auml;tigen.) Um zu sehen, wie auf der juristischen Ebene argumentiert werden wird, muss man nur einmal anschauen, wie Professor Paul Kirchhof, ehemaliger Verfassungsrichter und einst Kandidat der CDU f&uuml;r den Posten des Bundesfinanzministers, in der NZZ (dort unter Videos zu finden) den Kredit j&uuml;ngst &bdquo;als Last&ldquo; bezeichnet und der absoluten Schuldenreduktion das Wort geredet hat. Wenn es nicht so traurig w&auml;re, k&ouml;nnte man &uuml;ber diese schw&auml;bische Hausfrau-Philosophie ganz herzlich lachen.<br>\nGestoppt werden k&ouml;nnte diese Art von Dilettantismus nur, wenn sehr viele &Ouml;konomen dagegen laut und vernehmlich die Stimme erh&ouml;ben. Die meisten aber, und auch die meisten derjenigen, die es eigentlich besser wissen k&ouml;nnten, sind nicht bereit, sich offen f&uuml;r &ouml;konomische Vernunft und gegen die &Uuml;bermacht der Geldelite zu stellen. Wenn dann auch noch prominente &Ouml;konomen direkt die Juristen auf den Plan rufen, kann man ziemlich sicher sein, dass die Unvernunft siegen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/klagen-gegen-die-politik-der-ezb-oder-wenn-das-recht-die-oekonomie-abloesen-soll\/\">flassbeck-economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>F&uuml;r gute Leute zahlen Firmen jetzt mehr Geld<\/strong><br>\nHunderttausende von Stellen k&ouml;nnen nicht besetzt werden. Den Unternehmen gehen die guten Bewerber aus. Sie sind deshalb bereit, h&ouml;here L&ouml;hne zu zahlen. Und der Wettbewerb wird sich noch versch&auml;rfen.<br>\nF&uuml;r Unternehmen wird es immer schwieriger, ihre offenen Stellen zu besetzen &ndash; sie sind daher jetzt sogar bereit, f&uuml;r gutes Personal h&ouml;here L&ouml;hne zu zahlen. Bei jeder dritten Neueinstellung gab es im vergangenen Jahr Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung, ergab eine Studie des Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).<br>\nInsgesamt konnten mehr als 800.000 Stellen nicht im ersten Anlauf mit einen geeigneten Kandidaten besetzt werden. Als Hauptursachen f&uuml;r ihre Probleme nannten die westdeutschen Betriebe zu wenige und zu schlecht qualifizierte Bewerber. Sie waren deshalb bereit, h&ouml;here L&ouml;hne zu zahlen, als urspr&uuml;nglich geplant &ndash; um im Kampf um die besten K&ouml;pfe &ouml;fter als Gewinner hervorzugehen.<br>\n&ldquo;Wenn Betriebe im Jahr 2013 Kompromisse eingegangen sind, so geschah dies zun&auml;chst im Hinblick auf den zu zahlenden Lohn&rdquo;, erkl&auml;rten die IAB-Forscher. H&auml;ufig w&uuml;rden gut geeignete Personen gesucht, die &uuml;ber bessere Lohnangebote an die Betriebe gebunden werden sollten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/karriere\/article132865906\/Fuer-gute-Leute-zahlen-Firmen-jetzt-mehr-Geld.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Das ist ja mal &lsquo;ne Meldung wert: wenn Bewerber knapper werden, dann versuchen die Firmen es mit mehr Geld &ndash; Angebot und Nachfrage! Leider wird in dem Artikel nicht richtig definiert, wie die &ldquo;Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung&rdquo; genau aussahen. Wenn es hei&szlig;t, &ldquo;Insgesamt konnten mehr als 800.000 Stellen nicht im ersten Anlauf mit einen geeigneten Kandidaten besetzt werden.&rdquo;, werden Millionen Arbeitslose, die seit Jahren vergeblich eine Stelle suchen, mal ein Tr&auml;nchen f&uuml;r die armen Arbeitgeber verdr&uuml;cken&hellip; Die Suche des Unternehmens hat tats&auml;chlich ein paar Wochen gedauert? Laut der Grafik &ldquo;Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung&rdquo; gibt es bei 25% (im Westen) bzw. 35% (im Osten) der Ungelernten (!!) Probleme bei der Stellenbesetzung, obwohl doch angeblich unsere Millionen Arbeitslose alle &ldquo;ungelernt&rdquo; und damit selbst schuld sind.<br>\nBeeindruckend auch die Ma&szlig;nahmen laut der Grafik &ldquo;Betriebliche Reaktionen auf Engp&auml;sse&rdquo;: &ldquo;mehr Ausbildung&rdquo; und &ldquo;mehr Weiterbildung&rdquo; rangieren ganz vorne &ndash; Selbstverst&auml;ndlichkeiten, die mit oder ohne den angeblichen &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo; notwendig w&auml;ren, aber von den Firmen anscheinend nur widerwillig gew&auml;hrt werden. Daf&uuml;r fehlt in dieser Grafik dann der Punkt &ldquo;bessere Entlohnung&rdquo;, die also doch nicht als notwendig angesehen wird. Dass der Arbeitskr&auml;ftebedarf durch den &ldquo;demographischen Wandel&rdquo; (die Phrase darf nicht fehlen) unabh&auml;ngig von der Konjunktur bspw. auch in der heraufziehenden Rezession hoch bleiben k&ouml;nnte, diese Meinung hat die WELT exklusiv f&uuml;r sich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Union Busting: &raquo;Betriebsrats-Fresser&laquo; in Aktion<\/strong><br>\nUnion Busting, die systematische Bek&auml;mpfung von Betriebsr&auml;ten und gewerkschaftlicher Organisierung, geh&ouml;rt in Deutschland l&auml;ngst zur Angebotspalette von Arbeitsrechtssoziet&auml;ten und internationalen Wirtschaftskanzleien.<br>\nUnternehmer mit gesteigertem Aggressionspotential, die Betriebsratsgr&uuml;ndungen verhindern, bestehende Mitbestimmungsorgane zerm&uuml;rben, gestandene Gewerkschafter im Betrieb zur Aufgabe zwingen wollen, finden im Internet zahlreiche Dienstleister unterschiedlicher G&uuml;te und Preisklasse.<br>\nZum Standardprogramm geh&ouml;ren u.a. Wellen von substanzlosen Abmahnungen und K&uuml;ndigungen, Bespitzelung durch Detektive, dem&uuml;tigende Personalgespr&auml;che und gezieltes Mobbing.<br>\nDie Anbieter solcher Dienstleistungen unterscheiden sich lediglich darin, ob sie diesen Klassenkampf von oben unverhohlen bewerben oder ob sie eher diskret ihre Hilfe zur Bew&auml;ltigung &raquo;betriebswirtschaftlicher Sachzw&auml;nge&laquo; und bei der Einhaltung von &raquo;Effizienzkriterien&laquo; anbieten.<br>\nBislang konnten Union Buster in Deutschland ihre juristischen Winkelz&uuml;ge und Konstruktionen recht ungest&ouml;rt und weitgehend unbeachtet von Gewerkschaften und der &Ouml;ffentlichkeit propagieren, planen und verfeinern. Diese Zeiten k&ouml;nnten sich dem Ende zuneigen. Am 27. M&auml;rz 2014 verhinderte ein lokales B&uuml;ndnis in Stuttgart (&raquo;Initiative Klassenkampf&laquo;) erstmals ein entsprechendes Seminar der Kanzlei Schreiner+Partner. Und am 24.9.2014 organisierte das B&uuml;ndnis &raquo;Aktionskreis Arbeitgebertage&laquo; lautstarken Protest gegen eine von der Verlagsgruppe Rentrop in Hamburg ausgerichtete Fortbildung f&uuml;r Manager (siehe Bericht).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/arbeitsunrecht.de\/union-busting_betriebsratsfresser-aktion\/\">arbeitsunrecht.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Tr&uuml;be Aussichten &ndash; vor allem f&uuml;r prek&auml;r Besch&auml;ftigte<\/strong><br>\nDie Besch&auml;ftigungsentwicklung ist vor dem Hintergrund der konjunkturellen Entwicklung zu sehen: Die Fahrt der europ&auml;ischen Konjunkturlokomotive Deutschland hat sich deutlich verlangsamt. Nachdem zu Beginn der Jahres noch von &raquo;pr&auml;chtigen Aussichten&laquo; mit einem BIP-Wachstum von um die 2% die Rede war, haben die OECD und die Wirtschaftsforschungsinstitute RWI und IWH ihre Wachstumsprognosen f&uuml;r Deutschland bereits auf 1,5% gesenkt.<br>\nIn dieselbe Richtung d&uuml;rfte es in K&uuml;rze bei der Herbstdiagnose deutscher Institute gehen. Dazu passt, dass die im Ifo-Gesch&auml;ftsklimaindex befragten Manager sich so pessimistisch zeigten wie zuletzt vor fast anderthalb Jahren, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer fiel zum f&uuml;nften Mal in Folge. Auch die Stimmung unter den Verbrauchern hat sich eingetr&uuml;bt. Der GfK-Konsumklimaindex sank am Freitag zum zweiten Mal in Folge auf den niedrigsten Stand seit Februar.<br>\nZwischen April und Juni war die deutsche Wirtschaftsleistung um 0,2% geschrumpft. Schwache Exporte und Investitionen konnten nicht durch die stabile Entwicklung des Konsums kompensiert werden. Zunehmend deutlich wurde der Einfluss der au&szlig;enwirtschaftlichen Unsicherheit, etwa infolge der Konflikte in Nahost und in der Ukraine.<br>\nAuch f&uuml;r das dritte Quartal sind die Signale eher verhalten. Falls nun erneute ein Minus vor dem Komma steht, w&uuml;rde Deutschland sogar offiziell in die Rezession rutschen &ndash; die ist definiert als zwei Quartale mit schrumpfender Wirtschaftsleistung in Folge.<br>\nDie R&uuml;ckwirkungen der internationalen Krisen, vor allem des Ukraine-Konflikts mitsamt der Sanktionspolitik gegen&uuml;ber Russland auf die deutsche Wirtschaft treten immer deutlicher zutage. Das gr&ouml;&szlig;te Problem aber bleibt die Schw&auml;che der europ&auml;ischen Nachbarn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/truebe-aussichten-vor-allem-fuer-prekaer-beschaeftigte\/\">Sozialismus aktuell<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&raquo;Wer keine Arbeit hat, wird ausgegrenzt&laquo;<\/strong><br>\nDas regionale B&uuml;ndnis &raquo;Auf Recht bestehen&laquo; im Rhein-Main-Gebiet hat in Frankfurt am Main das Hauptjobcenter besetzt. Gespr&auml;ch mit Bernhard Sch&uuml;lke<br>\nEin B&uuml;ndnis von Erwerbsloseninitiativen, der Partei Die Linke und der Piratenpartei im Rhein-Main-Gebiet hat den bundesweiten Aktionstag am Donnerstag &raquo;Auf Recht bestehen&laquo; genutzt und ein Jobcenter in Frankfurt am Main besetzt. Was war los?<br>\nAuch wenn uns das Sicherheitspersonal leider schnell wieder herausgedr&auml;ngt hat, war es ein wichtiges Signal f&uuml;r die Erwerbslosenbewegung: Wir haben es mit etwa 40 Leuten geschafft, das Hauptjobcenter in Frankfurt am Main zu besetzen. Wir hatten die Gesch&auml;ftsleitung per Megaphon aufgefordert, unsere &raquo;Charta der Selbstverst&auml;ndlichkeiten&laquo; zu unterzeichnen. Selbstverst&auml;ndlich f&uuml;r jedes Jobcenter sollte sein: ein Klima des Willkommens, ein freundlicher Umgangston und Hilfsbereitschaft nach dem Motto &raquo;Hartz IV und Sozialhilfe ist Ihr gutes Recht&laquo;. Weiterhin hatten wir die Leitung aufgefordert, eine Mahnwache mit uns gemeinsam abzuhalten, und eine Schweigeminute f&uuml;r die vielen Hartz-IV-Opfer einzulegen. Wegen K&uuml;rzungen des sowieso zu knapp bemessenen Existenzminimums sind Menschen wohnungslos geworden; einige aus Kummer &uuml;ber Dem&uuml;tigungen erkrankt oder gar in den Suizid getrieben worden. Aufgabe des Jobcenters sollte es sein, qualifizierte Jobs zu vermitteln, von denen Besch&auml;ftigte leben k&ouml;nnen. Was sie tats&auml;chlich tun, haben wir auf einem Flugblatt publiziert, unter Verwendung des Emblems der Arbeitsagentur: &raquo;Wir vermitteln Angst&laquo;. (&hellip;)<br>\nWie kommt es, dass nach langer Zeit des Erduldens Erwerbslose nun auf die Barrikaden gehen?<br>\nWir finden es eine Frechheit, dass Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) den bundesweiten Erwerbslosenverb&auml;nden, die um ein Gespr&auml;ch angefragt hatten, eine Abfuhr erteilt hat. Sie wollten &uuml;ber die geplanten sogenannten Rechtsvereinfachungen im Hartz-IV-System sprechen. Aber, jeder Kontakt zu Erwerbslosen wird verweigert.<br>\nWer kein Geld und keine Arbeit hat, wird ausgegrenzt und Sondergesetzen unterworfen. Gegen&uuml;ber Migranten spielen Jobcenter-Mitarbeiter ihre Macht doppelt diskriminierend aus. All das werden wir nicht akzeptieren.<br>\nWoran liegt es, dass Gewerkschaften so wenig aktiv am Protest teilnehmen?<br>\nWir m&uuml;ssen daran arbeiten, dass sie dieses Problem wichtiger nehmen. Immerhin war der Erwerbslosenausschuss von ver.di mit einem Beschwerdestand vor dem Jobcenter im Stadtteil H&ouml;chst. Leute der Metaller-Arbeitslosen-Initiative (MAI) Frankfurt am Main haben bei unserer Besetzung mitgemacht.<br>\nAuch f&uuml;r uns selber hei&szlig;t es, nicht aufzugeben. Vor dem Offenbacher Jobcenter stehen bereits jeden Montag Leute der dortigen Erwerbsloseninitiative. Viele sind w&uuml;tend, aber mittlerweile durch st&auml;ndige Dem&uuml;tigungen so kaputt, dass sie es nicht mehr schaffen, dem Ausdruck zu geben. Wir wollen dazu ermutigen, es trotzdem zu tun.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/inland\/%C2%BBwer-keine-arbeit-hat-wird-ausgegrenzt%C2%AB\">junge Welt<\/a>\n<p>Passend dazu: <strong>Hausbesuch oder Streichung der Miete<\/strong><br>\nEingriff in Privatsph&auml;re von Hartz IV-Beziehern bei anonymer Denunziation<br>\n&ldquo;Bestehen begr&uuml;ndete Zweifel an der tats&auml;chlichen Nutzung einer Wohnung durch einen Leistungsempf&auml;nger nach dem SGB II (&ldquo;Hartz IV&rdquo;), ist das Jobcenter zur &Uuml;berpr&uuml;fung der Voraussetzungen eines Anspruchs auf Leistungen f&uuml;r Unterkunft und Heizung berechtigt, die tats&auml;chliche Nutzung durch Inaugenscheinnahme der Wohnung (Hausbesuch) zu &uuml;berpr&uuml;fen.&rdquo;<br>\nDas ist die zentrale Aussage eines Beschlusses des Landessozialgerichts Rheinland Pfalz, der am 1. Oktober bekannt gegeben wurde. Die Duldung des Hausbesuchs k&ouml;nne zwar nicht mit Zwangsmitteln durchgesetzt werden, hei&szlig;t es in dem Urteil leicht zynisch. Denn gleichzeitig gibt er dem Jobcenter die Handhabe, die Heizkosten und die Miete zu streichen. Das ist aber ist f&uuml;r Hartz IV-Empf&auml;nger nat&uuml;rlich ein sehr wirkungsvolles Zwangsmittel, weil sie zu Mietschulden und R&auml;umungen f&uuml;hren kann. (&hellip;)<br>\nWas sind begr&uuml;ndete Zweifel?<br>\nDass mit der Entscheidung den Jobcentern eine weitere Handhabe gegen Erwerbslose gegeben wird, zeigt sich schon bei der Formulierung der &ldquo;begr&uuml;ndeten Zweifel&rdquo; an der tats&auml;chlichen Nutzung der Wohnung.<br>\nIm konkreten Fall bekam ein Jobcenter im n&ouml;rdlichen Rheinland-Pfalz einen anonymen Hinweis, dass die 64-j&auml;hrige Hartz IV-Bezieherin bei ihrer Tochter wohnt und die Wohnung, die sie seit 40 Jahren gemietet hat, nicht mehr regelm&auml;&szlig;ig bewohnt. Darauf verlangte das Jobcenter, die Frau solle Sozialdetektiven Zugang zu der Wohnung erm&ouml;glichen. Das lehnte sie aber ab, weil sie nicht einsah, dass sie auf einen anonymen Hinweis die Verletzung ihrer Privatsph&auml;re zulassen soll. Dabei hat die Frau auch Angaben zu ihren Wohnverh&auml;ltnissen nicht verweigert, sondern mit Fotos und einer eidesstattlichen Versicherung kund getan, dass sie die Wohnung nutzt und dort recht spartanisch lebt.<br>\nTrotzdem entschied das Gericht nun, dass sie bis zur Kl&auml;rung des Sachverhalts die Kosten f&uuml;r Miete und Heizung selber tragen muss. Damit reicht ein anonymer Hinweis aus und die Denunzierte muss einenVerdacht entkr&auml;ften, der von ihr unbekannten Menschen, die sich nicht einmal zu erkennen geben m&uuml;ssen, erhoben wird. Das gibt nat&uuml;rlich Menschen Gelegenheit, ihnen missliebige Nachbarn und Kollegen mit Vorw&uuml;rfen zu &uuml;berziehen, wie es eine Hartz IV-kritische Seite mit einem Foto gut dokumentierte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Hausbesuch-oder-Streichung-der-Miete-2411543.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Dieser Fall k&ouml;nnte ein weiteres Beispiel aus Norbert Bl&uuml;ms Buch &bdquo;Einspruch. Wider die Willk&uuml;r an deutschen Gerichten&ldquo; sein: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23403\">Norbert Bl&uuml;m hat mit seinem Buch &bdquo;Einspruch!&ldquo; die Erfahrung und das Empfinden vieler Menschen meisterhaft aufgegriffen.<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Privatinvestitionen und Daseinsvorsorge sind ein Widerspruch<\/strong><br>\nEin Leben in W&uuml;rde hat wichtige materielle Voraussetzungen: Erst die Infrastrukturen unserer Daseinsvorsorge gew&auml;hrleisten z.B. den Zugang zu sauberem Wasser, zu Bildung, zur Energieversorgung, zu Mobilit&auml;t und zu unserem Gesundheitswesen. F&uuml;r die Errichtung dieser Infrastrukturen haben viele hart gek&auml;mpft. Nun sind sie kaputt oder drohen zu verfallen. Aber es soll eine L&ouml;sung geben: Private Investitionen sollen die &ouml;ffentlichen Infrastrukturen retten. Dieses von Minister Gabriel vorgeschlagene und von seinen Amtskollegen Sch&auml;uble und Dobrindt unterst&uuml;tzte Modell hie&szlig; bisher PPP, Public Private Partnership. PPP wurde zuerst in Gro&szlig;britannien entwickelt, und als das erste &bdquo;PPP-Beschleunigungsgesetz&ldquo; 2005 im Bundestag diskutiert wurde, wurde auf die dortigen und angeblich sehr positiven Erfahrungen mehrfach hingewiesen.<br>\nNun sind die Erfahrungen mit PPP allerdings weder in Gro&szlig;britannien noch hier positiv, ganz im Gegenteil. Der milliardenteure Fehlstart von Toll Collect, die Dauerbaustelle Elbphilharmonie Hamburg mit einer Verzehnfachung der Kosten, der unfalltr&auml;chtige Autobahnabschnitt A1 zwischen Hamburg und Bremen, der in Presseberichten &ldquo;die Todesfalle&rdquo; genannt wurde &ndash; mit PPP l&auml;uft jede Menge schief. Und teurer wird es auch, und zwar prinzipiell: Das hat der Bundesrechnungshof immer wieder vorgerechnet, zuletzt wurden 1,9 Milliarden Euro Mehrkosten f&uuml;r nur f&uuml;nf Autobahnprojekte konstatiert. Immer mehr Politiker distanzieren sich von PPP, das Bundesland Sachsen-Anhalt ist ganz aus PPP ausgestiegen und hat gleich auch seine &ldquo;PPP-Taskforce&rdquo; aufgel&ouml;st.<br>\nJetzt bekommt PPP dank Gabriel einen neuen Namen. Auch das hat Gro&szlig;britannien vorgemacht. Nachdem der Finanzausschuss des britischen Unterhauses festgestellt hatte, dass PPP viel teurer kommt als konventionelle Realisierung hat die britische Regierung PPP umgetauft in &bdquo;PF2&ldquo;, sinngem&auml;&szlig; f&uuml;r die &bdquo;2. Generation Private Financed Infrastructure&ldquo;. In Deutschland tagt nun eine Expertenkommission, eigens eingesetzt von Minister Gabriel, um einen neuen Namen f&uuml;r PPP zu suchen. Minister Sch&auml;uble sucht unabh&auml;ngig davon nach etwas, mit dem er seine schwarze Null retten kann. F&uuml;r einen eing&auml;ngigen Begriff, der den Zusammenhang zu PPP verdeckt, ist er auch bereit, eine &Auml;nderung des Grundgesetz anzusto&szlig;en &ndash; wozu hat man eine gro&szlig;e Koalition, wenn nicht f&uuml;r so etwas? Er m&ouml;chte die Verantwortung f&uuml;r Bundesstra&szlig;en beim Bund sehen, vermutlich, damit er ein Maut-Modell konstruieren kann, das zentral Einnahmen f&uuml;r seine geplanten PPPs generiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gemeingut.org\/2014\/10\/privatinvestitionen-und-daseinsvorsorge-sind-ein-widerspruch\/\">GiB<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Allianz: Autobahnbau muss sich lohnen<\/strong><br>\nDie Allianz m&ouml;chte st&auml;rker in den Bau von Autobahnen und in andere Infrastrukturprojekte investieren, verlangt daf&uuml;r aber sichere, ausk&ouml;mmliche Renditen. &ldquo;Wenn wir Eigenkapital einsetzen, erwarten wir schon etwa sieben Prozent, bei riskanten Investments auch mehr&rdquo;, sagte der Chef der Allianz Lebensversicherung, Markus Faulhaber, dem Tagesspiegel (Montagausgabe). &ldquo;Was wir ben&ouml;tigen, sind verl&auml;ssliche Rahmenbedingungen sowie die Sicherheit, dass sich unsere Investition rechnet&rdquo;, betonte der Versicherungschef. Statt Einf&uuml;hrung einer Mautpflicht k&ouml;nnten das auch Zinszusagen, die &ouml;ffentliche Tr&auml;ger machen, sein. Grunds&auml;tzlich stehe die Allianz bereit, in Autobahnen zu investieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/2790\/2846969\/der-tagesspiegel-allianz-autobahnbau-muss-sich-lohnen\">Tagesspiegel Pressemitteilung aus Presseportal<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Da k&ouml;nnte also die Bundesregierung Staatsanleihen f&uuml;r unter 1 Prozent Zinsen vergeben und damit den Autobahnbau finanzieren. Aber nein, man macht lieber Privat-Public-Partnership, l&auml;sst Private Kapital einsetzen, die &ndash; wie soll es auch anders sein &ndash; eben &bdquo;schon etwa 7 Prozent&ldquo; Zinsen erwarten, die der Staat (der Steuerzahler) dann abstottern darf. Das zeigt die ganze Absurdit&auml;t von PPP.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Lkw-Maut: Dobrindt kuschelt mit Konzernen<\/strong><br>\nIn ihren alten Jobs waren sie noch Parteifreunde: Alexander Dobrindt fungierte bis Ende 2013 als Generalsekret&auml;r der CSU, Eckart von Klaeden (CDU) als Staatsminister in Angela Merkels Bundeskanzleramt.<br>\nWenn sie dieser Tage wieder miteinander zu tun haben, stehen sie eigentlich auf entgegengesetzten Seiten: Dobrindt muss als Verkehrsminister daf&uuml;r sorgen, dass der Staat auch nach dem Auslaufen des Vertrags mit der Toll Collect GmbH im August 2015 seine rund vier Milliarden Euro pro Jahr aus der Lkw-Maut einnimmt &ndash; und welches Mautsystem den Bund am wenigsten kostet.<br>\nVon Klaeden ist dagegen vor einem Jahr aus dem Kanzleramt auf den Posten des Cheflobbyisten bei Daimler gewechselt &ndash; jenem Autokonzern, der dieser Tage seine lukrative Beteiligung an der Toll Collect sichern musste, die er 2002 mit der Telekom gegr&uuml;ndet hat.<br>\nDenn laut dem auslaufenden Vertrag hat der Bund das Recht, die Toll Collect fast gratis zu &uuml;bernehmen und selbst zu betreiben &ndash; was ihn billiger k&auml;me, als weiter Daimler und Telekom zu bezahlen. Daf&uuml;r pl&auml;dierten auch die Berater und Beamten des Verkehrsministeriums, ebenso die SPD und die Opposition. Die &Uuml;bernahme h&auml;tte zudem den Vorteil, dass der Staat als Eigner die f&uuml;r 2018 geplante Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstra&szlig;en selbst vorbereiten und den Betrieb dann korrekt ausschreiben k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/lkw-maut-toll-collect-dobrindt-kuschelt-mit-konzernen,1472596,28586584.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Eines der teuersten Kraftwerke der Welt<\/strong><br>\nIm S&uuml;dwesten Englands soll in der Grafschaft Somerset ein neues Atomkraftwerk entstehen, Hinkley Point C. F&uuml;nf Millionen Haushalte soll es dereinst mit Strom versorgen, die Vertr&auml;ge mit dem franz&ouml;sischen Staatskonzern EDF sind ausgehandelt, doch bisher schien ein Hindernis un&uuml;berwindbar: die EU-Kommission. Doch die hat ihre Meinung nun komplett ge&auml;ndert. Gro&szlig;britannien verspricht dem Konzern eine feste Verg&uuml;tung f&uuml;r den Strom, &auml;hnlich dem System, nach dem in Deutschland erneuerbare Energien gef&ouml;rdert werden. Da Atomkraft eine l&auml;ngst etablierte Technologie ist, w&uuml;rde eine solche F&ouml;rderung einer Subvention gleichkommen und w&auml;re damit nach EU-Recht illegal. Den Verdacht &auml;u&szlig;erte EU-Wettbewerbskommissar Joaqu&iacute;n Almunia noch im Dezember vergangenen Jahres und ordnete eine Untersuchung an. Der taz liegt nun das 100-seitige Ergebnis in Ausz&uuml;gen vor, &uuml;ber das die EU-Kommission wahrscheinlich in einer Woche abstimmen wird. Es ist eine komplette Kehrtwende der bisherigen Position. Die alte Kommission soll im letzten Monat ihrer Amtszeit die britischen Subventionen offenbar durchwinken. Die haben es in sich: EDF soll &uuml;ber 35 Jahre eine Verg&uuml;tung von 92,5 Pfund pro Megawattstunde erzeugten Stromes erhalten, inklusive Anpassung an die Inflationsrate. Das ist mehr als das Doppelte des derzeitigen B&ouml;rsenpreises in Gro&szlig;britannien. Wer in Deutschland ein Windkraftwerk betreibt, bekommt im Schnitt rund 30 Prozent weniger &ndash; und das nur &uuml;ber 20 Jahre. &hellip;<br>\nSollte die gesamte Kommission den Pl&auml;nen zustimmen, k&ouml;nnte ein Pr&auml;zedenzfall f&uuml;r Staaten wie Polen, Tschechien, Finnland oder Bulgarien entstehen, die ebenfalls neue Atomkraftwerke wollen und wegen der Risiken keine Investoren finden. So sieht es die &ouml;sterreichische Bundesregierung. Bundeskanzler Werner Faymann k&uuml;ndigte eine Nichtigkeitsbeschwerde vor dem Europ&auml;ischen Gerichtshof an, sollte eine positive Entscheidung fallen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2014%2F10%2F02%2Fa0091&amp;cHash=a656797c313aa7dc72d8407fba00de3a\">taz<\/a>\n<p>anstelle einer Anmerkung: <strong>Dr. Seltsams letzte Tat<\/strong><br>\nIn einem Monat scheidet der spanische Vertreter im Br&uuml;sseler EU-Zentralorgan aus. Eine seiner letzten Taten k&ouml;nnte sein, der Atomindustrie einen goldenen Weg in die Zukunft zu pflastern: Gro&szlig;britannien will seine Atomkraftwerke durch neue ersetzen &ndash; und weil keine Firma der Welt bereit ist, das finanzielle Risiko zu tragen, plant London Subventionen in zweistelliger Milliardenh&ouml;he: im konkreten Fall des AKW Hinkley Point C w&uuml;rde der franz&ouml;sische Staatskonzern EDF profitieren.<br>\nDas aber widerspricht s&auml;mtlichen EU-Wettbewerbsregeln. Mit Blick auf ebendiese brachte Almunia seine halbe Amtszeit damit zu, die F&ouml;rderung erneuerbarer Energien in Deutschland zu torpedieren. In Berlin erkl&auml;rte er stets unschuldig, dass er nicht anders k&ouml;nne, als das deutsche EEG zu kritisieren, die Subventionen verzerrten den Markt, es gebe Beschwerden aus anderen Mitgliedsl&auml;ndern. Die EU-Kommission verfasste zudem Positionspapiere, in denen stand, dass nur neue Technologien gef&ouml;rdert werden d&uuml;rften, sp&auml;ter m&uuml;ssten sie sich dem freien Markt stellen &ndash; f&uuml;r die 60 Jahre alte Atomkraft will Almunia das nun nicht mehr gelten lassen und die Subventionen durchwinken.<br>\nNoch hat die Kommission dem Vorsto&szlig; Almunias nicht zugestimmt. Sollte sie es tun, w&uuml;rde sie einen Pr&auml;zedenzfall schaffen. Auch andere L&auml;nder w&uuml;rden auf Atomsubventionen pochen und damit Firmen wie die russische Rosatom alimentieren, die ebenfalls in Gro&szlig;britannien AKWs bauen will. Doch das Problem ist noch umfassender: Wenn schon freien Markt &uuml;ber alles, dann bitte neutrale Wettbewerbsh&uuml;ter. Diesen Grundpfeiler der EU rei&szlig;t Almunia ein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F10%2F02%2Fa0141&amp;cHash=7b98812afd2317feff01aadd0ca8e365\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Bundesregierung erlaubt umstrittene Waffenexporte<\/strong><br>\nDer Bundessicherheitsrat erlaubt R&uuml;stungsexporte an arabische Staaten. Auch an solche, die im Verdacht stehen, den &ldquo;Islamischen Staat&rdquo; unterst&uuml;tzt zu haben.<br>\nDie Opposition &uuml;bt scharfe Kritik an Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der eine zur&uuml;ckhaltende Waffenexport-Politik angek&uuml;ndigt hatte&hellip;<br>\nDie genehmigten Exporte d&uuml;rften neun Monate nach dem Amtsantritt Gabriels den politischen Druck auf den Minister erh&ouml;hen, der eine restriktivere R&uuml;stungsexportpolitik angek&uuml;ndigt hatte&hellip;<br>\nDie Opposition &uuml;bte scharfe Kritik an den Genehmigungen: &ldquo;Gabriel ist offenbar komplett vor der R&uuml;stungslobby eingeknickt&rdquo;, sagte Linken-Bundestagsabgeordnete Jan van Aken der S&uuml;ddeutschen Zeitung. Es sei &ldquo;unfassbar&rdquo;, dass er den Export von Panzerfahrzeugen nach Katar genehmige, &ldquo;das Land, das ganz unverhohlen die Dschihadisten in Irak und Syrien unterst&uuml;tzt&rdquo;, so van Aken.<br>\nDer Emir von Katar hatte diesen Vorwurf j&uuml;ngst bei einem Besuch in Berlin zur&uuml;ckgewiesen. Katar und Saudi-Arabien sind inzwischen der von den USA gef&uuml;hrten Allianz im Kampf gegen den IS beigetreten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/arabische-staaten-bundesregierung-erlaubt-umstrittene-waffenexporte-1.2157194\">SZ<\/a>\n<p>dazu: <strong>Vizepanzler&#8236; Gabriel hat wieder zugeschlagen<\/strong><br>\nAm 17. September fand wieder eine Sitzung des Bundessicherheitsrates statt, genehmigt wurden unter anderem 45 gepanzerte Fahrzeuge nach Katar und &uuml;ber 3000 Maschinenpistolen in die Vereinigten Arabischen Emirate.<br>\nGabriel ist damit offenbar komplett vor der R&uuml;stungslobby eingenickt. Wenn er noch einmal von einer &ldquo;zur&uuml;ckhaltenden&rdquo; oder &ldquo;restriktiven&rdquo; Exportpolitik redet, m&ouml;ge er vor Scham in den Boden versinken. Und selbst bei den Kleinwaffen, die sogar Gabriel als besonders gef&auml;hrlich eingestuft hat, l&auml;sst er jede Hemmung fallen und genehmigt gleich 3.012 Maschinenpistolen in die VAE &ndash; in den letzten Jahren hatten die maximal ein paar hundert bekommen.<br>\nHier das Originalschreiben von Gabriel mit der <a href=\"http:\/\/www.jan-van-aken.de\/files\/bsr_entscheidungen_sept_2014.pdf\">Liste der genehmigten Waffenexporte [PDF]<\/a>.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/jan.vanaken.96\/posts\/823895740983819?fref=nf\">Jan van Aken via Facebook<\/a><\/p>\n<p>und: <strong>Lammert will Bundestag raushalten<\/strong><br>\nR&uuml;stungsexporte an arabische Staaten erhitzen weiter die Gem&uuml;ter. In der SPD gibt es Irritationen &uuml;ber den zust&auml;ndigen Wirtschaftsminister aus den eigenen Reihen. Eine Zustimmungspflicht des Bundestages will dessen Pr&auml;sident Norbert Lammert aber nicht.<br>\nBundestagspr&auml;sident Norbert Lammert (CDU) ist strikt dagegen, die Zustimmung des Parlaments zur Voraussetzung f&uuml;r Waffenexporte zu machen. In einem Interview des Berliner &laquo;Tagesspiegels am Sonntag&raquo; zeigte sich Lammert &laquo;au&szlig;erordentlich zur&uuml;ckhaltend, was die von einigen Kollegen angestrebte Erweiterung der f&ouml;rmlichen Zust&auml;ndigkeiten des Parlaments in Fragen der Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik angeht&raquo;.<br>\nEr halte &laquo;&uuml;berhaupt nichts davon, die Lieferung von R&uuml;stungsg&uuml;tern von einer Zustimmung des Bundestages abh&auml;ngig zu machen&raquo;. Die schwierige Abw&auml;gung technischer wie politischer Aspekte werde nicht dadurch einfacher oder im Ergebnis besser, wenn sie von 631 Abgeordneten vorgenommen werde, sagte der Parlamentspr&auml;sident zur Begr&uuml;ndung. Au&szlig;erdem habe der Bundestag jederzeit die M&ouml;glichkeit, eine Entscheidung der Regierung zu konterkarieren.<br>\nKritik an Gabriel<br>\nVor einigen Tagen hatte die Bundesregierung erneut R&uuml;stungsexporte an arabische Staaten in gro&szlig;em Umfang genehmigt, was Kritik der Opposition an Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zur Folge hatte. Vor allem der Umstand, dass sie weder eine Vorab-Nachricht noch Begleitinformationen zu den Lieferungen erhalten h&auml;tten, emp&ouml;rt laut &laquo;Spiegel&raquo; die Sicherheitsexperten der SPD-Bundestagsfraktion. &laquo;Selbst wenn es sich um alte Zusagen handelt, wirft der Export Fragen auf, die wir im Parlament diskutieren m&uuml;ssen&raquo;, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Rolf M&uuml;tzenich dem Magazin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/waffenexporte-lammert-lammert-will-bundestag-raushalten,1472596,28648934.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Ein Beispiel f&uuml;r die Selbstbeschr&auml;nkung des deutschen Parlaments, wenn dessen Pr&auml;sident keine Pflicht will. Die Begr&uuml;ndung ist zumindest irritierend: Offenbar h&auml;lt er die Mitglieder des Deutschen Bundestages f&uuml;r nicht clever genug.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Amazon &ndash; kleine H&auml;ndler im W&uuml;rgegriff<\/strong><br>\nWer im Internet etwas bestellen will, landet meistens irgendwann bei Amazon, dem gr&ouml;&szlig;ten Online-Versandhaus in Deutschland. Amazon-Kunden sind aber nicht nur die Verbraucher, sondern auch viele Online-H&auml;ndler, die ihre Produkte &uuml;ber die Website des US-Konzerns anbieten.<br>\nAmazon w&auml;chst zweistellig. Weltweit, aber auch hierzulande. Dabei lege das US-Unternehmen in diesem Jahr in Deutschland so viel zu, wie Karstadt Umsatz mache, sagt Professor Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. &bdquo;Diese Feuerwalze &uuml;berrennt den Handel. Und da stellt sich die Frage berechtigt: Warum setzt niemand der Feuerwalze etwas entgegen?&ldquo;<br>\nDer Sportartikel-H&auml;ndler Philipp Puttkamer schw&ouml;rt auf Amazon. Er gibt Seminare und hat ein Buch herausgebracht: &bdquo;Amazon &ndash; Die Million&auml;rsfabrik&ldquo;, eine Anleitung zum Erfolg. Puttkammer: &bdquo;Sie m&uuml;ssen sich das vorstellen wie ein Kochbuch. Ich gebe Anleitungen, ich gebe Rezepte, um diesen Erfolg zu erreichen. Sie brauchen das nur nachkochen.&ldquo; (&hellip;)<br>\nAmazon &ndash; ein undemokratischer Marktplatz<br>\nDas eigentliche Entscheidungszentrum von Amazon liegt in den USA, wo das Unternehmen Mitte der 90er Jahre von Jeff Bezos gegr&uuml;ndet wurde. Er ist heute noch der Big Boss. Bezos baut seine Produktpalette st&auml;ndig weiter aus. Inzwischen sind sogar Frischwaren im Angebot. In Deutschland gibt es daf&uuml;r noch Superm&auml;rkte und reale Marktpl&auml;tze. Die Frage ist: Wie lange noch?<br>\nHandelsexperte Gerrit Heinemann sieht die wachsende Macht des Konzerns mit gro&szlig;er Sorge. Auf einem traditionellen Marktplatz, sagt er, stelle die Stadt die Infrastruktur, deren Regeln &bdquo;quasi demokratisch erarbeitet oder abgestimmt&ldquo; seien. Daran w&uuml;rden sich auch alle halten. &bdquo;Auf einem Amazon-Marktplatz bestimmt die Regeln ganz klar Amazon.&ldquo;<br>\nPolitik muss Primat der Technologie stoppen<br>\nAuch Sascha Lobo &ndash; er gilt als einer der profiliertesten Beobachter der Netzwelt &ndash; fordert Grenzen. Der Blogger und Autor kritisiert, dass die Politik der rasend schnellen Digitalisierung des Lebens immer mehr hinterherhinkt. Dadurch ergebe sich &bdquo;ein Primat der Technologie&ldquo;. Das bedeute, unsere Gesellschaft funktioniere &bdquo;auf die Weise, was ist m&ouml;glich. Und das wird dann gemacht.&ldquo; Lobo h&auml;lt es dagegen f&uuml;r sinnvoller, zu fragen, was denn gesellschaftlich akzeptabel und duldbar sei. Deshalb sei er &bdquo;sehr strikt f&uuml;r ein Primat der Politik&ldquo;. Daf&uuml;r m&uuml;sse man die Technologie im Zaum halten und ihr keinen freien Lauf lassen. Das sei allerdings sehr schwierig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/wirtschaft-boerse\/plusminus\/sendung\/sr\/2014\/1102014-amazon-102.html\">DasErste.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Folgen der Ebola-Epidemie: Das Virus steckt die Volkswirtschaften an<\/strong><br>\nDie Ebola-Epidemie in Westafrika fordert einen f&uuml;rchterlichen Tribut. Ende September &uuml;berschritt die Zahl der Toten laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den drei haupts&auml;chlich betroffenen L&auml;ndern die Schwelle von 3000. Obwohl die Seuche Anfang Jahr in Guinea begonnen hatte, werden dessen Nachbarl&auml;nder Liberia und Sierra Leone mittlerweile st&auml;rker in Mitleidenschaft gezogen, weil das Virus dort von den l&auml;ndlichen Seuchenherden auf urbane Zentren &uuml;bergegriffen hat. Das amerikanische Gesundheitsministerium warnte Mitte September vor einem Worst-Case-Szenario, gem&auml;ss dem die Zahl der Erkrankungen in Liberia und Sierra Leone bis Ende Jahr auf mehrere hunderttausend steigen k&ouml;nnte. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind in den beiden genannten L&auml;ndern, die zu den einkommensschw&auml;chsten in Afrika z&auml;hlen, am schlimmsten. In Sierra Leone versch&auml;rften die Beh&ouml;rden im September die Quarant&auml;ne-Massnahmen, von denen nun alle 14 Distrikte des Landes betroffen sind. Von 5,7 Mio. Sierra-Leonern sitzen mittlerweile mehr als 1 Mio. in ihren D&ouml;rfern und Quartieren fest. In der Folge brachen die lokale Landwirtschaft und der Handel zusammen. Bauern pflanzten ihre Felder vor Beginn der Regenzeit im August oft gar nicht mehr an. Zehntausende von ihnen flohen in die St&auml;dte; seit der milit&auml;rischen Absperrung der Seuchenherde k&ouml;nnten sie &ndash; selbst wenn sie wollten &ndash; ihre Felder nicht mehr bestellen. Andernorts sind hohe Ernte- und Nachernteverluste zu erwarten. Bauern sind es gewohnt, f&uuml;r die Arbeiten Gruppen von jugendlichen Tagl&ouml;hnern anzuheuern, aber Versammlungsverbote verunm&ouml;glichen dies nun. Die Landwirtschaft ist in Liberia (40% des Bruttoinlandprodukts; BIP) und Sierra Leone (Anteil 57%) der wichtigste Erwerbszweig. Die traditionelle Arbeitsweise auf den Feldern und im l&auml;ndlichen Zwischenhandel ist, wie &uuml;berall in Westafrika, arbeitsintensiv organisiert. Normalerweise ist also eine Vielzahl von Akteuren an den Austauschbeziehungen beteiligt; wird die Bewegungsfreiheit unterbunden, kommen diese zum Erliegen. Aber ausgerechnet die am schlimmsten betroffenen Landstriche im S&uuml;dosten Sierra Leones und Nordosten Liberias gelten als &laquo;Getreidespeicher&raquo; der beiden L&auml;nder. Seitdem die Epidemie auf St&auml;dte &uuml;bergegriffen hat, gehen auch die Einkommen von Dienstleistern, vor allem im informellen Sektor, dramatisch zur&uuml;ck. &ndash; Die Furcht vor Ansteckung f&uuml;hrt zum R&uuml;ckzug von einfachen Besch&auml;ftigten und F&uuml;hrungskr&auml;ften von ihren wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten, auch, wenn dies nicht angebracht w&auml;re. Laut einem k&uuml;rzlich erschienenen Bericht der Weltbank &uuml;ber die Folgen der Ebola-Krise waren entsprechende Reaktionen schon zwischen 2002 und 2004 f&uuml;r 80% bis 90% der wirtschaftlichen Verluste der Lungenkrankheit Sars und des Schweinegrippe-Virus H1N1 vor f&uuml;nf Jahren verantwortlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/das-virus-steckt-die-volkswirtschaften-an-1.18396116?extcid=Newsletter_03102014_Top-News_am_Morgen\">NZZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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