{"id":23490,"date":"2014-10-06T14:09:39","date_gmt":"2014-10-06T12:09:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23490"},"modified":"2014-10-07T08:08:22","modified_gmt":"2014-10-07T06:08:22","slug":"der-weltpolizist-aggressiv-und-verlogen-dazu-drei-interessante-dokumente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23490","title":{"rendered":"Der Weltpolizist \u2013 aggressiv und verlogen. Dazu drei interessante Dokumente."},"content":{"rendered":"<p>Die Rede des amerikanischen Pr&auml;sidenten vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen vom 25. September 2014 ist zu wenig beachtet worden. Sie ist sehr aufschlussreich: Sie offenbart die Strategie der USA. Nach der Methode &sbquo;Haltet den Dieb&lsquo; wird anderen unterstellt, was man selbst tut. Die Welt wird aufgeteilt in Gut und B&ouml;se. B&ouml;se sind die Russen und die Terroristen des IS. &ndash; Die Getriebenheit und Durchtriebenheit des amerikanischen Pr&auml;sidenten erhellt das zweite Dokument. Es ist ein Beitrag von Robert Parry in Consortium News vom 3. Oktober. Es geht dabei um Syrien, u.a. um den Giftgas-Einsatz vom 21.8.13, den der Autor Rebellen zuschreibt und dies begr&uuml;ndet, und um die von langer Hand und von Neocons geplante Destabilisierung Syriens auch mithilfe der T&uuml;rkei. Das Dritte ist ein Pl&auml;doyer des fr&uuml;heren Au&szlig;enministers und Ministerpr&auml;sidenten von Frankreich Dominique de Villepin, nach anderen als kriegerischen Wegen zur L&ouml;sung von Konflikten zu suchen. Alle drei Beitr&auml;ge sind lesenswert. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nDank Gerhard Kilper ist der Artikel von Villepin (Anlage C) ins Deutsche &uuml;bersetzt, das gleiche gilt f&uuml;r die Rede Obamas (Anlage A). Sie wird von der US Botschaft in Berlin in Deutsch angeboten. Den Hinweis auf den Artikel von Parry (Anlage B) verdanken wir Norman Birnbaum; Norman schreibt zu Parry: he is a well known investigative journalist &hellip;  er ist ein bekannter investigativer Journalist, der gro&szlig;e Verdienste bei der Aufkl&auml;rung der Iran-Contra-Aff&auml;re und anderer Geheimdienstskandale erworben hat. Sein Text liegt leider nur auf Englisch vor. <strong>Nachtrag 7.10.:<\/strong> Dank der &Uuml;bersetzung durch den NachDenkSeitenleser Helmut Ruch liegt jetzt auch eine &Uuml;bersetzung vor. Siehe unten.<\/p><p><strong>Interessantes und Widerspr&uuml;chliches, u.a.: <\/strong><\/p><ol>\n<li>Obama greift Russland unverhohlen an und verbindet Russlands Verhalten mit den Terroristen in Syrien und im Irak. W&ouml;rtlich: &bdquo;Die russische Aggression in Europa erinnert uns an die Zeiten, als gro&szlig;e Staaten die kleineren in ihrem Streben nach territorialen Zielen einfach zertrampelten. Die Brutalit&auml;t der Terroristen in Syrien und im Irak zwingt uns, in das Herz der Finsternis zu blicken.&ldquo; &ndash; Offensichtlich ist das wieder der Versuch, die Welt in Gut und B&ouml;se aufzuteilen und mit affirmativen, das meint: mit frechen Behauptungen von der eigenen Verantwortung abzulenken. In der Vorstellungswelt des Barack Obama bzw. seiner Redenschreiber begann der Konflikt in der Ukraine mit der Intervention Russlands. Die Destabilisierungspolitik der USA in der Ukraine wie auch in Syrien wird weggewischt. (In diesem Zusammenhang verweise ich zum Kontrast und zur Erl&auml;uterung auf die Rede von Putin vom 18. M&auml;rz 2014. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21147\">Siehe hier.<\/a>)<\/li>\n<li>In dem Artikel von Robert Parry wird am Beispiel Syriens die Destabilisierung beschrieben. Offensichtlich will eine Koalition aus geheimdienstlichen Kr&auml;ften der T&uuml;rkei, Israels, Quatars und der USA Assad aus dem Amt entfernen, wie zuvor schon Gaddafi.<\/li>\n<li>Laut Parry hat diese &bdquo;Koalition&ldquo; auch wesentlichen Anteil am Aufbau der Terrorgruppe Islamischer Staat.<\/li>\n<li>Aus der Sicht des US-Pr&auml;sidenten entstand diese Gefahr vor allem aus einer religi&ouml;sen Verirrung. F&uuml;r Obama ist dieser Terrorismus religi&ouml;s bedingt. Wir h&auml;tten es mit einer &bdquo;m&ouml;rderischen, ideologischen Sorte von Terroristen zu tun, die eine der gr&ouml;&szlig;ten Weltreligionen pervertiert haben.&ldquo; Damit schiebt er zugleich die Verantwortung weg. Offenbar erkennen die hinter Obama steckenden oder ihn treibenden Kr&auml;fte nicht, welche bedeutende Rolle die USA bei der F&ouml;rderung des Terrorismus in der Welt spielen.<\/li>\n<li>Der US-Pr&auml;sident beklagt das Versagen unseres internationalen Systems. Zu oft sei es nicht gelungen, internationale Normen durchzusetzen. Hier wird mit der Methode &bdquo;Haltet den Dieb&ldquo; operiert. Die USA haben internationale Normen sehr oft verletzt, so zum Beispiel bei den milit&auml;rischen Interventionen im Kosovo Krieg, im Irak und in Afghanistan. Ihre Drohnen-Angriffe, die an vielen Orten begangene Folter wie auch das Lager in Guantanamo sind Belege f&uuml;r die Missachtung dieser Regeln. Gerade die USA haben auf vielf&auml;ltige Weise zu einer Schw&auml;chung der UNO beigetragen. Jetzt ihr Versagen zu beklagen, ist ausgesprochen verlogen.<\/li>\n<li>Obama tut in seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen so, als h&auml;tten die USA keine anderen Probleme und als h&auml;tte die Welt keine anderen Probleme als die Terroristen im mittleren Osten (von Russland und der Ukraine und Ebola abgesehen). Offensichtlich wird der IS- Terrorismus als eine Art Gottesgeschenk betrachtet, um davon abzulenken, dass die USA ziemlich kaputt sind, unregierbar und ohne Wertorientierung. (Siehe dazu auch Norman Birnbaum in seinen Berichten f&uuml;r die NachDenkSeiten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22197\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23310\">hier<\/a>.)<\/li>\n<li>Obama beklagt die brutale Gewalt der K&auml;mpfer des Islamischen Staats und sagt: &bdquo;Kein Gott hei&szlig;t diesen Terror gut. Keine Unzufriedenheit rechtfertigt diese Handlungen. Es kann keine Verhandlungen mit diesem B&ouml;sen geben, man kann ihm nicht mit logischen Argumenten beikommen. Die einzige Sprache, die solche M&ouml;rder verstehen, ist die Sprache der Gewalt.&ldquo; &ndash; Der ehemalige Ministerpr&auml;sident und Au&szlig;enminister Frankreichs empfiehlt eine differenziertere Politik: &bdquo;Antiterrorkriege, das haben die Kriege in Afghanistan und im Irak gezeigt, k&ouml;nnen nicht gewonnen werden. Das Gesetz des Guerilla-Krieges dominiert. Diese Kriege sind unendliche Kriege gegen einen sich immer wieder neu aufstellen Feind, der an Legitimit&auml;t, Wahrnehmbarkeit und Glaubw&uuml;rdigkeit gewinnt &ndash; es sind Kriege ohne Hoffnung. Selbst wenn wir den Islamischen Staat (IS) vernichten, werden neue schiitische, sunnitische, islamistische oder nationalistische Konflikt-Herde auftauchen. Zehn Jahre nicht abgestimmte Kriege im Mittleren Orient standen Pate bei der Geburt des IS, n&auml;hrten ihn und verschafften ihm Zulauf.&ldquo; Und weiter: &bdquo;Vonn&ouml;ten ist &hellip; eine politische Strategie zur Eind&auml;mmung und Erstickung des IS, &hellip;&ldquo;. Dominique de Villepin beschreibt dann noch, welche konkreten Schritte er in der Vergangenheit vorgeschlagen hat. Jedes Mal seit der Einwand gekommen, es gebe nur den Krieg und sonst nichts. &bdquo;Und selbst wenn der Krieg dann nichts taugt, warum dann diese Kriegslogik?&ldquo;<\/li>\n<li>Villepin sieht Frankreich wie den ganzen Westen dabei, in den demokratisch-westlichen Militarismus abzugleiten. Ich zitiere ein paar kluge S&auml;tze dieses franz&ouml;sischen Politikers: &bdquo;Aber das B&ouml;se ist heute viel umfassender verbreitet und hat sich des ganzen Westens bem&auml;chtigt. Der Anti-Terrorkrieg begeht Verrat an unserer Sicht der Welt, er verk&ouml;rpert die Suizid-Versuchung einer Zivilisation. Diese leidet an gef&uuml;hlter Ohnmacht und an gef&uuml;hltem Abstieg, an Angst vor der Welt und den anderen  und sie leidet auch an ihrer &Uuml;berzeugung ethisch-moralischer &Uuml;berlegenheit. Der Islamismus wiederum hat die Form eines nihilistischen Rausches angenommen. Der Mittlere Orient erlebt gegenw&auml;rtig eine Modernisierungskrise, der den gewachsenen r&eacute;gional-konfessionellen und nationalen Identit&auml;ten schwer zusetzt. Schon die Kolonisierung schw&auml;chte traditionelle Solidarit&auml;tsbande, die Globalisierung fegte sie dann vollends hinweg. Wirtschaftliche Entwicklung und die Herausbildung neuer Mittelklassen, verbunden mit dem Aufschwung der Kommunikationsmedien weckten alte D&auml;monen und schufen neue &Auml;ngste.\n<p>Das von George W. Bush imaginierte Feindbild globaler Krieg gegen den Terrorismus findet seinen Widerpart im globalen Kalifat. Mit gleicher Neigung f&uuml;r Ideologie, mit gleichem Gewaltreflex und mit gleicher Bilder-Leidenschaft. Das ist die Falle der Opfer-Konkurrenz und des Tangos der Schlachth&ouml;fe! Ein Feindbild n&auml;hrt das andere und beide geben sich mit Leib und Seele ihren &Auml;ngsten hin. Der islamische Terrorismus erg&ouml;tzt sich an der Inszenierung seines Opfertums, die westlichen L&auml;nder neigen dazu, ihre Kollateralsch&auml;den zu verstecken.&ldquo; &ndash; Das ist ein ausgezeichneter Kommentar zur UNO-Rede des amerikanischen Pr&auml;sidenten. Wenn man die Analyse des Franzosen teilt, dann wei&szlig; man zugleich, in welcher gef&auml;hrlichen Konstellation wir leben, wenn der &bdquo;Weltpolizist&ldquo; so beschaffen ist, wie Obamas Rede zeigt. Die USA sind zu einem Sicherheitsrisiko geworden.<\/p><\/li>\n<li>Vor der UNO hat nicht Obama gesprochen, k&ouml;nnten Freunde dieses Pr&auml;sidenten sagen. Das tut aber leider nichts zur Sache. Autor Parry zeigt sehr sch&ouml;n, wie die Neokonservativen der USA ihre eigene Au&szlig;enpolitik machen. In der Rede Obamas wird sichtbar, wie sehr er sich in deren politische Linie eingereiht hat und zu ihrem Instrument wird. Viel nutzen wird ihm das nicht, weil die Neocons jetzt Obama angreifen, indem sie behaupten, er h&auml;tte zu lange damit gewartet, die Rebellen in Syrien zu unterst&uuml;tzen, und von ihm verlangen, dass er von den Bombardements des Islamischen Staats fortschreitet zur Zerst&ouml;rung der syrischen Luftstreitkr&auml;fte und der Verordnung einer Flugverbotszone.<\/li>\n<li>Robert Parry nennt am Ende seines Artikels eine Chance des Pr&auml;sidenten Obama: Er k&ouml;nnte das Versagen der US-Geheimdienste bei der Einsch&auml;tzung der Urheber des Sarin Gas Angriffs vom 21. August 2013 und die damals schon vorliegenden Zweifel mancher CIA-Analytiker an der Verantwortung Assads nutzen, um neues Licht auf die Zusammenarbeit von t&uuml;rkischen und arabischen Nachrichtendiensten zu werfen, die mit der Hilfe der Neokonservativen der USA den Aufstieg der Terroristen des islamischen Staates erm&ouml;glicht haben.<\/li>\n<\/ol><p><strong>Es folgen die Texte der Rede von Obama (A), des Artikels von Robert Parry (B) und von Dominique de Villepin (C):<\/strong><\/p><ol type=\"A\">\n<li><strong>Pr&auml;sident Obama vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen<br>\nNEW YORK &ndash; (AD) &ndash; Nachfolgend ver&ouml;ffentlichen wir die Rede, die US-Pr&auml;sident Obama am 25. September 2014 vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen hielt. (US-Botschaft Berlin)<\/strong>\n<p>Herr Pr&auml;sident, Herr Generalsekret&auml;r, verehrte Delegierte, meine Damen und Herren, wir treffen uns hier am Scheideweg zwischen Krieg und Frieden, zwischen Chaos und Integration, zwischen Angst und Hoffnung.<\/p>\n<p>Auf der ganzen Welt gibt es Zeichen des Fortschritts. Der Schatten des Weltkriegs, der zur Zeit der Gr&uuml;ndung dieser Institution noch vorhanden war, hat sich gelichtet und die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen Gro&szlig;m&auml;chten hat sich verringert. Die Zahl der Mitgliedsl&auml;nder hat sich mehr als verdreifacht und es leben mehr Menschen unter von ihnen selbst gew&auml;hlten Regierungen. Hunderte Millionen Menschen wurden aus dem Gef&auml;ngnis der Armut befreit und die Zahl derer, die in extremer Armut leben, wurde um die H&auml;lfte reduziert. Nach der schwersten Finanzkrise, die wir erlebt haben, setzt sich die Stabilisierung der Weltwirtschaft weiter fort. <\/p>\n<p>Heute ist es m&ouml;glich, in einer Hand mehr Informationen zu halten als die gr&ouml;&szlig;ten Bibliotheken der Welt beinhalten, egal, ob man mitten in Manhattan oder in dem Dorf meiner Gro&szlig;mutter, gut 200 Meilen von Nairobi entfernt, lebt. Gemeinsam haben wir gelernt, Krankheiten zu heilen und die Kraft des Windes und der Sonne zu nutzen. Die Existenz dieser Institution ist eine einmalige Errungenschaft &ndash; die Menschen auf der ganzen Welt haben entschieden, ihre Differenzen friedlich beizulegen und ihre Probleme gemeinsam zu l&ouml;sen. Ich sage den jungen Menschen in den Vereinigten Staaten h&auml;ufig, dass dies unabh&auml;ngig von den Schlagzeilen der beste Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte ist, um auf die Welt zu kommen, denn die Chance, dass man Lesen und Schreiben lernt, gesund ist und seine Tr&auml;ume verwirklichen kann ist heute gr&ouml;&szlig;er als je zuvor.<\/p>\n<p>Und doch gibt es eine tiefe Unsicherheit &ndash; ein Gef&uuml;hl, dass dieselben Kr&auml;fte, die uns zusammengef&uuml;hrt haben, zu neuen Gefahren gef&uuml;hrt haben und es den einzelnen L&auml;ndern schwer machen, sich vor den globalen Kr&auml;ften zu sch&uuml;tzen. W&auml;hrend wir uns hier versammeln, werden die &ouml;ffentlichen Gesundheitssysteme Westafrikas von einer Ebola-Epidemie &uuml;berw&auml;ltigt, die droht, sich schnell &uuml;ber Grenzen hinweg auszubreiten. Die russische Aggression in Europa erinnert uns an die Zeiten, als gro&szlig;e Staaten die kleineren in ihrem Streben nach territorialen Zielen einfach zertrampelten. Die Brutalit&auml;t der Terroristen in Syrien und im Irak zwingt uns, in das Herz der Finsternis zu blicken.<br>\nJedes einzelne dieser Probleme erfordert unsere sofortige Aufmerksamkeit. Aber sie sind auch Symptome eines umfassenderen Problems: des Versagens unseres internationalen Systems, mit den Ver&auml;nderungen in einer verflochtenen Welt mitzuhalten. Wir alle haben nicht angemessen in die Kapazit&auml;ten des &ouml;ffentlichen Gesundheitswesens in Entwicklungsl&auml;ndern investiert. Zu oft ist es uns nicht gelungen, internationale Normen durchzusetzen, wenn es unbequem war. Und wir sind nicht energisch genug gegen Intoleranz, Sektierertum und die Hoffnungslosigkeit vorgegangen, die den gewaltsamen Extremismus in zu vielen Teilen der Welt n&auml;hrt.<\/p>\n<p>Verehrte Delegierte, wir kommen hier als vereinte Nationen zusammen, die eine Entscheidung f&auml;llen m&uuml;ssen. Wir k&ouml;nnen das internationale System, das so viele Fortschritte erm&ouml;glicht hat, erneuern, oder wir k&ouml;nnen zulassen, dass der Sog der Instabilit&auml;t uns wieder in alte Gewohnheiten verfallen l&auml;sst. Wir k&ouml;nnen unsere kollektive Verantwortung, globale Probleme anzugehen, nochmals bekr&auml;ftigen, oder wir k&ouml;nnen uns von immer neuen Ausbr&uuml;chen der Instabilit&auml;t &uuml;berw&auml;ltigen lassen. F&uuml;r die Vereinigten Staaten liegt die Entscheidung auf der Hand: Wir entscheiden uns f&uuml;r Hoffnung und gegen Angst. Wir sehen die Zukunft nicht als etwas, das au&szlig;erhalb unserer Kontrolle liegt, sondern als etwas, das wir durch unsere gemeinsamen Anstrengungen besser machen k&ouml;nnen. Wir lehnen Fatalismus und Zynismus im Zusammenhang mit den Geschicken der Menschheit ab. Wir entscheiden uns, daran zu arbeiten, dass die Welt so wird, wie sie sein sollte, wie unsere Kinder sie verdienen.<\/p>\n<p>Viel muss getan werden, um die Pr&uuml;fungen dieser Zeit zu bestehen. Aber heute m&ouml;chte ich mich auf zwei entscheidende Fragen konzentrieren, die den Kern so vieler Herausforderungen bilden, mit denen wir konfrontiert sind: Werden die heute hier anwesenden Nationen in der Lage sein, den Gr&uuml;ndungszweck der Vereinten Nationen zu erneuern, und werden wir an einem Strang ziehen, um dem Geschw&uuml;r des gewaltsamen Extremismus eine Absage zu erteilen?<\/p>\n<p>Zuerst einmal m&uuml;ssen wir alle &ndash; gro&szlig;e wie kleine L&auml;nder &ndash; unserer Verantwortung gerecht werden, internationale Regeln einzuhalten und durchzusetzen. Wir sind hier, weil andere begriffen haben, dass wir durch Zusammenarbeit mehr gewinnen als durch Eroberung. Vor einhundert Jahren forderte ein Weltkrieg viele Millionen Menschenleben und bewies, dass das Ziel, ein Imperium aufzubauen, im Zeitalter der schrecklichen Kraft moderner Waffen letztendlich auf den Friedhof f&uuml;hrt. Es w&uuml;rde eines weiteren Weltkriegs bed&uuml;rfen, die Kr&auml;fte des Faschismus und den Gedanken der &Uuml;berlegenheit bestimmter Rassen zu stoppen und die Vereinten Nationen so zu gestalten, dass kein Land seine Nachbarn unterwerfen und Anspruch auf ihr Territorium erheben kann. <\/p>\n<p>Das Vorgehen Russlands in der Ukraine stellt diese Ordnung der Nachkriegszeit auf die Probe. Hier sind die Fakten: Nachdem die Menschen in der Ukraine protestierten und zu Reformen aufriefen, floh ihr korrupter Pr&auml;sident. Gegen den Willen der Regierung in Kiew wurde die Krim annektiert. Russland schickte Waffen in die Ostukraine, stachelte so gewaltt&auml;tige Separatisten und gab einem Konflikt Auftrieb, der Tausende Menschen das Leben gekostet hat. Als ein Passagierflugzeug in einer Region abgeschossen wurde, die von diesen Schergen kontrolliert wurde, weigerten diese sich tagelang, den Zugang zur Absturzstelle zu erm&ouml;glichen. Als die Ukraine wieder die Kontrolle &uuml;ber ihre eigenen Gebiete zu &uuml;bernehmen begann, h&ouml;rte Russland auf vorzugeben, die Separatisten lediglich zu unterst&uuml;tzen, und schickte Truppen &uuml;ber die Grenze.<\/p>\n<p>Diesem Konzept zufolge geht Macht vor Recht &ndash; es ist eine Welt, in der die Grenzen eines Landes von einem anderen ge&auml;ndert und zivilisierte Menschen daran gehindert werden k&ouml;nnen, die sterblichen &Uuml;berreste ihrer Lieben zu bergen, weil dadurch die Wahrheit ans Licht kommen k&ouml;nnte. Die Vereinigten Staaten stehen f&uuml;r etwas anderes. Wir glauben, dass Recht vor Macht geht, dass gr&ouml;&szlig;ere Nationen nicht die M&ouml;glichkeit haben sollten, kleinere zu g&auml;ngeln, und dass die Menschen die M&ouml;glichkeit haben sollten, ihre Zukunft selbst zu gestalten.<\/p>\n<p>Das sind einfache Wahrheiten, aber sie m&uuml;ssen verteidigt werden. Die Vereinigten Staaten und ihre Verb&uuml;ndeten werden die Menschen in der Ukraine dabei unterst&uuml;tzen, ihre Demokratie und ihre Wirtschaft aufzubauen. Wir werden unsere NATO-B&uuml;ndnispartner st&auml;rken und unser Bekenntnis zur kollektiven Verteidigung aufrechterhalten. Wir werden Russland die Kosten f&uuml;r sein aggressives Vorgehen aufb&uuml;rden und L&uuml;gen die Wahrheit entgegensetzen. Und wir rufen andere auf, sich mit uns auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen &ndash; denn w&auml;hrend unter Androhung von Waffengewalt kleine Siege errungen werden k&ouml;nnen, werden diese letztlich wieder zunichte gemacht, wenn gen&uuml;gend Stimmen sich f&uuml;r die Freiheit der Nationen und V&ouml;lker und daf&uuml;r, dass diese f&uuml;r sich sich selbst entscheiden k&ouml;nnen, einsetzen.<\/p>\n<p>Es gibt auch einen anderen Weg &ndash; den Weg der Diplomatie und des Friedens und die Ideale, f&uuml;r die sich diese Institution stark machen soll. Das Waffenstillstandsabkommen in der Ukraine ist eine Chance f&uuml;r das Erreichen dieser Ziele. Wenn Russland diesen Weg einschl&auml;gt &ndash; einen Weg, der der russischen Bev&ouml;lkerung phasenweise nach dem Kalten Krieg Wohlstand brachte &ndash;, werden wir unsere Sanktionen aufheben und Russlands Beitrag zur L&ouml;sung unserer gemeinsamen Herausforderungen begr&uuml;&szlig;en. Schlie&szlig;lich haben die Vereinigten Staaten und Russland genau dies in den vergangenen Jahren getan &ndash; angefangen mit der Reduzierung unserer Atomwaffenarsenale &uuml;ber unsere Verpflichtungen im Rahmen des Nichtverbreitungsvertrags bis hin zur Zusammenarbeit bei der Entfernung und Zerst&ouml;rung der gemeldeten syrischen Chemiewaffen. Zu einer solchen Zusammenarbeit sind wir erneut bereit &ndash; wenn Russland seinen Kurs &auml;ndert. <\/p>\n<p>Das bringt mich zu einer entscheidenden Frage unseres globalen Zeitalters: Werden wir unsere Probleme gemeinsam l&ouml;sen, im Geiste gemeinsamer Interessen und gegenseitigen Respekts, oder werden wir in die zerst&ouml;rerischen Rivalit&auml;ten der Vergangenheit zur&uuml;ckfallen? Wenn Nationen Gemeinsamkeiten finden, die nicht nur auf Macht, sondern auch auf Prinzipien beruhen, dann sind enorme Fortschritte m&ouml;glich. Ich bin heute, w&auml;hrend ich hier vor ihnen stehe, entschlossen, die St&auml;rke der Vereinigten Staaten einzubringen, um mit allen L&auml;ndern zusammenzuarbeiten, damit wir die Probleme des 21. Jahrhunderts angehen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>W&auml;hrend wir hier versammelt sind, stellen die Vereinigten Staaten &Auml;rzte und Wissenschaftler, unterst&uuml;tzt von unseren Truppen, bereit, um die Ebola-Epidemie einzud&auml;mmen und neue Behandlungsmethoden zu testen. Wir m&uuml;ssen aber umfassender agieren, um diese Krankheit zu stoppen, die Hunderttausende t&ouml;ten k&ouml;nnte, schreckliches Leid mit sich bringt, Volkswirtschaften schw&auml;chen und sich rasend schnell &uuml;ber Grenzen hinweg ausbreiten kann. Es ist leicht, das als weit entferntes Problem zu betrachten &ndash; bis es das nicht mehr ist. Deshalb werden wir weiterhin andere L&auml;nder mobilisieren, sich uns anzuschlie&szlig;en und konkrete, signifikante Zusagen zu machen, um diese Seuche zu bek&auml;mpfen und unser System der globalen Gesundheitssicherheit langfristig zu st&auml;rken.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten bem&uuml;hen sich um eine friedliche L&ouml;sung der iranischen Atomfrage als Teil ihrer Verpflichtung, die Verbreitung von Atomwaffen zu stoppen und streben nach dem Frieden und der Sicherheit einer Welt ohne Atomwaffen. Das ist nur m&ouml;glich, wenn Iran diese historische Chance ergreift. Meine Botschaft an die f&uuml;hrenden iranischen Politiker und die Menschen in Iran ist einfach und gleichbleibend: Lassen Sie sich diese Chance nicht entgehen. Wir k&ouml;nnen eine L&ouml;sung finden, die Ihren Energiebedarf stillt und der Welt gleichzeitig zeigt, dass Sie mit Ihrem Programm friedliche Ziele verfolgen. <\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten sind und bleiben im Pazifik engagiert und sind ein Land, das Frieden, Stabilit&auml;t und den freien Welthandel f&ouml;rdert. Aber wir bestehen darauf, dass alle L&auml;nder sich an die Regeln halten und ihre territorialen Streitigkeiten friedlich und im Einklang mit dem V&ouml;lkerrecht l&ouml;sen. So konnte der asiatisch-pazifische Raum wachsen. Und das ist die einzige M&ouml;glichkeit, diesen Fortschritt f&uuml;r die Zukunft zu erhalten. <\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten haben sich einer Entwicklungsagenda verpflichtet, der zufolge die extreme Armut bis 2030 eliminiert sein soll. Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass Menschen sich selbst ern&auml;hren, ihre Volkswirtschaften selbst voranbringen und ihre Kranken selbst versorgen k&ouml;nnen. Wenn die Welt gemeinsam handelt, k&ouml;nnen wir daf&uuml;r sorgen, dass all unsere Kinder ein Leben mit Chancen und in W&uuml;rde f&uuml;hren k&ouml;nnen. <\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten verfolgen ehrgeizige Ziele bei der Reduzierung ihrer Kohlendioxidemissionen, und wir haben unsere Investitionen in saubere Energieformen erh&ouml;ht. Wir werden unseren Beitrag leisten und den Entwicklungsl&auml;ndern dabei helfen, ihren Teil beizutragen. Aber wissenschaftliche Erkenntnisse besagen, dass wir den Klimawandel nur erfolgreich bek&auml;mpfen k&ouml;nnen, wenn dieses Bestreben von allen anderen L&auml;ndern, allen Gro&szlig;m&auml;chten, unterst&uuml;tzt wird. So k&ouml;nnen wir diesen Planeten f&uuml;r unsere Kinder und Enkelkinder sch&uuml;tzen.<\/p>\n<p>Anders ausgedr&uuml;ckt gilt f&uuml;r all diese Themen, dass wir nicht mit Regeln arbeiten k&ouml;nnen, die f&uuml;r ein anderes Jahrhundert konzipiert waren. Wenn wir &uuml;ber unsere Grenzen hinaus blicken &ndash; wenn wir global denken und kooperativ handeln &ndash;, dann k&ouml;nnen wir den Verlauf dieses Jahrhunderts ebenso gestalten wie unsere Vorg&auml;nger die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltet haben. Aber in der Zukunft droht ein Thema eine Konfliktspirale zu schaffen, die viele Fortschritte zunichte machen k&ouml;nnte, und zwar das Geschw&uuml;r des gewaltt&auml;tigen Extremismus, das in so vielen Teilen der muslimischen Welt verheerende Sch&auml;den angerichtet hat.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich ist Terrorismus nichts Neues. Pr&auml;sident Kennedy hat das vor dieser Versammlung einmal gut auf den Punkt gebracht. Er sagte: &bdquo;Terror ist keine neue Waffe. In der Geschichte wurde er stets von denen genutzt, die sich nicht durch &Uuml;berzeugungskraft oder als Vorbild durchsetzen konnten.&ldquo; Im 20. Jahrhundert arbeiteten alle m&ouml;glichen Gruppen mit Mitteln des Terrors, die es nicht schafften, durch Unterst&uuml;tzung der &Ouml;ffentlichkeit Macht zu erlangen. Aber in diesem Jahrhundert haben wir es mit einer noch m&ouml;rderischeren, ideologischen Sorte Terroristen zu tun, die eine der gr&ouml;&szlig;ten Weltreligionen pervertiert haben. Mithilfe von Technologien, die kleinen Gruppen erm&ouml;glichen, gro&szlig;en Schaden anzurichten, verfolgen sie eine albtraumhafte Vorstellung, die die Welt in ihre Anh&auml;nger und Ungl&auml;ubige spalten w&uuml;rde &ndash; und t&ouml;ten so viele unschuldige Zivilisten wie m&ouml;glich und wenden die brutalsten Methoden an, um die Menschen in ihrem Umkreis einzusch&uuml;chtern.<\/p>\n<p>Ich habe klar gesagt, dass die Vereinigten Staaten nicht ihre gesamte Au&szlig;enpolitik darauf ausrichten werden, auf terroristische Akte zu reagieren. Stattdessen haben wir einen konzentrierten Feldzug gegen Al Kaida und die mit ihr verb&uuml;ndeten Gruppen gef&uuml;hrt, f&uuml;hrende Pers&ouml;nlichkeiten ausgeschaltet und ihnen die R&uuml;ckzugsorte, auf die sie angewiesen sind, entzogen. Gleichzeitig haben wir immer wieder bekr&auml;ftigt, dass die Vereinigten Staaten keinen Krieg gegen den Islam f&uuml;hren und dies auch nie tun werden. Der Islam lehrt den Frieden. Muslime in aller Welt w&uuml;nschen sich ein Leben in W&uuml;rde und Gerechtigkeit. Und wenn es um Amerika und den Islam geht, dann gibt es kein wir und sie, dann gibt es nur uns &ndash; denn Millionen muslimischer Amerikanerinnen und Amerikaner sind fester Bestandteil unseres Landes.<\/p>\n<p>Wir lehnen also selbst die Andeutung eines Kampfes der Kulturen ab. Der Glaube an permanente Religionskriege ist die t&ouml;richte Zuflucht von Extremisten, die nichts aufbauen oder erschaffen k&ouml;nnen und darum nur mit Fanatismus und Hass hausieren gehen. Ich &uuml;bertreibe nicht, wenn ich sage, dass die Zukunft der Menschheit davon abh&auml;ngt, dass wir uns gegen diejenigen verb&uuml;nden, die uns entlang der Grenzen von Volk oder Konfession, ethnischer Zugeh&ouml;rigkeit oder Religion spalten wollen.<\/p>\n<p>Aber wir d&uuml;rfen dar&uuml;ber nicht nur reden. Wir m&uuml;ssen gemeinsam konkrete Schritte unternehmen, um der Gefahr zu begegnen, die von religi&ouml;s motivierten Fanatikern und den Entwicklungen ausgeht, die ihre Anwerbung erleichtern. Diese Kampagne gegen Extremismus ist auch mehr als nur eine Sicherheitsherausforderung. Denn w&auml;hrend wir systematisch Al Kaidas Kern zerst&ouml;rt und einen &Uuml;bergang zu einer souver&auml;nen Regierung in Afghanistan unterst&uuml;tzt haben, hat sich die extremistische Ideologie an andere Orte verlagert &ndash; insbesondere in den Nahen und Mittleren Osten und nach Nordafrika, wo ein Viertel der jungen Menschen arbeitslos ist, Nahrungsmittel und Wasser rar werden k&ouml;nnten, Korruption vorherrscht und religi&ouml;s motivierte Konflikte immer schwerer zu beherrschen sind.<\/p>\n<p>Als internationale Staatengemeinschaft m&uuml;ssen wir dieser Herausforderung begegnen, indem wir uns auf vier Bereiche konzentrieren. Erstens muss die terroristische Vereinigung, die unter dem Namen IS bekannt ist, geschw&auml;cht und letztlich zerst&ouml;rt werden.<\/p>\n<p>Diese Gruppe hat im Irak und Syrien alle Menschen in Angst und Schrecken versetzt, die ihr dort begegnet sind. M&uuml;tter, Schwestern, T&ouml;chter wurden vergewaltigt, und dies wurde als Kriegswaffe eingesetzt. Unschuldige Kinder wurden erschossen. Leichen wurden in Massengr&auml;ber geworfen. Religi&ouml;se Minderheiten haben die Terroristen verhungern lassen. Unschuldige Menschen wurden in den grausamsten verbrecherischen Akten, die man sich vorstellen kann, gek&ouml;pft, und Videos von diesen Gr&auml;ueltaten wurden in Umlauf gebracht, um das Bewusstsein der ganzen Welt zu ersch&uuml;ttern.<\/p>\n<p>Kein Gott hei&szlig;t diesen Terror gut. Keine Unzufriedenheit rechtfertigt diese Handlungen. Es kann keine Verhandlungen mit diesem B&ouml;sen geben, man kann ihm nicht mit logischen Argumenten beikommen. Die einzige Sprache, die solche M&ouml;rder verstehen, ist die Sprache der Gewalt. Die Vereinigten Staaten von Amerika werden also mit einer umfassenden Koalition zusammenarbeiten, um dieses Netzwerk des Todes zu zerst&ouml;ren. <\/p>\n<p>Hierbei handeln wir nicht im Alleingang. Au&szlig;erdem ist es nicht unsere Absicht, andere L&auml;nder zu besetzen. Vielmehr unterst&uuml;tzen wir die Iraker und Syrer dabei, in ihrer Heimat wieder die Oberhand zu gewinnen. Wir werden unsere milit&auml;rische St&auml;rke einsetzen, um durch Luftangriffe die IS-Miliz zur&uuml;ckzudr&auml;ngen. Wir werden die Kr&auml;fte, die am Boden gegen diese Terroristen k&auml;mpfen, ausbilden und ausr&uuml;sten. Wir werden die Terroristen von ihren Finanzierungsquellen abschneiden und K&auml;mpfer daran hindern, in die Region einzureisen oder sie wieder zu verlassen. Mehr als 40 Staaten haben bereits angeboten, sich unserer Koalition anzuschlie&szlig;en. <\/p>\n<p>Heute bitte ich den Rest der Welt, sich ebenfalls zu beteiligen. Diejenigen, die sich dem IS angeschlossen haben, sollten das Schlachtfeld verlassen, solange dies noch m&ouml;glich ist. Diejenigen, die dem Hass nicht abschw&ouml;ren, werden zunehmend isoliert sein. Wir werden uns den Drohungen nicht beugen und wir werden der Welt zeigen, dass die Zukunft denjenigen geh&ouml;rt, die gestalten &ndash; nicht denjenigen, die zerst&ouml;ren. Dies ist die erste und unmittelbare Herausforderung, der wir uns stellen m&uuml;ssen.<\/p>\n<p>Nun zur zweiten Herausforderung: Es ist an der Zeit, dass die Welt &ndash; und insbesondere muslimische Gemeinden &ndash; den Ideologien von Organisationen wie Al Kaida und dem IS explizit, unmissverst&auml;ndlich und kontinuierlich eine klare Absage erteilen.<\/p>\n<p>Es ist eine der Aufgaben aller gro&szlig;en Religionen, eine Br&uuml;cke zwischen Glauben und einer modernen, multikulturellen Welt zu schlagen. Kein Kind kommt hasserf&uuml;llt auf die Welt und kein Kind &ndash; egal, wo es aufw&auml;chst &ndash; sollte zum Hass auf andere erzogen werden. Wir d&uuml;rfen es nicht mehr tolerieren, dass selbsternannte Kleriker Menschen dazu aufrufen, Unschuldigen Schaden zuzuf&uuml;gen, nur weil sie j&uuml;disch, christlich oder muslimisch sind. Es ist Zeit f&uuml;r einen neuen Pakt zwischen den zivilisierten V&ouml;lkern dieser Welt, der darauf abzielt, die Wurzel von Kriegen zu entfernen: die Verblendung junger Menschen durch eine Ideologie der Gewalt.<\/p>\n<p>Das bedeutet, die Finanzstr&ouml;me abzuschneiden, die diesen Hass n&auml;hren. Es ist an der Zeit, der Scheinheiligkeit derer ein Ende zu bereiten, die dank einer vernetzten Weltwirtschaft gro&szlig;e Verm&ouml;gen anh&auml;ufen und davon dann Gelder an Menschen weiterleiten, die Kinder lehren, diese Ordnung zu zerst&ouml;ren.<\/p>\n<p>Dazu geh&ouml;rt es auch, um den Raum zu ringen, den Terroristen besetzen, wie zum Beispiel auch das Internet und die sozialen Medien. Terroristische Propaganda hat junge Menschen dazu verleitet, im Ausland die Kriege anderer zu f&uuml;hren und hat aus Studenten &ndash; jungen Menschen mit viel Potenzial &ndash; Selbstmordattent&auml;ter gemacht. Wir m&uuml;ssen Ihnen eine andere Perspektive bieten.<\/p>\n<p>Dazu geh&ouml;rt es, M&ouml;glichkeiten der Begegnung f&uuml;r Anh&auml;nger verschiedener Glaubensrichtungen zu schaffen. Alle Religionen sind schon einmal in das Kreuzfeuer von Extremisten aus den eigenen Reihen geraten, und alle Gl&auml;ubigen haben die Verantwortung, den Wert hochzuhalten, der den Kern aller gro&szlig;en Religionen ausmacht: Behandle Deinen N&auml;chsten so, wie Du selbst behandelt werden m&ouml;chtest.<\/p>\n<p>Die Ideologie des IS, von Al Kaida oder von Boko Haram wird ihren Reiz verlieren und ganz verschwinden, wenn sie konstant dem Tageslicht ausgesetzt und dort in Frage gestellt und widerlegt wird. Ein Beispiel hierf&uuml;r ist das neue Forum f&uuml;r die F&ouml;rderung des Friedens in islamischen Gesellschaften. Scheich bin Bayyah hat die Ziele des Forums folgenderma&szlig;en beschrieben: &bdquo;Wir m&uuml;ssen dem Krieg den Krieg erkl&auml;ren, daraus wird Frieden um Frieden entstehen.&ldquo; Ein weiteres Beispiel sind die jungen britischen Muslime, die als Reaktion auf die terroristische Propaganda die Kampagne NotInMyName (Nicht In Meinem Namen) gestartet haben und erkl&auml;rten: &bdquo;Der IS versteckt sich hinter einem falschen Islam&ldquo;. Weitere Beispiele sind die christlichen und muslimischen Geistlichen, die sich in der Zentralafrikanischen Republik gemeinsam gegen Gewalt ausgesprochen haben. Und der Imam, der hierzu sagte: &bdquo;In unserem Land versuchen die Politiker, die Religionen zu spalten, aber der Glaube sollte kein Anlass f&uuml;r Hass, Krieg oder Spaltungen sein&ldquo;.<\/p>\n<p>Heute wird der Sicherheitsrat eine Resolution annehmen, mit der unterstrichen wird, dass es zur staatlichen Verantwortung geh&ouml;rt, gegen gewaltsamen Extremismus vorzugehen. Aber auf Resolutionen muss sp&uuml;rbares Engagement folgen. Wir schulden also Rechenschaft, wenn wir unseren Worten nicht gerecht werden. Im n&auml;chsten Jahr sollten wir alle &uuml;ber konkrete Schritte berichten, die wir ergriffen haben, um extremistischen Ideologien in unseren eigenen L&auml;ndern zu begegnen &ndash; zum Beispiel Intoleranz aus den Schulen verbannen, Radikalisierung stoppen, bevor sie sich ausbreitet und Institutionen und Programme f&ouml;rdern, die neue Br&uuml;cken der Verst&auml;ndigung schaffen.<\/p>\n<p>Drittens m&uuml;ssen wir gegen die Konfliktspirale vorgehen &ndash; insbesondere gegen konfessionelle Konflikte, die Terroristen den N&auml;hrboden bereiten.<\/p>\n<p>Konfessionskriege sind nichts Neues. Das Christentum hatte jahrhundertelang mit heftigen Konfessionskonflikten zu k&auml;mpfen. Heute ist die Gewalt innerhalb muslimischer Gemeinden zum Ursprung gro&szlig;en menschlichen Leids geworden. Es ist an der Zeit auszusprechen, dass Stellvertreterkriege und Terrorkampagnen zwischen Sunniten und Schiiten im ganzen Nahen und Mittleren Osten viel Zerst&ouml;rung angerichtet haben. Und es ist an der Zeit, dass politische, gesellschaftliche und religi&ouml;se F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten konfessionellen Spaltungen etwas entgegensetzen. Klar ist: Diese Auseinandersetzung kann niemand gewinnen. Im brutalen syrischen B&uuml;rgerkrieg haben bereits fast 200.000 Menschen ihr Leben verloren und Millionen sind auf der Flucht. Der Irak ist kurz davor, wieder im Chaos zu versinken. Der Konflikt hat es Terroristen erheblich erleichtert, neue Rekruten anzuwerben, die die Gewalt dann unweigerlich auch in anderen Staaten verbreiten.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht ist, dass es auch Anzeichen f&uuml;r eine Trendwende gibt. In Bagdad konnte eine neue Regierung der nationalen Einheit gebildet werden, die Ernennung des neuen irakischen Premierministers wurde von den Nachbarstaaten begr&uuml;&szlig;t und unterschiedliche libanesische Lager haben Kriegstreibern eine Absage erteilt. Auf diese Schritte muss eine umfassendere Waffenruhe folgen. Nirgends ist dies notwendiger als in Syrien. <\/p>\n<p>Gemeinsam mit Partnern bilden die Vereinigten Staaten die syrische Opposition aus und r&uuml;sten sie aus, damit sie als Gegengewicht zu den IS-Terroristen und der Brutalit&auml;t des Assad-Regimes fungieren kann. Aber nur eine politische L&ouml;sung kann den syrischen B&uuml;rgerkrieg dauerhaft beenden &ndash; eine politische Wende, die alle einschlie&szlig;t und den legitimen W&uuml;nschen aller syrischen B&uuml;rger gerecht wird, unabh&auml;ngig von ihrer ethnischen Zugeh&ouml;rigkeit und ihrem Glauben.<\/p>\n<p>Zyniker k&ouml;nnten jetzt entgegnen, dass so ein Szenario vollkommen unrealistisch ist. Aber einen anderen Ausweg aus diesem Wahnsinn gibt es nicht &ndash; nicht in einem und auch nicht in zehn Jahren. Und das zeigt auch, dass es Zeit f&uuml;r umfassendere Verhandlungen in der Region ist. Alle wichtigen Kr&auml;fte m&uuml;ssen ihre Differenzen direkt, ehrlich und friedlich am gemeinsamen Verhandlungstisch und nicht durch bewaffnete Stellvertreter zum Ausdruck bringen. Ich kann Ihnen versichern, dass die Vereinigten Staaten sich auch weiterhin in der Region engagieren werden und bereit sind, sich in diesen Prozess einzubringen.<\/p>\n<p>Mein vierter und letzter Punkt ist ein ganz einfacher: Die Staaten der arabischen und muslimischen Welt m&uuml;ssen das au&szlig;ergew&ouml;hnliche Potenzial ihrer B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger &ndash; und insbesondere das ihrer Jugend &ndash; in den Mittelpunkt stellen.<\/p>\n<p>Ich m&ouml;chte mich an dieser Stelle direkt an die jungen Menschen in der muslimischen Welt wenden. Ihr k&ouml;nnt auf eine gro&szlig;e Tradition der Bildung, nicht des Unwissens, der Innovation und nicht der Zerst&ouml;rung, der Menschenw&uuml;rde und nicht des T&ouml;tens zur&uuml;ckblicken. Alle, die Euch von diesem Weg abbringen m&ouml;chten, verteidigen diese Tradition nicht, sondern vergehen sich an ihr.<\/p>\n<p>Ihr habt bewiesen, dass Gesellschaften sich positiv entwickeln, wenn junge Menschen die notwendigen Werkzeuge haben, um erfolgreich zu sein: gute Schulen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht und eine Volkswirtschaft, die Kreativit&auml;t und Unternehmertum f&ouml;rdert. Die Vereinigten Staaten werden an der Seite derer stehen, die sich f&uuml;r eine solche Vision einsetzen.<\/p>\n<p>Gesellschaften sind besser aufgestellt, wenn Frauen sich voll und ganz in das politische und wirtschaftliche Leben eines Landes einbringen k&ouml;nnen. Deshalb unterst&uuml;tzen wir die Beteiligung von Frauen in Parlamenten, Friedensprozessen, Schulen und im wirtschaftlichen Leben.<\/p>\n<p>Solange junge Menschen an Orten aufwachsen, wo sie sich lediglich zwischen einem staatlichen Diktat oder den Verlockungen extremistischer Untergrundbewegungen entscheiden k&ouml;nnen, kann keine Anti-Terrorstrategie der Welt Erfolg haben. Aber wenn es Entfaltungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r eine wirkliche Zivilgesellschaft gibt, wenn Meinungsfreiheit gegeben ist und friedlich ein besseres Leben organisiert werden kann, erweitert dies die Alternativen zum Terrorismus dramatisch.<\/p>\n<p>Solch ein positiver Wandel muss nicht zulasten von Traditionen und Glauben vollzogen werden. Dies ist im Irak zu beobachten, wo ein junger Mann f&uuml;r Gleichaltrige eine B&uuml;cherei er&ouml;ffnet hat. Er erkl&auml;rte: &bdquo;Wir verkn&uuml;pfen das irakische Erbe mit ihren Herzen und geben ihnen so einen Grund zu bleiben&ldquo;. Wir k&ouml;nnen es in Tunesien beobachten, wo s&auml;kulare und islamische Parteien einen politischen Prozess durchlaufen haben, um eine neue Verfassung auszuarbeiten. Wir beobachten es im Senegal, wo sich neben einer starken demokratischen Regierung auch die Zivilgesellschaft sehr positiv entwickelt. Wir beobachten es in Malaysia, wo ein lebendiger Unternehmergeist eine ehemalige Kolonie rasant in eine entwickelte Volkswirtschaft verwandelt. Und wir beobachten es in Indonesien, wo ein gewaltsamer Transformationsprozess in eine echte Demokratie m&uuml;ndete.<\/p>\n<p>Die Aufgabe, Sektierertum und Extremismus eine Absage zu erteilen, ist letztlich eine Aufgabe f&uuml;r viele Generationen und eine Aufgabe f&uuml;r die Menschen im Nahen und Mittleren Osten selbst. Keine externe Kraft kann Ver&auml;nderungen in den Herzen und K&ouml;pfen bewirken. Die Vereinigten Staaten werden jedoch ein respektvoller und konstruktiver Partner sein. Wir werden keine R&uuml;ckzugsorte f&uuml;r Terroristen akzeptieren, aber auch nicht als Besatzungsmacht auftreten. Wir werden gegen Bedrohungen f&uuml;r unsere Sicherheit und die unserer Verb&uuml;ndeten vorgehen und gleichzeitig eine Architektur f&uuml;r die Zusammenarbeit bei der Terrorbek&auml;mpfung schaffen. Wir werden mehr tun, um Menschen zu st&auml;rken, die sich extremistischen Ideologien entgegenstellen und sich um eine L&ouml;sung f&uuml;r religi&ouml;se Konflikte bem&uuml;hen. Und wir werden unsere Programme zur Unterst&uuml;tzung von Unternehmertum, der Zivilgesellschaft, Bildung und jungen Menschen ausweiten, denn letztlich sind diese Investitionen das beste Mittel gegen Gewalt.<\/p>\n<p>Uns ist ebenfalls bewusst, dass es F&uuml;hrungsst&auml;rke bedarf, um den Konflikt zwischen Pal&auml;stinensern und Israelis beizulegen. Obwohl die Situation gerade extrem schwierig ist, werden die Vereinigten Staaten das Streben nach Frieden nicht aufgeben. Die Lage im Irak, Syrien und Libyen sollte au&szlig;erdem jedem die Illusion nehmen, dass der arabisch-israelische Konflikt der Hauptgrund f&uuml;r die Probleme in der Region ist. Viel zu lange ist dieser Konflikt als Vorwand benutzt worden, um die Menschen von Problemen im Inland abzulenken. Die heute in der Region allgegenw&auml;rtige Gewalt hat bei zu vielen Israelis zu der Bereitschaft gef&uuml;hrt, die harte Friedensarbeit aufzugeben. Dar&uuml;ber sollte innerhalb Israels nachgedacht werden.<\/p>\n<p>Klar ist: Der Status quo im Westjordanland und dem Gazastreifen ist nicht haltbar. Wir k&ouml;nnen es uns nicht leisten, aufzugeben &ndash; jedenfalls nicht, solange unschuldige Israelis mit Raketen beschossen werden oder das Leben so vieler pal&auml;stinensischer Kinder in Gaza ausgel&ouml;scht wird. Solange ich Pr&auml;sident bin, werden wir uns f&uuml;r das Prinzip einsetzen, dass Israelis, Pal&auml;stinenser, die Region und die Welt in mehr Gerechtigkeit leben und sicherer sein werden, wenn es zwei Staaten gibt, die Seite an Seite in Frieden und Sicherheit existieren.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten sind zu Folgendem bereit: Wir gehen gegen unmittelbare Bedrohungen vor und arbeiten an einer Welt, in der die Notwendigkeit eines solchen Handelns abnimmt. Die Vereinigten Staaten werden nie davor zur&uuml;ckschrecken, ihre Interessen zu verteidigen, aber genauso wenig werden wir uns von dieser Institution und der Allgemeinen Erkl&auml;rung der Menschenrechte abwenden &ndash; wir glauben daran, dass Frieden nicht nur die Abwesenheit von Krieg ist, sondern ein besseres Leben bedeutet. <\/p>\n<p>Mir ist klar: Die Kritiker der Vereinigten Staaten werden sofort darauf hinweisen, dass wir es auch oft nicht geschafft haben, unseren Idealen gerecht zu werden, und dass die Vereinigten Staaten zu Hause auch jede Menge Probleme haben. Das stimmt. Ich wei&szlig;, dass die Welt in einem Sommer, der von Instabilit&auml;t im Nahen und Mittleren Osten und in Osteuropa gepr&auml;gt war, auch von der amerikanischen Kleinstadt Ferguson in Missouri geh&ouml;rt hat, wo ein junger Mann umgebracht wurde und es zu Spaltungen kam. Es stimmt: Wir haben auch mit ethnischen Spannungen zu k&auml;mpfen. Wie jedes Land haben auch wir st&auml;ndig damit zu k&auml;mpfen, die massiven Ver&auml;nderungen, die die Globalisierung und die wachsende Vielfalt mit sich bringen, mit uns lieb gewonnenen Traditionen in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p>Aber wir begr&uuml;&szlig;en es, wenn die Welt uns auf die Finger schaut, denn in den Vereinigten Staaten kann man beobachten, wie ein Land seine Probleme kontinuierlich angegangen ist, um seine Union vollkommener zu machen und die Kluft zu &uuml;berwinden, die bei der Gr&uuml;ndung unserer Nation vorhanden war. Die Vereinigten Staaten sind heute nicht mehr dieselben wie vor 100 Jahren, vor 50 Jahren oder auch vor einem Jahrzehnt. Und zwar weil wir f&uuml;r unsere Ideale k&auml;mpfen und angesichts von Unzul&auml;nglichkeiten bereit zur Selbstkritik sind. Unsere F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten sind rechenschaftspflichtig und wir beharren auf Pressefreiheit und der Unabh&auml;ngigkeit der Justiz. Wir diskutieren unsere Differenzen im offenen Raum der Demokratie &ndash; unter Wahrung der Rechtstaatlichkeit, mit Raum f&uuml;r Menschen aller ethnischen Herkunftsgruppen und Religionen, und mit dem unumst&ouml;&szlig;lichen Glauben daran, dass einzelne M&auml;nner und Frauen ihr Umfeld, ihre Lebensumst&auml;nde und ihre L&auml;nder positiv ver&auml;ndern k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Nach fast sechs Jahren als Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten glaube ich, dass dieses Versprechen dazu beitragen kann, Licht in die Welt zu bringen. Denn ich habe in den Augen der jungen Menschen, die ich &uuml;berall auf der Welt getroffen habe, eine Sehnsucht nach positiver Ver&auml;nderung wahrgenommen &ndash; nach Frieden, Freiheit und Chancen und nach einem Ende des Fanatismus.<\/p>\n<p>Sie erinnern mich daran, dass uns alle etwas Grundlegendes eint, unabh&auml;ngig davon, wer wir sind, woher wir kommen, wie wir aussehen, zu welchem Gott wir beten oder wen wir lieben. Eleanor Roosevelt, eine gro&szlig;e Bef&uuml;rworterin der Vereinten Nationen und des Engagements der Vereinigten Staaten in dieser Organisation, hat einmal gefragt: &bdquo;Wo beginnen die allgemeinem Menschenrechte?&ldquo; Ihre Antwort lautete: &bdquo;Zu Hause, an Orten, die so nah und so klein sind, dass sie auf keiner Weltkarte zu erkennen sind. Aber sie sind die Welt dieser einen Person: der jeweilige Wohnort, die Schule oder Universit&auml;t, die jeweilige Fabrik, der Bauernhof oder das B&uuml;ro.&ldquo;<\/p>\n<p>Weltweit sind junge Leute in Bewegung und d&uuml;rsten nach einer besseren Welt. An kleinen Orten weltweit &uuml;berwinden sie Hass, Fanatismus und Sektierertum. Sie lernen, einander trotz ihrer Unterschiede zu respektieren. <\/p>\n<p>Die Menschen weltweit schauen auf uns, die wir hier versammelt sind, und erwarten, dass wir so anst&auml;ndig, w&uuml;rdevoll und mutig sind, wie sie es in ihrem Alltag zu sein versuchen. Ich kann Ihnen versichern, dass sich die Vereinigten Staaten an diesem Scheideweg nicht ablenken oder davon abhalten lassen, das Notwendige zu tun. Wir sind die Erben eines stolzen Verm&auml;chtnisses der Freiheit, und wir sind bereit zu tun, was n&ouml;tig ist, um dieses Verm&auml;chtnis f&uuml;r kommende Generationen zu sichern. Ich bitte Sie, sich an dieser gemeinsamen Mission f&uuml;r die Kinder von heute und morgen zu beteiligen.<\/p>\n<p>Vielen herzlichen Dank. <\/p>\n<p>Originaltext: <a href=\"http:\/\/blogs.usembassy.gov\/amerikadienst\/2014\/09\/25\/obama-vor-der-un-vollversammlung-3\/\">Remarks by President Obama in Address to the United Nations General Assembly<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong><a href=\"http:\/\/consortiumnews.com\/2014\/10\/03\/eyes-finally-open-to-syrian-realities\/\">Eyes Finally Open to Syrian Realities<\/a><\/strong><br>\nOctober 3, 2014\n<p><strong>Exclusive: For the past three years, Official Washington has viewed the Syrian civil war as &ldquo;white-hatted&rdquo; rebels against &ldquo;black-hatted&rdquo; President Assad, but finally some of the &ldquo;gray-hatted&rdquo; reality is breaking through, though perhaps too late, Robert Parry reports.<\/strong><br>\nBy Robert Parry<\/p>\n<p>In late summer 2013, Official Washington was rushing to the judgment that the &ldquo;evil&rdquo; Syrian President Bashar al-Assad had launched a barrage of missiles tipped with Sarin gas to slaughter hundreds of civilians in rebel-held neighborhoods near Damascus.<\/p>\n<p>It was inconceivable to virtually every person who &ldquo;mattered&rdquo; in Washington that there was any other interpretation of the events on Aug. 21, 2013. Washington Post national security columnist David Ignatius even explained the &ldquo;big picture&rdquo; reason why President Barack Obama needed to launch punitive bomb strikes against Assad&rsquo;s government for crossing Obama&rsquo;s &ldquo;red line&rdquo; against using chemical weapons.<\/p>\n<p>&ldquo;What does the world look like when people begin to doubt the credibility of U.S. power?&rdquo; Ignatius wrote a week after the Sarin incident. &ldquo;Unfortunately, we&rsquo;re finding that out in Syria and other nations where leaders have concluded they can defy a war-weary United States without paying a price.<\/p>\n<p>&ldquo;Using military power to maintain a nation&rsquo;s credibility may sound like an antiquated idea, but it&rsquo;s all too relevant in the real world we inhabit. It has become obvious in recent weeks that President Obama &hellip; needs to demonstrate that there are consequences for crossing a U.S. &lsquo;red line.&rsquo; Otherwise, the coherence of the global system begins to dissolve.&rdquo;<\/p>\n<p>At the time, there were only a few of us raising questions about Official Washington&rsquo;s Sarin-attack &ldquo;group think,&rdquo; partly because it made no sense for Assad to have invited United Nations inspectors into Syria to examine chemical weapons attacks that he was blaming on the opposition and then to launch a major Sarin attack just miles from where the inspectors were unpacking at their hotel.<\/p>\n<p>I also was hearing from inside U.S. intelligence that some CIA analysts shared those doubts, suspecting that the supposedly high number of Sarin-laden rockets (which represented the strongest evidence against Assad&rsquo;s forces) was wildly overstated and that public panic might have exaggerated the scope of the attack.<\/p>\n<p>But perhaps the strongest reason to doubt Official Washington&rsquo;s hasty conclusion blaming Assad was what had been occurring inside the Syrian rebel movement over the prior two years, i.e., its radicalization into a hyper-violent Sunni jihadist force that was prepared to inflict any brutality on civilians to achieve its goal of ousting the secular Assad and establishing an Islamist state in Damascus.<\/p>\n<p><strong>Blinded by Propaganda<\/strong><\/p>\n<p>Most Washington&rsquo;s pols and pundits had not noticed this change because of a geopolitical blindness inflicted by neoconservative propaganda, which insisted that the only acceptable way to view the Syrian civil war was to see Assad as the &ldquo;bad guy&rdquo; and the rebels as the &ldquo;good guys.&rdquo;<\/p>\n<p>After all, &ldquo;regime change&rdquo; in Syria had long been near the top of the neocon agenda as it was for Israel, which wanted Assad out because he was allied with Iran and Lebanon&rsquo;s Hezbollah. Early in the civil war, Assad&rsquo;s harsh response to what he termed rebel &ldquo;terrorism&rdquo; had also rallied the Obama administration&rsquo;s &ldquo;liberal interventionists&rdquo; to the side of &ldquo;regime change.&rdquo;<\/p>\n<p>Thus, the notion that some vicious Syrian rebel group might willfully kill innocent civilians as a provocation to get the U.S. military to attack Assad&rsquo;s defenses &ndash; and thus pave the way for a rebel victory &ndash; was outside Official Washington&rsquo;s accepted frame of reference. In August 2013, the rebels were wearing the white hats, as far as U.S. mainstream opinion was concerned.<\/p>\n<p>Over the past year, however, reality has reasserted itself, at least somewhat. The Sarin case against Assad has largely crumbled with a UN report finding Sarin on only one rocket and independent scientists concluding that the one Sarin-laden rocket had a maximum range of only about two kilometers, meaning it could not have come from the suspected Syrian base about nine kilometers away.<\/p>\n<p>Investigative reporter Seymour Hersh also learned from his well-placed sources that inside the U.S. intelligence community suspicion had shifted toward rebel extremists working with hardliners in Turkish intelligence. [See Consortiumnews.com&rsquo;s &ldquo;Was Turkey Behind Syria-Sarin Attack?&rdquo;]<\/p>\n<p>But most &ldquo;important people&rdquo; in U.S. officialdom, including New York Times and Washington Post editors, still insisted that Assad must have done the Sarin attack. They even report it as flat fact. They are, after all, not the sort of folks who easily admit error.<\/p>\n<p><strong>A Shift in the Paradigm<\/strong><\/p>\n<p>However, over the past year, the paradigm for understanding the Syrian conflict has begun shifting. In September 2013, many Syrian rebel forces repudiated the political opposition that the Obama administration had organized and instead embraced al-Qaeda&rsquo;s al-Nusra Front, an aggressive jihadist force which had emerged as the most effective fighters against Assad.<\/p>\n<p>Then, in February 2014, al-Qaeda&rsquo;s leadership disavowed an even more brutal jihadist force known as the Islamic State of Iraq and Syria, or ISIS. The Islamic State promoted a strategy of unspeakable brutality as a way of intimidating its rivals and driving Westerners from the Middle East.<\/p>\n<p>ISIS got its start after the U.S.-led invasion of Iraq in 2003 when Jordanian Abu Musab al-Zarqawi organized &ldquo;al-Qaeda in Iraq,&rdquo; a hyper-violent Sunni militia that targeted Iraq&rsquo;s Shiites and destroyed their mosques, touching off a vicious sectarian war across Iraq.<\/p>\n<p>After Zarqawi&rsquo;s death in 2006 &ndash; and the alienation of less-extreme Iraqi Sunnis &ndash; al-Qaeda in Iraq faded from view before reemerging in Syria&rsquo;s civil war, refashioned as the Islamic State and crossing back into Iraq with a major offensive last summer.<\/p>\n<p>Amid reports of the Islamic State massacring captives and beheading American and British hostages, it no longer seemed so far-fetched that some Syrian rebel group would be ruthless enough to obtain Sarin and launch an attack near Damascus, killing innocents and hoping that the Assad regime would be blamed.<\/p>\n<p>Even the Post&rsquo;s Ignatius is looking more skeptically at the Syrian rebel movement and the various U.S.-allied intelligence agencies that have been supplying money, weapons and training &ndash; even to fighters associated with the most extreme militias.<\/p>\n<p><strong>Opening the Door<\/strong><\/p>\n<p>In a column on Friday, Ignatius faulted not only Syria&rsquo;s squabbling &ldquo;moderate opposition&rdquo; but &ldquo;the foreign nations &mdash; such as the United States, Turkey, Qatar, Saudi Arabia and Jordan &mdash; that have been funding the chaotic melange of fighters inside Syria. These foreign machinations helped open the door for the terrorist Islamic State group to threaten the region.&rdquo;<\/p>\n<p>Ignatius acknowledged that the earlier depiction of the Syrian opposition as simply an indigenous movement of idealistic reformers was misleading. He wrote: &ldquo;From the beginning of the revolt against President Bashar al-Assad in 2011, Syria has been the scene of a proxy war involving regional powers: Turkey, Saudi Arabia and Qatar all wanted to topple Assad, but they competed with each other as regional rivals, too.<\/p>\n<p>&ldquo;At various points, all three nations provided Sunni rebel groups with money and weapons that ended up in the hands of extremists. &hellip; The United States, Saudi Arabia and Jordan joined forces in 2013 to train and arm moderate rebels at a CIA-backed camp in Jordan. But this program was never strong enough to unify the nearly 1,000 brigades scattered across the country. The resulting disorganization helped discredit the rebel alliance known as the Free Syrian Army.<\/p>\n<p>&ldquo;Syrian rebel commanders deserve some blame for this ragged structure. But the chaos was worsened by foreign powers that treated Syria as a playground for their intelligence services. This cynical intervention recalled similar meddling that helped ravage Lebanon, Afghanistan, Yemen, Iraq and Libya during their civil wars. &hellip;<br>\nThe story of how Syria became a cockpit for rival intelligence services was explained to me by sources here [in Istanbul] and in Reyhanli, a rebel staging area on the Turkey-Syria border. Outside efforts to arm and train the Syrian rebels began more than two years ago in Istanbul, where a &lsquo;military operations center&rsquo; was created, first in a hotel near the airport.<\/p>\n<p>&ldquo;A leading figure was a Qatari operative who had helped arm the Libyan rebels who deposed Moammar Gaddafi. Working with the Qataris were senior figures representing Turkish and Saudi intelligence. But unity within the Istanbul operations room frayed when the Turks and Qataris began to support Islamist fighters they thought would be more aggressive.<\/p>\n<p>&ldquo;These jihadists did emerge as braver, bolder fighters &mdash; and their success was a magnet for more support. The Turks and Qataris insist they didn&rsquo;t intentionally support the extremist group Jabhat al-Nusra or the Islamic State. But weapons and money sent to more moderate Islamist brigades made their way to these terrorist groups, and the Turks and Qataris turned a blind eye.&rdquo;<\/p>\n<p>Regarding the rise of these radicals, Ignatius quoted one Arab intelligence source who claimed to have &ldquo;warned a Qatari officer, who answered: &lsquo;I will send weapons to al-Qaeda if it will help&rsquo; topple Assad. This determination to remove Assad by any means necessary proved dangerous. &lsquo;The Islamist groups got bigger and stronger, and the FSA day by day got weaker,&rsquo; recalls the Arab intelligence source.&rdquo;<\/p>\n<p><strong>Selling the Sarin Story<\/strong><\/p>\n<p>ased on such information, the idea of anti-Assad extremists securing Sarin &ndash; possibly with the help of Turkish intelligence, as Hersh reported &ndash; and launching a provocative attack with the goal of getting the U.S. military to devastate Assad&rsquo;s army and clear a path for a rebel victory begins to make sense.<\/p>\n<p>After all, back in Washington, the propaganda strategy of blaming Assad could count on the ever-influential neocons who in August 2013 did start pushing the rush-to-war bandwagon and shoved aside any doubters of the Assad-did-it conventional wisdom.<\/p>\n<p>Israel took a similar position on Syria, favoring even the victory of al-Qaeda extremists if necessary to oust Assad and hurt his Iranian allies.<\/p>\n<p>In September 2013, then-Israeli Ambassador to the United States Michael Oren told the Jerusalem Post in an interview that &ldquo;The greatest danger to Israel is by the strategic arc that extends from Tehran, to Damascus to Beirut. And we saw the Assad regime as the keystone in that arc. &hellip; We always wanted Bashar Assad to go, we always preferred the bad guys who weren&rsquo;t backed by Iran to the bad guys who were backed by Iran.&rdquo; He said this was the case even if the other &ldquo;bad guys&rdquo; were affiliated with al-Qaeda.<\/p>\n<p>So, the danger from the Sunni extremists was played down and the focus remained on ousting Assad. No wonder there was such &ldquo;surprise&rdquo; among Official Washington&rsquo;s &ldquo;group thinkers&rdquo; when the Islamic State opened a new front inside Iraq and routed the U.S.-trained Iraqi army. Once again, the neocons had made sure that American eyes stayed wide shut to an inconvenient truth.<\/p>\n<p>But the neocons are not through with the Syrian fiasco that they helped create. They are now busy reshaping the narrative &ndash; accusing Obama of waiting too long to arm the Syrian rebels and insisting that he switch from bombing Islamic State targets inside Syria to destroying the Syrian air force and creating a no-fly zone so the rebels can march on Damascus.<\/p>\n<p>The recklessness of that strategy should now be obvious. Indeed, if Obama had succumbed to the interventionist demands in summer 2013 and devastated Assad&rsquo;s military, we could now be seeing either al-Qaeda or the Islamic State in control of Damascus. [See Consortiumnews.com&rsquo;s &ldquo;Neocons&rsquo; Noses into the Syrian Tent.&rdquo;]<\/p>\n<p>Obama might be wiser to take this opportunity to declassify the U.S. intelligence on the Sarin gas attack of Aug. 21, 2013, including the dissents from CIA analysts who doubted Assad&rsquo;s responsibility. That information might shed substantial new light on how Turkish and Arab intelligence services &mdash; with the help of the neocons &mdash; enabled the rise of the Islamic State.<\/p>\n<p><strong>&Uuml;bersetzung:<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/141006_Parry_Deutsch_Eyes_Finally_Open_to_Syrian_Realities.pdf\">Robert Parry &ndash; Letztlich Erkennung der syrischen Realit&auml;ten [PDF]<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Dominique de Villepin,<br>\nLasst uns mit den selbstm&ouml;rderischen Kriegen aufh&ouml;ren und endlich dem Frieden eine Chance geben !<\/strong>\n<p><strong>Es folgt ein in der Pariser Tageszeitung Le Monde am 1. Oktober 2014 ver&ouml;ffentlichter Debattenbeitrag, Originaltitel : &laquo;Cessons ces guerres suicidaires et donnons enfin une chance &agrave; la paix ! &raquo; &Uuml;bersetzt von Gerhard Kilper. Herzlichen Dank.<\/strong><\/p>\n<p>Dominique de Villepin war von 2002 bis 2004 franz&ouml;sischer Au&szlig;enminister und von 2005 bis 2007 franz&ouml;sischer Ministerpr&auml;sident.<\/p>\n<p>Wenn Frankreich der Meinung ist, Krieg gegen den Terrorismus k&ouml;nne die L&ouml;sung bringen, verleugnet es sich selbst.  Antiterror-Kriege, das haben die Kriege in Afghanistan und im Irak gezeigt, k&ouml;nnen nicht gewonnen werden. Das Gesetz des Guerilla-Krieges dominiert. Diese Kriege sind unendliche Kriege gegen einen sich immer wieder neu aufstellenden Feind, der an Legitimit&auml;t, Wahrnehmbarkeit und Glaubw&uuml;rdigkeit gewinnt &ndash; es sind Kriege ohne Hoffnung. Selbst wenn wir den Islamischen Staat (IS) vernichten, werden neue schiitische, sunnitische, islamistische oder nationalistische Konflikt-Gefahrenherde auftauchen. Zehn Jahre nicht abgestimmte Kriege im Mittleren Orient standen Pate bei der Geburt des IS, n&auml;hrten ihn und verschafften ihm Zulauf.<\/p>\n<p>Kriege gegen den Terrorismus k&ouml;nnen keine L&ouml;sungen bringen. Unsere Regierung engagiert sich in der Hoffnung, ein im Fernsehen gezeigter und &uuml;ber das Fernsehen gef&uuml;hrter Krieg werde den legitimen Emotionen der Franzosen gegen&uuml;ber der Barbarei gerecht. Als mediale Speerspitze der Koalition und als Hilfsinstrument tr&uuml;gerischer lokaler Kriegskulissen wird Frankreich auf zwei Feldern verlieren. Sein Hoheitsgebiet und seine B&uuml;rger auf der ganzen Welt werden Attentaten und Entf&uuml;hrungen ausgesetzt sein.<br>\nDass zu handeln ist, steht au&szlig;er Frage. Die aufgespannte Kriegslogik-Falle besteht in der Festlegung auf eine Politik des Alles oder Nichts. Die internationale Handlungseffizienz h&auml;ngt von eigenen Handlungsspielr&auml;umen, von Verantwortungs&uuml;bernahme durch Partner und von der Aussch&ouml;pfung der ganzen Skala m&ouml;glicher Ma&szlig;nahmen &ndash; inklusive milit&auml;rischer Optionen &ndash; ab.<\/p>\n<p>Der IS stellt eine neuartige, sehr beunruhigende Art der Bedrohung dar. Er ist die Hybride einer fanatisierten totalit&auml;ren Partei, einer lukrativen kriminellen Organisation und eines Kriegsunternehmers, der seine Marke  auf dem Weltmarkt plazierte. Der IS &uuml;bt auf seinem  Territorium Macht aus &uuml;ber eine Allianz, die aus Scherbenresten des Saddam Hussein-Regimes und aus sunnitischen Stammes-&Auml;ltesten sowie sunnitischen Stadtteil-Chefs besteht, welche die sektiererisch-schiitische Regierung des Irak ablehnen.<br>\nVonn&ouml;ten ist jedenfalls eine politische Strategie zur Eind&auml;mmung und Erstickung des IS, mit der zun&auml;chst seine Einnahmen aus &Ouml;l- und Schmuggelgesch&auml;ften ausgetrocknet werden. Dazuhin m&uuml;sste dem IS die Unterst&uuml;tzung gem&auml;&szlig;igter Sunniten dadurch entzogen werden, dass diesen ein integrierender Dialog mit politischen Garantien im neuen Irak angeboten wird. Schlie&szlig;lich sollte der Rekrutierungsn&auml;hrboden des IS ausgetrocknet werden. Die Aufl&ouml;sung des IS beginnt, sobald seine Aktionen ins Stocken geraten. Dazu sind gezielte milit&auml;rische Aktionen erforderlich, die aber prim&auml;r von L&auml;ndern der Region mit Unterst&uuml;tzung lokaler, irakischer, kurdischer, jordanischer und syrischer Oppositions-Kr&auml;fte gef&uuml;hrt werden sollten.<\/p>\n<p>Weiterf&uuml;hrend brauchen wir eine Strategie zum Schutz unserer B&uuml;rger und unseres Hoheitsgebiets. Unsere Pr&auml;ventionskapazit&auml;ten gegen Radikalisierungstendenzen, besonders in Gef&auml;ngnissen oder im Internet, m&uuml;ssten gest&auml;rkt werden, ohne dabei unsere Grundsatz-Werte-Entscheidung f&uuml;r individuelle Freiheitsrechte und demokratische Prinzipien in Frage zu stellen. Aus bisherigen Fehlern sollten Konsequenzen gezogen werden, die Funktionst&uuml;chtigkeit von Justiz und Geheimdiensten ist durch eine erweiterte Kooperation auf europ&auml;ischer Ebene zu verbessern.<\/p>\n<p>Seit zehn Jahren pl&auml;diere ich f&uuml;r politische L&ouml;sungen und Strategien der Kriegsvermeidung. So schlug ich f&uuml;r den Irak 2003 eine Verst&auml;rkung der Inspektionen, f&uuml;r Libyen 2011 eine Luftverbotszone und die Unterst&uuml;tzung der Rebellen vor, ohne jedoch die rote Linie der Regime-Zerst&ouml;rung zu &uuml;berschreiten. In Syrien war ich f&uuml;r internationale Sanktionen und f&uuml;r die Errichtung humanit&auml;rer Korridore zur Rettung von Zivilisten. Jedesmal kam der Einwand : es gibt nur den Krieg und sonst nichts. Und selbst wenn der Krieg dann nichts taugt, warum diese blinde Kriegslogik ?<\/p>\n<p>Weil Frankreich nicht mehr an sich selbst (und die demokratischen Errungenschaften seiner Geschichte und Zivilisation) glaubt. Weil Frankreich wie besessen vom Schwindel einfach daher kommender Ideen ist. Seit sieben Jahre gleitet nun Frankreich in den demokratisch-westlichen Militarismus ab, der von Frankreichs Zukunftsangst und Zweifeln &uuml;ber seine politische Rolle und Aufgabe zeugt. Frankreich taucht jeden Tag mehr in den Expeditionskorpsgeist ein, der in der Endzeit der IV. Republik vorherrschte (unter Ministerpr&auml;sident Guy Mollet 1956-57).<\/p>\n<p>Aber das B&ouml;se ist heute viel umfassender verbreitet und hat sich des ganzen Westens bem&auml;chtigt. Der Anti-Terrorkrieg begeht Verrat an unserer Sicht der Welt, er verk&ouml;rpert die Suizid-Versuchung einer Zivilisation. Diese leidet an gef&uuml;hlter Ohnmacht und an gef&uuml;hltem Abstieg, an Angst vor der Welt und den anderen  und sie leidet auch an ihrer &Uuml;berzeugung ethisch-moralischer &Uuml;berlegenheit. Der Islamismus wiederum hat die Form eines nihilistischen Rausches angenommen. Der Mittlere Orient erlebt gegenw&auml;rtig eine Modernisierungskrise, der den gewachsenen r&eacute;gional-konfessionellen und nationalen Identit&auml;ten schwer zusetzt. Schon die Kolonisierung schw&auml;chte traditionelle Solidarit&auml;tsbande, die Globalisierung fegte sie dann vollends hinweg. Wirtschaftliche Entwicklung und die Herausbildung neuer Mittelklassen, verbunden mit dem Aufschwung der Kommunikationsmedien weckten alte D&auml;monen und schufen neue &Auml;ngste.<\/p>\n<p>Das von George W. Bush imaginierte Feindbild globaler Krieg gegen den Terrorismus findet seinen Widerpart im globalen Kalifat. Mit gleicher Neigung f&uuml;r Ideologie, mit gleichem Gewaltreflex und mit gleicher Bilder-Leidenschaft. Das ist die Falle der Opfer-Konkurrenz und des Tangos der Schlachth&ouml;fe! Ein Feindbild n&auml;hrt das andere und beide geben sich mit Leib und Seele ihren &Auml;ngsten hin. Der islamische Terrorismus erg&ouml;tzt sich an der Inszenierung seines Opfertums, die westlichen L&auml;nder neigen dazu, ihre Kollateralsch&auml;den zu verstecken. Der Kult der K&ouml;rperopferung verwandelt sich in Selbstmordattentate und wendet sich gegen die Obsession eines Null-Risiko-Krieges, in dem Drohnen als Strafe aus heiterem Himmel niedeprasseln. Es sind zwei Kreuzzugsfahnen, die lokal gef&uuml;hrten Kampfhandlungen einen globalen Sinn geben sollen. Zwei Sprachwelten, die existenziellen &Auml;ngsten Ausdruck geben. Und die das Risiko gegenseitiger Zerst&ouml;rung in sich tragen.<\/p>\n<p>Wir sind zurzeit dabei, eine weitere Schwelle hin zu einem Krieg der Zivilisationen zu &uuml;berschreiten, aber noch ist nicht alles verloren. Es bleibt die Chance einer Friedeninitiative und die Chance eines den Frieden wagen unter der Bedingung, dass mit der Logik des Krieges gebrochen wird. Im Kampf gegen den Terrorismus m&uuml;ssen lokale Friedensl&ouml;sungen gefunden werden. Zuvorderst m&uuml;sste hier die Rolle der schw&auml;chelnden Staatsnationen als N&auml;hrboden und Ursprung des Identit&auml;tsverlusts ihrer B&uuml;rger gest&auml;rkt werden. Die EU k&ouml;nnte den Vereinten Nationen eine Plattform zum Wiederaufbau staatlicher Strukturen, sowie zur Konsolidierung von Verwaltung und &ouml;ffentlichem Dienst in den Konfliktstaaten anbieten (Mali, Zentralafrika, Ukraine).<\/p>\n<p>Wir sollten die Strategie eines Dialogs in den Vordergrund stellen. Pazifizierungs-Schl&uuml;ssel sind die Anerkennung von Rechten von Minderheiten, sowie Modelle und Formen politischer Vertretung und Autonomie. Eine wesentliche Aufgabe besteht (im Nahen und Mittleren Osten) darin, den schiitisch-sunnitischen Dialog neu zu beleben und sowohl (das sunnitische) Saudi-Arabien als auch den (schiitischen) Iran an den Verhandlungstisch zu bringen.<\/p>\n<p>Eine multilaterale milit&auml;rische Eingreiftruppe der Vereinten Nationen k&ouml;nnte aus der Logik des Alles oder Nichts herausf&uuml;hren. Unter Inkaufnahme milit&auml;rischer Bodenpr&auml;senz k&ouml;nnte eine wirkliche Friedensstreitmacht ins Leben gerufen werden. Im Irak und in Syrien ist eine zeitweilige Stationierung von Puffer-Truppen  zwischen den Religions- und ethnischen Gemeinschaften erforderlich.<\/p>\n<p>Die Ambitionen eines solchen Programms k&ouml;nnen nur im Kontrast mit den Gefahren gesehen werden, denen wir durch die Spirale permanenter Kriege ausgesetzt sind. Der Stimme der Friedensvision seine Stimme zu verleihen, das ist Frankreichs Rolle und Bestimmung.<\/p>\n<p>Dominique de Villepin &ndash; ancien premier ministre<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Rede des amerikanischen Pr&auml;sidenten vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen vom 25. September 2014 ist zu wenig beachtet worden. Sie ist sehr aufschlussreich: Sie offenbart die Strategie der USA. Nach der Methode &sbquo;Haltet den Dieb&lsquo; wird anderen unterstellt, was man selbst tut. Die Welt wird aufgeteilt in Gut und B&ouml;se. B&ouml;se sind die Russen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23490\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,171,11,166],"tags":[1202,366,259,1556],"class_list":["post-23490","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-militaereinsaetzekriege","category-strategien-der-meinungsmache","category-terrorismus","tag-isis","tag-obama-barack","tag-russland","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23490","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23490"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23490\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23494,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23490\/revisions\/23494"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23490"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23490"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23490"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}