{"id":2350,"date":"2007-05-20T09:44:06","date_gmt":"2007-05-20T07:44:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2350"},"modified":"2007-05-20T09:44:06","modified_gmt":"2007-05-20T07:44:06","slug":"hinweise-des-tages-396","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2350","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/AM)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Die &Ouml;konomie des Irrtums<\/strong><br>\nAuch Volkswirte machen Fehler &ndash; doch ihre Ergebnisse werden selten in Frage gestellt. Dabei sind ihre wissenschaftlichen Patzer teils haarstr&auml;ubend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/news\/printpage.aspx?_p=302030&amp;_t=ftprint&amp;_b=1260877\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar O.P.:<\/strong> Der Artikel greift sicherlich ein bestehendes Problem auf, verbleibt aber an der Oberfl&auml;che, denn dass mathematisch inkorrrektes Operieren falsche Resultate liefert, ist, mit Verlaub, banal. Und ein Politiker wird die Entscheidung, die Sozialpolitik eines Landes zu revidieren, kaum auf eine einzige Studie gr&uuml;nden wollen.<br>\nDie Crux mit mathematischen Modellen der Volkswirtschaft ist doch eher, da&szlig; das mathematisch korrekte Operieren zwar innerhalb der Logik eines Modells ein korrektes Resultat liefern kann, aber der Realit&auml;tsbezug meist beschr&auml;nkt ist. So beweist die Entwicklung eines widerspruchsfreien mathematischen Modells des allgemeinen Gleichgewichts letztlich nicht mehr als die Existenz dieses Modells. Doch um ein funktionierendes Modell zu erhalten, wurde oft nicht davor zur&uuml;ckgeschreckt, reale und wichtige Zusammenh&auml;nge aus der Interaktion von Konsumenten und Produzenten zu vernachl&auml;ssigen.<br>\nWie schon eigentlich oft genug gesagt, liegt der grundlegende Fehler der herrschenden Volkswirtschaftslehre darin, eine komplexe Welt mit, wenn auch hochgradig komplexen, aber eben doch nicht hinreichend komplexen, mathematischen Modellen erkl&auml;ren zu wollen. Solange die Abbildung der Realit&auml;t mit mathematischen Mitteln keine wesentlichen Fortschritte macht, werden mathematisch orientierte &Ouml;konomen weiterhin gezwungen sein, ihre Forschungsgegenst&auml;nde entsprechend ausw&auml;hlen, d.h. da&szlig; &ouml;konomischen Prozessen, die sich mathematischen Prozessen entziehen, und das sind die wirklich wichtigen, keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.<br>\nDer andere und weitaus gef&auml;hrlichere und auch h&auml;ufigere Fall besteht darin, da&szlig; &uuml;ber mehr oder weniger komplizierte mathematische und statistische Methoden einzelne reale Ph&auml;nomene auf lineare Zusammenh&auml;nge reduziert werden, um dann letztlich den Status einer Ursache-Wirkungs-Beziehung erhalten. Ein gutes Beispiel ist die ber&uuml;hmte Studie von Dollar und Kraay, welche belegen soll, da&szlig; die sich der Globalisierung &ouml;ffnenden Entwicklungsl&auml;nder gegen&uuml;ber den sich nicht &ouml;ffnenden Wohlstandsgewinne einfahren konnten. Nimmt man aus der Korrelation (globalisierte L&auml;nder\/ pro-Kopf-Einkommen) China heraus, kann man diese These vergessen, nimmt man auch Indien heraus, kehrt sich das Vorzeichen um. China mag ja heute relativ offen sein, als Marktwirtschaft ist sie noch nicht anerkannt, keinesfalls war sie das im Untersuchungszeitraum der Studie von den 70er Jahren bis Mitte der 90er.<br>\nAber wir brauchen gar nicht in die Ferne zu schweifen. Wie verl&auml;&szlig;lich ist denn ein Wissenschaft, welche in sch&ouml;ner Regelm&auml;&szlig;igkeit ob der Tr&auml;gheit ihrer Modelle jede konjunkturelle Wende verpa&szlig;t. Und sich sogar ex post nicht auf eine Erkl&auml;rung der Wende einigen kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Postmoderne Zust&auml;nde<\/strong><br>\n&Ouml;konomen warnen vor versch&auml;rftem Dumpingwettbewerb nach Fall des Briefmonopols. Bundesregierung will trotzdem an Pl&auml;nen festhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-19\/010.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Besch&auml;ftigungspakte: Kein Garant f&uuml;r sichere Jobs<\/strong><br>\nDie Gefahr eines Unterbietungswettbewerbs bei L&ouml;hnen, Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen<br>\ngeh&ouml;rt neben dem Flexibilisierungsdruck auf das Fl&auml;chentarifsystem zu den brisantesten Auswirkungen der Besch&auml;ftigungspakte. Die Konzessionen der IGM bei Volkswagen im Jahre 2004 setzten die Betriebsr&auml;te beim Konkurrenten Opel unter Druck. Die Vereinbarung zur Besch&auml;ftigungssicherung bei Audi im Jahre 2005 &auml;hnelte nicht zuf&auml;llig der ein Jahr zuvor abgeschlossenen Vereinbarung bei Daimler. Die Gefahr einer Abw&auml;rtsspirale bleibt aber nicht auf Deutschland beschr&auml;nkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wz-berlin.de\/publikation\/pdf\/wm115\/44-47.pdf\">Wissenschaftszentrum Berlin f&uuml;r Sozialforschung (WZB) [PDF &ndash; 162 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>FR-Podiumsdiskussion zum Mindestlohn: Moralist gegen &Ouml;konom<\/strong><br>\nAuf der Podiumsdiskussion der Frankfurter Rundschau beharren Franz M&uuml;ntefering und Roland Koch auf ihren unterschiedlichen Einsch&auml;tzungen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1137724\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar von Orlando Pascheit:<\/strong> Was soll man von einer von der FR, der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und der Vereinigung der hessischen Unternehmerverb&auml;nde initiierten Veranstaltung erwarten? Zumindest, da&szlig; die Zeitung die herablassende Rede vom Moralisten M&uuml;ntefering nicht noch verst&auml;rkt, indem sie Koch zum &Ouml;konomen hochstilisiert. Da beide Kombattanten nun nicht gerade als &Ouml;konomen bekannt sind, h&auml;tte die FR sp&auml;testens in ihrer Kommentierung etwas &ouml;konomische Analyse bzw. Empirie einflie&szlig;en lassen k&ouml;nnen.<br>\nDie Aussage Kochs, da&szlig; das Lohnniveau sich nach der Produktivit&auml;t richten solle, besagt ja nicht, da&szlig; unproduktive Unternehmungen durch Hungerl&ouml;hne gerettet werden sollten. Komplizierter wird es dann, wenn hochproduktiven Unternehmen durch Hungerl&ouml;hne eine saftige Rendite gerettet werden soll, was dann die etwas komplexere Frage von einzelwirtschaftlicher Rendite und volkswirtschaftlichem Nutzen aufwirft.<br>\nEmpirisch ist die Situation sowieso eindeutig: In der Europ&auml;ischen Union existieren in 20 von 27 Staaten allgemeine, branchen&uuml;bergreifende gesetzliche Mindestl&ouml;hne. Von den &uuml;brigen Mitgliedstaaten verf&uuml;gen f&uuml;nf wegen einer sehr hohen Tarifbindung &uuml;ber eine tarifliche Mindestlohnsicherung. Selbst die marktwirtschaftlich vorbildlichen USA verhalten sich bez&uuml;glich des Mindestlohns un&ouml;konomisch moralisch. (Scherz)<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>B&ouml;ckler Impuls Ausgabe 09\/2007<\/strong><br>\n&hellip; ist erschienen, u.a. mit den folgenden Themen:\n<ul>\n<li>Post prek&auml;r: Wenn der Minijobber klingelt<\/li>\n<li>Hedge-Fonds: Regeln auch f&uuml;r die Inseln<\/li>\n<li>Lehrstellen: Generation in der Warteschleife<\/li>\n<li>Arbeitsmarkt: Mehr M&ouml;glichkeiten f&uuml;r &Auml;ltere<\/li>\n<li>Staatshaushalt konsolidieren &ndash; aber nicht um jeden Preis<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/32006.html\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong> DIW macht privaten Einrichtungen Konkurrenz.<\/strong><br>\nDas Deutsche Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) wird grundlegend umgebaut. Die Berliner Wirtschaftsforscher wollen privaten Forschungseinrichtungen Konkurrenz machen und gr&uuml;nden daf&uuml;r zum 1. Juli das Beratungsunternehmen DIW Econ GmbH.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/news\/printpage.aspx?_p=200053&amp;_t=ftprint&amp;_b=1269686\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar:<\/strong> Da werden sich die privaten Auftraggeber aber freuen, wenn  &ldquo;forschungsschw&auml;chere Mitarbeiter&rdquo; die GmbH betreuen. Und wir freuen uns, da&szlig; das DIW die derzeitigen Grundregeln des Marktes begriffen hat und durch Downsizing den &ldquo;Pro-Kopf-Forschungsoutput des Instituts&rdquo; steigert. Auf Zeitgeistniveau und nat&uuml;rlich betriebswirtschaftlich korrekt bewegt sich die Entscheidung des IDW, Entschuldigung des DIW, &uuml;ber das neue Unternehmen &ldquo;mit Zeitvertr&auml;gen, freien Mitarbeitern und Netzwerken&rdquo; dem akademischen Prekariat Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten zu bieten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die G 8 und der Krieg<\/strong><br>\nNicht die Globalisierungskritiker bringen das Land in Gefahr, sondern die Blindheit und Taubheit der Regierenden. Nun auch noch ein Versammlungsverbot um Heiligendamm zu verh&auml;ngen, erinnert an den alten Obrigkeitsstaat, der sich &uuml;ber die Bev&ouml;lkerung stellt. Von Oskar Lafontaine.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,tt3m5\/deutschland\/artikel\/781\/114667\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Bauchweh Bolognese<\/strong><br>\nDer deutsche Sonderweg bei der Umsetzung der europ&auml;ischen Hochschulreform frustriert Studierende und Rektoren. Die versprochenen Ziele wurden allesamt verfehlt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-19\/018.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Gnadenlose Ausgrenzung<\/strong><br>\nDeutscher Sonderweg auch bei der Ausl&auml;nderpolitik: In einer gemeinsamen Erkl&auml;rung vom 14. M&auml;rz 2007 haben mehrere namhafte Organisationen die Politik von CDU\/CSU und SPD als &raquo;fl&uuml;chtlingsfeindlich, r&uuml;ckw&auml;rtsgewandt und integrationshemmend&laquo; kritisiert. Die deutsche Sektion von Amnesty International, der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt, die Arbeitsgemeinschaft Ausl&auml;nder- und Asylrecht im Deutschen Anwaltsverein, der Deutsche Caritasverband, der Parit&auml;tische Wohlfahrtsverband, das Diakonische Werk der EKD, die Rechtsberaterkonferenz der mit den Wohlfahrtsverb&auml;nden und dem Hohen Fl&uuml;chtlingskommissar der Vereinten Nationen zusammenarbeitenden Rechtsanw&auml;ltinnen und Rechtsanw&auml;lte, die Neue Richtervereinigung und Pro Asyl waren und sind sich in ihrer Ablehnung einig. Ihr Hauptvorwurf lautet: Die Umsetzung von EU-Richtlinien wird zur Versch&auml;rfung des Asylrechts mi&szlig;braucht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-19\/017.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Es reicht nicht, nur den Chef auszuwechseln&rdquo;<\/strong><br>\nDer &Ouml;konom und Sozialwissenschaftler Rainer Falk &uuml;ber die Wolfowitz-Aff&auml;re und den Reformbedarf der Weltbank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1137720\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Kolumbianischer Warlord belastet US-Multis: Millionen f&uuml;r Todesschwadronen<\/strong><br>\nChiquita hatte bereits vor einigen Monaten einr&auml;umen m&uuml;ssen, den Milizen &uuml;ber sechs Jahre 1,7 Millionen Dollar (1,26 Millionen Euro) gezahlt zu haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-19\/029.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/AM)<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2350","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2350","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2350"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2350\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2350"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2350"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2350"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}