{"id":2353,"date":"2007-05-21T17:39:49","date_gmt":"2007-05-21T15:39:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2353"},"modified":"2016-01-06T14:51:52","modified_gmt":"2016-01-06T13:51:52","slug":"eurobarometer-zeigt-fuer-d-ruin-des-vertrauens-in-zukunft-und-soziale-sicherungssysteme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2353","title":{"rendered":"Eurobarometer zeigt f\u00fcr D.: Ruin des Vertrauens in Zukunft und soziale Sicherungssysteme"},"content":{"rendered":"<p>Vom Eurobarometer &ldquo;Social Reality&rdquo; hat z.B. der Spiegel nur berichtet, dass die Deutschen sich bei der Arbeit &uuml;berfordert f&uuml;hlen. Wesentlich Interessanteres ist dort allerdings zu finden, wenn man sich genau ansieht, wie die Deutschen ihre gegenw&auml;rtige Situation und die Zukunft einsch&auml;tzen. Die Befragung fand statt, bevor &bdquo;Bild&ldquo; den Boom ausgerufen hat, aber prinzipiell wird sich durch diese Kampagne nicht viel ge&auml;ndert haben. Die Deutschen sind verunsichert wie kaum ein anderes Volk. Michael Buckup, Mitarbeiter beim Eurobarometer der Europ&auml;ischen Kommission hat f&uuml;r die NachDenkSeiten die Umfrage ausgewertet und dazu eine PowerPoint Pr&auml;sentation vorgelegt. Sie ist hilfreich zur Information und f&uuml;r alle unsre Leser, die selbst schreiben oder reden m&uuml;ssen.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Michael Buckup<\/strong><\/p><p>Zwischen dem 17. November und dem 19. Dezember 2006 wurden 26.755 in den 25 Mitgliedstaaten und den beiden damals kurz vor dem Beitritt stehenden L&auml;ndern Bulgarien und Rum&auml;nien lebende EU-B&uuml;rgerinnen und &ndash;B&uuml;rger im Alter von 15 Jahren und dar&uuml;ber f&uuml;r das Eurobarometer 66.3 &ldquo;European Social Reality&rdquo; befragt. Insgesamt ergab die Umfrage im Auftrag der EU-Kommission, dass 86% der Europ&auml;er mit ihrem Leben zufrieden sind und dass die Familie die Grundlage des Gemeinwesens darstellt. Ebenso ist eine gro&szlig;e Mehrheit mit ihrer Arbeit zufrieden oder legt viel Wert auf Freizeit. Bei n&auml;herem Hinsehen aber kommen insbesondere f&uuml;r Deutschland hinter diesen freundlichen Zahlen erschreckende Werte zum Vorschein, wenn es um Vertrauen in die Zukunft; die Politik oder die sozialen Sicherungssysteme geht.  <\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>&nbsp;<\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Immer weniger Menschen in Deutschland haben Vertrauen in ihre gew&auml;hlte Regierung<\/p><p>Die stetig wachsend Partei der  Nichtw&auml;hler zeigt, wie wenig sich die Menschen noch von ihrer Regierung vertreten sehen. Mit ihrer systematischen Politik gegen die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung steht die Bundesregierung inzwischen in Europa auf Augenh&ouml;he mit dubiosen Regierungen in Mitgliedstaaten, die sich noch an die Spielregeln der Demokratie gew&ouml;hnen m&uuml;ssen. Nur in Polen, der Tschechischen Republik und in Litauen misstrauen die Menschen noch mehr ihrer Regierung! <\/p><p>Die SPD ist mit f&uuml;r diese Abw&auml;rtsentwicklung verantwortlich &ndash; hat dabei obendrein noch einen gro&szlig;en Teil ihrer W&auml;hlerschaft eingeb&uuml;sst, die keinen politischen Bezugspunkt mehr hat, sondern sich in Nichtw&auml;hler, Protestw&auml;hler und Egal-W&auml;hler aufteilt.<\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Insbesondere die arbeitende Bev&ouml;lkerung (Alter 25 &ndash; 55 ), Familien sowie abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte misstrauen der Regierung und deren L&ouml;sungskompetenz. Bezeichnend ist ebenso, dass neben Arbeitslosen und Arbeitern auch die Manager der Regierung nicht &uuml;ber den Weg trauen. F&uuml;r alle Gruppen tut sie in deren Meinung zu wenig. <\/p><p>Nur in Rheinland-Pfalz gibt es mehr Vertrauen als Misstrauen, bei den Studenten halten sich beide Meinungen fast die Waage .<\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>F&uuml;r die Parteien gibt es &uuml;berhaupt keinen Blumentopf mehr zu gewinnen, 8 von 10 Menschen misstrauen ihnen, allen voran wieder die arbeitende Bev&ouml;lkerung und die Familien, aber auch Menschen mit niedrigerem Bildungsabschluss. Bis auf Hausfrauen und Rentner besteht bei allen Berufsgruppen ein &uuml;berdurchschnittliches Misstrauen, f&uuml;r die nieders&auml;chsischen Parteien sind es gerade noch 20 Prozent, die ihnen vertrauen. <\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_05.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Nirgendwo in Europa hat sich die Angst vor Langzeitarbeitslosigkeit so verfestigt wie in Deutschland. Die st&auml;ndigen Meldungen von Personalabbau bei gleichzeitigen Anstieg der  Aktienkurse haben ebenso zur Verunsicherung beigetragen wie die systematische Diffamierung von Arbeitslosen.  Die Leitlinie der letzten Jahre, mit gro&szlig;em Aufwand die Arbeitslosen statt die Arbeitslosigkeit zu bek&auml;mpfen, hat zur Ausgrenzung von Arbeitslosen gef&uuml;hrt, jede zus&auml;tzliche Ma&szlig;nahme, um &bdquo;Anreize zur Arbeitsaufnahme zur erh&ouml;hen&ldquo; hat nur den Eindruck verfestigt, dass nur  Schmarotzer, Bl&ouml;de oder Faule keine Arbeit finden. Angesichts der immer mehr verbreiteten Angst vor dem sozialen Abstieg nach dem Jobverlust und Hartz IV schl&auml;gt sich dies auch in der europaweit geringsten Zuversicht wieder, einen neuen Job zu finden. Damit steht der Arbeitgeberseite ein exzellentes Mittel zur Erpressung von Gewerkschaften und Arbeitnehmern zur Verf&uuml;gung, um Lohnverzicht und l&auml;ngere Arbeitszeiten durchzusetzen.<\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_06.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Wer als &auml;lterer Arbeitnehmer in Deutschland entlassen wird, hat geringe Hoffnung, wieder einen Job zu finden. <\/p><p>F&uuml;r  Menschen mit Hauptschulabschluss sieht es ebenfalls schlechter aus als f&uuml;r den Durchschnitt. Niedersachsen belegt unter den alten Bundesl&auml;ndern mit Abstand den letzten Platz, nur in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern herrscht noch weniger Zuversicht. <\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_07.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Sorgen um den Arbeitsplatz, Arbeitslosigkeit und Reallohneinbu&szlig;en in den letzten Jahren haben eine &bdquo;Generation no Future&ldquo; geschaffen, ein Viertel aller Menschen zwischen 40 und 54  (arbeitende Bev&ouml;lkerung, Familien) erwartet vom Leben eine Verschlechterung ihrer Verh&auml;ltnisse, ebenso haben die Menschen &uuml;ber 55 die geringste Hoffnung auf ein besseres Leben im Alter. Hauptsch&uuml;ler sehen sich einmal mehr als Verlierer und erwarten keine Wende zum Besseren. <\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_08.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Trotz erster euphorischer Schlagzeilen (Befragung war Mitte November\/Anfang Dezember) glaubt eine relative Mehrheit eher an eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation. War Deutschland in den vergangenen Jahren schon immer europ&auml;ischer Spitzenreiter im Pessimismus, so spiegelt sich dies auch in der Frage nach den Perspektiven f&uuml;r die deutsche Wirtschaft. Jahrelanges Wehklagen &uuml;ber zu hohe Lohnnebenkosten und das Absteigerland ohne Chancen im internationalen Wettbewerb haben die &Auml;ngste verst&auml;rkt, Deutschland k&ouml;nne noch mehr auf die Verliererstrasse geraten. Wieder sind es die Menschen zwischen 25 und 55, die &uuml;berdurchschnittlich eine negative Entwicklung bef&uuml;rchten. Bei den 40- bis 54j&auml;hrigen dr&uuml;ckt sich verst&auml;rkt der Vergleich mit den &bdquo;besseren Zeiten&ldquo; der 70er und fr&uuml;her 80er Jahre  aus, seitdem es f&uuml;r sie eher bergab als bergauf ging  Menschen mit mittlerem Bildungsabschluss, die sich schon mehr f&uuml;r internationale Zusammenh&auml;nge und den Politik- und Wirtschaftsteil der Zeitung interessieren, haben sich die  zweckgerichtete Schwarzmalerei zu eigen gemacht, doppelt so viele glauben an eine Verbesserung als an eine Verschlechterung. Familien mit Kindern sehen mit gro&szlig;er Mehrheit schlechtere Zeiten auf die Wirtschaft &ndash; und damit auf sich zukommen. <\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_09.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Nachhaltige Besserung auf dem Arbeitsmarkt erwartet keine demographische Gruppe in Deutschland, Frauen sind noch skeptischer als M&auml;nner, bei der Generation der Berufst&auml;tigen und Familien (25 &ndash; 55) sehen vier von zehn eine Verschlechterung, Angestellte und Arbeitslose zeigen den gr&ouml;&szlig;ten Pessimismus, das Bild der Bundesl&auml;nder ist uneinheitlich.<\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_10.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Die systematische Miesmacherei des deutschen Rentensystems durch konzertierte Aktionen der Bildzeitung, Versicherungen und bezahlter Propagandisten mit Professortitel hat das Vertrauen ruiniert. In keinem anderem Land haben so wenig Menschen noch Vertrauen in die Rente und haben fast drei Viertel kein Vertrauen mehr. Bis auf die skandinavischen L&auml;nder mit einem anderen sozialen Modell, &Ouml;sterreich, Holland, aber auch Irland und Gro&szlig;britannien, zeigt sich in vielen anderen EU L&auml;ndern der wachsende Erfolg der Kampagnen zur privaten Altersversorgung. Die deutschen &bdquo;Spitzenwerte&ldquo; sind allerdings keine &Uuml;berraschung, wenn selbst der zust&auml;ndige SPD Minister mit seiner Politik (Rente mit 67) die staatliche Rente besch&auml;digt und f&uuml;r private Vorsorge wirbt, wie inzwischen sogar die Deutsche Rentenversicherung selbst!<\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_11.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Vor allem die Menschen, die noch ein l&auml;ngeres Arbeitsleben vor sich sehen (25-39), haben das Vertrauen in ihre Rente verloren, 83% sehen die Zukunft f&uuml;r ihre Rente negativ, gerade einmal 15% haben noch Vertrauen. <\/p><p>&Uuml;berdurchschnittlich niedriges Vertrauen haben auch die 40 &ndash; 54 J&auml;hrigen, Menschen mit mittlerem Bildungsabschluss und Mehrpersonenhaushalte mit Kindern. Arbeiter sind ebenfalls &uuml;berdurchschnittlich ver&auml;ngstigt, zumal sie ebenso wie Arbeitslose und zunehmend auch Angestellte sich die propagierte private Zusatzrentenversicherung nicht leisten k&ouml;nnen. Menschen, die sich selbst links oder in der Mitte einordnen haben weniger Vertrauen, als politisch rechts Stehende. Sieht man von den Menschen &uuml;ber 55 und Rentnern ab, die schon relativ genau wissen, welche Rente sie erwartet oder sie schon bekommen, so haben in allen Gruppen fast drei von vier Menschen das Vertrauen in ihre Rente verloren. Bedenklich ist, dass dies insbesondere die breite Masse und diejenigen sind, die durch ihre  Arbeit und  Abgaben die Hauptlasten in der Gesellschaft tragen.<\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_12.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Nirgendwo in Europa haben die Menschen so viel Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder wie in Deutschland, nirgendwo glauben gerade einmal 3 Prozent, dass ihre Kinder es leichter haben werden. Wer als Sozialdemokrat Politik als Gestaltung einer gerechten und lebenswerten Zukunft versteht, sieht hier einen Scherbenhaufen sozialdemokratischer Politik und sozialdemokratischen Regierungshandelns. Wenn auch die Bundesrepublik in &bdquo;guter&ldquo; Gesellschaft mit fast allen alten EU Staaten (bis auf Irland, Portugal und Finnland) ist, so zeigt sich doch gerade hier, wie sehr die neoliberale Propaganda vom notwendigen Verzicht und notwendigen Einschnitten verfangen hat. Der Glaube an eine positive, gerechtere und solidarische Gestaltung der Zukunft ist verloren gegangen! Um so wichtiger ist es, den Menschen mit einer eindeutigen Politik f&uuml;r ihre Belange diesen Glauben zur&uuml;ckzugeben!<\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_13.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Es ist nicht verwunderlich, dass gerade die arbeitende Bev&ouml;lkerung und Familien die Zukunft der Kinder besonders negativ sehen. Angestellte  und Arbeiter &auml;u&szlig;ern hier &uuml;berdurchschnittlich hohe Skepsis, die Altersgruppen 40-54 und 55+ sehen sich auch durch die negativen Perspektiven ihrer Kinder und Enkel in ihren Bef&uuml;rchtungen best&auml;tigt. Der h&ouml;chste Wert mit 90% findet sich bei den Angestellten. Es liegt nahe, dass Erfahrungen der beruflichen Praxis und ein gewisses, um so leichter zu beeinflussendes Problembewusstsein zu diesem Wert beitragen.<\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_14.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Gegens&auml;tzlicher k&ouml;nnen Nachbarn kaum sein: w&auml;hrend in D&auml;nemark zwei Drittel das Sozialsystem f&uuml;r nicht zu teuer halten, glauben in Deutschland noch mehr Menschen, dass man sich das Sozialsystem nicht mehr leisten kann. Nur in Griechenland, Frankreich, Ungarn und Polen glauben die Menschen, dass ihre Sozialen Errungenschaften nicht mehr zu bezahlen sind. Auch hier hat die jahrelange Kampagne gegen die soziale Absicherung der Menschen, und f&uuml;r notwendige Einschnitte, um wieder konkurrenzf&auml;hig zu sein, Erfolg gehabt. Und trotz drastischer K&uuml;rzungen bei den Bed&uuml;rftigen auf breiter Front, wachsender Armut bei sprunghaft ansteigenden Gewinnen und Privatverm&ouml;gen bleibt die &Uuml;berzeugung, dass noch weitere K&uuml;rzungen notwendig sind, um das System zu erhalten. <\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_15.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Drei von vier Deutschen mit Hauptschulabschluss haben die Propaganda von zu hohen Sozialleistungen und notwendigen Einschnitten so weit verinnerlicht, dass sie sich dieser Meinung anschlie&szlig;en. Bei den Berufsgruppen wird die unterschiedliche Interessenlage deutlich: Manager stehen selbstverst&auml;ndlich in &uuml;berdurchschnittlichem Ma&szlig; zu den Auffassungen ihrer Verbandsvertreter und Sprachrohre, dass ein &uuml;bertriebenes Sozialsystem schuld an der Misere des Standortes Deutschland ist, und dass zur Wiederherstellung der Wettbewerbsf&auml;higkeit getreu der Devise &bdquo;sozial ist was Arbeit schafft&ldquo; Leistungen zusammengestrichen werden. Angestellte st&uuml;tzen diese Auffassung in gleicher Weise, unklar ist, ob sie sich dem Mainstream anpassen oder ob sie aus Furcht vor sozialem Abstieg durch Entlassung K&uuml;rzungen f&uuml;r richtig halten. <\/p><p>Ein Zusammenhang zwischen dem konsequenten Sozialabbau in Niedersachsen und dem zweith&ouml;chsten Wert aller Bundesl&auml;nder ist nahe liegend, ebenso ein Erfolg der ehemaligen Sozialministerin von der Leyen, die Sozialleistungen als Wohltaten und Amosen betrachtete, die man wie beispielsweise das Landesblindengeld gern zur Haushaltssanierung opferte. Insgesamt scheinen die Menschen in allen Bundesl&auml;nder den Abschied vom Sozialstaat zu akzeptieren, nur in mehrheitlich SPD-regierten L&auml;ndern ist dies weniger deutlich ausgepr&auml;gt.<\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_16.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Den Deutschen ist der Glauben an eine bessere Zukunft abhanden gekommen, oder besser systematisch abgew&ouml;hnt worden. Sie sind Betroffene einer stetigen Abw&auml;rtsentwicklung geworden und h&ouml;ren st&auml;ndig weitere Kassandrarufe. Zugleich verst&auml;rken sich ihre Bef&uuml;rchtungen, dass nach dem selbst erfahrenen Negativtrend es f&uuml;r die kommende Generationen noch schwieriger wird. Besonders be&auml;ngstigend ist dabei, dass in dem wirtschaftlich st&auml;rksten EU-Mitgliedsland immer mehr Menschen die wachsende Kluft zwischen arm und reich als Problem wahrnehmen. &Uuml;ber zehn Millionen Menschen unterhalb der Armutsschwelle begr&uuml;nden diese &Auml;ngste, ebenso eine wachsende Furcht, selbst auf die Verliererseite zu geraten. Wie schon bei Schulsystem wird die Gesellschaft in der Bundesrepublik st&auml;rker als in anderen L&auml;ndern als eine Gesellschaft wahrgenommen, in der immer mehr Verlierer einer kleinen Gruppe von Gewinnern gegen&uuml;berstehen. <\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/and_int_070521_17.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p>Nicht nur die Sorgen und &Auml;ngste f&uuml;r die eigene Generation wegen drohender Arbeitslosigkeit und angeblicher unsicherer Renten belasten alle demographischen Gruppen. Sie sehen ebenso f&uuml;r die kommende Generation schwarz. In fast allen Gruppen ist die Bef&uuml;rchtung &uuml;berdurchschnittlich vertreten, dass die Kluft zwischen arm und reich w&auml;chst.  Bei der Gruppe derjenigen, die gerade ins Berufsleben einsteigen, ist die Sorge am gr&ouml;&szlig;ten, zu denjenigen zu geh&ouml;ren, die zu den Verlierern zu geh&ouml;ren oder die mit der Entwicklung nicht einverstanden sind. <\/p><p>Menschen, die sich dem linken Lager zuordnen, sind sich dieses Problems ebenfalls mehr bewusst. Angestellte und Arbeiter &auml;u&szlig;ern diese Sorge ebenfalls &uuml;berdurchschnittlich, wobei unter den Angestellten auch weitaus mehr als in anderen Gruppen die Sorge ge&auml;u&szlig;ert wird, die n&auml;chste Generation habe verst&auml;rkt mit Arbeitslosigkeit und unsicheren Renten zu tun. Die Niedersachsen bef&uuml;rchten zusammen mit den Bayern mehr als in anderen Bundesl&auml;nder die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Ein Hinweis, dass dieses Problem die Menschen ber&uuml;hrt und sie sich der wachsenden Ungerechtigkeit bewusst sind. Das Thema Gerechtigkeit muss daher zusammen mit klaren Perspektiven f&uuml;r eine solidarische und auf Ausgleich setzende zukunftsweisende  Politik in den Mittelpunkt gestellt werden. <\/p><p>Quelle: <a href=\"upload\/ppt\/SozialeWirklichkeit2007.ppt\">Soziale Wirklichkeit 2007 [Powerpoint-Datei &ndash; 8.2 MB]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Eurobarometer &ldquo;Social Reality&rdquo; hat z.B. der Spiegel nur berichtet, dass die Deutschen sich bei der Arbeit &uuml;berfordert f&uuml;hlen. Wesentlich Interessanteres ist dort allerdings zu finden, wenn man sich genau ansieht, wie die Deutschen ihre gegenw&auml;rtige Situation und die Zukunft einsch&auml;tzen. 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