{"id":23530,"date":"2014-10-09T12:57:24","date_gmt":"2014-10-09T10:57:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23530"},"modified":"2022-10-18T16:03:41","modified_gmt":"2022-10-18T14:03:41","slug":"ttip-und-die-dreifaltigkeit-von-sigmar-gabriels-spd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23530","title":{"rendered":"TTIP und die Dreifaltigkeit von Sigmar Gabriels SPD"},"content":{"rendered":"<p>Immer h&auml;ufiger ist die Rede von CETA und TTIP &ndash; die Freihandelsabkommen der EU mit Kanada bzw. den USA. W&auml;hrend die Verhandlungen der EU-Kommission mit Kanada &uuml;ber CETA abgeschlossen sind, laufen sie mit den USA noch. Auch die Verhandlungen &uuml;ber das Abkommen zum Dienstleistungshandel (TISA) sind in vollem Gange. Die Verhandlungen werden geheim und nicht &ouml;ffentlich gef&uuml;hrt. Sigmar Gabriel hat sich in j&uuml;ngster Zeit in seinen besonderen Eigenschaften als Bundesvorsitzender der SPD und als Bundesminister f&uuml;r Wirtschaft und Energie (BMWI) sehr h&auml;ufig zum Thema &bdquo;Freihandelsabkommen&ldquo; ge&auml;u&szlig;ert. Von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Mehr Informationen &uuml;ber das GATS-Nachfolgeabkommen sind u.a. hier zu finden: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23345#h04\">Vorsicht, Tisa!<\/a> Weitere Handelsabkommen k&ouml;nnen z.B. der <a href=\"http:\/\/ttip-unfairhandelbar.de\/\">Homepage TTIP unfairhandelbar<\/a> entnommen werden.<\/em><\/p><p><strong>Die Position des Wirtschaftsministeriums<\/strong><\/p><p>In der ARD-Dokumentation <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22832#h03\">&bdquo;Der gro&szlig;e Deal &ndash; Geheimakte Freihandelsabkommen&ldquo;<\/a> hat sich der Bundesminister &ndash; offenbar unwissend &ndash; zum Streichen der Arbeitsschutzklausel dahingehend ge&auml;u&szlig;ert, dass nationales Recht nicht durch Freihandelsabkommen gebrochen werden k&ouml;nne. Gabriels Bundesministerium hat <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/Publikationen\/transatlantische-handels-und-investitionspartnerschaft-ttip,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf\">&bdquo;Fakten und Informationen&ldquo; [PDF]<\/a> zum Freihandelsabkommen publiziert und rechtfertigt darin die mangelnde Transparenz. <\/p><p>Wenige Tage\/Wochen zuvor hatte Gabriel selbst noch verk&uuml;ndet, dass keine Informationen zum Abkommen vorl&auml;gen sowie Unverst&auml;ndnis f&uuml;r Unterschriften gegen das Abkommen ge&auml;u&szlig;ert und mehr Transparenz &uuml;ber TTIP gefordert: In der ZDF-Sendung <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/kanaluebersicht\/368#\/beitrag\/video\/2152032\/Gabriel:-%22Mehr-Transparenz-schaffen%22\">&bdquo;Berlin direkt&ldquo; vom 11.05.2014<\/a> sagte Gabriel sinngem&auml;&szlig;, dass noch keine TTIP-Inhalte vorl&auml;gen und es zu diesem Zeitpunkt weder bef&uuml;rwortet noch abgelehnt werden k&ouml;nne. <\/p><p>Im September 2014 hat der Bundesminister mit dem DGB eine Vereinbarung getroffen. <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++1d7777d8-3f0f-11e4-8a8d-52540023ef1a\">Darin<\/a> ist u.a. Folgendes zu lesen:<\/p><blockquote><p>3. Das Freihandelsabkommen darf Arbeitnehmerrechte, Verbraucherschutz-, Sozial- und Umweltstandards nicht gef&auml;hrden. Einen Dumping-Wettbewerb, bei dem Staaten und Unternehmen sich Vorteile &uuml;ber Sozial- und Umweltschutzdumping verschaffen, lehnen wir ab. Deshalb muss im Rahmen des Handelsabkommens darauf hingewirkt werden, Mitbestimmungsrechte, Arbeits-, Gesundheits- und Verbraucherschutz- sowie Sozial- und Umweltstandards zu verbessern.<\/p>\n<p>(&hellip;)<\/p>\n<p>8. Prinzipiell ist auszuschlie&szlig;en, dass das demokratische Recht, Regelungen zum Schutz von Gemeinwohlzielen zu schaffen, gef&auml;hrdet, ausgehebelt oder umgangen wird oder dass ein Marktzugang, der solchen Regeln widerspricht, einklagbar wird. Die F&auml;higkeit von Parlamenten und Regierungen, Gesetze und Regeln zum Schutz und im Sinne der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zu erlassen, darf auch nicht durch die Schaffung eines &bdquo;Regulierungsrates&ldquo; im Kontext regulatorischer Kooperation oder durch weitgehende Investitionsschutzvorschriften erschwert werden.<\/p>\n<p>Investitionsschutzvorschriften sind in einem Abkommen zwischen den USA und der EU grunds&auml;tzlich nicht erforderlich und sollten nicht mit TTIP eingef&uuml;hrt werden. In jedem Fall sind Investor-Staat-Schiedsverfahren und unklare Definitionen von Rechtsbergriffen, wie &bdquo;Faire und Gerechte Behandlung&ldquo; oder &bdquo;Indirekte Enteignung&ldquo; abzulehnen.<br>\nDie Europ&auml;ische Kommission hat nun ein Verhandlungsmoratorium zum Investitionsschutz beschlossen und eine dreimonatige &Ouml;ffentliche Konsultation zu dieser Frage ab M&auml;rz 2014 eingeleitet. Das Verhandlungsmoratorium ist zu begr&uuml;&szlig;en, zumal es eine grunds&auml;tzliche &ouml;ffentliche Debatte &uuml;ber Investitionsschutz erlaubt.<\/p>\n<p>Probleme &ndash; wie die Einschr&auml;nkung staatlicher Regulierungsf&auml;higkeit und die Gefahr hoher Entsch&auml;digungs- und Prozesskosten f&uuml;r Staaten, wegen privater Klagen gegen legitime Gesetze &ndash; existieren schlie&szlig;lich auch schon aufgrund existierender Investitionsschutzabkommen.<\/p><\/blockquote><p>Im M&auml;rz 2014 wurde eine dreimonatige &bdquo;&Ouml;ffentliche Konsultation&ldquo; &uuml;ber den Investitionsschutz eingeleitet. Dieser Zeitraum ist nun &ndash; auch zum Zeitpunkt der Vereinbarung zwischen Bundeswirtschaftsministerium und DGB (September 2014) &ndash; verstrichen. Das Besondere: Am 22. September 2014 <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Presse\/pressemitteilungen,did=655700.html\">informierte<\/a> das BMWI &uuml;ber zwei Gutachten zu CETA &#8210; nicht jedoch zu TTIP, obwohl Problematik der beiden Abkommen vergleichbar sein d&uuml;rfte. In einem der Gutachten wird dabei die These vertreten, dass &bdquo;Investoren aus Kanada im Vergleich zu deutschen Investoren materiell-rechtlich nicht besser&ldquo; gestellt w&uuml;rden, was zur Folge habe, dass &bdquo;Investoren in Deutschland nicht erfolgreich gegen dem Allgemeinwohl dienende Gesetze klagen k&ouml;nnen. Im Hinblick auf den Marktzugang scheidet sogar die Anrufung eines Schiedsgerichts aus.&ldquo; Mit anderen Worten: Die Klausel zum Schutz von Investoren aus Kanada sei &uuml;berfl&uuml;ssig. Aber weshalb ist sie dann aufgenommen worden?<\/p><p>In seiner <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/aussenwirtschaft,did=656586.html\">Bundestagsrede am 25. September 2014<\/a> betonte Sigmar Gabriel, dass Investitionsschutzvorschriften sowohl in CETA als auch in TTIP nicht notwendig seien. <\/p><p><strong>Die Position der SPD<\/strong><\/p><p>Der SPD-Konvent vom 20. September 2014 hat &ndash; auch auf Dr&auml;ngen des SPD-Bundesvorsitzenden &ndash; u.a. folgendes beschlossen:<\/p><blockquote><p>&ldquo;Zu einem Abbau von wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Standards darf es durch ein transatlantisches Freihandelsabkommen nicht kommen.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Das klingt gut. Es stellt sich jedoch die Frage nach den Vergleichskriterien. Die &ldquo;wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Standards&rdquo; wessen Landes\/Staates gelten hier als Ma&szlig;stab? Und: Wieso steht das Wort &ldquo;oder&rdquo; zwischen den Standards und nicht das Wort &ldquo;und&rdquo;? Au&szlig;erdem ist da zu lesen, dass der Parteikonvent der SPD Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ausdr&uuml;cklich unterst&uuml;tze, die Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) auf der Grundlage des gemeinsamen Papiers von Wirtschaftsministerium und DGB sowie des Beschlusses des Parteikonvents fortzuf&uuml;hren. Aber die Regierungen der EU-Mitgliedsl&auml;nder, also auch der deutsche Bundeswirtschaftsminister, <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/Aussenwirtschaft\/Ttip\/verhandlungsprozess.html\">f&uuml;hren gar nicht die Verhandlungen<\/a>, sondern die EU-Kommission. Im <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/linkableblob\/123760\/data\/20140920_parteikonvent_beschluss_ttip.pdf\">Beschluss des SPD-Konvents [PDF]<\/a> sind die selben Forderungen wie in den Anforderungen an TTIP durch das BMWI und den DGB enthalten (siehe oben).<\/p><p>Nun stellt sich jedoch die Frage, ob die Forderungen von DGB und SPD berechtigt oder &#8210; entsprechend der BMWI-Gutachten &#8210; gar nicht relevant sind. Sollten Investitionsschutzklauseln in den Abkommen keine Bedeutung haben, w&uuml;rde sich die Frage stellen, weshalb DGB und SPD sich so vehement dagegen wehren. Insbesondere das Verhalten von Herrn Gabriel mit seiner oben erw&auml;hnten Doppelfunktion wirkt in diesem Kontext ambivalent.<\/p><p><strong>Die Position der SPD-Fraktion<\/strong><\/p><p>Im Ausschuss f&uuml;r Wirtschaft und Energie des Deutschen Bundestages hat die SPD-Fraktion &ndash; zusammen mit der Fraktion der CDU\/CSU &ndash; gegen den Verzicht auf ein Investor-Staat-Schiedsverfahren in den geplanten Freihandelsabkommen der Europ&auml;ischen Union mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA) gestimmt. Und speziell zur Position der SPD-Fraktion: Sie &bdquo;sprach sich daf&uuml;r aus, die Regelungen zur Schiedsgerichtsbarkeit und zum Investitionsschutz aus beiden Abkommen heraus zu verhandeln.&ldquo; Entsprechende Antr&auml;ge der Linksfraktion sind im Deutschen Bundestag jedoch auch mit vielen SPD-Stimmen <a href=\"http:\/\/linksfraktion.de\/im-wortlaut\/sind-konzernklagerechte-ceta-nun-rote-linie-gabriel-nicht\/\">abgelehnt worden<\/a>.<\/p><p>Dieses Abstimmungsverhalten wirft Fragen auf: Entweder die SPD &#8210; und besonders der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel &#8210; nimmt den Beschluss des SPD-Konvents nicht ernst, wie es z.B. Klaus Ernst von der Linksfraktion im Bundestag sinngem&auml;&szlig; ausdr&uuml;ckt, oder die Kommunikation Sigmar Gabriels &uuml;ber die Freihandelsabkommen sind ein weiterer Beleg f&uuml;r seine &ndash; wohlwollend formuliert &#8210; Flexibilit&auml;t. Die Rolle Sigmar Gabriels erinnert fast an &bdquo;Dr. Jekyll und Mr. Hyde&ldquo;.<\/p><p><strong>Zum offiziellen Verfahren<\/strong><\/p><p>Die Verhandlungen &uuml;ber die TTIP werden &ndash; wie oben erw&auml;hnt &ndash; auf europ&auml;ischer Seite von der EU-Kommission gef&uuml;hrt, speziell von der Generaldirektion Handel. Am 14. Juni 2013 haben die Mitgliedstaaten der EU der EU-Kommission ein entsprechendes Mandat zur F&uuml;hrung der Verhandlungen mit den USA erteilt. Politisch verantwortlicher EU-Kommissar ist z.Z. EU-Handelskommissar Karel de Gucht.<\/p><p>Zumindest indirekt ist das BMWI jedoch &uuml;ber den handelspolitischen Ausschuss an den Verhandlungen beteiligt. Deutschland und die anderen EU-Mitgliedsstaaten w&uuml;rden gemeinsam die europ&auml;ische Position entwickeln, die die EU-Kommission vertritt, wie es das BMWI forumuliert. Und weiter hei&szlig;t es auf den <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/Aussenwirtschaft\/Ttip\/faqs.html\">Internetseiten des Bundeswirtschaftsministeriums<\/a>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Die EU-Kommission ist dazu angehalten, die Mitgliedsstaaten durch regelm&auml;&szlig;ige Berichterstattung im Handelspolitischen Ausschuss &uuml;ber den Verfahrensstand zu informieren und in die Ermittlung der Verhandlungsposition einzubinden. Die EU-Kommission soll ihre Verhandlungen nicht ohne Ber&uuml;cksichtigung der Interessen der Mitgliedstaaten f&uuml;hren.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Wenn die SPD quasi im Interesse Deutschlands eine &Auml;nderung der europ&auml;ischen Verhandlungsposition herbeif&uuml;hren m&ouml;chte, k&ouml;nnte dies offenbar durch das BMWI im Handelspolitischen Ausschuss der EU geschehen. Aber was genau ist die Position der deutschen Bundesregierung und speziell des Bundesministers und SPD-Bundesvorsitzenden? Will die SPD tats&auml;chlich etwas &auml;ndern? Das Abstimmungsverhalten der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag deutet nicht darauf hin. Entsprechende Antr&auml;ge der Linksfraktion sind auch mit vielen Stimmen aus der SPD-Fraktion abgelehnt worden. Dennoch <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/947202.wenig-vertrauen-in-die-vertraege.html?sstr=ceta\">m&ouml;chte<\/a> zumindest Bundeswirtschaftsminister Gabriel weiter &uuml;ber CETA verhandeln.<\/p><p>Dieses Ansinnen ist vom zust&auml;ndigen EU-Kommissar de Gucht abgelehnt worden: &bdquo;Wenn wir die Verhandlungen neu er&ouml;ffnen, ist das Abkommen tot&ldquo;, so De Gucht. Es w&auml;re geradezu eine Blaupause f&uuml;r die Gespr&auml;che mit den Vereinigten Staaten, sagte <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/ceta-abkommen-eu-kommissar-karel-de-gucht-gegen-nachverhandlungen-mit-kanada-13172822.html\">de Gucht der FAZ<\/a>. Auch die designierte Handelskommissarin, Cecilia Malmstr&ouml;m, m&ouml;chte das CETA-Abkommen nicht &auml;ndern. F&uuml;r kurzfristige Irritationen sorgte sie mit einer &Auml;u&szlig;erung, bei den Verhandlungen mit den USA auf au&szlig;ergerichtliche Schiedsgerichte beim Investorenschutz verzichten zu wollen. Diese sind inzwischen ausger&auml;umt: CETA soll so bleiben und gilt als Vorbild f&uuml;r TTIP. Insbesondere der neue EU-Kommissionspr&auml;sident, Jean-Claude Juncker <a href=\"http:\/\/kurier.at\/politik\/eu\/eu-hearings-malmstroem-viele-probleme-bei-ttip\/88.285.878\">gilt als ein vehementer Bef&uuml;rworter<\/a> der Abkommen. <\/p><p>Umstritten sein d&uuml;rfte innerhalb der EU auch die Einstimmigkeitsklausel. Der stellvertretende Kabinettschef von EU-Handelskommissar Karel De Gucht, Frank Hoffmeister, hat dazu einen <a href=\"http:\/\/www.kulturrat.de\/detail.php?detail=2768&amp;rubrik=5\">Fachaufsatz<\/a> ver&ouml;ffentlicht. Seine Kernargumente lauten: Artikel 207 Abs. 1 AEUV (Lissabonner Vertrag) erweitere die Konturen f&uuml;r die gemeinsame Handelspolitik, so dass ausschlie&szlig;lich die Union f&uuml;r den Handel mit Waren und Dienstleistungen, f&uuml;r die Handelsaspekte des geistigen Eigentums und f&uuml;r die ausl&auml;ndischen Direktinvestitionen zust&auml;ndig sei. Und zudem habe der Europ&auml;ische Gerichtshof entschieden, dass die Union allein zust&auml;ndig sei, wenn es um Ma&szlig;nahmen der &ldquo;externen Harmonisierung&rdquo; im Bereich des Dienstleistungshandels gehe. <\/p><p>Eine spannende Frage d&uuml;rfte also sein, ob das Prinzip der Einstimmigkeit der EU-Mitgliedsl&auml;nder gilt oder eben nicht. Oder kann z.B. das Mehrheitsprinzip zur Anwendung kommen? Und wie gro&szlig; ist der Einfluss Deutschlands bei einem solchen Abstimmungsverhalten? Und vor allem: Wie wird Deutschland sich entscheiden? Sicher scheint auf jeden Fall: Nicht Beschl&uuml;sse von Parteien, sondern die der Exekutive (im Rahmen von EU-Entscheidungen) oder\/und der Legislative sind entscheidend. Parteikonventbeschl&uuml;sse haben eher den Charakter eines moralischen Appells, der jedoch nicht entscheidungsrelevant sein muss &#8210; zumal dann nicht, wenn kein &ouml;ffentlichkeitswirksamer bzw. medialer Druck damit verbunden ist.<\/p><p><strong>Alternativer Widerstand<\/strong><\/p><p>Das SPD-Mitglied Pan Pawlakudis hat eine Verfassungsbeschwerde http:\/\/www.spd.de\/profil\/15711666\/blog\/verfassungsbeschwerde-gegen-ceta-und-ttip  gegen CETA und TTIP eingereicht und fordert &bdquo;einstweilig anzuordnen: Die Bundesregierung unterl&auml;sst bis auf weiteres jede Zustimmung zu den Abkommen CETA und TTIP&ldquo;.<br>\nAus der allgemeinen rechtlichen Bewertung seiner Begr&uuml;ndung:<\/p><blockquote>\n<ol type=\"a\">\n<li>Die Vertragstexte sind geheim und werden erst nach einer Entscheidung ver&ouml;ffentlicht;<\/li>\n<li>Nationale Parlamente werden lediglich &uuml;ber den endg&uuml;ltigen Vertragstext abstimmen;<\/li>\n<li>&Auml;nderungen sind nur schwer m&ouml;glich, da alle Vertragsparteien zustimmen m&uuml;ssten.<\/li>\n<\/ol>\n<\/blockquote><p>Das w&auml;re vermutlich mit monate- oder jahrelangen Verhandlungen verbunden. Die Bereitschaft dazu d&uuml;rfte gering sein.<\/p><p>Eine Verfassungsbeschwerde ist individuelles Recht und m&uuml;sste daher individuell verfasst werden. Dieser Beschwerdeweg steht allen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger der EU &ndash; also auch Deutschlands und insbesondere der Funktionstr&auml;gerschaft der SPD &ndash; offen.<\/p><p>Weitere Alternativen sind Proteste in Form von zivilen Ungehorsam. Das k&ouml;nnen sein:<\/p><ol>\n<li>Offene Briefe, in denen allgemein oder zu speziellen Themeninhalten kritisch Stellung bezogen wird; ein Beispiel ist hier zu finden: Pressemeldung: <a href=\"http:\/\/www.weed-online.org\/themen\/7926621.html\">TTIP bedroht Finanzmarktregulierung<\/a><\/li>\n<li>Der Aktionstag am 11. Oktober 2014, &uuml;ber den z.B. auch hier mehr zu erfahren ist: <a href=\"http:\/\/www.stop-ttip-ceta-tisa.eu\/de\/\">Stop TTIP CETA TISA<\/a><\/li>\n<li>Die Europ&auml;ische B&uuml;rgerinitiative EBI, die innerhalb von zwei Tagen bereits mehr als 330.000 <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23528\">Unterschriften gegen TTIP<\/a> gesammelt hat<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer h&auml;ufiger ist die Rede von CETA und TTIP &ndash; die Freihandelsabkommen der EU mit Kanada bzw. den USA. W&auml;hrend die Verhandlungen der EU-Kommission mit Kanada &uuml;ber CETA abgeschlossen sind, laufen sie mit den USA noch. Auch die Verhandlungen &uuml;ber das Abkommen zum Dienstleistungshandel (TISA) sind in vollem Gange. 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