{"id":23539,"date":"2014-10-09T17:44:18","date_gmt":"2014-10-09T15:44:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23539"},"modified":"2014-10-11T16:57:54","modified_gmt":"2014-10-11T14:57:54","slug":"ulfkottes-gekaufte-journalisten-ein-spannender-titel-und-ein-enttaeuschendes-buch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23539","title":{"rendered":"Ulfkottes \u201eGekaufte Journalisten\u201c \u2013 ein spannender Titel und ein entt\u00e4uschendes Buch"},"content":{"rendered":"<p>Trotz gewisser Vorbehalte gegen den Kopp-Verlag und gegen den Autor Udo Ulfkotte bin ich mit positiven Erwartungen an die Lekt&uuml;re dieses Buches gegangen. Diese freundlichen Erwartungen haben damit zu tun, dass mir die Lekt&uuml;re und Besprechung dieses Buches von einem vertrauensw&uuml;rdigen Wissenschaftler empfohlen wurde. Es hatte noch mehr damit zu tun, dass der Titel des Buches der Realit&auml;t der Meinungsbildung in unserem Land in einem beachtenswerten aber immer wieder bestrittenen Ma&szlig;e entspricht &ndash; unbeschadet der Tatsache, dass sehr viele Journalisten ihren Beruf frei von solchen Machenschaften aus&uuml;ben. Weil ich selbst schon vor 45 Jahren Zeuge des Kaufs von Journalisten geworden bin, warte ich seit jenem Jahr 1969 darauf, dass Ross und Reiter genannt werden. Ulfkotte nennt leider kaum neue R&ouml;sser und neue Reiter. Und er widerspricht sich in den Diagnosen seines Buches so massiv, dass man fragen muss, was ihn beim Schreiben dieses Buches geritten hat. Von <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\n<!--more--><br>\n<strong>Nachtrag 11.10.:<\/strong> Ein Nutzer der Nachdenkseiten macht darauf aufmerksam, dass der oben zitierte Halbsatz &bdquo;dass <strong>sehr viele<\/strong> Journalisten ihren Beruf frei von solchen Machenschaften aus&uuml;ben&ldquo; besser lauten w&uuml;rde: &bdquo;dass die <strong>meisten<\/strong> Journalisten ihren Beruf frei von solchen Machenschaften aus&uuml;ben&ldquo;. Dieser Korrektur folge ich gerne.<\/p><p>Wer in der &ouml;ffentlichen Debatte davon spricht, auch einzelne Medienschaffende seien k&auml;uflich und beteiligten sich an der politischen Korruption, wird meist als Verschw&ouml;rungstheoretiker abgetan. So geschieht es auch mir, obwohl ich wie erw&auml;hnt schon 1969 mit zwei F&auml;llen gekauften Journalismus befasst war, darunter mit der Information, dass ein Agenturjournalist mit 600.000 DM f&uuml;r die Public Relations Arbeit f&uuml;r eine Partei &uuml;ber einen Zeitraum von rund neun Monaten honoriert wurde. <\/p><p>Da dies eine harte und verl&auml;ssliche Information war und ich seitdem immer wieder Zeuge f&uuml;r die Beteiligung von einzelnen Journalisten an gezielter und strategisch geplanter Meinungsmache wurde, musste ich immer wieder lachen, wenn diese Erfahrung als Hirngespinst abgetan wurde. Die Information &uuml;ber die Zahlung des genannten hohen Betrags war zwar verl&auml;sslich und hart, aber es fehlten die justitiablen Belege. Deshalb konnte ich mit diesem und anderen Vorg&auml;ngen nicht in die &Ouml;ffentlichkeit gehen. Den Namen des Agentur-Journalisten kann ich bis heute nicht nennen. Umso mehr war ich gespannt darauf, ob der Autor Udo Ulfkotte das wagt.<\/p><p>Er tut es sp&auml;rlich. Der Autor beschreibt, wie sehr er selbst in die Machenschaften des gekauften Journalismus einbezogen war. Wir erfahren einiges Interessante &uuml;ber die Kommunikationsstrategien der NATO und der Geheimdienste. Wir erfahren einiges Interessante &uuml;ber die inneren Verh&auml;ltnisse bei der FAZ, wo der Autor lange t&auml;tig war, und &uuml;ber die Union und die Adenauer Stiftung.<\/p><p>Im Vorwort schreibt der Autor: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Der Verlust der Meinungsvielfalt, das Einheitsprodukt und die immer extremere Einseitigkeit kann nur verstehen, wer wei&szlig;, wie die Informationsstr&ouml;me im Hintergrund kanalisiert werden. Das lichtscheue Netzwerk von Medien, Lobbyisten und Politik war bislang gut getarnt. In den folgenden Kapiteln identifizieren wir es und fragen: Wer wird da von wem beeinflusst? Und vor allem: Wer schmiert wen wof&uuml;r? &hellip; Begeben wir uns auf eine spannende detektivische Spurensuche.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Das ist eine der typischen mitunter sehr gro&szlig;m&auml;uligen Ank&uuml;ndigungen des Autors &ndash; es gibt sie st&auml;ndig und l&auml;stig werdend im Text. Im konkreten Fall kommt dann vor allem das, was wir seit Monaten aus den Untersuchungen des Medienwissenschaftlers Uwe Kr&uuml;ger, aus den Nachdenkseiten, aus der &bdquo;Anstalt&ldquo; des ZDF und von relativ vielen fr&uuml;heren einzelnen Beschreibungen der K&auml;uflichkeit und der politischen Korruption von Journalisten kennen. Diese Spurensuche ist von anderen gemacht worden und nicht vom Autor Ulfkotte. Auf seinen Seiten 170 und 171 druckt er die Tabelle ab, die wir von Uwe Kr&uuml;ger kennen, und die Sie auf den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21155\">NachDenkSeiten am 21. M&auml;rz 2014<\/a> schon studieren und auswerten konnten.<\/p><p>Auf den Seiten 188-192 des Buchs von Ulfkotte finden Sie die Namen von einschl&auml;gig in den USA-nahen Netzwerken t&auml;tig sind &ndash; von Baring, Berger und Brok bis Richard von Weizs&auml;cker und Klaus Wowereit. Sie sind in der Atlantikbr&uuml;cke, im Aspen-Institut, in der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Ausw&auml;rtige Politik, im German Marshal Fund und anderen &auml;hnlichen Institutionen und Fonds t&auml;tig. Aber &bdquo;wer wen schmiert&ldquo; erfahren wir vom Autor in Bezug auf die meisten der genannten Personen nicht.<\/p><p>Dennoch, das sei anerkannt: Udo Ulfkotte beschert uns ein Kompendium von interessanten Informationen zu Kommunikationskampagnen der NATO, der USA, der verschiedenen Geheimdienste, reicher Leute wie  Soros und der erw&auml;hnten Netzwerke der Alpha-Journalisten Joffe (Die Zeit), Frankenberger (FAZ), Kornelius (S&uuml;ddeutschenzeitung) und anderer mehr.<\/p><p><strong>Meist linksgestrickte Redaktionen?<\/strong><\/p><p>Autor Ulfkotte beschreibt in seinem Buch, auch auf der Basis vorher schon vorliegender Ergebnisse wie jenen von Uwe Kr&uuml;ger, wie die Herrschenden, die so genannten Alpha-Journalisten das Meinungsbild der Republik bestimmen. Er zeichnet dabei ein Bild, das wir mit unserer fast elfj&auml;hrigen Arbeit f&uuml;r die Nachdenkseiten auch immer wieder skizziert haben: dass die gro&szlig;en Interessen &uuml;ber weite Strecken auch die politischen Entscheidungen dadurch bestimmen, dass sie die Meinung bestimmen. Eine diesem Befund entsprechende Hauptaussage meines Buches <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=4078\">&bdquo;Meinungsmache&ldquo;<\/a> lautet: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Wer &uuml;ber viel Geld und\/oder publizistische Macht verf&uuml;gt, kann die politischen Entscheidungen massiv beeinflussen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Das erkl&auml;rt auch, warum die gescheiterten Neoliberalen dennoch weiterhin die politischen Entscheidungen in der westlichen Welt bestimmen und warum sie immer mehr zu milit&auml;rischen Aktionen schreiten &ndash; in der Sprache Ulfkottes &ndash; weil sie Journalisten kaufen. Die in den Medien Herrschenden sind die Rechtskonservativen, die Medienkonzerne in Verbindung mit der Finanzwirtschaft und konservativen bzw. neokonservativen Ideologen. Die Etablierten, die da oben, haben das Heft der Meinungsmache in der Hand &ndash; so der zwingende Eindruck &uuml;ber rund 240 Seiten. Und dann kommt auf Seite 248 ein richtiger Hammer:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wie erw&auml;hnt, leiden die meisten Zeitungen in Deutschland unter sinkenden Auflagen. Das h&auml;ngt nicht allein mit dem Bedeutungszugewinn der elektronischen Medien, sondern auch mit dem gewachsenen Selbstbewusstsein der Leserschaft zusammen. Die wollen sich den politisch-korrekten Einheitsbrei der zumeist linksgestrickten Redaktionen nicht l&auml;nger bieten lassen und k&uuml;ndigen immer zahlreicher ihre Abonnements.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Wenn der Autor Ulfkotte wirklich meint, das Problem der demokratischen Willensbildung und Meinungsbildung sei, dass die Redaktionen &bdquo;zumeist linksgestrickt&ldquo; sind, dann hat er vom Zustand der Medien in Deutschland nichts begriffen. Dann wei&szlig; er auch nicht, wer kauft und wer gekauft wird. Offenbar ist der Journalist Ulfkotte nicht vom Saulus zum Paulus geworden, wie in dem Buch vermittelt werden soll. Er h&auml;ngt in uralten Analysen und Erkenntnissen. Das wird eine Seite vorher sichtbar, auf Seite 247. Dort greift der Autor auf eine alte und von Kennern als eine von Unionskreisen bestimmte Untersuchung des Kommunikationswissenschaftlers Mathias Kepplinger zur&uuml;ck. Kepplinger hatte ermittelt, 34 % der Journalisten st&uuml;nden den Gr&uuml;nen nahe, weitere 25 % der SPD, also st&uuml;nden etwa 60 % der deutschen Journalisten links.<\/p><p>Ulfkotte hat von der Wirklichkeit des deutschen Journalismus offenbar nichts mitbekommen. Er hat die Propaganda der Adenauerstiftung, der Union und der Konservativen verinnerlicht, wonach es &uuml;berall in Deutschland &bdquo;Rotfunk&ldquo; g&auml;be. Das war das Schlagwort, das von seinen Freunden von der Union vornehmlich zur Charakterisierung des WDR gebraucht wurde. Dass das so nie stimmte, sondern immer eine Propagandaformel war &ndash; diese Einsicht kann man offensichtlich von einem J&uuml;nger von Union und Adenauerstiftung nicht erwarten, auch wenn er heute Paulus hei&szlig;t. Vom Autor eines Buches &uuml;ber &bdquo;Gekaufte Journalisten&ldquo; m&uuml;sste man aber erwarten k&ouml;nnen, dass er zumindest die Verschiebungen nach rechts bzw. zum Unpolitischen und Unterhaltenden wahrnimmt.<\/p><p>Als Fu&szlig;note bei diesem Kapitel bleibt noch anzumerken: Ulfkotte plappert auch die in Springer- und anderen konservativen Medien verbreitete These nach, die SPD habe einen hochwirksamen Medienkonzern zusammengeschwei&szlig;t und nutze diesen nicht nur als Investment, sondern auch parteipolitisch, also zur Beeinflussung der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler. Er nennt auf Seite 243 ausdr&uuml;cklich die S&auml;chsische Zeitung, an der die SPD &uuml;ber die DDVG im Jahr 2002 40 % der Anteile hielt.  Im Jahr 2004 erreichte die SPD in Sachsen 9,8 %. Ihr Medienkonzern war somit h&ouml;chst wirksam. &ndash; Was f&uuml;r ein Stuss schreibt dieser Autor zusammen! <\/p><p>Das ist alles abgeschrieben. Man muss deshalb messerscharf schlie&szlig;en, dass Udo Ulfkotte das Musterbeispiel an gekauftem Formalismus nicht nur war sondern auch ist.<\/p><p>&Uuml;brigens: Autor, Lektor und Verlag machen sich &uuml;ber ihre Leserinnen und Leser lustig. Diese armen Menschen m&uuml;ssen n&auml;mlich auf Seite 248 lesen, dass die Medien mehrheitlich links gestrickt seien, also unter dem Einfluss der kleinen Leute st&uuml;nden, so muss man das wohl verstehen, um dann wenig sp&auml;ter, konkret eine Seite sp&auml;ter in einem neuen Kapitel zu lesen, dass Paul Sehte, der fr&uuml;here FAZ Herausgeber recht gehabt habe, wenn er behauptete, die Freiheit der Presse im Westen sei die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu publizieren; es seien heute nur noch 4 oder 5 Leute, zitiert der Autor seinen angeblichen Freund Peter Scholl-Latour. Und diese vier oder f&uuml;nf Leute sind linksgestrickt oder so d&auml;mlich, dass sie nicht merken, dass ihre Redaktionen linksgestrickt sind. <\/p><p>Es gibt in der Zeit der journalistischen T&auml;tigkeit des Autors Ulfkotte eine F&uuml;lle von praktisch erfahrbarer K&auml;uflichkeit von Journalisten. Ich will einige F&auml;lle nennen: <\/p><ul>\n<li>In der zweiten H&auml;lfte der Neunzigerjahre gab es einen vielfach beschriebenen Aktienboom. Unternehmen gingen an die B&ouml;rse, zum Beispiel die Deutsche Telekom. Daf&uuml;r wurde auf vielen Kan&auml;len geworben. Diese Werbung, zum Beispiel durch den Schauspieler Krug, war begleitet von redaktionellen Storys. Jeder kritische Beobachter musste damals schon annehmen, dass diese Geschichten nicht ohne Beeinflussung durch die Werbeabteilungen der betreffenden Unternehmen oder durch PR Agenturen zustande kamen. Wer wurde wie geschmiert? Dieser Frage nachzugehen w&auml;re verdienstvoll gewesen f&uuml;r ein Buch das &bdquo;Gekaufte Journalisten&ldquo; hei&szlig;t.<\/li>\n<li>Es wurde uns damals erz&auml;hlt, wir h&auml;tten es mit einer Neuen &Ouml;konomie zu tun, von New Economy wurde schwadroniert. So genannte Startups wurden in den Himmel gehoben. Vor ihren F&uuml;&szlig;en fiel der Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der Gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem Gutachten vom November 2000 in den Staub. Wer hat sich diese Kampagne ausgedacht? Welche Journalisten wurden daf&uuml;r mit welchen Mitteln ausgestattet und geschmiert?<\/li>\n<li>Die Deutsche Bundesbank hat einen gut ausgestatteten Etat f&uuml;r Werbung und &Ouml;ffentlichkeitsarbeit. Gleichzeitig hat die Deutsche Bundesbank trotz gro&szlig;er Fehlleistungen wie ihren hohen Diskonterh&ouml;hungen einen ausgezeichneten Ruf. Wer wurde von den &Ouml;ffentlichkeitsarbeitern der Deutschen Bundesbank beziehungsweise von PR Agenturen gekauft? Dar&uuml;ber h&auml;tte ich in einem Buch, das &bdquo;Gekaufte Journalisten&ldquo; hei&szlig;t, gerne etwas erfahren. Der Autor h&auml;tte leicht Anhaltspunkte und sogar Hinweise auf Namen finden k&ouml;nnen. Von der Deutschen Bundesbank erhielt ich als Bezieher ihres Monatsberichtes zus&auml;tzlich noch regelm&auml;&szlig;ig Ausdrucke von Presseartikeln, die mit der Politik der Bundesbank, also der Geld- und Zinspolitik, zu tun hatten. Es ist bekannt, dass der Wiederabdruck dieser Artikel sehr gut honeriert wurde. Es ist auch bekannt, dass man besondere Beziehungen haben musste, um in diesen gut bezahlten Wiederabdruckszirkel aufgenommen zu werden. Autor Ulfkotte h&auml;tte also schon sehr konkrete Hinweise gehabt, um der Verk&auml;uflichkeit dieser Personen nachzugehen.<\/li>\n<li>Im Vorfeld des Bundestagswahlkampfes 1998 begann eine intensive und lange anhaltende Kampagne zum demographischen Wandel und zur angeblichen Notwendigkeit, die solidarische Altersvorsorge der Gesetzlichen Rente durch Privatvorsorge zu erg&auml;nzen. Die Versicherungswirtschaft und die Banken suchten ein neues Gesch&auml;ftsfeld. Ihre Politik- und &Ouml;ffentlichkeitsarbeitsstrategen hatten sich ausgedacht, als Grundlage und Katalysator dieses politischen Wechsels eine Kampagne zum sterbenden und vergreisenden Volk und insgesamt zum demographischen Wandel und der daraus angeblich f&uuml;r die Gesetzliche Rente folgenden Schwierigkeiten zu starten.\n<p>Die Kampagne der Finanzwirtschaft wurde vor den Bundestagswahlen von 1998 von einer F&uuml;lle von schwarz-gr&uuml;nen gro&szlig;en Anzeigen in den Printmedien unterst&uuml;tzt. Sp&auml;ter kamen Artikel und Sendungen in den kommerziellen und &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien hinzu. Ganze Themen-Wochen wurden mit Medienbeitr&auml;gen &uuml;ber den demographischen Wandel und zur privaten Altersvorsorge gef&uuml;llt. Institute wie das Deutsche Institut f&uuml;r Altersvorsorge DIA wurden aktiv. Andere Institute schalteten sich in die Kampagne ein und wurden mit Gutachten beauftragt. So zum Beispiel das so genannte Berlin-Institut. Dieses ver&ouml;ffentlichte Mitte M&auml;rz 2006 ein dramatisches Gutachten. Unmittelbar danach hatte der S&uuml;dwestfunk schon eine Sendung von einer vollen Stunde zu diesem Gutachten arrangiert. Das war eine deutlich erkennbare doppelb&ouml;dige PR-Aktion. Wir haben in den Nachdenkseiten davon berichtet und ich habe praktisch zeitgleich in meinem Buch &bdquo;Machtwahn&ldquo; diesen Vorgang beschrieben. Es ist einer von Hunderten von F&auml;llen, bei denen f&uuml;r jeden einigerma&szlig;en kritischen Beobachter klar wurde, dass hier Journalisten reihenweise gekauft worden waren. Deshalb h&auml;tte man erwarten k&ouml;nnen, dass in einem Buch mit dem Titel &bdquo;Gekaufte Journalisten&ldquo; auf diese gravierenden, unsere Gesellschaft und die soziale Sicherheit viele Menschen besch&auml;digenden Vorg&auml;nge eingegangen worden w&auml;re.<\/p><\/li>\n<\/ul><p>Statt sich mit diesen F&auml;llen offenbarer politischer Korruption zu besch&auml;ftigen, hat sich der Autor mit voller Energie einem wirklich l&auml;cherlichen Fall gewidmet. Es geht dabei um die publizistische und werbliche Begleitung der Einf&uuml;hrung des Euro. Dem Autor schmeckt der Euro nicht. Er wollte bei der DM bleiben. Das ist sein gutes Recht. Aber die publizistische Begleitung der Einf&uuml;hrung des Euro und die daf&uuml;r von der Bundesregierung und der Europ&auml;ischen Union betriebene &Ouml;ffentlichkeitsarbeit als einen Vorgang darzustellen, der in die Rubrik Gekaufte Journalisten geh&ouml;rt, ist schon sehr dreist. Wegen dieser Kampagne &uuml;ber Sabine Christiansen, Ulrich Wickert und auch noch &uuml;ber Helmut Schmidt herzufallen, ist ziemlich abwegig. <\/p><p>Wenn sich der Autor Ulfkotte den Kampagnen der Sabine Christiansen h&auml;tte n&auml;hern wollen, dann h&auml;tte er besser andere Beispiele als die Einf&uuml;hrung des Euro hergenommen. Zum Beispiel k&ouml;nnte man und m&uuml;sste man fragen, was Sabine Sabine Christiansen zum Aufbau des hessischen Wahlverlierers von 1999, Hans Eichel, zum Sparkommissar der Bundesrepublik Deutschland beigetragen hat. H&auml;tte der Autor zu diesem Thema recherchiert, dann h&auml;tte w&auml;re er relativ schnell f&uuml;ndig geworden. Er h&auml;tte zum Beispiel feststellen k&ouml;nnen, dass der Bundesfinanzminister Hans Eichel und die Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen den gleichen PR Agenten besch&auml;ftigten. Statt solchen Verflechtungen von Publizistik und Politik nachzugehen, reitet der Autor sein Steckenpferd: die Gegnerschaft zum Euro.<\/p><p><strong>Zusammenfassend:<\/strong> Autor Ulfkotte schildert einige interessante F&auml;lle von K&auml;uflichkeit von Publizisten. Diese gr&uuml;nden vor allem auf eigener Erfahrung. Diese Passagen sind lesenswert. Er berichtet dann weiter &uuml;ber Vorg&auml;nge und Netzwerke, die schon seit l&auml;ngerem bekannt sind, die man also nicht seinen Recherchen und seinen Analysen zuschreiben kann. Ansonsten ist das Buch voll von Widerspr&uuml;chen der skizzierten Art und von sonderbaren Bewertungen und Urteilen. Das Buch dient leider der Irref&uuml;hrung. Schade, denn die Themenstellung des Buches und der Titel sind sehr aktuell. Nicht erst jetzt, schon seit vielen Jahren.<\/p><p><strong>Bibliografische Angaben:<\/strong><\/p><p>Udo Ulfkotte:<br>\nGekaufte Journalisten<br>\nWie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken.<br>\nKopp Verlag, Rottenburg September 2014<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz gewisser Vorbehalte gegen den Kopp-Verlag und gegen den Autor Udo Ulfkotte bin ich mit positiven Erwartungen an die Lekt&uuml;re dieses Buches gegangen. Diese freundlichen Erwartungen haben damit zu tun, dass mir die Lekt&uuml;re und Besprechung dieses Buches von einem vertrauensw&uuml;rdigen Wissenschaftler empfohlen wurde. Es hatte noch mehr damit zu tun, dass der Titel des<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23539\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[127,41,208,11],"tags":[901,1544,466,1220],"class_list":["post-23539","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-medienanalyse","category-rezensionen","category-strategien-der-meinungsmache","tag-geheimdienste","tag-kampagnenjournalismus","tag-nato","tag-ulfkotte-udo"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23539","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23539"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23539\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23555,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23539\/revisions\/23555"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23539"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23539"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23539"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}