{"id":23556,"date":"2014-10-13T09:07:36","date_gmt":"2014-10-13T07:07:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556"},"modified":"2014-10-13T14:14:26","modified_gmt":"2014-10-13T12:14:26","slug":"hinweise-des-tages-2231","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (HR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h01\">Remarks by the Vice President at the John F. Kennedy Forum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h02\">Harald Schumann: Steuerpreller Apple, Starbucks und Amazon: Die Welt braucht ein Kartell der Staaten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h03\">Russland\/Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h04\">Freihandel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h05\">Klientelpolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h06\">USA wollen &bdquo;totale Kooperation&ldquo; von Schweizer Banken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h07\">Sahra Wagenknecht &ndash; &bdquo;Deutsche sollen im Sparstrumpf sparen!&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h08\">Heinz-J. Bontrups dritte Replik zur Flassbeck-Erwiderung: Das Knappheitsargument gilt!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h09\">Sorge um das Wohl der Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h10\">L&auml;ngst sind tonangebende deutsche Wirtschaftsforscher selbst Konjunkturrisiko<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h11\">Erstes Halbjahr: Sozialversicherung macht Milliardendefizit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h12\">&bdquo;Lex S 21&ldquo; soll Projekt helfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h13\">Budget in Israel: Erh&ouml;hung der Milit&auml;rausgaben nach Gaza<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h14\">Renzusconis Italien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h15\">Friedensnobelpreis: Feel good<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h16\">Verkitschte Revolte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h17\">Kinderarmut nimmt in Deutschland wieder zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556#h18\">Friedenspreis des deutschen Buchhandels &ndash; Jaron Lanier: &ldquo;Unabwendbarkeit ist eine T&auml;uschung&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23556&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Remarks by the Vice President at the John F. Kennedy Forum<\/strong>\n<p>Throughout we&rsquo;ve given Putin a simple choice:  Respect Ukraine&rsquo;s sovereignty or face increasing consequences.  That has allowed us to rally the world&rsquo;s major developed countries to impose real cost on Russia.<br>\nIt is true they did not want to do that.  But again, it was America&rsquo;s leadership and the President of the United States insisting, oft times almost having to embarrass Europe to stand up and take economic hits to impose costs.  And the results have been massive capital flight from Russia, a virtual freeze on foreign direct investment, a ruble at an all-time low against the dollar, and the Russian economy teetering on the brink of recession.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.whitehouse.gov\/the-press-office\/2014\/10\/03\/remarks-vice-president-john-f-kennedy-forum\">Wei&szlig;es Haus<\/a><\/p>\n<div><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es war also Amerikas &bdquo;F&uuml;hrerschaft&ldquo; und der Pr&auml;sident der Vereinigten Staaten, die darauf bestanden und gedr&auml;ngt haben, dass Europa aufsteht  und wirtschaftliche Schl&auml;ge (Sanktionen) (gegen Russland) f&uuml;hrt, um wirtschaftlich zu schaden. Es ist schon hochinteressant, was der amerikanische Vizepr&auml;sident hier einr&auml;umt: Die amerikanische Regierung hat also die Europ&auml;ische Union gen&ouml;tigt, Sanktionen gegen Russland mitzumachen.<\/em><\/div>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Harald Schumann: Steuerpreller Apple, Starbucks und Amazon: Die Welt braucht ein Kartell der Staaten<\/strong><br>\nJahrzehntelang hat die EU-Kommission tatenlos zugesehen, wie zahlreiche Weltkonzerne in Europa Milliardengewinne erzielten, ohne daf&uuml;r Steuern zu zahlen. Irland, Luxemburg und die Niederlande boten gro&szlig;z&uuml;gige Sonderregeln, und so verschwanden Jahr f&uuml;r Jahr mehrere hundert Milliarden Euro scheinbar ganz legal und steuerfrei im Nirgendwo von vermeintlich staatenlosen Tochtergesellschaften. Aber nun gehen die Beamten der Kommissionsabteilung Wettbewerb mit einer bravour&ouml;s konzertierten Aktion gegen die Steuervermeider vor. Als Musterf&auml;lle w&auml;hlten sie die Konzerne Apple, Starbucks, Amazon und Fiat, die sich seit langem eines bizarren Konstrukts aus verschachtelten Gesellschaften bedienen, die den illustren Namen &bdquo;double Irish with Dutch Sandwich&ldquo; tragen. Bei dem dar&uuml;ber gew&auml;hrten Steuererlass handele es sich vermutlich um illegale Subventionen, so teilten die Br&uuml;sseler Aufseher den staatlichen Steuerfluchthelfern in Dublin, Den Haag und Luxemburg mit. Best&auml;tigt sich dieser Verdacht, und alles spricht daf&uuml;r, drohen den betroffenen Konzernen gigantische Nachzahlungen. &hellip; Aber dem steht entgegen, dass Europas Finanzminister und mit ihnen viele Br&uuml;sseler Beamte einem Modell von Wirtschaft anh&auml;ngen, das genau solche Perversionen wie das von Apple, Google &amp; Co genutzte Steuerkonstrukt &bdquo;Double Irish&ldquo; mit &bdquo;Dutch Sandwich&ldquo; zwangsl&auml;ufig hervorbringt. Nach dieser Vorstellung sollen alle Staaten miteinander im Wettbewerb stehen, selbst dann, wenn sie wie die EU einen gemeinsamen Binnenmarkt mit einem gemeinsamen Wirtschaftsrecht unterhalten. In der Folge verstricken sich die EU-Staaten seit Jahren immer tiefer in einen gegenseitigen Unterbietungswettbewerb, um damit Unternehmen zu k&ouml;dern und die Wirtschaft zu f&ouml;rdern &ndash; und das nicht nur bei den Steuern. Das Gleiche betreiben die mehrheitlich wirtschaftsliberalen Regierungen der EU auch bei L&ouml;hnen und Sozialabgaben, mit der Folge, dass sich die ungleiche Verteilung bei Einkommen und Verm&ouml;gen fortw&auml;hrend versch&auml;rft. &ndash; So ist das Modell vom Wettbewerb der Staaten kaum mehr als eine plumpe Ideologie f&uuml;r Plutokraten und ihre Helfer im Amt. Es ist gut, wenn Unternehmen konkurrieren, denn nur so sind Monopole und &uuml;berh&ouml;hte Renditen zu verhindern. Aber Staaten k&ouml;nnen nicht wie Unternehmen gef&uuml;hrt werden, jedenfalls dann nicht, wenn sie im Interesse aller B&uuml;rger regiert werden. Zumindest im Fall der skandal&ouml;sen Steuerfreiheit f&uuml;r die Konzerne ist das nun auch nicht mehr zu leugnen, nicht zuletzt weil der US-Kongress vergangenes Jahr die T&auml;ter in den Vorst&auml;nden an den Pranger stellte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/steuerpreller-apple-starbucks-und-amazon-die-welt-braucht-ein-kartell-der-staaten\/10824026.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Um zu beurteilen, ob die konzertierte Aktion der Kommission &ldquo;bravour&ouml;s&rdquo; ist, sollte man vielleicht bis zum Ende der Aktion abwarten. Zudem bleibt ein Aspekt au&szlig;en vor. Mit der Beseitigung von Konstrukten wie &bdquo;double Irish with Dutch Sandwich&ldquo;, ist der eigentliche Steuerwettbewerb der Nationen nicht beendet. Nat&uuml;rlich wird Irland weiterhin  Unternehmenssteuers&auml;tze von nur 12,5 Prozent anbieten &ndash; in der EU nur noch unterboten von Bulgarien mit 10 Prozent. In Deutschland betr&auml;gt der Steuersatz 29,83 Prozent, in Japan 37,36 Prozent und in den  USA, (Staat New York) 39,62 Prozent. (<a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/Content\/DE\/Monatsberichte\/2014\/04\/Inhalte\/Kapitel-3-Analysen\/3-2-wichtigsten-steuern-im-internationalen-vergleich-2013.html\">Zahlen f&uuml;r 2013 vom BMF<\/a>)<\/em><\/p>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Russland\/Ukraine<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Keine deutsch-russischen Konsultationen<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat sich entschieden, in diesem Jahr auf die deutsch-russischen Regierungskonsultationen ganz zu verzichten. Ein Regierungssprecher sagte, es sei kein Treffen auf dieser Ebene geplant. Hintergrund sind die Lage in der Ukraine und das Verhalten Russlands in dem Konflikt.<br>\nAus Protest gegen die Angliederung der Krim an Russland hatte die Bundesregierung im M&auml;rz bereits die urspr&uuml;nglich f&uuml;r April geplanten deutsch-russischen Regierungskonsultationen abgesagt. Der Schritt war damals Teil eines Ma&szlig;nahmenpakets, zu dem international auch die Absage eines geplanten Gipfeltreffens der G7-Staaten mit Russland z&auml;hlten. Dass dieses Treffen nicht nachgeholt wird, machte die Bundesregierung nun deutlich. Sie verzichtet darauf, die Konsultationen &ndash; wie sonst &uuml;blich &ndash; parallel zum Petersburger Dialog anzusetzen, der f&uuml;r Ende Oktober in Sotschi vorgesehen ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/regierungskonsultationen-103.html\">tagesschau.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers O.B.:<\/strong> &hellip;sollten da nicht erst recht Gespr&auml;che stattfinden, gerade auch, wenn man Russland sein Verhalten  in der Ukrainekrise vorh&auml;lt? Klartext reden, und dann schauen, wie man die Situation verbessern kann. Aber vielleicht hat man auf deutscher Seite ja Angst, da&szlig; man Sachen zu h&ouml;ren bekommt, die man sich selbst nicht zugestehen mag&hellip; &hellip; also lieber Gespr&auml;che absagen, dann kann man weiter auf der eigenen Position beharren, ohne damit konfrontiert zu werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Radikalisierung im Parlament<\/strong><br>\nVor der Parlamentswahl in der prowestlich gewendeten Ukraine warnen Experten vor einer &ldquo;Radikalisierung&rdquo; der n&auml;chsten Werchowna Rada. Ursache ist nicht, dass faschistische Parteien laut Umfragen mit bis zu 20 Prozent der Stimmen rechnen k&ouml;nnen. Vielmehr liege eine zentrale Gefahr darin, dass auf den Wahllisten mehrerer Parteien, insbesondere der &ldquo;Volksfront&rdquo; von Ministerpr&auml;sident Arsenij Jazenjuk, bekannte Milizenf&uuml;hrer kandidierten, urteilen Beobachter: Sie sollten die &ldquo;patriotische W&auml;hlerschaft&rdquo; an ihre jeweiligen Parteien binden, drohten jedoch zugleich die Arbeit im Parlament zu &ldquo;radikalisieren&rdquo;. Jazenjuks &ldquo;Volksfront&rdquo; hat eigens einen &ldquo;Milit&auml;rrat&rdquo; gegr&uuml;ndet, um Milizion&auml;re in die Parteistrukturen einzubinden. Zu ihnen geh&ouml;rt Andrij Bilezkij, der Anf&uuml;hrer des faschistischen Bataillons Asow und schon seit Jahren Chef einer weiteren neonazistischen Organisation. Jazenjuks &ldquo;Volksfront&rdquo; hat weitere prominente Figuren mit faschistischem Hintergrund in ihre Reihen integriert &ndash; auch auf den ersten Pl&auml;tzen ihrer Kandidatenliste f&uuml;r die Parlamentswahl. Dass sich das politische Establishment der Ukraine immer weiter f&uuml;r die &auml;u&szlig;erste Rechte &ouml;ffnet, ist auch ein Resultat der deutschen Politik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/58969\">German-Foreign-Policy.com<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Freihandel<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>DGB und europ&auml;ische Partner teilen Kritik an TTIP<\/strong><br>\nDer DGB-Bezirk Niedersachsen &ndash; Bremen &ndash; Sachsen-Anhalt hat mit acht regionalen Gewerkschaftsgliederungen aus f&uuml;nf europ&auml;ischen L&auml;ndern eine gemeinsame Erkl&auml;rung zu den derzeitigen Verhandlungen &uuml;ber ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU (TTIP) verabschiedet. Anlass ist der europaweite Aktionstag gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TISA, der am 11. Oktober stattfindet.<br>\nDer Vorsitzende des DGB-Bezirks, Hartmut T&ouml;lle, unterstrich die grunds&auml;tzliche Problematik solcher Freihandelsvertr&auml;ge: &ldquo;Durch TTIP, CETA, TISA und &auml;hnliche Abkommen darf es nicht zu einer Senkung von Standards beim Arbeits- und Gesundheitsschutz oder beim Umwelt- und Verbraucherschutz kommen. Das erste Ziel von Handelsabkommen muss es sein, f&uuml;r alle Beteiligten faire Bedingungen und h&ouml;chste Standards festzulegen. Hierum aber geht es bei den aktuellen Verhandlungen nicht.&rdquo;<br>\nIn der gemeinsamen Erkl&auml;rung formulieren die beteiligten Gewerkschaftsgliederungen grundlegende Voraussetzungen f&uuml;r das TTIP-Abkommen. So stellen sie die Bedingung, dass die USA die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation unterzeichnen. Au&szlig;erdem fordern sie, &ouml;ffentliche Dienstleistungen aus den Verhandlungen auszuschlie&szlig;en und Standards auf dem jeweils h&ouml;chsten erreichten Niveau anzugleichen. Regelungen zum Investorenschutz sowie die so genannten Investor-Staat-Schiedsgerichtsverfahren lehnen die Unterzeichnenden ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/niedersachsen.dgb.de\/++co++61876c60-5055-11e4-af78-52540023ef1a\">DGB Niedersachsen<\/a><\/li>\n<li><strong>Unfair Trade<\/strong><br>\nDie neuen Wirtschaftsabkommen mit der EU &uuml;bervorteilen die westafrikanischen L&auml;nder<br>\nUnl&auml;ngst hatte die EU Grund zum Feiern: Nach zehn Jahren z&auml;hen Ringens hatte sie den Widerstand vieler L&auml;nder Afrikas gegen neue Freihandelsvertr&auml;ge &uuml;berwunden.1 Am 10. Juli unterzeichneten die Staatschefs der Wirtschaftsgemeinschaft der Westafrikanischen Staaten (Ecowas) ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) mit der EU2. Am 22. Juli folgte die Paraphrasierung des Abkommens mit den L&auml;ndern des s&uuml;dlichen Afrikas,3 am 25. Juli ratifizierte Kamerun ein eigenes EPA.<br>\nEinziger Wermutstropfen f&uuml;r die EU: Die L&auml;nder Ostafrikas machten nicht mit. Sie weigerten sich, auf die bislang unentbehrlichen Einfuhrz&ouml;lle zu verzichten, ohne eine echte Gegenleistungen zu erhalten. Mit gutem Grund, denn die jetzt abgeschlossenen EPA sehen vor, dass die afrikanische Seite die Z&ouml;lle auf drei Viertel der EU-Exportprodukte abschafft, w&auml;hrend die Europ&auml;er lediglich zusagen, dass die Importe aus Westafrika unver&auml;ndert abgabenfrei bleiben. Eine Mogelpackung, die gegen&uuml;ber der alten Regelung eine Verschlechterung bedeutet. Wie konnte es zu diesem Desaster kommen?<br>\nSeit 2008 widersetzten sich die Staaten Westafrikas dem zollpolitischen Druck aus Br&uuml;ssel. Unterst&uuml;tzt wurden sie von starken, in diversen Netzwerken organisierten sozialen Bewegungen wie dem Third World Network Africa in Accra (Ghana), der Plattform der zivilgesellschaftlichen Organisationen Westafrikas gegen das Cotonou-Abkommen (Poscao) in Dakar (Senegal) oder dem Netzwerk westafrikanischer Bauernorganisationen und Agrarproduzenten (Roppa) in Ouagadougou (Burkina Faso). Wie hat es die EU geschafft, die bislang renitenten afrikanischen Regierungen quasi umzudrehen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2014\/09\/12.mondeText.artikel,a0043.idx,13\">Le Monde diplomatique<\/a><\/li>\n<li><strong>TTIP: Kann das geplante Abkommen halten, was es verspricht?<\/strong><br>\nDie gegenw&auml;rtig zwischen der EU und den USA verhandelte Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) wird in der Politik und Gesellschaft &auml;u&szlig;erst kontrovers diskutiert. Eine st&auml;rkere Versachlichung der Diskussion erfordert, sowohl die Chancen als auch die Risiken transparent und richtig zu bewerten. Dabei zeigt sich: Weder sollten die Chancen auf positive Wachstums- und Besch&auml;ftigungseffekte &uuml;bersch&auml;tzt noch die Risiken negativer Wohlstandseffekte untersch&auml;tzt werden. Nur wenn TTIP nicht als reines Deregulierungs- und Liberalisierungsprojekt verstanden wird, sondern einen signifikanten Beitrag zur &ouml;konomisch, &ouml;kologisch und sozial nachhaltigeren Gestaltung der internationalen<br>\nHandelsordnung leistet, wird das Abkommen den Herausforderungen der &ouml;konomischen Globalisierung im 21. Jahrhundert gerecht&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/10965.pdf\">Markus Schreyer in WISO direkt [PDF &ndash; 2 MB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Leitlinien f&uuml;r die Verhandlungen &uuml;ber die transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der Europ&auml;ischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika <\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/S-T\/ttip-mandat,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf\">Bundesministerium f&uuml;r Wirtschaft und Energie [PDF &ndash; 178 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine vom BMWI kommentierte Fassung des TTIP-Verhandlungsmandats<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/BMWi\/Redaktion\/PDF\/S-T\/ttip-mandat-kommentiert,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf\">bmwi [PDF &ndash; 97,7 KB]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Klientelpolitik<\/strong><br>\nDie Regierung erh&auml;lt nun die Quittung f&uuml;r kostspielige Gesetze wie den Mindestlohn und die Fr&uuml;hrente. Mit so einer Politik kann sie auch die Partner in Rom und Paris nicht von Reformen &uuml;berzeugen.<br>\nVor den Sommerferien schien es noch so, als k&ouml;nnten die Arbeitsministerin Andrea Nahles und der Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (beide SPD) vor Kraft kaum laufen. Mit kostspieligen neuen Gesetzen wie dem Mindestlohn oder der Fr&uuml;hrente trieben sie die Union vor sich her. Gleichzeitig bedankten sich CDU\/CSU mit der teuren M&uuml;tterrente bei ihren W&auml;hlern, w&auml;hrend die Bundeskanzlerin Angela Merkel den Wirtschaftsfl&uuml;gel der Union wissen lie&szlig;, das Gemeckere am wirtschaftspolitischen Kurs der Regierung gehe ihr auf die Nerven.<br>\nDoch nun erh&auml;lt die Regierung von der Wirtschaft und von den Forschungsinstituten die Quittung f&uuml;r ihre Politik. Die deutschen Ausfuhren sinken in einem Ausma&szlig; wie seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers nicht mehr. Obendrein rechnen die f&uuml;hrenden Forschungsinstitute des Landes mit der Wirtschaftspolitik ab. Offenbar hat die gro&szlig;e Koalition den Bogen &uuml;berspannt. Anstatt die Zeiten prall gef&uuml;llter Sozialkassen und &uuml;ppiger Steuereinnahmen zu nutzen, um Steuern und Abgaben zu senken oder in Bildung zu investieren, wurde das Geld mit beiden H&auml;nden f&uuml;r soziale Wohltaten ausgegeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/schwache-konjunktur-klientelpolitik-13199219.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> &ldquo;Schwache Konjunktur&rdquo; wegen &ldquo;Klientelpolitik&rdquo;, also weil demn&auml;chst einige Arbeitnehmer und einige Rentner ein bi&szlig;chen mehr Geld f&uuml;r Konsum in der Tasche haben? Bei den FAZ-Redakteuren mu&szlig; man in der VWL auf Grundschulniveau anfangen: Wirtschaft ohne Nachfrage funktioniert nicht, und eine (in Zukunft!!) irgendwann steigende Nachfrage kann ganz sicher nicht f&uuml;r eine *Verschlechterung* der Konjunktur verantwortlich sein, sondern sie h&ouml;chstens verbessern. Im &Uuml;brigen *kostet* der Mindestlohn den &ldquo;Staat&rdquo; nichts, sondern f&uuml;hrt zur Senkung der Aufstockerleistungen, *senkt* also das staatliche Defizit. Dieser FAZ-Herausgeber (!!) kennt nicht einmal das kleine Einmaleins der VWL.<\/em><br>\n<em>Hauptsache, man kann alles, was Lohnerh&ouml;hungen bedeutet, zu einem einzigen angeblich &ldquo;besch&auml;ftigungsfeindlichen&rdquo; Brei verr&uuml;hren. Es ist erfreulich zu sehen, da&szlig; die meisten Leserkommentare diesem geballten Unverstand vehement widersprechen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>USA wollen &bdquo;totale Kooperation&ldquo; von Schweizer Banken<\/strong><br>\nDie USA fordern laut Medienbericht von Schweizer Banken die l&uuml;ckenlose Offenlegung aller steuerlichen Vorg&auml;nge mit US-Bezug &ndash; auch von Muttergesellschaften und Tochterfirmen. Dieser Vertrag sei &bdquo;nicht verhandelbar&ldquo;.<br>\nDie amerikanischen Beh&ouml;rden wollen von Schweizer Banken einem Zeitungsbericht zufolge die l&uuml;ckenlose Offenlegung aller steuerlichen Vorg&auml;nge mit US-Bezug verlangen. Rund 100 kooperationswillige Banken h&auml;tten einen entsprechenden Vertragsentwurf erhalten, berichtete die &bdquo;Neue Z&uuml;rcher Zeitung&ldquo; (NZZ) am Wochenende. Banken, die den Brief aus dem US-Justizministerium an die Medien weiterleiteten, w&uuml;rden &bdquo;drakonische Sanktionen&ldquo; angedroht. Daher wolle sich keines der Institute namentlich &auml;u&szlig;ern.<br>\nNach dem Vertragsentwurf sollten sich die Schweizer Banken, die sich einem amerikanischen Programm zur Beendigung des Steuerstreits beider L&auml;nder angeschlossen h&auml;tten, dazu verpflichten, alle Informationen, die mit dem Thema US-Steuern zusammenhingen, vollst&auml;ndig zu melden, berichtete die &bdquo;NZZ&ldquo;. Das betreffe nicht nur Vorg&auml;nge in der jeweiligen Bank, sondern auch in der Muttergesellschaft und allen Tochterfirmen sowie f&uuml;r Verwaltungsr&auml;te, Manager, Mitarbeiter und externe Berater.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/interner-vertragsentwurf-usa-wollen-totale-kooperation-von-schweizer-banken\/10828136.html\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Sahra Wagenknecht &ndash; &bdquo;Deutsche sollen im Sparstrumpf sparen!&ldquo;<\/strong><br>\nLinken-Politikerin fordert Denkzettel f&uuml;r Finanzpolitik der EZB und der Bundesregierung<br>\nDie Mini-Zinsen der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) bedeuten faktisch eine Enteignung des Sparers, denn die Inflation frisst die Schrumpf-Zinsen wieder auf. Dazu kommen meistens noch die Kontogeb&uuml;hren der Kreditinstitute &hellip;<br>\nJetzt fordert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht (45), in BILD die Rache des kleinen Mannes am Finanzsystem: Die Deutschen sollen lieber im Sparstrumpf sparen, statt ihr Geld weiter ohne Zins-Gewinne auf der Bank liegen zu lassen!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/geld\/wirtschaft\/sahra-wagenknecht\/wagenknecht-deutsche-sollen-im-sparstrumpf-sparen-38101524.bild.html\">BILD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Es ist entt&auml;uschend, dass jetzt auch Sahra Wagenknecht gegen die niedrigen Zinsen polemisiert. Sie ist daf&uuml;r bekannt, dass sie wirtschaftliche Zusammenh&auml;nge ganz gut versteht und auch vermitteln kann. Aber hier geht sie neoliberalen Sparaposteln auf den Leim.<\/em><br>\n<em>Es stimmt zwar, dass es durch die niedrigen Zinsen kaum noch lohnt, zu sparen. Das ist aber nicht einer falschen Zinspolitik der EZB geschuldet, sondern der niedrigen Nachfrage nach Krediten. Die EZB versucht mit der Niedrigzinspolitik nur, diese Nachfrage anzuregen.<\/em><br>\n<em>Was glaubt man, wof&uuml;r Banken Zinsen &uuml;berhaupt zahlen? F&uuml;r das Privileg, das Geld der Sparer nutzlos in ihren B&uuml;chern zu haben? Nat&uuml;rlich nicht, sondern sie die Bank es erm&ouml;glicht, Zinsbringende Kredite zu vergeben. Wenn aber die Nachfrage nach Krediten niedrig ist, ist die Nachfrage nach Ersparnissen ebenfalls niedrig, was naturgem&auml;&szlig; den Preis f&uuml;r diese Ersparnisse, n&auml;mlich den Zins, niedrig h&auml;lt.<\/em><br>\n<em>Und warum gibt es so wenig Nachfrage nach Krediten? Weil die Konjunktur lahmt und Unternehmen angesichts der geschw&auml;chten Nachfrage f&uuml;r ihre Produkte keinen Grund haben, zu investieren. Stattdessen reduzieren sie eher ihre Kapazit&auml;ten, wie man in S&uuml;deuropa und teilweise auch in Deutschland deutlich sieht.<\/em><br>\n<em>Und warum schw&auml;cht die Nachfrage nach den Produkten der Unternehmen? Weil den Konsumenten wegen Lohnzur&uuml;ckhaltung, prek&auml;rer Arbeitsverh&auml;ltnisse und Arbeitslosigkeit das Geld f&uuml;r st&auml;rkeren Konsum einfach fehlt.<\/em><br>\n<em>In dieser Lage ist Sparen kontraproduktiv. Vielmehr ist es angesagt, daf&uuml;r zu sorgen, dass Geld ausgegeben wird, damit die Wirtschaft wieder in den Gang kommt. Sparen attraktiver zu machen, w&auml;re genau der falsche Weg, so &ldquo;tugendhaft&rdquo; Sparen auch erscheinen mag.<\/em><br>\n<em>Warum ist das so schwer zu kapieren?<\/em><br>\n<em>Es gibt &uuml;brigens kein Grundrecht auf Rendite, auch wenn z.Z. versucht wird, dieses f&uuml;r einige durch Investitionsschutz zu etablieren. Das ist aber ein anderes Thema.<\/em><br>\n<em>Die EZB f&uuml;r ihre Niedrigzinspolitik an den Pranger zu stellen, ist fehlgeleitet. Die EZB versucht, ein Zinsniveau zu finden, das den Investitions- und Konsumstau aufl&ouml;st. Leider gelingt ihr das nicht einmal bei einem Zinssatz nahe null. Und Zinsen unter Null kann es nicht geben, denn niemand vergibt einen Kredit oder legt sein Geld an, wenn die Rendite negativ ist, denn die ist noch schlechter als die Nullrendite im Sparstrumpf. Daf&uuml;r kann die EZB aber nichts, und ihr daf&uuml;r &ldquo;einen Denkzettel verpassen&rdquo; zu wollen, trifft den Falschen.<\/em><br>\n<em>Der Richtige ist nat&uuml;rlich Deutschland, als das Land, das Europa immer wieder nach seinem Vorbild umformen will, und dabei Europa immer nur zerst&ouml;rt hat. Diesmal zerst&ouml;rt Deutschland Europa und teilweise auch den Rest der Welt mit seiner eigenen und der Eurozone auferlegten Niedrighlohn und Austerit&auml;tspolitik, nach dem Vorbild von Heinrich Br&uuml;ning. Und, wie gewohnt, sollen diejenigen bestraft werden, die nicht folgen. Das ist Deutschland, wie wir es seit eh und je kennen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Heinz-J. Bontrups dritte Replik zur Flassbeck-Erwiderung: Das Knappheitsargument gilt!<\/strong><br>\nNach meiner zweiten umfangreichen Antwort auf Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker in Sachen Arbeitszeitverk&uuml;rzung (AZV), kommt hier die dritte &ndash; und aus meiner Sicht vorerst letzte &ndash; Replik. Vermutlich ist es sinnvoll, den weiteren Austausch von wissenschaftlichen Argumenten zun&auml;chst in einem pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch fortzusetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/141013_bontrup_flassbeck-spiecker_kontroverse.pdf\">Heinz-J. Bontrup [PDF &ndash; 94 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wir nehmen diese Replik von Heinz-J. Bontrup fairerweise auf, weil wir auch auf die Bontrup-Erwiderungen von Heiner Flassbeck und Friedericke Spiecker hingewiesen haben, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23301#h03\">hier<\/a>,  <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23412#h06\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23519#h08\">hier<\/a>. <\/em><br>\n<em>Siehe auch &ndash; der Vollst&auml;ndigkeit halber &ndash; <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/141013_word_dok_ii_zweite_replik_auf_flassbeck_und_spiecker.pdf\">Zweite Replik zur Flassbeck\/Spiecker-Erwiderung, die Zweite: Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich ist notwendig! [PDF &ndash; 303 KB]<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Ich bin jedoch wie die Beteiligten der Meinung, dass wir diese Kontroverse jedenfalls auf den NachDenkSeiten nicht weiter verfolgen sollten, sondern dass diese theoretische Debatte im pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch oder in einem wissenschaftlichen Seminar fortgesetzt werden sollten. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Sorge um das Wohl der Wirtschaft<\/strong><br>\nAls Stephan Hebel und Olaf Gersemann ihre aktuellen Prognosen in Druck gaben, stand es gut um Deutschlands Wirtschaft. Doch p&uuml;nktlich zum Erscheinen der B&uuml;cher hei&szlig;t es: Die Rezession droht. Die Autoren erkl&auml;ren, was schief l&auml;uft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2014\/10\/11\/drk_20141011_1104_02e5d694.mp3\">Deutschlandradio Kultur [Audio &ndash; mp3]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>L&auml;ngst sind tonangebende deutsche Wirtschaftsforscher selbst Konjunkturrisiko<\/strong><br>\n(Am letzten Donnerstag) kamen wieder die gro&szlig;en Konjunkturauguren zu Wort. Sie mussten allesamt zur&uuml;ckrudern. Das Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunktur (IMK) senkte seine Prognose aus dem Fr&uuml;hjahr von 1,6 auf jetzt 1,5 Prozent f&uuml;r das laufende Jahr. Im Dezember war es von 1,2 Prozent f&uuml;r 2014 ausgegangen. Nat&uuml;rlich schreckt auch das IMK nicht davor zur&uuml;ck, eine Prognose f&uuml;r 2015 abzugeben, obwohl die Zahlengie&szlig;erei doch schon f&uuml;r das laufende Jahr nicht hinhaut. F&uuml;r 2015 hat das IMK seine Prognose aus dem Fr&uuml;hjahr von 2,5 Prozent auf jetzt 1,9 Prozent gesenkt. Damit ist das Institut immer noch optimistischer als es die anderen gro&szlig;en Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem ebenfalls gestern ver&ouml;ffentlichten Herbstgutachten sind. Sie gehen jetzt f&uuml;r das laufende Jahr von 1,3 Prozent und f&uuml;r das kommende Jahr von 1,2 Prozent aus. Vor einem halben Jahr waren die Institute noch von respektive 1,9 und 2,0 Prozent ausgegangen. Viel fataler als die missgl&uuml;ckte Zahlengie&szlig;erei ist jedoch, dass die Wirtschaftsforscher im Herbstgutachten zwar ganz explizit das Scheitern ihrer einseitig angebotsorientierten Politik eingestehen, ihnen aber nichts weiter einf&auml;llt, als der Bundesregierung gleich neue, nicht minder einseitig angebotsorientierte Empfehlungen mit auf den Weg zu geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/10\/konjunktur-journalismus-wirtschaftsforschung-und-wirtschaftspolitik-langst-sind-tonangebende-deutsche-wirtschaftsforscher-selbst-ein-konjunkturrisiko\/#sthash.TQvAZkbO.dpuf\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Erstes Halbjahr: Sozialversicherung macht Milliardendefizit<\/strong><br>\nEin dickes Plus in der Rentenkasse, aber ein noch dickeres Minus bei den Krankenversicherungen: Die Sozialversicherung hat im ersten Halbjahr insgesamt ein Defizit von 2,4 Milliarden Euro gemacht. Allerdings fiel es kleiner aus, als im Jahr davor.<br>\nDie Sozialversicherung hat ihr Minus in den ersten sechs Monaten dieses Jahres reduziert. Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit gaben zusammen 2,4 Milliarden Euro mehr aus als sie einnahmen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Der Fehlbetrag fiel damit um rund 700 Millionen Euro geringer aus als ein Jahr zuvor. Da die Ergebnisse im Jahresverlauf stets stark schwankten, k&ouml;nnten aus dem Zwischenergebnis &ldquo;noch keine R&uuml;ckschl&uuml;sse auf das Jahresergebnis 2014 gezogen werden&rdquo;.<br>\nIn den einzelnen Bereichen fielen die Resultate sehr unterschiedlich aus. Die Rentenversicherung schaffte mit 1,6 Milliarden Euro einen &Uuml;berschuss &ndash; vor allem, weil die Beitragseinnahmen dank steigender Besch&auml;ftigung und h&ouml;herer L&ouml;hne merklich zulegten. Ein Jahr zuvor hatte noch ein Minus von 1,4 Milliarden Euro zu Buche geschlagen.<br>\nBei den gesetzlichen Krankenversicherungen erh&ouml;hte sich hingegen das Defizit von 1,0 auf 3,9 Milliarden Euro. Gr&uuml;nde seien &ldquo;vor allem Pr&auml;mienzahlungen der gesetzlichen Krankenkassen, freiwillige Leistungen sowie steigende Arzneimittelausgaben&rdquo;, aber auch ein geringerer Zuschuss des Bundes an den Gesundheitsfonds.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/sozialversicherung-macht-milliardendefizit-a-996423.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> So war das schlie&szlig;lich auch geplant; die Bundesregierung hat schlie&szlig;lich in Gutsherrenart den staatlichen Zuschu&szlig; zum Gesundheitsfonds gesenkt. Im &Uuml;brigen haben auch einige Krankenkassen, z. B. meine (Techniker Krankenkasse), 160 Euro an Pr&auml;mien f&uuml;r 2013 und 2014 an die Versicherten zur&uuml;ckgezahlt &ndash; was soll eigentlich so etwas???<\/em><br>\n<em>Vermutlich m&ouml;chte der SPIEGEL in gewohnt neoliberaler Manier insinuieren, da&szlig; die Kassen der Sozialversicherungen &ldquo;leer&rdquo; sind (was bei einer Umlagefinanzierung naturnotwendig und sehr gut ist), &ldquo;der Sozialstaat angesichts der demographischen Katastrophe nicht bezahlbar&rdquo; sei und was des Unsinns mehr ist. Deshalb f&auml;llt wohl auch der Hinweis auf die &ndash; entscheidende &ndash; K&uuml;rzung des staatlichen Beitrags zum Gesundheitsfonds so versch&auml;mt aus.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&bdquo;Lex S 21&ldquo; soll Projekt helfen<\/strong><br>\nDie Bundesregierung will mit einer Gesetzes&auml;nderung die Stilllegung von Bahnh&ouml;fen und Strecken erleichtern. Kritiker des Bahnprojekts Stuttgart 21 sehen darin eine &bdquo;Lex S 21&ldquo; und sind emp&ouml;rt. Denn im Gerichtsstreit &uuml;ber die Weiterf&uuml;hrung des bestehenden Hauptbahnhofs, die Wettbewerber durchsetzen wollen, droht der bundeseigenen Deutschen Bahn (DB) eine schwere Schlappe, die das gesamte Milliardenprojekt noch zu Fall bringen k&ouml;nnte.<br>\nDer Gesetzentwurf aus dem Haus von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) liegt dieser Zeitung exklusiv vor. Demnach soll &sect;&#8202;11 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) an entscheidenden Stellen entsch&auml;rft werden. Damit liefe die vor drei Jahren angestrengte Klage der Stuttgarter Netz AG zum Erhalt und Weiterbetrieb des bestehenden Stuttgarter Kopfbahnhofs ins Leere. Die Bahn will die Anlage durch eine unterirdische Tunnelstation ersetzen und hat bereits Teile des alten Bahnhofs abgerissen.<br>\nBis jetzt ist der im Rahmen von S 21 beabsichtigte R&uuml;ckbau des Bahnhofs und der Gleisanlagen jedoch nicht genehmigt. Der vorliegende Planfeststellungsbeschluss reicht dazu nicht aus. Es sind getrennte Verfahren zur Stilllegung und Entwidmung n&ouml;tig. Das musste der Staatskonzern bereits vor drei Jahren einr&auml;umen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.stuttgart-21-lex-s-21-soll-projekt-helfen.faea9e65-6659-49e6-bd56-8432f9a1b4f5.html\">Stuttgarter-Zeitung.DE<\/a>\n<p><strong>Passend dazu: &bdquo;Ein Planfeststellungsbeschluss darf nie und nimmer ausgesprochen werden&ldquo;<\/strong><br>\nNach Filderanh&ouml;rung<br>\nAls v&ouml;llig unverst&auml;ndlich und kontraproduktiv werten die Stuttgart-21-Gegner den vorzeitigen Abbruch der Anh&ouml;rung just zu einem Zeitpunkt, an dem die Schl&uuml;sselfrage der Leistungsf&auml;higkeit in der Beratung war. Offensichtlich habe die Verhandlungsf&uuml;hrung bzw. das Regierungspr&auml;sidium in der Nacht von Montag auf Samstag, dem Druck der zunehmend in Bedr&auml;ngnis geratenen DB AG nachgegeben, die Anh&ouml;rung am Dienstag zu beenden, so Eisenhart von Loeper vom Aktionsb&uuml;ndnis, obwohl sie zuvor eine Verl&auml;ngerung &bdquo;bei Bedarf&ldquo; angeboten hatte. So kam es nicht mehr  zu einer Er&ouml;rterung der von der Bahn faktisch eingestandenen Fehler im Stresstest und z. B. nicht zu der Unterdimensionierung der Entfluchtungsm&ouml;glichkeiten und Fu&szlig;g&auml;ngeranlagen, die noch gravierender als der R&uuml;ckbau der Gleiszahl ist.<br>\nEinen Nachweis, dass bei einer sechsfach &uuml;ber den Bahnrichtlinien liegenden Gleisneigung im geplanten Tiefbahnhof die geforderte &bdquo;gleiche Sicherheit&ldquo; gegeben sei, konnte die Bahn erneut nicht erbringen. Dass die Bahn es erneut bei Verweisen auf diverse Vorentscheidungen und Textstellen belie&szlig;, die das genauso wenig belegen, bewertet Rechtsanwalt von Loeper als fahrl&auml;ssigen Umgang mit den Risiken f&uuml;r Gesundheit und Leben von Bahnnutzern und Personal, &bdquo;obwohl die Rechtsprechung h&ouml;chster Gerichte die m&ouml;glichst wirksame vorbeugende Gefahrenabwehr der Grundrechte zum zwingenden Ma&szlig;stab erhebt&ldquo;.<br>\nDass die DB AG es in 12 Jahren nicht geschafft hat, ein Planfeststellungsverfahren f&uuml;r ihre Antragstrasse einzuleiten und nun erneut, ihr totes Pferd weiterreitend, ein aufwendiges Anh&ouml;rungsverfahren mit dieser l&auml;ngst gescheiterten Planung besch&auml;ftigt, hat weit &uuml;ber den Kreis der S21-Gegner\/innen Emp&ouml;rung ausgel&ouml;st.<br>\nUnter diesen Umst&auml;nden d&uuml;rfe &bdquo;ein Planfeststellungsbeschluss nie und nimmer  ausgesprochen werden&ldquo;,  so Steffen Siegel f&uuml;r die Schutzgemeinschaft Filder unter gro&szlig;em Applaus in einem emotionalen Abschlussstatement am Dienstag Abend um 21 Uhr in der Filderhalle. Siegel forderte die Bahn auf, sich f&uuml;r viele detailliert aufgelistete Halbwahrheiten und T&auml;uschungen zu entschuldigen, die sie dem Publikum, der &Ouml;ffentlichkeit und auch der Politik zugemutet habe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kopfbahnhof-21.de\/ein-planfeststellungsbeschluss-darf-nie-und-nimmer-ausgesprochen-werden\/\">K21<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Budget in Israel: Erh&ouml;hung der Milit&auml;rausgaben nach Gaza<\/strong><br>\nIn der Nacht auf Mittwoch hat die israelische Regierung das Budget f&uuml;r 2015 gutgehei&szlig;en&hellip;.<br>\nDer Hauptstreitpunkt im Entwurf von Finanzminister Yair Lapid war die Erh&ouml;hung der Milit&auml;rausgaben. Im Budget f&uuml;r das laufende Jahr war eigentlich eine K&uuml;rzung geplant gewesen, doch mit der Milit&auml;roperation im Gazastreifen, die l&auml;nger als erwartet andauerte, stiegen die Ausgaben. Daher wurde beschlossen, 7 Mrd. bis 8 Mrd. Schekel (1,8 Mrd. bis 2 Mrd. Fr.) zum diesj&auml;hrigen Budget hinzuzuf&uuml;gen sowie zus&auml;tzliche 6 Mrd. Schekel (1,5 Mrd. Fr.) f&uuml;r 2015 vorzusehen. Die Milit&auml;rausgaben machten bisher mit rund 14 Mrd. Fr. etwa 17% des Gesamtbudgets aus. Hinzu kommen 3 Mrd. $ Milit&auml;rhilfe aus Washington.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/wirtschaft\/erhoehung-der-militaerausgaben-nach-gaza-1.18399897\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Da der Schweizer Franken derzeit in etwa dem US-Dollar entspricht, kann man sagen, dass ein knappes Viertel der Milit&auml;rausgaben Israels durch die USA erh&ouml;ht wird. Daran mag man ablesen, wie stark der Einfluss Amerikas auf das milit&auml;rische Vorgehen Israels sein k&ouml;nnte.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Renzusconis Italien<\/strong><br>\nGut ein halbes Jahr ist Italiens Regierungschef Matteo Renzi nun im Amt, doch von der Umsetzung seines Versprechens, das Land auf &bdquo;Erfolgskurs&ldquo; zu bringen, ist bislang wenig zu sp&uuml;ren. Italien steckt weiterhin in einer tiefen wirtschaftlichen Krise, seit nunmehr 15 Jahren dauert diese Stagnation schon an. J&uuml;ngste offizielle Zahlen attestieren auch f&uuml;r 2014 bestenfalls ein fortdauerndes Nullwachstum. Dem lautstarken Enthusiasmus von Renzi ob angeblicher Wachstumsperspektiven tun diese Prognosen dennoch keinen Abbruch. Nun soll ein 1000-Tage-Plan das kriselnde Land retten, bis 2017 will Renzi Italien gar &bdquo;an die Spitze Europas&ldquo; bef&ouml;rdern &ndash; die deutsche Arbeitsmarktpolitik soll ihm dabei als &bdquo;Modell&ldquo; dienen, ungeachtet der immensen Strukturunterschiede zur Bundesrepublik.<br>\nWer das unerwartet hohe Wahlergebnis f&uuml;r Renzis Partito Democratico (PD) bei den Europawahlen im Mai von 40,8 Prozent (bei &uuml;ber 50 Prozent Wahlenthaltung!) noch als &bdquo;sozialdemokratisches&ldquo; Signal f&uuml;r ein Ende der Sparpolitik in Europa gefeiert hat, muss nun der Tatsache ins Auge sehen, dass Renzis PD einen strikt neoliberalen Kurs steuern soll.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/oktober\/renzusconis-italien\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik <\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Friedensnobelpreis: Feel good<\/strong><br>\nNat&uuml;rlich haben die beiden Friedensnobelpreistr&auml;ger 2014 diese Auszeichnung hoch verdient. Die pakistanische Aktivistin f&uuml;r das Recht auf Bildung, Malala Yousafzai, und der indische Aktivist gegen Kinderausbeutung, Kailash Satyarthi, haben mit gro&szlig;em pers&ouml;nlichem Mut und langj&auml;hrigem Beharrungsverm&ouml;gen wichtige Arbeit geleistet und damit im Interesse auch k&uuml;nftiger Generationen auf massive gesellschaftliche Probleme hingewiesen. Dies mit dem nobelsten aller Preise zu honorieren ist richtig und kann ihrer Sache weiterhelfen. Gerade auch angesichts der Masse von blutigen Konflikten dieser Tage, da die unertr&auml;gliche Situation vieler Kinder schon in Friedenszeiten viel zu oft in den Hintergrund gedr&auml;ngt wird.<br>\nUnd dennoch hat die Entscheidung einen Beigeschmack. Denn mutlos umschifft das Nobelkomitee damit unangenehme Fragen. Niemand mit gesundem Menschenverstand spricht sich offen gegen gleichberechtigte Bildungschancen f&uuml;r M&auml;dchen und gegen die Ausbeutung von Kindern aus. Das ist eine Selbstverst&auml;ndlichkeit. Und mit einem Preis auf eine Selbstverst&auml;ndlichkeit hinzuweisen ist stets auch wohlfeil und Bauchpinselei. Mit der diesj&auml;hrigen Entscheidung wurden alle Probleme und Konflikte ausgespart, die es in den wohlhabenden Staaten und Gesellschaften gibt. Das w&auml;re bei einer Auszeichnung etwa von Edward Snowden anders gewesen. Ein Nobelpreis f&uuml;r den amerikanischen Whistleblower, den der ebenfalls dekorierte Obama als Staatsfeind behandeln l&auml;sst, h&auml;tte in den westlichen L&auml;ndern die Fetzen fliegen lassen. &ndash; So aber sind nur Sonntagsreden, nette Fotos von Politikern mit den Preistr&auml;gern und vielleicht noch die ein oder andere UN-Resolution zu erwarten. Die wieder einmal folgenlos bleiben d&uuml;rften. Wie gesagt: Trotzdem haben Yousafzai und Satyarthi die Auszeichnung verdient. Herzlichen Gl&uuml;ckwunsch!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F10%2F11%2Fa0172&amp;cHash=e5d8437aae7dd4fcabdc056f21824211\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nat&uuml;rlich genie&szlig;en wir es, wenn eine pakistanische Jugendliche uns wieder einmal best&auml;tigt, wie aufgekl&auml;rt wir und wie r&uuml;ckst&auml;ndig die Taliban und &auml;hnliches &ldquo;Gesocks&rdquo; sind. Intelligente und sicherlich teure Strategien werden von unseren Regierungen, um &uuml;ber Bomben hinaus &ndash; wenn eh schon alles zu sp&auml;t ist &ndash; den Kreislauf von gesellschaftlicher R&uuml;ckst&auml;ndigkeit und &ouml;konomischer Unterentwicklung in der Dritten Welt zu durchbrechen, nicht einmal angedacht. Und was die Kinderausbeutung betrifft &ndash; wohlgemerkt &uuml;ber die &uuml;bliche altersgem&auml;sse Hilfestellung in der Familie hinaus &ndash; , sie wird uns z.B. nicht davor bewahren, mit hoher Wahrscheinlichkeit eines Tages unter einem Grabstein zu liegen, der von Kindern in indischen Steinbr&uuml;chen gehauen bzw. bearbeitet wurden. An die 80 Prozent unserer Grabsteine sollen aus Indien stammen. Wir fragte einst Norbert Bl&uuml;m vergeblich: &ldquo;Wollen Sie, dass Ihre Gro&szlig;mutter unter dem Blut indischer Kinder begraben wird?&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Verkitschte Revolte<\/strong><br>\nMit dem 9. Oktober wird versucht, einen neuen Tag f&uuml;r den Umbruch in der DDR zu kreieren. Aber die Kritik ist gro&szlig;<br>\nWer am 9. Oktober gegen 12 Uhr den Deutschlandfunk einschaltete, musste denken, er h&auml;tte aus Versehen den falschen Sender gew&auml;hlt. Wo sonst um diese Zeit Nachrichten aus aller Welt ausgestrahlt werden, wurde ein Festakt aus Leipzig &uuml;bertragen.<br>\nNeben der Ansprache von Bundespr&auml;sident Gauck wurden weitere Reden von f&uuml;hrenden Politikern gehalten. Die Gedenkstunde endete mit der Deutschlandhymne. Diese au&szlig;erplanm&auml;&szlig;ige Programmgestaltung sorgte f&uuml;r Kritik. (..)<br>\nMit der Auslobung des 9.Oktober soll nun an die erste Leipziger Massendemonstration als weiterer Gedenktag etabliert werden. Aber selbst in Leipzig ist die Kritik gro&szlig;. Dass Stadtmagazin Kreuzer moniert, das &ldquo;jeder Ansatz kritischer Erinnerungskultur&rdquo; getilgt worden sei. Daf&uuml;r dienen die Events der Stadtvermarktung. (&hellip;)<br>\nTats&auml;chlich soll die Etablierung des 9. Oktober ein Gemeinschaftsgef&uuml;hl erzeugen, daher wurde auch der Festakt so prominent im Deutschlandfunk &uuml;bertragen. Man muss sich fragen, warum nach 25 Jahren nun ein weiterer Gedenktag kreiert wird. Die Gr&uuml;nde liegen eher in der Gegenwart als in der Vergangenheit. F&uuml;r Deutschlands gewachsenen au&szlig;enpolitischen Einfluss in Europa &#8232;und dar&uuml;ber hinaus wird Gemeinschaftsgef&uuml;hl gebraucht. Daf&uuml;r eigneten sich schon immer historische Mythen besonders gut. Auch der 9. Oktober ist ein solcher Mythos.<br>\nAllein schon die Auswahl gerade diesen Tages soll den DDR-B&uuml;rgerrechtlern ihren Glauben lassen, ihre Bewegung h&auml;tte zum Fall der Mauer gef&uuml;hrt. Aus den gerade ver&ouml;ffentlichten Kohl-Protokollen wissen wir nun, dass der damalige Bundeskanzler solche Vorstellungen als Spinnereien von Thierse und anderen B&uuml;rgerrechtlerfreunden abqualifizierte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Verkitschte-Revolte-2414745.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Kinderarmut nimmt in Deutschland wieder zu<\/strong><br>\nDer Koalitionsvertrag von Union und SPD befasst sich mit so ziemlich allem, was die Welt bewegt. Selbst Randthemen in der politischen Diskussion wie &ldquo;selbstbestimmtes &Auml;lterwerden&rdquo;, Heimatvertriebene oder der Zivilschutz werden darin gestreift. Um so erstaunlicher ist, dass das Wort Kinderarmut in dem 138 Seiten starken Werk &uuml;berhaupt nicht auftaucht &ndash; und das, obwohl die Zahl der Kinder, die auf Hartz IV angewiesen ist, zuletzt wieder zugenommen hat.<br>\n2007 lebten nach Angaben der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) im Durchschnitt 16,8 Prozent der unter 15-J&auml;hrigen in Hartz-IV-Haushalten. Der Wert sank bis 2012 auf 15 Prozent, was die Arbeitsagentur als Erfolg wertete. Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der BA, sagte damals: &ldquo;Weniger Kinder in Hartz IV bedeutet, dass es den Jobcentern gelungen ist, ihre Eltern in Besch&auml;ftigung zu integrieren.&rdquo; Mittlerweile geht der Trend wieder in die andere Richtung.<br>\nW&auml;hrend die Zahl der Hartz-IV-Empf&auml;nger seit 2012 bei etwa 6,1 Millionen konstant geblieben ist, hat sich die Hilfequote bei den Kindern unter 15 Jahren erh&ouml;ht. Im Mai 2014 lag sie bei 15,7 Prozent. F&uuml;r viele der 1,64 Millionen Jungen und M&auml;dchen bedeutet dies: einmal Hartz IV, viele Jahre Hartz IV. Dies zeigt eine neue Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy vorgelegt hat. Darin schl&auml;gt der DGB ein Aktionsprogramm f&uuml;r Eltern vor, die zusammen mit ihren Kindern schon l&auml;nger von Hartz IV leben m&uuml;ssen.<br>\nLaut der DGB-Studie erhalten derzeit mehr als 1,2 Millionen unter 15-J&auml;hrige seit mindestens einem Jahr Hartz IV. 642 000 dieser Kinder sind sogar seit vier Jahren oder l&auml;nger auf die staatliche Hilfe angewiesen. Vor allem bei den J&uuml;ngeren sei davon auszugehen, &ldquo;dass sie direkt in Hartz-IV-Verh&auml;ltnisse hineingeboren wurden. Damit ist das Risiko einer dauerhaften, quasi vererbten Hilfsbed&uuml;rftigkeit hoch&rdquo;. Dieses Risiko nimmt mit der Zahl der Kinder zu: Bei Paaren mit drei oder mehr Jungen und M&auml;dchen ist der Anteil der Hartz-IV-Bezieher, die die Leistungen lange Zeit beziehen besonders hoch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/dgb-studie-zu-hartz-iv-kinderarmut-waechst-wieder-1.2168473\">S&uuml;ddeutsche.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Diese hohe Auszeichnung an die Geehrten aus Indien und Pakistan ist sicher berechtigt.<\/em><br>\n<em>Jedoch: Oftmals wird in deutschen Medien &uuml;ber die schlechte Situation in anderen L&auml;ndern berichtet und die Situation hierzulande offenbar nur zu gerne ausgeblendet.<\/em><br>\n<em>Das vom DGB &#8210; zurecht &#8210; geforderte Aktionsprogramm kann lediglich ein Anfang sein; am Ende sollte u.a. die Wiedereinf&uuml;hrung des alten Arbeitslosen-, Arbeitslosenhilfe- und Sozialhilfegeldes stehen. Selbst Alt-Kanzler Gerhard Schr&ouml;der meinte, der Inhalt der Agenda 2010 sei nicht die 10 Gebote. Aber gegen&uuml;ber der derzeitigen SPD-Spitze muss wohl noch viel &Uuml;berzeugungsarbeit geleistet werden.<\/em><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: Eltern, sch&uuml;tzt eure Kinder!<\/strong><br>\n&bdquo;Die Kindheit ist unantastbar&ldquo;, schreibt Kinderarzt Herbert Renz-Polster in seinem neuen Buch. Er formuliert eine eindringliche Mahnung an uns Eltern<br>\nIhr Lebenstempo zieht langsam an: Krippenplatz vom 11. Monat an, Kindergarten bis in die sp&auml;ten Nachmittagsstunden, nachmittags zum Reiten, seit kurzem noch Ballett, nun r&auml;t die Schulleiterin zur Einschulung mit f&uuml;nf Jahren. Und ist es nicht schon l&auml;ngst Zeit f&uuml;r ein Instrument?<br>\nKinder m&uuml;ssen tr&auml;umen, frei spielen, nicht zu viel vor dem Computer hocken, auf B&auml;ume klettern und im Dreck w&uuml;hlen. Ich wei&szlig; das schon. Theoretisch. Praktisch beobachte ich auch an mir eine Tendenz, mein Kind gem&auml;&szlig; heutiger Gesellschaftsstrukturen zu &uuml;berfordern. (&hellip;)<br>\nMit zahlreichen Beispielen macht Renz-Polster deutlich, wie sehr wirtschaftliche Interessen die fr&uuml;hkindliche Bildung beeinflussen; und damit den J&uuml;ngsten Schaden zuf&uuml;gen. Er entlarvt die Forderungen nach Bildungsreformen als das Streben einer Bundesregierung, die Frauen als das &bdquo;am schnellsten aktivierbare ungenutzte Potential f&uuml;r den Arbeitsmarkt&ldquo; definiert. In deren Kindern wiederum, so das Institut der Deutschen Wirtschaft K&ouml;ln, stecke &bdquo;ausreichend Humankapital&ldquo;, um die dringend notwendige &bdquo;technologische Wettbewerbsf&auml;higkeit und Attraktivit&auml;t f&uuml;r ausl&auml;ndische Investoren&ldquo; zu sichern. In Anbetracht der Kinder als Investitionsmaterial wird die Kita zum &bdquo;heiligen Gral&ldquo; eines ganzen Wirtschaftsmodells, schreibt Renz-Polster. Alles in der Hoffnung, dass diese heute noch kleckernden, nervenden, randalierenden Wesen eines Tages endlich zu etwas Nutze sind. Daf&uuml;r aber m&uuml;sse die Schule nicht l&auml;nger als &bdquo;soziale Einrichtung&ldquo; gelten sondern zur &bdquo;Dienstleistungsgesellschaft im Bereich Bildung&ldquo; umgebaut werden, so sieht es der Hessische Unternehmerverband.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.cicero.de\/salon\/fruehpaedagogik-eltern-schuetzt-eure-kinder\/58338\">Cicero<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> &Uuml;ber die Bewegung junger M&uuml;tter in Frankreich hatten wir auf den NachDenkSeiten lediglich indirekt berichtet:<\/em><br>\n<em>&ldquo;Doch langsam keimen Zweifel auf am Bild der Frau, die als Superheldin gilt, wenn sie m&ouml;glichst schnell nach der Geburt wieder in den Job zur&uuml;ckkehrt. Wenn sie sich aber entscheidet, erst mal einfach Mutter zu sein &ndash; und sei es nur f&uuml;r ein Jahr &ndash; sinkt ihr Ansehen drastisch.&rdquo; &ndash; <a href=\"http:\/\/info.arte.tv\/de\/europas-krampf-mit-den-babys\">Europas K(r)ampf mit den Babys<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Friedenspreis des deutschen Buchhandels &ndash; Jaron Lanier: &ldquo;Unabwendbarkeit ist eine T&auml;uschung&rdquo;<\/strong><br>\nDer Internet-Pionier Jaron Lanier ist am Sonntag mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. Hier finden Sie Ausz&uuml;ge aus seiner Rede in der Frankfurter Paulskirche.<br>\nIch habe immer noch gr&ouml;&szlig;ere Freude an Technologie, als ich ausdr&uuml;cken kann. Die virtuelle Realit&auml;t kann Spa&szlig; machen und wundersch&ouml;n sein. Trotzdem stehe ich hier, so kritisch. Denn Widerspr&uuml;che und Mehrdeutigkeiten zu vermeiden, hei&szlig;t, die Realit&auml;t zu vermeiden. (&hellip;)<br>\nAusgerechnet wenn digitale Unternehmen glauben, sie t&auml;ten das Bestm&ouml;gliche, optimieren die Welt, stellen sie pl&ouml;tzlich fest, dass sie ein gewaltiges Imperium der Spionage und Verhaltensmanipulation leiten. Man denke an Facebook, das erste &ouml;ffentliche Unternehmen dieser Art, das von einem einzigen sterblichen Individuum kontrolliert wird. Facebook steuert heute zum gro&szlig;en Teil die Muster sozialer Verbindungen in der ganzen Welt. (&hellip;)<br>\nBig Data sch&uuml;rt die algorithmische Konzentration von Reichtum&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/specials\/buchmesse2014\/index.jsp?rubrik=89335&amp;key=standard_document_53247249\">Buchmesse ARD<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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(HR\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-23556","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23556"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23556\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23569,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23556\/revisions\/23569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}