{"id":2359,"date":"2007-05-24T08:03:51","date_gmt":"2007-05-24T06:03:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2359"},"modified":"2016-01-06T14:32:35","modified_gmt":"2016-01-06T13:32:35","slug":"kostenexplosion-beim-muenchner-transrapid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2359","title":{"rendered":"Kostenexplosion beim M\u00fcnchner Transrapid"},"content":{"rendered":"<p>In der Vorstellungskraft der bayerischen CSU, der Bayerischen Staatsregierung und der Bahn AG soll der M&uuml;nchner Flughafen k&uuml;nftig mit dem Magnetschwebezug Transrapid an den M&uuml;nchner Hauptbahnhof angebunden werden. Das hat uns der bayerische Ministerpr&auml;sident ja kabarettreif ausgef&uuml;hrt. Die technische Planung und Ausf&uuml;hrung des Projektes haben die Konzerne Siemens und ThyssenKrupp &uuml;bernommen, f&uuml;r die Finanzierung aber soll vorwiegend der Steuerzahler gerade stehen. Nach offiziellen Angaben betragen die Kosten 1,85 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das ist weit mehr als seit Planungsbeginn im Jahr 1966 in die M&uuml;nchner S-Bahn investiert wurde. Um das Projekt realisieren zu k&ouml;nnen, m&uuml;ssen Mittel, die bislang in den Nahverkehr flie&szlig;en, gek&uuml;rzt bzw. umgeschichtet werden. Ein aktuelles Gutachten &bdquo;Zur Ermittlung der wahrscheinlichen Baukosten der geplanten Transrapid-Strecke&ldquo;, das die Fraktion B&uuml;ndnis 90\/DIE GR&Uuml;NEN im Bayerischen Landtag an das M&uuml;nchner Gutachterb&uuml;ro Vieregg und R&ouml;ssler  in Auftrag gegeben hat, gibt Aufschluss &uuml;ber die zu erwartenden Kosten und &uuml;ber die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen.  Lesen Sie mehr zu dem Gutachten von Christine Wicht.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Das M&auml;rchen vom g&uuml;nstigen M&uuml;nchner Transrapid<\/strong><\/p><p>von Christine Wicht<\/p><p>In der &Ouml;ffentlichkeit wird vor allem diskutiert wie und von wem die Investitionskosten f&uuml;r das Projekt getragen werden sollen. Die Investitionskosten selbst werden aber nicht analysiert. Der Kalkulation liegt eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2002 zugrunde, die wiederum ihren Ursprung in einer Vorstudie aus dem Jahr 2000 hat. Die Gutachter Vieregg und R&ouml;ssler kommen zu dem Schluss, dass eine neue Kostenermittlung f&uuml;r das Transrapid-Projekt, anhand der aktuellen Planung und des Preisstandes im Jahre 2007 incl. der Fahrzeuge  Investitionskosten von rund 3 Mrd. Euro nach sich z&ouml;gen. Die Kosten w&uuml;rden demnach erheblich h&ouml;her ausfallen als die vor Jahren kalkulierten 1,85 Mrd. Euro &uuml;ber die derzeit immer noch debattiert wird. Diese Steigerung ist zu einem wesentlichen Teil auf erh&ouml;hte Kosten des Tunnelbaus zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, der in der Machbarkeitsstudie 2002 vermutlich nicht angemessen ber&uuml;cksichtigt worden war. Andererseits seien in den letzten f&uuml;nf Jahren die Energie- und Rohstoffpreise massiv angestiegen. Wenn man &uuml;ber den aktuellen Planungsstand der Magnetbahn-Trasse hinaus auch noch zus&auml;tzliche bauliche Sicherheitsvorkehrungen einkalkuliere, insbesondere eine dritte Tunnelr&ouml;hre zur Evakuierung bzw. Rettung von Fahrg&auml;sten im Gefahrenfall, so sei mit zus&auml;tzlichen Baukosten von rund 360 Mio. Euro zu rechnen. Insgesamt erg&auml;ben sich somit Investitionskosten von rund 3,36 Milliarden Euro f&uuml;r das Transrapid-Projekt. Das Gutachterb&uuml;ro weist darauf hin, dass alle genannten Betr&auml;ge untere Eckwerte darstellen und bei der Umsetzung der Planung durchaus noch unerwartete Kostensteigerungen auftreten k&ouml;nnten. Nach Einsch&auml;tzung der Gutachter seien insbesondere beim Tunnelbau Gesamtkosten von 3,5 bis 4 Milliarden Euro keineswegs auszuschlie&szlig;en.<\/p><p>Im Gutachten wird aufgef&uuml;hrt, dass die Planung f&uuml;r das Projekt zum Zeitpunkt der Erstellung der Machbarkeitsstudie nur relativ grob vorlag. In der detaillierten Ausarbeitung f&uuml;r die sp&auml;tere Planfeststellung wurden noch &Auml;nderungen vorgenommen, die besonders ins Gewicht fallen:<\/p><ul>\n<li>die Verl&auml;ngerung der Gesamtstrecke um ca. 1 Kilometer<\/li>\n<li>eine Verl&auml;ngerung der Tunnelstrecke um ca. 2 Kilometer<\/li>\n<li>platzintensive unterirdische Wendeanlagen hinter den beiden Endstationen<\/li>\n<li>gr&ouml;&szlig;ere Tieflage des Tunnels Landshuter Allee gegen&uuml;ber dem urspr&uuml;nglich geplanten Tunnel<\/li>\n<li>eine gr&ouml;&szlig;ere Instandhaltungszentrale<\/li>\n<\/ul><p>Um realistische Baukosten ermitteln zu k&ouml;nnen, wurde das Gesamtbauwerk in f&uuml;nf Komponenten gegliedert: Tunnelstrecken, oberirdische Trasse, technische Ausr&uuml;stung der Strecke, Instandhaltungszentrale und sonstige Kosten. Hierbei sind die bei derartigen Kostenkalkulationen h&auml;ufig separat ausgewiesenen Zuschl&auml;ge in &ldquo;Planungskosten&rdquo;, &ldquo;Mittelbare Kosten&rdquo; und in &ldquo;Unvorhergesehenes&rdquo; gegliedert.  Zur Kostenermittlung werden in der Regel die Kosten pro Kilometer Strecke herangezogen, die aus Kostentabellen der DB AG zu Eisenbahn-Neustrecken stammen und auf das Jahr 2007 aktualisiert worden, wobei eine Preissteigerung von 3,5 % pro Jahr eingerechnet wurde. Zur Ermittlung der Baukosten f&uuml;r die Tunnelstrecken wurden die kalkulierten Kosten der DB AG an dem zweiten S-Bahn -Tunnel in M&uuml;nchen, der ebenfalls aus zwei separaten R&ouml;hren bestehen soll, und eine &auml;hnliche Tieflage wie die Tunnelr&ouml;hren des Transrapids (Rund 40 Meter) erreichen soll, zugrunde gelegt. Nach dem aktuellen Planungsstand (Planfeststellungsunterlagen) w&auml;ren f&uuml;r das Transrapid-Projekt demnach Investitionskosten von rund 2,8 Mrd. EUR erforderlich, wobei allein auf die Tunnelstrecken incl. Tunnelbahnh&ouml;fe rund 1,2 Mrd. EUR fallen w&uuml;rden.<\/p><p><strong>Kosten f&uuml;r Tunnelstrecken-, r&ouml;hren und -bahnhofe<\/strong><br>\n<em>&bdquo;Die Transrapid-Fahrzeuge sind breiter als die S-Bahn-Z&uuml;ge und sollen im Tunnel mit einer Geschwindigkeit von 250 km\/h verkehren, w&auml;hrend beim zweiten S-Bahn-Tunnel lediglich 100 km\/h vorgesehen sind. Dies f&uuml;hrt aufgrund aerodynamischer Effekte (&ldquo;Luftpumpen-Effekt&rdquo;) zur Notwendigkeit, die Tunnelr&ouml;hren des Transrapids mit einem gr&ouml;&szlig;eren Durchmesser zu versehen, n&auml;mlich mit 10,2 m statt 9,0 m. Dies bedeutet eine Zunahme des Ausbruchsquerschnitts um 28,5% und entsprechend h&ouml;here Baukosten. Somit d&uuml;rften die Kosten beim Transrapid bei ca. 58 Mio EUR pro Tunnelkilometer der Einzelr&ouml;hre bzw. bei 116 Mio EUR pro Kilometer f&uuml;r zwei Tunnelr&ouml;hren liegen.&ldquo;<\/em> (Zitat Gutachen Seite 5)<\/p><p><strong>Kosten f&uuml;r oberirdische Trassen<\/strong><br>\n<em>&bdquo;Hinsichtlich der Grunderwerbs-Kosten wird lediglich der Kaufpreis von landwirtschaftlichem Grund, erg&auml;nzt um die juristischen Kosten der Eigentums&uuml;bertragung, angesetzt, aber nicht die abschnittsweise durchaus gerechtfertigten hohen Preise f&uuml;r Baugrund. Der notwendige Fl&auml;chenbedarf wird anhand der in den Planfeststellungsunterlagen enthaltenen Lagepl&auml;ne im Ma&szlig;stab 1:1000 gesch&auml;tzt, wobei auch Begleitwege, Abkommenschutzw&auml;lle, L&auml;rmschutzw&auml;nde usw. ber&uuml;cksichtigt sind.&ldquo;<\/em> (Zitat Gutachten Seite 6)<\/p><p>Nach Kostenermittlung f&uuml;r jede der gepr&uuml;ften Komponenten gelangt das Gutachterb&uuml;ro zu einer Investitionssumme von rund 2,8 Mrd. EUR. <em>&bdquo;Das stellt gegen&uuml;ber dem Betrag von 1,66 Mrd. EUR, der in der politischen Diskussion &ndash; unter Ausklammerung der Fahrzeug-Beschaffung &ndash; immer noch aktuell ist, eine Erh&ouml;hung um gut 1,1 Mrd. EUR dar. Um f&uuml;r den Kostenvergleich zwischen der Planung laut Machbarkeitsstudie 2002 und der aktuellen Planung eine einheitliche Basis zu haben, werden im folgenden die 2002 in der Machbarkeitsstudie ausgewiesenen Kosten auf den Preisstand von 2007 hochgerechnet, was einen Betrag von 1,77 Mrd. EUR ergibt. Gegen&uuml;ber dieser Baukostensumme bedeutet die Planung der Transrapid-Strecke entsprechend den Planfeststellungsunterlagen nun eine Kostensteigerung um rund 1 Mrd. EUR&ldquo;<\/em>. (Zitat Gutachten Seite 11). <\/p><p>Nach Aufstellung der Baukosten laut Machbarkeitsstudie 2002 versus Planung 2007 (ohne Fahrzeuge) gelangt das Gutachterb&uuml;ro zu einer Kostendifferenz von &uuml;ber einer Milliarde Euro. <em>&bdquo;Diese drastische Steigerung ist vor allem darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass die tats&auml;chlichen Baukosten der unterirdischen Streckenabschnitte incl. Tunnelbahnh&ouml;fe wesentlich h&ouml;her sein d&uuml;rften, als dies bei der Machbarkeitsstudie vor rund f&uuml;nf Jahren kalkuliert worden war. So betr&auml;gt die Differenz der Tunnelbaukosten nach der aktuellen Planung, verglichen mit den Kosten laut Machbarkeitsstudie von 2002, aber mit aktualisierten Preisen, rund 670 Mio. EUR (siehe Tab. 3 und Abb. 2). Einer der Gr&uuml;nde f&uuml;r diese Kostensteigerung ist die gegen&uuml;ber dem damaligen Planungsstand um knapp 2 km gr&ouml;&szlig;ere L&auml;nge und die gr&ouml;&szlig;ere Tieflage der Tunnels. M&ouml;glicherweise war bei der urspr&uuml;nglichen Ermittlung der Tunnelbaukosten auch unber&uuml;cksichtigt geblieben, dass es sich gro&szlig;enteils um Tunnels handelt, die durch bebautes Stadtgebiet verlaufen. Hinzu kommt zweifellos auch die Tatsache, dass der energie- und materialaufwendige Tunnelbau verst&auml;rkt von der in den letzten Jahren stattgefundenen Erh&ouml;hung der Energie- und Rohstoffpreise betroffen ist.&ldquo;<\/em> (Zitat Gutachten Seite 12). <\/p><p><strong>Dritte Tunnelr&ouml;hre aus Sicherheitsgr&uuml;nden notwendig<\/strong><br>\n<em>&bdquo;Eine weitere Erh&ouml;hung der Transrapid-Baukosten ergibt sich, wenn an der gesamten Trasse zus&auml;tzliche bauliche Ma&szlig;nahmen ergriffen werden, um einen angemessenen Sicherheitsstandard f&uuml;r den sp&auml;teren Betrieb zur Fahrgastbef&ouml;rderung zu erhalten. Beispielsweise ist  eine dritte Tunnelr&ouml;hre mit kleinem Durchmesser, die in kurzen Abst&auml;nden zahlreiche Querstollen zu den beiden Haupttunnels hat, zwingend notwendig, um im Gefahrenfall den Reisenden eine sichere, leicht erreichbare Fluchtm&ouml;glichkeit zu verschaffen und um Rettungsmannschaften einen schnellen Zugang zu einer Unfallstelle zu erm&ouml;glichen. Als erster und bislang einziger moderner Eisenbahntunnel verf&uuml;gt der britisch-franz&ouml;sische Kanaltunnel (Eurotunnel) &uuml;ber eine solche dritte R&ouml;hre. Dabei ist das Gefahrenpotential f&uuml;r die Fahrg&auml;ste im Eurotunnel deutlich geringer als in den Tunnels der M&uuml;nchner MSB-Strecke, da im Kanaltunnel zum einen die Geschwindigkeit der Personenz&uuml;ge wesentlich niedriger ist als in den Transrapid- Tunnels (nur 160 km\/h statt 250 km\/h) und da zum anderen bei herk&ouml;mmlichen Z&uuml;gen im Gegensatz zu Magnetbahn-Z&uuml;gen ein sehr kleines Risiko von Fahrzeugbr&auml;nden besteht. Diese dritte Tunnelr&ouml;hre w&uuml;rde zus&auml;tzliche Investitionskosten von rund 120 Mio. EUR erfordern&ldquo;<\/em>. (Zitat Gutachten Seite 13). <\/p><p><strong>Fluchtwege<\/strong><br>\n<em>&bdquo;Anders als bisher geplant, m&uuml;ssen zur sicheren Evakuierung der Transrapid-Fahrg&auml;ste nicht nur im Tunnel, sondern auch in oberirdischen Abschnitten entlang der Trasse beidseitige Fluchtwege auf Fahrzeugboden-Niveau vorhanden sein. Das bedeutet bei ebenerdiger Strecke auf beiden Seiten jeweils einen Weg, der ca. 3 m &uuml;ber dem Grund aufgest&auml;ndert verl&auml;uft und der rechts und links mit einem Gel&auml;nder versehen ist, um St&uuml;rze der fl&uuml;chtenden Fahrg&auml;ste in die Tiefe zu vermeiden. In den Abschnitten mit aufgest&auml;ndertem Fahrweg ist rechts neben jedem Fahrbahnbalken entweder ein Fu&szlig;g&auml;ngersteg mit eigenen Pfeilern zu bauen oder der Fluchtweg ruht auf Tr&auml;gern, die seitlich aus der Fahrbahn herausragen. Von den Fluchtwegen aus m&uuml;ssen zahlreiche Treppen zur Verf&uuml;gung stehen, die einen sicheren Abstieg zum Erdboden zulassen. Insgesamt f&uuml;hrt der Einbau dieser Fluchtwege in die MSB-Trasse zu einer Kostensteigerung um rund 61 Mio EUR. Da die MSB-Fahrzeuge bei Tempo 250 bis 350 eine sehr hohe kinetische Energie besitzen und zugleich wegen ihres extremen Leichtbaus nur wenig kollisions-resistent sind, sollte die oberirdische Trasse durch Einhausungen sowohl vor massiven Gegenst&auml;nden, die auf die MSB-Fahrbahn bzw. -Fahrzeuge fallen k&ouml;nnen, beispielsweise Lkw-Ladungen oder ganze Pkws, als auch vor Wurfgeschossen oder Sprengk&ouml;rpern gesch&uuml;tzt werden. Es handelt sich bei diesen Gefahrenstellen insbesondere um die Durchfahrten unter Stra&szlig;enbr&uuml;cken, von denen insgesamt 25 St&uuml;ck geplant sind. Alle Einhausungen zusammen w&uuml;rden die Baukosten um 40 Mio EUR erh&ouml;hen&ldquo;.<\/em> (Zitat Gutachten Seite 13)<\/p><p><strong>Gefahr durch Vogelschlag<\/strong><br>\n<em>&bdquo;Wegen der gro&szlig;en N&auml;he der Transrapid-Trasse zu Wasserfl&auml;chen (Olympiasee, Lerchenauer See, Regattaanlage Oberschlei&szlig;heim, Unterschlei&szlig;heimer See, Neufahrner M&uuml;hlseen, Seen n&ouml;rdlich und s&uuml;dlich Aschering), die regelm&auml;&szlig;ig von relativ schweren Wasserv&ouml;geln aufgesucht werden, besteht ein erh&ouml;htes Risiko durch Vogelschlag. Solche Vogelkollisionen stellen eine Gefahr f&uuml;r die Transrapid-Fahrg&auml;ste dar, und zwar wiederum aufgrund der hohen kinetischen Energie der MSB-Fahrzeuge in Kombination mit ihrem extremen Leichtbau, der bei Hochgeschwindigkeitsz&uuml;gen in Rad-Schiene-Technik nicht gegeben ist. Deshalb sollte die gesamte Strecke, soweit sie nicht im Tunnel oder in einer Einhausung verl&auml;uft, mit einem Stahlnetz &uuml;berspannt sein, so dass eine Art Voliere entsteht. Diese bietet zugleich auch Schutz vor vom Sturm herbei gewehten Gegenst&auml;nden, vor leichten Wurfgeschossen und vor kleineren Sprengk&ouml;rpern. In die Gitterstruktur dieser Voliere k&ouml;nnten elektrische Dr&auml;hte integriert werden, die bei Zerst&ouml;rung durch Fremdk&ouml;rper das Abbremsen der MSB-Z&uuml;ge veranlassen, vergleichbar den Sicherheitsdr&auml;hten an Stra&szlig;enbr&uuml;cken &uuml;ber die franz&ouml;sischen TGV-Strecken. Dadurch kann weitgehend verhindert werden, dass Transrapid-Fahrzeuge mit bereits auf der Fahrbahn liegenden Hindernissen kollidieren. F&uuml;r diese &ldquo;Volieren&rdquo; werden Investitionskosten von 27,5 Mio. EUR veranschlagt, wobei ein Pauschalpreis von 1 Mio. EUR pro Streckenkilometer oder 1.000 EUR pro Meter zugrunde gelegt ist. Da die exakten Kosten dieser Sicherheitsvorkehrung erst nach einer genauen ingenieurtechnischen Planung sowie aufgrund von detaillierten Angeboten der Hersteller von Volieren und Alarmanlagen ermittelt werden k&ouml;nnen, handelt es sich bei dem genannten Betrag um einen unteren Eckwert.&ldquo;<\/em> (Zitat Gutachten Seite 14).  <\/p><p><strong>Hohe Temperaturen, starke Brandgefahr<\/strong><br>\n<em>&bdquo;Die Transrapid-Fahrzeuge sind vor allem wegen der hohen elektrischen Energie ihrer bordeigenen Batterien und Stromkabel einer starken Brandgefahr ausgesetzt, wie das Feuer in einem MSB-Zug in Shanghai am 11.8.2006 gezeigt hat.12 Bei solchen Fahrzeugbr&auml;nden k&ouml;nnen in k&uuml;rzester Zeit extrem hohe Temperaturen entstehen, die nicht mehr beherrschbar sind und bei denen giftige Gase (z.B. der Inhalt der Batterien) freigesetzt wird. Deshalb sollten alle Abschnitte der Magnetbahn-Trasse, die durch Einhausungen und Tunnels f&uuml;hren, &uuml;ber fest installierte, schnell wirksame und leistungsstarke L&ouml;scheinrichtungen der neuesten Generation verf&uuml;gen, wie sie von Brandschutzexperten bereits f&uuml;r Stra&szlig;entunnels vorgeschlagen werden 14&Prime;Volieren&rdquo; werden Investitionskosten von 27,5 Mio. EUR veranschlagt, wobei ein Pauschalpreis von 1 Mio. EUR pro Streckenkilometer oder 1.000 EUR pro Meter zugrunde gelegt ist. Da die exakten Kosten dieser Sicherheitsvorkehrung erst nach einer genauen ingenieurtechnischen Planung sowie aufgrund von detaillierten Angeboten der Hersteller von Volieren und Alarmanlagen ermittelt werden k&ouml;nnen, handelt es sich bei dem genannten Betrag um einen unteren Eckwert&ldquo;.<\/em> (Zitat Gutachten Seite 14\/15).<\/p><p><strong>Fahrzeugbeschaffung<\/strong><br>\n<em>&bdquo;Die bisherigen Ausf&uuml;hrungen haben sich lediglich mit der Transrapid-Strecke, aber nicht den Fahrzeugen besch&auml;ftigt, und zwar aus zwei Gr&uuml;nden: Zum einen bildet die Strecke incl. technische Ausr&uuml;stung den alleinigen Gegenstand des laufenden Planfeststellungsverfahrens; zum anderen hat die MSB-Trasse in der Planung w&auml;hrend der letzten f&uuml;nf Jahre starke Ver&auml;nderungen erfahren. Dagegen sind die MSB-Fahrzeuge, die auf der geplanten Strecke zum Einsatz kommen sollen, im gegenw&auml;rtigen Verfahren vollkommen ausgeklammert. Ebenso wurden an der Konfiguration wie auch an der Zahl der Transrapid-Z&uuml;ge seit Vorlage der Machbarkeitsstudie 2002 keine grundlegenden Ver&auml;nderungen mehr vorgenommen, auch wenn mit dem Transrapid 09 voraussichtlich ab April 2007 ein neues Fahrzeug f&uuml;r die Teststrecke in Lathen zur Verf&uuml;gung steht. Dennoch ist es erforderlich, die Kosten der Fahrzeugbeschaffung gegen&uuml;ber dem Preisstand 2002 zu aktualisieren. In der Machbarkeitsstudie 2002 waren f&uuml;r die Investitionen in die Transrapid-Fahrzeuge gut 160 Mio EUR veranschlagt worden waren. Hochgerechnet auf das Jahr 2007, belaufen sich diese Fahrzeug-Investitionen auf rund 200 Mio EUR&ldquo;.<\/em> (Zitat Gutachten Seite 16).<\/p><p><strong>Gesamtkosten<\/strong><br>\n<em>&bdquo;Unter Ber&uuml;cksichtigung der Trassenplanung laut Planfeststellungsunterlagen, der zus&auml;tzlichen baulichen Sicherheitsvorkehrungen f&uuml;r den Gefahrenfall und der Beschaffung der ben&ouml;tigten Transrapid-Fahrzeuge l&auml;sst sich im Endergebnis f&uuml;r das Gesamtprojekt Transrapid in M&uuml;nchen eine Investitionssumme von rund 3,36 Mrd. EUR ermitteln. Wenn man bedenkt, dass zahlreiche Kostenkomponenten lediglich einen unteren Eckwert darstellen und beim Bau der Trasse noch unerwartete Kostensteigerungen auftreten k&ouml;nnen, vor allem in den unterirdischen Abschnitten, so ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass das Transrapid-Vorhaben schlie&szlig;lich 3,5 bis 4 Mrd. EUR erfordern k&ouml;nnte&ldquo;.<\/em> (Zitat Gutachten Seite 17)<\/p><p><strong>Res&uuml;mee des Gutachtens<\/strong><br>\n<em>&bdquo;Eine neue Kostenermittlung f&uuml;r das Transrapid-Projekt M&uuml;nchen Hbf &ndash; Flughafen anhand der aktuellen Planung und des Preisstandes des Jahres 2007 incl. Fahrzeuge ergibt Investitionskosten von rund 3 Mrd. EUR, also deutlich mehr als der Betrag von 1,85 Mrd. EUR, wie er derzeit in der &Ouml;ffentlichkeit diskutiert wird. Diese Steigerung ist zu einem wesentlichen Teil auf erh&ouml;hte Kosten des Tunnelbaus zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, der in der Machbarkeitsstudie 2002 vermutlich nicht angemessen ber&uuml;cksichtigt worden war und zugleich vom Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise in den letzten f&uuml;nf Jahren besonders betroffen ist. Wenn man &uuml;ber den aktuellen Planungsstand der Magnetbahn-Trasse hinaus auch zus&auml;tzliche bauliche Sicherheitsvorkehrungen ber&uuml;cksichtigt, insbesondere eine dritte Tunnelr&ouml;hre zur Evakuierung bzw. Rettung von Fahrg&auml;sten im Gefahrenfall, so ist mit zus&auml;tzlichen Baukosten von rund 360 Mio. EUR zu rechnen. Insgesamt ergeben sich somit Investitionskosten von rund 3,36 Mrd. EUR f&uuml;r das Transrapid-Projekt in M&uuml;nchen. Da alle genannten Betr&auml;ge untere Eckwerte darstellen und bei der Umsetzung der Planung durchaus noch unerwartete Kostensteigerungen auftreten k&ouml;nnten, insbesondere beim Tunnelbau, sind Gesamtkosten von 3,5 bis 4 Mrd. EUR keineswegs auszuschlie&szlig;en&ldquo;.<\/em> (Zitat Gutachten Seite 18). <\/p><p><strong>Sicherheitskonzept geheim und genehmigt?<\/strong><br>\nJohannes Keil, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der DB Magnetbahn GmbH, verk&uuml;ndete am 23. April, dass das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) das Sicherheitskonzept f&uuml;r den Transrapid genehmigt habe. Das Presseamt der Stadt M&uuml;nchen kritisiert, dass trotz hartn&auml;ckiger Forderungen der Landeshauptstadt M&uuml;nchen, nach Vorlage des angeblich beim Eisenbahn-Bundesamt zur Genehmigung eingereichten Sicherheitskonzeptes, dies von der DB Magnetbahn GmbH verweigert wird. Die beantragte Akteneinsicht sei von der DB AG und vom Eisenbahn-Bundesamt abgelehnt worden. Die DB Magnetbahn GmbH halte daran fest, dass dieses Konzept vollst&auml;ndig einem gesonderten Verwaltungsverfahren unterliege und zur Beurteilung der planfestzustellenden Betriebsanlagen nicht bekannt sein m&uuml;sse. Ebenfalls wurde dem Landtagsabgeordneten, Martin Runge, die Akteneinsicht verweigert. Nach Ansicht von Huber stehe nun fest, dass der Transrapid nach menschlichem Ermessen sicher sei. Der Gutachter Martin Vieregg, sieht das anders: &ldquo;Bei einem Stromausfall w&uuml;rden die Bremsen komplett lahm gelegt. <em>&bdquo;Diese Bahn w&uuml;rde dann mit voller Geschwindigkeit in einen der beiden Endbahnh&ouml;fe einfahren und dort zerschellen&rdquo;<\/em> (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/66360\/980239\/ateg\">http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/66360\/980239\/ateg<\/a>). Das Sicherheitskonzept ist die Voraussetzung f&uuml;r die Betriebserlaubnis der Magnetbahn. <\/p><p>Ein Projekt, das aus &uuml;berwiegend industriepolitischen und wirtschaftlichen Interessen derart &uuml;ber&rsquo;s Knie gebrochen wird, kann kein zukunftstr&auml;chtiges Verkehrsmittel f&uuml;r die Allgemeinheit sein, es d&uuml;rfte obendrein in einem finanziellen Desaster enden, f&uuml;r das die Steuerzahler f&uuml;r viele Jahre aufkommen m&uuml;ssen. Bleibt nur noch die Frage offen, ob Verkehrsminister Huber dieses Projekt mit gutem Gewissen vor den W&auml;hlerinnen und  W&auml;hlern vertreten kann und vor allem wie er die enorme Finanzl&uuml;cke schlie&szlig;en m&ouml;chte, nachdem die beteiligte Industrie nicht gewillt ist, einen beachtlichen Beitrag f&uuml;r das von ihr gepuschte Projekt zu leisten?<\/p><p>Link: <a href=\"http:\/\/www.gruene-fraktion-bayern.de\/cms\/files\/dokbin\/176\/176046.ermittlung_der_wahrscheinlichen_baukoste.pdf\">Gutachten Vieregg-R&ouml;ssler [PDF &ndash; 96 KB]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Vorstellungskraft der bayerischen CSU, der Bayerischen Staatsregierung und der Bahn AG soll der M&uuml;nchner Flughafen k&uuml;nftig mit dem Magnetschwebezug Transrapid an den M&uuml;nchner Hauptbahnhof angebunden werden. Das hat uns der bayerische Ministerpr&auml;sident ja kabarettreif ausgef&uuml;hrt. Die technische Planung und Ausf&uuml;hrung des Projektes haben die Konzerne Siemens und ThyssenKrupp &uuml;bernommen, f&uuml;r die Finanzierung aber<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2359\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[73],"tags":[803,268,694,1721],"class_list":["post-2359","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-verkehrspolitik","tag-bayern","tag-deutsche-bahn","tag-milliardengrab","tag-transrapid"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2359"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2359\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29945,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2359\/revisions\/29945"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}