{"id":23596,"date":"2014-10-15T08:59:16","date_gmt":"2014-10-15T06:59:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596"},"modified":"2014-10-15T08:59:16","modified_gmt":"2014-10-15T06:59:16","slug":"hinweise-des-tages-2233","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h01\">Fl&uuml;chtlingspolitik: Mehr als eine Strategie des Z&auml;une-hoch-Ziehens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h02\">IS\/Syrien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h03\">Gernot Erler: &bdquo;Wladimir Putin hat Russland unberechenbar gemacht&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h04\">St&auml;dte und Kreise w&uuml;rden gern mehr investieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h05\">Der Mythos von der Wachstumslokomotive<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h06\">Ratingagentur S&amp;P stuft Finnland herab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h07\">Ruf nach Konjunkturhilfen: Wachstum auf Pump &ndash; geht das?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h08\">Heiner Flassbeck: Auf finanzialisierten M&auml;rkten fallen die &Ouml;lpreise wie die Aktienkurse <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h09\">Wallstreets faule Tricks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h10\">Die Wirtschaftsforschungsinstitute verbreiten unwissenschaftliche Arbeitgeberpropaganda<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h11\">Steuerpolitik: Dublin schafft den doppelten Iren ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h12\">Staatlicher Taschendiebstahl? &ndash; Nein Danke!!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h13\">Das promovierte Prekariat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h14\">Privatisierungsreport: Propaganda und Produktwerbung. Wie Unternehmen mit kostenlosen Unterrichtsmaterialien Einfluss auf Schulen aus&uuml;ben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h15\">Die Neugier des BND kennt keine Grenzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h16\">Oh, wie b&ouml;s ist das System<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h17\">Weniger f&uuml;r mehr Studierende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596#h18\">Vergessene Malalas<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23596&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlingspolitik: Mehr als eine Strategie des Z&auml;une-hoch-Ziehens<\/strong><br>\nAu&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) will die Fl&uuml;chtlingspolitik st&auml;rker nach den demographischen Erfordernissen in Europa ausrichten. &bdquo;Fl&uuml;chtlingspolitik ist weit mehr als die Verwaltung von Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;men und eine Strategie des Z&auml;une-hoch-Ziehens. Angesichts absehbar steigender Fl&uuml;chtlingszahlen und einer r&uuml;ckl&auml;ufigen demographischen Entwicklung mindestens in Teilen Europas kommt der Steuerung und Gestaltung internationaler Migration au&szlig;enpolitisch eine immer wichtigere Rolle zu&ldquo;, hie&szlig; es am Montag im Ausw&auml;rtigen Amt. Au&szlig;enpolitisches Krisenmanagement m&uuml;sse dazu beitragen, Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;men vorzubeugen oder sie zumindest zu reduzieren.<br>\nDas Ausw&auml;rtige Amt hatte beim Berlin-Institut f&uuml;r Bev&ouml;lkerung und Entwicklung eine Migrationsstudie in Auftrag gegeben, die an diesem Dienstag unter dem Titel &bdquo;Krise an Europas S&uuml;dgrenze&ldquo; in Berlin vorgestellt wird. In der Studie, die dieser Zeitung vorliegt, wird ein strategisches Konzept f&uuml;r die Asyl-, Fl&uuml;chtlings-, Entwicklungs- und Einwanderungspolitik f&uuml;r Deutschland und die Europ&auml;ische Union gefordert. Tenor der von Reiner Klingholz geleiteten Untersuchung: Die EU m&uuml;sse auf Krisen reagieren, den Herkunftsl&auml;ndern Entwicklungsperspektiven er&ouml;ffnen und den steigenden Bedarf der eigenen Arbeitsm&auml;rkte decken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/steinmeier-will-neue-fluechtlingspolitik-in-europa-13206090.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A:<\/strong> Was Steinmeier hier in bester von Hayek-Tradition von sich gibt, ist einfach dumm, asozial und, das nur nebenbei, grundgesetzwidrig. &ndash; Man fragt sich, ob der Mann die Realit&auml;t wenigstens noch teilweise wahrnimmt: bei einem Rekordstand an Arbeitslosigkeit (offiziell &uuml;ber 12% bzw. 20 Millionen Arbeitslose in der EU, realistisch wohl die H&auml;lfte mehr als das) ist absehbar, da&szlig; &ndash; vor allem in Fortschreibung der gegenw&auml;rtigen Politik &ndash; die EU bis zum Jahr 2030 nicht mal in die N&auml;he von Vollbesch&auml;ftigung kommen k&ouml;nnte. Auch Deutschland leidet unter &ndash; nat&uuml;rlich von Steinmeier heftigst geleugneter &ndash; millionenfacher Massenarbeitslosigkeit, die sich nur unter gl&uuml;cklichen Umst&auml;nden (zu denen die Regierungen der letzten 30 Jahre nicht geh&ouml;ren) vielleicht in 10 Jahren bessern k&ouml;nnte. Angesichts dieser unertr&auml;glichen Situation und der N&ouml;te von prekarisierten, unterbesch&auml;ftigten und miserabelst bezahlten Arbeitnehmern von einem &ldquo;steigenden Bedarf der eigenen Arbeitsm&auml;rkte&rdquo; zu schwafeln, ist grotesk, zumal die Bundesregierung, der Steinmeier angeh&ouml;rt, null aktive Arbeitsmarktpolitik betreibt, sondern die EU nur noch tiefer in die Misere st&ouml;&szlig;t.<\/em><br>\n<em>Umgekehrt ist die Einstellung gegen&uuml;ber den Fl&uuml;chtlingen an Zynismus nicht mehr zu &uuml;berbieten. Deutschland und die EU sollten nach M&ouml;glichkeit allen Fl&uuml;chtlingen, die wohl kaum aus Jux und Dollerei, sondern vor Hunger, Krieg, Aussichtslosigkeit fliehen, umfassend helfen und ihnen Sicherheit, Lebensnotwendigkeiten und, soweit notwendig, Asyl gew&auml;hren. Die Unterteilung in &ldquo;wertvolle&rdquo; (junge, arbeitsmarktf&auml;hige) und &ldquo;wertlose&rdquo; (&auml;ltere, nicht so gut ausbeutbare) Fl&uuml;chtlinge ist nicht wirklich weit entfernt von den Selektionen an der Rampe und findet ja auch m&ouml;glichst weit entfernt vor den Grenzen der EU statt. Wie stellt sich das Steinmeier eigentlich praktisch vor: wenn eins der v&ouml;llig &uuml;berladenen Schiffe Richtung Lampedusa untergeht, fischt Mare Nostrum oder Frontex nur die auf, die glaubw&uuml;rdig ein Ingenieurdiplom o. &auml;. vorweisen k&ouml;nnen? Und der Rest muss, offiziell geduldet, sterben? &ndash; Die einzigen Interessen, die mit der hier vorgeschlagenen Politik bedient werden, sind die der Unternehmen, denen die Arbeitskr&auml;fte nie billig genug sein k&ouml;nnen. Aber da bleibt Steinmeier seiner Agenda-2010-Linie treu.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bemerkenswert ist, dass das AA offensichtlich nicht zwischen Fl&uuml;chtlingen und Migranten unterscheiden kann. Politisch verfolgte Fl&uuml;chtlinge erhalten in Deutschland f&uuml;r begrenzte Zeit Asyl, bis sich die politische Situation, die zur Flucht f&uuml;hrte im Herkunftsland &auml;ndert. Die Binnenmigration innerhalb der Europ&auml;ischen Union, die bis vor kurzem noch z.B. unter dem Stichwort &ldquo;Armutsfl&uuml;chtlinge&rdquo; hei&szlig; diskutiert wurde, beruht auf der Personenfreiz&uuml;gigkeit in der EU. Diese Binnenmigration d&uuml;rfte vollkommen ausreichen um, wenn denn vorhanden, eventuelle L&uuml;cken am Arbeitsmarkt zu schlie&szlig;en. Den Herkunftsl&auml;ndern der Fl&uuml;chtlinge Entwicklungsperspektiven zu er&ouml;ffnen, ist schlicht und einfach Geschwafel. Wie sollen wir, die wir nicht einmal in der Lage sind, den Krisen in den s&uuml;deurop&auml;ischen und teils auch &ouml;stlichen Mitgliedsstaaten zu begegnen, Entwicklungsperspektiven in L&auml;ndern mit weitaus gr&ouml;&szlig;eren Schwierigkeiten z.B. in Afrika er&ouml;ffnen. <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Das Berlin Institut ist im &Uuml;brigen seit langem als Lobbyinstitut in Sachen demographischer Wandel bekannt. Ich erinnere an eine Studie von Mitte M&auml;rz 2006. Siehe hier die Nachdenkseitenmeldung vom 6. April 2006: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1185#more-1185\">&bdquo;dpa sollte NachDenkSeiten lesen&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>IS\/Syrien<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Angriff auf PKK &ndash; mit unklaren Folgen<\/strong><br>\nDie t&uuml;rkische Luftwaffe hat offenbar PKK-Stellungen im S&uuml;dosten des Landes bombardiert. Das k&ouml;nnte den vor zwei Jahren begonnenen Friedensprozess gef&auml;hrden. PKK-Chef Bayik nennt die Politik der Regierung in Ankara eine &ldquo;Kriegserkl&auml;rung&rdquo;&hellip;<br>\nZuvor soll die kurdische Untergrundorganisation PKK drei Tage lang einen Milit&auml;rposten in der Provinz Hakkari nahe der irakischen Grenze beschossen haben. Zahlen &uuml;ber Opfer auf beiden Seiten liegen nicht vor&hellip;<br>\nDie PKK wirft der T&uuml;rkei vor, dem Kampf um die syrisch-kurdische Stadt Kobane tatenlos zuzusehen und ein Blutbad in Kauf zu nehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/pkk-tuerkei-103.html\">tagesschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Gibt es eine Chance f&uuml;r eine UN-Truppe gegen den IS?<\/strong><br>\nDie Terrormilizen des sogenannten Islamischen Staat (IS) haben bereits Zehntausende Menschen get&ouml;tet oder vertrieben und eine Fortsetzung dieser Verbrechen angek&uuml;ndigt. &Uuml;ber die Bedrohung durch den IS besteht unter den 193 UNO-Staaten fast vollst&auml;ndiger Konsens, wie die Debatten und Entscheidungen der Generalversammlung und des Sicherheitsrates im September gezeigt haben. Als erfolgversprechende milit&auml;rische Mittel zur Bek&auml;mpfung der IS-Milizen &uuml;ber die derzeitigen Luftschl&auml;ge hinaus gilt eine vom UNO-Sicherheitsrat mandatierte UN-Truppe, im Idealfall unter Beteiligung von Truppenverb&auml;nden aus allen f&uuml;nf Vetom&auml;chten USA, China, Russland, Frankreich und Gro&szlig;britannien. Doch weil sie aus innenpolitischen Gr&uuml;nden vor der Entsendung eigener Soldaten zur&uuml;ckschrecken, erkl&auml;rten die Regierungen in Berlin und anderen westlichen Hauptst&auml;dten bislang, eine Zustimmung des Sicherheitsrats zu einem solchen Mandat sei chancenlos. Begr&uuml;ndet wird dies mit dem Verweis auf die seit &uuml;ber drei Jahre anhaltende Blockade des UN-Sicherheitsrats im Syrienkonflikt und mit der Prognose, Russland und China w&uuml;rden eine solche UN-Truppe per Veto verhindern.<br>\nDas ist allerdings keineswegs sicher und k&ouml;nnte zumindest durch einen konkreten Resolutionsvorschlag im Sicherheitsrat getestet werden. Zwar verhindern die kontr&auml;ren Vorstellungen der f&uuml;nf Vetom&auml;chte &ndash; insbesondere der USA und Russlands &ndash; zur politischen Zukunft Syriens ein gemeinsames Handeln des Sicherheitsrats zur Beendigung des syrischen B&uuml;rgerkrieges. Doch mit Blick auf die Bedrohung durch den IS gibt es eine Schnittmenge gemeinsamer Interessen. Das zeigt nicht zuletzt die vorbehaltlose Zustimmung Russlands und Chinas zu dem am 24. September vom Sicherheitsrat verabschiedeten Resolutionsentwurf der USA zur Bek&auml;mpfung des IS.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2014%2F10%2F14%2Fa0090&amp;cHash=4f31416403af07d86ed06489ba950860\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>IS gibt Versklavung Tausender Frauen zu<\/strong><br>\nTausende irakische Frauen und Kinder werden vermisst. Im englischsprachigen Propagandamagazin der Gruppe hei&szlig;t es, dass den Beh&ouml;rden des IS ein F&uuml;nftel der Gefangenen zugesprochen worden sei &ndash; sozusagen als staatliche Kriegsbeute. So habe es schlie&szlig;lich schon der Prophet Mohammed bei seinen Eroberungsz&uuml;gen gehalten. Die restlichen Frauen und Kinder seien unter den M&auml;nnern verteilt worden, die an dem Feldzug gegen die Jesiden teilgenommen hatten. Das IS-Propagandaheft rechtfertigt die Wiedereinf&uuml;hrung von Sklaverei auf besonders frauenverachtende Weise. &ldquo;Mehrere zeitgen&ouml;ssische Islamgelehrte sagen, dass das Ende der Sklaverei zu einer Zunahme von unzul&auml;ssigen sexuellen Aktivit&auml;ten (Ehebruch, Unzucht et cetera) gef&uuml;hrt hat.&rdquo; Ein Mann, der sich noch keine Ehe mit einer Frau leisten k&ouml;nne, habe schlichtweg keine Scharia-konforme Sexalternative, schreibt das IS-Magazin. Nun aber k&ouml;nne der Mann auch au&szlig;erhalb der Ehe legalen Geschlechtsverkehr haben, denn, so die krude Logik der Dschihadisten: Sex mit einer Sklavin sei erlaubt, mit der Freundin jedoch nicht. &Auml;hnlich absurd ist auch die Empfehlung f&uuml;r verheiratete M&auml;nner: Das Hausm&auml;dchen zu missbrauchen, sei kein feiner Zug &ndash; es sei denn, es handele sich dabei um eine Sklavin. Der IS verh&auml;lt sich gegen&uuml;ber den Jesiden, den schiitischen Turkmenen im Irak und den schiitischen Schabak besonders grausam. Festgenommene M&auml;nner wurden hingerichtet, Frauen und Kinder als Kriegsbeute versklavt und verkauft. Gl&auml;ubige dieser Gruppen gelten gewisserma&szlig;en als vogelfrei &ndash; anders als etwa Juden oder Christen, die unter bestimmten Bedingungen toleriert werden. Christen k&ouml;nnen theoretisch in IS-kontrollierten Gebieten bleiben, solange sie Schikanen wie etwa eine Sondersteuer und den Status als Menschen zweiter Klasse akzeptieren. Tats&auml;chlich aber sind die irakischen und syrischen Christen l&auml;ngst vor dem IS geflohen und lie&szlig;en all ihr Hab und Gut zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/is-islamischer-staat-verschleppt-frauen-als-sklavinnen-a-996814.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Spiegel deutet an, dass der sogenannte IS sich mit diesem englischsprachigen Text rechtfertigen m&ouml;chte. Ist aber nicht auch denkbar, dass es sich um eine Werbeaktion handelt, die sich an eine unreife, nicht gefestigte, frustrierte M&auml;nnlichkeit im Westen wendet, die ihre Allmachtsphantasien beim IS ausleben kann?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Jeremy Scahill on Obama&rsquo;s Orwellian War in Iraq: We Created the Very Threat We Claim to be Fighting<\/strong><br>\nAs Vice President Joe Biden warns it will take a &ldquo;hell of a long fight&rdquo; for the United States to stop militants from the Islamic State in Iraq and Syria, we speak to Jeremy Scahill, author of the book, &ldquo;Dirty Wars: The World is a Battlefield.&rdquo; We talk about how the U.S. invasion of Iraq in 2003 that helped create the threat now posed by the Islamic State. We also discuss the role of Baathist forces in ISIS, Obama&rsquo;s targeting of journalists, and the trial of four former Blackwater operatives involved in the 2007 massacre at Baghdad&rsquo;s Nisoor Square. (&hellip;)<br>\nTo talk more about the crisis in the Middle East, we&rsquo;re joined by Jeremy Scahill, who first reported from inside Iraq before the 2003 U.S. invasion. He&rsquo;s co-founder of the TheIntercept.org and author of the book Dirty Wars: The World is a Battlefield. The paperback version of the book has just been published. (&hellip;)<br>\nWhen the Khorasan group popped out of nowhere, and we were told, like, this is the greatest threat&mdash;in fact, on NBC News, there was a fantastic&mdash;Brian Williams, when he was announcing, you know, the new, latest, greatest threat&mdash;trademark&mdash;he had a graphic next to him that just said &ldquo;the new enemy.&rdquo; And it&rsquo;s like we could just take a picture of that, and every year or&mdash;apparently now it&rsquo;s going to be every two or three months&mdash;we can just have Brian Williams there with &ldquo;the new threat.&rdquo; It could become an annual holiday in this country where we just celebrate whatever new war is going to give Lockheed Martin and Boeing and all these companies tremendous profits.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.democracynow.org\/2014\/10\/3\/jeremy_scahill_on_obamas_orwellian_war\">Democracy Now!<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gernot Erler: &bdquo;Wladimir Putin hat Russland unberechenbar gemacht&ldquo;<\/strong><br>\nF&uuml;nf Fragen an den Russlandkoordinator der Bundesregierung<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/kommentar\/artikel\/gernot-erler-wladimir-putin-hat-russland-unberechenbar-gemacht-623\/\">IPG<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Gernot Erlers politische Strategie im Umgang mit Russland ist mit dieser Personalisierung quasi auf den Hund gekommen. Bei Jelzin, ja da wusste man noch, dass man Russland ungestraft auspl&uuml;ndern kann. Jetzt ist das etwas schwieriger. Russland ist unberechenbar!<\/em><br>\n<em>Andreas von B&uuml;low, fr&uuml;her einmal wie auch ich Kollege von Gernot Erler, hat in den auf das Interview folgenden Kommentaren eine wichtige Erg&auml;nzung zur Unberechenbarkeit Russlands unter Putin hinzugef&uuml;gt. Siehe unten.<\/em><br>\n<em>Das Interview Gernot Erlers enth&auml;lt in den Antworten auf die vierte und f&uuml;nfte Frage interessante Hinweise darauf, auf was es der Gro&szlig;en Koalition bei ihrem Ruf nach Berechenbarkeit ankommt. Sie m&ouml;chte, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, &bdquo;neue Formen des zivilgesellschaftlichen Dialogs mit Russland ins Leben rufen und die bilateralen Kontakte zu Vertretern der neuen russischen Mittelschicht und Zivilgesellschaft intensivieren&ldquo;. Das sollen wohl auch &bdquo;Vertreter der deutschen Zivilgesellschaft&ldquo; besorgen.<\/em><br>\n<em>Was ist damit gemeint? Zun&auml;chst ist es verquastes Zeug, so empfinde ich Erlers Antworten. Man k&ouml;nnte aber auch auf die Idee kommen, dass dahinter so genannte zivilgesellschaftliche Aktivit&auml;ten zur Demokratisierung bzw. Destabilisierung Russlands stecken, wie sie im Falle der Ukraine betrieben worden sind und von den USA mit 5 Milliarden $ finanziert wurden. Der Petersburger Dialog wurde offensichtlich verschoben, weil Putin die Reaktion auf solche Aktivit&auml;ten der &bdquo;Zivilgesellschaft&ldquo; unberechenbar hat werden lassen.<\/em><\/p>\n<p><em>Andreas von Buelow schrieb am 14.10.2014:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\n<em>&bdquo;Putin scheint mir berechenbarer zu sein als Obama mit seiner Staatssekret&auml;rin des State Departmens, die der EU ein fr&ouml;hliches Fucking zuruft zugleich jedoch stolz ist, die Ukraine bislang mit 5 Milliarden Dollar im amerikanischen Sinne destabilisiert zu haben. Amerika und in seinem Gefolge die Mannschaft europ&auml;ischer Au&szlig;enminister hat sich von den seinerzeitigen Zusagen gel&ouml;st. Warum schl&auml;gt die westliche Politik die Mahnungen von Baker, Genscher, Kohl, Bahr, Dohnanyi, Pleitgen und Schmalz Jakobsen in den Wind. Die Sowjetunion hat mit gro&szlig;em Mut und viel Naivit&auml;t einen in die Knochen gehenden H&auml;utungsprozess in die Wege geleitet, hat auf die Zusage gesetzt, die vorauszusehende immer noch anhaltende Schw&auml;chephase nicht auszunutzen. Statt dessen versuchen die USA &uuml;ber Georgien und die Ukraine dem B&auml;r auf den Pelz zu r&uuml;cken, ihm vor den Hinterhof Raketenabschussrampen zu setzen und im &Uuml;brigen &uuml;ber Pipeline-Projekte den Gasmarkt streitig zu machen. Putins Handeln war voraussehbar, nach dem US-gest&uuml;tzten Putsch in Kiew zwei Tage nachdem ein europ&auml;ischer Kompromiss gefunden war, fast nicht mehr zu vermeiden. Ich hatte gehofft, wir Deutschen w&uuml;rden durch die &Uuml;berwindung des Ost-West-Konfliktes souver&auml;ner im Umgang mit unserer westlichen Supermacht werden. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>St&auml;dte und Kreise w&uuml;rden gern mehr investieren<\/strong><br>\nDie Kommunen klagen: Zu hohe Sozialausgaben, zu viele Schulden, zu wenig Investitionen. St&auml;dtetag und Landkreistag setzen auf Hilfen von Bund und L&auml;ndern.<br>\nAm Montag legte St&auml;detagspr&auml;sident Ulrich Maly nach. Die Kommunen br&auml;uchten dringend Entlastung, forderte der sozialdemokratische Oberb&uuml;rgermeister von N&uuml;rnberg&hellip;<br>\nEr verwies darauf, dass die Kommunen etwa 60 Prozent der &ouml;ffentlichen Investitionen stemmen&hellip;<br>\nBei den Investitionen (im Schnitt waren es 2013 knapp 280 Euro je Einwohner) liegen die bayerischen Kommunen mit 472 Euro vorn, jene in NRW kommen nur auf ein Drittel dieser Summe. Zwischen 2012 und 2017 (gem&auml;&szlig; den Planungen) steigen die Sachinvestitionen nach dem neuesten Gemeindefinanzbericht von 19,65 Milliarden auf 22,5 Milliarden Euro, ein Plus von 14,5 Prozent. Dagegen rechnet der St&auml;dtetag bei den Sozialausgaben mit einem Zuwachs von knapp 23 Prozent, von 44,4 auf 54,5 Milliarden Euro.<br>\nEs sind vor allem Kommunen mit schwacher Wirtschaft und hohen Sozialausgaben, die in die Schuldenfalle geraten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/die-kommunen-und-ihre-finanzen-staedte-und-kreise-wuerden-gern-mehr-investieren\/10832838.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><strong>Siehe dazu auch: Kommunen beklagen Investitionsstau von 118 Milliarden Euro<\/strong><br>\nAllein f&uuml;r Investitionen in die st&auml;dtischen Verkehrswege fehlten j&auml;hrlich mindestens 2,7 Milliarden Euro. Hinzu k&auml;men aufgeschobene Projekte etwa zur Sanierung von Schulen oder Kinderg&auml;rten&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2014-10\/deutscher-staedtetag-investitionen-milliarden\">Die Zeit<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der Mythos von der Wachstumslokomotive<\/strong><br>\nChina w&auml;chst noch immer um 7,5 Prozent, das ist zumindest das Ziel der dort f&uuml;hrenden kommunistischen Partei. Damit w&auml;chst das Land deutlich st&auml;rker als der Durchschnitt der Weltwirtschaft. China dr&uuml;ckt deshalb angesichts seiner relativ grossen Wirtschaftskraft den  Welt-Wachstumsdurchschnitt nach oben. Dasselbe gilt f&uuml;r Deutschland in Bezug auf Europa. Dessen Wachstum war zumindest in den letzten Jahren deutlich h&ouml;her &ndash; aktuell stagniert es allerdings &ndash; und hat so das Durchschnittswachstum der Eurozone ebenfalls nach oben getrieben. Doch sind die L&auml;nder deshalb Wachstumslokomotiven, wie sie oft und gern genannt werden: Eine Lokomotive ist nicht einfach ein besonders schwerer Wagen, der deshalb das Durchschnittsgewicht der Wagen eines Zuges nach oben treibt. Nat&uuml;rlich gibt es &Uuml;bertragungsmechanismus bei der Art wie ein Land w&auml;chst, das sich auf das Wachstum anderer L&auml;nder auswirkt. Und genau hier liegt der springende Punkt bei unseren Beispielen: Diese &Uuml;bertragungsmechanismen bedeuten sowohl im Fall von China wie von Deutschland nicht, dass andere L&auml;nder mehr, sondern weniger wachsen. Wie das? &hellip; W&auml;hrend die Nettoexporte in China und Deutschland das Wachstum befeuern, ohne im entsprechenden Ausmass der eigenen Bev&ouml;lkerung zugute zu kommen, verdr&auml;ngen sie durch diese Verzichtspolitik Nachfrage bei den Abnehmern Ihrer Nettoexporte . Sie bremsen dort also das Wachstum, statt es &ndash; wie eine Lokomotive &ndash; anzutreiben.<br>\nIn dem Nettoexportl&auml;nder die Ertr&auml;gnisse ihrer Exporte gleich wieder als Kapitalexporte aus dem Land geben oder entsprechend W&auml;hrungsreserven anh&auml;ufen verhindern sie auch den Mechanismus, der sonst f&uuml;r einen Ausgleich sorgen w&uuml;rde: N&auml;mlich die Anpassung der Devisenkurse, denn die W&auml;hrung der Nettoexporteuer w&uuml;rde sonst zulegen, die Exporte dadurch verteuern und die Importe f&uuml;r die Bewohner des Nettoexportlandes verg&uuml;nstigen. Deutschland profitiert nat&uuml;rlich von seiner Mitgliedschaft in der Eurozone . So muss seine Exportwirtschaft ohnehin keine Aufwertung f&uuml;rchten. Kurz: China und Deutschland sind keine Wachstumslokomotiven. Ihre Nettoexport&uuml;bersch&uuml;sse zeugen von einer zu geringen Nachfrage im eigenen Land und sie verdr&auml;ngen Nachfrage in den Importl&auml;ndern. Statt das Wachstum der Weltwirtschaft zu bef&ouml;rdern, bremsen sie es.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.fuw.ch\/nevermindthemarkets\/index.php\/35741\/der-mythos-von-der-wachstumslokomotive\/\">Never Mind The Markets<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ratingagentur S&amp;P stuft Finnland herab<\/strong><br>\nDie Bonit&auml;tsnote werde um eine Stufe auf &bdquo;AA+&ldquo; gesenkt, teilte S&amp;P am Freitag in London mit. Zumindest droht jetzt keine weitere Herabstufung. Die schw&auml;chere Auslandsnachfrage sollte die wirtschaftlichen Aussichten belasten, schreibt S&amp;P. Diese w&uuml;rden zudem durch strukturelle Probleme und die demografische Entwicklung gedr&uuml;ckt. Das Wirtschaftswachstum d&uuml;rfte auch in den kommenden Jahren unter dem vergleichbarer Volkswirtschaften liegen. Finnland ist laut S&amp;P zudem st&auml;rker als andere L&auml;nder durch die wirtschaftliche Schw&auml;che Russlands betroffen. Exporte nach Russland machen zehn Prozent der Gesamtexporte aus. Hinzu komme die Schw&auml;che der Eurozone. Das niedrigere Wachstum und die schw&auml;cher Binnennachfrage sollten die Konsolidierung des Staatshaushalts erschweren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/nobelpreistraeger-jean-tirole-er-machte-das-telefon-und-fliegen-billig-13205934.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sollte Finnland tats&auml;chlich Schwierigkeiten bekommen, den Staatshaushalt zu konsolidieren, k&ouml;nnte Deutschland das Land verlieren, das bisher als einziges offen Deutschlands Veto gegen immer gr&ouml;&szlig;ere Eurorettungsfonds und die Politik der Europ&auml;ischen Zentralbank unterst&uuml;tzte. Pikant ist, dass der Finne Jyrki Katainen als k&uuml;nftiger Vizepr&auml;sident der Europ&auml;ischen Kommission dar&uuml;ber wachen soll, dass der designierte W&auml;hrungskommissar Pierre Moscovici, ein Franzose, die Pr&uuml;fung der nationalen Budgets auch wirklich ernst nimmt. &ndash; Allerdings ist sp&auml;testens nach dem russischen Importstopp f&uuml;r westliche Agrarg&uuml;ter klar, dass neben Litauen  Finnland in besonderer Weise betroffen sein w&uuml;rde. Ein Drittel der finnischen Agrarexporte ging nach Russland. Allerdings kommen noch andere Faktoren hinzu. So konnte das bisherige Aush&auml;ngeschild des Landes, der Handypionier Nokia, nicht mit Apple und Google mithalten und verkaufte schlie&szlig;lich  das Mobiltelefongesch&auml;ft an Microsoft. So meinte Premier Alexander Stubb zur Herabstufung der Kreditw&uuml;rdigkeit Finnlands durch S&amp;P: &ldquo;Man k&ouml;nnte sagen, das iPhone hat Nokia vernichtet &ndash; und das iPad die finnische Papierindustrie&rdquo;. Durch die Digitalisierung sei der Papierbedarf in Europa gesunken, was wiederum bei Firmen wie UPM-Kymmene und Stora Enso deutliche Spuren hinterl&auml;sst. Nun, so Stubb, m&uuml;sse sich sein Land neu erfinden. Ob allerdings die geplante Reform des Sozial-, Renten- und Kommunalsystems den Output-Verlust bei Finnlands Holz- und Papierindustrie und seiner Elektronikindustrie wettmachen kann, darf bezweifelt werden. Das derzeitige Bruttoinlandsprodukt ist etwa um sechs Prozent niedriger als im Jahr 2008.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ruf nach Konjunkturhilfen: Wachstum auf Pump &ndash; geht das?<\/strong><br>\nDie konjunkturellen Aussichten verd&uuml;stern sich, die Fr&uuml;hjahrsprognosen sind &uuml;berholt. Die deutsche Wirtschaft sei in einem &ldquo;au&szlig;enwirtschaftlich schwierigen Fahrwasser&rdquo;, so Gabriel. Zwar betonte der Minister, Deutschland befinde sich dennoch auf Wachstumskurs. Besch&auml;ftigung und L&ouml;hne stiegen, die Arbeitslosigkeit gehe weiter zur&uuml;ck. Es gebe deshalb keinerlei Grund, wie die Institute die &ldquo;ber&uuml;hmte schwarze Null&rdquo; infrage zu stellen &ndash; also das Ziel eines Haushalts ohne Neuverschuldung.<br>\nGabriels Genossen sehen das zum Teil jedoch ganz anders. Parteivize Ralf Stegner forderte bereits, die schwarze Null zugunsten h&ouml;herer Investitionen aufzugeben. Sch&uuml;tzenhilfe erhielt er unter anderem vom Finanzexperten Carsten Schneider, der im Fall einer weiteren Verschlechterung f&uuml;r ein &ldquo;gro&szlig; angelegtes kommunales Investitionsprogramm&rdquo; pl&auml;dierte. Klingt irgendwie vertraut? Kein Wunder, schlie&szlig;lich ist es noch nicht allzu lange her, dass in Deutschland Wachstumsprogramme aufgelegt wurden. Im Kampf gegen die Finanzkrise schn&uuml;rte die Gro&szlig;e Koalition zwischen 2008 und 2009 zwei Konjunkturpakete im Umfang von insgesamt 62 Milliarden Euro. Angesichts eines Wachstumseinbruchs um f&uuml;nf Prozent stie&szlig;en die Ma&szlig;nahmen damals auf viel Zuspruch. Unumstritten ist auch, dass sie den Absturz zumindest abfederten. Eine m&ouml;gliche Neuauflage sehen &Ouml;konomen dennoch skeptisch &ndash; und das nicht nur wegen der bislang deutlich weniger dramatischen Lage.<br>\nIm Herbstgutachten pl&auml;dieren D&ouml;hrn und seine Kollegen vor allem daf&uuml;r, die Wirtschaft durch steuerliche Anreize anzukurbeln. Der RWI-Wissenschaftler schl&auml;gt unter anderem den Abbau der sogenannten kalten Progression und die Wiedereinf&uuml;hrung der degressiven Abschreibung f&uuml;r Unternehmen vor. &ldquo;Das sind Schritte, die keinen gro&szlig;en Vorlauf brauchen und schnell wirken.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/konjunktur-investitionsprogramme-werden-wieder-zum-thema-a-997167.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Oh mei, der Spiegel wird seinem Ruf als neoliberalen Propagandaorgan mit diesem Artikel wieder mehr als gerecht. Eine sachliche und hintergr&uuml;ndige Auseinandersetzung mit den katastrophalen Folgen der fortgesetzten Austerit&auml;tspolitik sucht man vergeblich. Stattdessen werden die neoliberalen Latrinenparolen aus der sogenannten Gemeinschaftsdiagnose der marktradikalen Wirtschaftsforschungsinstituten wiedergek&auml;ut. Aber die blinden Ideologen aus RWI, Hamburger Weltwirtschaftsinstitut, Ifo und ihre Apologeten in der Redaktion des Spiegel begreifen es nie mehr. Man kann die Unternehmenssteuern auch auf Null senken, wenn die Nachfrage fehlt werden die Unternehmen nicht investieren. Was von dem sogenannten Herbstgutachten zu halten ist l&auml;sst sich dezidiert hier nachlesen: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/die-gemeinschaftsdiagnose-ein-dokument-des-versagens-auf-allen-ebenen\/\">Die Gemeinschaftsdiagnose &ndash; Ein Dokument des Versagens auf allen Ebenen<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck: Auf finanzialisierten M&auml;rkten fallen die &Ouml;lpreise wie die Aktienkurse &ndash; alle anderen Erkl&auml;rungen sind Schall und Rauch<\/strong><br>\nDieser Tage kann man &uuml;berall auf den Finanzseiten der Gazetten wieder das lustige Spiel beobachten, das da hei&szlig;t &bdquo;Wir erkl&auml;ren den R&uuml;ckgang des &Ouml;lpreises mit harten Fakten&ldquo;. Wenn der &Ouml;lpreis f&auml;llt, dann muss das ja in den Augen eines &bdquo;gut ausgebildeten&ldquo; Wirtschaftsredakteurs mit Angebot und\/oder Nachfrage nach &Ouml;l zu tun haben. Folglich bedeutet ein R&uuml;ckgang der Preise, dass es zu viel Angebot und\/oder zu wenig Nachfrage gibt. Also macht man sich flugs daran, die Argumente zusammenzukratzen, die f&uuml;r das eine und\/oder das andere sprechen.<br>\nDa staunt man zun&auml;chst schon deswegen, weil es doch zu den feststehenden Glaubenss&auml;tzen der vergangenen Jahre geh&ouml;rte, dass China und andere Entwicklungsl&auml;nder ungeheuer &ouml;ldurstig seien, der oil peak (also das absolute Maximum der t&auml;glichen Produktion) ganz nah sei und die Produktion schon jetzt immer teurer werde. Jetzt aber wird sogar die leichte Verlangsamung der Weltkonjunktur mit lockerer Hand als Argument f&uuml;r sinkende Nachfrage herangezogen, obwohl die Weltwirtschaft doch nach allen Sch&auml;tzungen, die vorliegen, auch in diesem Jahr absolut weiter wachsen wird und damit auch die Nachfrage nach &Ouml;l. China wird sogar um mehr als sieben Prozent zulegen. Wie kann da leichte Verunsicherung &uuml;ber Europa oder Deutschland dazu f&uuml;hren, dass die Nachfrage nach &Ouml;l absolut sinkt?<br>\nWarum das so ist, haben wir hier schon einige Male vorgef&uuml;hrt, zuletzt im Anschluss an die Diskussion bei der Deutschen Bank &uuml;ber den Einfluss der Finanzm&auml;rkte auf die Rohstoffpreise. Verunsicherung macht sich in der Tat breit, aber das hat nichts mit der konkreten Nachfrage nach und dem Angebot an &Ouml;l zu tun. Genau wie an den Aktienm&auml;rkten sind es allein die Erwartungen und darauf folgende rein finanzielle Transaktionen, die den Preis bestimmen. Ich habe den Einfluss von finanziellen &bdquo;Investoren&ldquo; vor einem halben Jahr wie folgt erkl&auml;rt:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/auf-finanzialisierten-maerkten-fallen-die-oelpreise-wie-die-aktienkurse-alle-anderen-erklaerungen-sind-schall-und-rauch\/\">Flassbeck Economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Wallstreets faule Tricks<\/strong><br>\nAm Mittwoch nach B&ouml;rsenschluss hat Alcoa die Saison der US-Unternehmensabschl&uuml;sse zum dritten Quartal er&ouml;ffnet. Bereinigt um Sonderfaktoren hat der Alu-Riese einen Gewinn pro Aktie von 31 Cent erzielt. Analysten hatten 23 Cent prognostiziert. Wenn ein Unternehmen so wie Alcoa die Gewinnsch&auml;tzungen &uuml;bertrifft, wird das oft als Indiz f&uuml;r einen robusten Gesch&auml;ftsgang bezeichnet und als solide Leistung gewertet. Nur selten erw&auml;hnt wird dabei jedoch, dass die Analysten ihre Prognosen im Vorfeld der Berichtssaison meist deutlich nach unten korrigieren und die Messlatte damit bewusst tief ansetzen. Wie der Chart von Bianco Research zeigt, haben dadurch zum Beispiel w&auml;hrend der Berichtssaison zum zweiten Quartal ann&auml;hernd 70% der Konzerne aus dem S&amp;P 500 die Prognosen &uuml;bertroffen. Anders s&auml;he es allerdings aus, wenn man die Unternehmen an den Vorgaben gemessen h&auml;tte, die Analysten rund 120 Tage vorher aufgestellt hatten: Verglichen mit diesem Zeitpunkt h&auml;tte lediglich etwas mehr als die H&auml;lfte der S&amp;P-500-Konzerne die Erwartungen &uuml;bertroffen. Das gleiche Spiel zeichnet sich f&uuml;r die aktuelle Berichtssaison ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fuw.ch\/article\/der-chart-des-tages-402\/\">FuW<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist noch gar nicht so lange her, als uns in den Lehrb&uuml;chern noch eingetrichtert wurde, dass der Aktienhandel an der B&ouml;rse (neben Wochenm&auml;rkten und Auktionen) dem vollkommenen Markt &ndash; dem idealen Markt der Wirtschaftstheorie &ndash; am n&auml;chsten k&auml;me.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Wirtschaftsforschungsinstitute verbreiten unwissenschaftliche Arbeitgeberpropaganda<\/strong><br>\nEs ist schlimm genug, aber unter &Ouml;konomen leider normal, dass die &bdquo;f&uuml;hrenden&ldquo; Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer Gemeinschaftsdiagnose L&ouml;hne und Renten ausschlie&szlig;lich unter dem Kostenaspekt sehen und verunglimpfen, als sei der Zweck des Wirtschaftens nicht, den Menschen Konsumm&ouml;glichkeiten zu er&ouml;ffnen &ndash; und zwar nicht nur dem oberen Prozent. Der Postillion hat das wunderbar persifliert (&bdquo;Studie: Lohnzahlungen verursachen Milliardensch&auml;den&ldquo;) Richtig schlimm ist aber, dass die angeblich f&uuml;hrenden &Ouml;konomen des Landes in ihren wirtschaftspolitischen Empfehlungen (S. 58 ff)  derart schamlos alle intellektuelle Redlichkeit &uuml;ber Bord werfen und Dinge feststellen und fordern, die beim besten Willen nicht zusammenpassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/index.php\/de\/newsblog2\/27-german\/news\/137-gemeinschaftsdiagnose#1-weiterlesen\">Norbert H&auml;ring<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Steuerpolitik: Dublin schafft den doppelten Iren ab<\/strong><br>\nDer irische Finanzminister hielt am Dienstag im D&aacute;il &Eacute;ireann, dem Parlament in Dublin, seine Haushaltsrede und legte dar, wie es im kommenden Jahr mit den Staatsfinanzen weitergeht. Und er verk&uuml;ndete das Ende f&uuml;r eine umstrittene Steuerspar-Konstruktion: &ldquo;Ich schaffe f&uuml;r Firmen die M&ouml;glichkeit ab, den Double Irish zu nutzen&rdquo;, sagte der Politiker der konservativen Regierungspartei Fine Gael. In Irland ist die Steuerrate auf Gewinne mit 12,5 Prozent ohnehin niedrig, was es attraktiv f&uuml;r Firmen macht, sich dort niederzulassen und m&ouml;glichst viel von ihren weltweiten Profiten zu irischen T&ouml;chtern zu verschieben. Der Double Irish verringert die Steuerlast noch weiter. Und das geht so: Unternehmen m&uuml;ssen zwei Gesellschaften in Irland registrieren. Die eine wird auch aus Irland gef&uuml;hrt; bei ihr l&auml;sst der Konzern viele seiner Gewinne auflaufen, etwa indem die Firma von Schwesterfirmen weltweit Lizenzgeb&uuml;hren f&uuml;r Patente kassiert. Daneben gibt es die zweite irische Gesellschaft, die aber auf dem Papier von Managern in einem Steuerparadies wie Bermuda kontrolliert wird. An diese zweite Firma leitet die erste den Gro&szlig;teil ihrer unversteuerten Erl&ouml;se weiter. Dort fallen darauf kaum Steuern an. Damit Dublins Finanzbeh&ouml;rden mitspielen, schlie&szlig;t der Konzern eine Vereinbarung, dass ein kleiner Teil der Einnahmen in Irland bleibt und mit 12,5 Prozent versteuert wird. &ndash; Minister Noonan k&uuml;ndigte aber eine neue Steuersubvention an. Dank ihr bleiben demn&auml;chst Patenteinnahmen gr&ouml;&szlig;tenteils abgabenfrei. Zuletzt hatte Gro&szlig;britannien einen &auml;hnlichen Steuerrabatt eingef&uuml;hrt. Irland m&uuml;sse auf diese Konkurrenz reagieren, sagte Noonan.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/steuerpolitik-dublin-schafft-den-doppelten-iren-ab-1.2173129\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da werden Unternehmen wie Facebook das Bonbon aufgreifen und schnellst m&ouml;glich ihre Patentrechte innerhalb der Unternehmen nach Irland verlagern. Die Trickserei nimmt kein Ende.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Staatlicher Taschendiebstahl? &ndash; Nein Danke!!<\/strong><br>\nLisa M&uuml;ller, alleinstehend, keine Kinder, bekommt einen Lohn von 8,50 Euro, der dem ab 1.1.2015 geltenden gesetzlichen Mindestlohn entspricht. Sie hat eine 38,5-Stundenwoche und bekommt monatlich 1.419 Euro brutto und 1.048 Euro netto. Lisa wohnt in Frankfurt und zahlt f&uuml;r ihre Zwei-Zimmer-Wohnung 390 Euro warm.<br>\nIrgend jemand macht sie darauf aufmerksam, dass sie Hartz IV beantragen k&ouml;nne. Sie kann es kaum glauben und l&auml;sst es ausrechnen. 391 Euro betr&auml;gt ihr Regelsatz. Die Warmmiete ist in Frankfurt angemessen. Sie hat also einen Gesamtbedarf von 781 Euro. Ihr anrechenbares Einkommen betr&auml;gt aber nicht 1.048 Euro, sondern nur 748 Euro, weil sie &uuml;ber 1.200 Euro brutto verdient und deswegen einen Freibetrag f&uuml;r Erwerbst&auml;tigkeit von 300 Euro hat. Lisa hat einen Anspruch auf 33 Euro Hartz IV.<br>\nSie reibt sich die Augen. Das Finanzamt zieht ihr 76 Euro Lohnsteuer ab und sie kann vom JobCenter deshalb 33 Euro Hartz IV bekommen? Sie wird zur Hartz-IVEmpf&auml;ngerin, weil sie Steuer auf ihren Mindestlohn zahlen muss! Absurd!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.klartext-info.de\/\">Klartext<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Das promovierte Prekariat<\/strong><br>\nViele in der Republik sind zu Recht erfreut &uuml;ber den geplanten Mindestlohn von 8,50 Euro. Viele Hungerl&ouml;hne aber werden bleiben &ndash; und einfach verschwiegen: weil die Betroffenen individualisiert und miserabel organisiert sind, weil die Gewerkschaften sich nicht darum k&uuml;mmern, und weil die Institutionen, die eine F&uuml;rsorgepflicht h&auml;tten, kl&auml;glich versagen. Die Rede ist von 90 000 wissenschaftlichen Lehrbeauftragten an den Universit&auml;ten und Fachhochschulen. Sie schultern zwischen 30 und 40 Prozent des curricular vorgeschriebenen Lehrdeputats. Sie erm&ouml;glichen die oft kaum zu schaffende Erf&uuml;llung der vorgeschriebenen Studienanforderungen. Kurz: Sie sind unverzichtbar f&uuml;r die Aufrechterhaltung des Lehrbetriebs. Aber sie werden behandelt wie der letzte Dreck.<br>\nViele dieser Lehrbeauftragten arbeiten zum Nulltarif. Sie d&uuml;rfen sogar oft Kopien und Lehrmaterialien noch selbst bezahlen. Viele arbeiten zu einem gestaffelten Stundensatz zwischen 20 und 60 Euro &ndash; die gro&szlig;e Mehrheit der Honorarvertr&auml;ge kreist um 25 Euro pro Stunde. Nat&uuml;rlich sind die Vorbereitungs- und Beratungszeiten je nach Fach verschieden. Eine Spanisch-Dozentin wird mit weniger Vorbereitungszeiten auskommen als ein Lehrbeauftragter in Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie. Doch ein promovierter Historiker zum Beispiel, der ein Seminar zur &ldquo;sozialwissenschaftlichen Debatte zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs&rdquo; anbietet, muss vorher 30 bis 40 B&uuml;cher und rund 50 Aufs&auml;tze lesen &ndash; das sind ungef&auml;hr 300 Stunden Lesezeit. Es kommen Vorbereitungen zu den Lehrveranstaltungen hinzu und Betreuungsleistungen f&uuml;r Seminararbeiten. Bei einem Honorar &uuml;ber 700 Euro pro Semester landet dieser Historiker bei einem Stundenlohn von zwei Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bildung\/bezahlung-von-wissenschaftlern-das-promovierte-prekariat-1.2160695\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Und so ruft Peter Grottian am Ende dieses deprimierenden Artikels zurecht aus: &ldquo;Der Mindestlohn, liebe Arbeitsministerin Nahles, ist ein guter Anfang. Aber diejenigen, die unter die R&auml;der geraten, sieht die SPD so recht auch nicht. Lehrbeauftragte &ndash; so hei&szlig;t es lapidar &ndash; haben keinen Arbeitnehmerstatus. Formal trifft das zu. In der Sache aber ist das voll daneben.&rdquo; Wer jetzt meint, es ginge nur eine ausk&ouml;mmliche Bezahlung, irrt. Es geht um viel mehr: Um die Qualit&auml;tssicherung universit&auml;rer Ausbildung und Forschung. &ldquo;Ein Mittelbau mit Eigensinn und Kreativit&auml;t ist in der professorenfixierten Universit&auml;t nicht mehr wirklich gewollt&rdquo; schreibt Grottian. Nat&uuml;rlich kosten die von ihm vorgeschlagenen L&ouml;sungen Geld.  Aber die von Bundeskanzlerin Angela Merkel &ldquo;mit Posaunen ausgerufene Bildungsrepublik&rdquo; gibt es nicht zum Nulltarif.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Privatisierungsreport: Propaganda und Produktwerbung. Wie Unternehmen mit kostenlosen Unterrichtsmaterialien Einfluss auf Schulen aus&uuml;ben<\/strong><br>\nWirtschafts- und Finanzverb&auml;nde, Privatunternehmen, Stiftungen, Vereine und sonstige Lobbygruppen versuchen in den letzten Jahren immer st&auml;rker, die Lerninhalte in Schulen zu beeinflussen. Eine wichtige Rolle beim &bdquo;Kampf um die K&ouml;pfe&ldquo; junger Menschen spielen kostenlose Unterrichtsmaterialien. Die neue Ausgabe der GEW-Reihe Privatisierungsreport tr&auml;gt dazu zahlreiche Beispiele zusammen, die einen Einblick geben in diesen unregulierten und un&uuml;bersichtlichen Markt.<br>\nDer neue Privatisierungsreport beleuchtet auch die Interessen und Strategien von Unternehmen und Wirtschaftsverb&auml;nden bei der Verteilung von Unterrichtsmaterial. Diese liegen teilweise in schlichter Werbung, gehen aber mitunter weit dar&uuml;ber hinaus. Ein gesondertes Kapitel widmet sich den Akteuren und ihren Netzwerken. Und schlie&szlig;lich kommen die Kritiker dieser Entwicklung zu Wort: Wissenschaftler, Verb&auml;nde, Verbrauchersch&uuml;tzer und nicht zuletzt die GEW. Wir freuen uns, wenn die Kolleginnen und Kollegen durch die Brosch&uuml;re ermuntert werden, genauer hinzuschauen: Von wem stammen die Materialien? Wer bezahlt sie? Und welche Interessen stecken &ndash; offen oder verdeckt &ndash; dahinter?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Binaries\/Binary109439\/PrivaReport_15_web.pdf\">GEW [PDF &ndash; 689 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die Neugier des BND kennt keine Grenzen<\/strong><br>\nWie weit darf ein Geheimdienst gehen, wie gro&szlig; darf seine Neugier sein? Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Thema zeigte am Donnerstag, dass die Neugier des Bundesnachrichtendienstes (BND) sehr gro&szlig; ist &ndash; gr&ouml;&szlig;er als die der alles aussp&auml;henden National Security Agency (NSA). Denn der BND sp&auml;ht nicht nur die Freunde und Bekannten von Terrorverd&auml;chtigen aus, sondern auch deren Freunde und die Freunde der Freunde und die Freunde der Freunde der Freunde. Und damit Millionen Menschen. Die vom Ausschuss vorgeladene Zeugin &ldquo;Dr. F.&rdquo;, die als Datenschutzbeauftragte beim BND arbeitet, sagte dem Protokoll von netzpolitik.org zufolge auf die Frage, wie weit die Analyse geht: &ldquo;Das geht bis in die vierte und f&uuml;nfte Ebene der Kontakte.&rdquo; &ldquo;Dr. F.&rdquo; betonte zwar, der BND sei ein Auslandsgeheimdienst und sein Ziel nicht das Inland. Aber bei f&uuml;nf Ebenen sind staatliche Grenzen schnell &uuml;berwunden. Es gibt eine Theorie, nach der es nur sechs Kontaktebenen braucht, um jede Person auf der Welt zu erreichen. Dieses sogenannte Kleine-Welt-Ph&auml;nomen beschreibt, wie eng vernetzt Menschen weltweit sind und wie kurz die Kette der n&ouml;tigen Kontakte ist, um Unbekannte zu finden. Die Analyse durch VERAS erfolgt heimlich, ihre Streubreite ist enorm. Trotzdem interessiert sich die Datenschutzbeauftragte des BND offenbar nicht f&uuml;r die Auswirkungen. Sie pr&uuml;fe zwar jede Bitte der BND-Abteilungen, eine weitere Ebene in den Kontaktdaten analysieren zu d&uuml;rfen, sagte sie. Bei der Pr&uuml;fung spiele die Zahl der dadurch Verd&auml;chtigen aber keine Rolle. Es gehe lediglich darum, ob eine weitere Analyse erforderlich sei, um den Sachverhalt aufzukl&auml;ren. Das Ganze klang nicht so, als habe sie schon einmal eine solche Bitte abgelehnt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2014-10\/bundesnachrichtendienst-5-ebenen-ueberwachung\/komplettansicht\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sippenhaftung in modernen Zeiten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Oh, wie b&ouml;s ist das System<\/strong><br>\nReichsb&uuml;rger, Montagsdemonstranten, NPD und jetzt auch Xavier Naidoo: Was heute Systemkritik hei&szlig;t, ist oft kaum mehr als eine organisierte Denkverweigerung.<br>\nIn den achtziger Jahren konnte man mit wohl temperierter Systemkritik noch staatszersetzende &Auml;ngste sch&uuml;ren. Sp&auml;testens seit der Finanzkrise ist radikale Systemkritik indes im Mainstream angekommen. Aber was heute bisweilen unter diesem Namen l&auml;uft, offenbart sich oft nur als die Fortsetzung des Wahnsinns mit anderen Mitteln. Das hat beispielsweise Xavier Naidoo gerade gezeigt. [&hellip;]<br>\nDas ist nat&uuml;rlich umso bedauerlicher, wenn man bedenkt, dass tats&auml;chliche Systemkritik heute dringlicher w&auml;re denn je. Ungerechte Verm&ouml;gensverteilung, inhumane Fl&uuml;chtlingspolitik, voranschreitende Klimaerw&auml;rmung oder geheimdienstliche Total&uuml;berwachung, das alles g&auml;be Anlass genug. Doch bei einer Systemkritik, die den Namen verdient, m&uuml;sste am Anfang zun&auml;chst einmal die banale wie entscheidende Einsicht stehen, dass sp&auml;tkapitalistische Demokratien zwar nat&uuml;rlich &uuml;ber machtpolitische Knotenpunkte verf&uuml;gen, aber dennoch kein wirkliches Zentrum besitzen.<br>\nNaidoo und seine systemkritischen Freunde sind jedoch auf der Suche nach einem opaken Fixpunkt der Macht. Mit dem Psychoanalytiker Jacques Lacan gesprochen, kreist deren Denken um einen &ldquo;Herrensignifikanten&rdquo;, der am Ende aller Signifikationsketten steht und somit die symbolische Ordnung strukturiert. Das ist dann wahlweise der Ami, der Jude oder irgendeine Notenbank. [&hellip;]<br>\nAber so eine &ldquo;Systemkritik&rdquo;, die dunklen Geheimm&auml;chten nachsp&uuml;rt, hat nat&uuml;rlich zwei unschlagbare Vorteile. Zum einen schrumpft die Welt mit einem Schlag auf die Gr&ouml;&szlig;e einer Nussschale. Zum anderen funktioniert solch eine solipsistische Realit&auml;tsverweigerung ja in ihrer Logik immer als eine Art ideologische Selbsterhaltung. Wie alle Verschw&ouml;rungstheorien l&auml;sst sie sich n&auml;mlich nicht widerlegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2014-10\/xavier-naidoo-systemkritik-reichsbuerger\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Weniger f&uuml;r mehr Studierende<\/strong><br>\nStudie belegt r&uuml;ckl&auml;ufige Pro-Kopf-Ausgaben bei Hochschulbildung. L&auml;nder nutzen Bundeszusch&uuml;sse f&uuml;r Mittelk&uuml;rzungen. Kahlschlag in Sachsen-Anhalt<br>\nAm vergangenen Donnerstag haben die Hochschulen Sachsen-Anhalts ihre &raquo;Entwicklungspl&auml;ne&laquo; vorgelegt. Um die K&uuml;rzungsvorgaben der Landesregierung zu erf&uuml;llen, werden Studieng&auml;nge eingestampft, Fachbereiche zusammengelegt und Professorenstellen gestrichen. Der MDR schrieb &uuml;ber den Kotau der Rektoren: &raquo;Sie haben geliefert.&laquo; Besser hie&szlig;e es: Sie sind geliefert. Nur der Pr&auml;sident der Martin-Luther-Universit&auml;t Halle, Udo Str&auml;ter, stellt sich quer. Sein Haus soll allein die H&auml;lfte der &raquo;Sparlast&laquo; von 24 Millionen Euro bis 2019 stemmen. Daf&uuml;r m&uuml;ssten 15 Institute geschlossen werden, mithin w&auml;re ein F&uuml;nftel der Uni betroffen, so Str&auml;ter. Ob der Widerworte droht Wissenschaftsminister Hartmut M&ouml;llring (CDU) mit Entzug der Budgethoheit. F&uuml;r Halle w&uuml;rde es dann &raquo;etwas schwieriger&laquo;.<br>\nWas derzeit in Sachsen-Anhalt l&auml;uft, ist in der Hochschulpolitik fast schon Normalit&auml;t. Praktisch in ganz Ostdeutschland stehen die Zeichen auf Kahlschlag. Auch in Th&uuml;ringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sollen in gro&szlig;em Stil Studieng&auml;nge, Studienpl&auml;tze und Personal abgebaut werden. Nicht viel besser ist die Lage in manchen Westl&auml;ndern, etwa in Bremen, Berlin und im Saarland. Dabei wirkt fl&auml;chendeckend so etwas wie eine schleichende Verarmung. Wachsende Ausgaben durch hohe Energiekosten, Tariferh&ouml;hungen und Inflation lassen sich bei stagnierenden Hochschuletats nur mit qualitativen Abstrichen in Lehre und Forschung &raquo;gegenfinanzieren&laquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/inland\/weniger-f%C3%BCr-mehr-studierende\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Vergessene Malalas<\/strong><br>\nMalala Yousafzai, das siebzehnj&auml;hrige M&auml;dchen aus dem paschtunischen Swat-Tal, ist die j&uuml;ngste Nobelpreistr&auml;gerin der Geschichte. Es steht au&szlig;er Frage, dass Malala ein tapferes M&auml;dchen ist, welches viel Mut und Entschlossenheit an den Tag bringt. Allerdings sollte man sich weiterhin die Frage stellen, ob sie irgendjemand im Westen kennen w&uuml;rde, wenn sie Opfer eines Drohnen-Angriffs geworden w&auml;re. In Malalas Heimat geh&ouml;ren diese n&auml;mlich immer noch zum Alltag. Im Wochentakt werden sie weiterhin im Wei&szlig;en Haus von Barack Obama &ndash; einem weiteren Friedensnobelpreistr&auml;ger &ndash; abgesegnet.<br>\nVor knapp zwei Jahren hat Momina Bibi gemeinsam mit ihren Enkelkindern Gem&uuml;se im Garten gepfl&uuml;ckt. Die Familie, die im Norden Waziristans &ndash; der afghanisch-pakistanischen Grenzregion &ndash; lebte, wollte die letzten Vorbereitungen f&uuml;r das islamische Opferfest treffen. Pl&ouml;tzlich h&ouml;rten sie ein lautes Ger&auml;usch am Himmel. Es war ein &raquo;Todesengel&laquo; &ndash; so werden die Drohnen der US-Amerikaner von den Paschtunen in Waziristan genannt. Im n&auml;chsten Moment wurde Momina Bibi vor den Augen ihrer Familie in St&uuml;cke gerissen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/948991.vergessene-malalas.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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