{"id":2360,"date":"2007-05-24T08:07:25","date_gmt":"2007-05-24T06:07:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2360"},"modified":"2019-06-02T11:46:17","modified_gmt":"2019-06-02T09:46:17","slug":"wie-die-bank-oppenheim-ihre-kritiker-mundtot-zu-machen-versucht-und-wie-durch-eine-haeufung-von-klagen-faktisch-die-meinungsfreiheit-eingeschraenkt-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2360","title":{"rendered":"Wie die Bank Oppenheim ihre Kritiker mundtot zu machen versucht und wie durch eine H\u00e4ufung von Klagen faktisch die Meinungsfreiheit eingeschr\u00e4nkt wird"},"content":{"rendered":"<p>Gegen das Buch &bdquo;Der Bankier. Ungebetener Nachruf auf Alfred von Oppenheim&ldquo; von Werner R&uuml;gemer haben die Bank Oppenheim und ihre Berliner Kanzlei Schertz Bergmann gegen Verlag, Autor, Vorwortverfasser, gegen die online-Zeitung nrhz.de und gegen zwei Prozessbeobachter inzwischen zwei Dutzend juristische Verfahren in Gang gesetzt. R&uuml;gemer: &bdquo;Hier wird offensichtlich die &bdquo;Methode Maschinengewehr&ldquo; eingesetzt: es wird in die Gegend geballert, die Beklagten werden eingesch&uuml;chtert, genervt, zeitlich und finanziell belastet.&ldquo; Zwar wurden viele der Klagen abgewiesen aber nur wenige sind abgeschlossen, weil die Kl&auml;ger in die n&auml;chste Instanz gehen.<br>\nEin Zwischenbericht &uuml;ber die juristischen H&auml;ndel von Werner R&uuml;gemer.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Werner R&uuml;gemer:<\/strong><br>\n<strong>Der Bankier. Ungebetener Nachruf auf Alfred von Oppenheim<\/strong><br>\nMit Vorwort von Prof. Hans See und einer Chronologie der juristischen Auseinandersetzung. 3. &uuml;berarbeitet geschw&auml;rzte Auflage. Nomen Verlag, Frankfurt\/Main 2006. 134 Seiten, 14 Euro. ISBN 978-3-939816-00-3<\/p><p><strong>Zwei Dutzend juristische Verfahren<\/strong><br>\nZwei Dutzend juristische Verfahren, darunter mehrere Einstweilige Verf&uuml;gungen haben die Bank Oppenheim und ihre Berliner Kanzlei Schertz Bergmann gegen Verlag, Autor, Vorwortverfasser, die online-Zeitung nrhz.de und gegen zwei Prozessbeobachter seit Erscheinen von &bdquo;Der Bankier&ldquo; in Gang gesetzt. Vor der Pressekammer des Landgerichts Berlin fand bisher ein Dutzend Verhandlungen statt. Dazu geh&ouml;rt auch eine Schmerzensgeldklage &uuml;ber 15.000 Euro des Oppenheim-Anwalts, der sich durch einen Bericht beleidigt f&uuml;hlt. Dazu geh&ouml;rt ein Antrag auf Verh&auml;ngung eines &bdquo;empfindlichen Ordnungsgeldes&ldquo; gegen R&uuml;gemer, weil er eine der verbotenen Passagen wiederholt haben soll. Dazu geh&ouml;ren drei Einstweilige Verf&uuml;gungen gegen ein Vorwort von Professor See, das in der geschw&auml;rzten Buchausgabe enthalten ist. Dazu geh&ouml;ren zwei Einstweilige Verf&uuml;gungen wegen einer Bildunterschrift in einem Zeitschriftenartikel, in dem aus einer Mitteilung der Oppenheim-Anw&auml;lte zitiert wurde. Die Schmerzensgeldklage wurde vom Gericht abgewiesen, ebenso der Antrag auf &bdquo;empfindliches Ordnungsgeld&ldquo; &ndash; aber Schertz Bergmann bzw. die Bank gingen in Berufung. Hier wird offensichtlich die &bdquo;Methode Maschinengewehr&ldquo; eingesetzt: es wird in die Gegend geballert, die Beklagten werden eingesch&uuml;chtert, genervt, zeitlich und finanziell belastet.<\/p><p><strong>Buchh&auml;ndler eingesch&uuml;chtert<\/strong><br>\nDas Gericht hat in der ersten Einstweiligen Verf&uuml;gung erlaubt, dass die gebundenen und vertriebenen Exemplare der Erstausgabe weiter verkauft werden d&uuml;rfen, da die beanstandeten Stellen &bdquo;von geringem Gewicht&ldquo; sind. Das hat die Bank den Buchh&auml;ndlern aber nicht mitgeteilt. Vielmehr hat die Bank den Buchh&auml;ndlern und Grossisten rechtliche Schritte angedroht, wenn sie das Buch verkaufen. Selbst die geschw&auml;rzte Fassung wird kaum verkauft, weil viele Buchh&auml;ndler und Grossisten ein Risiko bef&uuml;rchten. Auch Medien berichten inzwischen lieber nicht, auch gegen Berichte &uuml;ber bisherige Gerichtsverhandlungen wurde juristisch vorgegangen. <\/p><p><strong>Mithilfe von Nebens&auml;chlichkeiten&hellip;<\/strong><br>\nDie 22 zun&auml;chst verbotenen Passagen des Buches drehen sich meist um Nebens&auml;chlichkeiten: Gibt es in keiner der Bankfilialen Bankschalter oder doch in einigen? Wurde der ehemalige K&ouml;lner Oberstadtdirektor Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer in der Bank oder in einer Tochtergesellschaft? Dass solche Nebens&auml;chlichkeiten bzw. redaktionelle Unkorrektheiten &uuml;berhaupt zum Gegenstand aufwendiger Gerichtsverfahren werden k&ouml;nnen, hat mit einer fragw&uuml;rdigen rechtlichen Entwicklung zu tun: Auch Unternehmen reklamieren heute &bdquo;Pers&ouml;nlichkeitsrechte&ldquo; f&uuml;r sich, spezialisierte Medienanw&auml;lte beuten dieses neue Gebiet aus, die Gerichte machen mit. Wichtigere der zun&auml;chst untersagten Passagen hat das Landgericht Berlin inzwischen aufgehoben: dass die Gesamtmiete f&uuml;r die K&ouml;lner Messehallen, errichtet von Oppenheim-Esch, die Stadt K&ouml;ln ca. 800 Mio Euro kostet und nicht unter 700 Mio, wie die Bank behauptet; dass Max von Oppenheim die Araber zum &bdquo;Heiligen Krieg&ldquo; aufhetzte; dass der Top-Arisierer der Dresdner Bank, Harald K&uuml;hnen, ab 1950 zur grauen Eminenz bei Oppenheim aufstieg u.&auml;.<\/p><p><strong>Hauptaussagen bleiben unbestritten<\/strong><br>\nDie Bank behauptet &bdquo;Ehrverletzungen&ldquo;, obwohl sie nur noch &uuml;ber eine sehr spezielle Restehre verf&uuml;gt. Teilnahme an Arisierungen, illegale Parteispenden f&uuml;r Adenauers und Kohls CDU, nach 1945 Unterschlupf f&uuml;r Finanznazis, aktive Rolle bei der unsozialen Privatisierung von Stadtwerken und &ouml;ffentlichen Wohnungen, Abbau von Arbeitspl&auml;tzen zur Aktienwertsteigerung: Diese und &auml;hnliche Darstellungen wurden nicht beanstandet. Welche Ehre verteidigt eine Bank mit diesem (unvollst&auml;ndigen) S&uuml;ndenregister? <\/p><p><strong>Fragw&uuml;rdige Justiz<\/strong><br>\nAuch die Justiz verh&auml;lt sich fragw&uuml;rdig. Einstweilige Verf&uuml;gungen werden erlassen (nicht nur im Fall &bdquo;Der Bankier&ldquo;), ohne die Beklagten anzuh&ouml;ren. Als Entscheidungsgrundlage dient einzig und allein eine Eidesstattliche Versicherung, hier des Bankchefs Matthias Graf von Krockow und der Leiterin des Bankarchivs. Selbst wenn das Gericht in den Monate sp&auml;ter stattfindenden Verhandlungen einzelne Verf&uuml;gungen aufhebt, wird bisher keine Konsequenz daraus gezogen, dass eine falsche eidesstattliche Versicherung unter schwerer Strafe steht. Gleichzeitig gibt das Berliner Landgericht zu, dass seine Gesch&auml;ftsstelle unterbesetzt ist. Schriftst&uuml;cke werden zu sp&auml;t zugestellt, Fristen werden vers&auml;umt, Mahngeb&uuml;hren fallen an. Eine rechtssichere Durchf&uuml;hrung kann nicht stattfinden, trotzdem erl&auml;sst das Gericht Verf&uuml;gungen &bdquo;wie am Flie&szlig;band&ldquo;.<\/p><p><strong>Solidarit&auml;tskonto<\/strong><br>\nSolche Praktiken bedrohen nicht nur Autoren, Verlage, Medien und websites, sondern die Presse- und Meinungs- und Kunstfreiheit insgesamt. F&uuml;r zwei Verfahren gegen R&uuml;gemer gew&auml;hrt verdi bisher Rechtshilfe. Insgesamt sind bisher an Gerichts- und Anwaltskosten ca. 50.000 Euro entstanden. Alle Verfahren sind noch nicht abgeschlossen. Es wurde ein <strong>Solidarit&auml;tskonto<\/strong> f&uuml;r Werner R&uuml;gemer eingerichtet: &bdquo;Pro Veritate&ldquo;, Kto-Nr. 530 024 73, Sparkasse Hanau, BLZ 506 500 23, Stichwort &bdquo;R&uuml;gemer&rdquo;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen das Buch &bdquo;Der Bankier. Ungebetener Nachruf auf Alfred von Oppenheim&ldquo; von Werner R&uuml;gemer haben die Bank Oppenheim und ihre Berliner Kanzlei Schertz Bergmann gegen Verlag, Autor, Vorwortverfasser, gegen die online-Zeitung nrhz.de und gegen zwei Prozessbeobachter inzwischen zwei Dutzend juristische Verfahren in Gang gesetzt. R&uuml;gemer: &bdquo;Hier wird offensichtlich die &bdquo;Methode Maschinengewehr&ldquo; eingesetzt: es wird in<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2360\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[136],"tags":[1656],"class_list":["post-2360","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-banken-boerse-spekulation","tag-sal-oppenheim"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2360"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2360\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":52243,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2360\/revisions\/52243"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}