{"id":23617,"date":"2014-10-17T09:19:57","date_gmt":"2014-10-17T07:19:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23617"},"modified":"2014-10-17T10:12:36","modified_gmt":"2014-10-17T08:12:36","slug":"leserbrief-zum-nato-gipfel-anfang-september-in-wales","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23617","title":{"rendered":"Leserbrief zum Nato-Gipfel Anfang September in Wales."},"content":{"rendered":"<p><strong>Anmerkung:<\/strong> Wir halten den Brief f&uuml;r sehr interessant, d.h. allerdings nicht, dass wir alle Aussagen &uuml;berpr&uuml;ft haben und uns Schlussfolgerungen und Bewertungen zu eigen machen.<br>\n<!--more--><br>\n<em>den 14.10.2014<\/em><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nder Brief eines Lesers zur Position des NATO-Generalsekret&auml;rs, den Sie am 1.10.2014 in die NDS gestellt haben, veranlasst mich, Ihnen zu schreiben.<br>\n&nbsp;<br>\nEine <em>job description<\/em> f&uuml;r den Generalsekret&auml;r der NATO h&auml;tte ich schon lange gern eingesehen. Insbesondere m&ouml;chte man wissen, welche Stufe der <em>clearance<\/em> die NATO ihm einr&auml;umt. Was uns Herr Rasmussen in letzter Zeit zu sagen hatte, war ja schnell gesagt und wurde uns monatelang vor Augen gehalten und in die Ohren geblasen.<br>\n&nbsp;<br>\nEine Stufe interessanter waren allerdings die seltener in Nato.int. ver&ouml;ffentlichten Ansprachen seines amerikanischen Stellvertreters, ehemaligem U.S. Botschafter in Moskau und Tokio, den man nicht anders als einen Top-Diplomaten sehen kann.<br>\n&nbsp;<\/p><ol type=\"A\">\n<li><strong>Die NATO und die deutschen Medien<\/strong><br>\n&nbsp;<br>\nDie Medien haben noch nicht einmal ansatzweise den Versuch gemacht, die B&uuml;ndnisstruktur der Nato zu erkl&auml;ren. Ohne diese Struktur zu kennen, versteht man Zusammenh&auml;nge von Nachrichten nicht. (<a href=\"http:\/\/nato.int\/cps\/en\/natolive\/nato_countries\">nato.int\/cps\/en\/natolive\/nato_countries<\/a>)\n<p>Kurz gefasst:<\/p>\n<ol>\n<li>Jedes Land schlie&szlig;t seinen eigenen Vertrag mit der NATO ab.<br>\n&ndash;&nbsp; Aus dieser Struktur ergibt sich, dass alle NATO-Eins&auml;tze nolens volens Koalitionen der Willigen sind. &ndash;<\/li>\n<li>Einschlie&szlig;lich der USA, Kanada und Island besteht das&nbsp;NATO-B&uuml;ndnis, wie bekannt, aus 28 europ&auml;ischen Mitgliedsl&auml;ndern. Sie bilden den <strong>Nordatlantikrat<\/strong>.<\/li>\n<li>Zu diesen Mitgliedsl&auml;nden kommen die nur fallweise als solche bekannten 22 Partner. Diese sind: Armenien,&nbsp; Aserbaidschan, Bosnien-Herzegowina, Finnland, Mazedonien, Georgien, Irland, Kasachstan, Kirgistan, Malta, Moldau, Montenegro, &Ouml;sterreich, Russland (derzeit suspendiert), Serbien, Schweden, Schweiz, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Wei&szlig;russland.<br>\nZusammen mit den NATO-Mitgliedsstaaten bilden sie den <strong>Euro-Atlantischen Partnerschaftsrat (EAPC)<\/strong>.<\/li>\n<li>Im <strong>&bdquo;Mittelmeer-Dialog&ldquo; (MD)<\/strong> der NATO sind Algerien, &Auml;gypten, Israel, Jordanien, Marokko, Mauretanien, Tunesien vereint.<\/li>\n<li>Zur <strong>Instanbul Cooperative Initiative (ICI)<\/strong> geh&ouml;ren Bahrein, Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate.<\/li>\n<li><strong>Partners across the globe<\/strong> sind Afghanistan, Australien, Irak, Japan, Pakistan, S&uuml;dkorea, Neuseeland, die Mongolei.<br>\n&ndash; Als &bdquo;Partner across the globe&ldquo; beteiligt sich Australien am Kampf gegen die IS. &ndash;<\/li>\n<li><strong>Internationale Organisationen<\/strong><br>\n&bdquo;In addition to its partnerships with countries, NATO cooperates with a range of international organizations.&ldquo;<br>\nHier sind aufgef&uuml;hrt: Die UN, die EU und die OSCE.<br>\n-Die NATO kooperiert also mit der EU nach Bedarf. &ndash;<br>\n&nbsp;<br>\nDie NATO-Botschafter in Br&uuml;ssel treten w&ouml;chentlich miteinander in Kontakt.<br>\n&ndash; oder vielleicht auch nicht, oder nicht immer alle&hellip; Auch Partnerl&auml;nder sind bei der NATO Br&uuml;ssel akkreditiert, z.B. die Ukraine. &ndash;\n<p>Die NATO l&auml;dt die Au&szlig;enminister der Mitglieder halbj&auml;hrlich zu einem Treffen ein.<\/p>\n<p>Alle zwei Jahre findet auf Einladung der NATO ein Gipfel der Mitglieder des Nordatlantikrats auf Ebene der Staats- und Regierungschefs statt.<\/p>\n<p>&ndash; Der letzte dieser Gipfel war in Wales Anfang September 2014. &ndash;<\/p><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<br>\nVor diesem Gipfel haben sich die Medien weitgehend darauf beschr&auml;nkt, das zu paraphrasieren, was der NATO-Generalsekret&auml;r unerm&uuml;dlich verk&uuml;ndet hatte. Dadurch gab es vom Gipfel und &uuml;ber den Gipfel wenig Neues, auf das man nicht schon vorbereitet war. Die &ouml;ffentliche Diskussion beschr&auml;nkt sich weitgehend auf den deutschen Beitrag zur NATO. Die Pannen mit der Ausr&uuml;stung sind bekannt geworden, die Foltervideos aus deutschen Fl&uuml;chtlingslagern nach Abu Graibh-Vorbild ebenso &ndash; eine Gemengelage mit Shitstormpotential. Im B&uuml;ndniskreis wird die Bundesverteidigungsministerien jetzt vielleicht durch Empathie gest&uuml;tzt und man gibt ihr zu verstehen, dass man sie noch liebhat, und die Deutschen auch. Sie dankt es mit Schneid.<\/p>\n<p>Heute hat der Kampf gegen den IS-Terror Priorit&auml;t, morgen wieder die Ukrainekrise. Die Medien helfen dabei, dass die Salamitaktik funktioniert: Die Deutschen werden sich nur scheibchenweise dar&uuml;ber klar, wie der Feuerbogen entlang der afrikanischen Mittelmeerk&uuml;ste und im Nahen Osten sich in Richtung Kaukasusl&auml;nder &ndash; also in Partnerl&auml;nder, die sie alle sind &ndash; ausweitet und Deutschland bereits gegen die IS und in der Ukraine mit steigendem Einsatz am Kampfgeschehen als williger Koalition&auml;r beteiligt ist. &ndash;<\/p><\/li>\n<li><strong>Deutschland und Polen am Tag der Deutschen Einheit 2014<\/strong><br>\n&nbsp;<br>\nDie Eskalation im Ukrainekonflikt hat einen Riss in der Sichtweise &ndash; auch der Interessen &ndash; zwischen alten NATO-L&auml;ndern, insbesondere Deutschland, und den L&auml;ndern der Osterweiterung, insbesondere Polen, offengelegt. Die NATO verfolgt eine Intermarium-Strategie von Estland bis zur Krim. Wer hierzulande auch nur auf das historisch parallele Interesse Russlands am Zugang zu Ostsee und Schwarzmeer verweist, wird seither als &bdquo;Putin-Versteher&ldquo; disqualifiziert.<br>\n&nbsp;<br>\nWeshalb schweigen die Medien den Riss innerhalb der europ&auml;ischen NATO-L&auml;nder tot? Weil er geographisch zwar der L&auml;nge nach durch Europa verl&auml;uft, dies aber einer globalen Strategie untergeordnet wird?<br>\n&nbsp;<br>\nEs kann jeder von uns sich vorstellen, wie eng die historischen Bindungen Polens mit Litauen und der Ukraine &uuml;ber Jahrhunderte gewesen sind; jeder hat mehr oder weniger Kenntnisse &uuml;ber die unseligen &bdquo;polnischen Teilungen&ldquo; &ndash; auch dies ein wertfreier historischer Begriff, wie &bdquo;Landnahme&ldquo; ein  juristischer &ndash; und auch dar&uuml;ber, welche Gef&uuml;hle die grauenvollen Erinnerungen an Nazi-Deutschland und an die Sowjetunion bei der polnischen Bev&ouml;lkerung lebendig sein m&uuml;ssen. Mit anderen Worten: Der politische Prozess hinkt hoffnungslos hinter den milit&auml;rischen Entwicklungen her. Es wird noch lange dauern bis diese Wunden zu Narben geworden sind. An diesem hoffentlich friedenstiftenden Heilungsprozess sollte mittun, wer immer es ernst meint mit Europa. Milit&auml;rischer Schulterschluss und die Interoperabilit&auml;t der Waffensysteme bringt uns da nichts.<br>\n&nbsp;<br>\nGerade bei Gedenkfeiern an die europ&auml;ischen Befreiungsbewegungen von 25 Jahren muss man sich an Willy Brandts Worte erinnern, &bdquo;Jetzt w&auml;chst zusammen, was zusammengeh&ouml;rt.&ldquo; Er wusste, dass mit dem Fall der Mauer der Prozess der Vereinigung gerade erst begonnen hatte. Er ist es gewesen, der sich den &bdquo;Eisernen Vorhang&ldquo; zwischen Kommunismus und Demokratie zuerst weggedacht und dann durch seine Ostpolitik gegen alle Widerst&auml;nde durchg&auml;ngig gemacht hat &ndash; auch f&uuml;r seinen Gang nach Warschau und den Kniefall am 7. Dezember 1970. Dazu z.B.: Richard von Weizs&auml;cker &bdquo;Es begann in Polen &ndash; Brandts Kniefall erm&ouml;glichte EU-Osterweiterung&ldquo; (<a href=\"http:\/\/zeit.de\/2000\/50\/200050_kniefall\">zeit.de\/2000\/50\/200050_kniefall<\/a>). \n<p>Die Revolution in Polen und die Ostpolitik Brandts werden bis heute in den beiden L&auml;ndern unterschiedlich gesehen, obwohl das Ziel das gleiche war, n&auml;mlich die Losl&ouml;sung von der Diktatur der Sowjetunion. Nach dem Krieg umklammerte der Kommunismus Polen und die DDR weiterhin, die Deutschen im Westen befanden sich auf der Seite der Demokratien. Die BRD ist wegen des Ost-West-Konflikts bereits wiederbewaffnet worden, als wir erst damit begonnen hatten  &ndash; eher aufgezwungen als aus eigenem Entsetzen &ndash; den Zivilisationsbruch der Nazijahre im eigenen Bewusstsein zuzulassen, dazu auch noch unter dem uns&auml;glichen, distanzstiftenden Wort &bdquo;Vergangenheitsbew&auml;ltigung.&ldquo; In der DDR ist es unter anderen Vorzeichen gelaufen; ich war nicht dabei. Und die deutsch-polnischen Beziehungen nach 1989? Sicher haben sich viele darum bem&uuml;ht, auch Politiker. Doch seit Jahren, gar Jahrzehnten, ist von einem gemeinsamen Deutsch-Polnischen Geschichtsbuch die Rede. Am 10.  Dezember 2012 ver&ouml;ffentlichte die Kultusministerkonferenz den Abschluss eines Vertrags f&uuml;r die Herausgabe eines (dieses einen?) Buchs mit dem Universum-Verlag, das im Schuljahr 2014\/15 eingef&uuml;hrt werden sollte (<a href=\"http:\/\/kmk.org\/presse\">kmk.org\/presse<\/a>&hellip;) Im Netz habe ich keinen sp&auml;teren Eintrag &uuml;ber das Projekt gefunden, auch nicht bei Universum.<\/p><\/li>\n<li><strong>NATO\/EU\/EU-Parlament\/Medien<\/strong>\n<p>Das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine regelt die wirtschaftlichen Belange der Integration des Landes in die EU, und die EU hat damit alle H&auml;nde voll zu tun. Die Medien berichteten &uuml;ber das Hin und Her. Die gleichzeitige Entwicklung der Ukraine in die NATO vom Status der Partners zu dem eines B&uuml;ndnismitglieds findet mit Begleitung der bekannten politischen Eskalationen statt. Von der Au&szlig;enbeauftragten der EU haben die Medien im Ukrainekonflikt bei NATO-Terminen Schulterschluss und zustimmendes H&auml;ndesch&uuml;tteln &uuml;bertragen und vermutlich ist ihnen dabei noch nicht einmal ein Vers&auml;umnis anzulasten. Aus dem Stra&szlig;burger Parlament allerdings haben die &Ouml;ffentlichen sich darauf beschr&auml;nkt, der Gr&uuml;nen-Abgeordneten Rebecca Harms, Mitglied der EU-Ukraine Delegation, das Mikrofon hinzuhalten. Auch das war alles andere als ausgewogen. Falls es Kommentare zu den d&uuml;nnen F&auml;den der Beziehungen zwischen NATO\/EU\/EU-Parlament gegeben hat, habe ich sie verpasst. Der politische Prozess der Koordinierung zwischen EU und NATO erf&auml;hrt kaum &Ouml;ffentlichkeit. Und was immer der politische Einfluss von EU-Mitgliedsstaaten auf die NATO-Strategie sein mag, ist unbekannt und a priori zersplittert.<br>\n&nbsp;<br>\n&ndash; In Wales hat nun der Nordatlantikrat erkl&auml;rt, die Zusammenarbeit mit der EU &bdquo;auszubauen.&ldquo; (Siehe D. Punkt 99)<\/p>\n<p>&shy;Nachbemerkung: Der ARD-Programmbeirat hat k&uuml;rzlich die einseitige Ukraine-Berichterstattung der &Ouml;ffentlichen ger&uuml;gt, auch bez&uuml;glich der OSZE-Beobachtermission. Der im Netz vorliegende Text f&uuml;hrt zahlreiche Kritikpunkte auf, enth&auml;lt sich aber einer Definition der m&ouml;glichen Gr&uuml;nde. Hypothese: Indem die Ukraine sich anma&szlig;, die von ihr selbst ins Leben gerufene und von Deutschland gef&uuml;hrte ersten Beobachtergruppe unzutreffend als OSZE-Beobachtermission zu bezeichnen, hat sie versucht, die OSZE f&uuml;r ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Um diesen Makel zu verschleiern, der auch nicht ins Bild der allgemeinen Berichterstattung gepasst h&auml;tte, haben die Medien den Tatbestand verballhornt. Erst als diese Beobachter von den ukrainischen Aufst&auml;ndischen gefangen genommen worden waren, ist die OSZE ihrem Auftrag gem&auml;&szlig; bei der Befreiung t&auml;tig geworden.<\/p><\/li>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<li><strong>Die Gipfelerkl&auml;rung von Wales<\/strong><br>\n&nbsp;<br>\nTreffen des Nordatlantikrats auf Ebene der Staats- und Regierungschefs in Wales &ndash; ver&ouml;ffentlicht am 5. September 2014 von der St&auml;ndigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Nordatlantikvertrags-Organisation Br&uuml;ssel (<a href=\"http:\/\/nato.diplo.de\">nato.diplo.de<\/a>). Englisch:(<a href=\"http:\/\/nato.int\/cps\/en\/natohq\/official_texts_112964\">nato.int\/cps\/en\/natohq\/official_texts_112964<\/a>).<br>\n&nbsp;<br>\nDiese &bdquo;transatlantische Erkl&auml;rung&ldquo; definiert &Uuml;bungspl&auml;ne mit den dazugeh&ouml;rigen Waffensystemen f&uuml;r die B&uuml;ndnispartner des Nato-B&uuml;ndnisses im gegenw&auml;rtigen Kontext der kollektiven Verteidigung, der Krisenbew&auml;ltigung und der kooperativen Sicherheit. Sie bestehen aus 113 Punkten; die Medien sind nur auf wenige  eingegangen. Soweit ich in der Lage bin das zu &uuml;berblicken, handelt es sich dabei vorwiegend um solche Punkte, die bereits vor dem Gipfel durch Herrn Rasmussen in Umlauf gebracht worden waren. Dabei w&auml;re die Vermittlung des gesamten Inhalts, auch von Neuausrichtungen im Vergleich zu vorangehenden Gipfelerkl&auml;rungen, den Schwei&szlig; der F&auml;higen wert. Ich kann nur auf wenige Punkte aufmerksam machen:\n<p>Punkt 3)<\/p>\n<p>&bdquo;&hellip;Wir bekr&auml;ftigen unser starkes Bekenntnis zur kollektiven Verteidigung und dazu, Sicherheit f&uuml;r alle B&uuml;ndnispartner zu gew&auml;hrleisten und ihnen Zusicherung zu geben;&hellip;&ldquo;<\/p>\n<p>&ndash; &bdquo;Bekenntnis zur kollektiven Verteidigung&ldquo; &ndash; also auch zum B&uuml;ndnisfall nach Artikel 5 des NATO-Vertrags? Und nur f&uuml;r die Mitgliedsstaaten (A.2), wiewohl nicht erw&auml;hnt?<\/p>\n<p>&ndash; &bdquo;&hellip;und dazu, Sicherheit f&uuml;r alle B&uuml;ndnispartner zu gew&auml;hrleisten&ldquo; &ndash;  hier taucht zum ersten Mal das Wort &bdquo;B&uuml;ndnispartner&ldquo; auf. Damit sind auch die NATO-Partner des Euro-Atlantischen Partnerschaftsrats gemeint. Das w&auml;ren dann die unter A.3) gelisteten Partner von Moldau (mit Transnistrien?) bis Kasachstan.<\/p>\n<p>&ndash; Welche Umst&auml;nde, welche Ereignisse l&ouml;sen diese Gew&auml;hrleistung aus? Wer entscheidet dar&uuml;ber, ob der Gew&auml;hrleistungsfall eingetreten ist? Diese L&auml;nder befinden sich in verschiedenen Stufen der Entwicklung vom Status des Partners zu dem des Mitglieds im B&uuml;ndnis; die Kontakte werden gepflegt; die schlafenden Konflikte sind bekannt.<\/p>\n<p>&ndash; Frau von der Leyen fordert ebenfalls deutsche Zuverl&auml;ssigkeit f&uuml;r die &bdquo;B&uuml;ndnispartner&ldquo; ein und man denkt, sie meint damit nur die Mitgliedsstaaten. &ndash;<\/p>\n<p>Punkt 4)<\/p>\n<p>Hier werden &bdquo;all die mutigen M&auml;nner und Frauen aus den B&uuml;ndnis- und Partnernationen, die in NATO-gef&uuml;hrten Operationen und Mission gedient haben und weiter dienen&ldquo; gew&uuml;rdigt.<\/p>\n<p>&ndash; Es ist klar, was hier gemeint ist. Als &bdquo;Partnernationen&ldquo; bezeichnet die NATO hier alle L&auml;nder, die sich an Eins&auml;tzen beteiligt haben. Mutma&szlig;lich bedeutet &bdquo;Partnernationen&ldquo; daher s&auml;mtliche L&auml;nder in der NATO-Struktur.<\/p>\n<p>Punkt 5)<\/p>\n<p>Der Aktionsplan der NATO zur Reaktionsf&auml;higkeit &bdquo;enth&auml;lt ein koh&auml;rentes und umfassendes Paket an erforderlichen Ma&szlig;nahmen zur Reaktion auf die f&uuml;r die B&uuml;ndnispartner belangreichen Ver&auml;nderungen des Sicherheitsumfelds an den Grenzen der NATO und dar&uuml;ber hinaus. Damit wird auf die Herausforderungen durch Russland und auf ihre strategischen Auswirkungen eingegangen. Auch wird damit auf die Risiken und Bedrohungen aus unserer s&uuml;dlichen Nachbarschaft &ndash; dem Nahen Osten und Nordafrika &ndash; reagiert. &hellip;&ldquo;<\/p>\n<p>&ndash; Besagt &bdquo;an den Grenzen der NATO&ldquo; hier die Mitgliedsl&auml;nder A.2), die Partnerl&auml;nder A.3), die des &bdquo;Mittelmeer-Dialogs&ldquo; A.4), die der &bdquo;Istanbul Cooperative Initiative&ldquo; A.5)? Was besagt &bdquo;und dar&uuml;ber hinaus&ldquo;? <\/p>\n<p>&bdquo;&hellip;ein koh&auml;rentes und umfassendes Paket&hellip;und dar&uuml;ber hinaus&ldquo; &ndash; das haben die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten des Nordatlantischen B&uuml;ndnisses hier in der Tat &bdquo;gebilligt&ldquo; und abgezeichnet; und dieses Paket erscheint in un&uuml;berschaubarem Umfang zukunftstr&auml;chtig. &ndash;<\/p>\n<p>Punkt 8)<\/p>\n<p>&bdquo;Die Anpassungsma&szlig;nahmen beinhalten die erforderlichen Bestandteile, um zu gew&auml;hrleisten, dass das B&uuml;ndnis den Herausforderungen im Sicherheitsbereich, denen es entgegentreten k&ouml;nnte, in vollem Umfang begegnen kann&hellip; Als Teil dessen (n&auml;mlich der NATO-Reaktionsstreitkr&auml;fte NRF) werden wir eine streitkr&auml;ftegemeinsame NRF-Einheit in h&ouml;chster Bereitschaft (VJTF) aufstellen; dieser neue Verband der NATO wird in der Lage sein, innerhalb weniger Tage disloziert zu werden, um auf Herausforderungen zu reagieren, die insbesondere an der Peripherie der NATO entstehen&hellip;Wir werden mit Beitr&auml;gen der B&uuml;ndnispartner auch ein angemessenes Hauptquartier und einige zu allen Zeiten feststehende Unterst&uuml;tzungselemente f&uuml;r Verst&auml;rkungskr&auml;fte in den Hoheitsgebieten der &ouml;stlichen B&uuml;ndnispartner auf Rotationsbasis schaffen,&hellip;Erforderlichenfalls werden die Elemente des VJTF es auch erleichtern, die B&uuml;ndnispartner an der Peripherie der NATO im Hinblick auf Abschreckung und kollektive Verteidigung zu verst&auml;rken. Wir werden die F&auml;higkeit der NATO weiter ausbauen, diese B&uuml;ndnispartner schnell und effektiv zu verst&auml;rken, auch &uuml;ber die Vorbereitung von Infrastruktur, die Vorauseinlagerung von Ausr&uuml;stung und Nachschub sowie die Bestimmung bestimmter St&uuml;tzpunkte&hellip;Wir werden au&szlig;erdem sicherstellen, dass die Streitkr&auml;fte unseres B&uuml;ndnisses die angemessene Reaktionsf&auml;higkeit und Koh&auml;renz wahren, die erforderlich ist, um die ganze Bandbreite der Auftr&auml;ge der NATO zu erf&uuml;llen, einschlie&szlig;lich der Abschreckung von Aggressionen gegen&uuml;ber NATO-B&uuml;ndnispartnern und der Demonstration von Bereitschaft zur Verteidigung des B&uuml;ndnisgebiets.<\/p>\n<p>&ndash; Ich gehe davon aus, dass es die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitglieder gewesen sind, die diese Gipfelerkl&auml;rung unterschrieben haben, denn es ist eine Gipfelerkl&auml;rung des Nordatlantikrats und dass die NATO zu diesem Gipfel auch Chefs aus Partnerl&auml;ndern des Euro-Atlantischen Partnerschaftsrats eingeladen hatten, die als noch-nicht-Mitglieder das Papier nicht unterschreiben konnten. Dass eine Einheit h&ouml;chster Bereitschaft f&uuml;r die n&ouml;rdlichen NATO-Mitglieder aufgestellt werden soll, war bekannt. Doch hier beschlossenen Ma&szlig;nahmen beziehen sich auch auf die &bdquo;Hoheitsgebiete der &ouml;stlichen B&uuml;ndnispartner,&ldquo; also auf die L&auml;nder unter A.3), und daher auch nicht allein auf die Ukraine.<\/p>\n<p>&ndash; Zudem st&ouml;&szlig;t die Konjunktivstruktur des ersten Satzes (&bdquo;k&ouml;nnte&ldquo;) an die Grenze der Vorstellung. &ndash;<\/p>\n<p>Punkt 89)<\/p>\n<p>&bdquo;Heute haben wir beschlossen, eine Initiative zum Aufbau von Verteidigungs- und zugeh&ouml;rigen Sicherheitskapazit&auml;ten bekannt zu geben, um unser Engagement gegen&uuml;ber Partnernationen zu st&auml;rken und dem B&uuml;ndnis dabei zu helfen, Stabilit&auml;t ohne Dislozierung gro&szlig;er Kampftruppen &uuml;ber die B&uuml;ndnisgrenzen hinaus zu tragen, und zwar als Teil des Gesamtbeitrages des B&uuml;ndnisses zur Sicherheit und Stabilit&auml;t auf der Welt sowie zur Konfliktpr&auml;vention. Die Initiative st&uuml;tzt sich auf den umfangreichen Sachverstand der NATO bei der Unterst&uuml;tzung und Beratung von Nationen beim Aufbau von Verteidigungs- und zugeh&ouml;rigen Sicherheitskapazit&auml;ten. Aufbauend auf unserer engen Zusammenarbeit mit Georgien, Jordanien und der Republik Moldau haben wir nach deren Ersuchen vereinbart, diese Initiative auf diese L&auml;nder auszurichten. Wir sind auch bereit, Ersuche anderer interessierter Partner und Nichtpartner zu pr&uuml;fen und mit internationalen und regionalen Organisationen in einen Dialog einzutreten, die ein Interesse an einem Aufbau ihrer Verteidigungs- und zugeh&ouml;rigen Sicherheitskapazit&auml;ten &uuml;ber diese nachfrageabh&auml;ngige Initiative zeigen. Wir bekr&auml;ftigen die Bereitschaft der NATO, beratende Unterst&uuml;tzung zu Verteidigungs- und zugeh&ouml;rigen Sicherheitskapazit&auml;ten f&uuml;r Libyen zu leisten, wenn die Umst&auml;nde es erlauben. Wir werden diese Anstrengungen in angemessenem Ma&szlig;e erg&auml;nzend zu und in enger Zusammenarbeit mit anderen internationalen Organisationen, insbesondere den Vereinten Nationen, der Europ&auml;ischen Union und der Organisation f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, unternehmen. Auch k&ouml;nnen manche Partnernationen selbst einzigartige Erkenntnisse und Beitr&auml;ge zu den Anstrengungen der NATO beim Kapazit&auml;tenaufbau einbringen. Wir begr&uuml;&szlig;en die Ernennung des stellvertretenden Generalsekret&auml;rs der NATO zum Sonderkoordinator f&uuml;r den Aufbau von Verteidigungskapazit&auml;ten sowie die Schaffung einer milit&auml;rischen Schaltstelle in der NATO-Kommandostruktur, mit der eine zeitnahe, koh&auml;rente und effektive Reaktion der NATO unter Ber&uuml;cksichtigung der freiwillig geleisteten Anstrengungen der Partner und einzelnen B&uuml;ndnispartner gew&auml;hrleistet werden kann.&ldquo;<br>\n&nbsp;<br>\n&ndash; Dieses Zitat ist der gesamte Text von Punkt 89). &ndash;<\/p>\n<p>&ndash; Hier wird der Beschluss, &bdquo;eine Initiative bekannt zu geben&ldquo; bekannt gegeben.<\/p>\n<p>&ndash; Die Bundeskanzlerin hat eine  &ldquo;Initiative zum Aufbau von Verteidigungs- und zugeh&ouml;rigen Sicherheitskapazit&auml;ten, um &bdquo;unser Engagement gegen&uuml;ber Partnernationen zu st&auml;rken&hellip; &rdquo; unterschrieben, die auf die Sicherheit Moldaus und Georgiens (beides Partnerl&auml;nder) und Jordaniens (im &ldquo;Mittelmeer-Dialog&rdquo;) auszurichten ist. Frau von der Leyen kann sich, wann immer n&ouml;tig, darauf berufen. Und f&uuml;r Libyen steht das B&uuml;ndnis ebenfalls bereit, &ldquo;wenn es die Umst&auml;nde erlauben&rdquo;.<\/p>\n<p>&ndash; Als &bdquo;milit&auml;rische Schaltstelle&ldquo; in der NATO-Kommandostruktur hat der hier ernannte Sonderkoordinator Machtf&uuml;lle erhalten. Ist er jetzt ausschlie&szlig;lich der Sonderkoordinator oder bleibt er auch der stellvertretende Generalsekret&auml;r? <\/p>\n<p>&ndash; Der derzeitige stellvertretende Generalsekret&auml;r ist der U.S.- Diplomat Alexander Vershkow (Wikipedia). In Ansprachen am 4.4.2014 in Krakau (<a href=\"http:\/\/nato.int\/cps\/en\/natolive\/opinions_108889.htm\">nato.int\/cps\/en\/natolive\/opinions_108889.htm<\/a>) und am 6.6.2014 in Warschau (<a href=\"http:\/\/nato.int\/cps\/en\/natolive\/opinions_110902.htm\">nato.int\/cps\/en\/natolive\/opinions_110902.htm<\/a>) f&uuml;hrte er eine Reihe von Punkten an, die in der sp&auml;teren Gipfelerkl&auml;rung in Wales vom 5.9.2014 enthalten sind. Auf dem Global Forum in Warschau spricht er z.B. von &bdquo;&hellip;enhancing our intelligence and awareness capabilities, pre-positioning equipment and supplies further East, and carrying out more high-intensity military exercises in more demanding scenarios.&ldquo; (Dem Text von Punkt 8) ist zu entnehmen, dass &bdquo;pre-positioning equipment and supplies&ldquo; mit &bdquo;Vorauseinlagerung von Ausr&uuml;stung und Nachschub&ldquo; &uuml;bersetzt wird.) <\/p>\n<p>&ndash; Die in Punkt 89) bekannt gegebene &bdquo;nachfrageabh&auml;ngige Initiative&ldquo; der NATO erscheint wie das Antonym zu &bdquo;Supply-side Economics&ldquo;, der &bdquo;angebotsorientierten Wirtschaftspolitik&ldquo; Amerikas seit den siebziger Jahren, die als Milton Friedmans Monetarismus die gesamte Finanz- und Weltwirtschaft auf den heutigen Stand gebracht hat und in deren Verlauf TTIP und CETA die vorerst letzten Glieder der Kette sind. Durch die gew&auml;hlte Terminologie dr&auml;ngt sich dieser Gedanke auf.<\/p>\n<p>&ndash; &Uuml;berdies kommt dem in solchen Dokumenten unge&uuml;bten Leser dieser Text vor wie aus &bdquo;Mergers &amp; Aquisitions&ldquo; eines Gro&szlig;unternehmens, wiewohl deren Unternehmensausblicke es nicht mit dem konkurrenzlosen Machtumfang der NATO aufnehmen k&ouml;nnten. Ob dieser Text noch der &Uuml;berarbeitung eines linguistisch versierten Werbefachmanns bedarf, sei dahingestellt. Man stellt sich die Frage, bis zu welchem Grad dieses f&uuml;r den Einzelnen schier un&uuml;berschaubaren milit&auml;rischen Kosmos sich die Unterzeichner der Erkl&auml;rung von Wales, die Staats- und Regierungschefs, &uuml;berhaupt kundig machen konnten. Vermittels vorzugsweise multidimensionaler Charts und Diagramme aus dem Fundus der Datenbanken w&auml;re ein &Uuml;berblick eher &uuml;bersichtlich als in der hier eingesetzten &ldquo;epischen&rdquo; Sprachversion.  Die Garde der 4. Gewalt im Staat und die Fachleute sind gefragt. &ndash;<\/p>\n<p>Punkt 92)<\/p>\n<p>Hier wird die Politik der offenen T&uuml;r nach Artikel 10 des Washingtoner Vertrags bekr&auml;ftigt: &bdquo;Wir bekr&auml;ftigen unser starkes Bekenntnis zur euro-atlantischen Integration der Partner, die nach einer Mitgliedschaft im B&uuml;ndnis streben&ldquo;&hellip; &bdquo;Beschl&uuml;sse &uuml;ber eine Erweiterung fasst die NATO selbst.&ldquo;<\/p>\n<p>&ndash; Der letzte Satz ist vermutlich der k&uuml;rzeste des gesamten Dokuments &ndash; aber wer ist die &bdquo;NATO selbst?&ldquo; F&uuml;r den Beitritt in die EU ist die Zustimmung  aller Mitglieder erforderlich. Ist das auch f&uuml;r die Mitgliedschaft in der NATO der Fall? Das &bdquo;starke Bekenntnis zur euro-atlantischen Integration der Partner&ldquo;, das die Staats- und Regierungschefs in Wales unterschrieben haben, mag ausreichen. L&auml;nder, die jetzt den Status von Partnern haben (A.3), werden ja intensiv auf die Mitgliedschaft vorbereitet und in Punkt 3) wird bekr&auml;ftigt, f&uuml;r sie Sicherheit zu gew&auml;hrleisten. Also wird man sich vorher &uuml;berlegen, ob man sie im B&uuml;ndnis haben will. Es ist schwer vorstellbar, dass der &Uuml;bertritt eines NATO-Partners in die Mitgliedschaft auf vergleichbare, &ouml;ffentlich gemachte Schwierigkeiten st&ouml;&szlig;t wie der Eintritt der T&uuml;rkei in die EU. <\/p>\n<p>&ndash; Mit dem Wort &bdquo;Erweiterung&ldquo; f&uuml;hlt man sich auch nicht richtig wohl, da ja die Partner bereits Partner sind, denen auf dem Weg zur Mitgliedschaft &ndash; nicht nur milit&auml;risch sondern auch politisch und wirtschaftlich &ndash; geholfen wird. Mit der &bdquo;offenen T&uuml;r&ldquo; sind auch die wenigen L&auml;nder gemeint, die noch keine Partner sind, beispielsweise Afghanistan. <\/p>\n<p>Punkt 99)<\/p>\n<p>&bdquo;Im Lichte der operationellen Erfahrungen der NATO und des sich ver&auml;ndernden, komplexen Sicherheitsumfelds ist ein umfassender politischer, ziviler und milit&auml;rischer Ansatz bei der Krisenbew&auml;ltigung und der kooperativen Sicherheit von wesentlicher Bedeutung. &hellip; Der umfassende Ansatz f&ouml;rdert mehr Koh&auml;renz innerhalb der eigenen Strukturen und Aktivit&auml;ten der NATO. Dar&uuml;ber hinaus hat die NATO eine bescheidene, aber angemessene zivile F&auml;higkeit im Einklang mit den Beschl&uuml;ssen des Gipfeltreffens in Lissabon entwickelt. Als Teil des Beitrags der NATO zu einem umfassenden Ansatz der internationalen Gemeinschaft werden wir die Zusammenarbeit mit Partnernationen und mit anderen Akteuren, einschlie&szlig;lich anderer internationaler Organisationen wie der Vereinten Nationen, der Europ&auml;ischen Union und der Organisation f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, sowie mit nichtstaatlichen Organisationen im Einklang mit unseren gefassten Beschl&uuml;ssen ausbauen. &hellip;&ldquo;<\/p>\n<p>&ndash; Und was sagen &bdquo;andere Akteure&ldquo;, wie die EU, zu der von der NATO entwickelten &bdquo;bescheidenen, aber angemessenen zivilen F&auml;higkeit&ldquo; und dem in Aussicht gestellten Ausbau der Zusammenarbeit? Fand die EU die Zusammenarbeit bisher zufriedenstellend? Und wenn nicht, dann hat man bisher auch dazu wenig geh&ouml;rt.<\/p>\n<p>&ndash; Siehe auch: (<a href=\"http:\/\/nato.diplo.de.\/Vertretung\/nato\/de\/06\/Gipfelerkl%C3%A4rungen\/wales-gipfel-2913.html\">nato.diplo.de.\/Vertretung\/nato\/de\/06\/Gipfelerkl&auml;rungen\/wales-gipfel-2913.html<\/a>)<br>\n&ndash; Erkl&auml;rung von Wales zu den Streitkr&auml;ften<br>\n&ndash; Erkl&auml;rung von Wales zu Afghanistan<br>\n&ndash; Erkl&auml;rung von Wales zum transatlantischen Bund<br>\n&ndash; Gemeinsame Erkl&auml;rung der NATO-Ukraine-Kommission<\/p>\n<p>&ndash; Mit den Fl&uuml;chtlingen aus den Krisengebieten hat sich der Gipfel nicht befasst. &ndash;<\/p>\n<p>Meine &Uuml;berlegungen zu der Gipfelerkl&auml;rung von Wales sind laienhaft. Mit milit&auml;rischen Belangen bin ich nicht vertraut. Ich habe einen deutschen Personalausweis und wollte mich &uuml;ber Entscheidungen informieren, die auf dem Gipfel getroffen worden sind. Wenn die h&ouml;chsten demokratisch gew&auml;hlten Repr&auml;sentanten der Staaten des westlichen B&uuml;ndnisses von den obersten Befehlshabern &uuml;ber alle Waffensysteme, die der NATO &bdquo;selbst&ldquo; zur Verf&uuml;gung stehen, zu einem Gipfel geladen werden, geht es gegenw&auml;rtig um alles, was f&uuml;r unsere Lebensumst&auml;nde wichtig ist.<\/p>\n<p>Von dieser Gipfelerkl&auml;rung habe ich nicht viel verstanden. Verschachtelte S&auml;tze in Teile zu zerlegen, brachte wenig. Was die Begriffe beinhalten, kann ich nicht absch&auml;tzen. Von den Folgen derer Umsetzungen ganz zu schweigen. Selbst wenn diese definiert w&auml;ren, w&auml;ren sie nicht absehbar. Die Gefahren, die ich sehe und die Bef&uuml;rchtungen, die ich hege, haben sich nicht vermindert. Ich habe einen Eindruck gewonnen vom Kosmos des Milit&auml;rischen Sektors.<\/p>\n<p>&Uuml;berdies bin ich nicht in der Lage, mich mit allen 113 Punkten der Erkl&auml;rung zu befassen. Daher ist die Auswahl der oben angef&uuml;hrten Zitate zuf&auml;llig.<\/p><\/li>\n<li><strong>Big Data und das Handy der Kanzlerin<\/strong><br>\n&nbsp;<br>\nDie deutsche &Ouml;ffentlichkeit ist &uuml;berschwemmt von Trivia. So war das Abh&ouml;ren von Frau Merkels Handy zuv&ouml;rderst Sensation. Durch die Enth&uuml;llungen Snowdens hat nun jeder einen Begriff von globalen Datenbanken. Der Staubsauger des Datensammelns kennt keine unzug&auml;nglichen Ecken. Datenbanken werden zusammengef&uuml;hrt, nach festgelegten Programmen gefiltert, wiederholt gefiltert, kategorisiert, sind variabel auf jeder Ebene abrufbar, usw. Auf den obersten Ebenen spucken sie wohl &uuml;berschaubare Handlungsalternativen f&uuml;r Entscheidungstr&auml;ger aus. Nach welchen Gesichtspunkten definiert, kategorisiert, programmiert, korrigiert, mehr oder weniger intelligent ausgewertet und mehr oder weniger objektiv &uuml;berwacht wird, bleibt geheim. Auch Snowdens Enth&uuml;llungen werden wohl eher das breite Spektrum dessen darlegen, was alles gesammelt wird, weniger auf die Frage &bdquo;f&uuml;r was?&ldquo; aussagen. Der staatlichen (und nicht-staatlichen) Sammelwut beizukommen, ist bis jetzt weder der Legislative mit parlamentarischem Untersuchungsausschuss noch Justitia gelungen.&nbsp;<br>\n&nbsp;<br>\n&ndash; Dass Informationen aus dem Handy der Bundeskanzlerin der BRD in diesem System von hohem Interesse sind und nicht schon auf unteren Ebenen ausgefiltert werden, darf man annehmen. Die Frage nach Freundschaft geh&ouml;rt dabei ins Poesiealbum und auf die Boulevards. Aber dass das Handy der Kanzlerin f&uuml;r die NSA interessant sein sollte, ist nicht der Punkt, ist sie doch glaubhaft f&uuml;r die Pr&auml;vention von Terrorismus zust&auml;ndig. Und wenn es die NSA ist, die Staubsauger bet&auml;tigt, was ich nicht wei&szlig;, so ist sie allerdings nicht die einzige Beh&ouml;rde der Exekutive, die Daten nutzt.<br>\n&nbsp;<br>\nDer amerikanische Technologievorsprung basiert vorwiegend auf milit&auml;rischen Forschungen und die Informationstechnologie ist ein wichtiger Faktor im F&uuml;hrungsanspruch. Reagan verk&uuml;ndete Anfang der achtziger Jahre ein Raketenabwehrsystem, das auch &bdquo;Krieg der Sterne&ldquo; genannt wurde und an dessen Realisierung viele damals nicht glaubten. Heute geh&ouml;rt Cyber- und Raketenabwehr zu jedem NATO-Man&ouml;ver. Auch die 113 Punkte-Zusammenstellung des Wales Gipfels ist ohne Rechnerprogramm nicht denkbar. Dieses Dokument ist die Auswertung einer engmaschigen virtuellen Welt, die durch Einspeisungen up-to-date gehalten wird. Selbstverst&auml;ndlich haben hier die &Auml;u&szlig;erungen der deutschen Bundeskanzlerin einen Stellenwert. Nach Auswertungen und Strategieentscheidung an der Spitze gehen Handlungsanweisungen und -befugnisse auf den Weg der Umsetzung. Das Datennetz ist keine Einbahnstra&szlig;e der Staubsauger, sondern ein Polymernetzwerk mit Zu- und Abg&auml;ngen. &nbsp;\n<p>In diesem geschichtstr&auml;chtigen Jahr ist von klugen K&ouml;pfen viel &uuml;ber die Schlafwandler des vergangenen Jahrhunderts gesprochen und geschrieben worden. Man mag sich nicht vorstellen, was noch geschehen muss, bis die Foren der &Ouml;ffentlichen &ndash; weder mit allgemein bekannten K&ouml;pfen und deren allgemein bekannten divergierenden Meinungen, noch auf Boulevardniveau &ndash; eine Enth&uuml;llung wie &bdquo;Fuck the EU&ldquo; zum Anlass nehmen, dem Kontext vom Stand der Dinge in den atlantischen Beziehungen nachzugehen. Wo immer man in den atlantischen Netzwerken dar&uuml;ber spricht, wenn &uuml;berhaupt, ist es wohl unter vorgehaltener Hand.<\/p><\/li>\n<li><strong>Demokratie und der Primat der Politik<\/strong>\n<p>Ohne den Primat der Politik ist Demokratie eine Chim&auml;re. <\/p>\n<p>Wie schwach die Politik gegen&uuml;ber Wirtschaft und Finanzwesen ist, haben wir im vergangenen Jahrzehnt gelernt und sehen es immer noch bei CETA, den Geheimverhandlungen TTIP in der EU, oder der B&ouml;rsentransaktionsteuer. Die Frage ist letztlich, ob die Soziale Marktwirtschaft, unser &bdquo;dritter Weg,&ldquo; &uuml;berleben kann oder das Adjektiv &bdquo;sozial&ldquo; gestrichen werden muss.<\/p>\n<p>Bei der Frage des Primats der Politik &uuml;ber den milit&auml;rischen Sektor stehen wir noch am Anfang. &Uuml;ber milit&auml;rische Eins&auml;tze der Bundesrepublik entscheidet die Exekutive. Der Legislative steht bei Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr einzig der Parlamentsvorbehalt als Kontrollfunktion zur Verf&uuml;gung. Es wird jeweils &ouml;ffentlich dar&uuml;ber gestritten, ob eine deutsche Beteiligung an NATO-Operationen unter den Parlamentsvorbehalt des Auslandseinsatzes f&auml;llt und daher mehrheitlich der Zustimmung des Bundestags bedarf oder nicht. Und es wird versucht, diese H&uuml;rde zu kippen. Die Erkl&auml;rung von Wales wird die Diskussion dar&uuml;ber anheizen, hat sie sich doch bereits dieser Tage &uuml;ber die Drohnen f&uuml;r die Ostukraine entz&uuml;ndet. <\/p>\n<p>Ich bin &uuml;berzeugt davon, dass der Primat der Politik &uuml;ber den milit&auml;rischen Sektor essentieller Bestandteil der Demokratie ist. Aber ich sehe nicht klar, wo und auf welche Weise dieser Primat von der Bundesregierung ausge&uuml;bt wird, auch nicht als identifizierbarer Bestandteil in den 113 Punkten der Gipfelerkl&auml;rung von Wales. Der Primat der Politik scheint offen bis hin zu der Frage der Souver&auml;nit&auml;t.<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Dabei m&ouml;chte ich es belassen, Herr M&uuml;ller.<\/p><p>Es gr&uuml;&szlig;t Sie Ihre Leserin<br>\nM.S.-G.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Anmerkung:<\/strong> Wir halten den Brief f&uuml;r sehr interessant, d.h. allerdings nicht, dass wir alle Aussagen &uuml;berpr&uuml;ft haben und uns Schlussfolgerungen und Bewertungen zu eigen machen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,184,181,103],"tags":[358,466,1554,397,799],"class_list":["post-23617","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-ueberwachung","category-europapolitik","category-leserbriefe","tag-bundeswehr","tag-nato","tag-orwell-2-0","tag-ostpolitik","tag-polen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23617"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23617\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23619,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23617\/revisions\/23619"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23617"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}