{"id":23626,"date":"2014-10-17T09:56:49","date_gmt":"2014-10-17T07:56:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23626"},"modified":"2024-09-24T23:19:53","modified_gmt":"2024-09-24T21:19:53","slug":"wider-die-demografie-demagogie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23626","title":{"rendered":"Wider die Demografie-Demagogie"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Die Demagogie mit der Demografie&ldquo; ist der Titel einer gerade bei <a href=\"http:\/\/www.klartext-info.de\/\">KLARtext e.V.<\/a>, einem kleinen Frankfurter Verein, der schon des &Ouml;fteren &ndash; beispielsweise <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11298\">hier<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21109\">hier<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21653\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/33\/33269\/1.html\">hier<\/a> &ndash; von sich reden machte, erschienenen Brosch&uuml;re. Auch die aktuelle Publikation ist dabei wieder dem Ziel verpflichtet, aufzuzeigen und zu argumentieren: &bdquo;Die Grenzen verlaufen zwischen oben und unten, nicht zwischen den V&ouml;lkern&ldquo;. Wie wichtig derlei auch und gerade in Bezug auf die vermeintliche &bdquo;&Uuml;beralterung&ldquo; unseres Landes ist, offenbart bereits ein fl&uuml;chtiger Blick in den deutschen Bl&auml;tterwald. Denn immer wieder ist es die Demografie, die als vermeintlicher Nachweis daf&uuml;r herhalten muss, dass sich &bdquo;die Gesellschaft&ldquo; ihre sozialen Sicherungssysteme nicht mehr leisten k&ouml;nne und &bdquo;reformiert&ldquo; werden m&uuml;sse. Doch stimmt das &uuml;berhaupt? <strong>Jens Wernicke<\/strong> sprach hierzu mit <strong>G&uuml;nter Berg<\/strong>, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac und neben Gerd Bosbach dem zweiten Autor der Ver&ouml;ffentlichung.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr Berg, was ist dran an der Vorstellung, die Alten w&uuml;rden auf Kosten der Jungen leben?<\/strong><\/p><p>Nichts! Oder besser gesagt: Es ist ein gedanklicher Kurzschluss, der da aus dem Demografischen Wandel gezogen wird &ndash; und zwar mit fatalen Folgen. <\/p><p><strong>Wie meinen Sie das?<\/strong><\/p><p>Nun, argumentiert wird hier mit der verbreiteten Vorstellung einer angeblich demografisch bedingten Rentnerlast. Sie kennen doch das Bild, wo auf den Schultern eines Kleinkindes viele Alte aufgereiht sind. <\/p><p>Der Kommentar dazu lautet: Wenn die Deutschen immer weniger Kinder kriegen und die Alten immer &auml;lter werden, muss gegengesteuert werden, um unsere Altersvorsorge zukunftsfest zu machen. Denn heute m&uuml;ssen vier Erwerbsf&auml;hige einen Rentner mit ern&auml;hren, im Jahr 2050 werden es nur noch zwei sein. Die Versorgungslast verdoppelt sich also. <\/p><p>Die Folge hiervon war dann die Agenda 2010 mit den Hartz-IV-Gesetzen, den drastischen Rentenk&uuml;rzungen und der Rente mit 67 &ndash; und zwar im Namen der Generationengerechtigkeit! <\/p><p><strong>Wo liegt denn da der Kurzschluss, den Sie meinen?<\/strong><\/p><p>Der gedankliche Kurzschluss liegt darin, dass aus dem sich ver&auml;ndernden quantitativen Verh&auml;ltnis zweier Altersgruppen direkt auf ein drohendes Versorgungsproblem geschlossen wird. <\/p><p>Diese Vorstellung hat eine hohe Plausibilit&auml;t &ndash; allerdings nur, wenn man von den tats&auml;chlichen &ouml;konomischen Verh&auml;ltnissen in der Gesellschaft abstrahiert. <\/p><p><strong>Was hei&szlig;t das bitte?<\/strong><\/p><p>Entscheidend ist die Produktivit&auml;t der Arbeit. In vor-industriellen Zeiten war die Versorgung der Alten in der Tat unmittelbar abh&auml;ngig von der Anzahl der t&auml;tigen H&auml;nde. Daher war der Kinderreichtum auch eine &Uuml;berlebensfrage. Wir leben aber nicht mehr im Mittelalter, sondern in einer hoch entwickelten Industriegesellschaft. Und die ist gekennzeichnet durch eine enorme Steigerung der Produktivit&auml;t, durch Einsatz moderner Maschinen und die Automatisierung von Arbeitsabl&auml;ufen. Wir haben nicht etwa ein Mangel-, sondern vielmehr ein &Uuml;berflussproblem. <\/p><p><strong>&Uuml;berfluss&hellip;?<\/strong><\/p><p>Damit meine ich, dass genug Produktivit&auml;t und Wohlstand f&uuml;r alle da w&auml;ren &ndash; wenn die gesellschaftliche Ordnung mehr den Menschen und weniger dem Profit diente&hellip;&nbsp;<\/p><p><strong>Was die Alterssicherung betrifft k&ouml;nnen wir uns also ganz auf die Produktivit&auml;tssteigerung verlassen?<\/strong> <\/p><p>Jain! Und zwar deshalb, weil, wie gesagt, das Erwirtschaftete eben sehr ungleich verteilt wird. Das h&auml;ngt damit zusammen, dass wir &ndash; vereinfacht gesagt &ndash; zwei Gruppen von Erwerbst&auml;tigen haben: Die einen sind lohnabh&auml;ngig und leben von ihrer Arbeit, die anderen sind selbst&auml;ndig und leben vom Warenumsatz ihrer Unternehmen bzw. von ihren angeh&auml;uften Verm&ouml;gen. <\/p><p>Der Rentenanspruch der Lohnabh&auml;ngigen richtet sich bekanntlich nach deren Besch&auml;ftigungszeit und Lohnh&ouml;he. Und da die Wettbewerbsf&auml;higkeit von Unternehmen um so besser ist, je niedriger die Lohn- und Lohnnebenkosten sind, haben die abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten es hier schwer, an dem von ihnen erwirtschafteten Wohlstand leistungsgerecht teilzuhaben &ndash; sowohl w&auml;hrend ihrer Erwerbst&auml;tigkeit als auch danach. Hier hat die Schere zwischen Arm und Reich ihren Ursprung. <\/p><p><strong>Wenn ich Sie richtig verstehe, ist insofern auch die Betrachtung von jungen &bdquo;Erwerbsf&auml;higen&ldquo; auf der einen und alten &bdquo;Nicht-Mehr-Erwerbsf&auml;higen&ldquo; auf der anderen Seite generell ungeeignet zur Erkl&auml;rung der Lastenverteilung in unserer Gesellschaft?<\/strong><\/p><p>So ist es. Die Kostenproblematik in der Privatwirtschaft f&uuml;hrt dazu, dass Arbeitspl&auml;tze wegrationalisiert werden und der Lohndruck steigt. Mit der digitalen Revolution wird sich diese Entwicklung noch erheblich versch&auml;rfen. Unter diesen Bedingungen haben wir tats&auml;chlich ein Versorgungsproblem &ndash; ganz unabh&auml;ngig allerdings von Jung oder Alt: &bdquo;Es ist nicht mehr genug Arbeit f&uuml;r alle da!&ldquo;, hei&szlig;t es da. Denn von der enormen Produktivit&auml;tssteigerung profitieren eben nicht alle. Immer weniger Erwerbsf&auml;hige erhalten die Chance auf einen Arbeitsplatz bzw. auf einen existenzsichernden Lohn. Gleichzeitig konzentriert sich der Wohlstand in den H&auml;nden gro&szlig;er Unternehmerfamilien, von Shareholdern, Spitzenmanagern, Bankern und Finanzjongleuren. Und zwar nicht nur w&auml;hrend ihrer aktiven Zeit, sondern auch danach. <\/p><p>So war etwa gerade zu lesen, dass der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche, mit einer &bdquo;Rente&ldquo; von 35 Millionen Euro in den Ruhestand gehen wird. Wer lebt in diesem Lande also auf wessen Kosten?, frage ich Sie. <\/p><p><strong>Wir haben demnach kein demografisch bedingtes Versorgungsproblem, sondern eine soziale Spaltung, die quer durch alle Altersgruppen verl&auml;uft?<\/strong><\/p><p>Ja. Die ungleiche Teilhabe aufgrund unterschiedlicher Einkommensquellen f&uuml;hrt quasi zu Parallelgesellschaften. Die Gewinner dieses Wirtschaftssystems schicken ihre Kinder auf Privatschulen und Elite-Unis. Die Kinder der anderen m&uuml;ssen mit &ouml;ffentlichen Schulen und Massen-Unis Vorlieb nehmen, die aufgrund leerer Staatskassen in einem immer trostloseren Zustand sind. Entsprechend gegens&auml;tzlich sind auch die Berufsperspektiven. Auf die einen warten gut dotierte Leitungspositionen, w&auml;hrend die anderen der Eigendynamik eines flexibilisierten Arbeitsmarktes ausgesetzt sind. Und die propagierte Privatvorsorge f&uuml;rs Alter ist f&uuml;r die einen eh kein Problem: Sie d&uuml;rfen sich auf einen angenehmen Lebensabend in der eigenen Villa oder wenigstens in einer privaten Senioren-Residenz freuen. Auf die anderen warten Altersarmut und Pflegeheime mit &uuml;berlastetem Personal. <\/p><p><strong>Sehen Sie die Demografie-Debatte denn als reines Ablenkungsman&ouml;ver, um die &Ouml;ffentlichkeit zu t&auml;uschen?<\/strong><\/p><p>Unsere Demografie-Experten ignorieren mit ihrer eingeschr&auml;nkten Sicht auf die nackten Bev&ouml;lkerungszahlen die realen Lebensverh&auml;ltnisse und kommen so zu der d&uuml;mmlichen Diagnose, die Alten w&uuml;rden die Jungen ausbeuten. Sie liefern damit die Legitimation zu einer massiven Rentenk&uuml;rzungspolitik, die junge wie alte Kleinverdiener dann gleicherma&szlig;en trifft. Was ist das anderes als Volksverdummung oder Demagogie, die auf eine gewisse Plausibilit&auml;t setzt und damit Breitenwirkung erzielt? Derlei funktioniert bedauerlicherweise immer wieder ganz gut, wie wir aus der Geschichte wissen. <\/p><p><strong>Wie meinen Sie das?<\/strong><\/p><p>Nun, die Propaganda mit der &bdquo;&Uuml;beralterung&ldquo; gab es schon zu NS-Zeiten. Am Ende der Weimarer Republik legte beispielsweise ein gewisser Friedrich Burgd&ouml;rfer, damals Abteilungsleiter beim Statistischen Reichsamt in Berlin und renommierter Bev&ouml;lkerungswissenschaftler, mit einem Standardwerk von 1932 eine der pseudo-wissenschaftliche Grundlagen f&uuml;r die NS-Ideologie. Das Buch hie&szlig; bezeichnenderweise &bdquo;Volk ohne Jugend &ndash; Geburtenschwund und &Uuml;beralterung des deutschen Volksk&ouml;rpers&ldquo;. Er prognostizierte damals, man h&ouml;re und staune, eine Verdopplung der Zahl der Rentner bis 1975 &ndash; was schlie&szlig;lich dazu f&uuml;hren w&uuml;rde, dass dann zwei Erwerbst&auml;tige einen Rentner mit ern&auml;hren m&uuml;ssten! Die Alten w&uuml;rden damit zu einer Last f&uuml;r die Jungen! <\/p><p>Wir sehen, es ist dasselbe Bild, das uns auch heute wieder entgegengehalten wird. Und wir wissen, dass diese d&uuml;stere Prognose damals schon falsch war. Die f&uuml;r die 60er und 70er Jahre vorhergesagte &bdquo;&Uuml;beralterung&ldquo; vertrug sich nicht nur gut mit steigenden Renten und verk&uuml;rzter Lebensarbeitszeit, sondern beide waren sogar tragende S&auml;ulen der bundesdeutschen Wohlstandsgesellschaft. <\/p><p><strong>Welche Rolle spielt denn heute die amtliche Statistik bei der Dramatisierung des Demografischen Wandels? <\/strong><\/p><p>Aufgabe der amtlichen Statistik ist es, verl&auml;ssliche Daten zur Bev&ouml;lkerungsentwicklung zu erheben und zu ver&ouml;ffentlichen. Und das tut sie auch. Aber mit den sogenannten Vorausberechnungen wird diese Entwicklung dann auf Jahrzehnte hinaus verl&auml;ngert und zugespitzt und l&auml;sst sich von interessierter Seite wunderbar als Grundlage f&uuml;r Horrorszenarien politisch missbrauchen. <\/p><p>So reicht beispielsweise die amtliche <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Publikationen\/Thematisch\/Bevoelkerung\/VorausberechnungBevoelkerung\/BevoelkerungDeutschland2060Presse5124204099004.pdf?__blob=publicationFile\">&bdquo;12. Koordinierte Vorausberechnung&ldquo; [PDF]<\/a> bis ins Jahr 2060! Gerd Bosbach, engagierter Statistikprofessor und den Lesern der Nachdenkseiten wohl bestens bekannt, hat hier bereits darauf hingewiesen, dass das einzig und allein Kaffeesatzleserei ist. <\/p><p>Statt derlei zu betreiben, w&auml;re es Aufgabe der amtlichen Statistik, Aufkl&auml;rung zu betreiben und der unsinnigen Interpretation der Vorausberechnungen entschieden entgegenzutreten anstatt diese noch weiter zu bef&ouml;rdern. Sie profitiert jedoch zu sehr von der &ouml;ffentlichen Aufmerksamkeit, die sie gerade durch ihre Vorausberechnungen erh&auml;lt, sodass Politik und Statistik so quasi Hand in Hand arbeiten&hellip; <\/p><p><strong>Das erkl&auml;rt aber noch nicht, weshalb der &bdquo;Demografische Wandel&ldquo; als &ouml;ffentliches Thema so popul&auml;r geworden ist.<\/strong><\/p><p>Nun ja, an vorderster Front bei der Verbreitung und Dramatisierung der Demografie sehe ich die <em><a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-24D32AC3-54F51993\/bst\/hs.xsl\/371.htm\">Bertelsmann-Stiftung<\/a><\/em> und das <em><a href=\"http:\/\/www.berlin-institut.org\/online-handbuchdemografie.html\">Berlin-Institut f&uuml;r Bev&ouml;lkerung und Entwicklung<\/a><\/em>. Unter kr&auml;ftiger Zuarbeit dieser beiden Think-Tanks hat im vergangenen Jahrzehnt eine Art Institutionalisierung des Themas in der gesamten &ouml;ffentlichen Verwaltung stattgefunden. Bund und L&auml;nder haben jeweils eigene Stabsstellen und Referate eingerichtet, die j&auml;hrliche &bdquo;Demografie-Berichte&ldquo; erstellen. Und die Kanzlerin hat just zum Jahresanfang den Demografischen Wandel noch &ndash; neben der Globalisierung &ndash; zur gr&ouml;&szlig;ten politischen Herausforderung erkl&auml;rt. Er dient dabei als wichtigste Begr&uuml;ndung, den Sozialstaat zu schrumpfen. Auch wenn gegenw&auml;rtig die au&szlig;enpolitischen Themen dominieren &ndash; das Thema Demografie wird uns erhalten bleiben, weil es bestens geeignet ist, eine Politik gegen die Interessen der Mehrheit in diesem Lande durchzusetzen. Das betrifft dabei nicht nur die Rentenfrage. Denn auch bei Themen wie der Finanzierung von Gesundheitsleistungen und anderen werden Alte gegen Junge ausgespielt&hellip; <\/p><p><strong>Vielleicht k&ouml;nnen Sie abschlie&szlig;end diesen Punkt des Gegeneinander-Ausspielens noch pr&auml;zisieren?<\/strong> <\/p><p>Ja. Ich denke, wir bewegen uns mit der demografisch verengten Sicht auf einem sehr d&uuml;nnen zivilisatorischen Eis. Denn sie war immer schon verkn&uuml;pft mit der Unterscheidung zwischen produktiven und unproduktiven Bev&ouml;lkerungsgruppen, zwischen erw&uuml;nschtem und unerw&uuml;nschtem Leben. <\/p><p>So forderte der NS-Ideologe Burgd&ouml;rfer seinerzeit beispielsweise, durch eine selektive Reproduktion &bdquo;den qualitativ hochwertigen Volksteil gegen die proletarischen unteren Volksschichten zu verteidigen und D&auml;mme gegen die slawische Flut der Einwanderer&ldquo; zu errichten. <\/p><p>In verd&auml;chtiger N&auml;he zu diesem Gedankengut des Rassismus und Sozialdarwinismus liegen auch aktuelle Debattenbeitr&auml;ge. Beispielsweise jene eines Prof. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn, der die &bdquo;Hartz-IV-Bev&ouml;lkerung&ldquo; als parasit&auml;ren Teil der Bev&ouml;lkerung dem &bdquo;leistenden Bev&ouml;lkerungsteil&ldquo; gegen&uuml;berstellt und das Elterngeld als &bdquo;Vermehrungspr&auml;mie f&uuml;r Sozialhilfem&uuml;tter&ldquo; verunglimpft. Oder auch die kruden Thesen eines Thilo Sarrazin, der in bildungsfernen Familien mit Migrationshintergrund ein Bedrohungspotenzial sieht, weil sie &bdquo;lauter kleine Kopftuchm&auml;dchen&ldquo; produzierten, die keinen produktiven Beitrag f&uuml;r die Gesellschaft leisten, sondern nur unsere Sozialsysteme belasten w&uuml;rden. <\/p><p>Und das sind nicht die einzigen Vertreter unserer vermeintlichen Leistungselite, die sich in bedenklicher Weise zu Wort gemeldet haben. So wurde beispielsweise vom Bundespr&auml;sidenten a. D. Roman Herzog angesichts der &bdquo;kommenden Rentnerrepublik&ldquo; schon &uuml;ber Einschr&auml;nkungen des Wahlrechts f&uuml;r Alte nachgedacht. Und wurde Philipp Mi&szlig;felder mit seiner Forderung nach Rationierung von Gesundheitsleistungen f&uuml;r Alte bekannt. Kurzum: Die Geschichte zeigt, dass besonders in Krisenzeiten solche Gedankeng&auml;nge zunehmen und schlie&szlig;lich fatale Folgen zeitigen k&ouml;nnen. Ich denke, da ist noch viel wichtige Aufkl&auml;rungsarbeit zu leisten. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>G&uuml;nter Berg<\/strong> (Dr. phil.) ist Soziologe und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac. Er war hauptberuflich als Referent im Statistischen Landesamt Berlin, sp&auml;ter als stellv. Referatsleiter im Innenministerium Brandenburg, t&auml;tig. Er ist heute publizistisch t&auml;tig mit den Arbeitsschwerpunkten  Demografie, Alltags- und Krisenbewusstsein, Politische &Ouml;konomie.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><p>G&uuml;nter Berg, Gerd Bosbach: &bdquo;Mehr Alte, weniger Kinder &ndash; Katastrophe? &ndash; Die Demagogie mit der Demografie&ldquo;, KLARtext e.V., Frankfurt 2014 <\/p><p>Thomas Etzem&uuml;ller: &bdquo;Ein ewigw&auml;hrender Untergang &ndash; der apokalyptische Bev&ouml;lkerungsdiskurs im 20. Jahrhundert&ldquo;, transcript Verlag, Bielefeld 2007<\/p><p>Tobias Wei&szlig;ert: &bdquo;Altersarmut durch Rentenreform&ldquo; Rhein-Main-B&uuml;ndnis gegen Sozialabbau und Billigl&ouml;hne, M&auml;rz 2013<\/p><p>&bdquo;&lsquo;Alte kassieren! Junge zahlen nur drauf!&lsquo; &ndash; Mythen und Fakten zur Rentenpolitik&ldquo;, luxemburg argumente Nr. 7, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin 2013<\/p><p>Christian Christen: &bdquo;Politische &Ouml;konomie der Alterssicherung &ndash; Kritik der Reformdebatte um Generationengerechtigkeit, Demographie und kapitalgedeckte Finanzierung&ldquo; Metropolis-Verlag, Marburg 2011<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/a99ddb9164284a46ae7368d2aa05b2a5\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Die Demagogie mit der Demografie&ldquo; ist der Titel einer gerade bei <a href=\"http:\/\/www.klartext-info.de\/\">KLARtext e.V.<\/a>, einem kleinen Frankfurter Verein, der schon des &Ouml;fteren &ndash; beispielsweise <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11298\">hier<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21109\">hier<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21653\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/33\/33269\/1.html\">hier<\/a> &ndash; von sich reden machte, erschienenen Brosch&uuml;re. Auch die aktuelle Publikation ist dabei wieder dem Ziel verpflichtet, aufzuzeigen und zu argumentieren: &bdquo;Die<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23626\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[155,209,123,146],"tags":[343,487,389,291],"class_list":["post-23626","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-demografische-entwicklung","category-interviews","category-kampagnentarnworteneusprech","category-soziale-gerechtigkeit","tag-luegen-mit-zahlen","tag-produktivitaet","tag-sozialrassismus","tag-verteilungsgerechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23626","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23626"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23626\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121893,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23626\/revisions\/121893"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}