{"id":2365,"date":"2007-05-28T10:59:47","date_gmt":"2007-05-28T08:59:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2365"},"modified":"2016-01-05T11:36:33","modified_gmt":"2016-01-05T10:36:33","slug":"al-gore-oder-aufwachen-wenn-das-kind-in-den-brunnen-gefallen-ist-schoen-aber-es-reicht-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2365","title":{"rendered":"Al Gore oder Aufwachen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Sch\u00f6n, aber es reicht nicht."},"content":{"rendered":"<p>Der fr&uuml;here Vizepr&auml;sident und Pr&auml;sidentschaftskandidat Al Gore beklagt in einem neuen Buch die Gefahr, die f&uuml;r die Demokratie aus der totalen Fernsehgesellschaft erw&auml;chst. Das ist eine ehrenwerte und wichtige Erkenntnis, aber ein bisschen sp&auml;t kommt sie schon. Wenn wir immer erst wach werden, wenn wichtige Bedingungen demokratischer und sozialer Verh&auml;ltnisse zerst&ouml;rt sind, dann findet das offensichtlich gro&szlig;es publizistisches Interesse, aber es ist gesellschaftspolitisch nicht sonderlich relevant. Was Al Gore jetzt schreibt, das wissen wir seit mehr als 30 Jahren. Genau in diesen 30 Jahren sind die Weichen immer wieder falsch gestellt worden und zwar so, dass wegen der auch von Al Gore beklagten Konzentration von Medienmacht die Verh&auml;ltnisse nur noch schwer zum Besseren gewendet werden k&ouml;nnen. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n&bdquo;Etwas ist entsetzlich schief gelaufen&ldquo;, meint Al Gore. Dass dies so kommt, wissen wir im konkreten Fall seit mehr als 30 Jahren. 1980 kandidierte ein unabh&auml;ngiger Pr&auml;sidentschaftskandidat gegen Reagan. Ich erinnere mich noch gut an ein Gespr&auml;ch mit ihm, dem gem&auml;&szlig;igten Republikaner John Anderson, im Januar 1981. Er beklagte bitter, dass die damalige Wahl eindeutig dadurch entschieden wurde, dass Reagan und die ihn steuernden konservativen Kreise &uuml;ber unendliche Mittel zur Finanzierung von Fernsehspots in kommerziellen Sendern und damit auch zur Beeinflussung der redaktionellen Arbeit in diesen Sendern verf&uuml;gten. Das sei entscheidend gewesen und habe mit Demokratie nichts mehr zu tun. Zu jener Zeit, zwischen 1978 und 1982 hat die Planungsabteilung des Bundeskanzleramtes in einer Reihe von Analysen f&uuml;r den damaligen Bundeskanzler Schmidt beschrieben, was auch auf unser Land und unsere Gesellschaft zukommt, wenn wir die totale Fernsehgesellschaft der USA auch nach Deutschland &uuml;bertragen. Ich war damals Leiter der Planungsabteilung und NachDenkSeiten-Mitherausgeber Wolfgang Lieb war Mitarbeiter unseres Stabes. Wir haben zwischen 1978 und 1982 ziemlich pr&auml;zise vorhergesagt, was auf unser Land zukommt, wenn wir das Fernsehangebot vermehren und gleichzeitig die Sender kommerzialisieren: eine Verringerung der personalen Kommunikation, eine Verst&auml;rkung der Beeinflussbarkeit und der M&ouml;glichkeit zu manipulieren, mehr vom Gleichen, noch gr&ouml;&szlig;erer Einfluss gro&szlig;er kommerzieller Interessen, Fazit: eine wirkliche Gefahr f&uuml;r die Substanz unserer Demokratie.<\/p><p>Bei unseren Analysen haben wir uns auf die damals schon erkennbaren Entwicklungen in den USA berufen. Wir warnten explizit vor einer Entwicklung in die Fernsehgesellschaft a la USA. Wo war Al Gore damals, als das Kind zumindest bei uns noch nicht in den Brunnen gefallen war? Wo war der Vizepr&auml;sident Al Gore, als sein Pr&auml;sident Clinton so gut mit einer der Symbolfiguren der Medien- Kommerzialisierung und -Konzentration, Rupert Murdoch, konnte? Mit Neil Postman und anderen Autoren der USA gab es auch dort genug kritische Stimmen. Wo war das offizielle Washington damals? H&auml;tte es von potenter Seite Warnungen gegeben, dann h&auml;tte bei uns, oder in Italien oder in Gro&szlig;britannien oder in Polen oder in Frankreich vielleicht das Schlimmste verhindert werden k&ouml;nnen. Dann w&auml;re es Bundeskanzler Kohl und seinem Telekommunikationsminister Schwarz-Schilling nach der Wende von 1982 nicht so leicht gefallen, mit dem Widerstand des Vorg&auml;ngers Helmut Schmidt gegen die Kommerzialisierung aufzur&auml;umen. Kanzler Schmidt und seine Planungsabteilung wurden damals von den Profiteuren der Kommerzialisierung in Regierung und Medien als &bdquo;Kulturpessimisten&ldquo; und &bdquo;Investitionshindernisse&ldquo; beschimpft. Dabei haben wir nichts anderes getan, als die Folgen von politischen Entscheidungen zu bedenken. Und Helmut Schmidt hat Nein dazu gesagt, die absehbar kritische Entwicklung auch noch mit &ouml;ffentlichem Geld zu subventionieren, wie das dann Kohl und sein Postminister kr&auml;ftig und mit Milliarden zu Gunsten privater Interessen taten.<\/p><p>F&uuml;r unsere Medien erscheint dennoch meist als neu, was Al Gore in seinem Buch beschreibt. Ausz&uuml;ge aus SpiegelOnline und der S&uuml;ddeutschen Zeitung mit Kommentierung Folgen in Anhang 1.<\/p><p>Es ist verdienstvoll, heute vor den Gefahren der Kommerzialisierung des Fernsehens und des Vielfernsehens zu warnen und das auch mit der kommunikativen Kraft eines Al Gore zu tun. Aber eigentlich w&uuml;rden wir uns f&uuml;r die Zukunft w&uuml;nschen, dass die politischen, die wissenschaftlichen und die medialen Meinungsf&uuml;hrer nicht erst aufbegehren, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Es gibt eine Reihe von Problemen und Entwicklungen, bei denen eine solche rechtzeitige Analyse kommender Gefahren und dessen, was man zu ihrer Vermeidung tun sollte, notwendig sind: Die Tendenz, Konflikte nicht durch Verst&auml;ndigung sondern milit&auml;risch l&ouml;sen zu wollen zum Beispiel. K&uuml;nftig werden wir uns damit herum zu schlagen haben, mit den psychischen Folgen des Elends fertig zu werden, das die neoliberale Bewegung angerichtet hat. Die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche und die sp&uuml;rbare Entsolidarisierung bleiben keineswegs folgenlos. Die systematische Zerst&ouml;rung des Vertrauens in die solidarische Altersvorsorge und die damit verbundene Besch&auml;digung der Gesetzlichen Rente wird in Kombination mit langer Arbeitslosigkeit vieler Menschen die Altersarmut zu einem gro&szlig;en Zukunftsproblem machen. Und so weiter. <\/p><p>Auch die von Al Gore beklagte Gef&auml;hrdung der Demokratie durch Kommerzialisierung und Konzentration der Medien wird uns als zentrales Problem auf Dauer begleiten. Wie nah uns in Europa die von Al Gore wieder einmal beschriebene Entwicklung seit langem ist, konnten wir schon im Italien Berlusconis studieren und jetzt wohl auch in Frankreich. Dazu Anlage 2.<\/p><p><strong>Anhang 1:<br>\nAusz&uuml;ge aus SpiegelOnline vom 23.5.2007 und S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 25.5.2007<\/strong><br>\n<em><br>\n&bdquo;Am detailliertesten &ndash; und &uuml;berzeugendsten &ndash; aber macht sich Gore &uuml;ber die &ldquo;Medien-Machiavellis&rdquo; her: Journalismus sei zum Entertainment verkommen, und das Fernsehen &ndash; ein Werkzeug der Manipulation mit dem einzigen Auftrag, Werbegelder einzufahren &ndash; flankiere mit seiner &ldquo;Simulation von Realit&auml;t&rdquo; die &ldquo;beispiellose und andauernde Kampagne der Massent&auml;uschung&rdquo; des Wei&szlig;en Hauses nur.<br>\nAll das vereint sich in Gores Augen zu einem apokalyptischen Strudel. In dem drohten die alten Werte der Republik &ndash; deren Entstehung er ausf&uuml;hrlich, einleuchtend und geradezu nostalgisch nachzeichnet &ndash; unterzugehen.<\/em><\/p><p>Gores Diagnose: Die Vernunft, einst Grundlage aller US-Politik, sei heute keinen Cent mehr wert. &ldquo;Vernunft, Logik und Wahrheit scheinen eine scharf reduzierte Rolle zu spielen dabei, wie Amerika wichtige Entscheidungen f&auml;llt&rdquo;, klagt er. Statt dessen werde Politik mit Gef&uuml;hlen gemacht &ndash; und mit perfide gesch&uuml;rter Angst. Die pawlowsche Reaktion des Volkes darauf, die Gore mit faszinierenden Ausfl&uuml;gen in die Verhaltensforschung illustriert, vergleicht er mit der von hypnotisierten H&uuml;hnern, einer etwas bizarren Erinnerung aus seiner Kindheit.<br>\n(SpiegelOnline von 23.5.2007)<\/p><p><strong>Kommentar AM:<\/strong> Dies konnte man schon lange wissen. Vor allem wegen dieser hier beschriebenen Gefahren haben wir uns entschlossen, die kritische Website www.NachDenkSeiten.de zu entwickeln und herauszugeben.<\/p><p><em>&bdquo;Wenn wir nichts unternehmen wird diese Demokratie sich nicht mehr selbst reparieren k&ouml;nnen.&lsquo;&lsquo; Schuld daran hat, so Gore, das Fernsehen.<\/em><br>\n(S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 25.5.07)<\/p><p><strong>Kommentar AM:<\/strong> Das sagen wir seit drei Jahrzehnten.<\/p><p><em>&bdquo;Das gedruckte Wort lade zu Reflexion und Partizipation ein, das Fernsehen nagle den Zuschauer mit einem immer raffinierter durchgef&uuml;hrten Gro&szlig;angriff auf die Sinne im Sessel fest, in einem quasi-hypnotischen Zustand der Passivit&auml;t.&ldquo;<\/em><br>\n(S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 25.5.07) <\/p><p><strong>Kommentar AM:<\/strong> Das k&ouml;nnte aus Neil Postmans &bdquo;Wir am&uuml;sieren uns zu Tode&ldquo; oder aus einem Papier der Planungsabteilung von 1978\/9 oder vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt pers&ouml;nlich stammen.<\/p><p><em>&bdquo;Und es liest sich anders. Nicht um Steuern oder Gesundheitspolitik geht es hier, nicht einmal um die Umwelt, sondern um den &ouml;ffentlichen Diskurs selbst, und seinen, so Gore, seit Jahrzehnten anhaltenden Niedergang. ,,Wenn wir nichts unternehmen wird diese Demokratie sich nicht mehr selbst reparieren k&ouml;nnen.&lsquo;&lsquo; Schuld daran hat, so Gore, das Fernsehen. Wie es dazu gekommen ist, das erkl&auml;rt er in einem Schnelldurchlauf von 500 Jahren Mediengeschichte. Wie Gutenbergs Buchdruck das Ende der Macht von Kirche und Monarchie einl&auml;uteten; wie der Geist der Aufkl&auml;rung in die Gr&uuml;ndung des amerikanischen Staats einging; wie Debatten, erst direkt, dann &uuml;ber die Presse, zum entscheidenden Werkzeug der fr&uuml;hen amerikanischen Demokratie wurden; und wie diese Bl&uuml;tezeit des politischen Diskurses dann mit der fl&auml;chendeckenden Popularit&auml;t von Radio und Fernsehen zum Ende kam. Das gedruckte Wort lade zu Reflexion und Partizipation ein, das Fernsehen nagle den Zuschauer mit einem immer raffinierter durchgef&uuml;hrten Gro&szlig;angriff auf die Sinne im Sessel fest, in einem quasi-hypnotischen Zustand der Passivit&auml;t.&ldquo;<\/em><br>\n(S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 25.5.07) <\/p><p><strong>Kommentar AM:<\/strong> Auch das k&ouml;nnte aus Helmut Schmidts &bdquo;Pl&auml;doyer f&uuml;r einen fernsehfreien Tag&ldquo;, ver&ouml;ffentlicht in der &bdquo;Zeit&ldquo; im Mai 1978, stammen.<\/p><p><em>&bdquo;Fernsehen macht also dumm. Hatte man das nicht schon irgendwo geh&ouml;rt? Doch Gore gelingt es wider Erwarten tats&auml;chlich, darzulegen wie das amerikanische Fernsehen, unterst&uuml;tzt von einer Gesetzgebung, die die Nivellierung der Inhalte und die Konzentration der Sender stets bef&ouml;rderte, immer mehr zu einem Medium der Einschl&auml;ferung und T&auml;uschung wurde. Die Wahlk&auml;mpfe, die zu Wettbewerben um die l&auml;ngsten und schlagkr&auml;ftigsten Werbespots geworden seien, f&uuml;hrt er als Beispiele daf&uuml;r an, wie Partizipation und Debatte auf der Strecke geblieben sind.&ldquo;<\/em><br>\n(S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 25.5.07)<\/p><p><strong>Kommentar AM:<\/strong> Unsere Prognose am Ende der 70er war genau das: Die Vermehrung der Programme und ihre Kommerzialisierung f&uuml;hrt nicht zu mehr Vielfalt, wie von der damaligen Propaganda versprochen worden war, sondern zu mehr Einfalt, wie wir damals sagten und schrieben.<br>\nDie Konzentration der Sender gibt es auch praktisch von Anfang an. Bei Leo Kirch und bei Bertelsmann bildeten sich jeweils eine Sendergruppe. Und die &ouml;ffentlich-rechtlichen Programme passten sich unter dem Druck des Kampfes um Einschaltquoten oder aus Verbundenheit mit den kommerziellen Machern den Kommerzsendern an.<br>\nVon Verbl&ouml;dung durch das Fernsehen sprach &uuml;brigens schon Erich B&ouml;hme als Res&uuml;mee seiner Erfahrung als Talkmaster in den neunziger Jahren. In meinem Buch &bdquo;Machtwahn&ldquo; gibt es einen besonderen Abschnitt im Kapitel IV &uuml;ber die Folgen der neoliberalen Bewegung: &bdquo;Ein neuer Bildungsnotstand: Verwahrlosung durch Kommerzialisierung&ldquo;. Dort hei&szlig;t es am Schluss: &bdquo;Neoliberalismus und Demokratie vertragen sich nicht. Der praktizierte Neoliberalismus ist im Kern keine liberale, sondern eine feudalistische Bewegung.&ldquo;<br>\nUnd dann wird auch noch belegt, wer am Zerst&ouml;rungswerk der demokratischen Grundstrukturen nicht nur politisch, sondern auch pers&ouml;nlich verdient hat. Genau jene, die in Deutschland die Kommerzialisierung des Fernsehens betrieben haben: der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, sein Postminister Schwarz-Schilling, dessen Nachfolger B&ouml;tsch, der damalige Finanzminister Waigel und so weiter. N&auml;heres dazu in einem <a href=\"?p=1150\">Auszug aus &bdquo;Machtwahn&ldquo;<\/a>.<\/p><p><strong>Anhang 2:<br>\nSarkozy und die Gefahr f&uuml;r die Demokratie in Frankreich.<\/strong><br>\nDazu hier ein Auszug aus 3sat Kulturzeit vom 21.5.07:<\/p><p><strong>&bdquo;Eine Hand w&auml;scht die andere<br>\nWie Nicolas Sarkozy sich die Medien zunutze macht<\/strong><\/p><p>Am 23. Mai 2007 wird Nicholas Sarkozy, der Mann, der Frankreich &ldquo;den Stolz&rdquo; auf die Nation zur&uuml;ckgeben will, offiziell zum Staatschef der Grande Nation gek&uuml;rt. Doch von Anfang an ist er nicht unumstritten: W&auml;hrend die einen seine analytischen F&auml;higkeiten sch&auml;tzen, nennen ihn die anderen einen Demagogen und warnen vor seinem Machthunger. Was vor allem bedenklich stimmt: Sarkozy versteht es, geschickt seine guten Medienkontakte f&uuml;r seine Zwecke zu nutzen.<\/p><p>Zu den engen Vertrauten des 52-J&auml;hrigen z&auml;hlen neben dem Bauunternehmer Martin Bouygues, der Trauzeuge bei Sarkozys Hochzeit mit seiner Cecilia war, dem Milliard&auml;r Vincent Ballor&eacute; und dem Pr&auml;sidenten des LVMH-Konzerns, Bernard Arnault, auch Frankreichs Medienzar Arnaud Lagad&egrave;re. Dieser ist nicht nur Besitzer des Rundfunksenders Europe 1, sondern auch Chef der Illustrierten &ldquo;Paris Match&rdquo; sowie diverser Provinzzeitungen. Auch Nicolas Beytout, Chefredakteur der konservativen Tageszeitung &ldquo;Le Figaro&rdquo;, z&auml;hlt zum Kreis der Sarkozy-Freunde, genauso wie der R&uuml;stungsunternehmer und Herausgeber des &ldquo;Figaro&rdquo;, Serge Dassault, sowie der Pr&auml;sident des Nachrichtensenders LCI, Jean-Claude Dassier.<\/p><p><strong>Gefahr f&uuml;r die Pressefreiheit<\/strong><br>\nIn Anbetracht dieser weitreichenden Kontakte sehen franz&ouml;sische Journalisten die Pressefreiheit gef&auml;hrdet &ndash; und liegen damit &ndash; wie einige bereits am eigenen Leib erfahren mussten &ndash; gar nicht so falsch. Der ehemalige Chef des &ldquo;Figaro Magazine&rdquo;, Joseph Mac&eacute;-Scaron, etwa berichtet: &ldquo;Ich habe das beim &lsquo;Figaro-Magazine&rsquo; erlebt: Wenn ich etwas schrieb, das nicht komplett auf der Sarkozy-Linie lag, bekam ich einen Anruf von Serge Dassault, dem Besitzer des &lsquo;Figaro&rsquo; und &lsquo;Figaro Magazines&rsquo;. Schlie&szlig;lich sollte Mac&eacute;-Scaron seine Texte und die gesamte Ausgabe dem Besitzer des Blattes vorlegen, damit dieser den Inhalt abnicke. Mac&eacute;-Scaron k&uuml;ndigte.<\/p><p>Ein weiteres &ldquo;Opfer&rdquo; der Sarkozy-Connection ist der &Ouml;konom und Soziologe Azouz Begag. Der ehemalige Minister hatte w&auml;hrend der Unruhen in den Banlieues im Jahr 2005 Sarkozys Wortwahl kritisiert. Dieser hatte die Randalierer als &ldquo;Gesindel&rdquo; tituliert. Seitdem wird Begag von den Medien boykottiert &ndash; Journalisten f&uuml;rchten um ihren Job. Denn &ldquo;Sarkozoni&rdquo;, wie der baldige Staatschef in Anlehnung an Italiens Berlusconi mittlerweile auch genannt wird, ist ein m&auml;chtiger Mann. Er habe aus all seinen Kontakten &ldquo;ein perfekt funktionierendes System&rdquo; gemacht, so Laurent Joffrin, Chefredakteur der linksliberalen &ldquo;Lib&eacute;ration&rdquo;. &ldquo;Eine Hand w&auml;scht die andere.&rdquo;&ldquo;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der fr&uuml;here Vizepr&auml;sident und Pr&auml;sidentschaftskandidat Al Gore beklagt in einem neuen Buch die Gefahr, die f&uuml;r die Demokratie aus der totalen Fernsehgesellschaft erw&auml;chst. Das ist eine ehrenwerte und wichtige Erkenntnis, aber ein bisschen sp&auml;t kommt sie schon. 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