{"id":23652,"date":"2014-10-21T09:13:13","date_gmt":"2014-10-21T07:13:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652"},"modified":"2014-10-21T09:13:13","modified_gmt":"2014-10-21T07:13:13","slug":"hinweise-des-tages-2237","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h01\">Piloten- und Lokf&uuml;hrerstreiks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h02\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h03\">Kleinrechnerei als Gro&szlig;betrug<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h04\">W&uuml;rde statt H&auml;rte &ndash; Hartz-IV-Sanktionen sind verfassungswidrig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h05\">TTIP &ndash; Kampf gegen die transnationale Verfassung der Konzerne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h06\">Wirtschaftsminister Gabriel, das Konjunktureinmaleins und der Mindestlohn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h07\">Piketty &ndash; Die Empirie als Waffe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h08\">Aufstand der Facebook-Fahrer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h09\">Gegen die Schere<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h10\">Lohnenswerte Anlage &ndash; Gut verdienen an der Auto-Maut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h11\">Das absurd-drakonische Strafsystem Amerikas<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h12\">Fl&uuml;chtlinge in den Zentralen des braunen Sumpfs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h13\">Anh&ouml;rung und Einreiseverbote: Doppelschlag gegen Orb&aacute;n<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h14\">Regierungsbildung: Ganz falsches Zeichen aus Bagdad<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h15\">What &lsquo;Democracy&rsquo; Really Means in U.S. and New York Times Jargon: Latin America Edition<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h16\">Mexiko: Die Macht der Kartelle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h17\">Die Globalisierung Gazas<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652#h18\">Lesetipp &ndash; Die Fertigmacher. Arbeitsunrecht und professionelle Gewerkschaftsbek&auml;mpfung<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23652&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Piloten- und Lokf&uuml;hrerstreiks <\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Merkel will der GDL ihre Existenzgrundlage entziehen<\/strong><br>\nDie Streiks bei Bahn und Lufthansa rufen die Kanzlerin auf den Plan. Sie m&ouml;chte das Prinzip &ldquo;ein Betrieb, ein Tarifvertrag&rdquo; per Gesetz durchsetzen. Das h&auml;tte nicht nur f&uuml;r Lokf&uuml;hrer extreme Folgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article133481750\/Merkel-will-der-GDL-ihre-Existenzgrundlage-entziehen.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Hoch lebe die markkonforme Demokratie! Vielleicht sollte man Merkel empfehlen, sich das Grundgesetz noch einmal durchlesen, insbesondere den Artikel 9 Absatz 3. Dort ist das Streikrecht zwar  nicht explizit erw&auml;hnt, aber das Recht, von spezifischen Kampfmitteln (Streik) Gebrauch zu machen, ist der Koalitionsfreiheit immanent. Dass kann sich die Mainstreamjournaille, von den &ouml;ffentlich-rechtlichen, &uuml;ber die &bdquo;Qualit&auml;tszeitungen&ldquo; bis zu Springers Hetzbl&auml;ttern, die auf die streikenden Lokf&uuml;hrer einschl&auml;gt, als w&uuml;rden diese illegal handeln,  ebenfalls gerne ins Stammbuch schreiben. Gerade in der Berichterstattung  &uuml;ber den Streik der GdL manifestiert sich  wie verkommen die demokratische Kultur unter dem Einfluss der neoliberalen Ideologie  in Deutschland inzwischen ist. Es w&auml;re doch einmal eine journalistische Aufgabe den Menschen den Hintergrund des Streiks auseianderszusetzen und nicht Meinungsmache zu betreiben, sondern etwa die Frage nach den politisch Verantwortlichen f&uuml;r die best&auml;ndige Verschlechterung der Arbeitsbedingungen seit der Privatisierung der Bahn und deren desastr&ouml;sen Zustand &uuml;berhaupt zustellen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Kriegt eigentlich niemand mit, da&szlig; es hier um angek&uuml;ndigten *Verfassungsbruch* geht? Nicht einmal die staatstragende WELT, die bei jeder Forderung der Linkspartei nach Steuererh&ouml;hungen gleich &ldquo;Verfassungsfeinde&rdquo; am Werk sieht? Zuletzt wurden Gewerkschaften in der DDR und in der Nazizeit die Existenzgrundlage entzogen. Sind wir wieder im Faschismus oder in einer realsozialistischen Diktatur angekommen, weil eine Lokf&uuml;hrergewerkschaft konsequent Arbeitnehmerinteressen vertritt und sich nicht mit Niedrigl&ouml;hnen abfinden will?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Wir sind verwundbar&rdquo;<\/strong><br>\nF&uuml;r Hans Michelbach haben die Spartengewerkschaften Cockpit und GDL das &ldquo;rechte Ma&szlig; verloren&rdquo;. Unter den Piloten- und Lokf&uuml;hrerstreiks leide auch die Wirtschaftsnation Deutschland, sagte der Vorsitzende der CSU-Mittelstandsunion im DLF. [&hellip;]<br>\nArmbr&uuml;ster: Und solche Streiks m&uuml;ssten eigentlich verboten werden?<br>\nMichelbach: Das sind Streiks, die mit dem einzelnen Interesse des Gewerkschaftsmitglieds eigentlich nichts zu tun haben.<br>\nArmbr&uuml;ster: Das hei&szlig;t konkret, die m&uuml;ssten verboten werden?<br>\nMichelbach: Das muss verboten werden, und es ist die Gratwanderung dieses Gesetzesvorhabens, auf der einen Seite verfassungskonform zu sein, auf der anderen Seite solche gewissen niederen Beweggr&uuml;nde auch zu verhindern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/piloten-und-lokfuehrerstreiks-wir-sind-verwundbar.694.de.html?dram:article_id=300826\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.A.:<\/strong> Was sind &bdquo;niedrige Beweggr&uuml;nde?&ldquo; <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mord_%28Deutschland%29\">Die Wikipedia gibt Auskunft<\/a>.<\/em><br>\n<em>&bdquo;Niedrige Beweggr&uuml;nde<\/em><br>\n<em>Der T&auml;ter handelt aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder aus einem anderen niedrigen Beweggrund heraus. [&hellip;]<\/em><br>\n<em>Die herrschende Meinung versteht unter diesem Begriff solche Motive, die nach allgemeiner sittlicher Anschauung auf tiefster Stufe stehen und deshalb besonders verwerflich, ja verachtenswert sind.[25] Dies ist anhand der Wertma&szlig;st&auml;be der deutschen Rechtsgemeinschaft zu bestimmen. Dabei wird oft auf ein krasses Missverh&auml;ltnis zwischen dem Anlass der Tat und der Tat selbst Bezug genommen (besonders verwerfliche Zweck-Mittel-Relation).&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Alle R&auml;der stehen still<\/strong><br>\nAusgerechnet Andrea Nahles f&uuml;hrt &ndash; den GDL-Streik vor Augen &ndash; wirtschaftlichen Schaden als Begr&uuml;ndung f&uuml;r ein Streikverbot an. Das w&uuml;rde auch die letzten Arbeitnehmerinteressen unter wirtschaftliches Diktat zwingen und k&auml;me einer Zwangsaufl&ouml;ung der Gewerkschaften gleich. [&hellip;]<br>\nLetztendlich haben die Arbeitnehmer in den letzten zwanzig Jahren viele Rechte verloren &ndash; alle zum Wohle eines h&ouml;heren wirtschaftlichen Interesses. Auch die geforderte Herabsenkung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden ist nichts mehr als der Wunsch, jenen Status wieder zu erreichen, der unter falschen Versprechungen seitens der Bahn nur vorr&uuml;bergehend aufgegeben werden sollte.<br>\nDe facto ist der Streik der Piloten und Lokf&uuml;hrer endlich mal einer, der den Namen Streik auch verdient. Denn er tut dem Arbeitgeber weh und kann damit etwas erzwingen, was der nicht will. Alle, die sich derzeit &uuml;ber die Unbequemlichkeiten als Folge der Streiks aufregen, sollten bedenken, dass auch sie Arbeitnehmer sind. Vielen w&uuml;rde es besser gehen, wenn auch sie von einer Gewerkschaft vertreten w&uuml;rden, die tats&auml;chlich das Wort Arbeitskampf mit Leben erf&uuml;llt.<br>\nDer Verlust der Arbeitnehmerrechte &ndash; vom Reallohnverzicht &uuml;ber verlorenen K&uuml;ndigungsschutz bis zur Anhebung der Wochenarbeitszeit um 5 Stunden innerhalb der letzten zwanzig Jahre &ndash; konnte auch deshalb geschehen, weil in diesem Land viel zu wenig und viel zu halbherzig gestreikt wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/le-bohemien.net\/2014\/10\/20\/alle-raeder-stehen-still\/\">Le Boh&eacute;mien<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Ukraine<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Amnesty International: Illegale Hinrichtungen in der Ostukraine<\/strong><br>\nUnser neuer Bericht &ldquo;Summary killings during the conflict in eastern Ukraine&rdquo; dokumentiert illegale Hinrichtungen in der Ostukraine sowohl durch pro-russische Separatisten als auch durch regierungstreue Kr&auml;fte und wirft beiden Seiten falsche Angaben und &Uuml;bertreibungen vor. Am 23. September 2014 hatten russische Medien &uuml;ber die Entdeckung von Massengr&auml;bern in Komunar und Nyzhna Krynka (Donetzker Gebiet) berichtet. Dieses Gebiet war kurz zuvor noch von ukrainischen Milizen kontrolliert worden. Der russische Au&szlig;enminister Sergei Lavrov berichtete sp&auml;ter von 400 Leichen in diesen Massengr&auml;bern.<br>\nEine Delegation von Amnesty International war am 26. September 2014 vor Ort und fand unter anderem Beweise, dass vier M&auml;nner von ukrainischen Milizen au&szlig;ergerichtlich hingerichtet wurden. Die Leichen wurden in zwei Gr&auml;bern in der N&auml;he des Dorfes Komunar gefunden. &ldquo;Viele der schockierenden F&auml;lle, die insbesondere von russischen Medien ver&ouml;ffentlicht wurden, sind enorm &uuml;bertrieben&rdquo;, sagt Worner. &ldquo;Es gibt keine &uuml;berzeugenden Beweise f&uuml;r Massent&ouml;tungen oder Gr&auml;ber. Wir haben in einzelnen F&auml;llen Hinrichtungen gesehen, die Kriegsverbrechen sein k&ouml;nnten.&rdquo; Amnesty fordert, dass beide Seiten Untersuchungen einleiten und die Verbrechen aufkl&auml;ren.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/2014\/10\/20\/neuer-bericht-illegale-hinrichtungen-der-ostukraine?destination=startseite\">Amnesty International<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/www.amnesty.nl\/sites\/default\/files\/public\/eur500422014.pdf\">Summary killings during the conflict in eastern Ukraine [PDF &ndash; 533 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Angriff auf Donezk: Ukrainische Armee soll Streubomben eingesetzt haben<\/strong><br>\nSchwerer Vorwurf gegen das ukrainische Milit&auml;r: Laut Human Rights Watch haben Regierungstruppen die ostukrainische Stadt Donezk mit Streubomben bombardiert. Man habe &Uuml;berreste der Geschosse gefunden.<br>\nDie Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, kurz HRW, wirft der ukrainischen Armee vor, beim Kampf um die Stadt Donezk Streubomben eingesetzt zu haben. Der Einsatz dieser als besonders heimt&uuml;ckisch geltenden Waffen ist international ge&auml;chtet.<br>\n&Uuml;berreste von Raketeneinschl&auml;gen in der Stadt h&auml;tten gezeigt, dass bei Angriffen am 2. und am 5. Oktober Streubomben aus der Richtung der ukrainischen Truppen abgefeuert worden seien, so die Menschenrechtler. Zudem h&auml;tten Bauern auf den Feldern Reste von Querschl&auml;gern gefunden. Laut der &ldquo;New York Times&rdquo; best&auml;tigen auch mehrere &Auml;rzte, dass sie Opfer behandelt haben, deren Verletzungen eindeutig von Streubomben stammen.<br>\nBei den beiden Angriffen Anfang Oktober waren mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Schweizer, der f&uuml;r das Rote Kreuz vor Ort war.<br>\nStreubomben zerlegen sich noch vor dem Aufprall selbst, so dass sie in vielen kleinen Sprengs&auml;tzen (&ldquo;Bomblets&rdquo;) auf dem Boden ankommen. Damit werden praktisch ganze Landstriche f&uuml;r viele Jahre vermint. Von Kindern werden die faustgro&szlig;en Blindg&auml;nger vielfach f&uuml;r Spielzeug gehalten. 114 Staaten haben ein internationales Abkommen zum Verbot von Streumunition unterzeichnet, die Ukraine und Russland geh&ouml;ren nicht dazu.<br>\nDie Menschenrechtler hatten der ukrainischen Armee schon im Juli vorgeworfen, bei ihren Attacken zielungenaue Raketen vom Typ &ldquo;Grad&rdquo; eingesetzt zu haben &ndash; was als Kriegsverbrechen gilt.<br>\nLaut der Menschenrechtsorganisation setzen auch die Gegner der Kiewer Regierung, die prorussischen Separatisten, Streubomben ein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ukraine-krise-human-rights-watch-entdeckt-streubomben-in-donezk-a-998286.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Kleinrechnerei als Gro&szlig;betrug<\/strong><br>\nDer Regelsatz f&uuml;r Hartz IV seit Anfang 2011 verst&ouml;&szlig;t vielfach gegen das Grundgesetz. Wie h&auml;tte ein Regelsatz auszusehen, der die W&uuml;rde des Menschen ernstnimmt? Bei diesem Artikel von Holdger Platta handelt es sich um die gek&uuml;rzte Version eines Beitrags aus dem Buch von Rudolph Bauer\/Holdger Platta (Hrg.): &ldquo;Kaltes Land. Gegen die Verrohung der Bundesrepublik. F&uuml;r eine humane Demokratie. Hamburg 2012&Prime;. In diesem Buch hat auch Volker Wulle bereits eigene Texte unter dem Titel &ldquo;Aus meinem Hartz-IV-Tagebuch&rdquo; ver&ouml;ffentlicht. Erl&ouml;se aus dem Verkauf dieses Buches kommen ausschlie&szlig;lich ALG-II-BezieherInnen und ArmutsrentnerInnen zugute; alle &lsquo;etablierten&rsquo; AutorInnen wie u.a. Rudolph Bauer, St&eacute;phane Hessel, Friedhelm Hengsbach und Christoph Butterwegge haben dankenswerterweise zugunsten der bed&uuml;rftigen Co-AutorInnen auf ihre Honoraranteile verzichtet. Volker Wulle unterh&auml;lt unter <a href=\"http:\/\/www.frei-blog.blogspot.com\">frei-blog.blogspot.com<\/a> eine eigene Website im Internet, auf der er fortlaufend &uuml;ber seinen Hartz-IV-Alltag und andere soziale Themen berichtet. Empfehlenswert.<br>\nAls an diesem Sonntag vor gut vier Jahren &ndash; es war der 26. September 2010 &ndash; die Sache in der &Ouml;ffentlichkeit durchzusickern begann, mochte es zun&auml;chst keiner glauben: der neue Regelsatz f&uuml;r Erwerbslose und Armutsrentner sollte lediglich um 5 Euro angehoben werden. Doch der Reihe nach:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/2014\/10\/14\/kleinrechnerei-als-grossbetrug\/\">Hinter den Schlagzeilen<\/a>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/2014\/10\/15\/kleinrechnerei-als-grossbetrug-teil-22\/\">Dazu auch: Kleinrechnerei als Gro&szlig;betrug, Teil 2\/2<\/a><\/strong><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>W&uuml;rde statt H&auml;rte &ndash; Hartz-IV-Sanktionen sind verfassungswidrig<\/strong><br>\nSozialleistungen gem&auml;&szlig; Hartz IV m&uuml;ssen ein &ldquo;menschenw&uuml;rdiges Existenzminimum&rdquo; gew&auml;hrleisten &ndash; das hat das Bundesverfassungsgericht vor wenigen Wochen bekr&auml;ftigt. Leider hatte das Gericht auch diesmal nicht zu pr&uuml;fen, was st&auml;ndig &uuml;bersehen und politisch totgeschwiegen wird: Nicht der Hartz-IV-Regelsatz ist das verfassungsrechtliche Problem. Es sind die Sanktionen, die das Jobcenter verh&auml;ngen kann. Diese Sanktionspraxis verletzt das Gebot zum Schutz der Menschenw&uuml;rde.<br>\nNach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) f&uuml;hren bereits kleinere Regelverst&ouml;&szlig;e, etwa ein verpasster Termin im Jobcenter, stufenweise zu einer Absenkung des Regelsatzes (derzeit 391 Euro). Wenn ein Hartz-IV-Empf&auml;nger nicht die geforderte Anzahl an Bewerbungen schreibt oder einen Ein-Euro-Job ablehnt, gilt das bereits als schwere Pflichtverletzung. Bei Wiederholung kann dann der komplette Regelsatz gestrichen werden. Unter-25-J&auml;hrige trifft es noch h&auml;rter: Ein einmaliger Regelversto&szlig; gen&uuml;gt, um die Zahlungen einzufrieren. Dann werden nur noch die Kosten f&uuml;r Unterkunft und Krankenkasse &uuml;bernommen &#8209; und selbst die k&ouml;nnen im Fall einer weiteren Pflichtwidrigkeit f&uuml;r drei Monate auf null gesetzt werden. 10.800 Menschen waren im Jahr 2012 von dieser Auf-null-Setzung betroffen; insgesamt wurden 1.024.620 Sanktionen verh&auml;ngt.<br>\nAbgesehen davon, dass diese Sanktionen fast immer kontraproduktiv sind: Durch sie wird hunderttausendfach ein Versprechen gebrochen, das sich die Sozialgesetzgebung selbst auferlegt hat. &ldquo;Die Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende soll es Leistungsberechtigten erm&ouml;glichen, ein Leben zu f&uuml;hren, das der W&uuml;rde des Menschen entspricht&rdquo;, hei&szlig;t es im SGB II. Die Sanktionen konterkarieren diesen Grundsatz: Wenn die in voller H&ouml;he gezahlte Leistung ein Leben in W&uuml;rde erm&ouml;glichen soll, dann senkt jede Reduktion des Regelsatzes das Lebensniveau in Richtung &ldquo;nackten &Uuml;berlebens&rdquo;. Und werden die Bez&uuml;ge auf null gesetzt, so scheint nicht einmal mehr nacktes &Uuml;berleben m&ouml;glich. Eine solche Sanktionspraxis vertr&auml;gt sich nicht mit dem als &ldquo;absolut&rdquo; zu verstehenden Anspruch aus Artikel 1 des Grundgesetzes &ndash; die W&uuml;rde des Menschen ist unantastbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2014\/41\/hartz-iv-sanktionen-grundsicherung-menschenwuerde\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>TTIP &ndash; Kampf gegen die transnationale Verfassung der Konzerne<\/strong><br>\nInvestor-Staat-Klagerechte im TTIP w&auml;ren auch eine Gefahr f&uuml;r die Demokratie. Weltweit gibt es Beispiele von geplanten Regulierungen, die allein aufgrund der Androhung einer teuren Klage verw&auml;ssert wurden oder ganz in der Schublade verschwanden. F&uuml;nf Jahre nach Inkrafttreten des Freihandelsabkommens zwischen Mexiko, Kanada und den USA (NAFTA) beschrieb ein kanadischer Regierungsbeamter dessen Auswirkungen wie folgt: &bdquo;Bei beinahe jeder neuen umweltpolitischen Ma&szlig;nahme gab es von Kanzleien aus New York und Washington Briefe an die kanadische Regierung. Tats&auml;chlich nutzen Unternehmen Investitionsrecht heute immer h&auml;ufiger als Waffe in politischen Auseinandersetzungen, um striktere Regulierungen zu verhindern.<br>\nEntsprechend fokussiert sich der Protest gegen die Konzern-Klagerechte im TTIP auf ihre Gefahr f&uuml;r die Demokratie, &ouml;ffentliche Haushalte, Politik zum Schutz des Gemeinwohls und laufende Klagen, die diese Gefahren veranschaulichen. In der Folge hat sich das niederl&auml;ndische Parlament gegen die Konzern-Klagerechte ausgesprochen. Im franz&ouml;sischen Senat kommt Kritik aus allen Lagern. Der deutsche Wirtschaftsminister und &Ouml;sterreichs Bundeskanzler halten die Klagerechte ob des starken Rechtsschutzes auf beiden Seiten des Atlantiks f&uuml;r &uuml;berfl&uuml;ssig. Das Cato Institut, ein einflussreicher libert&auml;rer Washingtoner Think Tank, hat sich ebenfalls daf&uuml;r ausgesprochen, sie von der TTIP-Agenda zu streichen &ndash; um das Projekt als Ganzes zu retten. Das zeigt, wie sehr traditionelle Anh&auml;ngerInnen des Investitionsschutzes in Zugzwang geraten. In L&auml;ndern wie Deutschland und &Ouml;sterreich, wo der TTIP-Widerstand stark ist, schie&szlig;t sich aktuell politisch ins Abseits, wer sich ohne wenn und aber hinter die Sonderklagerechte f&uuml;r Konzerne stellt. Der Widerstand tr&auml;gt also Fr&uuml;chte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/kampf-gegen-die-transnationale-verfassung-der-konzerne-fuenf-thesen-zur-debatte-um-die-investorenrechte-im-eu-usa-freihandelsabkommen\/\">Arbeit &amp; Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wirtschaftsminister Gabriel, das Konjunktureinmaleins und der Mindestlohn<\/strong><br>\nDass Sigmar Gabriel bem&uuml;ht ist, die schlechten Konjunkturaussichten klein zu reden, wussten wir schon und ist f&uuml;r ein Regierungsmitglied auch nicht &uuml;berraschend. Dass er sie aber rundherum bestreitet, ist doch neu. Der Bild-Zeitung sagte er im Interview, es ginge bergauf, nicht bergab mit der deutschen Wirtschaft. W&ouml;rtlich, auf die Frage, ob Deutschland ein Konjunkturprogramm braucht: &bdquo;Nein, Deutschland befindet sich nicht im Abschwung. In diesem Jahr w&auml;chst unsere Wirtschaft um 1,2, n&auml;chstes Jahr um 1,3 Prozent. Das ist weniger als die Wirtschaftsinstitute zu Beginn des Jahres gedacht haben, aber es geht bergauf und nicht bergab.&ldquo;<br>\nLieber Herr Bundeswirtschaftsminister: Die 1,2 Prozent Zuwachs, die Deutschland in diesem Jahr vielleicht erreichen wird, sind ein Durchschnittswert f&uuml;r dieses Jahr! Der aber setzt sich zusammen aus Werten der Vergangenheit (in der Tat solchen aus dem vorigen Jahr, n&auml;mlich dem sogenannten statistischen &Uuml;berhang, der immerhin satte 0,7 Prozent betr&auml;gt) und aus den Werten von Quartal zu Quartal, der sogenannten Verlaufsrate. Das letzte Quartal, f&uuml;r das amtlich bekannt gegebene Werte vorliegen, ist das zweite dieses Jahres, und da ging es klar bergab: Nach +0,7 Prozent im ersten -0,2 Prozent im zweiten. Es ist viel hineingedeutet worden in diese -0,2 Prozent, vor allem wurde der milde Winter angef&uuml;hrt, der das erste Quartal &uuml;berzeichnet und das zweite Quartal auf diese Weise schlechter aussehen lie&szlig;, als es der Grundtendenz der Wirtschaft entspr&auml;che. Wie dem auch sei: Die Statistiken, die bereits f&uuml;r die Monate des dritten Quartals vorliegen, sehen so, um es vorsichtig auszudr&uuml;cken, verhalten aus, dass selbst die Bundesbank eine Stagnation f&uuml;r den Rest des Jahres f&uuml;r m&ouml;glich h&auml;lt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/wirtschaftsminister-gabriel-das-konjunktureinmaleins-und-der-mindestlohn\/\">flasssbecks-economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Piketty &ndash; Die Empirie als Waffe<\/strong><br>\nWenn jetzt Thomas Pikettys Buch &uuml;ber das Kapital im 21. Jahrhundert &ndash; 2013 auf Franz&ouml;sisch, 2014 auf Englisch erschienen &ndash; auch in deutscher &Uuml;bersetzung herauskommt, ist zu hoffen, dass es endlich hierzulande auch gelesen und nicht nur diskutiert wird. Bisher gibt es schon viele Meinungen &uuml;ber dieses Werk, von seinem Inhalt ist aber erst der politische Schlussteil referiert worden. Piketty selbst suchte in zahlreichen Interviews die &Ouml;ffentlichkeit, und das scheint angebracht angesichts der Tatsache, dass er sofort in Kontroversen geriet. Die Keynesianer Paul Krugman und Joseph<br>\nStiglitz, beide Nobelpreistr&auml;ger, riefen sein Buch zum wichtigsten &ouml;konomischen Werk des Jahrzehnts aus. Zu Recht sehen sie in Piketty einen wirtschaftspolitischen Bundesgenossen. Neoliberales Gegenfeuer lie&szlig; nicht auf sich warten: die Financial Times zweifelte die Seriosit&auml;t von Pikettys Zahlenmaterial an, kam aber damit nicht durch, und zwar schon deshalb nicht, weil er seine Kurven und Zahlen im Internet kontrollierbar offengelegt hat, w&auml;hrend ihre eigenen Angaben weniger transparent sind. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kam Piketty mit einem langen Interview zu Wort, in deren Meinungsteil aber wurde er gleich von mehreren marktliberalen Wirtschaftsprofessoren abgeurteilt.<br>\nSehr merkw&uuml;rdig verhielten sich die deutschen Keynesianerinnen und Keynesianer. Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker gaben bekannt, das Buch erst gar nicht lesen zu wollen, da seine wirtschaftstheoretische Basis ungen&uuml;gend sei. Wenn er behaupte, schwaches Wachstum erh&ouml;he den Quotienten aus Kapital und Einkommen, vers&auml;ume er zu fragen, ob es nicht auch umgekehrt sein k&ouml;nne: dass also ein &Uuml;berhang an nicht investiertem Kapital das Wachstum beeintr&auml;chtige. Damit haben sie sogar Recht. Wenn sie aber Piketty vorwerfen, er sei ein Anh&auml;nger der Switch-Theorie, die eine beliebige Ersetzbarkeit von Arbeit durch Kapital und umgekehrt behauptet, dann werden sie Opfer ihrer gen&uuml;gsamen Lekt&uuml;re, die sich eben auf den einen von ihnen herangezogenen Aufsatz beschr&auml;nkt. Im Buch liest man es anders, zwar nicht in seinem theoretischen, aber in seinem &ndash; tats&auml;chlich wichtigeren &ndash; historischen Teil.<br>\nOffenbar hat gegenw&auml;rtig niemand so recht Lust, die Spezifik des Buchs wahrzunehmen. Es ist theoretisch tats&auml;chlich recht wenig ambitioniert, seine politischen Gebrauchsanweisungen sind das bei der sozialdemokratischen Linken &Uuml;bliche. Aber als eine statistische Geschichte der Verteilungsverh&auml;ltnisse im 20. Jahrhundert ist es kolossal.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/feuilleton\/die-empirie-als-waffe\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Aufstand der Facebook-Fahrer<\/strong><br>\nJeden Tag bringen sie mit ihren Bussen gut verdienende Facebook-Mitarbeiter von San Francisco ins Silicon Valley &ndash; und sind frustriert: Die Fahrer der Tech-Shuttles fordern bessere Arbeitsbedingungen und wollen sich gewerkschaftlich organisieren. Doch sie sto&szlig;en auf Hindernisse.<br>\nAus Jimmy Maerina, so viel l&auml;sst sich prognostizieren, wird in diesem Leben kein Diplomat mehr. &ldquo;Was f&uuml;r eine Schei&szlig;e ist das denn? Sie locken gerade neue Fahrer mit 500 Dollar Pr&auml;mie an, und wir kriegen als Jahresbonus einen 25-Dollar-Einkaufsgutschein&rdquo;, redet sich der 54-J&auml;hrige in Rage.<br>\nMaerina ist Facebook-Busfahrer &ndash; und sauer. Von montags bis freitags bef&ouml;rdert er gutbezahlte Mitarbeiter des sozialen Netzwerks aus San Francisco und den umliegenden Gemeinden in das Hauptquartier des Milliardenkonzerns nach Menlo Park, am Abend bringt er sie wieder zur&uuml;ck. Doch die Arbeitsbedingungen frustrieren ihn und viele seiner Fahrerkollegen.<br>\nDa w&auml;re die Sache mit den Dienstzeiten: Die Chauffeure machen sich in der Regel zwischen f&uuml;nf und sechs Uhr morgens auf den Weg zur Arbeit, um die ersten Tech-Arbeiter in San Francisco aufzulesen und durch die qu&auml;lende Rush-Hour ins Silicon Valley zu transportieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/arbeitsbedingungen-aufstand-der-facebook-fahrer-1.2178174\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Gegen die Schere<\/strong><br>\nZehntausende Menschen haben am Sonnabend in London f&uuml;r h&ouml;here Geh&auml;lter demonstriert. Unter der Losung &raquo;Britannien braucht eine Lohnerh&ouml;hung&laquo; protestierten nach Angaben des Gewerkschaftsbundes TUC rund 90.000 Menschen gegen die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen den Einkommen der obersten Manager und denen von Normalverdienern. &raquo;Seit 2010 haben die Besch&auml;ftigten nur Reallohnverluste hinnehmen m&uuml;ssen&laquo;, rief TUC-Pr&auml;sident Leslie Manasseh von der Hauptb&uuml;hne im Hyde Park aus: &raquo;Wir sind w&uuml;tend!&laquo; Trotzdem freute sich die Londoner Polizei &uuml;ber einen &raquo;sehr friedlichen und gut organisierten&laquo; Protestmarsch.<br>\n&raquo;Seit den Zeiten von K&ouml;nigin Victoria (1819&ndash;1901) waren die Einkommen nicht so ungleich verteilt&laquo;, kritisierte TUC-Generalsekret&auml;rin Frances O&rsquo;Grady. Praktisch seit 2008 h&auml;tten die Besch&auml;ftigten keine wirkliche Gehaltserh&ouml;hung mehr erhalten, das sei das l&auml;ngste &raquo;Einfrieren&laquo; der L&ouml;hne in der Geschichte Gro&szlig;britanniens. Inzwischen verdienten Topmanager 175mal soviel wie durchschnittliche Arbeiter. F&uuml;nf Millionen Besch&auml;ftigte m&uuml;ssten mit einem Verdienst auskommen, der unterhalb der Lebenshaltungskosten liege.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/titel\/gegen-die-schere\">junge welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Lohnenswerte Anlage &ndash; Gut verdienen an der Auto-Maut<\/strong><br>\nW&auml;hrend in Deutschland noch &uuml;ber die Einf&uuml;hrung der PKW-Maut gestritten wird, sind Mautfirmen bereits auf der ganzen Welt b&ouml;rsennotiert. F&uuml;r Anleger sind sie attraktiv. Solange der Verkehr flie&szlig;t.<br>\nSeit Wochen wird in Deutschland &uuml;ber die Pkw-Maut gestritten. Und &uuml;ber kaputte Br&uuml;cken und fehlende Milliarden f&uuml;r die Instandhaltung der Stra&szlig;en. Privates Kapital soll irgendwann helfen. Im Ausland ist man schon viel weiter. Dort betreiben private Unternehmen Autobahnen und Tunnel. Sie sind auch an der B&ouml;rse zu kaufen.<br>\nF&uuml;r die Anleger sind das interessante Aktien. &bdquo;Sie zahlen hohe Dividenden, und die Kurse schwanken in der Regel nicht so stark wie bei anderen Aktien&ldquo;, sagt Manoj Patel aus Chicago, Fondsmanager des Fonds DWS Global Infrastructure. Denn die Betreiber der Mautstra&szlig;en haben ein risikoarmes Gesch&auml;ftsmodell: Die Preise sind in Vertr&auml;gen mit dem Staat festgelegt und beinhalten teilweise sogar einen Inflationsausgleich. Sie wurden bisher fast nie zu Lasten der Betreiber ver&auml;ndert. Die Ums&auml;tze entwickeln sich kalkulierbar wie das Verkehrsaufkommen, das &auml;hnlich wie das Wirtschaftswachstum um bis zu drei Prozent j&auml;hrlich steigt. Auch die Instandhaltungskosten sind gut abzusch&auml;tzen.<br>\nDie Gewinne schwanken daher wenig. &bdquo;Sie wachsen j&auml;hrlich zwischen 5 und 7 Prozent, in schlechten Zeiten auch einmal nur um 4 Prozent&ldquo;, sagt Daniele Patti, Infrastrukturanalyst der Fondsgesellschaft AGI. Die Margen sind hoch und betragen bis zu 50 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/finanzen\/aktien\/die-pkw-maut-ist-eine-lohnenswerte-anlage-13216766.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Selbst der d&uuml;mmste FAZ-Leser m&uuml;&szlig;te doch angesichts der hier erw&auml;hnten exorbitanten Renditen der Betreiber von Mautstrecken erkennen, da&szlig; er als Autofahrer auf bemauteten Strecken ausgenommen wird wie eine Weihnachtsgans und eine Kostendeckung &uuml;ber das Steuersystem f&uuml;r alle insgesamt billiger kommt. Eine winzige Minderheit (weniger als 10%) h&auml;tte genug Geld f&uuml;r den Kauf von solchen Aktien und w&uuml;rde an den Aktien mehr verdienen, als sie an Maut zahlt &ndash; der Rest zahlt richtig drauf. Trotzdem preist die FAZ wieder mal &ldquo;privat vor Staat&rdquo;. So unverst&auml;ndig k&ouml;nnen doch die FAZ-Leser nicht sein?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Das absurd-drakonische Strafsystem Amerikas<\/strong><br>\nKein Land der Erde hat so viele Strafgefangene wie die USA. 80 Milliarden Dollar zahlt der Staat f&uuml;r ein drakonisches System, in dem die R&uuml;ckfallquote dennoch steigt. Jetzt formiert sich der Protest. (&hellip;)<br>\nDer Unmut &uuml;ber das so drakonische Rechtssystem in den USA w&auml;chst &ndash; es f&uuml;llt die Kn&auml;ste und belastet den Steuerzahler mit unvorstellbaren 80 Milliarden Dollar j&auml;hrlich. Denn die Amerikaner stellen nur rund f&uuml;nf Prozent der Weltbev&ouml;lkerung, aber zugleich 25 Prozent aller Gef&auml;ngnisinsassen. 2,4 Millionen Amerikaner sa&szlig;en Ende 2011 nach Berechnungen der Organisation Prison Policy Initative hinter Gittern. Das als repressiv bekannte China, das viermal so viele Einwohner wie die USA z&auml;hlt, folgt mit 1,5 Millionen Strafgefangenen deutlich abgeschlagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article133356384\/Das-absurd-drakonische-Strafsystem-Amerikas.html?wtmc=nl.wdwbaufmacherT1\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung H.R.:<\/strong> Das sind beeindruckende und zugleich ersch&uuml;tternde Zahlen, hinter denen sich pers&ouml;nliche Schicksale verbergen.<\/em><br>\n<em>Leider sagt der Artikel nichts &uuml;ber das Gerichtswesen aus. W&auml;re Kritik wie sie z.B. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23403\">Norbert Bl&uuml;m<\/a> und Thomas Darnst&auml;dt &uuml;ber Gerichte und Richter hierzulande formulieren, auch berechtigt?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlinge in den Zentralen des braunen Sumpfs<\/strong><br>\nIn G&uuml;strow fahren Polizeiautos vor, weil die Rechtsradikalen einen Fackelmarsch angemeldet haben gegen das, was sie Asylmissbrauch nennen. Gleichzeitig sitzen Abdoulaye Mbodji und Sherif Barry in der Begegnungsst&auml;tte Villa Kunterb&uuml;ndnis am Pferdemarkt und wundern sich &uuml;ber die Atmosph&auml;re in dieser Stadt, in die sie nach ihrer Flucht aus Mauretanien hineingeraten sind. &ldquo;Wenn wir rausgehen, zeigen uns die Leute den Mittelfinger oder machen uns sonstwie an&rdquo;, sagt Mbodji. &ldquo;Mir haben die Leute mal &lsquo;Ebola&rsquo; zugerufen&rdquo;, sagt Barry. Sie haben auch schon freundliche Orte in Deutschland erlebt, aber hier in G&uuml;strow, Mecklenburg-Vorpommern, wo sie im Fl&uuml;chtlingsheim wohnen, schlagen ihnen Wellen der Ablehnung entgegen.<br>\n&ldquo;Wenn man alleine rausgeht, vor allem nachts, kann man schon Angst bekommen&rdquo;, sagt Barry. Und auch Mbodji kann seinen Zuh&ouml;rern nicht den Gefallen tun, den G&uuml;strower Alltagsrassismus kleinzuspielen. Jedes Mal, wenn sie rausgehen, gibt es Anfeindungen? &ldquo;Jedes Mal.&rdquo; Es ist nirgendwo einfach, ein Fl&uuml;chtling zu sein. Aber an manchen Orten in Deutschland ist es besonders schwer, darauf hat die Amadeu-Antonio-Stiftung f&uuml;r demokratische Kultur aufmerksam machen wollen, als sie am Samstag Politiker und Presse durch Mecklenburg-Vorpommerns Hinterland f&uuml;hrte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/mecklenburg-vorpommern-fluechtlinge-in-den-zentralen-des-braunen-sumpfs-1.2180461\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Anh&ouml;rung und Einreiseverbote: Doppelschlag gegen Orb&aacute;n<\/strong><br>\nNach dem Umbau von Verfassung und Staatswesen r&uuml;ttelt Viktor Orb&aacute;n weiter an den Grundfesten der ungarischen Demokratie. &Uuml;berall sitzen Orb&aacute;ns Leute. Sie kontrollieren Bildung und Kunst, Gro&szlig;unternehmen und Kommunen, Medien und Justiz. Die &Ouml;konomie wird Schritt um Schritt renationalisiert, ausl&auml;ndische Unternehmen verlieren an Einfluss oder werden ganz zum R&uuml;ckzug gezwungen, Nichtregierungsorganisationen mundtot gemacht. Und weil in den kommenden dreieinhalb Jahren keine Wahlen anstehen in Ungarn, k&ouml;nnte das auch so weitergehen. Aber nun gibt es einen Doppelschlag samt neuem diplomatischen Krieg. Die USA haben ein Einreiseverbot gegen eine Reihe hoher Beamter und Personen aus dem engsten Umfeld von Orb&aacute;n erlassen. Der Vorwurf: Korruption. Und in Br&uuml;ssel ist f&uuml;r Dienstag eine Anh&ouml;rung angesetzt. Thema: Ungarns neues Bodengesetz. Dieses erkl&auml;rt alle vor Mai 2014 abgeschlossenen Nutzungsrechte ausl&auml;ndischer Landp&auml;chter r&uuml;ckwirkend f&uuml;r nichtig; die Inhaber von Nie&szlig;brauchsrechten werden aus den Grundb&uuml;chern gestrichen. Selbst langfristige Vertr&auml;ge, die vor dem EU-Beitritt Ungarns nach damaligem Recht v&ouml;llig legal abgeschlossen wurden, k&ouml;nnen nunmehr einseitig gek&uuml;ndigt werden. Ausl&auml;ndische Bauern und Investoren f&uuml;hlen sich hinterr&uuml;cks enteignet, die EU-Kommission beklagt einen Angriff auf die Freiz&uuml;gigkeitsregeln im Binnenmarkt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/anhoerung-und-einreiseverbote-doppelschlag-gegen-orbn-1.2180443\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die USA m&ouml;gen ihre eigenen Gr&uuml;nde haben, traurig ist vor allem, dass es sich wieder einmal erweist, dass die EU eigentlich nur als Wirtschaftsgemeinschaft funktioniert. Gemeinsam geregelt sind vor allem die Gesetze, nach denen der Binnenmarkt funktionieren soll. Ob Viktor Orb&aacute;n &uuml;ber Verfassungs&auml;nderungen die Justiz entmachtet, die Meinungsfreiheit einschr&auml;nkt, wichtige Positionen in Staat und Gesellschaft mit seinen Parteig&auml;ngen besetzt, Demokratie mit nationalistischen Parolen aush&ouml;hlt, darauf hat die EU-Gesetzgebung keine Antwort. Es ist schon erstaunlich, wie einer der gr&ouml;&szlig;ten Netto-Empf&auml;nger der EU gleichzeitig die Geber als Profiteure und Ausbeuter denunzieren kann. Es ist erstaunlich, wie langm&uuml;tig sich die EU gegen&uuml;ber dem st&auml;ndigen Machtmissbrauch Orb&aacute;ns und seines Anhangs zeigt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Regierungsbildung: Ganz falsches Zeichen aus Bagdad<\/strong><br>\nAlles schaut auf Kobane. US-Flugzeuge haben dort Waffen und Munition abgeworfen, und die T&uuml;rkei l&auml;sst kurdische K&auml;mpfer endlich &uuml;ber die Grenze. So die neuesten Erfolgsmeldungen im Krieg gegen die Milizen des Islamischen Staates (IS). Fast k&ouml;nnte man glauben, der Krieg w&auml;re mit dem Halten von Kobane, wochenlang zur Entscheidungsschlacht hochstilisiert, fast gewonnen.<br>\nUnterdessen wird der viel wichtigere Kampf, der politische, derzeit in Bagdad verloren. Denn dort wurde soeben ein neuer Innenminister ernannt. Muhammad Gabban, sein Name ist kaum bekannt. Viel wichtiger ist, dass der Mann, der nun f&uuml;r die innere Sicherheit des Landes zust&auml;ndig sein soll, von den schiitischen Badr-Milizen stammt, die im irakischen B&uuml;rgerkrieg 2009 f&uuml;r den Tod und die Verschleppung von Tausenden Sunniten verantwortlich waren. Zu Grabe getragen wird damit die Idee, in Bagdad eine Einheitsregierung zu bilden, die die Sunniten mit an Bord nimmt, um so einen politischen Keil zwischen sie und die IS-Milizen zu treiben. Eine Strategie, die mehr erreichen w&uuml;rde als hundert US-Kampfjets zusammen. Denn letztlich k&ouml;nnen nur die Sunniten selbst die IS nachhaltig loswerden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F10%2F21%2Fa0082&amp;cHash=46857b7f6affa565174ed3e2cdf80088\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So oft wurde uns in letzter Zeit vorgebetet, dass man im Kampf gegen den sogenannten IS sofort handeln m&uuml;sse und dies ginge bedauerlicherweise nur milit&auml;risch. Hier hat man eine realistische, nicht-milit&auml;rische M&ouml;glichkeit verpasst, den Sunniten im Irak zu signalisieren, dass man ihre Bed&uuml;rfnisse, ihre Interessen ernst nehme. Oder glauben die gegenw&auml;rtigen schiitischen Machthaber des Iraks, des Irans (?) allen Ernstes, dass sich Kurden und Sunniten des Iraks gegenseitig aufreiben w&uuml;rden, um dann mit den Resten locker aufr&auml;umen zu k&ouml;nnen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>What &lsquo;Democracy&rsquo; Really Means in U.S. and New York Times Jargon: Latin America Edition<\/strong><br>\nOne of the most accidentally revealing media accounts highlighting the real meaning of &ldquo;democracy&rdquo; in U.S. discourse is a still-remarkable 2002 New York Times Editorial on the U.S.-backed military coup in Venezuela, which temporarily removed that country&rsquo;s democratically elected (and very popular) president, Hugo Ch&aacute;vez. Rather than describe that coup as what it was by definition &ndash; a direct attack on democracy by a foreign power and domestic military which disliked the popularly elected president &ndash; the Times, in the most Orwellian fashion imaginable, literally celebrated the coup as a victory for democracy.<br>\nThankfully, said the NYT, democracy in Venezuela was no longer in danger . . . because the democratically-elected leader was forcibly removed by the military and replaced by an unelected, pro-U.S. &ldquo;business leader.&rdquo; The Champions of Democracy at the NYT then demanded a ruler more to their liking: &ldquo;Venezuela urgently needs a leader with a strong democratic mandate to clean up the mess, encourage entrepreneurial freedom and slim down and professionalize the bureaucracy.&rdquo;<br>\nMore amazingly still, the Times editors told their readers that Ch&aacute;vez&rsquo;s &ldquo;removal was a purely Venezuelan affair,&rdquo; even though it was quickly and predictably revealed that neocon officials in the Bush administration played a central role. Eleven years later, upon Ch&aacute;vez&rsquo;s death, the Times editors admitted that &ldquo;the Bush administration badly damaged Washington&rsquo;s reputation throughout Latin America when it unwisely blessed a failed 2002 military coup attempt against Mr. Ch&aacute;vez&rdquo; [the paper forgot to mention that it, too, blessed (and misled its readers about) that coup]. The editors then also acknowledged the rather significant facts that Ch&aacute;vez&rsquo;s &ldquo;redistributionist policies brought better living conditions to millions of poor Venezuelans&rdquo; and &ldquo;there is no denying his popularity among Venezuela&rsquo;s impoverished majority.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/firstlook.org\/theintercept\/2014\/10\/17\/democracy-really-means-u-s-jargon-subservience-u-s\/\">The Intercept<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Mexiko: Die Macht der Kartelle<\/strong><br>\nDie Brutalit&auml;t der mexikanischen Drogenkartelle kennt keine Grenzen: Erpressung, Entf&uuml;hrungen, Ermordungen geh&ouml;ren zum Alltag der Bev&ouml;lkerung. Der investigative Dokumentarfilm verfolgt die Spur der weltweit agierenden Kartelle und enth&uuml;llt ein Business-System, das es den Verbrechersyndikaten erm&ouml;glicht, nahezu ungehindert &ndash; und straffrei &ndash; zu agieren.<br>\nDie mexikanische Schattenwirtschaft bl&uuml;ht. Mittlerweile ist die Wirtschaft ganzer Bundesstaaten im Griff der Drogenbosse &ndash; wie die wohlhabende l&auml;ndliche Region Michoac&aacute;n im westlichen Zentralmexiko, das weltweit gr&ouml;&szlig;te Avocado-Anbaugebiet. Mit wohlwollender Duldung der ortsans&auml;ssigen Banken haben sich die Drogenkartelle 20 bis 30 Prozent der Plantagen angeeignet und verkaufen nunmehr direkt an amerikanische Importeure.<br>\nIm Bundesstaat Tamaulipas im Nordosten zapfen die Drogenkartelle die Erd&ouml;lfelder an, die als Haupteinnahmequelle Mexikos mit 38 Prozent zum Staatshaushalt beitragen. Der Erd&ouml;lraub stieg 2013 um 100 Prozent und richtet inzwischen einen volkswirtschaftlichen Gesamtschaden von vier Milliarden Dollar pro Jahr an. Mitwisser und Mitt&auml;ter sind korrupte Beamte, Lokalpolitiker und Manager amerikanischer Konzerne &ndash; ein Verbrechen mit garantierter Straffreiheit. Auf 100 Straftaten ergehen in Mexiko nur zwei, bestenfalls drei Urteile.<br>\nDie Macht der Kartelle geht l&auml;ngst weit &uuml;ber die Grenzen hinaus. Internationale Gro&szlig;banken stehen im Verdacht, mexikanische Drogengelder in H&ouml;he von Hunderten Millionen Dollar zu waschen. Auch hier herrscht nahezu Straffreiheit; die Prozesse enden mit l&auml;cherlich niedrigen Geldstrafen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/guide\/de\/050178-000\/mexiko-die-macht-der-kartelle\">arte<\/a>\n<p><em>&ldquo;Mexiko: Die Macht der Kartelle&rdquo; auf arte am Dienstag, 21. Oktober um 20:15 Uhr<\/em><\/p>\n<p><strong>passend dazu: Studenten als Staatsfeinde<\/strong><br>\nEin Aufschrei der Wut geht durch Mexiko, seit 43 Studenten nach einem Polizeieinsatz verschwunden sind. Das Problem: Politiker und Polizisten paktieren mit den Kartellen.<br>\nFast drei Wochen ist es nun her, seit Polizisten in Iguala auf Befehl des B&uuml;rgermeisters das Feuer auf drei Busse voller Studenten er&ouml;ffnetet haben sollen. Sechs Menschen starben, Dutzende wurden verletzt, 43 junge M&auml;nner sind spurlos verschwunden. Iguala ist damit zum Symbol geworden f&uuml;r die Komplizenschaft zwischen Politikern, Sicherheitskr&auml;ften und organisiertem Verbrechen in Mexiko. Die &ouml;rtlichen Sicherheitskr&auml;fte sind von der kriminellen Organisation Guerreros Unidos (Vereinigte K&auml;mpfer) unterwandert.<br>\nDie Studenten waren am 26. September mit drei Bussen nach Iguala gefahren, wo sie eine politische Demonstration geplant hatten und Spenden sammeln wollten. Der Protest sollte kurz vor einer Veranstaltung von Mar&iacute;a de los &Aacute;ngeles Pineda, der Ehefrau des B&uuml;rgermeisters von Iguala, Jose Luis Abarca Velazquez, stattfinden. Sie inszeniert sich gerne auf Wohlt&auml;tigkeitsb&auml;llen und politischen Veranstaltungen, aber ihre Familie hat Verbindungen zum Beltr&aacute;n-Leyva-Kartell.<br>\nSalven aus Sturmgewehren trafen die Busse in Iguala, nach einer Verfolgungsjagd kesselte die Polizei die Studenten ein, schoss weiter. &ldquo;Alles war voller Blut&rdquo;, berichtete ein Student, der einem Freund mit Kopfschuss helfen wollte, ihn wegzerrte. W&auml;hrend er den Verletzten wegschleppte, wurden sie weiter beschossen, Kugeln schlugen in die Autos ein, hinter denen sie Deckung suchten. Das Milit&auml;r, dessen Kaserne in der N&auml;he liegt, soll unt&auml;tig zugesehen, fl&uuml;chtende Studenten sogar verh&ouml;hnt haben. &ldquo;Sie m&uuml;ssen mitbekommen haben, was passiert&rdquo;, glaubt auch ein anderer junger Mann, der das Massaker &uuml;berlebt hat.<br>\nDie Studenten sind angehende Lehrer und politisch engagiert, sie studieren am linksgerichteten, basisdemokratischen Lehrerkolleg Normal Rural de Ayotzinapa, das auch den &Auml;rmeren Zugang zu Bildung verschaffen will.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2014-10\/mexiko-studenten-proteste-massengrab\">Zeit<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es sollte einleuchten, dass ohne politische Korruption, die Unterst&uuml;tzung der Finanzindustrie und die Tolerierung durch die herrschenden Eliten, die hier nach dem Grundsatz &bdquo;Geld stinkt nicht&ldquo; handeln,  die ungeheure Macht der Drogenkartelle, die faktisch  jeder staatlichen Strafverfolgung trotzen,  nicht erkl&auml;rbar ist. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r Italien, wo die Mafia mit Berlusconi und Andreotti  sogar Ministerpr&auml;sidenten des Landes auf ihrer Lohnliste stehen hatte. Zudem k&ouml;nnen Verbrecherkartelle wie in Mexiko zur Herrschaftssicherung eingesetzt werden, da diese exzessive Gewalt etwa gegen oppositionelle Bewegungen anwenden k&ouml;nnen, die der Staat, ohne breiten Widerstand zu provozieren, nie so einsetzen k&ouml;nnte. Auch ein Grund weshalb dem organisierten Verbrechen fast nie Einhalt zu gebieten ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Globalisierung Gazas<\/strong><br>\nWie Israel das V&ouml;lkerrecht durch &ldquo;juristische Kriegsf&uuml;hrung&rdquo; aush&ouml;hlt<br>\nDie Operation &bdquo;Protective Edge&ldquo; (hebr&auml;isch Tzuk Eitan, d.h. &bdquo;Fels in der Brandung&ldquo;) war nicht nur der milit&auml;rische Angriff auf eine vorwiegend aus Zivilisten bestehende Bev&ouml;lkerung. Wie Israels vorangegangene &lsquo;Operationen&rsquo; ( &bdquo;Cast Lead&ldquo; &ndash; &bdquo;Gegossenes Blei&ldquo; im Jahre 2008\/09 und &bdquo;Pillar of Defense&ldquo;\/&ldquo;Pillar of Cloud&ldquo; &ndash;  &bdquo;Wolkens&auml;ule&ldquo; im Jahre 2012) war diese auch Teil eines andauernden Angriffes auf das humanit&auml;re V&ouml;lkerrecht durch ein exzellent koordiniertes Team von israelischen Anw&auml;lten, Offizieren, PR-Leuten und Politikern, angef&uuml;hrt von, man h&ouml;re und staune, einem Ethikphilosophen. Das Ziel der Bem&uuml;hungen ist es nicht nur, zu verhindern, dass Israel wegen schwerer Verletzungen der Menschenrechte und des V&ouml;lkerrechts belangt werden kann, sondern auch, anderen Regierungen dabei zu helfen, derartige Einschr&auml;nkungen zu umgehen, wenn auch sie sich in eine &lsquo;asymmetrische Kriegf&uuml;hrung&rsquo;, &lsquo;Niederschlagung eines Aufstandes&rsquo; oder &lsquo;Terrorismusbek&auml;mpfung&rsquo; gegen Menschen begeben, die sich gegen ihre Herrschaft wehren. Es handelt sich um eine Kampagne, die Israel &lsquo;juristische Kriegsf&uuml;hrung&rsquo; (lawfare) nennt. Wir sollten sie sehr ernst nehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/141021_gaza%202014_jeff_halper_globalisierung_gazas.pdf\">Jeff Halper [PDF &ndash; 131 KB]<\/a>\n<p><strong>Dazu: Sind Pal&auml;stinenser keine Menschen?<\/strong><br>\nIch habe Ihren Artikel &uuml;ber die Pal&auml;stinenser in der New York Times vom 4. August gelesen und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, da&szlig; Ihr Angriff gegen die Hamas und Ihre schockierende Anschuldigung, die Hamas w&uuml;rde sogar Kinder opfern, in Wahrheit ein Angriff &ndash; sorgf&auml;ltig verschleiert, aber unverkennbar &ndash; gegen alle Pal&auml;stinenser ist, einschlie&szlig;lich ihrer Kinder.<br>\nSelbst ein Kind von Holocaust-&Uuml;berlebenden &ndash; meine beiden Eltern haben Auschwitz &uuml;berlebt &ndash;, bin ich entsetzt &uuml;ber Ihre anti-pal&auml;stinensische Einstellung, die Sie, wie mir bekannt ist, schon lange hegen. Ich wollte Sie schon immer fragen: warum eigentlich? Welche Verbrechen haben die Pal&auml;stinenser in Ihren Augen denn begangen? Etwa, da&szlig; sie der Welt vor Augen f&uuml;hren, da&szlig; Israel eine Besatzungsmacht ist und sie selbst nur Israels fast wehrlose Opfer? Oder da&szlig; sie sich der nun schon fast 50j&auml;hrigen Unterdr&uuml;ckung durch die Juden widersetzen und uns durch diesen Widerstand dazu zwingen, uns als Volk der Tatsache unserer verlorenen Unschuld zu stellen, an der Sie ja so hartn&auml;ckig festhalten?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/141021_gaza_2014_sarah_roy_sind_palaestinenser_keine_menschen.pdf\">Sara Roy [PDF &ndash; 74 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Lesetipp &ndash; Die Fertigmacher. Arbeitsunrecht und professionelle Gewerkschaftsbek&auml;mpfung<\/strong><br>\nIn aller Stille hat sich eine professionelle Dienstleistungsbranche entwickelt: Professionelle Bek&auml;mpfer von unliebsamen Besch&auml;ftigten, Betriebsr&auml;ten und Gewerkschaften: Wirtschafts- und Medienkanzleien, Wirtschaftsdetekteien, PR-Agenturen, verdeckt von Unternehmen finanzierte Universit&auml;ts-Institute und Unternehmens-Stiftungen sowie Psycho-Strategen f&uuml;r &bdquo;Human Resources&ldquo;. &bdquo;Christliche&ldquo; und &bdquo;gelbe&ldquo; Gewerkschaften erfahren ebenso Auftrieb wie neue Arbeitgeberverb&auml;nde. Die Autoren schildern Vorbilder aus den USA und die staatliche Unterst&uuml;tzung durch die deutschen Regierungen unter Kohl\/Lambsdorff und Schr&ouml;der ebenso wie durch die EU. 13 Personenportr&auml;ts der wichtigsten &bdquo;Macher&ldquo; runden das Bild ab zusammen mit 9 Betriebskonflikten. Wer im heutigen Kapitalismus seine Interessen nachhaltig vertreten will, braucht diese Kenntnisse &uuml;ber die Gegenseite.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/shop.papyrossa.de\/shop\/article_555-2\/R%C3%BCgemer%2C-Werner-_-Wigand%2C-Elmar%3A-%3CBR%3EDie-Fertigmacher.html\">PapyRossa Verlag<\/a>\n<p><em>Die Fertigmacher. Arbeitsunrecht und professionelle Gewerkschaftsbek&auml;mpfung.<\/em><br>\n<em>Werner R&uuml;gemer und Elmar Wigand<\/em><br>\n<em>Papyrossa-Verlag, K&ouml;ln 2014, 238 Seiten, 14,90 Euro. ISBN 978-3-89438-555-2<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-23652","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23652"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23652\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23655,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23652\/revisions\/23655"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}