{"id":23656,"date":"2014-10-21T09:41:16","date_gmt":"2014-10-21T07:41:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23656"},"modified":"2019-04-29T12:40:37","modified_gmt":"2019-04-29T10:40:37","slug":"wie-das-herbstgutachten-2014-eine-kampagne-gegen-mindestlohn-und-rente-mit-63-lostrat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23656","title":{"rendered":"Wie das Herbstgutachten 2014 eine Kampagne gegen Mindestlohn und Rente mit 63 lostrat"},"content":{"rendered":"<p>Zweimal im Jahr, jeweils im Fr&uuml;hjahr und im Herbst, legen mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute im Auftrag der Bundesregierung ein gemeinsames Gutachten zur &ouml;konomischen Lage vor. Regelm&auml;&szlig;ig nutzen sie diese Gelegenheit, um in Politik und &Ouml;ffentlichkeit neoliberal Stimmung zu machen &ndash; diesmal einmal mehr gegen Mindestlohn und gegen Verbesserungen bei der Rente. Diese seien f&uuml;r die derzeit zu beobachtende D&auml;mpfung des Wirtschaftsaufschwungs mitverantwortlich, so suggerieren die Autoren. Medien und CDU\/CSU sprangen sofort darauf an. Von <strong>Patrick Schreiner<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23656#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>].<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5361\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-23656-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141021_Herbstgutachten_2014_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141021_Herbstgutachten_2014_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141021_Herbstgutachten_2014_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141021_Herbstgutachten_2014_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=23656-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141021_Herbstgutachten_2014_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"141021_Herbstgutachten_2014_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Es waren keine guten Nachrichten, die die Institute in ihrer &ldquo;Gemeinschaftsdiagnose&rdquo; verk&uuml;ndeten: Sie mussten ihre Prognose f&uuml;r das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts in 2014 von 1,9 Prozent (Fr&uuml;hjahrsgutachten) auf 1,3 Prozent (Herbstgutachten) senken, also um immerhin 0,6 Prozentpunkte. Im Text hei&szlig;t es dazu erkl&auml;rend und nur scheinbar selbstkritisch (S. 34): <\/p><blockquote><p>\n<em>Nach heutiger Einsch&auml;tzung waren die Erwartungen bez&uuml;glich der jahresdurchschnittlichen Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion wie auch des unterj&auml;hrigen konjunkturellen Verlaufs zu optimistisch.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>F&uuml;r 2015 senkten die Forscher ihre Prognose sogar von 2,0 Prozent auf 1,2 Prozent.<\/p><p>Als Begr&uuml;ndung f&uuml;r die ged&auml;mpfte Entwicklung der deutschen Wirtschaft schrieben sie Folgendes (S. 10 und S. 31):<\/p><blockquote><p>\n<em>Die weltwirtschaftliche Produktion expandierte mit einem unerwartet m&auml;&szlig;igen Tempo, insbesondere der Euroraum befindet sich nach wie vor in einer Schw&auml;chephase. Internationale Krisen wie der weiter schwelende russisch-ukrainische Konflikt und die kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien und im Irak tr&uuml;bten die wirtschaftlichen Aussichten zus&auml;tzlich ein.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>So weit, so richtig, aber unvollst&auml;ndig. Denn was h&auml;tte man nicht noch alles schreiben k&ouml;nnen: &Uuml;ber ein <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/eu-konjunktur-muessen-die-nachfrage-stimulieren.694.de.html?dram:article_id=300308\">v&ouml;llig falsches Wirtschaftsmodell<\/a>, dem Deutschland und die Europ&auml;ische Union seit Jahrzehnten folgen. &Uuml;ber jahrelange K&uuml;rzungen von Reall&ouml;hnen und Staatsausgaben, die zu einer v&ouml;llig <a href=\"http:\/\/www.maskenfall.de\/?p=4988\">unzureichenden volkswirtschaftlichen Nachfrage<\/a> in Deutschland gef&uuml;hrt haben. &Uuml;ber <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1357\">Austerit&auml;ts- und K&uuml;rzungspolitik in Europa<\/a>, die den gleichen Effekt hat. &Uuml;ber die trotz voller Kassen seit Jahren <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2014\/10\/konjunktur-journalismus-wirtschaftsforschung-und-wirtschaftspolitik-langst-sind-tonangebende-deutsche-wirtschaftsforscher-selbst-ein-konjunkturrisiko\/\">nicht eintretenden Investitionen<\/a> der deutschen Unternehmen &ndash; denn weshalb sollten die investieren, wenn ihnen die Produkte niemand abkauft? Eine Liste, die sich noch fast beliebig erweitern lie&szlig;e.<\/p><p>Stattdessen aber beschreiben die Konjunkturforscher die bedenklichen &ouml;konomischen Entwicklungen als quasi automatisch eintretend, als eine Art Schicksal Deutschlands. Zwar stellen sie durchaus fest, dass die schwache Binnennachfrage in Deutschland aktuell zur abgek&uuml;hlten Konjunktur beitr&auml;gt. Die zur&uuml;ckliegende, neoliberal oder &ldquo;angebotstheoretisch&rdquo; ausgerichtete Finanz- und Wirtschaftspolitik unterziehen sie aber dennoch keiner kritischen Pr&uuml;fung. Ganz im Gegenteil fordern sie eine Fortsetzung und Versch&auml;rfung dieser Politik: Auf S. 58 behaupten sie allen Ernstes, dass die &ldquo;Rahmenbedingungen f&uuml;r Investitionen in Deutschland ung&uuml;nstig&rdquo; und deshalb weitere &ldquo;Strukturreformen&rdquo; notwendig seien. Solche Ma&szlig;nahmen fordern sie gleich auch f&uuml;r ganz Europa ein. Stets nach dem Motto: Dem Patienten geht es nach Verabreichung der Medikamente zwar deutlich schlechter als vorher, was aber nur daran liegen kann, dass die verabreichte Menge noch nicht ausreicht.<\/p><p>Angesichts einer solchen Blindheit vor den Realit&auml;ten in Deutschland und Europa &uuml;berrascht es leider nicht, dass die Institute sogar zwischen der abk&uuml;hlenden Konjunktur auf der einen Seite und Mindestlohn sowie Verbesserungen bei der Rente auf der anderen Seite einen Zusammenhang herstellen (S. 11 und 32):<\/p><blockquote><p>\n<em>Die Aussichten f&uuml;r die Konjunktur sind auch deshalb ged&auml;mpft, weil Gegenwind von der Wirtschaftspolitik kommt. Zwar gehen von der Finanzpolitik, gemessen an den diskretion&auml;ren Ma&szlig;nahmen, expansive Impulse aus, doch wirken das Rentenpaket und die Einf&uuml;hrung des fl&auml;chendeckenden Mindestlohns wachstumshemmend.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Dieses Zitat ist aus mehreren Gr&uuml;nden interessant. Erstens zeigt es, wie die Institute und ihre Konjunkturforscher den Blick und die Aufmerksamkeit weglenken vom Versagen jener Politikma&szlig;nahmen, die sie in der Vergangenheit selbst vertreten und eingefordert haben. Stattdessen r&uuml;cken sie politische Ma&szlig;nahmen in den Mittelpunkt, die erst seit wenigen Wochen in Kraft sind (Teile der Rentenverbesserungen) bzw. erst in einigen Wochen in Kraft treten werden (Mindestlohn). Damit bleiben sie sich &uuml;brigens insofern treu, als schon in ihrem Fr&uuml;hjahrsgutachten 2014 das Einpr&uuml;geln auf den Mindestlohn ein Schwerpunkt war.<\/p><p>Zweitens zeigt das Zitat, wie &uuml;bertrieben selbstbewusst die Institute und ihre Konjunkturforscher auftreten. Da korrigieren sie ihre Wachstumsprognose nach nur sechs Monaten von 1,9 auf 1,3 Prozent (2014) bzw. von 2,0 auf 1,2 Prozent (2015) und offenbaren damit, dass ihre Prognosef&auml;higkeiten faktisch gegen null tendieren. Und trotzdem behaupten sie zu wissen, dass das Rentenpaket und der Mindestlohn &ldquo;wachstumshemmend&rdquo; seien. <\/p><p>Drittens zeigt das Zitat, wie durch suggestive Formulierungen der Eindruck erweckt wird, dass Rentenpaket und Mindestlohn schon f&uuml;r die aktuelle Eintr&uuml;bung der Konjunktur verantwortlich seien. Um hier nicht missverstanden zu werden: An keiner Stelle schreiben die Institute dies explizit. &Uuml;berall beziehen sich entsprechende Formulierungen lediglich auf die &ldquo;Aussichten&rdquo;, die sich eben durch diese beiden politischen Ma&szlig;nahmen angeblich verschlechtern sollen. Und doch wird sprachlich nicht eindeutig klargestellt, dass es sich hierbei alleine um Aussagen &uuml;ber die n&auml;here Zukunft handelt. So schreiben die Konjunkturforscher in obigem Zitat etwa, dass der Gegenwind &ldquo;kommt&rdquo; (und nicht etwa &ldquo;kommen wird&rdquo;) und die Ma&szlig;nahmen wachstumshemmend &ldquo;wirken&rdquo; (und nicht etwa &ldquo;wirken werden&rdquo;). So kann der im Wortsinne falsche Eindruck entstehen, dass in den Augen der Institute der Mindestlohn und die Rentenverbesserungen zum aktuellen D&auml;mpfer beitragen. Das ist suggestives L&uuml;gen, ohne explizit zu l&uuml;gen.<\/p><p>Dass solche Behauptungen &ldquo;ideologischer Starrsinn&rdquo; sind, hat Heiner Flassbeck schon am 13. Oktober zu Recht geschrieben: <\/p><blockquote><p>\n<em>Geradezu verbl&uuml;ffend ist [&hellip;], wie hier eine Ma&szlig;nahme im Bereich des Rentenrechts, die sich erst &uuml;ber viele Jahre hinweg sp&uuml;rbar auf die Finanzsituation der Rentenversicherung auswirken wird, f&uuml;r die Erkl&auml;rung einer unmittelbaren konjunkturellen Verschlechterung herhalten muss. Wirklich unerh&ouml;rt ist dann aber, nun dem fl&auml;chendeckenden Mindestlohn, der ja noch nicht einmal in Kraft getreten ist, mit Schuld an der schlechten konjunkturellen Entwicklung zu geben. Wenn denn die anstehende Verteuerung des Faktors Arbeit so gravierend negativ in der Kostenrechnung der Unternehmen zu Buche schlagen sollte und so wenig positiv in ihren Absatzm&ouml;glichkeiten, wie das die Institute behaupten, dann w&auml;re es nach neoklassischer Lesart naheliegend, dass Arbeitskr&auml;fte &bdquo;durch Kapital&ldquo; ersetzt w&uuml;rden. Doch weder ist das bislang bei der Investitionst&auml;tigkeit zu erkennen noch in der Arbeitsmarktentwicklung. Die Behauptung, der Mindestlohn hinterlasse schon jetzt konjunkturelle Bremsspuren, ist einfach nicht belegt und l&auml;sst sich durch nichts anderes erkl&auml;ren als durch ideologischen Starrsinn.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Dennoch griffen Medien und Politik die suggestiv vermittelte Behauptung vom Bremsen der Konjunktur durch Rentenpaket und Mindestlohn begierig auf. So hie&szlig; es in der 20-Uhr-Tagesschau vom 9. Oktober vor einem Millionenpublikum: <\/p><blockquote><p>\n<em>Die Aussichten f&uuml;r die deutsche Wirtschaft tr&uuml;ben sich zunehmend ein. Im August sind die Exporte so stark eingebrochen wie seit Jahren nicht mehr. Die f&uuml;hrenden Wirtschaftsforschungsinstitute kritisieren zugleich die Politik der Gro&szlig;en Koalition. Das Rentenpaket und der Mindestlohn wirkten wachstumshemmend, hie&szlig; es bei der Vorstellung des Herbstgutachtens. F&uuml;r das laufende Jahr erwarten die Experten statt 1,9 jetzt nur noch 1,3 Prozent Wachstum. [&hellip;] Die Gutachter stellen fest: Vor allem die internationalen Krisen und die Schw&auml;che einiger Eurol&auml;nder wirken sich negativ auf den deutschen Export aus. Doch es gebe auch hausgemachte Gr&uuml;nde [es folgt ein Zitat von Ferdinand Fichtner, Konjunkturforscher am DIW, einem der Institute]: &lsquo;Dazu geh&ouml;rt der Mindestlohn, dazu geh&ouml;rt die M&uuml;tterrente, dazu geh&ouml;rt die Rente mit 63, die die L&ouml;hne erh&ouml;hen. Und das alles zusammen belastet dann nat&uuml;rlich auch die Investitionst&auml;tigkeiten im Inland, insbesondere die Nachfrage nach Maschinen und anderen Ausr&uuml;stungsg&uuml;tern und belastet insofern die wirtschaftliche Entwicklung.&rsquo; [&hellip;]<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Die Tagesschau unterstellte hier also ausdr&uuml;cklich, die Institute behaupteten, dass Mindestlohn und Rentenpaket heute schon wachstumshemmend wirkten. Eine kritische Gegenposition hierzu fehlte. Damit ging die Redaktion &uuml;ber die eigentliche w&ouml;rtliche Aussage des Gutachtens noch hinaus, was allerdings angesichts der oben beschriebenen, suggestiven Formulierungen im Gutachten selbst nicht verwundern muss.<\/p><p>Auf die gleiche Weise hat beispielsweise auch Spiegel Online das Herbstgutachten <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/wirtschaft-in-deutschland-forscher-geben-merkel-schuld-an-abschwung-a-996233.html\">fehlinterpretiert<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n<em>&lsquo;Die Aussichten f&uuml;r die Konjunktur sind auch deshalb ged&auml;mpft, weil Gegenwind von der Wirtschaftspolitik kommt&rsquo;, erkl&auml;ren die &Ouml;konomen in ihrem Herbstgutachten, das als richtungweisend f&uuml;r die Konjunkturprognose der Bundesregierung gilt. &lsquo;Das Rentenpaket und die Einf&uuml;hrung des fl&auml;chendeckenden Mindestlohns wirken wachstumshemmend&rsquo;, teilen die Forscher mit.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Es &uuml;berrascht nicht, dass &ndash; neben <a href=\"http:\/\/app.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/wegen-schlechter-konjunktur-union-ruettelt-an-koalitionsprojekten\/10839058.html\">Wirtschafts-LobbyistInnen<\/a> &ndash; auch PolitikerInnen von CDU\/CSU auf diesen Zug aufsprangen. Dass der Hardcore-Neoliberale Friedrich Merz (CDU) gerade ein <a href=\"http:\/\/www.weser-kurier.de\/startseite_artikel,-Die-CDU-Geheimwaffe-in-NRW-_arid,966799.html\">kleines politisches Comeback feiert<\/a>, mag Zufall sein, hat deshalb aber nicht weniger Symbolkraft. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag, <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/wachstumsprognose-rente-mit-63-und-frauenquote-aussetzen.694.de.html?dram:article_id=300309\">Peter Ramsauer (CSU), forderte<\/a> ein Aussetzen von Mindestlohn und Rente mit 63. Der bayerische Finanzminister <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2014-10\/markus-soeder-koalitionsvertrag-konjunktur\">Markus S&ouml;der (CSU) schloss sich dem an<\/a> und verlangte, dass &ldquo;alles, was der Wirtschaft schadet&rdquo;, auf bessere Zeiten verschoben werden m&uuml;sse. Als Beispiel nannte auch er den Mindestlohn und die Rente mit 63. An diesen beiden bereits beschlossenen Projekten m&ouml;chte der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung von CDU\/CSU, <a href=\"http:\/\/www.noz.de\/deutschland-welt\/politik\/artikel\/515180\/150000-rentnern-konnen-wir-nicht-das-stoppschild-zeigen\">Carsten Linnemann, zwar nicht r&uuml;tteln<\/a>. Wohl aber forderte er, &ldquo;die Vereinbarungen von Union und SPD f&uuml;r die laufende Wahlperiode&rdquo; noch einmal genau anzusehen. <\/p><p>Es scheint, dass die Verschlechterung der konjunkturellen Lage als Anlass genommen wird, die alten falschen Rezepte noch strikter durchzusetzen. Die Institute haben daf&uuml;r mit ihrem Herbstgutachten und mit suggestiven Formulierungen den Weg gewiesen. Sie haben geradezu eine Kampagne losgebrochen, in der neoliberale Angebotspolitik unter dem Schlagwort der &ldquo;Wirtschaftsfreundlichkeit&rdquo; fr&ouml;hliche Urst&auml;nd feiert. <\/p><p>&Uuml;brigens: Ob es vor diesem Hintergrund wirklich zielf&uuml;hrend ist, den Abschwung in Deutschland herunterzuspielen, wie es Bundeswirtschaftsminister <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/wirtschaftsminister-gabriel-das-konjunktureinmaleins-und-der-mindestlohn\/\">Sigmar Gabriel (SPD) tut<\/a>, kann getrost bezweifelt werden.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/2f8efa4b6ad64dc8967e02db94019f85\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Patrick Schreiner lebt und arbeitet als hauptamtlicher Gewerkschafter in Hannover. Er schreibt regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r die NachDenkSeiten zu wirtschafts-, sozial- und verteilungspolitischen Themen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zweimal im Jahr, jeweils im Fr&uuml;hjahr und im Herbst, legen mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute im Auftrag der Bundesregierung ein gemeinsames Gutachten zur &ouml;konomischen Lage vor. Regelm&auml;&szlig;ig nutzen sie diese Gelegenheit, um in Politik und &Ouml;ffentlichkeit neoliberal Stimmung zu machen &ndash; diesmal einmal mehr gegen Mindestlohn und gegen Verbesserungen bei der Rente. Diese seien f&uuml;r die derzeit zu<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23656\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[141,107,13,123,39],"tags":[290,1544,317,301,402,746],"class_list":["post-23656","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-audio-podcast","category-denkfehler-wirtschaftsdebatte","category-kampagnentarnworteneusprech","category-rente","tag-binnennachfrage","tag-kampagnenjournalismus","tag-mindestlohn","tag-rentenalter","tag-wachstum","tag-wirtschaftsforschungsinstitute"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23656"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23656\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":51298,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23656\/revisions\/51298"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}