{"id":23668,"date":"2014-10-22T09:11:44","date_gmt":"2014-10-22T07:11:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668"},"modified":"2014-10-23T16:55:22","modified_gmt":"2014-10-23T14:55:22","slug":"hinweise-des-tages-2238","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h01\">Klaus Ernst: Schiedsgerichte hebeln die Demokratie aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h02\">Austerit&auml;t t&ouml;tet: Wer das Sparen erfand und wem es heute n&uuml;tzt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h03\">Warum die Franzosen recht haben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h04\">J&uuml;rgen Fitschen, Chef der Deutschen Bank: Vom Wohlstand d&uuml;rfen nicht nur Reiche profitieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h05\">&bdquo;Podemos&ldquo; in Spanien: Eine Bewegung will an die Macht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h06\">Arbeitszeitverk&uuml;rzung als Instrument der Wirtschaftspolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h07\">Die Fehler der Keynesianer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h08\">Ein Insider packt aus: Die f&uuml;nfte Gewalt regiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h09\">Dumpingl&ouml;hne &ndash; Leiharbeitsfirmen schulden Sozialkassen Millionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h10\">Lobbying in Deutschland: Transparency Deutschland fordert mehr Regulierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h11\">Das Netz fasst mehr als jede Stra&szlig;e<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h12\">Gro&szlig;britannien: Tories wollen EU-Menschenrechtskonvention ignorieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h13\">&Uuml;berwachung: FBI fordert Hintert&uuml;ren &uuml;berall<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h14\">Milit&auml;rische Wende in Kobani<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h15\">Bundesverfassungsgericht zu Waffenexporten: Informationen, die nicht st&ouml;ren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h16\">Studie zur Angemessenheit von Strafe: Jeder dritte Jurastudent will die Todesstrafe zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h17\">Die Abwicklung des alten Amerika<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668#h18\">Eine Information zur Reaktion auf den Leserbrief und die erg&auml;nzende Kommentierung zu den Lokf&uuml;hrerstreiks vom 21. Oktober<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23668&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Klaus Ernst: Schiedsgerichte hebeln die Demokratie aus<\/strong><br>\n4.675.903.975,32 Euro zuz&uuml;glich Zinsen (Libor plus 4 Prozentpunkte) fordert Vattenfall von der Bundesrepublik Deutschland. Wegen des Atomausstiegs infolge der Fukushima-Katastrophe im M&auml;rz 2011 musste der Energiekonzern seine beiden Atomkraftwerke Kr&uuml;mmel und Brunsb&uuml;ttel abschalten. Rund eine Million Euro Gewinn brachte jedes abgeschriebene Atomkraftwerk &ndash; pro Tag! Diese enormen Gewinne konnte Vattenfall nicht weiter realisieren und will sie nun von den deutschen Steuerzahlern einklagen. Neben der H&ouml;he der Klagesumme ist die M&ouml;glichkeit an sich ein Skandal, vor privaten Schiedsgerichten gegen demokratisch gef&auml;llte Entscheidungen vorgehen zu k&ouml;nnen. Dass sich die mehrheitlichen politischen Priorit&auml;ten und Meinungen &auml;ndern, ist normal und gut. Die Parlamente m&uuml;ssen ihre Entscheidungen an der Realit&auml;t orientieren k&ouml;nnen, ohne dass irgendein Unternehmen dem Staat gleich mit Milliardenforderungen im Nacken sitzt. Deshalb ist es absolut inakzeptabel, wenn die Politik selbst Vertr&auml;ge unterzeichnet, die eigene politische Entscheidungsspielr&auml;ume zugunsten von Konzernen einschr&auml;nken. Gerade das macht die Vattenfall-Klage &uuml;berdeutlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/gstbeitrag-schiedsgerichte-hebeln-die-demokratie-aus,1472602,28777596.html\">FR<\/a>\n<p><strong>Dazu: Abriss des AKW W&uuml;rgassen: Teures Nachspiel, langes Nachspiel<\/strong><br>\nDer Abriss des AKW W&uuml;rgassen kostet f&uuml;nfmal so viel und dauert f&uuml;nfmal so lange wie der Bau. Von der versprochenen gr&uuml;nen Wiese ist auch nach offiziellem Ende der Arbeiten nichts zu sehen. Offiziell ist der R&uuml;ckbau des Atomkraftwerks abgeschlossen. &ldquo;Wir haben es geschafft&rdquo;, sagte Ralf G&uuml;ldner, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer von Eon Kernkraft und im Nebenjob Pr&auml;sident der Lobbyorganisation Deutsches Atomforum, vor wenigen Tagen. Bereits Ende August seien die letzten Kontrollmessungen erfolgt. Seit Anfang Oktober gilt die Anlage nicht mehr als &ldquo;Kernkraftwerk im R&uuml;ckbau&rdquo;, sondern als Zwischenlager f&uuml;r schwach und mittelradioaktiven Abfall. Das daf&uuml;r vorgesehene Endlager Schacht Konrad wird keinesfalls vor 2022 in Betrieb gehen. Mehr als 1 Milliarde Euro hat der Abbau bislang verschlungen, f&uuml;nfmal so viel wie der Bau und viermal so viel wie urspr&uuml;nglich veranschlagt. Das l&auml;sst R&uuml;ckschl&uuml;sse zu auf die Kosten, die beim Abriss der gro&szlig;en 1.300-Megawatt-Reaktoren entstehen werden &ndash; und darauf, dass die von den Energiekonzernen daf&uuml;r gebildeten R&uuml;ckstellungen vorne und hinten nicht reichen. Die britische Unternehmensberatung Arthur D. Little hatte die Abrisskosten pro Meiler k&uuml;rzlich mit 670 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro beziffert. Rentiert hat sich das AKW W&uuml;rgassen aber trotzdem, sagt Eon-Sprecherin Petra Uhlmann. &ldquo;Sonst h&auml;tten wir es ja nicht betrieben.&rdquo; Rund 75 Milliarden Kilowattstunden Strom habe der Reaktor erzeugt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2014%2F10%2F20%2Fa0068&amp;cHash=0e3485431c184e6c2c796dbb62bdcd3f\">taz<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Klaus Ernst berichtet, dass jedes abgeschriebene Atomkraftwerk von Vattenfall &ndash; die zwar auch mehr leisteten &ndash; rund eine Million Euro Gewinn brachte  &ndash; pro Tag! Das nur zur Dimension, von der die Eon-Sprecherin Petra Uhlmann spricht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Austerit&auml;t t&ouml;tet: Wer das Sparen erfand und wem es heute n&uuml;tzt<\/strong><br>\nAuf die Sparprogramme der Troika folgte in vielen Krisenl&auml;ndern die humanit&auml;re Katastrophe. W&auml;hrend die EU-L&auml;nder weiter ihre Schulden reduzieren wollen, wird die Krise f&uuml;r immer mehr Menschen zum Alltag &ndash; auch in Deutschland.<br>\nDie Selbstmordrate in Griechenland hat sich in den vergangenen drei Jahren verdoppelt. Die HIV-Infektionsrate ist binnen eines halben Jahres um 52 Prozent gestiegen. Und die EU warnt vor Infektionskrankheiten wie dem wieder aufgetauchten West-Nil-Virus, an dem in der Krise 62 Menschen gestorben sind. Der Grund: ein strikter Sparkurs, den die Troika aus Europ&auml;ischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem W&auml;hrungsfonds Griechenland vorgeschrieben hat. Seitdem wurde der griechische Gesundheitsetat fast halbiert, 35.000 &Auml;rztinnen, &Auml;rzte und Pflegekr&auml;fte sind entlassen und 100 der 183 Krankenh&auml;user geschlossen worden. Obwohl die Jugendarbeitslosigkeit in Krisenl&auml;ndern bei 60 Prozent liegt, Millionen Menschen in Armut leben, hat sich das Sparen in der Krise unter dem Namen der &ldquo;Austerit&auml;t&rdquo; durchgesetzt. Doch was steckt hinter diesem Wort? Wie kam das Dogma vom &ldquo;ausgeglichenen Haushalt&rdquo; in die Welt? Wer profitiert von den st&auml;ndig verlangten &ldquo;Strukturreformen&rdquo;? Und wie lie&szlig;e sich die Krise anders bearbeiten? Das Feature zeigt mit Blick auf die gro&szlig;en Krisen des Kapitalismus: &ldquo;Austerit&auml;t&rdquo; stellt keinen sozial neutralen Sparkurs dar, sondern die Fortsetzung einer Umverteilung gesellschaftlichen Reichtums, die in den 80er-Jahren begann und immer mehr Menschen krank macht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/cdn-storage.br.de\/iLCpbHJGNL9zu6i6NL97bmWH_-bG\/_AES\/5AF6528H\/141018_1305_radioFeature_Austeritaet-toetet---Wer-das-Sparen-erfand-.mp3\">Bayern2<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M. H.:<\/strong> Ich traute meinen Ohren nicht, sehr geehrtes NDS-Team, diese Sendung im BR 2 &ndash; Radio und das an zwei Abenden!! Vieles was von Ihnen seit Jahren kritisch publiziert und begleitet wird &ndash; der Blick hinter die Scheinkulissen &ndash; ging hier am vergangenen Samstag und Sonntag &uuml;ber den BR-&Auml;ther! Dies gleicht einer Palastrevolution im BR.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Warum die Franzosen recht haben<\/strong><br>\nAn diesem Montag besuchen der franz&ouml;sische Finanzminister Michel Sapin und Wirtschaftsminister Emmanuel Macron Berlin und kommen mit einem eigentlich vern&uuml;nftigen Vorschlag. Da Frankreich konsolidieren muss, w&auml;re es nicht besser, wenn Deutschland expandiert? Dann w&auml;re der gesamtwirtschaftliche Effekt f&uuml;r den Euroraum neutralisiert. Gleichzeitig k&ouml;nnte Deutschland l&auml;ngst &uuml;berf&auml;llige Investitionen durchf&uuml;hren. Was die beiden da im Interview mit der &ldquo;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&rdquo; vorgeschlagen haben, ist im Grunde ein Textbuch-Beispiel f&uuml;r die wirtschaftspolitische Koordination in einer W&auml;hrungsunion. Alle Teilnehmer stimmen ihre Wirtschaftspolitik so ab, dass sie f&uuml;r den Euroraum insgesamt optimal ist.<br>\nIn den Vertr&auml;gen steht nur wenig &uuml;ber wirtschaftspolitische Koordination, aber viel von haushaltspolitischen Regeln. Das Dogma hinter diesen Regeln besteht in der Annahme, dass die Haushaltspolitik optimal koordiniert ist, wenn nur alle die Regeln befolgen. Die europ&auml;ischen Vertr&auml;ge haben dieses Dogma fest im Vertragsrecht verankert. Wie uns das Bundesverfassungsgericht in jedem Euro-Urteil bekr&auml;ftigt, ist die Haushaltspolitik eine hoheitlich staatliche Aufgabe. Der zweite Grund liegt in der Realpolitik. Angela Merkel wird nicht vom italienischen Wahlvolk gew&auml;hlt. Sie unterst&uuml;tzt die derzeitige Haushaltspolitik nicht so sehr aus &Uuml;berzeugung, sondern aus pragmatischem Kalk&uuml;l. Ohne eine demokratisch legitimierte europ&auml;ische Wirtschaftsregierung ist eine Haushaltskoordinierung unm&ouml;glich. Der dritte Grund ist gegenseitiges Misstrauen. In Europa haben zu viele Staaten ihre Versprechen gebrochen. Erinnern Sie sich noch an Theo Waigels falsches Versprechen, dass die Drei-Komma-Null-Regel bei der Neuverschuldung strikt eingehalten w&uuml;rde? Deutschland und Frankreich haben gleich zu Anfang die Haushaltsregeln gebrochen, und nichts ist passiert. Griechenland tat dasselbe, nur noch dreister &ndash; und wird keinen Cent Strafe daf&uuml;r zahlen. Seit Jahren geloben auch die franz&ouml;sischen Regierungen Besserung &ndash; und schieben den ausgeglichenen Haushalt auf den Nimmerleinstag hinaus. Gegenseitiges Vertrauen ist so kaum m&ouml;glich.<br>\nUnd so sind wir in der Situation, in der Deutschland spart und Frankreich nicht. Frankreich will, dass Deutschland 50 Milliarden Euro investiert, wenn Frankreich 50 Milliarden Euro spart. Aber wie kann Deutschland sich davon &uuml;berzeugen, dass Frankreich wirklich in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung spart? Was passiert, wenn Marine Le Pen in den Elys&eacute;e-Palast einzieht? Gilt der Deal dann immer noch? Was, wenn die franz&ouml;sische Regierung die Sparma&szlig;nahmen nochmals hinausschiebt, um eine solche politische Katastrophe zu vermeiden? &ndash; Eine W&auml;hrungsunion braucht nicht die Koordination, sondern die Zentralisierung. Daf&uuml;r gibt es trotz Eurokrisen auf absehbare Zeit keine politischen Mehrheiten. Bis dahin leben wir in dem Europa, in dem alle das Falsche machen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/wirtschaftspolitik-koordination-funktioniert-in-europa-schlecht-a-998128.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Vorstellung, dass ein Land eine bestimmte Summe spart und ein anderes dieselbe Summe investiert, als Koordinierung der Wirtschaftspolitik zu bezeichnen, ist doch ziemlich schlicht. Wie soll denn das deutsche Investieren den sparenden Franzosen zugutekommen? Dass der deutsche Staat angesichts der nicht erst seit heute mauen Wirtschaftslage Investitionsprogramme auflegen sollte, ist einleuchtend &ndash; auch wenn das die aktuellen Politiker nicht wahrhaben wollen. Warum sollten die Unternehmen in dieser Situation investieren? Aber die Auswirkungen auf die Eurozone d&uuml;rften gering sein. Europa braucht daf&uuml;r einen substanziellen Finanzausgleich. Daf&uuml;r br&auml;uchte Europa aber erst recht mehr Zentralisierung bzw. mehr Europa.<br>\nEs wird wohl so kommen, wie M&uuml;nchau prognostiziert: &ldquo;Die Deutschen bleiben bei ihrer schwarzen Null und dr&uuml;cken im Gegenzug ein Auge bei den franz&ouml;sischen und italienischen Defiziten zu. Fran&ccedil;ois Hollande und Matteo Renzi d&uuml;rfen sich weiter verschulden, w&auml;hrend sich Deutschland entschuldet. Politisch ist das ein Kompromiss. Aus &ouml;konomischer Sicht ist es die schlimmste aller denkbaren L&ouml;sungen. Es wird auf Euroebene insgesamt nicht genug investiert. Und das Geld, das flie&szlig;t, wird an falscher Stelle ausgegeben.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>J&uuml;rgen Fitschen, Chef der Deutschen Bank: Vom Wohlstand d&uuml;rfen nicht nur Reiche profitieren<\/strong><br>\nArbeitnehmer m&uuml;ssen finanziell besser gestellt werden, fordert Deutschlands m&auml;chtigster Banker: &ldquo;&hellip; Trotz des vielen billigen Geldes ist es der EZB, der Europ&auml;ischen Zentralbank, nicht gelungen, ein nachhaltiges Wachstum in Gang zu setzen. Deshalb m&uuml;ssen wir die Zeit, die wir durch die Geldpolitik der EZB gewonnen haben, besser nutzen. Die EU-Staaten m&uuml;ssen ihre Strukturen verbessern und wettbewerbsf&auml;higer werden, dies gilt auch f&uuml;r uns. &hellip; Sparen ist nicht grunds&auml;tzlich falsch. Schlie&szlig;lich haben wir uns in Europa dem Ziel verschrieben, die Verschuldung der Staaten nachhaltig auf ein ges&uuml;nderes Ma&szlig; zu reduzieren. Das Problem ist, dass wir dieses Ziel jetzt unter versch&auml;rften Umst&auml;nden erreichen m&uuml;ssen. Sparen alleine ist keine Antwort auf unser Kernproblem, und das ist das fehlende Wachstum. In der EU gibt es derzeit einen Grundsatzstreit. Die einen sagen, erst kommt das Sparen, dann das solide Wachstum. Die anderen sagen, wir m&uuml;ssen noch mal einen Anschub leisten, auch wenn das die Schulden erh&ouml;ht. In weiten Teilen Europas und in den USA steht Deutschland mit seiner Sparpolitik ziemlich isoliert da.<br>\nQuelle. <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/juergen-fitschen-chef-der-deutschen-bank-vom-wohlstand-duerfen-nicht-nur-reiche-profitieren\/10860498.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein z.T. erstaunliches Interview. Aber darf man die Aussagen des Chefs der Deutschen Bank &uuml;berhaupt ernst nehmen, wenn man wei&szlig;, dass sie interessengeleitet sind? Nun ja, warum nicht? Schlie&szlig;lich lassen wir uns auch vom Au&szlig;enminister Russlands, Sergej Lawrow, zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten belehren. Anscheinend hat Fitschen gemerkt, dass die stagnierende deutsche Wirtschaft etwas mit falscher Wirtschaftspolitik zu tun hat. &ldquo;Sparen alleine ist keine Antwort auf unser Kernproblem, und das ist das fehlende Wachstum.&rdquo; Ob Frau Merkel und Herr Sch&auml;uble bemerken, was hier passiert. Bemerkenswert f&uuml;r einen Banker und in der Motivation v&ouml;llig unklar, dass Fitschen fragt, warum der Staat bei Rekordsteuereinnahmen trotzdem Privatinvestoren die Infrastruktur finanzieren l&auml;sst. Schon verst&auml;ndlicher ist die Bef&uuml;rchtung, dass den Menschen der Geduldsfaden rei&szlig;en k&ouml;nnte, &ldquo;wenn die Verm&ouml;genden in Zukunft immer mehr verdienen&rdquo;, w&auml;hrend viele Menschen &ldquo;in den vergangenen zehn Jahren keine Reallohnerh&ouml;hung gesehen&rdquo; haben. Nur wird am Ende nicht nur der Geduldsfaden rei&szlig;en, wenn Ungleichheit und Armut weiterhin so zunehmen. Wie Fitschen zwischen Leistungstr&auml;gern und dem Rest der Bev&ouml;lkerung unterscheidet, erkl&auml;rt er uns leider nicht. Nur allzu verst&auml;ndlich ist die Absicht Fitschens, die Exzesse und das Fehlverhalten der Banken, einzelnen Mitarbeitern anzulasten. &ndash; Bei allen Widerspr&uuml;chlichkeiten, so zum Zusammenhang von Wettbewerbsf&auml;higkeit und Wachstum, ist die Botschaft, auch wenn sie interessengeleitet ist oder gerade auch weil sie das ist, eine Kritik eines Managers, der in Deutschland nicht nur mitredet, an der bisherigen deutschen Wirtschaftspolitik. Man kann darauf wetten, dass er nicht alleine steht. Bald werden aus den Redaktionen vermehrt Artikel erscheinen, wie dieser <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2014-10\/wirtschaftspolitik-haushalt-infrastruktur-schaeuble-kolonialismus\">Artikel von Theo Sommer (!) in der Zeit<\/a>: &ldquo;Mitleidsloser &ouml;konomischer Purismus schadet Europa. Deutschland sollte weniger orthodox Wirtschaftspolitik betreiben und mehr Nachsicht mit den Nachbarn haben. Rigides Sparen allein hilft nicht und n&uuml;tzt den Europhoben.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Fitschens Aussagen &ndash; so interessant sie z.T. auch sein m&ouml;gen &ndash; erinnern eher an eine Sonntagsrede. In Sonntagsreden darf dann auch schon mal ein R&uuml;stungszar vom Weltfrieden, ein Zigarettenhersteller von der Volksgesundheit oder ein Pharmalobbyist von bezahlbaren Medikamenten schwadronieren. Solange Fitschen seine Aussagen keine Taten folgen l&auml;sst, sind sie wertlos. W&uuml;rde er es ernst meinen, dann w&uuml;rde er im Interview auch selbstkritisch mit sich selbst, seinem Unternehmen und seiner Branche umgehen. Das tut er nicht. Stattdessen erhebt er Vorw&uuml;rfe an die Politik. Auch wenn diese Vorw&uuml;rfe z.T. korrekt sind, bliebt so ein schaler Beigeschmack.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&bdquo;Podemos&ldquo; in Spanien: Eine Bewegung will an die Macht<\/strong><br>\nSpanien kennt derzeit nur ein Thema: &bdquo;Podemos&ldquo;. Ob in der Presse, in Talkshows, auf der Arbeit, beim B&auml;cker oder am Tresen, es geht um die neue politische Kraft und deren Wortf&uuml;hrer, den 35-j&auml;hrigen Politikprofessor Pablo Iglesias. Bei den Europawahlen holte Podemos &ndash; &bdquo;Wir k&ouml;nnen&ldquo; &ndash; aus dem Stehgreif 1,2 Millionen Stimmen (8 Prozent) und damit f&uuml;nf Abgeordnete. Umfragen sehen die Bewegung bereits gleichauf mit der sozialistischen PSOE. &bdquo;Wir sind angetreten, um zu regieren&ldquo;, erkl&auml;rt Iglesias in den unz&auml;hligen Talkshows, zu denen er geladen wird. Doch bis es so weit ist, muss die lose Bewegung zur Partei werden. Von Mitte September bis Mitte November soll dies geschehen. &bdquo;B&uuml;rgerversammlung&ldquo; wurde das Ganze getauft. &bdquo;Wenn du nicht Politik machst, machen sie die Politik f&uuml;r dich&ldquo;, hei&szlig;t eines der Leitmotive der Bewegung.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taz.de\/Podemos-in-Spanien\/!147763\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> &ldquo;Die M&uuml;hen der Gebirge liegen hinter uns \/ Vor uns liegen die M&uuml;hen der Ebenen. (Bertolt Brecht)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Arbeitszeitverk&uuml;rzung als Instrument der Wirtschaftspolitik<\/strong><br>\nDie MetallerInnen verhandeln derzeit &uuml;ber etwas, das die Elektr(on)ikerInnen seit 2013 haben: die Freizeitoption. Auch unter &Auml;rztInnen wird aktuell wieder &uuml;ber k&uuml;rzere Arbeitszeiten diskutiert. Der Weltwirtschaftskrach hat eine Idee erweckt (Stichwort: Kurzarbeit), die angesichts flauen Wachstums und hoher Arbeitslosigkeit allm&auml;hlich wieder Anklang findet: Arbeitszeitverk&uuml;rzung (AZV) &ndash; ein ewiges Streitthema, ein Reizwort, eine polarisierende &bdquo;quasi-religi&ouml;se Kontroverse&ldquo;. Insofern ist dies ein Beitrag zur S&auml;kularisierung eines potentiellen Instruments der Wirtschaftspolitik.<br>\nDie Pauschalkeule?<br>\nWer sich mit dem Thema AZV besch&auml;ftigt, st&ouml;&szlig;t bald auf die sogenannte &bdquo;lump of labor fallacy&ldquo;. Gemeint ist damit die Annahme eines fixen Arbeitsvolumens, welches problemlos umverteilt werden kann. Da AZV genau auf dieser Idee beruhe, das Arbeitsvolumen in Wirklichkeit aber nicht unver&auml;nderlich ist, sei das Programm zwangsl&auml;ufig zum Scheitern verurteilt &ndash; argumentieren AZV-GegnerInnen oft. Au&szlig;er Frage steht, dass die Idee einer nebenwirkungsfreien Umverteilung der Arbeit auf mehrere K&ouml;pfe zu kurz greift: die heikle Frage des Lohnausgleichs, Ver&auml;nderung der Arbeits- und Kapitalproduktivit&auml;t und damit Lohn- &amp; Kapitalst&uuml;ckkosten, Effekte auf Wachstum, Au&szlig;enhandel und den Binnenmarkt, das Arbeitsangebot und dessen Nachfrage, etc. werden dabei ausgeblendet.<br>\nAllerdings argumentiert kaum eine seri&ouml;se AZV-Bef&uuml;rwortung so plump. Insofern liegt die Vermutung nicht gar so fern, dass die ewig gleiche Leier von der &bdquo;lump of labor fallacy&ldquo; einfach nur ein Vorwand ist, um AZV-Diskussionen von vornherein zu verteufeln. (&hellip;)<br>\nUneinigkeit herrscht auch unter nachfrageorientierten &Ouml;konomInnen. Der prominente Keynesianer Heiner Flassbeck zum Beispiel ist skeptisch &ndash; und pl&auml;diert statt AZV f&uuml;r hohe Lohnabschl&uuml;sse zur Ankurbelung des Binnenmarkts. Keynes selbst hatte diesbez&uuml;glich jedoch eine klare Meinung, wie er 1945 in einem Brief kundtut:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/arbeitszeitverkuerzung-als-instrument-der-wirtschaftspolitik\/#more-7169\">blog.arbeit-wirtschaft.at<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Fehler der Keynesianer<\/strong><br>\nDie &Ouml;konomie ist eine t&uuml;ckische Wissenschaft: Ihre Theorien ver&auml;ndern ihr Objekt, die wirtschaftliche Realit&auml;t &ndash; im Gegensatz zu den Naturwissenschaften. Die neoliberale Theorie ist daf&uuml;r ein gutes Beispiel: Sie verteilt Einkommen, Verm&ouml;gen und Macht von unten nach oben und macht die Reichen noch reicher. In der &Ouml;konomie vermengen sich daher Erkenntnis und Interesse, Einsicht und Rechtfertigung. Umso bem&uuml;hter sind &Ouml;konomen, den Schein objektiver Naturwissenschaftlichkeit zu erhalten. Dies zeigt sich krass bei den Nobelpreisen: Ausgezeichnet werden am liebsten Theorien, die durch originelle Konstruktion und mathematische Abstraktion unkenntlich machen, dass sie in die gesellschaftlichen Verteilungsk&auml;mpfe eingreifen. Die Theoriebildung ist daher auch ein Krieg um Vorherrschaft &ndash; an den Universit&auml;ten, in den Medien und in der Politik. F&uuml;r Verm&ouml;gende lohnt es sich, in die Theorieproduktion zu investieren und etwa Thinktanks, Lehrst&uuml;hle und Studien zu finanzieren. Doch obwohl die Neoliberalen &uuml;ber viel Geld verf&uuml;gen, kann Geld allein nicht erkl&auml;ren, warum sie in der &Ouml;konomie eine derartige Hegemonie erreichen konnten. Es kamen auch Fehler der Keynesianer hinzu. &hellip; Da die Finanzkrise 2008 nicht f&uuml;r einen keynesianischen Gegenangriff genutzt werden konnte, geschah das glatte Gegenteil und der Neoliberalismus triumphierte. Die Krise wird zum Turbo, um in weiten Teilen der EU den Sozialstaat zu demontieren: Wenn auf den Bankrott von Mitgliedsstaaten spekuliert wird, dann begr&uuml;&szlig;en die EU-Eliten dies als eine &ldquo;Disziplinierung durch den Markt&rdquo;. Wenn dadurch die Krise versch&auml;rft wird, antworten sie mit der Troika-Sparpolitik, die S&uuml;deuropa in die Depression treibt. Wenn daraufhin die Arbeitslosigkeit steigt, werden die L&ouml;hne gesenkt und die Sozialleistungen gek&uuml;rzt. Die Neoliberalen st&ouml;rt es nicht, dass anschlie&szlig;end der Konsum einbricht &ndash; und die Arbeitslosigkeit noch weiter steigt. Ihr Rezept lautet: Dann muss eben noch mehr gespart werden. &ndash; Doch der Triumph der Neoliberalen wird nicht anhalten, denn ihr m&auml;chtigster Gegner sind sie selbst. Der Aufschwung will einfach nicht kommen, den sie stets aufs Neue prognostizieren. Stattdessen verl&auml;ngert sich die Rezession, die am Ende auch die Verm&ouml;genden trifft. Es ist ja kein Zufall, dass die Aktienkurse wieder fallen. Eine Spielanordnung nach dem Motto &ldquo;Lassen wir unser Geld arbeiten&rdquo; hat sich in der Geschichte immer selbst zerst&ouml;rt. Die Neoliberalen haben die Theorieschlacht gewonnen &ndash; und werden den Krieg trotzdem verlieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2014%2F10%2F21%2Fa0081&amp;cHash=417b4b4dfad66a915ee615644291d13e\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ohne in das komplexe Themenfeld Phillips-Kurve einsteigen zu wollen, soll darauf hingewiesen werden, dass Stephan Schulmeister bei der Phillips-Kurve von den Irrt&uuml;mern der &ldquo;Keynesianer&rdquo; spricht &ndash; nicht von Keynes. Bei Keynes gibt es, im popul&auml;ren Bild der Phillips-Kurve gesprochen, keine Wahl zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit keine sinnvolle Inflations-Arbeitslosigkeits-Kombination. Allerdings betonen viele keynesianische &Ouml;konomen gegen die popul&auml;re Interpretation, dass in der Phillipskurve nicht die Wirkungsausrichtung von einer h&ouml;heren Inflationsrate zu einer h&ouml;heren Besch&auml;ftigung beschrieben werde, vielmehr laufe die Wirkungsrichtung von der Besch&auml;ftigungslage zur Inflationsrate, aber nicht umgekehrt. &ndash; Vor allem wirft Schulmeister den &ldquo;Keynesianern&rdquo; vor, lange vor der Finanzkrise den Keynes vernachl&auml;ssigt zu haben, der sich mit den &ldquo;manisch-depressiven&rdquo; Schwankungen von Aktienkursen, Wechselkursen, Rohstoffpreisen und Zinss&auml;tzen besch&auml;ftigt und die &ldquo;Euthanasie der Rentiers&rdquo; fordert. Er f&uuml;hrt weiter aus: &ldquo;Zudem lassen sich Finanzm&auml;rkte nicht begreifen, indem man nur &ouml;konomische Gleichungen produziert. Die Keynesianer h&auml;tten die ,Selbstisolation der Wirtschaftswissenschaften durchbrechen und intensiv mit anderen Disziplinen zusammenarbeiten m&uuml;ssen, insbesondere mit der Sozialpsychologie, Soziologie und Politologie. Auch Feldforschung h&auml;tte geholfen, um zu belegen: Das &ldquo;&Uuml;berschie&szlig;en&rdquo; der Finanzm&auml;rkte &ndash; &ldquo;Bullen- und B&auml;renmarkt&rdquo; im Jargon der Trader &ndash; wird durch Spekulation produziert.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ein Insider packt aus: Die f&uuml;nfte Gewalt regiert<\/strong><br>\nHans-Werner Sinn, Chef des M&uuml;nchner Ifo-Instituts ist einer der politisch bestvernetzten und einflussreichsten &Ouml;konomen in Deutschland. Umso bedeutsamer ist, was er im Rahmen eines Gastkommentars heute  im Handelsblatt &uuml;ber die wahren Herrscher in Europa ausplaudert. Italiens Ex-Ministerpr&auml;sident Silvio Berlusconi habe die wirtschaftlichen Probleme seines Landes mit einem Euro-Austritt und Abwertung l&ouml;sen wollen. &bdquo;Dazu hatte er im Herbst 2011 bereits Sondierungsgespr&auml;che mit anderen Regierungen des Euro-Raums gef&uuml;hrt. Er hatte sich mit dem griechischen Ministerpr&auml;sidenten Papandreou abgesprochen, der sein Volk mit einem Referendum faktisch vor die Wahl zwischen einem Austritt und einer harten Austerit&auml;tspolitik stellen wollte&ldquo;, l&auml;sst Sinn uns wissen. &bdquo;Beide mussten dann aber im November 2011 fast zeitgleich zur&uuml;cktreten&ldquo;, f&auml;hrt er  fort und liefert auch die Begr&uuml;ndung: &bdquo;&Uuml;bergeordnete politische Interessen, aber auch das Interesse des Bankensystems, standen dem Austritt entgegen.&ldquo; &ndash; Diese Botschaft h&ouml;rt man sonst nur von vehementen Euro-Kritikern oder Blockupy- Anh&auml;ngern: Wenn die Interessen des Bankensystems tangiert sind, die Interessen der f&uuml;nften Gewalt, wie Rolf Breuer und Otmar Issing das nennen, dann haben die B&uuml;rger europ&auml;ischer Staaten nichts mehr zu sagen. Dann bekommen sie eine Regierung vorgesetzt, die macht, was den &bdquo;&uuml;bergeordneten politischen Interessen&ldquo; und &bdquo;dem Interesse des Bankensystems&ldquo; frommt. Die Demokratie wird au&szlig;er Kraft gesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/index.php\/de\/newsblog2\/27-german\/news\/136-sinn-zu-berlusconi#1-weiterlesen\">Norbert H&auml;ring, Geld und mehr<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man sollte also doch hinschauen, wenn Hans-Werner Sinn schreibt. Neuerdings, bei der Vorstellung seines neuen Buchs &ldquo;The Euro Trap&rdquo;, bekannte er sich bei aller Kritik ausdr&uuml;cklich zum Euro, den es zu erhalten gelte.  Allerdings m&uuml;sse man Griechenland &amp; Co. die Schulden erlassen, auch wenn man damit Fehlverhalten pr&auml;miere &ndash; anders aber h&auml;tten die Staaten keine Chance auf Erholung. Sinn zielt auch weniger auf die Staaten, sondern auf die internationalen Finanzinvestoren. Die Banken m&uuml;ssten wissen, <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/oekonom-hans-werner-sinn-und-er-liebt-ihn-doch-1.2184057\">dass sie der Steuerzahler nicht mehr rauspauke<\/a>. &ndash;  Norbert H&auml;ring verweist in seinem Beitrag auch darauf, dass auf dem G-20 Gipfeltreffen in Cannes Italien das gr&ouml;&szlig;te Sorgenkind war und Berlusconi unter Mitwirkung von US-Pr&auml;sident Obama und Finanzminister Geithner unter Druck gesetzt wurde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Dumpingl&ouml;hne &ndash; Leiharbeitsfirmen schulden Sozialkassen Millionen<\/strong><br>\nGanze 221,5 Millionen Euro schulden Leiharbeitsfirmen den Sozialkassen wegen unzul&auml;ssiger Niedrigl&ouml;hne. Jetzt wurde bekannt: Bisher haben die Unternehmen nur 71, 7 Millionen Euro abgezahlt.<br>\nVon den 221,5 Millionen Euro, die die Deutsche Rentenversicherung (DRV) bisher von den Leiharbeitsfirmen wegen unzul&auml;ssiger Niedrigl&ouml;hne eingefordert hat, haben diese erst 71,7 Millionen Euro an Beitr&auml;gen in die Sozialkassen nachgezahlt. Dies geht aus einer vorl&auml;ufigen Bilanz hervor, die das Bundesarbeitsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Gr&uuml;nen vorlegte.<br>\nHintergrund ist die Tatsache, dass das Bundesarbeitsgericht (BAG) im Dezember 2010 Tarifvertr&auml;ge von Zeitarbeitsfirmen mit der christlichen Gewerkschaft CGZP f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt hatte. Infolgedessen wurde Zehntausenden Leiharbeitnehmern der gleiche Lohnanspruch zugesprochen wie den Stammbelegschaften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article133520693\/Leiharbeitsfirmen-schulden-Sozialkassen-Millionen.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Lobbying in Deutschland: Transparency Deutschland fordert mehr Regulierung<\/strong><br>\nDie Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. hat heute ihren Bericht &bdquo;Lobbying in Deutschland&ldquo; ver&ouml;ffentlicht. Der Bericht zeigt, dass Deutschland im Bereich der Regulierung des Lobbying gro&szlig;e Defizite aufweist und ein fairer Zugang von allen Interessen zum politischen Entscheidungsprozess nicht existiert.<br>\nAuch wenn die Ratifizierung der UN Konvention gegen Korruption und der Beschluss der Regierungskoalition zu einer gesetzlichen Karenzzeitregel positive Entwicklungen zeigen, bleibt im Bereich des Lobbying in Deutschland eine Reihe von Verbesserungsnotwendigkeiten bestehen. Die Selbstregulierung durch die Interessenvertreter ist bisher unzureichend geblieben und bietet keine Alternative zu gesetzlichen Regelungen. Zudem unterstreichen die zahlreichen Wechsel von ehemaligen Regierungsmitgliedern in die Wirtschaft, dass auch auf Seiten der Politik dringender Handlungsbedarf besteht.<br>\nProf. Dr. Edda M&uuml;ller, Vorsitzende von Transparency Deutschland: &bdquo;Die Bundesregierung hat letzte Woche verk&uuml;ndet, ein eigenes Gremium zu schaffen, das m&ouml;gliche Interessenkonflikte beim Wechsel von ehemaligen Ministern und Parlamentarischen Staatssekret&auml;ren beurteilt. Dieses Gremium muss auch f&uuml;r Transparenz und Lobbykontrolle zust&auml;ndig sein. Dazu geh&ouml;rt die &Uuml;berwachung eines einzuf&uuml;hrenden aussagef&auml;higen Lobbyistenregisters.Quelle: Transparency International Deutschland e. V.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.transparency.de\/14-10-13_Lobbyismus-in-Deutsch.2535.0.html\">transparency<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Das Netz fasst mehr als jede Stra&szlig;e<\/strong><br>\nOnline-Protest wird immer noch als &ldquo;Feelgood-Activism&rdquo; bel&auml;chelt. Trotzdem explodiert die Zahl der politischen Hashtags. Und das v&ouml;llig zurecht<br>\nUnd wieder diese Pappschilder. #NotInMyName steht dieses Mal darauf geschrieben. Junge und alte Muslime halten sie in die Kamera, sie gucken ernst. &bdquo;Nicht schon wieder&ldquo;, war bei vielen die erste Reaktion auf diese Bilder &ndash; zuvor hatten bereits Menschen mit dem Hashtag #BringBackOurGirls auf die mehr als 200 von der Terrorgruppe Boko Haram entf&uuml;hrten Sch&uuml;lerinnen aufmerksam gemacht, unter #NotAMartyr distanzierten sich junge Libanesen von Selbstmordattentaten. Und das alles auf Pappschildern mit Hashtags, die abfotografiert ins Netz gestellt werden. Jetzt also #NotInMyName. &bdquo;Wahrscheinlich steckt irgendeine Werbeagentur dahinter&ldquo;, l&auml;sterten Twitter-User. Tats&auml;chlich hat sich die Organisation Active Change Foundation, die sich unter anderem gegen Gewalt und Terrorismus einsetzt, die Kampagne ausgedacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jetzt.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/589441\/Das-Netz-fasst-mehr-als-jede-Strasse\">jetzt.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gro&szlig;britannien: Tories wollen EU-Menschenrechtskonvention ignorieren<\/strong><br>\nSollten die konservativen Tories bei der Parlamentswahl 2015 in Gro&szlig;britannien gewinnen, wollen sie sich nicht mehr an die Gesetzgebungen des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte halten. Die Entscheidungen der Stra&szlig;burger Richter w&uuml;rden dann nur noch als unverbindliche Empfehlungen eines &ldquo;Beratungsgremiums&rdquo; betrachtet, k&uuml;ndigte Justizminister Chris Grayling in einem Gastbeitrag f&uuml;r die Freitagsausgabe des Boulevardblatts Daily Mail an. W&ouml;rtlich sagte er der Zeitung in einem Video, die Reform der Tories solle die &ldquo;Menschenrechtskonventionen in Gro&szlig;britannien wieder mit gesundem Menschenverstand ausstatten&rdquo;. Grayling, der in der Vergangenheit wegen rechter, europaskeptischer und homophober &Auml;u&szlig;erungen kritisiert wurde, drohte mit dem kompletten R&uuml;ckzug aus dem Geltungsbereich der 1953 ratifizierten Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention, sollte der Gerichtshof die Entscheidungshoheit des britischen Gerichtswesens und Parlaments nicht akzeptieren. &ndash; &ldquo;Wir werden Schluss machen mit dieser Situation, in der der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte unseren Gerichten sagt, was sie zu tun haben&rdquo;, versprach der Minister den W&auml;hlern seiner Partei. Die neue Bill of Rights werde den Geist der 1953 geschlossenen Vertr&auml;ge bewahren und gleichzeitig &ldquo;all die Dinge beenden, die seitdem schief gelaufen sind&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2014-10\/tories-grossbritannien-menschenrechtskonvention-nationale-bill-of-rights\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wenn einer mit dem &ldquo;gesunden Menschenverstand&rdquo; daher kommt, ahnt man, dass  das gesunde Volksempfinden nicht weit ist. Es ist eine Schande, dass  Cameron und seine Mannschaft auf diese Weise der erstarkenden rechtspopulistischen United Kingdom Independence Party (Ukip) Paroli bieten will. Sicherlich kann ein britischer Politiker nicht ignorieren, dass viele W&auml;hler zur EU auf Distanz gehen, aber es ist schon erb&auml;rmlich, dies auf einem Feld zu tun, auf dem gerade britische Staatsrechtler einen wesentlichen Beitrag geleistet haben. Da der Europarat bereits das britische Vorgehen als nicht konform zur Menschenrechtskonvention zur&uuml;ckgewiesen hat, d&uuml;rfte Gro&szlig;britannien neben Wei&szlig;russland bald als einziges europ&auml;isches Land abseits der 1953 unterzeichneten Europ&auml;ischen Menschenrechtserkl&auml;rung stehen. Bedenkt man, dass kein Land ohne die <a href=\"http:\/\/conventions.coe.int\/Treaty\/ger\/Treaties\/Html\/005.htm\">Anerkennung der Europ&auml;ischen Menschrechtskonvention<\/a> in die EU aufgenommen werden kann, so r&uuml;ckt Gro&szlig;britannien mit diesem Schritt dem Austritt aus der EU immer n&auml;her. Allein dass Gro&szlig;britannien eventuell anderen L&auml;ndern wie z.B. dem Ungarn Orb&aacute;ns den Weg weist, sich von der Menschenrechtskonvention zu verabschieden, ist ein hoher Preis f&uuml;r die Durchsetzung einer popul&auml;ren, rigoroseren Abschiebung von Ausl&auml;ndern, f&uuml;r die Beschr&auml;nkung der Ausgabe von Sozialversicherungsnummern f&uuml;r schlecht ausgebildete Ausl&auml;nder, um am rechten Rand der W&auml;hlerschaft zu punkten usw. So richtig kompliziert wird es unter der Ber&uuml;cksichtigung, dass die Menschenrechtskonvention Bestandteil der rechtlichen Grundlagen der Selbstverwaltung und der Rechtsordnung Schottlands und Nordirlands ist.<\/em><br>\n<em>Nun sollte man fairerweise anmerken, dass die konkreten Pl&auml;ne f&uuml;r eine &ldquo;British Bill of Rights and Responsibilities&rdquo; nicht nur in liberalen, sondern auch in gem&auml;&szlig;igten konservativen Kreisen auf Kritik st&ouml;&szlig;t. Die NZZ, die von &ldquo;rechtspopulistischem Furor&rdquo; in England spricht, <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/international\/england-mit-einem-fuss-aus-der-menschenrechtskonvention-1.18398925\">zitiert<\/a> die  Financial Times (&ldquo;David Camerons Geschenk an die dunklen Kr&auml;fte auf dem Kontinent&rdquo;), die bef&uuml;rchte, dass die Menschenrechtskonvention zu einem wirkungslosen Wunschkonzert verk&auml;me. Ebenso wird der konservative Peer im Oberhaus und Chefkommentator der Londoner &laquo;Times&raquo;, Daniel Finkelstein, zitiert: die Menschenrechte seien kein schlechter Witz, den man einfach entsorgen k&ouml;nne. Tats&auml;chlich gehe es hier, erkl&auml;rte Finkelstein, um eine Machtfrage zwischen Richtern und Politikern, und gerade Konservative m&uuml;ssten doch erstere zum Schutz der B&uuml;rgerrechte gegen den Staat st&auml;rken.<\/em><br>\n<em>Nat&uuml;rlich kann und soll man dar&uuml;ber streiten k&ouml;nnen, wie der Europ&auml;ischen Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte die Konvention auslegt. Er selbst betrachtet diese als ein &bdquo;living instrument&ldquo;, das auf Grundlage der aktuellen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen ausgelegt wird und nicht nach den Bedingungen zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Vorschrift. So erinnert der Gerichtshof z.B. <a href=\"http:\/\/www.eugrz.info\/pdf\/EGMR28.pdf\">im Fall Tyrer gegen Vereinigtes K&ouml;nigreich [PDF &ndash; 79,7 KB]<\/a> &ldquo;daran, dass die Konvention ein lebendiges Instrument (un instrument vivant \/ a living instrument) ist, das &ndash; wie die Kommission zu Recht hervorgehoben hat &ndash; im Lichte der heutigen Verh&auml;ltnisse (&agrave; la lumi&egrave;re des conditions d&rsquo;aujourd&rsquo;hui \/ in the light of present-day conditions) auszulegen ist. Im vorliegenden Fall kann sich der Gerichtshof nicht den Entwicklungen und allgemein akzeptierten Ma&szlig;st&auml;ben der Strafvollstreckungspolitik der Mitgliedstaaten des Europarates in diesem Bereich entziehen.&rdquo; In diesem Fall pr&uuml;fte das Gericht z.B. auch, ob eine besondere Notwendigkeit vor Ort zum Zuge k&auml;me. D. h. dass der Gerichtshof grunds&auml;tzlich bereit ist, die Konvention &ldquo;unter Ber&uuml;cksichtigung der &ouml;rtlichen Notwendigkeiten&rdquo; (Artikel 56,3 &ndash; R&auml;umlicher Geltungsbereich) anzuwenden. Das Gericht vermisste allerdings in diesem Fall (Pr&uuml;gelstrafe) den positiven und schl&uuml;ssigen Beweis einer Notwendigkeit, &ldquo;und der Gerichtshof kann &Uuml;berzeugungen und die &ouml;rtliche &ouml;ffentliche Meinung f&uuml;r sich allein betrachtet nicht als einen solchen Beweis ansehen.&rdquo; (Siehe zur Entstehung und heutigen Einordnung der Menschenrechtskonvention den Beitrag des Deutschlandradios zum 60sten: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/von-der-schlafenden-schoenheit-zum-fundament-europas.724.de.html?dram:article_id=260035\">Von der schlafenden Sch&ouml;nheit zum Fundament Europas<\/a>&ldquo;)<\/em><br>\n<em>Es ist traurig, dass Gro&szlig;britanniens konservative Partei  wegen schn&ouml;dem W&auml;hlerstimmenfang mit dem Austritt aus der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention den Weg zu einem wahrhaft &ldquo;allgemeinen Gesetz&rdquo; verl&auml;sst. Die Fallh&ouml;he, mit der Gro&szlig;britannien hinter eine Entwicklung zur&uuml;ckf&auml;llt, die mit den Bill of Rights (1689) ihren Ausgang nahm, zeigt das Niveau der &Uuml;berlegungen Montesquieus (1689-1755) in &ldquo;Meine Gedanken&rdquo; (&Uuml;ber mich selbst): &ldquo;Wenn ich etwas w&uuml;sste, was f&uuml;r meine Nation n&uuml;tzlich, aber verderblich f&uuml;r eine andere w&auml;re, w&uuml;rde ich es meinem F&uuml;rsten nicht vorschlagen, weil ich erst Mensch und dann Franzose bin, oder vielmehr weil ich notwendig Mensch bin, und Franzose nur aus Zufall. Wenn mir etwas bekannt w&auml;re, das mir n&uuml;tzen, meiner Familie aber schaden w&uuml;rde, so verbannte ich es aus meinen Gedanken. Wenn mir etwas bekannt w&auml;re, das meiner Familie nicht aber meinem Vaterland n&uuml;tzen k&ouml;nnte, so w&uuml;rde ich es vergessen wollen. Wenn mir etwas bekannt w&auml;re, das meinem Vaterland n&uuml;tzen, Europa aber schaden, oder Europa n&uuml;tzen und der Menschheit schaden w&uuml;rde, so sehe ich das als ein Verbrechen an.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&Uuml;berwachung: FBI fordert Hintert&uuml;ren &uuml;berall<\/strong><br>\nIch war nie ein Panikmacher. Aber &hellip;&rdquo;, sagte FBI-Direktor James B. Comey am Donnerstag in einer Rede in Washington. Aber ein bisschen Panikmache musste dann doch sein. &ldquo;Verschl&uuml;sselung droht, uns an einen sehr dunklen Ort zu f&uuml;hren&rdquo;, sagte er. Einen Ort voller Terroristen und Kindersch&auml;nder. Comey machte klar, was er von Verschl&uuml;sselung h&auml;lt: nichts. Jedenfalls nicht, wenn andere sie benutzen. Er ist damit nicht allein. Comey beklagte, dass es in vielen Onlinediensten keine Schnittstellengibt, &uuml;ber die das FBI jemanden abh&ouml;ren k&ouml;nnte. Und er beschwerte sich dar&uuml;ber, dass Apple und Google bestimmte Nutzerdaten k&uuml;nftig so auf ihren mobilen Ger&auml;ten verschl&uuml;sseln, dass auch die Firmen selbst nicht mehr darauf zugreifen k&ouml;nnen, selbst wenn sie physischen Zugriff auf das Ger&auml;t haben. Das hei&szlig;t, die Polizei kann nicht wie bisher ein beschlagnahmtes Handy zu Apple schicken und das Unternehmen auffordern, pers&ouml;nliche Daten des Besitzers auszulesen.<br>\nF&uuml;r den FBI-Direktor ist das ein Problem. Ausgekl&uuml;gelte Verschl&uuml;sselung k&ouml;nne die Regierung bei der Strafverfolgung und &Uuml;berwachung von Terrorverd&auml;chtigen &ldquo;in eine Sackgasse f&uuml;hren &ndash; alles im Namen von Privatsph&auml;re und Netzwerksicherheit&rdquo;. Klarer, quasi unverschl&uuml;sselter, h&auml;tte er kaum ausdr&uuml;cken k&ouml;nnen, dass er Privatsph&auml;re und Netzwerksicherheit f&uuml;r zweitrangig h&auml;lt. Comey fordert &Uuml;berwachungsschnittstellen in allen Kommunikationsdiensten und -kan&auml;len, um Verschl&uuml;sselung direkt aushebeln zu k&ouml;nnen. Die Anbieter sollen diese Hintert&uuml;ren von Beginn an einbauen, dazu solle es auch eine gesetzliche Grundlage geben. &ndash; In Deutschland gibt es &uuml;brigens eine &auml;hnliche Diskussion. Hier geht es nicht um Hinter- oder Vordert&uuml;ren, sondern um Seiteneing&auml;nge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2014-10\/fbi-hintertueren-verschluesselung-cryptowars\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Milit&auml;rische Wende in Kobani<\/strong><br>\nSah es bis vor wenigen Tagen noch so aus, als k&ouml;nnten die Dschihadisten binnen Kurzem die Stadt vollst&auml;ndig in ihre Gewalt bringen, sind nun die K&auml;mpfer der kurdischen Miliz YPD auf dem Vormarsch. Entscheidend daf&uuml;r ist, dass vor allem die USA ihre milit&auml;rischen Anstrengungen zur Rettung Kobanis deutlich verst&auml;rkten. Nach immer wirksameren Luftangriffen warfen US-Transportflugzeuge am Montagmorgen auch den f&uuml;r die Verteidiger Kobanis so dringend ben&ouml;tigten Nachschub ab. Und nur wenige Stunden sp&auml;ter best&auml;tigte der t&uuml;rkische Au&szlig;enminister Mevl&uuml;t Cavusoglu, was kurdische Quellen schon in der Nacht verk&uuml;ndet hatten: Die t&uuml;rkische Regierung ist jetzt bereit, K&auml;mpfer der kurdischen Peschmerga aus dem Nordirak &uuml;ber t&uuml;rkisches Territorium nach Kobani zu lassen. Damit erleben die Verteidiger von Kobani an einem Tag, worauf sie wochenlang vergeblich gehofft hatten: den Nachschub an Waffen, darunter auch Panzerabwehrwaffen und Munition, und gleichzeitig K&auml;mpfer, die die Reihen der ersch&ouml;pften kurdischen Milizion&auml;re auff&uuml;llen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2014%2F10%2F21%2Fa0045&amp;cHash=d3253c22d8dfc4f320460fafa6c0c25a\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nat&uuml;rlich w&auml;re der Verlust von Kobani &ndash; die halbe Welt sieht zu -, nicht nur ein Triumph f&uuml;r die Djihadisten, sondern f&uuml;r die westliche Welt,  f&uuml;r die USA ein herber Gesichtsverlust. Es war zu erwarten, dass sich die US-Regierung &uuml;ber das gro&szlig;sprecherisch angek&uuml;ndigte Veto der T&uuml;rken hinwegsetzen w&uuml;rde. Dass die T&uuml;rkei irakische kurdische K&auml;mpfer &uuml;ber t&uuml;rkisches Territorium nach Kobani lassen, weil sie sich eine Schw&auml;chung der PKK in Syrien erhoffen, ist wohl eher eine Rechnung, die nach hinten losgehen kann. Den Traum von einem geeinten, unabh&auml;ngigen Kurdistan ist auch bei den irakischen Kurden nicht erloschen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bundesverfassungsgericht zu Waffenexporten: Informationen, die nicht st&ouml;ren<\/strong><br>\nDas Bundesverfassungsgericht hat die Informationsrechte des Parlaments bei Kriegswaffenexporten nur in geringem Ma&szlig; verbessert. Die Bundesregierung muss k&uuml;nftig Abgeordneten auf Anfrage mitteilen, ob eine endg&uuml;ltige Entscheidung &uuml;ber Kriegswaffenlieferungen ins Ausland gefallen ist. Solange es nur Vorentscheidungen gibt, muss keine Antwort auf Anfragen gegeben werden. Zur Begr&uuml;ndung hei&szlig;t es im Urteil, Vorentscheidungen seien rechtlich noch nicht verbindlich. &bdquo;Die parlamentarische Kontrolle erstreckt sich nur auf bereits abgeschlossene Vorg&auml;nge.&ldquo; Christian Str&ouml;bele, Bundestagsabgeordneter der Gr&uuml;nen und einer von drei Kl&auml;gern, &auml;u&szlig;erte sich nach der Urteilsverk&uuml;ndung in Karlsruhe entt&auml;uscht: &bdquo;Die M&ouml;glichkeit, &uuml;ber R&uuml;stungsexporte &ouml;ffentlich zu diskutieren, ist weitgehend abgeschnitten.&ldquo; Das Urteil bedeute auch eine St&auml;rkung der R&uuml;stungsindustrie. &ndash; Das Urteil gesteht der Bundesregierung dar&uuml;ber hinaus zu, ausnahmsweise auch endg&uuml;ltige Genehmigungen nicht mitzuteilen. Allerdings nur dann, wenn &bdquo;das Staatswohl durch das Bekanntwerden geheimhaltungsbed&uuml;rftiger Informationen gef&auml;hrdet werden kann&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Urteil. W&uuml;rde das Parlament bereits &uuml;ber dessen Beratungen informiert, w&uuml;rde &bdquo;dem Parlament das faktische Mitregieren bei seiner Entscheidung erm&ouml;glicht, die in der alleinigen Kompetenz der Regierung liegt&ldquo;.w&ouml;rtlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/bundesverfassungsgericht-zu-waffenexporten-informationen--die-nicht-stoeren,1472596,28795644.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Studie zur Angemessenheit von Strafe: Jeder dritte Jurastudent will die Todesstrafe zur&uuml;ck<\/strong><br>\nJurastudenten fordern heute deutlich l&auml;ngere und h&auml;rtere Strafen als noch vor 25 Jahren &ndash; obwohl sie sich subjektiv sicherer f&uuml;hlen. Rund ein Drittel sieht die lebenslange Freiheitsstrafe nicht als ausreichend an, &uuml;ber die H&auml;lfte w&uuml;rde unter bestimmten Bedingung auch Folter bef&uuml;rworten. Das geht aus einer Studie des Erlanger Strafrechtsprofessors Franz Streng hervor. Die Grundlage der Studienergebnisse bildet ein Fragebogen, den Streng den Besuchern seiner Vorlesung, zumeist Erst- oder Zweitsemestern, im Zeitraum zwischen 1989 und 2012 zur anonymen Beantwortung vorlegte. Erfasst wurden darin unter anderem die subjektive Einsch&auml;tzung zur Kriminalit&auml;tslage, die Haltung zu den unterschiedlichen Strafzwecken und die Vorstellung zum angemessenen Strafma&szlig; von insgesamt 3.133 Studenten.<br>\nVor allem letztere hat sich &uuml;ber die Jahre drastisch ver&auml;ndert. F&uuml;r den hypothetischen Fall eines Totschlags im Affekt im Rahmen einer Trennung wollten die Studenten 1989 durchschnittlich rund sechs Jahre Haft verh&auml;ngen; 2012 war die Zahl auf 9,5 Jahre angestiegen, wobei mit den Jahren auch immer h&auml;ufiger starke Ausschl&auml;ge nach weit oben hinzukamen, bis hin zur Forderung einer lebenslangen Freiheitsstrafe. &Uuml;berhaupt hat sich die Haltung der Studenten zu dieser Strafform stark gewandelt. In einer vorgelagerten Untersuchung aus 1977 &ndash; dem Jahr, in dem das Bundesverfassungsgericht die lebensl&auml;ngliche Haftstrafe f&uuml;r unter Einschr&auml;nkungen verfassungsgem&auml;&szlig; erkl&auml;rte &ndash; forderte noch jeder Dritte, dass sie vollends abgeschafft werden sollte, nur 6,7 Prozent hielten sie f&uuml;r eine im Einzelfall zu milde Strafe. 2012 hingegen sprach sich nur noch jeder f&uuml;nfzigste Student f&uuml;r eine Abschaffung aus, demgegen&uuml;ber sah fast jeder Dritte die lebenslange Freiheitsstrafe als zu milde an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lto.de\/recht\/hintergruende\/h\/studie-punitivitaet-franz-streng-erlangen-jurastudenten-todesstrafe-folter\/\">LTO<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist schon be&auml;ngstigend, dass Zahl der Bef&uuml;rworter der Todesstrafe sich seit 1977 fast verdreifacht hat. In einem <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/nuernberger-zeitung\/nz-news\/erlanger-studie-jura-studenten-fordern-vermehrt-todesstrafe-1.3958565\">Interview<\/a> stellt Franz Streng zudem fest, dass sich gerade bei schulisch gut ausgebildeten Studierenden eine kontr&auml;re Entwicklung zur Einstellung in der Gesamtbev&ouml;lkerung abzeichne. In dieser sei die Zustimmung zur Todesstrafe generell bis 2009 immer weiter abgesunken. Das spricht weder f&uuml;r die schulische noch f&uuml;r die universit&auml;re Ausbildung, in der wohl immer weniger Wert auf kritische Diskurse Wert gelegt wird.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung unserer Leserin A.F:<\/strong> Interessant w&auml;re in diesem Zusammenhang auch die Frage nach dem sozialen Hintergrund dieser Studenten. Jurastudenten sind, soweit ich wei&szlig;, meist Kinder des &ldquo;gehobenen B&uuml;rgertums&ldquo; mit einem ausgepr&auml;gt elit&auml;ren Bewusstsein. Insofern ist das Beschriebene, so nehme ich an, ein weiteres Symptom f&uuml;r die &bdquo;rohe B&uuml;rgerlichkeit&ldquo; mit ausgepr&auml;gter Verachtung der Armen und gestrauchelten Armen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Abwicklung des alten Amerika<\/strong><br>\nGeorge Packer erz&auml;hlt in seinem Buch &ldquo;Die Abwicklung&rdquo; intelligent und anschaulich vom Verfall der sozialen, politischen und &ouml;konomischen Strukturen in den USA, die lange f&uuml;r Stabilit&auml;t sorgten. Durch die detaillierten Langzeitbeobachtungen und die kluge Auswahl seiner Protagonisten lassen sich Entwicklungen verfolgen, die m&ouml;glicherweise auch auf Deutschland zukommen.<br>\nFr&uuml;her hie&szlig; es, der Flughafen von New York sehe aus wie ein Flughafen in der Dritten Welt. Heute sehen selbst Dritte-Welt-Flugh&auml;fen besser aus als JFK. Das sagte der amerikanische Autor Elliot Weinberger k&uuml;rzlich, und er fasste damit polemisch einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Abw&auml;rtstrend in den USA zusammen, dem George Packer in seinem neuen Buch auf den Grund geht. &ldquo;Die Abwicklung: Eine innere Geschichte des neuen Amerika&rdquo; beschreibt die enorme Ver&auml;nderung, die die USA in den letzten 35 Jahren durchlaufen haben. Wesentliche Bestandteile des nationalen Selbstverst&auml;ndnisses haben sich unwiderruflich aufgel&ouml;st. Packer erz&auml;hlt intelligent und anschaulich vom Verfall der sozialen, politischen und &ouml;konomischen Strukturen, die &uuml;ber ein halbes Jahrhundert hinweg f&uuml;r Stabilit&auml;t sorgten.<br>\nIn seiner Einleitung, die wie eine Ouvert&uuml;re die Themen und Motive des Buches anrei&szlig;t, wird bereits deutlich, dass die einschneidenden Ver&auml;nderung alle Schichten und gesellschaftlichen Ebenen erfasst und dass immer mehr Menschen darunter leiden. Packer beleuchtet aber auch die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungstr&auml;ger. Bei ihnen sieht er die Verantwortung f&uuml;r die Zerst&ouml;rung eben der Institutionen und Gesetze, die ein Sicherheitsnetz f&uuml;r sozial Schwache gebildet und die gr&ouml;&szlig;te Mittelschicht hatten entstehen lassen, die es in der Geschichte der Menschheit je gab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/das-ende-des-american-dream-die-abwicklung-des-alten-amerika.700.de.html?dram:article_id=300733\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em>George Packer: &ldquo;Die Abwicklung: Eine innere Geschichte des neuen Amerika&rdquo;. S. Fischer Verlag, 2014. 512 Seiten, 24,99 Euro.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Eine Information zur Reaktion auf den Leserbrief und die erg&auml;nzende Kommentierung zu den Lokf&uuml;hrerstreiks vom 21. Oktober<\/strong><br>\nDie Reaktionen waren heftig. Wir nehmen sie ernst und werden die bisher eingegangenen Leserbriefe in den morgigen Hinweisen des Tages in ihren Kernaussagen wiedergeben. Soviel kann ich schon anmerken: ich halte Streiks zur Durchsetzung einer erfolgreichen Lohnpolitik f&uuml;r sinnvoll und notwendig.<br>\nAlbrecht M&uuml;ller.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-23668","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23668","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23668"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23668\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23691,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23668\/revisions\/23691"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23668"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23668"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23668"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}