{"id":2367,"date":"2007-05-29T08:35:07","date_gmt":"2007-05-29T06:35:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2367"},"modified":"2007-05-29T08:35:08","modified_gmt":"2007-05-29T06:35:08","slug":"hinweise-des-tages-402","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2367","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Unterst&uuml;tzen Sie die Verfassungsklage gegen Studiengeb&uuml;hren in Hessen!<\/strong><br>\n43.308 wahlberechtigte Hessinnen und Hessen k&ouml;nnen beim Staatsgerichtshof gegen ein Gesetz Verfassungsklage einreichen. In einem abstrakten Normenkontrollverfahren wird dann seine Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit &uuml;berpr&uuml;ft. Da ma&szlig;gebliche Experten das Studienbeitragsgesetz (StuBeiG) der CDU-Landesregierung f&uuml;r verfassungswidrig halten, rufen die hessischen ASten dazu auf, gemeinsam das Studienbeitragsgesetz und damit die Politik der Landesregierung vor den Staatsgerichtshof zu bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fuer-solidaritaet-und-freie-bildung.de\/\">F&uuml;r Solidarit&auml;t und freie Bildung<\/a><\/li>\n<li><strong>Werner R&uuml;gemer: Raus aus der Statistik<\/strong><br>\nZum j&uuml;ngsten Monatsbericht der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit: Jeder zweite Bezieher von Arbeitslosengeld wird in der staatlichen Analyse zum Nichtarbeitslosen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-29\/001.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke: Aufschwung aus dem Zauberkasten<\/strong><br>\nKomisch. Vor einem Jahr kursierten in Deutschland noch d&uuml;sterste Absturzdiagnosen. Die Wirtschaft schien am Ende, und unsere Couch-&Ouml;konomen wussten, warum es gar nicht anders kommen konnte. Jetzt folgt eine Aufschwungsensation der n&auml;chsten &ndash; und? Pl&ouml;tzlich kursieren immer wildere Erkl&auml;rungen, warum das &ndash; ganz klar &ndash; so kommen musste und nat&uuml;rlich kein Wunder ist.<br>\nDas sei ganz normal, so ein Aufschwung, befindet jetzt Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Hoppla. Andere entdecken grandiose deutsche Reformen. Oder schw&auml;rmen entz&uuml;ckt von den ach so moderaten Gewerkschaften (welche vor kurzem noch den nahenden Untergang des Abendlands verantworten mussten). Die muntere Debatte w&auml;re am&uuml;sant, best&uuml;nde nicht der Verdacht, dass die Experten mit ihren Krisendiagnosen und Ratschl&auml;gen einfach grundlegend falsch lagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ftd.de\/meinung\/leitartikel\/:Kolumne%20Thomas%20Fricke%20Aufschwung%20Zauberkasten\/204272.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Vieles an Frickes Polemik &uuml;ber unsere &bdquo;Couch-&Ouml;konomen&ldquo; verschafft uns eine gewisse Befriedigung. Wir haben schon immer die Miesmacher und die Vork&auml;mpfer der &bdquo;strukturellen Reformen&ldquo; kritisiert. Nicht einverstanden sind wir mit der Euphorie &uuml;ber das Sinken der Arbeitslosenzahlen. Fricke vernachl&auml;ssigt, dass das mit Niedrigl&ouml;hnen, ausbeuterischen Zeitarbeitsverh&auml;ltnissen und Manipulationen der  Statistiken erkauft wurde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Tauziehen um Klima-Milliarden<\/strong><br>\nIn der Gro&szlig;en Koalition ist ein Gerangel um die k&uuml;nftigen Milliardeneinnahmen aus dem Klimaschutz ausgebrochen. Im Regierungslager werden drei Verwendungsvorschl&auml;ge f&uuml;r die Erl&ouml;se aus der geplanten Versteigerung von Emissionsrechten diskutiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/international\/:Tauziehen%20Klima%20Milliarden\/205495.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Liberalisierung des deutschen Postsektors &ndash; Auswirkungen auf Besch&auml;ftigung und Tarifpolitik<\/strong><br>\nDie Darstellung der Entwicklung und Struktur des deutschen Briefmarktes zeigt, dass im bereits liberalisierten Segment des Briefmarktes die Konkurrenten der Deutschen Post AG ihre Marktanteile erheblich ausbauen konnten. Die Bilanz der Besch&auml;ftigungsentwicklung sowie der Entwicklung von Arbeitsbedingungen, Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen bei der Deutschen Post AG und den neuen Postunternehmen verweist auf einen umfangreichen Verdr&auml;ngungswettbewerb, der vor allem auf Kosten der Besch&auml;ftigten und der Allgemeinheit ausgetragen wird. Da in keinem der neuen Postunternehmen ein Tarifvertrag existiert, droht bei einer vollst&auml;ndigen Liberalisierung die gesamte Branche infolge von Lohndumping in die Zone von Armutsl&ouml;hnen abzugleiten. Der Beitrag endet mit einer Diskussion unterschiedlicher Ans&auml;tze f&uuml;r eine (tarif-)politische Re-Regulierung des Postsektors. Hierzu z&auml;hlen eine Reform der Lizenzvergabepraxis der Bundesnetzagentur, die Nutzung von Tariftreueerkl&auml;rungen und ein Mindestlohn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/wsimit_2007_05_brandt.pdf\">WSI-Mitteilungen 5\/2007 [PDF &ndash; 268 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>200 Milliarden Euro mehr<\/strong><br>\nSie wissen alles, die Expertenkommissionen, Beir&auml;te, wissenschaftlichen Institute. Sie weissagen die Entwicklung der n&auml;chsten 50 und gar 100 Jahre und sagen, was zu tun ist. Sie kennen die Anzahl der dann lebenden Homosexuellen, beziffern die Bev&ouml;lkerungsabnahme, die eine Privatisierung der Altersvorsorge und l&auml;ngere Lebensarbeitszeit n&ouml;tig macht, und vieles mehr. Nur eines wissen sie nachweislich nicht: die genaue Entwicklung in den n&auml;chsten Monaten.<br>\nWas von den Beir&auml;ten zu halten ist, hat k&uuml;rzlich der Ministerpr&auml;sident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck (SPD), offen gesagt. In einer Rundfunkdebatte &uuml;ber die Forderung nach einem Mindestlohn argumentierte der CDU-Vertreter, die eigens bestellten wissenschaftlichen Beir&auml;te der CDU-Wirtschaftsvereinigung lehnten den Mindestlohn ab, weil er viele Arbeitspl&auml;tze kosten w&uuml;rde. Darauf Beck grinsend: &raquo;Als Ministerpr&auml;sident setze auch ich bei manchen umstrittenen Problemen Beir&auml;te ein, damit sie die mir passenden Argumente liefern.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/textsicht.php?id=3048\">linksnet<\/a><\/li>\n<li><strong>Kurt Beck: &bdquo;Ich habe die Agenda 2010 immer f&uuml;r richtig gehalten, was sich daran anschlie&szlig;t, werden wir mittragen&ldquo;<\/strong><br>\n&bdquo;Ich habe &uuml;berhaupt keine Lust, diesen Kurs in rechts oder links einzuordnen. F&uuml;r mich z&auml;hlen wirtschaftlicher Erfolg, &ouml;kologische Vernunft und soziale Gerechtigkeit.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/cicero-exklusiv\/tid-5835\/cicero-exklusiv_aid_57397.html\">Focus Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ach h&auml;tte doch Kurt Beck wenigstens mit ein paar Argumenten begr&uuml;ndet, wie dieser Kurs zu mehr wirtschaftlichem Erfolg, zu mehr &ouml;kologischer Vernunft und vor allem zu mehr sozialer Gerechtigkeit f&uuml;hren soll.<br>\n&bdquo;Kein Mensch hat sich jemals mit der Sorge an mich gewandt, wir seien nicht weit genug links&ldquo;, meint Kurt Beck. Seine eigenen Umfrageergebnisse oder die Denkzettel der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler scheint er nicht zu registrieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das Problem der SPD ist nicht ihre politikunf&auml;hige Basis. Ihr Problem ist eine F&uuml;hrung, die unbedingt in der Koalition bleiben will &ndash; aber immer weniger zu sagen wei&szlig;, warum<\/strong><br>\nDie Krise der SPD ist nicht gef&uuml;hlt, sie ist echt. Sie wird sich auch nicht durch zukunftsfrohe, p&auml;dagogisch wertvolle Ansprachen der miesepetrigen Basis, wie Peer Steinbr&uuml;ck meint, aus der Welt schaffen lassen. Die SPD hat kein mentales Problem, sondern ein politisches. Sie braucht keine Therapeuten. Sondern einen Beweis, dass sich regieren lohnt.<br>\nAuch wenn sich die Koalition ge&auml;ndert hat: Die SPD regiert seit neun Jahren. In diesem Zeitraum sind die working poor bundesrepublikanische Wirklichkeit geworden. Die SPD hat die Flexibilisierung der Arbeit entschlossen vorangetrieben &ndash; die H&auml;lfte der Jobs, die in dem Aufschwung 2006 entstanden, waren Leiharbeitsjobs. So gibt es, mitten im Boom, Hunderttausende, die Jobs haben und trotzdem so wenig verdienen, dass sie Hartz-IV-Empf&auml;nger sind. Auch die Lohnerh&ouml;hungen werden im Schnitt unter 3 Prozent liegen. Der lang ersehnte Aufschwung ist da. Doch die abgeh&auml;ngte Unterschicht, die sich von der SPD abgewandt hat und lieber die Linkspartei w&auml;hlt, hat wenig davon. Und auch die arbeitende Mittelschicht kriegt nur ein bescheidenes St&uuml;ck vom Kuchen ab.<br>\nDas Problem ist nicht die oppositonss&uuml;chtige, kindische SPD-Basis, die glaubt, man k&ouml;nne die negativen Effekte der Globalisierung per Parteitagsbeschluss abschaffen. Das Problem ist, dass die regierende SPD ein zentrales Versprechen nicht einl&ouml;sen kann: n&auml;mlich, f&uuml;r soziale Ausgewogenheit zu sorgen. Zwar mahnen SPD-Minister fast t&auml;glich sorgenvoll an, dass doch alle etwas vom Aufschwung haben sollten. Doch sie klingen dabei wie Oppositionspolitiker, die der Regierung eine legitime Forderung ans Herz legen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/26\/a0094.1\/textdruck\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Lafontaine: Deutsche wollen linke Politik<\/strong><br>\nSobald jemand bereit ist, den Mindestlohn einzuf&uuml;hren, sobald jemand bereit ist, die unglaubliche Fehlentscheidung von Hartz IV zu korrigieren, sobald jemand bereit ist, eben eine Steuerpolitik zu machen, die wirklich die Leistungstr&auml;ger entlastet und nicht eben immer nur Milliardengeschenke an die Konzerne gibt und sobald man bereit ist, v&ouml;lkerrechtswidrige Kriege aufzugeben, sind wir in der Lage, sofort zusammenzuarbeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/idw_dlf\/629142\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><strong>Der neue Chef Ren&eacute; Obermann hat den R&uuml;ckhalt der Belegschaft verloren<\/strong><br>\nDie Arbeitszeit wurde bei teilweisem Lohnverzicht auf 34 Stunden verk&uuml;rzt. Die Ansage war, es gebe nicht gen&uuml;gend Arbeit mehr f&uuml;r alle. Jetzt ist Obermann am Dr&uuml;cker. Er verlangt pl&ouml;tzlich wieder l&auml;ngere Arbeitszeiten bei weiterem Gehaltsverzicht. Jetzt soll es auf einmal genug Arbeit geben, sie sei nur zu teuer, predigt der Chef. Dabei m&uuml;ssen 32.000 Menschen bis Ende 2008 ohnehin den Konzern verlassen &ndash; allerdings sozialvertr&auml;glich abgefedert.<br>\nGleichzeitig zahlt die Telekom nahezu ihre kompletten Nettoeinnahmen von gut 3,1 Milliarden Euro als Dividende aus, um die Anteilseigner zu bedienen und den Aktienkurs zu st&uuml;tzen. So etwas machen sonst nur Unternehmen, in denen Heuschrecken-Fonds das Sagen haben.<br>\nDie Priorit&auml;t von Finanzminister Peer Steinbr&uuml;ck (SPD) ist l&auml;ngst das Geldverdienen &ndash; eine Milliarde Euro Dividende flie&szlig;t in seine Kasse. Deshalb verb&uuml;ndete sich der Bund bei der Telekom mit der amerikanischen Investmentfirma Blackstone &ndash; mit einem Unternehmen also, das Steinbr&uuml;cks Parteifreund Franz M&uuml;ntefering mit Heuschrecken verglichen hatte. Blackstone, das von Ex-Telekomchef Ron Sommer beraten wird, h&auml;lt 4,5 Prozent der T-Aktien. Im Aufsichtsrat stimmten der Bund und die Investmentfirma gemeinsam f&uuml;r die Auslagerungspl&auml;ne Obermanns &ndash; gegen die zehn Gewerkschafts- und Betriebsratsvertreter. Und auch ein neuer Personalvorstand wurde k&uuml;rzlich gegen den Widerstand der Arbeitnehmerbank durchgesetzt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/unternehmen\/unternehmen\/:Ren%E9-Obermann-Leitung\/589613.html?nv=ct_cb\">Stern<\/a>\n<p>Nach einem Bericht des Handelsblatts vom Freitag dr&auml;ngt die Bundesregierung Konzernchef Ren&eacute; Obermann, gegen&uuml;ber der Gewerkschaft ver.di hart zu bleiben. Der Bund als gr&ouml;&szlig;ter Aktion&auml;r erwarte, dass die angek&uuml;ndigten Sparziele weitgehend erreicht w&uuml;rden.<br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-26\/053.php?print=1\">junge Welt<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Auf deutschen Feldern verrottet ein gro&szlig;er Teil der Spargelernte, weil die Bauern zu wenige Erntehelfer haben!<\/strong><br>\nBauernpr&auml;sident Sonnleitner: Bew&auml;hrte Helfer, etwa aus Polen, gehen inzwischen lieber nach Gro&szlig;britannien oder Holland. Dort d&uuml;rfen sie unbefristet arbeiten und den Arbeitgeber wechseln. Der Pr&auml;sident: &bdquo;Wir brauchen auch in Deutschland die volle Freiz&uuml;gigkeit f&uuml;r Erntehelfer aus Osteuropa.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.t-online.de\/BTO\/news\/2007\/05\/27\/spargel-ernte-verrottet\/deutsche-polen-felder.html\">Bild.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wieder einmal wird eine Hetzkampagne gegen Arbeitslose und Hartz-IV-Empf&auml;nger angezettelt. Ursache f&uuml;r den Mangel an Erntehelfern und Grund daf&uuml;r, dass die Erntehelfer aus Osteuropa lieber nach England oder Holland gehen, ist eher die Tatsache, dass die Helfer dort einen Mindestlohn und somit besser verdienen als auf deutschen Spargelfeldern.  Wie steht es eigentlich bei den Erntehelfern mit der Marktwirtschaft: Wenn es zu wenig Angebote an Arbeit gibt, ist vielleicht einfach der Lohn zu niedrig.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ver.di: Mindestlohn schafft 450 000 Jobs<\/strong><br>\nDer &Ouml;konom Klaus Bartsch hat f&uuml;r die Studie ein Szenario durchgerechnet, wonach ab 2008 ein gesetzlicher Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde eingef&uuml;hrt und bis 2009 auf neun Euro erh&ouml;ht wird. In seiner Modellrechnung geht er davon aus, dass Menschen mit niedrigen Einkommen praktisch jeden zus&auml;tzlichen Euro vollst&auml;ndig ausgeben und nichts sparen. Deshalb w&uuml;rde die Einf&uuml;hrung des Mindestlohns die Binnennachfrage sp&uuml;rbar anregen und dadurch mehrere Hunderttausend neue Jobs schaffen, hei&szlig;t es. Selbst unter Ber&uuml;cksichtigung aller &bdquo;Nebenwirkungen&ldquo;, wie Preis- und Rationalisierungseffekte, blieben langfristig Besch&auml;ftigungsgewinne von &uuml;ber 100 000 Personen, sch&auml;tzt Bartsch<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/archiv.tagesspiegel.de\/drucken.php?link=archiv\/26.05.2007\/3291655.asp\">Tagesspiegel<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.verdi.de\/mindestlohn\/wissenschaftliche_studie_zum_mindestlohn_in_europa_und_usa_vorgestellt\/data\/mindestlohn_studie_mai_07.pdf\">ver.di [PDF &ndash; 552 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wir halten zwar von solchen Berechnungen genauso wenig, wie etwa von Berechnungen des IW, dass der Mindestlohn hundertausende von Arbeitspl&auml;tzen koste.<br>\nDennoch ist es hilfreich, dass mit einer Gegenstudie argumentiert werden kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Sozialbericht NRW und Kinderarmut<\/strong><br>\nRund 2,57 Millionen arme Menschen leben in NRW, darunter 815000 Kinder und Jugendliche. 720000 Menschen gelten als &uuml;berschuldet. Auf der anderen Seite gab es 462730 Einkommensreiche, darunter 3192 Einkommensmillion&auml;re, die ein Jahreseinkommen von durchschnittlich 1,51 Millionen Euro haben. 1,37 Millionen Haushalte gelten als verm&ouml;gensreich, weil sie mindestens 222600 Euro besitzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vsp-vernetzt.de\/soz-0706\/0706021.htm\">SoZ<\/a><\/li>\n<li><strong>INSM: Riester-Pflegeversicherung geplant<\/strong><br>\nIm Streit der gro&szlig;en Koalition &uuml;ber die Reform der Pflegeversicherung zeichnet sich nach Angaben der &bdquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&ldquo; ein Kompromiss ab. Nach Informationen der INSM aus Koalitionskreisen planen Union und SPD, die regul&auml;re Pflegeversicherung durch eine staatlich gef&ouml;rderte Zusatzversicherung zu erg&auml;nzen.<br>\nDurch eine solche &ldquo;Riester-Pflege&rdquo; entst&uuml;nde eine individuelle Kapitalreserve f&uuml;r die steigende Kostenbelastung durch die Pflege im Alter. Eine private Zusatzvorsorge k&ouml;nnte auch den absehbaren Beitragsanstieg der Pflegeversicherung geringer ausfallen lassen. Dennoch rechnen Experten mit einer Erh&ouml;hung um etwa 0,5 Prozentpunkte im kommenden Jahr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/Datenpool\/Tagesnachrichten\/Aktuell\/Private_Zusatzversicherung_geplant__25.5.2007.html\">INSM<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wir haben zwar gelernt, dass der INSM kein Mittel zu schade ist, um Propaganda f&uuml;r die Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme zu betreiben, doch ist zu  bef&uuml;rchten, dass diese Meldung zutrifft. Bei der Pflegeversicherung liefe dann das gleiche Spiel ab, wie mit der gesetzlichen Rente: Man zerst&ouml;rt das Vertrauen in die Pflegeversicherung, erkl&auml;rt und macht sie zur minimalen Absicherung und schanzt mit staatlicher Subventionierung der Versicherungswirtschaft ein Milliardengesch&auml;ft zu.<br>\nAuch das Ergebnis wird das gleiche sein wie bei der gesetzlichen Rente: Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt allenfalls noch die physische Minimalexistenz der Pflegebed&uuml;rftigen f&uuml;r die gro&szlig;e Masse ab. Diejenigen, die es sich noch leisten k&ouml;nnen, eine zus&auml;tzliche private Versicherung abzuschlie&szlig;en, werden auf die Risiken des Kapitalmarkts gedr&auml;ngt und k&ouml;nnen hoffen, dass sie eine Betreuung erfahren, die den Namen &bdquo;Pflege&ldquo; noch verdient.<br>\nUnd das funktioniert alles mit dem Rosst&auml;uschertrick, dass den Arbeitgebern und Arbeitnehmer in dem bisherigen, umlagefinanzierten System eine f&uuml;r die Absicherung ausk&ouml;mmliche Anhebung des Versicherungssatzes um Prozentanteile nicht zuzumuten sei. Man &bdquo;befreit&ldquo; die Arbeitgeberseite von der Umlage und w&auml;lzt m&ouml;gliche Zusatzkosten auf diejenigen Arbeitnehmer ab, die es sich noch leisten k&ouml;nnen, einen viel h&ouml;heren Betrag ihres Nettoeinkommens an eine private Versicherung abzuf&uuml;hren. Und dieses Gesch&auml;ft f&uuml;r die privaten Versicherer wird dann noch aus Steuermitteln gef&ouml;rdert, weil es sonst nicht angenommen w&uuml;rde.<br>\nOffenbar glaubt man in den von der INSM zitierten &bdquo;Koalitionskreisen&ldquo;, dass man die Menschen ein weiteres Mal &uuml;ber den Tisch ziehen kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Pr&auml;sident der Deutschen Rentenversicherung fordert Rentenpflicht f&uuml;r Selbst&auml;ndige<\/strong><br>\nDeutschland sei das einzige Land in Europa, das Unternehmern die Altersvorsorge freistelle. Heute zahlen mehr als 34 Millionen Menschen Rentenbeitr&auml;ge. Die meisten sind Arbeitnehmer, die dazu per Gesetz gezwungen sind. Begr&uuml;ndet wird dies damit, ohne den Zwang w&uuml;rden viele Besch&auml;ftigte ihre Vorsorge vernachl&auml;ssigen. Den meisten Selbstst&auml;ndigen ist ihre Altersvorsorge dagegen v&ouml;llig freigestellt. Sie k&ouml;nnen sich aber freiwillig versichern. Bei mehr als vier Millionen Selbstst&auml;ndigen z&auml;hlen die Rentenversicherer derzeit nur etwas &uuml;ber 440.000 freiwillig Versicherte. Es bestehe ein wachsendes Risiko von Altersarmut gerade im Bereich der kleinen Unternehmer und Solo-Selbstst&auml;ndigen, die heute oft zu wenig selbst f&uuml;r das Alter vorsorgten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/205492.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Auch der konservative B&uuml;rgerKonvent entdeckt das Grundeinkommen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.buergerkonvent.de\/download\/BuergerBrief_42.pdf\">B&uuml;rgerKonvent [PDF &ndash; 1.5 MB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Mitbestimmte Aufsichtsr&auml;te: Leistungsf&auml;higkeit in den letzten Jahren deutlich gestiegen<\/strong><br>\nDeutschlands Aufsichtsr&auml;te wandeln sich vom r&uuml;ckblickenden Kontroll- zum vorausschauenden Beratungsgremium. Die Mitbestimmung ist dabei von Vorteil, weil Arbeitnehmervertreter spezifisches Wissen in die Aufsichtsr&auml;te einbringen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam des Wissenschaftszentrums Berlin f&uuml;r Sozialforschung (WZB) um Prof. Dr. Ulrich J&uuml;rgens und Dr. Inge Lippert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news?print=1&amp;id=209726\">idw<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Bestatter<\/strong><br>\nSie sind schlimmer als Heuschrecken: Wie sich dubiose Unternehmensk&auml;ufer an Not leidenden Firmen bereichern.<br>\nNach Einsch&auml;tzung des Berliner Rechtsanwalts und Notars Rolf Rattunde, der sich schon Ende der neunziger Jahre mit dem Ph&auml;nomen besch&auml;ftigt hat, handelt es sich bei den Unternehmensbestattungen um eine &raquo;Form der Organisierten Kriminalit&auml;t&laquo;. Es geht um mehr als nur Einzelf&auml;lle. Einige Dutzend Unternehmensbestatter seien in Deutschland t&auml;tig, sch&auml;tzt der Rechtsanwalt Volker R&ouml;mermann, Vorsitzender des Instituts f&uuml;r Insolvenzrecht in Hannover. Eine Hochburg sei Berlin, wo 90 Prozent aller Insolvenzverfahren mangels Masse von den Gerichten abgewiesen w&uuml;rden. Das bedeutet, dass in solchen F&auml;llen kein Insolvenzverwalter t&auml;tig wird, der m&ouml;glichen Betr&uuml;gereien nachsp&uuml;ren kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/2007\/22\/Bestatter\">Die Zeit<\/a><\/li>\n<li><strong>Lucas Zeise: Ein Alarmruf, der einschl&auml;fert<\/strong><br>\nDie Initiative der Bundesregierung, die von Hedge-Fonds ausgehenden Gefahren auf die Tagesordnung des G8-Gipfels in Heiligendamm zu setzen, ist gescheitert. Peer Steinbr&uuml;ck und Angela Merkel hatten sich beileibe kein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Auch dieser Misserfolg hat etwas Gutes. Er dokumentiert, dass die Regierungen der USA und Gro&szlig;britanniens, wo die allermeisten Hedge- und Private-Equity-Fonds angesiedelt sind, auch nur die kleinsten Ans&auml;tze zu einer Regulierung verhindern. Der britische Finanzminister und k&uuml;nftige Premier Gordon Brown verhinderte sogar, dass sich die EU dem von Deutschland vorgetragenen Wunsch nach mehr &Ouml;ffentlichkeit anschloss.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/205386.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>G 8: Aufwand und Ertrag stehen in keinem ertr&auml;glichen Verh&auml;ltnis zueinander<\/strong><br>\nAuch heute stehen die Probleme instabiler Finanzm&auml;rkte und wachsender Handelsungleichgewichte auf der Tagesordnung, aber der Glaube an ihre L&ouml;sbarkeit ist geschwunden. &Uuml;ber die Rekorddefizite der US-Regierung wird kaum ein Wort verloren, und die deutsche G-8-Pr&auml;sidentschaft hat auch keine striktere Regulierung von Hedgefonds durchsetzen k&ouml;nnen. Die Wirtschaft gedeiht am besten, so glauben vor allem Amerikaner und Briten, wenn man sie in Ruhe l&auml;sst.<br>\nF&uuml;r ihre Gipfel haben sich die Regierungschefs deswegen immer neue Themen gesucht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/.bin\/_print.php\/berliner-zeitung\/print\/meinung\/657241.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Polizeistaat demonstriert<\/strong><br>\nRund 6000 Demonstranten durften am Montag in Hamburg testen, was die Behauptung der Bundesregierung bedeutet, Kritik am G-8-Gipfel sei erw&uuml;nscht. Mehrere tausend Polizisten kesselten den Demonstrationszug, der am Millerntor begann und durch den Stadtteil St. Pauli zur Innenstadt zog, von Beginn an ein. Der Protest richtete sich auch gegen das bis zum heutigen Dienstag in Hamburg stattfindende Treffen der europ&auml;ischen Au&szlig;enminister mit ihren asiatischen Amtskollegen (ASEM).\n<p><em><strong>Bericht Brigitta Huhnke:<\/strong> Ich war bei der Demo dabei. Der Bericht unten untertreibt eher noch. Unglaublich, was da an Provokation seitens der Polizei abgegangen ist. Wir und auch andere journalistische Kollegen haben das mit eigenen Augen gesehen. Dann haben die Veranstalter schlie&szlig;lich die Demo abgebrochen &ndash; eine v&ouml;llig richtige Entscheidung. Die Polizei ist immer noch im ganzen Innenstadtbereich unterwegs und zur Zeit jagen sie junge Leute im Schanzenviertel. Die Autonomen auf der Demo, viele davon Jugendliche, waren hundertprozentig friedlich, v&ouml;llig!!! Die Polizei hatte die 4000 Demonstranten regelrecht eingekesselt und st&auml;ndig gab es &Uuml;bergriffe seitens der hochger&uuml;steten und bewaffneten Polizei.<br>\nEs waren nicht 1000 Gewaltbereite auf der Demonstration. Die angeblich brennenden Barrikaden im Schanzenviertel bestanden aus 2 handlichen Bauz&auml;unen, vor denen Fu&szlig;ball gespielt wurde. Es fand ein gezieltes Auseinanderdividieren von friedlichen Demonstranten statt. Es wurden massiv B&uuml;rgerrechte eingeschr&auml;nkt, eine legitime Demonstration mit vielen verschiedenen Ans&auml;tzen wurde massiv und mit hohem Aufwand der Exekutive gest&ouml;rt.<br>\n&Uuml;brigens waren auch viele etwas &auml;ltere Menschen dabei, die Alten aus der Friedensbewegung, die Bev&ouml;lkerung hat die Demo eher mit Sympathie bedacht. Aber nat&uuml;rlich, viele angeblich politische Leute haben es nicht f&uuml;r n&ouml;tig gehalten, ihre demokratischen Rechte und Pflichten wahrzunehmen. SPD, Gr&uuml;ne und die Gewerkschaften gl&auml;nzten nat&uuml;rlich ganz durch Abwesenheit.<br>\nAber damit Sch&auml;ubles Konzept aufgehen kann, werden jetzt die jungen Leute zusammengepr&uuml;gelt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;britannien: &Uuml;berwachungskameras sprechen mit Kinderstimmen<\/strong><br>\nIn Gro&szlig;britannien wird es bald fl&auml;chendeckend &Uuml;berwachungskameras geben, die nicht nur spitzeln, sondern auch sprechen &ndash; mit Kinderstimmen. Kritiker f&uuml;rchten den Siegeszug der elektronischen W&auml;chter: &ldquo;Wir leben in einem &Uuml;berwachungsstaat.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/tech\/0,1518,483939,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>China stoppt Transrapid<\/strong><br>\nDer wahre Grund f&uuml;r die Absage der Chinesen ist, dass der Transrapid offenkundig sogar ihnen zu teuer ist, um ihn auf einer mittellangen Strecke fahren zu lassen. Und das, obwohl die Bedingungen optimal sind: Die Chinesen sind technologieversessen, die Genehmigungsverfahren kurz, die Baukosten f&uuml;r den Fahrweg deutlich niedriger als etwa in Deutschland. Dennoch scheint all das nicht zu reichen, um die Strecke profitabel zu betreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/205471.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Den Kopf voll Schulden<\/strong><br>\nInvestitionen in Bildung lohnen sich. Dennoch schrecken viele Studenten davor zur&uuml;ck, sich ihr Studium &uuml;ber Kredite zu finanzieren<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/2007\/22\/G-Studienkredite\">Die Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Was bei all den Lobhudeleien &uuml;ber die Studienkredite &uuml;bersehen wird, gerade Kinder aus sog. bildungsfernen Schichten scheuen das Risiko eines Studiums mit Kredit viel mehr als Kinder aus b&uuml;rgerlichen Schichten.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2367","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2367","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2367"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2367\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2367"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2367"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2367"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}