{"id":23733,"date":"2014-10-28T09:10:47","date_gmt":"2014-10-28T08:10:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733"},"modified":"2014-10-28T09:10:47","modified_gmt":"2014-10-28T08:10:47","slug":"hinweise-des-tages-2242","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h01\">Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h02\">Bahnstreik &ndash; &bdquo;Dumm&laquo;, verantwortungslos, irre&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h03\">Stresstest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h04\">Will The Juncker Commission Continue To Entrench Neoliberal Policies<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h05\">Bew&auml;hrungsstrafe f&uuml;r Ex-Landesbankchef Schmidt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h06\">Steuerflucht: Automatischer Informationsaustausch bringt wichtige Weichenstellung mit vielen Schlupfl&ouml;chern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h07\">Contours of a European Minimum Wage Policy<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h08\">Fabio De Masi: Schwarze Null: Teuer und dumm<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h09\">Hans-Werner Sinn zu Gast bei Michael Krons<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h10\">Warum die Fed bei der Zinswende Tempo machen muss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h11\">Heiner Flassbeck &ndash; Deutsche &Uuml;bergr&ouml;&szlig;e<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h12\">Gesundheitsarmut bei Kindern: Demografischer Wandel taugt nicht als Ausrede<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h13\">Strompreis: Bild erkl&auml;rt die Kurve der Wut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h14\">Nur noch sechs oder acht Bundesl&auml;nder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h15\">Schulpolitischer Sprecher der CDU: Homosexualit&auml;t ist nicht normal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h16\">Rechtsextreme Fu&szlig;ball-Hooligans &ndash; Teufel gegen Beelzebub<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h17\">AfD<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h18\">DIE  ReGIERung  DER  OBEREN  ZEHNTAUSEN<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h19\">Tagesschau.de zensiert die NachDenkSeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733#h20\">TV-Tipp: Die Anstalt &ndash; Politsatire mit Max Uthoff und Claus von Wagner<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23733&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Ukraine<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Nationalistischer Ruck in der Ukraine ist h&ouml;chst besorgniserregend<\/strong><br>\n&bdquo;Das wird ein sehr nationalistisches und antirussisches Parlament in Kiew&ldquo;, kommentiert Andrej Hunko, Mitglied im Europaausschuss f&uuml;r die Fraktion DIE LINKE, den Ausgang der Parlamentswahlen in der Ukraine. Er war am Wochenende mit einer Wahlbeobachtungsdelegation des Europarates vor Ort. Hunko weiter:<br>\n&bdquo;Der etwas moderater auftretende und zumindest verbal auf eine Verhandlungsl&ouml;sung mit den sogenannten Separatisten setzende Poroschenko-Block hat in den letzten Wochen massiv an die Volksfront von Jazenjuk, Turtschinov und Parubij verloren. Seit den Pr&auml;sidentschaftswahlen im Mai hat der Oligarch Poroschenko etwa 30 Prozentpunkte abgegeben. Diese radikale Verschiebung, verbunden mit dem aggressiveren Vorgehen der Volksfront im Ukraine-Konflikt, ist h&ouml;chst besorgniserregend.<br>\nW&auml;hrend Pr&auml;sident Poroschenko moderater auftrat, steht der Wahlsieger Jazenjuk f&uuml;r eine verst&auml;rkte milit&auml;rische Eskalation. &Uuml;ber seine Listen sind mehrere Rechtsextreme und milit&auml;rische Kommandeure in das Parlament eingezogen. Die gewonnene St&auml;rke seiner Fraktion wird voraussichtlich dazu beitragen, den Konflikt weiter zu eskalieren.<br>\nAuch die niedrige Wahlbeteiligung im S&uuml;dosten des Landes stimmt wenig hoffnungsvoll. So nahmen in Odessa nur etwa 40 Prozent der Wahlberechtigten teil. Dort, wo in Luhansk und Donezk abgestimmt werden konnte, war die Beteiligung sogar noch niedriger. Dies zeigt, dass sich viele Menschen im Osten des Landes nicht repr&auml;sentiert f&uuml;hlen.<br>\nAlle Seiten m&uuml;ssen endlich anerkennen, dass die Ukraine ein tief gespaltenes Land ist und sich dies nicht durch den Sieg einer Seite beilegen lassen wird. Eine weitere Eskalation, wie sie vom Jazenjuk-Lager zu erwarten ist, k&ouml;nnte zu einer Ausweitung des Konfliktes auf den S&uuml;dosten des Landes f&uuml;hren.<br>\nDie EU und ihre Mitgliedsl&auml;nder m&uuml;ssen sich endlich auf eine friedliche L&ouml;sung orientieren und eine Politik des Ausgleichs betreiben. 4.000 Tote sind 4.000 zu viel. Die Ukraine kann als Br&uuml;cke zwischen EU und Russland prosperieren. Eine Fortsetzung der Eskalationspolitik wird jedoch zu einer Spaltung des Landes f&uuml;hren.&ldquo;<br>\nQuelle:  <a href=\"http:\/\/www.andrej-hunko.de\/presse\/2279-nationalistischer-ruck-in-der-ukraine-ist-hoechst-besorgniserregend\">Andrej Hunko, MdB<\/a>\n<p><strong>Nochmals: Wahlen in der Ukraine: Proeurop&auml;ische Kr&auml;fte gewinnen deutlich<\/strong><br>\n<strong>Leserbrief von Richard Kresse:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Sehr geehrter Herr Pascheit,<\/em><\/p>\n<p><em>Sie schreiben bez&uuml;glich des ukrainischen Wahlergebnisses vom gestrigen Sonntag, dass sich die M&auml;r von der &ldquo;faschistischen&rdquo; Ukraine nun wohl erledigt habe.<\/em><\/p>\n<p><em>Dazu habe ich einige Anmerkungen, m&ouml;chte aber vorab klarstellen, dass ich den Begriff des &ldquo;Faschismus'&rdquo; aus diversen Gr&uuml;nden ablehne und auch ansonsten ganz sicher nicht auf die Idee k&auml;me, der gesamten (West-)Ukraine zu unterstellen, sie sei faschistisch. Das ist sie nicht. Es handelt sich ohnehin um einen viel zu oft missbrauchten Kampfbegriff, dessen politikwissenschaftliche Definition nicht abschlie&szlig;end gekl&auml;rt und daher diffus ist. Dennoch sei mir erlaubt, eine modernere Faschismusdefinition, in diesem Fall von Matthew Lyons zu zitieren:<\/em><br>\n<em>&ldquo;Faschismus ist eine Form rechtsextremer Ideologie, die die Nation oder Rasse als organische Gemeinschaft, die alle anderen Loyalit&auml;ten &uuml;bersteigt, verherrlicht. Er betont einen Mythos von nationaler oder rassischer Wiedergeburt nach einer Periode des Niedergangs und Zerfalls. Zu diesem Zweck ruft Faschismus nach einer &sbquo;spirituellen Revolution&lsquo; gegen Zeichen des moralischen Niedergangs wie Individualismus und Materialismus und zielt darauf, die organische Gemeinschaft von &lsquo;andersartigen&rsquo; Kr&auml;ften und Gruppen, die sie bedrohen, zu reinigen. Faschismus tendiert dazu, M&auml;nnlichkeit, Jugend, mystische Einheit und die regenerative Kraft von Gewalt zu verherrlichen. Oft &ndash; aber nicht immer &ndash; unterst&uuml;tzt er Lehren rassischer &Uuml;berlegenheit, ethnische Verfolgung, imperialistische Ausdehnung und V&ouml;lkermord. Faschismus kann zeitgleich eine Form von Internationalismus annehmen, die entweder auf rassischer oder ideologischer Solidarit&auml;t &uuml;ber nationale Grenzen hinweg beruht. Normalerweise verschreibt sich Faschismus offener m&auml;nnlicher Vorherrschaft, obwohl er manchmal auch weibliche Solidarit&auml;t und neue M&ouml;glichkeiten f&uuml;r Frauen einer privilegierten Nation oder Rasse unterst&uuml;tzen kann.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Legt man diese Definition zugrunde, ist es geradezu erschreckend, in welchem Ausma&szlig; sie auf die gesellschaftlichen Tendenzen in der Ukraine zutrifft. Aber wie gesagt, der Begriff ist hoch umstritten.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie dem auch sei, zur Wahl:<\/em><\/p>\n<p><em>Nach aktuellem Stand der Dinge verpasst die Partei &ldquo;Swoboda&rdquo; knapp den Wiedereinzug ins Parlament, obwohl sich das durchaus noch &auml;ndern kann, auf alle F&auml;lle bekommt sie einige Direktmandate. In den Medien wird Swoboda zumeist als &ldquo;rechtspopulistisch&rdquo; dargestellt, was in infamer Weise verniedlichend ist. Dazu muss man wissen, dass die Partei sich erst 2004 in den aktuellen Namen (&uuml;bersetzt &ldquo;Freiheit&rdquo;) umbenannt hat. Zuvor firmierte sie unter dem Namen &ldquo;Sozial-Nationale Partei der Ukraine&rdquo;, ein Name, der Ihnen zweifellos bekannt vorkommt. Die heutige Swoboda h&auml;lt damit auch absolut nicht hinter dem Berg, und ein Blick auf die dankenswerterweise auch auf Englisch existierende Homepage lohnt sich, auch hinsichtlich des Parteiprogramms, das praktisch 1:1 von der NSDAP &uuml;bernommen sein k&ouml;nnte. Es g&auml;be zu dieser Partei viel zu sagen, beispielsweise, dass Abgeordnete nach dem Umsturz in Kiew den Direktor eines Fernsehsenders verpr&uuml;gelten und zum R&uuml;cktritt zwangen, ohne dass es irgendwelche Folgen f&uuml;r sie gehabt h&auml;tte, oder dass der Parteichef, Oleg Tjahnibok, <a href=\"http:\/\/en.svoboda.org.ua\/about\/history\/\">eine beeindruckende Zitatesammlung im Netz hinterl&auml;sst<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Ferner zieht die Partei eines weiteren &ldquo;Rechtspopulisten&rdquo; ins Parlament ein. Es handelt sich dabei um die sogenannte &ldquo;Radikale Partei&rdquo; (kurz f&uuml;r &ldquo;Oleg Ljaschkos radikale Partei&rdquo;), deren Chef, man ahnt es, ein gewisser Oleg Ljaschko ist. Es ist mir ein R&auml;tsel, wieso man in unserer Medienlandschaft diesem Mann und seiner Partei keine weitere Aufmerksamkeit geschenkt hat, denn auch hier ist das Attribut &ldquo;rechtspopulistisch&rdquo; grob verniedlichend. Zwar handelt es sich hier um eine Partei, die letztlich, wie der Name ja auch schon suggeriert, auf eine einzige Person zugeschnitten ist &ndash; zu ihr gleich &ndash; dennoch ist es beispielsweise bemerkenswert, dass etliche Kandidaten dem neonazistischen Netzwerk &ldquo;Sozial-Nationale Versammlung&rdquo; entstammen. Ljaschko selbst ist ein radikaler Nationalist, unter anderem Mitbegr&uuml;nder des ber&uuml;chtigten Battaillons &ldquo;Azow&rdquo;, das sogar hierzulande bereits f&uuml;r Schlagzeilen sorgte. Wie Amnesty International in einem Bericht feststellte, unterh&auml;lt Ljaschko eine Kampagne der Gewalt, Einsch&uuml;chterung und Folter, wobei er vollst&auml;ndige Immunit&auml;t vor jedweder Strafverfolgung zu genie&szlig;en scheint. Ob er ein Ideologe ist, vermag ich nicht zu sagen, obwohl einiges darauf hindeutet und sich sogar gute Gr&uuml;nde finden lie&szlig;en, ihn und seine Partei noch eher als die Swoboda selbst unter klassischeren Definitionen unter den Begriff &ldquo;Faschist&rdquo; zu subsumieren. So oder so &ndash; <a href=\"http:\/\/www.amnesty.org\/en\/news\/Impunity-reigns-for-abductions-ill-treatment-eastern-Ukraine-06-08-2014\">er ist ein Zeitgenosse &uuml;belster Sorte<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Nimmt man die aktuellen, jeweils abgerundeten Ergebnisse von Swoboda, Radikaler Partei und des weit abgeschlagenen Rechten Sektors (auf den ich hier nicht weiter eingehe) zusammen, kommt man bereits auf 12% der Stimmen. Addiert man noch die abgerundeten Ergebnisse der Partei Julia Timoschenkos, &ldquo;Vaterland&rdquo;, (Sie erinnern sich sicher: Sie ist der Ansicht, man m&uuml;sse die Russen mit &ldquo;Atombomben&rdquo; vernichten und Putin &ldquo;in den Kopf&rdquo; schie&szlig;en) hinzu, kommt man auf 17%.<\/em><\/p>\n<p><em>Das eigentliche Problem ist aber auch die neu gegr&uuml;ndete Partei des Premiers und in unseren Medien als &ldquo;Pro-Europ&auml;er&rdquo; gefeierten Arseni Jazenjuk, die &ldquo;Volksfront&rdquo;, die auf jeden Fall &uuml;ber 20% der Stimmen erhalten hat und wom&ouml;glich sogar st&auml;rkste Kraft wird. Aus Jazenjuks Geist entspringt die irrwitzige Idee, an der russischen Grenze eine Mauer zu bauen, ebenso ist er ein Verfechter des fortgesetzten Krieges, im &Uuml;brigen auch um die Krim. Ferner hat er die Rebellen im Osten des Landes und die sie unterst&uuml;tzenden Russen als &ldquo;Untermenschen&rdquo; bzw. &ldquo;subhumans&rdquo; bezeichnet, auch wenn er sp&auml;ter behaupten lie&szlig;, das sei lediglich ein &Uuml;bersetzungsfehler gewesen. Ich beherrsche zwar die ukrainische Sprache nicht, einem professionellen &Uuml;bersetzer sollte aber im Englischen der Unterschied zwischen &ldquo;subhumans&rdquo; und &ldquo;inhumans&rdquo; sofort ins Auge springen (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/kiews-aussenminister-beschimpft-putin-a-975536.html\">siehe dazu<\/a>). Es gibt viele &Auml;u&szlig;erungen Jazenjuks, die an seiner demokratischen Gesinnung massive Zweifel aufkommen lassen.<\/em><br>\n<em>Interessant ist ansonsten einerseits, dass die &ldquo;Volksfront&rdquo; auf den vorderen Listenpl&auml;tzen eine gewisse Tetjana Tschernowol (Platz 2) beherbergt, ihres Zeichens Aktivistin aus den Reihen der offen rechtsextremen und antisemitischen Gruppierung UNA-UNSO, die sich w&auml;hrend der Ereignisse auf dem Maidan dem Rechten Sektor anschloss. Andererseits und noch bedeutsamer findet sich dort ein Andrji Parubij (Platz 4), der in unseren Medien seinerzeit des &Ouml;fteren als &ldquo;Kommandant des Maidan&rdquo; hofiert wurde. Bei ihm handelt es sich um einen Mitbegr&uuml;nder der oben bereits erw&auml;hnten Swoboda-Vorg&auml;ngerpartei &ldquo;Sozial-Nationale Partei&rdquo;, auch wenn er sp&auml;ter zur Partei &ldquo;Vaterland&rdquo; wechselte &ndash; man darf mutma&szlig;en, aus Karrieregr&uuml;nden, zumal er beispielsweise noch 2010 das Europ&auml;ische Parlament bat, die Kritik an der Entscheidung, Stepan Bandera posthum den Titel &ldquo;Held der Ukraine&rdquo; zu verleihen, zur&uuml;ckzunehmen. Er war nach dem Umsturz Chef des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine und steuerte in dieser Funktion den &ldquo;Anti-Terror-Einsatz&rdquo; gegen den Osten. Auch seine Rolle w&auml;hrend der Ereignisse auf dem Maidan, die zahlreiche Ukrainer das Leben kosteten, ist umstritten. Der aktuelle Parlamentspr&auml;sident, Olexandr Turtschinow, der die Fraktion der KPU aufl&ouml;ste (und mithin die einzige echte Opposition) und das Verbotsverfahren anstrebt, kandidiert auf Platz 3.<\/em><br>\n<em>Kurz: Die &ldquo;Volksfront&rdquo; mag pro-europ&auml;isch sein. Sie ist aber auch von Neonazis und Rechtsextremen in herausragenden Positionen besetzt und ist, selbst wenn man das vollst&auml;ndig ausklammert, auch so extrem nationalistisch, anti-russisch und alles andere als friedensfreudig.<\/em><\/p>\n<p><em>Zusammenfassend l&auml;sst sich also sagen, dass nach aktuellem Stand abgerundet (!) 17% der Stimmen auf Rechtsextreme und Neonazis entfallen, weitere 20%+ auf Ultranationalisten mit rechtsextremen oder neonazistischen Tendenzen. Die russische Propagandamaschinerie, laut der die Ukraine von &ldquo;Faschisten&rdquo; durchsetzt sei, ist nat&uuml;rlich &uuml;bertrieben und nicht haltbar und dient wohl vor allem der inneren Mobilisierung. Und dennoch &ndash; die Ergebnisse dieser Wahl sind in h&ouml;chstem Ma&szlig;e besorgniserregend, wenn man sich n&uuml;chtern die Positionen der entsprechenden Gruppierungen und ihrer Akteure ansieht. Nicht zu vergessen die zahlreichen paramilit&auml;rischen Milizen, die offen Nazi-Symbole zur Schau stellen und von denen kaum zu erwarten ist, dass sie einfach friedlich zu Haus und Hof zur&uuml;ckkehren werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<\/em><\/p>\n<p><em>Richard Kresse<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ich bin Richard Kresse f&uuml;r seinen Kommentar dankbar, weil er mir Gelegenheit gibt, meine Anmerkung von gestern etwas zu erl&auml;utern. Setzt er doch das Wort faschistisch gleich in Anf&uuml;hrungsstriche. H&auml;tte ich dies nicht vers&auml;umt, w&auml;re vielleicht die Ironie meiner Anmerkung deutlicher geworden. Nat&uuml;rlich hatte diese Ironie eine Richtung. Sie richtete sich gegen den Sprachgebrauch der russischen Regierung und der unter ihre Kontrolle stehenden Medien. Aber mein eigentliches Ziel ist auch nicht der Sprachgebrauch in Russland, sondern die &Uuml;bernahme dieses Sprachgebrauchs in der deutschen Kritik der Ukraine. Und zwar aus denselben Gr&uuml;nden die Kresse so beschreibt: &ldquo;Die russische Propagandamaschinerie, laut der die Ukraine von &ldquo;Faschisten&rdquo; durchsetzt sei, ist nat&uuml;rlich &uuml;bertrieben und nicht haltbar und dient wohl vor allem der inneren Mobilisierung.&rdquo; Wer heute die Ukraine als faschistisch denunziert, beteiligt sich an dieser russischen Propaganda und macht seine Kritik dadurch unglaubw&uuml;rdig. Als Beispiel m&ouml;ge die Kommentierung der Wahlen durch Sevim Dagdelen (Bundestagsabgeordnete f&uuml;r die Linke) dienen, die wie folgt titelt: <a href=\"http:\/\/www.sevimdagdelen.de\/de\/article\/3795.wahlen_in_der_ukraine_faschistische_gefahr_nicht_gebannt.html\">Wahlen in der Ukraine: Faschistische Gefahr nicht gebannt<\/a>. Dass sie &auml;hnlich wie Kresse, dann einzelne Personen in den gew&auml;hlten Parteien unter die Lupe nimmt, bleibt ihr unbenommen, warum aber versammelt sie Ihre Getreuen unter einem so schwammigen Begriff hie Antifaschisten dort Faschisten? Der Begriff faschistisch wie auch den Gegenbegriff antifaschistisch bildet heute keine Wirklichkeit ab, er ist ein Begriff f&uuml;r Denkfaule, die sich schnell einem Lager zuordnen m&ouml;chten. Kresse f&uuml;hrt zurecht aus: &ldquo;Es handelt sich ohnehin um einen viel zu oft missbrauchten Kampfbegriff, dessen politikwissenschaftliche Definition nicht abschlie&szlig;end gekl&auml;rt und daher diffus ist.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Das Res&uuml;mee Kresses ist eindeutig : &ldquo;die Ergebnisse dieser Wahl sind in h&ouml;chstem Ma&szlig;e besorgniserregend, wenn man sich n&uuml;chtern die Positionen der entsprechenden Gruppierungen und ihrer Akteure ansieht&rdquo; und meint wahrscheinlich wie Dagdelen ausf&uuml;hrt: &ldquo;Ein Signal des Friedens und der Vers&ouml;hnung mit der Ostukraine geht ebenso wenig von dem Urnengang aus.&rdquo; Was sie dann mit ihren weiteren Ausf&uuml;hrungen meint, bleibt mir eine R&auml;tsel: &ldquo;Die Bundesregierung sollte ihr Augenmerk auf die Stabilisierung der Ukraine legen und nicht weiter mit einer marktradikalen Politik des EU-Assoziierungsabkommens gerade diejenigen Kr&auml;fte st&auml;rken, die an einer Fortf&uuml;hrung des Krieges in der Ost-Ukraine interessiert sind.&rdquo; Da werden doch nur wieder einige Schlagworte in die Runde geworfen, in die man alles M&ouml;gliche hineininterpretieren kann. Was hei&szlig;t Stabilisierung? Inwiefern sind Marktradikale an der Fortsetzung des Krieges interessiert? Und &uuml;berhaupt, die &ldquo;marktradikale Politik des EU-Assoziierungsabkommens. Mein Gott, entdeckt die &ldquo;Linke&rdquo; erst jetzt, dass der Binnenmarkt ein neoliberales Projekt ist, der weder S&uuml;deuropa noch Osteuropa quasi automatisch an die wohlhabenden Nationen Europas heranf&uuml;hrte und dar&uuml;ber hinaus auch sozialen Ausgleich schafft?<\/em><\/p>\n<p><em>Mein Anliegen ist die Bitte, nicht quasi automatisch die russische Kritik an der Ukraine zu &uuml;bernehmen. Ich m&ouml;chte darum bitten, der Ukraine, als Staat im &Uuml;bergang (Transition), genauso viel Verst&auml;ndnis entgegen zu bringen wie Russland. Auch in Russland gibt es bedeutende ultranationalistische Kr&auml;fte, denen auch in den Medien viel Raum gegeben wird &ndash; von streng kontrollierten Medien. Die Ukraine befindet sich zudem im Krieg. Teile des Landes werden unter F&uuml;hrung von recht obskuren Anf&uuml;hrern besetzt gehalten und sollen separiert werden. Dass russische Truppen und russisches Material ganz wesentlich die Niederlage dieser Separatisten verhindert haben, steht au&szlig;er Frage. Die Vorg&auml;nge um die Krim k&ouml;nnen aus der Sicht der Ukraine nur als russische Landnahme empfunden werden. Entsprechend ist die Bev&ouml;lkerung national eingestellt &ndash; nationaler als in Friedenszeiten. In diesen Zeiten werden fragw&uuml;rdige, rechtsextreme Figuren an das Tageslicht gesp&uuml;lt, die im Frieden kaum eine Rolle spielen w&uuml;rden. Diesem Umstand wie auch dem Wahlkampf sind auch Arseni Jazenjuks Vorschl&auml;ge, aber auch Teile seines Personals zuzuschreiben. Ob die Volksfront aus &ldquo;Ultranationalisten mit rechtsextremen oder neonazistischen Tendenzen&rdquo; besteht, sollte man nicht an der vergangenen Rhetorik Einzelner messen. Es ist bedauerlich, dass Jazenjuk und Poroschenko bei einer Verfassungs&auml;nderung (Dezentralisierung und Regionalisierung des Landes) auf Frau Timoschenko angewiesen sein wird, aber man sollte die in einem Telefongespr&auml;ch ge&auml;u&szlig;erten Bemerkungen zu Putin nicht &uuml;berbewerten. Ich halte zun&auml;chst daran fest, dass in dieser Wahl den eindeutig rechtsextremen Parteien eine Absage erteilt wurde. Erst die Regierungsbildung wird zeigen, ob bestimmte Personen mit rechtextremem Hintergrund gro&szlig;en Einfluss erhalten werden. &ndash; Und &ndash; das ist ein grund zur Freude &ndash; die russische Regierung hat die ukrainischen Parlamentswahlen als g&uuml;ltig bezeichnet. Obwohl das vorl&auml;ufige Resultat noch &ldquo;widerspr&uuml;chlich&rdquo; sei, seien die &ldquo;Wahlen g&uuml;ltig&rdquo;, sagte der stellvertretender Au&szlig;enminister Grigori Karasin am Montag in Moskau. Die Werchowna Rada m&uuml;sse nun einen Dialog mit der ganzen Bev&ouml;lkerung der Ukraine beginnen und direkte Kontakte mit Repr&auml;sentanten aller Regionen des Landes aufnehmen und auf diese Weise eine diplomatische L&ouml;sung des Konflikts finden, <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/international\/skeptisches-moskau-1.18412409\">den Kiew zu verantworten habe<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Noch eine Anmerkung unseres Lesers E.V.:<\/strong> Bei allem Jubel &uuml;ber die Wahlergebnisse im gr&ouml;&szlig;ten Teil der Ukraine , der von der Politik und den Medien unisono verk&uuml;ndet wird, sollten doch einige rationale Fragen und Anmerkungen erlaubt sein.<\/em><br>\n<em>Wenn es hei&szlig;t, die Mehrheit der Ukrainer h&auml;tten &ldquo;proeurop&auml;isch&rdquo; gew&auml;hlt und den &ldquo;EU-Kurs&rdquo; best&auml;tigt, darf angemerkt werden, dass die Wahlbeteiligung mit 52 Prozent doch sehr niedrig lag bei einer solch wichtigen Wahl, vor allem angesichts einer solch hochpolitischen Atmosph&auml;re in der Ukraine. Man muss sich nach den Gr&uuml;nden f&uuml;r die massenhafte Wahlverweigerung fragen. Zu fragen ist auch, ob denn ein Beitritt der Ukraine zur EU in absehbarer Zeit &uuml;berhaupt realistisch und von den anderen EU-Staaten gewollt ist.<\/em><br>\n<em>Und was hei&szlig;t &uuml;berhaupt proeurop&auml;isch? Geht es um Rechtsstaatlichkeit, parlamentarische Demokratie, Menschenrechte? Wenn ja, wie sind diese Prinzipien mit der grenzenlosen Korruption und der ebenso grenzenlosen Macht der Oligarchen, wie z.B. Poroschenko, Achmetow, Firtasch, Tigipko, Klujev, Pintschuk und Kolomoisky, zu vereinbaren.<\/em><br>\n<em>Und warum wird Oleg Ljaschko als &ldquo;Populist&rdquo; bezeichnet, wo seine Neonazi-Gesinnung und die Vorw&uuml;rfe von Amnesty International (Entf&uuml;hrungen, Misshandlungen, Folter und vielleicht sogar Mord) allgemein bekannt sind.<\/em><br>\n<em>Und warum wird nicht erw&auml;hnt, dass auf der Liste von &ldquo;Jazenjuks Volksfront&rdquo; f&uuml;hrende Rechtsradikale der nazistischen Bataillone &ldquo;Asov&rdquo; und Aydar&rdquo; auf vorderen Pl&auml;tzen rangierten.<\/em><br>\n<em>Bei allem Jubel &ndash; ein bisschen Vernunft, Transparenz und Objektivit&auml;t sollte doch gerade in den Medien auch ein Merkmal &ldquo;proeurop&auml;ischer&rdquo; Werte sein!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ukrainischer Regierungschef Jazenjuk: Triumph des Pragmatikers<\/strong><br>\nDer 40-J&auml;hrige ist zwar bereits seit mehr als zehn Jahren eines der bekanntesten Gesichter in der ukrainischen Politik, musste sich aber in der Regel mit Posten in der zweiten Reihe begn&uuml;gen.<br>\nNach der Orangen Revolution 2005 wurde er Au&szlig;enminister und bat um die Aufnahme des Landes in die Nato. Den Ton im Regierungslager bestimmten jedoch andere: Pr&auml;sident Wiktor Juschtschenko und Premierministerin Julija Tymoschenko. Wegen seines jungenhaften Aussehens schm&auml;hten Jazenjuks Gegner ihn als politisches Leichtgewicht, den Spitznamen &ldquo;Kinder&uuml;berraschung&rdquo; ist er seitdem nicht mehr losgeworden.<br>\nDass Jazenjuk von vielen untersch&auml;tzt wird, zeigte sich auch w&auml;hrend des Maidan-Aufstands. Als die Demonstrationen im Fr&uuml;hjahr au&szlig;er Kontrolle gerieten, konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Medien auf Vitali Klitschko. Der ehemalige Box-Weltmeister war permanent pr&auml;sent: bei den Ausschreitungen auf der Stra&szlig;e, bei den Verhandlungen mit Ex-Pr&auml;sident Janukowytsch oder in Talkshows im deutschen Fernsehen. Irgendwann schleppte sich Klitschko nur noch m&uuml;de von Krisensitzung zu Krisensitzung. Arsenij Jazenjuk dagegen empfing Gespr&auml;chspartner mit federndem Gang und festem H&auml;ndedruck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/ukraine-wahlsieger-jazenjuk-gibt-sich-als-pragmatischer-technokrat-a-999473.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Wieder ein sch&ouml;nes Beispiel der Meinungsmache. Der Scharfmacher im Konflikt mit Russland, der Neoliberale und das 100-prozentige Konstrukt der US-Interventionspolitik, Arsenij Jazenjuk, wird hier euphemistisch als Pragmatiker beweihr&auml;uchert. Man beachte dabei auch die entsprechende Semantik. Jazenjuk empf&auml;ngt seine &bdquo;Gespr&auml;chspartner mit federndem Gang und festem H&auml;ndedruck.&ldquo; W&auml;hrend Vitali Klitschko, von den USA nicht favorisiert, sich f&uuml;r den stramm transatlantischen Spiegel, &bdquo;nur noch m&uuml;de von Krisensitzung zu Krisensitzung&ldquo; schleppt. Auch  sch&ouml;n die Rechtsradikalen auf Jazenjuks Wahlliste als &bdquo;Frontk&auml;mpfer&ldquo; zu verharmlosen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Nach der Kiewer Wahl &ndash; Stimme aus dem Donbass<\/strong><br>\nInterview mit Boris Litwinow, Vorsitzender des Obersten Sowjet der &bdquo;Donezker Volksrepublik&ldquo; (DNR) &ndash; kommentiert und &uuml;bersetzt von KAI EHLERS, PAWEL KANNYGIN (Donezk)<br>\nNach der vorgezogenen Parlamentswahl im Westen der Ukraine haben die bisher nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk (DNR) und Lugansk (LNR) f&uuml;r den 2. November ihrerseits zur Wahl aufgerufen. Von ihr versprechen sie sich eine demokratische Legitimation. Inhaltliche Positionen zu diesen Wahlen sind bisher im Westen kaum bekannt geworden. Vor Kurzem erschien ein Interview mit einem Mitglied der F&uuml;hrung der DNR, Boris Litwinow, in der russischen Nowaja Gazeta, das einen interessanten Einblick in die Situation gibt, die jetzt zwischen Kiew und dem Donbass entstanden ist, sowie &uuml;ber den politischen Stand der Donezker F&uuml;hrung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201410273295\/politik\/welt\/nach-der-kiewer-wahl-stimme-aus-dem-donbass.html\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<li><strong>MH17-Chefermittler Westerbeke: &ldquo;Wissen die Russen wom&ouml;glich mehr?&rdquo;<\/strong><br>\nWer schoss Flug MH17 &uuml;ber der Ostukraine ab? Der niederl&auml;ndische Staatsanwalt Fred Westerbeke leitet die internationalen Ermittlungen. Er spricht &uuml;ber geheime Satellitenbilder und eine m&ouml;gliche Beteiligung des ukrainischen Milit&auml;rs. [&hellip;]<br>\nSPIEGEL ONLINE: Welche Szenarien sind das?<br>\nWesterbeke: Anfangs haben wir f&uuml;r den Absturz von Flug MH17 vier m&ouml;gliche Erkl&auml;rungen in Betracht gezogen: Einen Unfall, einen Terroranschlag, den Abschuss durch eine Boden-Luft-Rakete oder einen Angriff durch ein anderes Flugzeug. Nach dem Erscheinen des Zwischenberichts durch den niederl&auml;ndischen Sicherheitsrat OVV&hellip;<br>\nSPIEGEL ONLINE: &hellip;in dem der Absturz auf eine Vielzahl schnell fliegender Objekte zur&uuml;ckgef&uuml;hrt wird, die die Maschine von au&szlig;en durchl&ouml;chert haben&hellip;<br>\nWesterbeke: &hellip;fallen das Unfall- und das Terrorszenario weg. Die beiden anderen bleiben &uuml;brig.<br>\nSPIEGEL ONLINE: Moskau verbreitet seit einiger Zeit die Version, das Passagierflugzeug sei durch einen ukrainischen Kampfjet abgeschossen worden. Halten Sie das f&uuml;r m&ouml;glich?<br>\nWesterbeke: Ausgehend von den vorliegenden Informationen ist der Abschuss durch eine Boden-Luft-Rakete in meinen Augen noch immer das wahrscheinlichste Szenario. Aber wir verschlie&szlig;en nicht die Augen vor der M&ouml;glichkeit, dass es anders gewesen sein k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/mh17-ermittler-westerbeke-ueber-den-absturz-in-der-ukraine-a-999193.html\">SPIEGEL Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Bahnstreik &ndash; &bdquo;Dumm&laquo;, verantwortungslos, irre&ldquo;<\/strong><br>\nDas Streikrecht ist ein hohes Gut. Mit diesem Bekenntnis beginnen derzeit viele Kommentare &uuml;ber den Arbeitskampf der Lokf&uuml;hrer, bevor sie zum verbalradikalen Streik-Bashing ansetzen. Der Ausstand bei der Bahn wie bei der Lufthansa und ihren Tochterunternehmen l&ouml;ste in den Leit-Medien einen &raquo;Wut-Ausbruch&laquo; aus (FAS vom 19.10.2014).<br>\nF&uuml;r Marcus Werner (Wirtschaftswoche vom 18.10.2014) ist der Streik ein Amoklauf des &raquo;komplexbeladenen Au&szlig;enseiters&laquo; Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft der Lokf&uuml;hrer, den Moderator Claus Kleber im ZDF-heute-Journal als den &raquo;wohl meistgehassten Mann dieses Wochenendes&laquo; begr&uuml;&szlig;te. Rhetorisch wird der befristete Streik sogar in die N&auml;he krimineller Aktivit&auml;ten ger&uuml;ckt.<br>\nW&auml;hrend das Flaggschiff der Springer-Presse, die &raquo;Welt&laquo;, &raquo;Deutschland in Geiselhaft&laquo; sieht, machte die ARD-Talkrunde &raquo;hart-aber-fair&laquo; mit der Fragestellung auf: &raquo;Lokf&uuml;hrer und Piloten &ndash; sind wir Geiseln der Mini-Gewerkschaften?&laquo;  &raquo;Dumm&laquo;, &raquo;verantwortungslos&laquo;, &raquo;irre&laquo; &ndash; so werden Besch&auml;ftigte beschimpft, die von ihrem grundgesetzlich verbrieften Streikrecht Gebrauch machen. Da sie es tun, um ihre Tarifforderungen durchzusetzen, fragt die ZEIT: &raquo;Ist das noch Streikrecht oder schon verr&uuml;ckt?&laquo; (23.10.2014)<br>\nWarum diese Wut? Ist schon vergessen, dass in Folge der rot-gr&uuml;nen &raquo;Reformen&laquo; zu Beginn des letzten Jahrzehnts der Fl&auml;chentarifvertrag erodierte, die Durchsetzungskraft der Gewerkschaften geschw&auml;cht und die Macht der Unternehmen gest&auml;rkt wurde? Was wir heute erleben &raquo;ist das Ergebnis der &uuml;ber viele Jahre beschworenen Arbeitsmarktflexibilit&auml;t und der Forderung von Politikern fast aller Parteien nach Tarifverhandlungen auf der Betriebsebene&laquo; (Heiner Flassbeck). Es ist die Folge von Tarifflucht der Arbeitgeber mit dem Ziel, tariflose Zonen auszuweiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/dumm-verantwortungslos-irre-kopie-1\/\">Sozialismus<\/a>\n<p><em>Dazu ein Beitrag vom Januar diesen Jahres, der nichts von seiner Aktualit&auml;t verloren hat und der darauf hinweist, dass es eigentlich im Sinne der neoliberalen Agenda war, die Tarifeinheit in den Betrieben zu zerst&ouml;ren. Und nun beklagt man sich &uuml;ber die Folgen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Schwarz-rotes Streikverbot<\/strong><br>\nErst als die Tarifergebnisse in Zeiten der Arbeitslosigkeit und gewerkschaftlichen Schw&auml;che hinter dem zur&uuml;ckblieben, was verteilungspolitisch m&ouml;glich und volkswirtschaftlich notwendig war, zerbrachen einige der bisher praktizierten Tarifgemeinschaften. Insbesondere in den der Privatisierung preisgegebenen Sektoren des Verkehrs- und Gesundheitswesens verlor die Verallgemeinerungslogik des einheitlichen Tarifwerks des &ouml;ffentlichen Dienstes ihre Anerkennung. So konnte es nicht &uuml;berraschen, dass einige der bestehenden Berufsverb&auml;nde meinten, auf sich allein gestellt besser zu fahren.<br>\nDamit aber war die soziale Grundlage der gerichtlich dekretierten Tarifeinheit entfallen. Folgerichtig verabschiedete sich das Bundesarbeitsgericht im Jahr 2010 von der Einheitsdoktrin. Von Stund an galt, was Verfassung und Tarifvertragsgesetz schon immer vorschreiben: Was tariff&auml;hige Gewerkschaften im Tarifvertrag durchsetzen, ist auf die Arbeitsverh&auml;ltnisse der jeweiligen Mitglieder der vertragsschlie&szlig;enden Gewerkschaft anzuwenden.<br>\nDoch die damit hergestellte betriebliche Geltung einheitlicher Tarifbedingungen ist nicht das eigentliche Anliegen der Arbeitgeber. &Uuml;berhaupt ist es ein St&uuml;ck aus dem Tollhaus, wenn ausgerechnet jene nach dem Einheitsvertrag rufen, die seit Jahren Belegschaften und Betriebsr&auml;ten das Leben schwer machen, indem sie ein wahres Chaos unterschiedlicher Arbeitsbedingungen produzieren &ndash; durch flexible Betriebsorganisation, durch Betriebsteilung und -auslagerungen, durch Tarifflucht, durch Zeitarbeit und Werkvertragsarbeitnehmer, durch geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigungen usw. Unterschiedliches Vertragsrecht in einem Betrieb geh&ouml;rt infolgedessen l&auml;ngst zum Alltag.<br>\nNein, was hier treuherzig als R&uuml;ckkehr zur fr&uuml;heren Rechtsprechung eingefordert wird, erweist sich bei n&auml;herer Betrachtung als veritables Streikverbot. Der Kern der BDA-Initiative liegt nicht in der Tarifeinheit, sondern darin, dass die aus dem dominierenden Tarifvertrag folgende Friedenspflicht auch auf die konkurrierende Gewerkschaft erstreckt werden soll. Das ist neu und stellt nicht etwa die fr&uuml;here Rechtsprechung wieder her. Diese hatte n&auml;mlich die Einheitsdoktrin aus guten, verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden nicht etwa dahin &uuml;berdehnt, dass sie der konkurrierenden Gewerkschaft auch noch das Streikrecht beschnitten h&auml;tte. Genau dies aber soll in Zukunft geschehen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/januar\/schwarz-rotes-streikverbo\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Stresstest<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Neu Durchstarten nach dem Stresstest<\/strong><br>\nIn den vergangenen Monaten haben die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) und die Europ&auml;ische Bankaufsichtsbeh&ouml;rde (EBA) ein Heer von 6000 Aufsehern und Wirtschaftspr&uuml;fern in die gro&szlig;en europ&auml;ischen Banken geschickt. Sie mussten die Bilanzen durchleuchten und riesige Datenkolonnen in einen EU-weiten Stresstest einspeisen. Kosten: mehr als eine halbe Mrd. Euro. F&uuml;r dieses Geld bek&auml;me man in Hollywood gleich zwei Katastrophen-Blockbuster.<br>\nDoch EBA und EZB haben etwas anderes geliefert: Zwar sind 25 Banken durchgefallen, davon haben aber 12 Banken ihre Kapitall&ouml;cher schon in den letzten Monaten gestopft (darunter der einzige Durchfaller in Deutschland &ndash; die M&uuml;nchener Hypothekenbank). Die verbliebenen 13 Banken m&uuml;ssen noch knapp zehn Mrd. Euro auftreiben. Das ist viel Geld, aber ein Weltuntergang sieht anders aus.<br>\nDie EZB hat die Bilanzpr&uuml;fung mit einem Gesundheits-Check verglichen. Demnach gibt es kranke Banken gerade in der europ&auml;ischen Peripherie, wo die Wirtschaftslage schlecht ist &ndash; die Sparpolitik l&auml;sst wieder einmal gr&uuml;&szlig;en. Dort haben die Banken mit gestiegenen Ausfallrisiken zu k&auml;mpfen, das Neugesch&auml;ft l&auml;uft schleppend und sie kommen schwerer an neues Kapital. Die hohe Zahl von Durchfallern in Italien, das bisher seine Banken nicht mit Geldern vom Eurorettungsschirm aufgep&auml;ppelt hat, ist daher erkl&auml;rlich, aber zugleich auch alarmierend. Ein schlechtes Zeugnis f&uuml;r die Wirtschaftspolitik im Euroraum ist allein schon die Tatsache, dass alle Banken au&szlig;erhalb der Eurozone den Stresstest bestanden haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/neu-durchstarten-nach-dem-stresstest\/\">Sozialismus aktuell<\/a><\/li>\n<li><strong>Der unn&ouml;tige Stress mit dem  Stresstest<\/strong><br>\nNach der Ver&ouml;ffentlichung der Ergebnisse des von der EZB durchgef&uuml;hrten Stresstests f&uuml;r die europ&auml;ischen Banken macht sich Ern&uuml;chterung breit. Keine neuen Erkenntnisse, Bankensystem insgesamt stabil, Kreditvergabe weiter schwach. So k&ouml;nnte man die mageren Ergebnisse zusammenfassen.<br>\nKann man jetzt &uuml;berrascht sein? Die FAZ bringt das auf den richtigen Punkt: &bdquo;Das Ergebnis ist in etwa so ausgefallen, wie es zu erwarten war. Die EZB konnte angesichts der fragilen Verfassung vieler Banken nicht alle Institute den Test passieren lassen, ohne sich von Beginn an als Bankenaufseher selbst zu diskreditieren. H&auml;tte sie andererseits zu viele Banken scheitern lassen, w&auml;re m&ouml;glicherweise gro&szlig;e Unruhe unter den Kunden entstanden &ndash; mit eventuell drastischen Folgen. Solche Bankentests sind keine reine &Uuml;bung in angewandter Mathematik. Sie besitzen auch eine politische Dimension und dies schm&auml;lert nat&uuml;rlich ihre Aussagekraft.&ldquo; Jens Berger hat in den Nachdenkseiten heute ebenfalls eine gute Analyse vorgelegt, der wenig hinzuzuf&uuml;gen ist.<br>\nDie ganze Bankenunion war von vorneherein nichts anderes als die Bek&auml;mpfung eines Symptoms der Krise, hatte aber mit den Ursachen und einer wirklichen L&ouml;sung nichts zu tun. Genauso verh&auml;lt es sich mit dem Stresstest und seinen scheinbar beruhigenden Ergebnissen. Nach dessen Ver&ouml;ffentlichung hat die Krise der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion exakt die gleiche Dimension wie vorher.<br>\nDazu passt, dass gerade neue Daten zur Kreditvergabe erschienen sind. Danach ist die Kreditvergabe der Banken in der Eurozone ist im September erneut gesunken. &bdquo;Insgesamt vergaben die Finanzh&auml;user 1,2 Prozent weniger Darlehen an Unternehmen und private Haushalte als im Vorjahresmonat, wie die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mitteilte. &hellip; Im August hatte das Minus noch bei 1,5 Prozent gelegen&ldquo; schreibt das Handelsblatt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/der-unnoetige-stress-mit-dem-stresstest\/\">flassbeck-economics<\/a><\/li>\n<li><strong>EZB-Stresstest zeigt: Drei &ouml;sterreichische und 34 europ&auml;ische Banken nach BASEL III gescheitert<\/strong><br>\nDie Lage der europ&auml;ischen Banken ist deutlich schlechter, als der erste Blick auf die Stresstest-Ergebnisse der EZB  vermuten l&auml;sst. Die ab 2018 g&uuml;ltigen Anforderungen an die Zusammensetzung des Eigenkapitals in Basel III (CRD IV &bdquo;fully loaded&ldquo;) werden eine deutlich h&ouml;here Anzahl von Banken in Probleme bringen, als bislang kolportiert. Die EZB-Resultate zeigen explizit: Nicht 25, sondern 34 europ&auml;ische Banken w&uuml;rden nach diesen beschlossenen Ma&szlig;st&auml;ben den Stresstest im Krisenszenario nicht bestehen. In &Ouml;sterreich sind das neben der &Ouml;VAG, deren Eigenkapital auf Null fiele, zus&auml;tzlich die BAWAG\/P.S.K. mit 4,5 Prozent und die RZB mit 3,9 Prozent.* &bdquo;Die Lage des Finanzsektors ist wesentlich schlechter, als &ouml;ffentlich dargestellt&ldquo;, fasst David Walch von Attac &Ouml;sterreich die Ergebnisse zusammen.<br>\nZwtl. Eigenkapitalanforderungen grunds&auml;tzlich viel zu niedrig<br>\nAttac &uuml;bt zudem grunds&auml;tzliche Kritik an den Tests selbst. &bdquo;Die Stress-Schwellenwerte (8 bzw. 5,5 Prozent Eigenkapital, je nach Szenario) gehen nicht einmal &uuml;ber die endg&uuml;ltigen Anforderungen in Basel III hinaus. Sie sind daher viel zu niedrig f&uuml;r einen &ldquo;Stresstest&rdquo;&sbquo; der diesen Namen verdient. Basel III reicht bei weitem nicht aus, um die Risiken im europ&auml;ischen Bankensektor abzusichern&ldquo;, kritisiert Walch. So sei auch die dort angestrebte maximale Verschuldungsgrenze (leverage ratio) von nur drei Prozent v&ouml;llig unzureichend und ein riesiger Erfolg f&uuml;r die Bankenlobby. Die Verschuldungsgrenze sollte laut Attac und namhaften Bankexperten** mittelfristig auf 20 bis 30 Prozent angehoben und zudem nicht beliebig durch interne Risikomodelle kleingerechnet werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.at\/news\/detailansicht\/datum\/2014\/10\/27\/ezb-stresstest-zeigt-drei-oesterreichische-und-34-europaeische-banken-nach-basel-iii-gescheitert.html\">attac.at<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Will The Juncker Commission Continue To Entrench Neoliberal Policies<\/strong><br>\nA few days ago, the designated European Commission finally showed its true colours: It wants to make sure that its economic policy recommendations become enforceable. Deregulation of rent setting systems, adjusting the retirement age to account for life expectancy and increased flexibility in wage-setting mechanisms were mere recommendations in 2014. That is supposed to change now. Its instruments are the competitiveness pacts 2.0 and a separate budget for the Euro area, even though there is no legal basis for such a measure. A decision is going to be made at upcoming meetings of the European.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.social-europe.eu\/2014\/10\/juncker-commission\/\">Lukas Obernd&ouml;rfer in Social Europe Journal<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Bew&auml;hrungsstrafe f&uuml;r Ex-Landesbankchef Schmidt<\/strong><br>\nDas Landgericht M&uuml;nchen hat den fr&uuml;heren Bayern-LB-Chef Werner Schmidt zu einer Bew&auml;hrungsstrafe mit Geldauflage verurteilt. Daf&uuml;r verlangte das Gericht von Schmidt, dass er den zweiten Vorwurf der Bestechung gesteht.<br>\nDas Verfahren gegen Schmidts fr&uuml;heren Vorstandskollegen Rudolf Hanisch ist gegen eine Geldauflage von 50 000 Euro eingestellt worden&hellip;<br>\nBereits Ende August hatte das Gericht das Strafverfahren gegen vier der damals sechs Angeklagten gegen Geldauflagen von 5000 bis 20 000 Euro eingestelllt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/bayernlb-prozess-bewaehrungsstrafe-fuer-ex-landesbankchef-schmidt-1.2193011\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> 3,7 Milliarden Euro hat die BayernLB bie der Hypo Alpe Adria verloren und weitere 2,3 Milliarden liegen noch an Krediten bei der K&auml;rntner Bank. Den Steuerzahler kostete dieses Gesch&auml;ft 3,7 Milliarden. Nahezu alle f&uuml;r den Deal Verantwortlichen kamen mit l&auml;cherlichen Strafen davon. <\/em><br>\n<em>Der Ex-Landesbankchef Schmidt hat Bestechung gestanden. &sect; 334 StGB lautet:<\/em><br>\n<em>&bdquo;Wer einem Amtstr&auml;ger, einem f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Dienst besonders Verpflichteten oder einem Soldaten der Bundeswehr einen Vorteil f&uuml;r diesen oder einen Dritten als Gegenleistung daf&uuml;r anbietet, verspricht oder gew&auml;hrt, dass er eine Diensthandlung vorgenommen hat oder k&uuml;nftig vornehme und dadurch seine Dienstpflichten verletzt hat oder verletzen w&uuml;rde, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu f&uuml;nf Jahren bestraft. In minder schweren F&auml;llen ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe.&ldquo;<\/em><br>\n<em>Der Ex-Landesbankchef konnte auch mit dem Gericht einen &bdquo;Deal&ldquo; machen: Er musste im Gegenzug f&uuml;r ein Gest&auml;ndnis nicht ins Gef&auml;ngnis. Wie viele Leute sind schon im Gef&auml;ngnis gelandet, die mit weniger als 2,5 Millionen Euro bestochen haben und bei diesem krummen Gesch&auml;ft noch nicht einmal den Steuerzahler gesch&auml;digt haben.  <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Steuerflucht: Automatischer Informationsaustausch bringt wichtige Weichenstellung mit vielen Schlupfl&ouml;chern<\/strong><br>\nAb jetzt steckt der Teufel im Detail. Denn ob die vereinbarten Prinzipien tats&auml;chlich das Papier wert sind, auf dem sie aufgeschrieben wurden, h&auml;ngt von der Umsetzung ab. Die hunderttausende hochqualifizierten Mitarbeiter in der Steuerhinterziehungsbranche werden nach Schlupfl&ouml;chern suchen und keinesfalls einfach auf ehrliche Arbeit umschulen. Mehrere Schlupfl&ouml;cher bieten sich an:\n<ul>\n<li>Noch haben viele Finanzpl&auml;tze nicht unterschrieben. Letztlich m&uuml;ssen alle wichtigen L&auml;nder zur Kooperation bewegt werden. Notfalls auch mit der Androhung von Sanktionen.<\/li>\n<li>Offen ist, ob die USA die Vereinbarungen tats&auml;chlich ratifizieren werden. Nach den Kongresswahlen steht das mit der zu erwartenden republikanischen Mehrheit im Senat in Frage. Die USA sind jedoch der gr&ouml;&szlig;te Finanzplatz f&uuml;r Auslandsverm&ouml;gen weltweit. Es droht, dass die USA zwar automatischen Informationsaustausch im Ausland durchsetzen, ihn aber selbst nicht praktizieren werden.<\/li>\n<li>Steuerhinterzieher k&ouml;nnten ihre Verm&ouml;gen auf viele Konten und Firmen verteilen, um die vereinbarten Schwellenwerte von 50.000 US-Dollar zu unterlaufen.<\/li>\n<li>Steuerhinterzieher k&ouml;nnen Scheinfirmen und Trust so gestalten, dass der Besitzanteil einzelner Steuerzahler unter 25% f&auml;llt. Schon innerhalb einer Familie ist das leicht m&ouml;glich. Dann entf&auml;llt der automatische Informationsaustausch. Bei der Geldw&auml;schebek&auml;mpfung liegt der Schwellenwert f&uuml;r die Meldepflicht bei 10%. Das ist schon schwerer zur Umgehung zu nutzen.<\/li>\n<li>Firmen mit aktiven Gesch&auml;ften etwa aus Handel oder Produktion entgehen der Meldepflicht, wenn passive Einkommen unter 50% der Eink&uuml;nfte liegen. Sie k&ouml;nnen daher zum Verstecken von Kapitaleink&uuml;nften missbraucht werden.<\/li>\n<li>Unterzeichnerstaaten k&ouml;nnten die Vereinbarung schlicht nicht effektiv umsetzen, etwa indem sie die wirtschaftlich Beg&uuml;nstigten &uuml;ber eine Kette von Steueroasen-Firmen nicht wie vereinbart ermitteln.<\/li>\n<li>Steueroasen k&ouml;nnten Steuerhinterziehern in gro&szlig;em Stil den Steuerwohnsitz anbieten. In der Schweiz ist das schon weit verbreitet. Deutschland muss sich daher offenhalten, die Steuerpflicht nach US-Vorbild an die Staatsangeh&ouml;rigkeit zu kn&uuml;pfen, wenn die Verlagerung der Wohnsitze in die Steueroasen unertr&auml;gliche Ausma&szlig;e annimmt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wegen der vielen m&ouml;glichen Umgehungsm&ouml;glichkeiten bleibt die Umsetzung entscheidend. Gute Prinzipien gen&uuml;gen nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sven-giegold.de\/2014\/automatischer_informationsaustausch_gegen_steuerflucht\/\">Sven Giegold<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Contours of a European Minimum Wage Policy<\/strong><br>\nForderungen nach einer europ&auml;ischen Regelung zu Mindest-Lohnniveaus sind in j&uuml;ngster Zeit lauter geworden. Selbst konservative Politiker wie der neue Kommissionspr&auml;sident, Jean Claude Juncker, appellieren inzwischen zumindest in Wahlkampfreden an die Nationalstaaten der EU, entsprechende Regelungen zu treffen. Der vorliegende Text wendet sich eindr&uuml;cklich gegen Ideen, europ&auml;ische Mindestlohnniveaus in Geldbetr&auml;gen zu fixieren. Stattdessen wird der Vorschlag einer &ldquo;Norm&rdquo; bzw. Formel zur Bestimmung nationaler Mindestlohnniveaus in den europ&auml;ischen L&auml;ndern entwickelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id-moe\/11008.pdf\">Friedrich-Ebert-Stiftung Study [PDF &ndash; 578 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Fabio De Masi: Schwarze Null: Teuer und dumm<\/strong><br>\nSelbst der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF) macht sich dar&uuml;ber lustig, dass Deutschland trotz ultra-niedriger Zinsen nicht investiert. Denn jeder investierte Euro schafft laut IWF-Prognose bis zu 1,7 Euro mehr Wohlstand. Aber Sch&auml;uble und Gabriel, w&uuml;rden selbst eine Currywurstbude beim FC St. Pauli in die Pleite f&uuml;hren.<br>\nDie Infrastruktur &ndash; Stra&szlig;en, Br&uuml;cken, H&auml;fen oder Universit&auml;ten &ndash; verlottert immer mehr. Ein Verbrechen an kommenden Generationen. Die deutsche Investitionsquote (private und &ouml;ffentliche Investitionen zur Wirtschaftskraft) ist von 21 Prozent im Jahr 2000 auf 17 Prozent gesunken. Die &ouml;ffentliche Investitionsquote betr&auml;gt nur noch 1,6 Prozent und der Investitionsstau summiert sich laut Deutschem Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW)  seit der Jahrtausendwende auf eine Billion Euro.<br>\nDer Staat wird durch Sparbomben &auml;rmer<br>\nH&auml;tte Deutschland in den letzten 15 Jahren nur so viel investiert wie der Durchschnitt der Euro-Zone, w&auml;re die Wirtschaft um etwa ein Prozent j&auml;hrlich mehr gewachsen. Aber nun rutschen wegen &ldquo;Euro-Rettung&rdquo; und Fiskalpakt &ndash; der Verankerung von vermeintlichen Schuldenbremsen in den EU Staaten &ndash;  auch im Rest der Euro-Zone die Nettoinvestitionen ins Minus. Dies bedeutet, dass der Staat nicht mehr genug investiert, um den Verfall der &ouml;ffentlichen Infrastruktur zu stoppen. In Deutschland bereits seit 2003 eine bittere Realit&auml;t.<br>\nParadox: Der Staat wird durch die Sparbomben &auml;rmer. In Deutschland sank das staatliche Nettoverm&ouml;gen &ndash; der Wert des &ouml;ffentlichen Verm&ouml;gens abz&uuml;glich der Schulden &ndash; in 15 Jahren von etwa etwa einer halbe Billion Euro auf knapp &uuml;ber zehn Milliarden Euro. Wir wurden daher alle enteignet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linksfraktion.de\/im-wortlaut\/schwarze-null-teuer-dumm\/\">DIE LINKE<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Hans-Werner Sinn zu Gast bei Michael Krons<\/strong><br>\nDie Krise in Europa ist noch nicht vorbei, warnt Prof. Hans-Werner Sinn, Pr&auml;sident des M&uuml;nchner ifo-Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung. &ldquo;Wir werden damit noch sehr, sehr lange zu tun haben.&rdquo; Im Dialog spricht der renommierte &Ouml;konom mit Moderator Michael Krons unter anderem &uuml;ber die Rolle der EZB in Zeiten der Krise und das Zusammenspiel mit Frankreich in der Europ&auml;ischen Union.<br>\n&ldquo;Ich warne davor, die deutsch-franz&ouml;sische Achse aufs Spiel zu setzen oder zu sagen: Wir spalten Europa am Rhein wieder.&rdquo; Frankeich k&ouml;nne aber nur durch strikte Reformen seine Wettbewerbsf&auml;higkeit wieder herstellen. Sinn ist zudem &uuml;berzeugt, dass Europa mit einer &ldquo;etwas verkleinerten W&auml;hrungsunion&rdquo; besser funktionieren w&uuml;rde.<br>\nKritisch sieht Sinn auch die Handlungsweise der Europ&auml;ischen Zentralbank: &ldquo;Die EZB &uuml;berschreitet ihr Mandat.&rdquo; Sie d&uuml;rfe nicht mit Niedrigzinspolitik und der Unterst&uuml;tzung maroder Banken als &bdquo;Bad Bank&ldquo; agieren. &ldquo;Diese Mandats&uuml;berschreitung darf von der deutschen Bundesregierung nicht augenzwinkernd toleriert werden. Sie muss aktiv gegen die EZB vorgehen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.phoenix.de\/hans_werner_sinn_zu_gast_bei_michael_krons\/884301.htm\">phoenix<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.H.:<\/strong> ich m&ouml;chte Sie auf ein Interview mit Herrn Sinn vom IFO (UFO)- Institut hinweisen. Nun ist Herr Sinn kein &Ouml;konom, den man zu sehr beachten m&uuml;sste, obwohl er einer der f&uuml;hrenden Talkshow-G&auml;ste ist, um seine zweifelhaften Thesen vorzutragen. Allerdings ist es interessant, wenn man &uuml;ber die Jahre betrachten darf, wie Herr Sinn seine Meinung &auml;ndert.<\/em><br>\n<em>Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als Deutschland als Schlusslicht der europ&auml;ischen &Ouml;konomien behandelt wurde. In der Zeit, als Herr Aznar noch Pr&auml;sident von Spanien war und den Bausektor aufgebl&auml;ht hat, wurde uns von Herrn Sinn erz&auml;hlt, wir sollten mal auf Spanien schauen, um zu lernen, wie eine &Ouml;konomie zu funktionieren hat.<\/em><br>\n<em>Heute will Sinn von Spanien nichts mehr wissen. Interessant war nun, dass er in einem Interview mit Ph&ouml;enix seine neuesten Kehrtwendungen als Wahrheit verkauft. Thesen, die er noch vor zwei Jahren vertreten hat, von denen will er pl&ouml;tzlich nichts mehr wissen. Selbst die S&uuml;ddeutsche Zeitung lobte ihn neulich f&uuml;r seine &ldquo;modernisierten&rdquo; Ansichten.<\/em><br>\n<em>Das ist nat&uuml;rlich Quatsch. Um aber mal den Wendehals Sinn in voller Breite zu erleben, empfehle ich Ihnen das Interview auf Phoenix.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Warum die Fed bei der Zinswende Tempo machen muss<\/strong><br>\nDie Finanzm&auml;rkte sind derzeit wahnsinnig an der Frage interessiert, ob die Zinsen im M&auml;rz oder erst im Juni 2015 steigen werden. Vermutlich wird die Fed im M&auml;rz mit den Zinserh&ouml;hungen anfangen, aber das ist nicht so wichtig. Entscheidender ist das Tempo der kommenden Zinserh&ouml;hungen und schlie&szlig;lich der Zinssatz zum Jahresende 2015.<br>\nUnter den Mitgliedern des Federal Open Market Committee, dem f&uuml;r die Zinss&auml;tze zust&auml;ndigen Gremium, gehen die Ansichten weit auseinander. Nimmt man das Mittel dieser Ansichten, wie sie in j&uuml;ngster Zeit bekannt wurden, ergibt sich f&uuml;r Ende 2015 ein Zinssatz zwischen 1,25 und 1,5 Prozent. Auch ein Jahr sp&auml;ter, zum Jahresende 2016, kommt nur ein Zinssatz von weniger drei Prozent heraus.<br>\nSolche Zinss&auml;tze w&auml;ren zu niedrig. Bei einer Inflation von etwa zwei Prozent oder je nach Messverfahren noch etwas mehr w&auml;re sonst Ende 2015 der reale Leitzins bei Null. Die Geldpolitik w&uuml;rde dann die Inflation weiter anheizen, statt wie vorgeschrieben f&uuml;r Preisstabilit&auml;t zu sorgen. &hellip;<br>\nEine neue Studie von &Ouml;konomen der Fed kommt zu dem Ergebnis, dass fast der gesamte R&uuml;ckgang der Partizipation am Arbeitsmarkt durch die Alterung der Bev&ouml;lkerung und andere strukturelle Faktoren zu erkl&auml;ren ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik\/konjunktur\/denkfabrik-preisstabilitaet-und-amerikanischer-arbeitsmarkt\/10866846-2.html\">Wirtschafts Woche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K:<\/strong> Oh, Heilige Einfalt. Der R&uuml;ckgang der Nachfrage ist aus dem R&uuml;ckgang der Partizipation am Arbeitsmarkt aus der demografischen Entwicklung bedingt. Ein weiterer Beweis,  dass Neoliberale in einem Paralleluniversum leben. W&auml;hrend man in Europa verzweifelt darum k&auml;mpft, eine Deflation noch abzuwenden, ist die Preistabilit&auml;t weiterhin die einzige Sorge der Neoliberalen. Martin Feldstein, Professor f&uuml;r &Ouml;konomie an der Universit&auml;t Harvard, war Vorsitzender des Rates der Wirtschaftsberater unter US-Pr&auml;sident Ronald Reagan &ndash; noch Fragen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck &ndash; Deutsche &Uuml;bergr&ouml;&szlig;e<\/strong><br>\nEiner der bedeutendsten lebenden deutschsprachigen Schriftsteller, der Schweizer Adolf Muschg, hat unter der &Uuml;berschrift: &bdquo;Den Teufel tun. &Uuml;ber deutsche Gr&ouml;&szlig;e&ldquo; in der NZZ den Machtzuwachs beschrieben, den Deutschland in den vergangenen Jahren erlebt hat. Muschg zeigt gro&szlig;e Sympathie f&uuml;r die sachliche Art und Weise, in der Deutschland in Gestalt von Angela Merkel seine neue Machtf&uuml;lle aus&uuml;bt und versucht all jene zu beruhigen, die glauben, Deutschland w&uuml;rde wegen der neuen Gr&ouml;&szlig;e zur&uuml;ckfallen in die Gro&szlig;machtphantasien vergangener Zeiten.<br>\nW&ouml;rtlich: &bdquo;Im Grunde verwaltet sie (Angela Merkel) eher das politische Leben der Republik, als Politik zu machen; sie h&auml;lt sich m&ouml;glichst alle Wege offen, sorgt nur zuverl&auml;ssig daf&uuml;r, dass keiner an ihr vorbeif&uuml;hrt. In Deutschland ist man ihr dankbar, dass die Macht, die sie repr&auml;sentiert, nicht zum F&uuml;rchten ist, wenn man sich ordentlich benimmt. Bei V&ouml;lkern, die andere Benimmvorstellungen haben, etwa, was Schuldenmachen betrifft, kommt sie damit weniger gut an. Umso souver&auml;ner nimmt sie hin, dass die deutsche Wirtschaft vom Leichtsinn der S&uuml;deurop&auml;er ordentlich profitiert hat.&ldquo;<br>\nSch&ouml;n gesagt, aber leider total neben der Realit&auml;t und deswegen auch gef&auml;hrlich falsch. Zuzugeben ist, dass dies nur ein kurzer Abschnitt aus einem wesentlich l&auml;ngeren Text ist, aber das hier sichtbare Ph&auml;nomen d&uuml;rfen wir nicht ignorieren: Wenn man die Zusammenh&auml;nge (vor allem die &ouml;konomischen), die sich hinter den sichtbaren Bildern verbergen, nicht kennt oder nicht zur Kenntnis nimmt, entstehen schiefe Argumentationen. Wer glaubt, Angela Merkel mache eigentlich keine Politik, sondern verwalte nur das politische Leben, ist das erste Opfer der Einschl&auml;ferungstaktik, die hinter der brutalen Umsetzung einer eisernen Doktrin steckt, die ganz S&uuml;deuropa einschlie&szlig;lich Frankreichs in die H&auml;nde von rechtsradikalen Parteien zu treiben droht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/deutsche-uebergroesse\/\">Flassbeck Economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gesundheitsarmut bei Kindern: Demografischer Wandel taugt nicht als Ausrede<\/strong><br>\nGesundheitspolitik und Kassenverb&auml;nde benutzen bevorzugt den demographischen Wandel als Begr&uuml;ndung f&uuml;r Leistungsk&uuml;rzungen und Versorgungsverschlechterungen. Bei der Krankenhausversorgung der Kinderbev&ouml;lkerung ist dies besonders augenf&auml;llig. Die f&uuml;r die station&auml;re Versorgung relativ zur Zahl der Kinder und Jugendlichen zur Verf&uuml;gung stehenden Krankenhausbetten wurden innerhalb eines einzigen Jahrzehnts um 60 Prozent abgebaut. (Zum Vergleich: Im Hinblick auf die Erwachsenen erfolgte im selben Zeitraum nur eine Reduzierung um 23 Prozent.) Das ging nach der simplen Formel: Weniger Kinderbev&ouml;lkerung sei gleich weniger Kinderkrankenhausbedarf. Den Rest erledigte dann noch die systematische Unterfinanzierung der station&auml;ren P&auml;diatrie durch die von Politik und Kassen erzwungene Krankenhausfinanzierung durch vorgegebene Niedrigpreise.&#8232;Eine Gesundheitspolitik und Kassenkonzerne, die dem Spardiktat beziehungsweise der Gewinnmaximierung folgen, lassen sich dabei in keiner Weise von den Dauerhinweisen der Epidemiologen und P&auml;diater beeindrucken, dass es die gleichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenh&auml;nge sind, die einerseits zwar einen R&uuml;ckgang der Kinderzahlen, andererseits aber auch eine Zunahme von Kindererkrankungen bewirken: Der soziale und &ouml;konomische Druck des wachstums- und exportversessenen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems in Deutschland hat, so die zutreffende Beschreibung der Familienforschung, eine &bdquo;Rush-Hours&ldquo;-Lebensmitte hervorgebracht. Kinder sind hier zus&auml;tzlicher Stress und zus&auml;tzliches Risiko, weshalb nicht selten auf Kinder ganz verzichtet wird. Die Kinder ihrerseits geraten unter den sozialen und mentalen Druck der die Konkurrenz unter ihnen steigernden &bdquo;Bildungs- und Wissensgesellschaft&ldquo; und immer h&auml;ufiger auch in die soziale und &ouml;konomische Ausgrenzung einkommensarmer Eltern oder Alleinerziehender.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/das-blaettchen.de\/2014\/10\/gesundheitsarmut-bei-kinderndemografischer-wandel-taugt-nicht-als-ausrede-30584.html\">Albrecht Goeschel und Markus Steinmetz in Das Bl&auml;ttchen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Strompreis: Bild erkl&auml;rt die Kurve der Wut<\/strong><br>\nSolarenergie-F&ouml;rderverein (SFV) zum Artikel in BILD: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/geld\/wirtschaft\/strompreis\/warum-zahlen-wir-so-viel-38157304.bild.html\">&ldquo;Warum zahlen wir so viel f&uuml;r Strom?&rdquo;<\/a>.  Was den M&auml;chtigen bei &bdquo;Bild&ldquo; nicht gef&auml;llt, erh&auml;lt reflexartig das Etikett &bdquo;Irrsinn&ldquo; &ndash; drunter geht es nicht. So auch auf dem Gebiet der Energiepolitik, also beim &bdquo;Strom-Irrsinn&ldquo;.<br>\nDie Kurve der Wut, das ist ein S&auml;ulendiagramm, das die Strompreisentwicklung seit 1998 zeigt. Und selbstredend erkl&auml;rt &bdquo;Bild&ldquo; &uuml;berhaupt nichts, sondern sch&uuml;rt irrationale Gef&uuml;hle. Das f&auml;ngt mit der Grafik bereits an. Sie tr&auml;gt die &Uuml;berschrift: &bdquo;So viel kostet uns die EEG-Umlage&ldquo;. Die S&auml;ulen zeigen, dass der Strompreis in einem typischen Drei-Personen-Haushalt von seinem Tiefstand im Jahre 2000 (13,94 Cent pro kWh) bis zum Jahr 2014 auf 29,13 Cent pro kWh gestiegen ist (also nicht &bdquo;nahezu verdoppelt&ldquo;, wie &bdquo;Bild&ldquo; schreibt, sondern nominell sogar mehr als verdoppelt). Die Unterteilung der S&auml;ulen zeigt jedoch, dass gleichzeitig die EEG-Umlage von 0,2 Cent pro kWh auf 6,24 Cent pro kWh angestiegen ist, also um 6,04 Cent. F&uuml;r die &uuml;brigen 9,15 Cent pro kWh der Preissteigerung sind also andere Ursachen verantwortlich. Dass es die Erzeugung, der Transport und Vertrieb von Strom nicht sind, kann man der Grafik ebenfalls entnehmen: Dieser Posten ist 2014 gegen&uuml;ber 2013 sogar gesunken. Der Strompreisanstieg seit 2000 geht laut Tabelle zum gro&szlig;en Teil auf die Erh&ouml;hung von Stromsteuer, Mehrwertsteuer und versch&auml;mt unter &bdquo;sonstige&ldquo; subsumierte Kostenfaktoren zur&uuml;ck. Aber all dies kann dem Auge des &bdquo;Bild&ldquo;-Lesers egal sein: Durch die Farbwahl, welche die EEG-Umlage in feuerrot, alle anderen Faktoren in angenehm gem&auml;&szlig;igten Farbt&ouml;nen darstellt, wird die unpassende &Uuml;berschrift optisch beglaubigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sfv.de\/artikel\/bild_erklaert_die_kurve_der_wut.htm\">R&uuml;diger Haude, Solarenergie-F&ouml;rderverein (SFV)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Nur noch sechs oder acht Bundesl&auml;nder<\/strong><br>\nDie saarl&auml;ndische Ministerpr&auml;sidentin Annegret Kramp-Karrenbauer h&auml;lt eine radikale Neuordnung der Bundesrepublik f&uuml;r n&ouml;tig, falls es bei der Reform des Finanzausgleichs zu keiner Entlastung der armen L&auml;nder kommt. &ldquo;Wir w&uuml;rden dann dar&uuml;ber reden m&uuml;ssen, wie wir uns in Deutschland insgesamt zukunftsf&auml;hig aufstellen, konkret, ob es k&uuml;nftig nur noch sechs oder acht Bundesl&auml;nder gibt, statt der bisherigen 16 L&auml;nder&rdquo;, sagte die CDU-Politikerin in einem Interview mit der S&uuml;ddeutschen Zeitung.<br>\nKramp-Karrenbauer stellt damit ein Grundprinzip des politischen Denkens in Deutschland infrage, das auch &auml;rmeren L&auml;ndern eine hohe Eigenst&auml;ndigkeit zubilligt. In den aktuellen Verhandlungen vermissen die Regierungen etwa im Saarland und in Bremen jedoch die Solidarit&auml;t der anderen L&auml;nder und des Bundes.<br>\nNach Kramp-Karrenbauers Worten sind es vor allem die Schulden aus den vergangenen Jahrzehnten, die das Saarland belasten &ndash; n&auml;mlich das Geld, das zur Bew&auml;ltigung der Krise der Bergbauindustrie eingesetzt worden sei. F&uuml;r diese Altschulden sei eine Regelung im L&auml;nderfinanzausgleich notwendig. Ansonsten k&ouml;nnten das Saarland und auch andere L&auml;nder die Schuldenbremse nicht einhalten. Eine solche Entwicklung w&uuml;rde nach Worten der Ministerpr&auml;sidentin die f&ouml;derale Ordnung infrage stellen. In der Bev&ouml;lkerung sehe sie keine gro&szlig;e Begeisterung f&uuml;r das Zusammenlegen von Bundesl&auml;ndern, sagte Kramp-Karrenbauer. Doch stie&szlig;en die armen L&auml;nder beim Sparen inzwischen an ihre Grenzen. Und damit sei das grundgesetzlich festgeschriebene Ziel gleicher Lebensverh&auml;ltnisse nicht mehr zu erf&uuml;llen. Die Schuldenbremse will die Ministerpr&auml;sidentin jedoch nicht l&ouml;sen. Das Instrument sei grunds&auml;tzlich vern&uuml;nftig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/foederalismus-in-deutschland-nur-noch-sechs-oder-acht-bundeslaender-1.2187556\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein weiterer Beleg f&uuml;r die Verw&uuml;stungen, welche die aberwitzige Austerit&auml;tspolitik anrichtet. Nicht nur das Deutschland die EU-Partnerl&auml;nder damit in die Bredouille st&uuml;rzt, auch ein wesentlicher Bestandteil der politischen Ordnung der Bundesrepublik, die f&ouml;derale Struktur, ger&auml;t dadurch ins Wanken. Die Saarl&auml;ndische Ministerpr&auml;sidentin hat dies deutlich dargestellt. Das irre daran ist aber, das Annegret Kramp-Karrenbauer  im gleichen Atemzug die Austerit&auml;tspolitik als &bdquo;grunds&auml;tzlich vern&uuml;nftig&ldquo;  verteidigt, obwohl damit die Existenz des Bundeslandes, dessen Ministerpr&auml;sidentin sie ist, in Gefahr ger&auml;t. Diese Form kognitiver Dissonanz bringen offenbar nur deutsche Politiker zustande. Dies belegt auch, dass die sogenannte Schuldenbremse mit keinerlei Rationalit&auml;t begr&uuml;ndet ist, sondern dass es sich dabei um ein rein ideologisches Konstrukt handelt.<\/em><br>\n<em>Nat&uuml;rlich ist es mit der Abschaffung der sogenannten Schuldenbremse nicht getan, die wesentliche Frage dahinter ist die nach einer soliden Fundierung der Staatsfinanzen. Diese w&auml;re allerdings problemlos m&ouml;glich wenn in Deutschland Verm&ouml;gen und Einkommen aus Verm&ouml;gen angemessen besteuert w&uuml;rden, wenn es eine angemessene Unternehmensbesteuerung g&auml;be, wenn es eine vern&uuml;nftige Regelung der Erbschaftsteuer g&auml;be, wenn die hohen Einkommen angemessen besteuert w&uuml;rden, wenn endlich rigoros gegen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung vorgegangen w&uuml;rde, wenn die aggressiven Steuervermeidungsstrategien der gro&szlig;en Unternehmen bek&auml;mpf w&uuml;rden und wenn es eine angemessene Lohnpolitik in Deutschland g&auml;be, da h&ouml;here Einkommen letztendlich h&ouml;here Steuern generieren. Aber mit diesen Erkenntnissen ist eine deutsche Landespolitikerin offenbar bereits intellektuell v&ouml;llig &uuml;berfordert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Schulpolitischer Sprecher der CDU: Homosexualit&auml;t ist nicht normal<\/strong><br>\nIm Koalitionsvertrag hatten sich Union und Gr&uuml;ne in Hessen darauf geeinigt, an den Schulen &uuml;ber sexuelle Vielfalt aufzukl&auml;ren &ndash; doch Hans-J&uuml;rgen Irmer stellt sich quer. Den vor einem knappen Jahr ausgehandelten schwarz-gr&uuml;nen Koalitionsvertrag hatten selbst die LGBT-Aktivisten von QueerNet Hessen gelobt &ndash; doch nun muss sich zeigen, ob er die Tinte, mit der er geschrieben wurde, auch tats&auml;chlich wert ist. Von dem Vorhaben, an den Schulen &uuml;ber sexuelle Minderheiten aufzukl&auml;ren, will zumindest der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hans-J&uuml;rgen Irmer, nichts mehr wissen. Nachdem Hessens schwuler Gr&uuml;nen-Chef Klose Ende vergangener Woche in einem Interview mit HR-online die Umsetzung anmahnte, trat Irmer in der &ldquo;Frankfurter Neuen Presse&rdquo; sofort auf die Bremse. &ldquo;Gut Ding will Weile haben. Innerhalb der beiden Regierungsparteien gibt es dazu derart unterschiedliche Grunds&auml;tze, dass dabei noch viel Kl&auml;rungsbedarf besteht&rdquo;, sagte der weit rechts stehende Abgeordnete, der auch stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender ist. Er f&uuml;gte hinzu: &ldquo;Homosexualit&auml;t ist nicht normal. W&auml;re sie es, h&auml;tte der Herrgott das mit der Fortpflanzung anders geregelt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.queer.de\/detail.php?article_id=22521\">queer.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers O.B.:<\/strong> Jaja, der b&ouml;se, b&ouml;se Putin hat was gegen Homosexuelle. Deswegen muss man ihn verdammen. Wenn die katholische Kirche oder die CDU den selben Schmarrn abl&auml;sst, dann wird es akzeptiert.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> In der Tat, wenn der &ldquo;Feind&rdquo; etwas &ldquo;B&ouml;ses&rdquo; tut, lohnt es sich, immer wieder davon zu berichten. Das Kehren vor der eigenen Haust&uuml;r wird dabei vernachl&auml;ssigt. Allerdings hat mir ein schwuler Freund geschrieben, nachdem ich ihm eher zuf&auml;llig die Anmerkung von O.B. mitgeschickt hatte: &ldquo;Na ja, aber der Papst kann keine Gesetze erlassen so wie Putin. Ich bin froh, dass ich derzeit in Hamburg und nicht in Russland lebe, da k&auml;me ich vielleicht ins Gef&auml;ngnis.&rdquo;  Als schulpolitischer Fraktionssprecher und Stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion ist allerdings Herr Irmer ein einflussreicher Faktor der Legislative, der gewiss nicht allein schwulenfeindliche Gesetze stemmen kann, aber als Verhinderer aufkl&auml;render Ma&szlig;nahmen wie oben geschildert Wirkungsmacht hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Rechtsextreme Fu&szlig;ball-Hooligans &ndash; Teufel gegen Beelzebub<\/strong><br>\nUnter ihrem &ouml;ffentlichkeitswirksamen Slogan &bdquo;HoGeSa&ldquo; sammelt sich seit einigen Monaten eine wachsende Allianz von Fans aus dem gewaltgeneigten Lager. Offiziell wollen diese nun gegen den &bdquo;IS-Terror&ldquo; protestieren. Fanforscher wie Robert Claus von der Universit&auml;t Hannover, der seit einiger Zeit den Verein Borussia Dortmund bei seinen Bem&uuml;hungen ber&auml;t, sein Problem mit rechtsmotivierten Anh&auml;ngern in den Griff zu bekommen, sagt aber, dass &bdquo;diese Hooligans ihren Rassismus jetzt blo&szlig; hinter der Kritik an den Salafisten verstecken&ldquo;. Dazu geh&ouml;ren die Hooligans der rechtsextremen Borussenfront, deren Mitglieder schon seit 30 Jahren gegen Muslims agieren, solche von der in Feindschaft verbundenen Gelsenszene, der Standarte Bremen und zahlreichen anderen Gruppen illustren Namens, die sich nach Ansicht von Fanforschern zu einer &bdquo;tempor&auml;ren Kampfgemeinschaft&ldquo; zusammengefunden haben.<br>\nEin Schalke-Hooligan aus dem HoGeSa-Netzwerk verbreitet &auml;hnlich demagogisch wie islamistische Hassprediger seit einigen Wochen seine Videobotschaften &uuml;ber das Internet: &bdquo;&Uuml;berall hier machen die sich breit. &Uuml;berall hier wird es Terroranschl&auml;ge geben, Verst&uuml;mmelungen, K&ouml;pfeabschneiden und den ganzen Kram&ldquo;, hei&szlig;t es dort, um zu folgern: &bdquo;Lasst uns das Land wieder befreien von dem ganzen Terror.&ldquo; Im Netz entl&auml;dt sich eine islamfeindliche und rassistische Dynamik, die bereits europaweit Kreise zieht.<br>\nSeit dem vergangenen Jahr schon schmieden rechtsmotivierte Hooligans, vor allem aus Baden-W&uuml;rttemberg und Nordrhein-Westfalen, im Verborgenen diese Allianz. Virtuell, &uuml;ber ein verdecktes Internetforum. Unter dem Motto &bdquo;Deutsche, die sich was trauen&ldquo; entwickelte sich die islamfeindliche Hetze und die Wut auf in Deutschland lebende radikale Islamisten und Salafisten zu dem Entschluss, gemeinsam zu handeln. Das Forum wurde gehackt und flog noch vor der Fu&szlig;ball-Weltmeisterschaft auf. Seither bringen die Hooligans ihren Protest auf die Stra&szlig;e. Bislang noch m&auml;&szlig;ig organisiert und ohne erkennbaren Plan, in Essen, Mannheim, Dortmund und Frankfurt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/sport\/fussball\/hooligans-demonstrieren-teufel-gegen-beelzebub-13228107.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K:<\/strong> Ohne Verschw&ouml;rungstheorien bem&uuml;hen zu wollen, es ist jedesmal schon recht merkw&uuml;rdig, dass die Organe der Exekutive, wenn es um Rechtsextremismus geht, h&auml;ufig &uuml;berrascht und v&ouml;llig &uuml;berfordert erscheinen &ndash; es sei in diesem Zusammenhang nur an den NSU-Skandal erinnert, wobei es dem riesigen &Uuml;berwachungsapparat aus Verfassungsschutz und Polizei zehn Jahre nicht gelang den M&ouml;rdern des NSU auf die Spur zu kommen. Aber sieht man sich etwa die Blockupy Proteste vergangenes Jahr in Frankfurt an, war dort, v&ouml;llig &uuml;berraschend, gen&uuml;gend Polizei vorhanden um den friedlichen Demonstrationszug zu stoppen und einzukesseln, w&auml;hrend man in K&ouml;ln den rechten Mob gew&auml;hren l&auml;sst. Einen politischen Hintergrund mag man nat&uuml;rlich nicht sehen. Die Rechtsextremisten h&auml;tten sich gewaltbereiten Hooligans angeschlossen, diese aber nicht gesteuert, sagte der Chef des nordrhein-westf&auml;lischen Verfassungsschutzes, Burkhard Freier. Na, da sind wir ja alle beruhigt. Und wenn, dann kann man ja den rechten Mob quasi als Verb&uuml;ndeten in der Anti-IS-Koalition sehen.<\/em><br>\n<em>(wer mag kann mit den Stichworten &bdquo;blockupy frankfurt 2013&ldquo; einmal <a href=\"https:\/\/www.google.de\/images?q=blockupy+frankfurt+2013&amp;oe=utf-8&amp;rls=org.mozilla:de:official&amp;client=firefox-a&amp;channel=nts&amp;gfe_rd=cr&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;oi=image_result_group&amp;ei=ZCJOVJ3qDcOgyAOetICICA&amp;ved=0CBQQsAQ\">nach Bildern googeln<\/a>, um zu sehen wie nachhaltig in Deutschland die marktkonforme Demokratie und die Interessen der Finanzindustrie gesch&uuml;tzt werden).<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>AfD<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>AfD ante portas<\/strong><br>\nIn der Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) gibt es in etlichen Landesverb&auml;nden heftige Konflikte um den Kurs der Partei. Auch der Parteivorsitzende Bernd Lucke tritt immer wieder in innerparteilichen Debatten mit einer Abgrenzung gegen&uuml;ber dem immer st&auml;rker werdenden Rechtsau&szlig;en-Fl&uuml;gel der Partei in Erscheinung. In einem Brief an die Parteimitglieder fordert er zudem eine deutliche Distanzierung vom Querulantentum.<br>\nLuckes These: Die AfD d&uuml;rfe den Fehler der Gr&uuml;nen nicht wiederholen, die in ihren Anfangsjahren unter dem Fundamentalismus vieler Mitglieder zu leiden gehabt h&auml;tten. Die rechten Str&ouml;mungen in der Partei schadeten der AfD, &raquo;weil sie damit ein Klima des Misstrauens schaffen, das wie ein schleichendes Gift in die Partei sickert&laquo;. Kein Vorstand wolle politisch arbeiten, wenn &raquo;Querulanten und Rechthaber den gr&ouml;&szlig;ten Teil seiner Arbeitszeit absorbieren&laquo;. Diese internen Streitereien lassen in den Medien immer wieder die Frage aufkommen, ob sich die AfD &uuml;berhaupt dauerhaft im bundesdeutschen Parteiensystem verankern kann.<br>\nEine repr&auml;sentative Umfrage des Instituts f&uuml;r Demoskopie Allensbach[1] legt die Schlussfolgerung nahe, dass die AfD durchaus die Voraussetzungen hat, um sich dauerhaft zu etablieren. Daf&uuml;r spreche vor allem das klare Profil bei Europa und der Zuwanderung, den zwei wichtigsten Themen der Partei. Demnach sammelten sich in der AfD W&auml;hlerInnen, denen die europ&auml;ische Integration zu weit geht und denen die Zuwanderung teilweise Unbehagen bereitet.<br>\nAktuell setzt die rechtspopulistische Partei unbeschadet der Streitereien &uuml;ber den Einfluss von rechtsextremen Positionen ihren Aufw&auml;rtstrend aus den letzten Landtagswahlen fort. Bei den drei ostdeutschen Landtagswahlen in diesem Jahr erzielte sie jeweils mehr als 10% der W&auml;hlerstimmen, bei der Europawahl 7,1%. Die AfD erh&auml;lt gegenw&auml;rtig in Umfragen zwischen 7,5 und 10% Zustimmung bei einer m&ouml;glichen Bundestagswahl.<br>\nDer Erfolg schl&auml;gt sich auch in den Mitgliederzahlen nieder. Seit ihrer Gr&uuml;ndung vor eineinhalb Jahren hat sich die Zahl der Parteimitglieder mehr als vervierfacht. Am 30. M&auml;rz 2013 z&auml;hlte die Partei 4.589 Mitglieder, zum Zeitpunkt der aktuellen Z&auml;hlung geh&ouml;rten 19.885 Menschen der AfD an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/afd-ante-portas-1\/\">Sozialismus aktuell<\/a><\/li>\n<li><strong>NPD- und AfD-W&auml;hler sind am deutlichsten rechts eingestellt<\/strong><br>\n&ldquo;NDP-W&auml;hler sind &uuml;berwiegend m&auml;nnlich, f&uuml;hlen sich h&auml;ufig gesundheitlich beeintr&auml;chtigt und sind neben den Nichtw&auml;hlern am &auml;rmsten&rdquo;, lautet eine der Einsch&auml;tzungen aus der neuen Studie, bei der von Februar bis April &ndash; also noch deutlich vor Europa- und Sachsenwahl &ndash; 2.432 Personen zwischen 18 und 91 Jahren befragt wurden.<br>\nIn der aktuellen, repr&auml;sentativen Befragung zu Parteien und ihren W&auml;hlern, durchgef&uuml;hrt an der Universit&auml;t Leipzig, zeigen NPD-Anh&auml;nger zudem erwartungsgem&auml;&szlig; und konstant die st&auml;rkste rechtsextreme und ausl&auml;nderfeindliche Einstellung. Erstmals einbezogen wurden die W&auml;hler der AfD. Demnach ist auch in dieser, ebenfalls von M&auml;nnern dominierten Gruppe durchg&auml;ngig eine hohe Zustimmung zu rechtsextremen Aussagen zu finden. Sie folgen in der St&auml;rke der Auspr&auml;gung rechtsextremer Aussagen gleich hinter den NPD-W&auml;hlern. Auff&auml;llig ist, dass auch sie Muslime stark abwerten, Sinti und Roma anfeinden und die Europ&auml;ische Union nicht m&ouml;gen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/Bildung\/Forschung\/2014\/10\/Neue-Mitte-Studie-der-Uni-Leipzig-NPD-und-AfD-Waehler-57882.html\">Leipziger Internet Zeitung<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Interessant ist auch noch die Grafik &uuml;ber die Parteipr&auml;ferenzen nach Haushaltseinkommen unter 1.000 Euro. Danach sind 20,3% dieser Gruppe Nichtw&auml;hler; 17,4% pr&auml;ferieren die NPD, die Linke 14,3%; unentschlossen sind 12,1%; Piratenpartei 10,3%; 6,6% SPD; Gr&uuml;ne 5,5; CDU\/CSU 5%; AfD 3,9%.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gretchenfrage der Union: Abgrenzen oder anbiedern? Die CDU\/CSU und ihre neue rechte Konkurrenz<\/strong><br>\nDie j&uuml;ngsten Wahlerfolge der Alternative f&uuml;r Deutschland (AfD) l&ouml;sten im b&uuml;rgerlichen Lager eine Diskussion um den geeigneten Umgang mit der neuen Partei aus. Die meisten hegemonialen Tageszeitungen stehen der vermeintlichen Alternative verhalten bis ablehnend gegen&uuml;ber. Selbst die konservative und marktliberale Tageszeitung Die Welt sowie das Boulevard-Blatt BILD beobachten die AfD argw&ouml;hnisch. Auch im durcheinandergewirbelten Parteienspektrum ist die AfD derzeit Topthema. Vor allem in der Union wird seit Monaten &uuml;ber den richtigen Kurs gegen&uuml;ber der Partei um Lucke und Co. gerungen.<br>\nInnerhalb der Union lassen sich im Kern zwei Linien ausmachen. Eine u.a. von Bundeskanzlerin Merkel und Bundestagsfraktionschef Kauder ausgegebene Strategie setzt darauf, die AfD gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glich zu ignorieren und sie damit diskursiv zu isolieren. Merkel meinte nach den Erfolgen in Th&uuml;ringen und Brandenburg, gegen die AfD helfe schlicht gutes Regieren. Kauder k&uuml;ndigte gar an, sich nicht mit AfD-PolitikerInnen in eine Talkshow setzen zu wollen. Beide bekr&auml;ftigen regelm&auml;&szlig;ig, dass eine Koalition mit der AfD nicht in Frage komme.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1447\">annotazioni<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>DIE  ReGIERung  DER  OBEREN  ZEHNTAUSEN<\/strong><br>\nVorsicht: Diese Lekt&uuml;re wird Ihnen die Augen &ouml;ffnen und revolution&auml;re Impulse in Ihnen ausl&ouml;sen!<br>\nAllj&auml;hrlich k&ouml;nnen wir in zahlreichen Ver&ouml;ffentlichungen von Banken und in der Tagespresse nachlesen, um wie viel das Geldverm&ouml;gen der privaten Haushalte wieder einmal gestiegen sei. Viel seltener liest man dagegen etwas &uuml;ber die Spreizung der Verm&ouml;gensschere und die Reichtumsunm&auml;&szlig;igkeiten in unserem reichen Land.<br>\nJens Berger befa&szlig;t sich in seinem Buch &bdquo;Wem geh&ouml;rt Deutschland?&ldquo; ausf&uuml;hrlich damit, diesen statistischen Reichtum den tats&auml;chlichen Verm&ouml;gensinhabern zuzuordnen. Au&szlig;erdem fa&szlig;t er aufschlu&szlig;reich zusammen, welcher Einflu&szlig;REICHTUM auf Politik und Gesellschaft damit in Verbindung steht. [&hellip;]<br>\nEs h&auml;ngt vielleicht von Ihrem Kontostand ab, ob Sie die Aufkl&auml;rungsarbeit, die dieses Buch leistet, begr&uuml;&szlig;en oder ablehnen. Ich halte dieses Buch f&uuml;r sehr wichtig. Die Kapitalismus- und Neoliberalismuskritik, die darin zu Wort kommt, ist &uuml;beraus berechtigt und ein Dienst an der Demokratie, und die in detektivischer Rechercheleistung zusammengetragenen Daten und Zahlen liefern eine unentbehrliche Diskussionsgrundlage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/leselebenszeichen.wordpress.com\/2014\/10\/27\/wem-gehort-deutschland\/\">Leselebenszeichen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Tagesschau.de zensiert die NachDenkSeiten<\/strong><br>\nUnser Leser R.B. schreibt uns:\n<blockquote><p>\n<em>Sehr geehrtes Nachdenkseitenteam,<\/em><br>\n<em>aus aktuellem Anlass schreibe ich und empfehle, ihr solltet dringend Euer Verh&auml;ltnis zur Tagesschau verbessern ! Jedes mal wenn ich bei Tagesschau.de einen Kommentar ver&ouml;ffentlichen will, bei dem ich auf die Nachdenkseiten verweise, werde ich zensiert, pardon, der Beitrag wird von der Redaktion nicht freigegeben. Und das liegt keinesfalls daran, dass Tagesschau.de Links auf andere Seiten grunds&auml;tzlich nicht zul&auml;&szlig;t.<\/em><br>\n<em>Aber ehrlich gesagt, m.E. zeigt dieses Verhalten, dass ihr genau richtig liegt !<\/em><br>\n<em>Also weiter so und sch&ouml;nen Tag noch&hellip;.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>TV-Tipp: Die Anstalt &ndash; Politsatire mit Max Uthoff und Claus von Wagner<\/strong><br>\nBereits einige Tage vor Halloween haben Max Uthoff und Claus von Wagner bitters&uuml;&szlig;e und saure Themen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft gesammelt. Die beiden Vollblutkabarettisten pr&auml;sentieren sie in der Anstalt und bringen dabei die ein oder andere politische Maske zum Fallen. Tatkr&auml;ftig unterst&uuml;tzt werden sie dabei von Michael Mittermeier, HG. Butzko und Chin Meyer.<br>\nDienstag 28.10.2014, 22:15 &ndash; 23:00 Uhr<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/anstalt.zdf.de\/ZDF\/zdfportal\/programdata\/4a8ba13b-a17d-454e-8175-b6981ca50026\/20362818?generateCanonicalUrl=true\">ZDF<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-23733","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23733","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23733"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23733\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23736,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23733\/revisions\/23736"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23733"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23733"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23733"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}