{"id":23737,"date":"2014-10-28T09:50:30","date_gmt":"2014-10-28T08:50:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23737"},"modified":"2019-07-11T13:02:21","modified_gmt":"2019-07-11T11:02:21","slug":"pluralisierung-der-oekonomik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23737","title":{"rendered":"Pluralisierung der \u00d6konomik"},"content":{"rendered":"<p>Mit den wirtschaftlichen Krisen seit 2007\/2008 ist die Wirtschaftswissenschaft (&Ouml;konomik) zunehmend in die &ouml;ffentliche Kritik geraten. Immer &ouml;fter werden dabei inzwischen auch kritische Stimmen aus der &Ouml;konomik selbst laut und wahrgenommen. Kursorisch daf&uuml;r seien genannt:<\/p><ul>\n<li>der 2009 im Handelsblatt publizierte Beitrag von Christoph Gran vom Netzwerk Plurale &Ouml;konomik &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/oekonomie\/nachrichten\/reform-gefragt-wirtschaftswissenschaft-droht-der-absturz\/3283236.html\">Wirtschaftswissenschaft droht der Absturz<\/a>&ldquo;;<\/li>\n<li>die Diskussion um den Zustand der &ouml;konomischen Lehre im Spiegel (<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/versagen-der-uni-oekonomen-warum-bringt-uns-keiner-krise-bei-a-803953-druck.html\">Olbrisch und Schie&szlig;l 2011<\/a>);<\/li>\n<li>das Memorandum besorgter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler f&uuml;r eine Erneuerung der &Ouml;konomie (<a href=\"http:\/\/www.mem-wirtschaftsethik.de\/memorandum-2012\/\">MeM-Denkfabrik f&uuml;r Wirtschaftsethik 2012<\/a>);<\/li>\n<li>der offene Brief, mit dem sich das Netzwerk Plurale &Ouml;konomik im Jahre 2012 an den Verein f&uuml;r Socialpolitik (VfS) &ndash; der Standesvereinigung der deutschen Volkswirte &ndash; wandte; <\/li>\n<li>die Rede von Gustav Horn auf der Er&ouml;ffnungsveranstaltung des Vereins f&uuml;r Socialpolitik 2014 (<a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/imk_rede_horn_2014_09_07.pdf\">Horn 2014<\/a>).<\/li>\n<\/ul><p>Interessant ist, dass die Initiative f&uuml;r einen Kurswechsel in der Wirtschaftslehre zunehmend von Studierenden ausgeht. Dies zeigt sich besonders eindr&uuml;cklich an einem offenen und zudem internationalen Brief vom Mai 2014 von Studierenden (<a href=\"http:\/\/www.isipe.net\/home-de\">International Student Initiative for Plural in Economics, kurz: ISIPE, 2014<\/a>).<\/p><p>Angesichts der steten Regelm&auml;&szlig;igkeit, mit welcher derlei Kritiken vorgetragen werden, werden viele Menschen, die nicht &Ouml;konomik studiert haben, wom&ouml;glich den Eindruck gewinnen, dass sich hier gar nichts bewegt. Oder warum sonst taucht die Kritik an der VWL immer wieder auf?<br>\nEine Analyse von <strong>Sebastian Thieme<\/strong> und <strong>Jens Wernicke<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nEin wesentlicher Grund hierf&uuml;r ist, dass die inner-&ouml;konomische Diskussion zu Verk&uuml;rzungen neigt, die dann von jeder Seite her als unberechtigt zur&uuml;ckgewiesen werden. Das hat zur Folge, dass die vorherrschende &ouml;konomische Lehre keinen Grund f&uuml;r Ver&auml;nderungen sieht und dies auch nach au&szlig;en kommuniziert, was wiederum die Kritik an der VWL weiter n&auml;hrt und forciert. Es ist ein ewiges Spiel. <\/p><p>Worin diese Verk&uuml;rzungen liegen, darauf werden wir im Folgenden eingehen. Doch zun&auml;chst erst einmal zum Hintergrund der Kritik des offenen Briefes der Internationalen Initiative zur Pluralisierung der &Ouml;konomik.<\/p><p><strong>Internationale Initiative zur Pluralisierung der &Ouml;konomik<\/strong><\/p><p>Im Mai 2014 wendete sich eine internationale studentische Initiative an die &Ouml;ffentlichkeit und forderte die Pluralisierung der &Ouml;konomik (<a href=\"http:\/\/www.isipe.net\/home-de\">ISIPE 2014<\/a>). In Deutschland wird diese Initiative unter anderem vom Netzwerk Plurale &Ouml;konomik getragen, das seit 2003 existiert und von dem im Kontext der Krisen seit 2007\/2008 auch immer wieder in der Presse zu lesen war. Unterst&uuml;tzt wurde und wird die Initiative jedoch auch von namhaften &Ouml;konominnen und &Ouml;konomen wie Thomas Piketty, Sheila Dow, James Galbraith, Geoffrey M. Hodgson, Tony Lawson und Steve Keen. Heute kooperieren 65 studentische Organisationen und haben inzwischen &uuml;ber 2.500 Personen aus &uuml;ber 100 L&auml;ndern den offenen Brief unterzeichnet, darunter auch &Ouml;konominnen und &Ouml;konomen aus dem deutschsprachigen Bereich wie Frank Beckenbach, Silja Graupe, Gustav Horn, Sigrid Stagl, Walter &Ouml;tsch oder Peter Ulrich.<\/p><p>Im Kern zielt der offene Brief der Initiative auf einen Kurswechsel in der Wirtschaftswissenschaft ab, der drei Formen von Pluralit&auml;t beinhalten soll:<\/p><ol>\n<li><strong>Methodischer Pluralismus:<\/strong> Kritisiert wird hier die Konzentration auf Mathematik und Statistik bzw. quantitative Verfahren, die weitestgehend unreflektiert angewendet werden. Stattdessen sollen auch Verfahren aus anderen Sozialwissenschaften gelehrt werden (damit sind unter anderem Diskurs- und Netzwerkanalysen, Befragungen und Gruppendiskussionen gemeint).<\/li>\n<li><strong>Theoretischer Pluralismus:<\/strong> Das meint, es soll Platz geschaffen werden f&uuml;r verschiedene Ans&auml;tze und &bdquo;eine lebendige, intellektuell reichhaltige Debatte&ldquo;. Genannt werden dazu unter anderem klassische, post-keynesianische, &ouml;kologische und feministische Ans&auml;tze, von denen in der &ouml;konomischen Lehre derzeit keine Spur zu finden sei. Konsequent wird deshalb gefordert, wissenschafts- und erkenntnistheoretische, philosophische und vor allem auch ideengeschichtliche Inhalte in die &ouml;konomische Lehre mit zu integrieren.<\/li>\n<li><strong>Interdisziplinarit&auml;t:<\/strong> Innerhalb des Studiums sollen die Studierenden sich auch mit anderen (benachbarten) Sozial- und Geisteswissenschaften besch&auml;ftigen k&ouml;nnen, um &ouml;konomische Ph&auml;nomene im gesamten sozialen Kontext zu verstehen. Auch das ist in der aktuellen Lehre, wenn &uuml;berhaupt, so nur sehr begrenzt m&ouml;glich.<\/li>\n<\/ol><p>Die etablierten &Ouml;konominnen und &Ouml;konomen reagieren auf solche Kritik sehr h&auml;ufig beschwichtigend und ausweichend. Alles w&auml;re halb so schlimm, viele Kritikpunkte seien l&auml;ngst in der &Ouml;konomik angekommen und &uuml;berhaupt erwiesen sich die meisten als haltlos. Vereinzelt entsteht sogar der Eindruck, dass absichtlich Missverst&auml;ndnisse in Kauf genommen werden, um ernsthafte Auseinandersetzungen zu vermeiden. Beispielhaft daf&uuml;r sind die &bdquo;Replik&ldquo; von <a href=\"http:\/\/www.oekonomenstimme.org\/artikel\/2014\/09\/verteidigung-der-oekonomie\/\">Axel Dreher<\/a> auf den erw&auml;hnten offenen Brief sowie die Reaktion des &Ouml;konomen <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/ein-uni-oekonom-teilt-aus-lernt-unsere-sprache-bevor-ihr-mitredet-a-807029.html\">R&uuml;diger Bachmann<\/a> auf die Frage der Studierenden <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/versagen-der-uni-oekonomen-warum-bringt-uns-keiner-krise-bei-a-803953-druck.html\">Olbrisch und Schie&szlig;l<\/a> &bdquo;Warum bringt uns keiner Krise bei?&ldquo; (beides im Spiegel abgedruckt).<\/p><p>Wird der Unwille zur sachlichen Auseinandersetzung, der hinter so mancher Antwort liegt, einmal au&szlig;en vor gelassen, verbleiben viele Punkte, in denen die Diskussion um die Situation der &Ouml;konomik zu Verk&uuml;rzungen neigt, und die deshalb einer Klarstellung bed&uuml;rfen, da sonst weiterhin nur &ndash; auch und insbesondere &bdquo;in der Sache&ldquo; &ndash; aneinander vorbeigeredet und sich missverstanden wird. <\/p><p><strong>Methodischer Pluralismus: Differenzierte Kritik an der Mathematik in der &Ouml;konomik<\/strong><\/p><p>Die etablierten Vertreterinnen und Vertreter der vorherrschenden &Ouml;konomik scheinen die Kritik der VWL haupts&auml;chlich als kategorische Ablehnung der dort praktizierten Verfahren &ndash; Mathematik und Statistik &ndash; wahrzunehmen. Entsprechend gehen sie dann h&auml;ufig in einen Verteidigungsmodus &uuml;ber. Doch wer die mathematische &Ouml;konomik gegen Kritik verteidigen m&ouml;chte, sollte zun&auml;chst zur Kenntnis nehmen, dass die mathematischen Verfahren nat&uuml;rlich auch in der Heterodoxie &ndash; den (kritischen) Bereichen abseits der vorherrschenden Wirtschaftslehre &ndash; breit akzeptiert sind. Viele heterodoxe Str&ouml;mungen wie zum Beispiel die Arbeitswertlehre, der Neoricardianismus sowie Teile der Post-Keynesianer arbeiten mit mathematischen Verfahren, so dass es reichlich absurd ist, ihrer Kritik die kategorische Ablehnung der Mathematik in der &Ouml;konomik zu unterstellen. Wenn aber selbst Heterodoxe mathematische Verfahren verwenden, was kritisieren sie dann eigentlich an der etablierten mathematischen &Ouml;konomik?<\/p><p>Sie kritisieren zum einen die unreflektierte Verwendung mathematischer Verfahren, das meint, dass die Grundsatzdiskussionen in der Mathematik &ndash; die f&uuml;r ihren Einsatz in der &Ouml;konomik eigentlich zu beachten w&auml;ren &ndash; unber&uuml;cksichtigt bleiben (siehe beispielsweise Pirker und Rauchenschwandter 2009). Zum anderen aber auch, dass zu wenig &uuml;ber den Geltungsbereich der mathematischen Verfahren und deren Angemessenheit reflektiert wird (<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/-gum-6sqk9\">Claus Peter Ortlieb in der FAZ<\/a>). Und auch eine Einseitigkeit bez&uuml;glich der Vermittlung und Verwendung mathematischer Verfahren l&auml;sst sich kritisieren (Fokus etwa auf Differential- und Integralrechnung statt auf Matrizen-Algebra, die unter anderem f&uuml;r die Neoricardianische Schule notwendig ist).<\/p><p>Zudem muss generell gefragt werden, ob nicht auch ein Punkt existiert, ab dem die Komplexit&auml;t der mathematischen Verfahren und Modelle Ausma&szlig;e annimmt, dass die Ergebnisse kaum mehr zielf&uuml;hrend zu interpretieren sind. Oder &ouml;konomisch gefragt: Ab wann nimmt der Grenznutzen der Komplexit&auml;t von mathematischen Verfahren ab? Eine berechtigte Frage, wenn etablierte &Ouml;konominnen und &Ouml;konomen nicht m&uuml;de werden, auf die Notwendigkeit komplexer Mathematik hinzuweisen: &bdquo;Die VWL der Zukunft werde mehr und komplexere Mathematik brauchen, nicht weniger&ldquo;, schrieb etwa <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/ein-uni-oekonom-teilt-aus-lernt-unsere-sprache-bevor-ihr-mitredet-a-807029.html\">R&uuml;diger Bachmann im Spiegel<\/a>. Was aber n&uuml;tzen uns komplexe Modelle, wenn sie keiner mehr zu erkl&auml;ren und kommunizieren vermag? Wird dann nicht Dritten eine Art &bdquo;Glauben&ldquo; abverlangt, der mit Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung unvereinbar ist? Und sind dann nicht gerade bei derlei Verfahren T&uuml;r und Tor offen f&uuml;r Missbrauch etc. Frei nach der Devise: Wie machen wir die Formel halt so komplex, dass das herauskommt, was wir wollen &ndash; verstehen kann es ja eh niemand mehr? <\/p><p>Die differenzierte Kritik an der Verwendung mathematischer Verfahren in der &Ouml;konomik sollte jedoch nicht aus dem Blick geraten lassen, dass auch gute Gr&uuml;nde f&uuml;r eine <em>grunds&auml;tzlich<\/em> skeptische Haltung existieren. Das meint etwa der Mathematiker und &Ouml;konom Tony Lawson, der in seiner viel diskutierten Kritik darauf betont, dass die mathematischen Verfahren der etablierten &Ouml;konomik <em>prinzipiell<\/em> ungeeignet f&uuml;r die Analyse sozialer Ph&auml;nomene seien (Lawson 2013, 2005, 1997). Solche Positionen erscheinen angesichts der breiten Akzeptanz mathematischer Verfahren geradezu unerh&ouml;rt radikal. Denn wer kann sich heute noch eine &Ouml;konomik ohne Mathematik vorstellen? Doch genau mit dieser Haltung sind schwerwiegende Probleme verbunden. Denn die breite Akzeptanz der Mathematik in der &Ouml;konomik sorgt daf&uuml;r, dass jene, die nicht mathematisch arbeiten, also andere (!) wissenschaftliche Verfahren verwenden, mit einem Bein au&szlig;erhalb der &Ouml;konomik wenn nicht gar Wissenschaft gestellt werden. Davon betroffen ist beispielsweise die Besch&auml;ftigung mit wirtschaftsethischen Fragen. Die interessierten Leserinnen und Leser d&uuml;rfen darin einen der Gr&uuml;nde sehen, warum essentiell ethische Fragen des Wirtschaftens &ndash; egal ob das die Finanzm&auml;rkte, die Einkommensverteilung oder ganz allgemein den Sozialstaat betrifft &ndash; im Grunde nicht wirklich angetastet werden. Denn, so die Folge der orthodoxen Logik, das w&auml;re ja &bdquo;nicht wissenschaftlich&ldquo;. <\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus betrifft dies aber auch Ans&auml;tze wie zum Beispiel die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wirtschaftsstil\">Wirtschaftsstilforschung<\/a>, die Wirtschaftskulturforschung (Quelle: Klump 1996) sowie der Altinstitutionalismus. Ein gutes Beispiel bietet ebenso die &ouml;konomische Ideengeschichte, bei der mathematische Fertigkeiten nicht weiterhelfen, weil es dort stattdessen auf Sprachkenntnisse, Recherche, Textexegese, Archivierung und Archivarbeit sowie allgemeines und historisches Wissen f&uuml;r eigenes Arbeiten ankommt. <\/p><p>Tats&auml;chlich ist also auch eine Wirtschaftswissenschaft denkbar, die <em>ohne<\/em> oder zumindest mit <em>wenig<\/em> Mathematik im Gep&auml;ck ausk&auml;me. Und auch diese k&ouml;nnte verst&auml;ndlich und &uuml;beraus fruchtbar sein. Kursorisch daf&uuml;r seien genannt: die Beitr&auml;ge von Volker Nienhaus (2004, 1997, 1996) zum islamischen Wirtschaften, die Integrative Wirtschaftsethik von Peter Ulrich (2008), die Untersuchungen zur Rolle der &Ouml;konomen in der Finanzkrise und deren &bdquo;performatives Wirken&ldquo; von Katrin Hirte (2013), die bereits in der f&uuml;nften Auflage gedruckte Darstellung der j&uuml;ngeren Finanzkrise von Helge Peukert (2013), Walter Otto &Ouml;tschs (2009) Abhandlung zur Missbr&auml;uchlichkeit des Begriffs &bdquo;Markt&ldquo; (siehe hierzu auch die Rezension von <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4121\">Wolfgang Lieb aus dem Jahr 2009<\/a>) sowie Friedrun Quaas&lsquo; (2000) Arbeit &uuml;ber die &bdquo;Wirklichkeit und Verfremdung&ldquo; der Sozialen Marktwirtschaft.<\/p><p>Eine nicht mathematische Bet&auml;tigung innerhalb der &Ouml;konomik ist aber auch deshalb notwendig, weil die &Ouml;konomik mit wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Fragen konfrontiert ist: Welche Annahmen werden f&uuml;r Theorien und Modelle vorausgesetzt? Was ist &bdquo;Wirtschaft&ldquo;? etc. Durch diese Fragen werden <em>erstens<\/em> ma&szlig;geblich Fertigkeiten jenseits der Mathematik abverlangt. Und sind diese Fragen <em>zweitens<\/em> nicht abschlie&szlig;end zu kl&auml;ren, sondern m&uuml;ssen <em>immer wieder<\/em> &ndash; im Kontext etwa neuer Erkenntnisse und Entwicklungen &ndash; aufgeworfen und beantwortet werden. Und <em>drittens<\/em> sind diese Fragen nicht einfach in andere Disziplinen auslagerbar, ohne dieser Auslagerung die eigene wissenschaftliche Autonomie und Glaubw&uuml;rdigkeit zu opfern. Oder m&ouml;chten sich &Ouml;konominnen und &Ouml;konomen etwa beispielsweise von der Philosophie vorschreiben lassen, was sie auf welche Art zu untersuchen haben? Sicher nicht.<\/p><p><strong>Theoretischer Pluralismus: Neues Denken braucht das Land<\/strong><\/p><p>Der Forderung nach Pluralit&auml;t wird seitens des Mainstreams entgegengehalten, dass die etablierte &Ouml;konomik doch l&auml;ngst plural sei. Verwiesen wird dazu auf die Vielfalt innerhalb der etablierten &Ouml;konomik. Exemplarisch daf&uuml;r ist der Beitrag von <a href=\"http:\/\/www.oekonomenstimme.org\/artikel\/2014\/09\/verteidigung-der-oekonomie\/\">Axel Dreher<\/a>, in welchem dieser auf &bdquo;Vorlesungen &uuml;ber die Ursachen und Konsequenzen von Finanzmarktkrisen, Neuro&ouml;konomie, die &ouml;konomischen, politischen und psychologischen Auswirkungen von Terrorismus, und die Geschichte der Umwelt&ouml;konomie&ldquo; verweist. Das klingt zwar vielf&auml;ltig, ist damit aber auch dem Wunsch nach wirklicher Pluralit&auml;t gen&uuml;ge getan?<\/p><p>Das l&auml;sst sich bezweifeln, da die Vielfalt im Mainstream auf eine &bdquo;axiomatische Variation&ldquo; (Dobusch und Kapeller 2009) bzw. eine &bdquo;konservative Anpassung&ldquo; (Sahlins und Service 1991) zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden kann. Das bedeutet: Auf Kritik wird zwar mit kleinen, schrittweisen &Auml;nderungen reagiert, dies geschieht jedoch nur, um &Auml;nderungen im gro&szlig;en Stil zu vermeiden. So wird inzwischen etwa zunehmend vom Modell des &bdquo;Homo Oeconomicus&ldquo; abger&uuml;ckt und es werden unvollst&auml;ndige Informationen, unvollst&auml;ndige Rationalit&auml;t, multiple Gleichgewichte etc. immer mehr ber&uuml;cksichtigt. Das &ouml;konomische Gedankengeb&auml;ude erh&auml;lt auf diese Weise jedoch nur einen neuen Anstrich oder das ein oder andere neue Fenster, w&auml;hrend die Grundmauern und strukturen fortbestehen und kein grundlegender Umbau erfolgt. Der Umstand, dass die etablierte &Ouml;konomik nicht mehr stur in eine Richtung schaut, sondern auch auf Themen wie Terrorismus, Umwelt&ouml;konomie und andere blickt, &auml;ndert eben nichts daran, dass immer noch durch ein und dieselbe bekannte Brille geblickt wird. Folge davon ist dann zwar eine breitere, jedoch nach wie vor reduzierte Sicht gesellschaftlicher Realit&auml;t.<\/p><p><strong>Interdisziplinarit&auml;t: Wir wollen auch Sozial- und Geisteswissenschaftler sein<\/strong><\/p><p>Die Studierenden fordern in ihrem offenen Brief auch mehr Interdisziplinarit&auml;t. <a href=\"http:\/\/www.oekonomenstimme.org\/artikel\/2014\/09\/verteidigung-der-oekonomie\/\">Axel Dreher<\/a> wies diese Forderung mit der Begr&uuml;ndung zur&uuml;ck, dass Interdisziplinarit&auml;t &ndash; also das Arbeiten &uuml;ber die Grenzen der eigenen Disziplin hinaus &ndash; heute immer mehr zum Selbstzweck verkomme. Mit dieser Beobachtung liegt er zwar richtig, jedoch unterl&auml;uft ihm ebenso ein Fehlschluss, so er damit indirekt ein Weniger an Interdisziplinarit&auml;t anregt. Denn kritikw&uuml;rdig an der aktuellen Situation ist eben <em>nicht<\/em> die interdisziplin&auml;re Arbeit an sich, sondern es ist vor allem deren &bdquo;falsche&ldquo; bzw. missbr&auml;uchliche Umsetzung. Zu kritisieren w&auml;re also das wissenschaftliche Umfeld bzw. System, das diese Interdisziplinarit&auml;t als (inhaltsleeres) Werbelabel akzeptiert. <\/p><p>Tats&auml;chlich kann aber echte Interdisziplinarit&auml;t zu einer Pluralit&auml;t an Ans&auml;tzen und Verfahren f&uuml;hren, weshalb eben diese auch immer wieder von kritischer Seite eingefordert wird. Au&szlig;erdem k&ouml;nnten so soziale Aspekte, die derzeit von der etablierten &Ouml;konomik vernachl&auml;ssigt werden, auch als <em>eben solche<\/em> (statt: rein &ouml;konomische!) Aspekte bei der Analyse ber&uuml;cksichtigt werden. Das gilt umso mehr, als viele gesellschaftliche Ph&auml;nomene existieren, die zweifelsohne mit Wirtschaft zu tun haben, in der &Ouml;konomik zurzeit jedoch nicht bearbeitet werden und werden k&ouml;nnen &ndash; wie etwa die zunehmende &bdquo;&Ouml;konomisierung&ldquo; der Gesellschaft, institutionelle Anomie, Narzissmus, alternative Wirtschaftsformen und vieles andere mehr.<\/p><p>Au&szlig;erdem bearbeiten mittlerweile auch andere Disziplinen &ouml;konomische Themen. Wenn &Ouml;konominnen und &Ouml;konomen deren Erkenntnisse ignorieren, kann es sein, dass ihnen ihre angestammten Themen zunehmend abhanden kommen. Zu denken w&auml;re hier etwa an die <em>Marktsoziologie<\/em> (<a href=\"#13\">Max-Planck-Institut f&uuml;r Gesellschaftsforschung 2014<\/a>). Wenn in absehbarer Zeit festgestellt werden sollte, dass dort &bdquo;realistischere&ldquo; Vorstellungen vom Markt entwickelt werden als in der &Ouml;konomik, die weiterhin mit ihren k&uuml;nstlichen Markttheoriemodellen arbeitet, k&ouml;nnte es n&auml;mlich gut sein, dass die &Ouml;konomik schlie&szlig;lich &ndash; und dann berechtigt &ndash; das Nachsehen haben wird. Das gilt insbesondere in einer unterfinanzierten und wettbewerblich organisierten Hochschullandschaft, in der &Ouml;konominnen und &Ouml;konomen dann Schwierigkeiten haben d&uuml;rften, Forschungsmittel zu akquirieren.<\/p><p>In dem internationalen offenen Brief der Studierenden fordern diese aber auch &ndash; und auch dies ist ein &bdquo;interdisziplin&auml;rer Ansatz&ldquo; &ndash;, in der Lehre st&auml;rker als bisher die Geschichte des &ouml;konomischen Denkens zu ber&uuml;cksichtigen. Axel Dreher (2014) kann dieser Forderung nichts abgewinnen: In Heidelberg, wo er lehrt, w&uuml;rden schlie&szlig;lich entsprechende Veranstaltungen angeboten. Die Kritik am Mangel an ideengeschichtlichen Inhalten in der Lehre, so wird vermittelt, sei daher unberechtigt. Die Studierenden irren sich oder kennen offenbar nicht ihr eigenes Studienangebot. Das aber &ndash; ist selbstredend eine nahezu infame und zudem unwahre Replik. Denn erst 2013 sagte etwa Philip Mirowski, ein international weit beachteter Forscher auf dem Gebiet der &ouml;konomischen Ideengeschichte, in einem Interview: &bdquo;Es gibt nur noch wenige von uns, die sich ernsthaft mit der Geschichte des &ouml;konomischen Denkens besch&auml;ftigen und aus den Universit&auml;ten nicht vertrieben worden sind&ldquo; (zitiert nach <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/-gqz-76yjy\">Mejias 2013\/ FAZ<\/a>). Dabei liegt es sozusagen auf der Hand, dass mit dem Verschwinden des Personals auch die (entsprechende) Lehre selbst in Gefahr ger&auml;t. &Auml;hnlich darf es wohl auch verstanden werden, wenn mit Bertram Schefold einer der renommiertesten Dogmenhistoriker Deutschlands im Jahre 2009 darum warb, doch mehr Lehrst&uuml;hle f&uuml;r Ideengeschichte einzurichten. Heute liegt er mit dieser Forderung ganz auf Linie der kritisierenden Studierenden. Wenn diese nun <em>weltweit<\/em> das Fehlen ideengeschichtlicher Inhalte in der Lehre beklagen, dann sollten auch etablierte &Ouml;konominnen und &Ouml;konomen anderer Spezialisierungen dies nicht einfach als pers&ouml;nliche Befindlichkeit, Einzelfall oder Unkenntnis des Lehrplanes abtun. Denn, nicht nur, aber auch: Damit schneiden sie sich, in Verleugnung der aktuellen hochschulischen Entwicklungen des Faches, ins eigene Fleisch. <\/p><p><strong>Res&uuml;mee: Was also tun?<\/strong><\/p><p>Die Situation in der VWL sei doch gar nicht so &uuml;bel, wie die Kritikerinnen und Kritiker dies st&auml;ndig behaupteten &ndash; das ist der Eindruck, den die Repliken auf Kritik an der VWL &uuml;blicherweise vermitteln wollen. <\/p><p>Und ganz offensichtlich hat diese Strategie bisher sehr gut funktioniert: F&uuml;r Dritte &ndash; aus Politik und Wirtschaft, zum Teil jedoch auch aus gewerkschaftlichen Kreisen &ndash;, die mit der Situation der Wirtschaftswissenschaft nicht vertraut sind, mag dabei vor allem der Verweis auf die Vielfalt innerhalb des &ouml;konomischen &bdquo;Mainstreams&ldquo; &uuml;berzeugend sein. Warum also etwas &auml;ndern? Der &bdquo;Mainstream&ldquo; selbst ist ja bereits auf dem besten Weg zu mehr Breite, Pluralit&auml;t und Realit&auml;t &ndash; oder etwa nicht? Und eine &Ouml;konomik mit wenig Mathematik, die kann sich heute ohnehin niemand mehr vorstellen. Eine ernsthafte Diskussion um die <em>Grundprobleme<\/em>, die Kritikerinnen und Kritiker in der heutigen Wirtschaftswissenschaft sehen, ist damit &ndash; und offensichtlich von den Verteidigern der Orthodoxie auch intendiert &ndash; jedoch bereits im Keime erstickt.<\/p><p>Dennoch wird seitens des Mainstream eine gewisse Dialogbereitschaft signalisiert. Allerdings bleibt es schwer, zu entscheiden, inwiefern diese mit einem redlichen Willen zu Ver&auml;nderung einhergeht. Die Erfahrung seit den wirtschaftlichen Krisenwellen 2007\/2008 mahnt bez&uuml;glich eigener Erwartungen hier eher zu Ern&uuml;chterung.<\/p><p>Das liegt daran, dass die Diskussion um die Situation in der VWL nicht allein von Vorbehalten gegen&uuml;ber den Kritikerinnen und Kritikern, sondern auch von der allgemeinen Hochschulsituation &uuml;berlagert wird. In einem wettbewerblich und nach &bdquo;Exzellenz&ldquo; strebenden Hochschulsystem, in dem alle gegen alle um zu wenige Mittel konkurrieren (sollen), geht es n&auml;mlich vorrangig um den Ausbau der <em>eigenen<\/em> Forschungstradition sowie die Verteidigung und St&auml;rkung der <em>eigenen<\/em> Position. <\/p><p>Verst&auml;ndlich also, wenn die etablierten &Ouml;konominnen und &Ouml;konomen lieber an einem von ihnen definierten Exzellenz-Begriff festhalten, der Alternativen au&szlig;en vor und somit den Klub der konkurrierenden &ouml;konomischen Theorien &uuml;berschaubar h&auml;lt. Schlie&szlig;lich l&auml;sst sich auch der Kritik von au&szlig;en mit kleinen symbolischen Sch&ouml;nheitskorrekturen beikommen, ohne dass dabei eine neue Konkurrenz in Form wirklich alternativer Ans&auml;tze &bdquo;in den Wettbewerb&ldquo; aufgenommen werden m&uuml;sste. Der Wissenschaft(lichkeit), also dem offenen und best&auml;ndig neuen Befragen der Realit&auml;t auf Erkenntnis und Zusammenhang, geschuldet, ist all das jedoch nicht. Ganz im Gegenteil. <\/p><p>Und all das geht leider auch nicht spurlos an kritischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorbei, was eine f&uuml;r die Pluralit&auml;t der &Ouml;konomik fatale Konsequenz nach sich zieht. Denn auch die Kritikerinnen und Kritiker stehen sich auf einmal als Konkurrenten um verknappte Finanzmittel gegen&uuml;ber. In der Kritik an der etablierten &Ouml;konomik sind sich dann zwar viele Kritikerinnen und Kritiker einig, im Kampf &bdquo;ums &Uuml;berleben&ldquo; im Hochschulsystem jedoch ist sich dann jeder und jede selbst am n&auml;chsten.<\/p><p>Vielleicht ist das auch <em>eine<\/em> der Erkl&auml;rungen daf&uuml;r, warum sich die kritische Seite bisweilen &auml;hnlich dogmatisch verh&auml;lt, wie dies den Vertreterinnen und Vertretern der etablierten &Ouml;konomik gerne vorgeworfen wird (De Langhe 2010). Dritte sp&uuml;ren dann zwar, dass mit der VWL etwas nicht stimmt und liegen damit ganz nah bei der &ouml;konomisch bereits angesto&szlig;enen und vorgebrachten Kritik. Dieselbe bleibt f&uuml;r sie jedoch unverst&auml;ndlich und\/oder unsympathisch, weil sie &auml;hnlich &bdquo;elit&auml;r&ldquo;, &bdquo;belehrend&ldquo; oder dogmatisierend wie der Mainstream daherkommt.<\/p><p>Deshalb wird es wohl vor allem an der j&uuml;ngeren Generation (Studierende, Promovierende, Postdocs&hellip;) liegen, eine &Ouml;ffnung hin zu Ver&auml;nderungen zu erstreiten und erm&ouml;glichen. Denn so lange Dogmen und Vorbehalte auf beiden Seiten einen echten Dialog versperren, wird es das notwendige Umdenken kaum geben. Zentral f&uuml;r einen Wandel ist daher derzeit eine St&auml;rkung des kritischen Nachwuchses, steht dieser bislang doch auf verlorenem Posten. Wenn sich hier &ndash; vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im Hochschulbereich &ndash; nichts &auml;ndert, werden alternative &ouml;konomische Ans&auml;tze mittelfristig wohl nur noch aus B&uuml;chern bekannt sein. Und sehr wahrscheinlich sind es dann auch keine &Ouml;konominnen und &Ouml;konomen mehr, die diese B&uuml;cher lesen.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Sebastian Thieme<\/strong>, Jahrgang 1978, ist Volkswirt und derzeit Mitarbeiter am Zentrum f&uuml;r &Ouml;konomische und Soziologische Studien an der Universit&auml;t Hamburg. Er forscht zu Heterodoxie und Orthodoxie\/ Pluralit&auml;t in der &Ouml;konomik, &Ouml;konomischer Misanthropie, Subsistenz(-ethik), Wirtschaftsethik, Wirtschaftsstilforschung und &Ouml;konomischer Ideengeschichte.<\/p><p><strong>Jens Wernicke<\/strong>, Jahrgang 1977, ist Kulturwissenschaftler mit Schwerpunkt Medien, Gewerkschaftssekret&auml;r, Autor sowie freier Journalist. Er ist (Mit-)Herausgeber dreier B&uuml;cher (Denkanst&ouml;&szlig;e. Wider die neoliberale Zurichtung von Bildung, Hochschule und Wissenschaft; Handbuch zur studentischen Protestorganisation; Netzwerk der Macht &ndash; Bertelsmann. Der medial-politische Komplex aus G&uuml;tersloh) sowie Autor eines weiteren (Hochschule im historischen Prozess: Zum Verh&auml;ltnis von Universit&auml;tsentwicklung, Klassengesellschaft und Macht).<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Literatur<\/strong><\/p><ul>\n<li>Bachmann, R&uuml;diger (2012): <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/ein-uni-oekonom-teilt-aus-lernt-unsere-sprache-bevor-ihr-mitredet-a-807029.html\">Ein Uni-&Ouml;konom teilt aus: Lernt unsere Sprache, bevor ihr mitredet<\/a>. In: Spiegel Online, vom 05.01.2012, [23.09.2014].<\/li>\n<li>De Langhe, Rogier (2010): How monist is heterodoxy? In: Cambridge Journal of Economics 34 (4), S. 793-805.<\/li>\n<li>Dreher, Axel (2014): <a href=\"http:\/\/www.oekonomenstimme.org\/artikel\/2014\/09\/verteidigung-der-oekonomie\/\">Verteidigung der &Ouml;konomie<\/a>. In: <a href=\"http:\/\/www.oekonomenstimme.org\">oekonomenstimme.org<\/a>, vom 10.08.2014, [23.09.2014].<\/li>\n<li>Dobusch, Leonhard und Kapeller, Jakob (2009): &ldquo;Why is Economics not an Evolutionary Science?&rdquo; New Answers to Veblen&rsquo;s Old Question. In: Journal of Economic Issues, Vol. 43 (4), S. 867-898. <\/li>\n<li>Gran, Christoph (2009): <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/oekonomie\/nachrichten\/reform-gefragt-wirtschaftswissenschaft-droht-der-absturz\/3283236.html\">Wirtschaftswissenschaft droht der Absturz<\/a>. In: Handelsblatt, vom 19.10.2009, [03.10.2014].<\/li>\n<li>Hirte, Katrin (2013): &Ouml;konomInnen in der Finanzkrise. Diskurse, Netzwerke, Initiativen. Marburg: Metropolis.<\/li>\n<li>Horn, Gustav A. (2014): <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/imk_rede_horn_2014_09_07.pdf\">Rede von Prof. Dr. Gustav A. Horn (IMK) bei der Er&ouml;ffnungsveranstaltung der Jahrestagung des Vereins f&uuml;r Socialpolitik<\/a>, Hamburg den 07.09.2014. [03.10.2014]<\/li>\n<li>ISIPE [International Student Initiative for Plural Economics] (2014): <a href=\"http:\/\/www.isipe.net\/home-de\">Internationaler studentischer Aufruf f&uuml;r eine Plurale &Ouml;konomik<\/a>. [23.09.2014].<\/li>\n<li>Klump, Rainer [Hrsg.] (1996): Wirtschaftskultur, Wirtschaftsstil und Wirtschaftsordnung Methoden und Ergebnisse der Wirtschaftskulturforschung. Marburg: Metropolis.<\/li>\n<li>Lawson, Tony (2013): What is this &lsquo;school&rsquo; called neoclassical economics? In: Cambridge Journal of Economics, published online: June 2013, doi: 10.1093\/cje\/bet027.<\/li>\n<li>Lawson, Tony (2005): The nature of heterodox economics. In: Cambridge Journal of Economics, Vol. 30, Nr. 4, S. 483-505.<\/li>\n<li>Lawson, Tony (1997): Economics and Reality. London und New York: Routledge.<\/li>\n<li>Lieb, Wolfgang (2009): <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4121\">Warum profitiert die Linke nicht von der Krise?<\/a> Im: NachDenkSeiten, vom 11.08.2009, [23.09.2014].<\/li>\n<li>Marguier, Alexander (2010): &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.faz.net\/-gum-6sqk9\">&Ouml;konomie ist eigentlich keine Wissenschaft<\/a>&ldquo;. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung [FAZ], vom 08.05.2010, [23.09.2014].<\/li>\n<li>Max-Planck-Institut f&uuml;r Gesellschaftsforschung (2014): <a href=\"http:\/\/www.mpifg.de\/forschung\/projektbereiche_de.asp#13\">Forschungsprojekte am MPIfG, Projektbereich: Soziologie der M&auml;rkte<\/a>. Informationen der Homepage, Version: 27.03.2014, [23.09.2014].<\/li>\n<li>Mejias, Jordan (2013): <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/-gqz-76yjy\">Die Linke hat auch keine Antwort. Philip Mirowski im Gespr&auml;ch<\/a>. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung [FAZ], vom 16.03.2013, [23.09.2014].<\/li>\n<li>Nienhaus, Volker (2004): Der Islam &ndash; Bremse oder Motor der wirtschaftlichen Entwicklung? In: Michael von Hauff und Ute Vogt [Hrsg.]: Islamische und westliche Welt: Warum Politik, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit ihre Kooperation neu orientieren m&uuml;ssen. Marburg: Metropolis, S. 227-253.<\/li>\n<li>Nienhaus, Volker (1997): Wirtschaftsordnung und wirtschaftliche Entwicklung: Islamische Religion und Tradition als Ursache wirtschaftlicher Unterentwicklung? In: Spiridon Paraskewopoulos [Hrsg.]: Wirtschaftsordnung und wirtschaftliche Entwicklung. Stuttgart: Lucius &amp; Lucius, S. 363-376.<\/li>\n<li>Nienhaus, Volker (1996): Islamische Weltanschauung und Wirtschaftsstil. In: Klump, Rainer [Hrsg.]: Wirtschaftskultur, Wirtschaftsstil und Wirtschaftsordnung. Marburg: Metropolis, 191-207.<\/li>\n<li>Olbrisch, Miriam; Schie&szlig;l, Michaela (2011): <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/versagen-der-uni-oekonomen-warum-bringt-uns-keiner-krise-bei-a-803953-druck.html\">Versagen der Uni-&Ouml;konomen: Warum bringt uns keiner Krise bei?<\/a> In: SPON, vom 28.12.2011, [03.10.2014].<\/li>\n<li>&Ouml;tsch, Walter Otto (2009): Mythos Markt. Marktradikale Propaganda und &ouml;konomische Theorie. Zweite Auflage. Marburg: Metropolis.<\/li>\n<li>Peukert, Helge (2013): Die gro&szlig;e Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise. Eine kritisch-heterodoxe Untersuchung. F&uuml;nfte Auflage. Marburg: Metropolis.<\/li>\n<li>Quaas, Friedrun (2000): Soziale Marktwirtschaft. Wirklichkeit und Verfremdung eines Konzepts. Bern, Stuttgart und Wien: Haupt.<\/li>\n<li>Sahlins, Marshall D. und Service, Elman R. (1991): Evolution and Culture. Vierte Aufglage. Ann Arbor: University of Michigan Press.<\/li>\n<li>Schefold, Bertram (2009): Die &bdquo;Klassiker der National&ouml;konomie&ldquo; &ndash; Gedanken des Herausgebers der Reihe zur Zusammenstellung eines Kanons. In: Scheer, Christian [Hrsg.]: Studien zur Entwicklung der &ouml;konomischen Theorie XXII. Ideen, Methoden und Entwicklungen der Geschichte des &ouml;konomischen Denkens. Berlin: Duncker &amp; Humblot, S. 99-116.<\/li>\n<li>Ulrich, Peter (2008): Integrative Wirtschaftsethik. Grundlagen einer lebensdienlichen &Ouml;konomie. Bern, Stuttgart und Wien: Haupt.<\/li>\n<\/ul><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/b965ce24be24451ab771150e4891e4fb\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit den wirtschaftlichen Krisen seit 2007\/2008 ist die Wirtschaftswissenschaft (&Ouml;konomik) zunehmend in die &ouml;ffentliche Kritik geraten. Immer &ouml;fter werden dabei inzwischen auch kritische Stimmen aus der &Ouml;konomik selbst laut und wahrgenommen. Kursorisch daf&uuml;r seien genannt:<\/p>\n<ul>\n<li>der 2009 im Handelsblatt publizierte Beitrag von Christoph Gran vom Netzwerk Plurale &Ouml;konomik &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/oekonomie\/nachrichten\/reform-gefragt-wirtschaftswissenschaft-droht-der-absturz\/3283236.html\">Wirtschaftswissenschaft droht der Absturz<\/a>&ldquo;;<\/li>\n<li>die Diskussion<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23737\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[131,17,154],"tags":[343,2462],"class_list":["post-23737","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-oekonomie","category-hochschulen-und-wissenschaft","category-wichtige-debatten","tag-luegen-mit-zahlen","tag-plurale-oekonomik"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23737","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23737"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23737\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53313,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23737\/revisions\/53313"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23737"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23737"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23737"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}