{"id":2378,"date":"2007-05-31T09:35:39","date_gmt":"2007-05-31T07:35:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2378"},"modified":"2007-05-31T09:35:39","modified_gmt":"2007-05-31T07:35:39","slug":"hinweise-des-tages-404","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2378","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Franzosen machen Euro zum S&uuml;ndenbock f&uuml;r ihre Exportprobleme. Bundesbankpr&auml;sident Weber mahnt dagegen Reformen wie in Deutschland an<\/strong><br>\nDer neu gew&auml;hlte Pr&auml;sident Frankreichs Nicolas Sarkozy beschwerte sich &uuml;ber den Euro-Kurs: &ldquo;Wie kann man weiter exportieren, wenn der Euro die einzige W&auml;hrung der Welt ist, die gegen&uuml;ber Dollar, Yen und Yuan &uuml;berbewertet ist?&rdquo;<br>\nWeber h&auml;lt dagegen: Politiker sollten die heimische Industrie besser dadurch unterst&uuml;tzen, dass sie mit Reformen f&uuml;r mehr Flexibilit&auml;t an den Arbeits- und G&uuml;term&auml;rkten sorgten, und nicht durch Eingriffe ins Marktgeschehen. Die deutschen Firmen h&auml;tten es vorgemacht und mit moderater Lohnentwicklung und massiverer Verlagerung der Produktion ins Ausland ihre Wettbewerbsposition st&auml;rker verbessert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.today.reuters.com\/news\/newsArticle.aspx?type=economicsNews&amp;storyID=2007-05-30T064406Z_01_HAG024061_RTRDEOC_0_FRANKREICH-EURO-BUNDESBANK-WEBER.xml\">Reuters<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Sarkozy hat Recht, wenn er feststellt, dass mit der W&auml;hrungsunion den einzelnen EU-L&auml;ndern das Instrument der Auf- oder Abwertung der jeweiligen W&auml;hrung als wirtschaftspolitisches Steuerungsmittel verloren gegangen ist. Falsch ist es, wenn Weber so tut, als w&uuml;rde die EZB durch ihre restriktive Geld- und Zinspolitik nicht ins Marktgeschehen f&uuml;r die Bewertung des Euro eingreifen. Wie einstmals die Bundesbank die &bdquo;starke D-Mark&ldquo;, so f&ouml;rdert die EZB (weitgehend ohne R&uuml;cksicht auf den Arbeitsmarkt und den Konjunkturverlauf) den &bdquo;starken Euro&ldquo; und greift damit in die Wettbewerbsf&auml;higkeit s&auml;mtlicher EU-L&auml;nder gegen&uuml;ber anderen W&auml;hrungsr&auml;umen ein.<br>\nInnerhalb der Euro-L&auml;nder ist den einzelnen Staaten die W&auml;hrungspolitik entzogen, als wirtschaftspolitisches Instrumentarium zur Schaffung internationaler Wettbewerbsf&auml;higkeit bleiben den nationalen Regierungen unter dem Dogma der angebotsorientierten Wirtschaftstheorie im Wesentlichen nur noch die Finanz- und Steuerpolitik und die sog. strukturellen Reformen.<br>\nIn der Finanzpolitik f&uuml;hrte das zu einem Steuersenkungswettlauf zwischen den europ&auml;ischen L&auml;ndern (vgl. die j&uuml;ngste Senkung der Unternehmenssteuern) und zu einem Wettlauf um die Verbesserung der Investitions- und Angebotsbedingungen der Unternehmen. Letzteres hei&szlig;t vor allem ein gegenseitiges Dumping &uuml;ber Lohnsenkungen, Abbau von Sozial- und Arbeitsrechtsstandards (Flexibilit&auml;t) etc.<br>\nWeber gibt ungewollt zu, dass die deutschen Agenda-Reformen Druck auf die Nachbarl&auml;nder aus&uuml;ben, solche &bdquo;Reformen&ldquo; auch dort voranzutreiben, und er will diesen Druck sogar noch verst&auml;rken. Weber greift so massiv in die franz&ouml;sische Wirtschaftspolitik ein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ausbildungsverg&uuml;tungen f&uuml;r die Azubis je nach Branche zwischen 332 und 1222 Euro<\/strong><br>\nDie Ausbildungsverg&uuml;tungen fallen &ndash; gemessen an der jeweiligen tariflichen Einstiegsverg&uuml;tung nach Abschluss der Ausbildung &ndash; sehr unterschiedlich aus. Legt man das 3. Ausbildungsjahr zugrunde, dann erhalten Auszubildende je nach Branche und Region zwischen knapp 30 und gut 53 Prozent der Einstiegsverg&uuml;tung. Dies geht aus einer Auswertung von Tarifvertr&auml;gen in 23 Wirtschaftszweigen und Tarifbereichen hervor, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung in D&uuml;sseldorf vorgelegt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/pm_ta_2007_05_30_tabelle.pdf\">WSI [PDF &ndash; 120 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Internationale Finanzinvestoren dr&auml;ngen Konzerne zu hohen Aussch&uuml;ttungen<\/strong><br>\nDie Gewinnaussch&uuml;ttungen der Aktiengesellschaften sind 2006 deutlich gestiegen. Wie die deutsche Schutzgemeinschaft f&uuml;r Wertpapierbesitz (DSW) gestern in Frankfurt am Main mitteilte, h&auml;tten die 1 023 analysierten Gesellschaften die Dividenden&uuml;berweisungen an ihre Anteilseigner um insgesamt 19 Prozent nach oben geschraubt. Damit sei die Aussch&uuml;ttung von 29,6 Milliarden Euro f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr 2005 auf 35,3 Milliarden Euro im Jahr 2006 gestiegen. Ulrich Hocker, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Schutzgemeinschaft sprach von einer &ldquo;Rekorddividende&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/.bin\/_print.php\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/657739.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Rekord-Dividenden f&uuml;r Gro&szlig;aktion&auml;re und Familienst&auml;mme<\/strong><br>\n50 Top-Verdiener kassieren zusammen mehr als 4,2 Milliarden Euro. Im Vorjahr erhielten diese lediglich 1,6 Milliarden Euro. Deutschlands Dividendenf&uuml;rsten sind Klatten, Merck und Merckle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.capital.de\/div\/100006702.html?nv=smart\">Capital<\/a>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p>\n<p><strong>Mit cleveren Strategien halten Aktion&auml;re den Fiskus dennoch knapp<\/strong><br>\nAltana-Hauptaktion&auml;rin Susanne Klatten etwa legt ihre Aussch&uuml;ttungen von &uuml;ber 2 Milliarden Euro in eine zwischengeschaltete Kapitalgesellschaft an und erh&auml;lt so den Betrag &bdquo;nahezu steuerfrei und kann ihn wieder reinvestieren&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.capital.de\/finanzen\/geldanlage\/100006199.html\">Capital<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wie war doch die Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Unternehmensteuerreform? Sollten damit nicht die Verm&ouml;gens- und Kapitalbesitzer angesichts des globalen Wettbewerbs angereizt werden ihre Steuern zu bezahlen? Frau Klatten kann &uuml;ber solche St&uuml;mpereien vermutlich nur lachen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Zwangsweise Kasernierung von jungen Hartz IV-Betroffenen im Rhein-Lahn-Kreis<\/strong><br>\nNach &bdquo;PR-SOZIAL&ldquo; vorliegenden Informationen plant die Arge Rhein-Lahn-Kreis die Kasernierung von Hartz IV-Betroffenen unter 25 Jahren. Dabei soll es sich vorrangig um junge Erwachsene handeln, die weder zur Schule gehen noch in Ausbildung sind. Das Konzept tr&auml;gt den Namen &bdquo;JUWEL&ldquo; (Jugendliche auf dem Weg in Arbeit) und wurde bereits im M&auml;rz dieses Jahres der rheinland-pf&auml;lzischen Landesregierung vorgestellt. Von dieser wurden Bezuschussungen in Aussicht gestellt. Den Informationen nach sieht das Konzept folgendes vor: Die Jugendlichen m&uuml;ssen von in der Fr&uuml;h bis sp&auml;tnachmittags in einem von der ArGe gemieteten Haus verbleiben und m&uuml;ssen p&uuml;nktlich zum Appell auf dem Hofgel&auml;nde des Anwesens erscheinen und werden das Haus in dieser Zeit nicht ohne Genehmigung der Arge verlassen d&uuml;rfen. Abends d&uuml;rfen sie heimgehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.elo-forum.net\/hartz-iv\/hartz-iv\/-20070527531.html\">PR-SOZIAL, Presseportal f&uuml;r Soziales und Politik<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung eines NachDenkSeiten-Lesers:<\/strong> Ich w&uuml;rde das gerne kommentieren, aber mir fehlen die Worte. Ich hoffe inst&auml;ndig, dass sich das ganze als Ente herausstellt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Zuzug von Hochqualifizierten beg&uuml;nstigt Innovationen<\/strong><br>\nEine &ouml;konometrische Analyse hat gezeigt, dass von der kulturellen Vielfalt ein signifikanter Effekt auf die Patentintensit&auml;t ausgeht: Regionen, die sich durch Besch&auml;ftigte mit vielf&auml;ltigen kulturellen Hintergr&uuml;nden auszeichnen, sind erfolgreicher bei der Entwicklung neuer Produkte als andere Gebiete. Der umgekehrte Effekt, dass viele ausl&auml;ndische Arbeitskr&auml;fte aufgrund der g&uuml;nstigen wirtschaftlichen Bedingungen in Regionen mit einer hohen Innovationsf&auml;higkeit einwandern und dort die kulturelle Vielfalt erh&ouml;hen, wurde mit einem speziellen Sch&auml;tzverfahren herausgerechnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2007\/kb1207.pdf\">Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit [PDF &ndash; 1.2 MB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Gr&uuml;ne fordert Zwangs-Riester-Pflegeversicherung<\/strong><br>\nDie Bundestagsabgeordnete der Gr&uuml;nen Thea D&uuml;ckert hat in der Nordwest-Zeitung die Einf&uuml;hrung einer obligatorischen, kapitalgedeckten Pflegeversicherung gefordert, die auch die Privatversicherten einbezieht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/index_aktuelles_artikel.php?Ressort=&amp;C=0&amp;id=1329560\">Nordwestzeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Unwissenheit oder Eigennutz &ndash; andere Gr&uuml;nde kann es nicht geben, warum immer mehr Politiker dazu aufrufen, der Versicherungswirtschaft mit staatlichem Zwang Kunden zuzutreiben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>AUB-Chef Schelsky: &bdquo;Ich war als Lobbyist f&uuml;r Siemens t&auml;tig&ldquo;.<\/strong><br>\nMit den Millionen-Honoraren von Siemens sollte direkt die arbeitgeberfreundliche Gewerkschaft gest&auml;rkt werden. &bdquo;Es gab einen klaren Auftrag aus der Konzernspitze. Der Plan kam aus dem Zentralvorstand.&rdquo;<br>\n&Uuml;ber Berater-Firmen hatte der heute 58-J&auml;hrige allein seit 2001 angeblich rund 45 Millionen Euro von Siemens kassiert. Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer, der ebenfalls zum Kreis der Beschuldigten z&auml;hlt, erkl&auml;rte gegen&uuml;ber der Staatsanwaltschaft N&uuml;rnberg, der eigentliche Zweck der vorgeblichen Beraterhonorare sei die Finanzierung von Schelsky gewesen, damit der sich um die St&auml;rkung des Betriebsr&auml;te-Verbundes AUB k&uuml;mmere.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/unternehmen\/unternehmen\/:Siemens-Betriebsrat-Ich-Lobbyist-Siemens\/589996.html\">stern<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Bahn kauft obersten Korruptionsbek&auml;mpfer ein<\/strong><br>\nDer Frankfurter Staatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner wechselt in den Konzern und soll als Chief Compliance Officer k&uuml;nftig Bestechungsf&auml;lle bei Gesch&auml;ften der Bahn verhindern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/handel_dienstleister\/:Bahn%20Korruptionsexperten\/206100.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> K&ouml;nnte Die Bahn nicht auch nach der Devise handeln: Wenn Du Deinen Gegner (den Korruptionsbek&auml;mpfer) nicht schlagen kannst, dann kauf ihn Dir ein.<br>\nJedenfalls stimmt dieser Wechsel eines staatlichen Korruptionsankl&auml;gers in die Wirtschaft nachdenklich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Jobmotor &Ouml;kobranche<\/strong><br>\nDie Umwelttechniken sind keine Nischentechnologie: In zwei Jahren sollen die Besch&auml;ftigtenzahlen um 13 Prozent steigen &ndash; auf weit &uuml;ber 1 Million.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/31\/a0150.1\/text.ges,1\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Exportschlager Krisendiagnose<\/strong><br>\nEine nette Glosse von Sebastian Dullien dar&uuml;ber, dass Hans-Werner Sinns Abgesang auf die deutsche Wirtschaft nun auch auf Englisch erscheint &ndash; und das zum Zeitpunkt des st&auml;rksten deutschen Aufschwungs seit 1990.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:Exportschlager%20Krisendiagnose\/206649.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Sinn ist und bleibt ein wichtigtuerischer Basar&ouml;konom, der auch mit noch so abgestandenen Produkten die K&auml;ufer &uuml;ber den Tisch zieht. Wenn es f&uuml;r Deutschland nicht mehr reicht, dann eben f&uuml;r den englischsprachigen Raum.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutschland, die Giftm&uuml;llhalde der Welt<\/strong><br>\n22.000 Tonnen hochgiftiger M&uuml;ll aus Australien sollen in Deutschland verbrannt werden &ndash; weil dies hier mit h&ouml;heren Umweltstandards m&ouml;glich ist. Jetzt regt sich Widerstand.<br>\nDie Australier planen, den mit der Chemikalie Hexachlorbenzol kontaminierten Bauschutt einer ehemaligen Fabrik mit vier Schiffsladungen &uuml;ber einen Zeitraum von 21 Monaten hinweg nach Brunsb&uuml;ttel zu transportieren. Dort sollen 10.000 Tonnen verbrannt werden. Der Rest soll mit dem Zug zu den Anlagen des Bayer-Konzerns nach Leverkusen und Dormagen sowie zum Entsorgungsunternehmen AGR nach Herten gelangen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/artikel\/837\/115722\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Zuerst baut man (in K&ouml;ln) mit Hilfe von Bestechungsgeldern private M&uuml;llverbrennungsanlagen mit viel zu hohen Kapazit&auml;ten. Damit sich das eingesetzte Kapital amortisiert, wird M&uuml;ll aus der ganzen Welt herbeigeschafft, etwa aus Italien und nun eben auch M&uuml;ll aus Australien mit einem der gef&auml;hrlichsten Giftstoffe.<br>\nW&auml;re die M&uuml;llentsorgung nicht privat, sondern &ouml;ffentlich-rechtlich organisiert, g&auml;be es keinen Streit dar&uuml;ber, ob der Import verhindert werden kann: Die Betreiber br&auml;uchten das sprichw&ouml;rtlich schmutzige &bdquo;Gesch&auml;ft&ldquo; dann einfach nicht zu machen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Sackgasse Bachelor<\/strong><br>\nDer AStA der Uni Hamburg ist besorgt: nur einer von vier Bachelor-Absolventen bekommt einen Master-Platz. Etwa 1.200 Pl&auml;tze fehlen, sie zu finanzieren w&uuml;rde die Stadt zehn Millionen Euro kosten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/dx\/2007\/05\/30\/a0025.1\/text\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Hamburger Situation best&auml;tigt die schlimmsten Bef&uuml;rchtungen, die mit der Einf&uuml;hrung der gestuften Studieng&auml;nge BA\/MA verbunden waren: Die Masse der Studierenden soll in verschulte Schmalspurausbildungen gelenkt werden und ein kleiner Rest wird noch zu einem wissenschaftlichen Studium zugelassen.<br>\nDamit wird unter der Hand das Ziel erreicht, die &uuml;berwiegende Zahl der Studierende in ein Fachhochschulstudium zu dr&auml;ngen &ndash; das allerdings ein erheblich schlechteres Niveau als die fr&uuml;heren &bdquo;gleichwertigen aber andersartigen&ldquo; Fachhochschulausbildungen haben d&uuml;rfte.<br>\nAu&szlig;erdem wird den Geisteswissenschaften der Hahn abgedreht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&Ouml;ffentliche und Kommerzsender Arm in Arm gegen einen freien Handel von Frequenzen f&uuml;r Rundfunk sowie eine Verteilung digitaler<\/strong><br>\n&Uuml;bertragungskapazit&auml;ten nach rein wirtschaftlichen Grunds&auml;tzen in Europa<br>\nEin Europ&auml;ischer Rechtsrahmen f&uuml;r Telekommunikation m&uuml;sse die besondere Stellung des Rundfunks wahren. ARD, VPRT (der Verband Privater Rundfunk und Telemedien) und ZDF fordern in einer gemeinsamen Erkl&auml;rung zugleich den Erhalt vielfaltsichernder Regelungen durch die Mitgliedstaaten. Die Rundfunkordnungen der Mitgliedstaaten d&uuml;rften nicht durch europ&auml;ische telekommunikationsrechtliche Vorgaben unterlaufen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.pressrelations.de\/new\/standard\/result_main.cfm?r=281865&amp;sid=&amp;aktion=jour_pm&amp;quelle=0&amp;profisuche=1&amp;n_firmanr_=704&amp;pfach=1&amp;detail=1&amp;sector=pm&amp;popup_vorschau=0\">ARD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Man traut seinen Augen nicht, pl&ouml;tzlich spricht der oberste Lobbyist des Kommerzfernsehens, VPRT-Pr&auml;sident J&uuml;rgen Doetz, von der  &bdquo;besondere Rolle des Rundfunks als Kulturgut&ldquo;(!), und deshalb d&uuml;rfe es nicht sein, dass auch den (bestehenden) Privatsendern &bdquo;nach rein marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten die Verbreitungsgrundlage in Frage gestellt wird&ldquo;.<br>\nJetzt, wo es um das eigene Fell geht, stellen die Privaten den freien Wettbewerb auf einmal in Frage. Und dies, nachdem sie in einer jahrelangen Kampagne und unter massivem Einfluss auf die EU-Kommission unter dem Banner der Wettbewerbsfreiheit &ndash; der wdr-Intendant Fritz Pleitgen sprach von &bdquo;kapitalistischem Sowjetismus&ldquo; http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=483 &ndash; gegen die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender angegangen sind, weil sie sich (angeblich wettbewerbswidrig) aus Geb&uuml;hren finanzieren. Im Namen der Wettbewerbsfreiheit wurden die &ouml;ffentlichen Sendeanstalten in Deutschland einer Vielzahl von Auflagen und Einschr&auml;nkungen vor allem im Hinblick auf zuk&uuml;nftige Entwicklungschancen unterworfen.<br>\nJetzt, wo die privaten Fernsehmonopole von der EU selbst dem Wettbewerb um Frequenzen ausgesetzt werden sollen, besinnen sich die Kommerzsender pl&ouml;tzlich auf das &bdquo;Kulturgut&ldquo; Rundfunk. Es ist einfach lachhaft.<br>\nUm keine Missverst&auml;ndnisse aufkommen zu lassen: Wir sind strikt dagegen, dass der Rundfunk dem Markt ausgeliefert und damit zum Anh&auml;ngsel der Werbewirtschaft wird. Wir sind daf&uuml;r, dass der Rundfunk als &bdquo;Kulturgut&ldquo; der grundgesetzlich garantierten Rundfunkfreiheit unterstellt bleibt und nicht der europ&auml;ischen Dienstleistungsfreiheit unterstellt wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kommentar und Replik: &bdquo;Negative DDR-Nachwirkung&ldquo; f&uuml;r den Aufholprozess in Ostdeutschland? &ndash;  Zu Prof. Blums kritischen Einlassungen &bdquo;Honeckers langer Schatten&ldquo;<\/strong><br>\nDie Verlegenheit der offiziellen Wirtschaftsforschung &uuml;ber die langj&auml;hrige Stagnation im Aufholprozess Ost-West geht offenbar in eine neue Runde. Prof. Ulrich Blum, Pr&auml;sident des Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung in Halle, trat soeben mit seiner Studie &bdquo;Honeckers langer Schatten&ldquo; und der Fragestellung hervor, &bdquo;inwieweit die Stagnation Ostdeutschlands auf die schwierige &ouml;konomische Bilanz der DDR zur&uuml;ckzuf&uuml;hren&ldquo;, &bdquo;also ein Echo fehlender fr&uuml;herer Leistungsf&auml;higkeit ist.&ldquo; Es ist schon ein logisch &bdquo;reizvolles&ldquo; Unterfangen, im 17. Jahr der Vereinigung die Vorgeschichte der weiterhin zur&uuml;ckbleibenden ostdeutschen Unterentwicklungsregion heranzuziehen, um damit ihre unbefriedigende Gegenwart im einheitlichen deutschen Wirtschaftsverbund zu begr&uuml;nden. Das r&uuml;ckt die fehlerhafte Transformationspolitik der Kohl-Regierung aus dem Blick- und Kritikfeld. Von Karl Mai.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.memo.uni-bremen.de\/docs\/m2107.pdf\">Karl Mai, Memo [PDF &ndash; 124 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.iwh.uni-halle.de\/d\/publik\/wiwa\/4-07.pdf\">Wirtschaft im Wandel 4\/2007, IWH [PDF &ndash; 680 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Junge Frauen verlassen den Osten<\/strong><br>\nSozialstudie: 18- bis 29-J&auml;hrige suchen Jobs im Westen. Dramatischer M&auml;nner&uuml;berschuss in den neuen L&auml;ndern. Forscher warnen vor neuer Unterschicht und rechten Tendenzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/politik\/657913.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2378","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2378","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2378"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2378\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2378"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2378"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2378"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}