{"id":23888,"date":"2014-11-10T16:02:29","date_gmt":"2014-11-10T15:02:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23888"},"modified":"2014-11-10T17:26:44","modified_gmt":"2014-11-10T16:26:44","slug":"besorgte-reflexion-ueber-die-grenzen-dessen-was-buerger-noch-oeffentlich-mitteilen-duerfen-ein-bericht-von-anja-boettcher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23888","title":{"rendered":"Besorgte Reflexion \u00fcber die Grenzen dessen, was B\u00fcrger noch \u00f6ffentlich mitteilen d\u00fcrfen. Ein Bericht von Anja B\u00f6ttcher."},"content":{"rendered":"<p>Sie berichtet von Ihren Zensur-Erfahrungen mit Versuchen, in Foren von SPON, FAZ und &auml;hnlichen Medien zu kommentieren. Sie seien symptomatisch f&uuml;r so viele Versuche von Leserinnen und Lesern, &bdquo;auf eine nicht nur einseitige, sondern ungew&ouml;hnlich aggressiv einseitige Berichterstattung Russland gegen&uuml;ber im Kontext des europ&auml;isch-russischen Konflikts um die Ukraine-Krise zu reagieren&ldquo;. <strong>Anja B&ouml;ttcher<\/strong> macht auch kritische Anmerkungen zu Stefan Niggemeiers &bdquo;blindem Fleck&ldquo; hinsichtlich dem &bdquo;Kern des Leserfurors&ldquo;. Auch er habe nicht erahnt, in welchem Ausma&szlig; das Vertrauen der &Ouml;ffentlichkeit in die Medien ersch&uuml;ttert ist. Es folgt unten als A. der Leserbrief von Frau B&ouml;ttcher und &ndash; wegen der thematischen N&auml;he &ndash; daran anschlie&szlig;end noch B. ein kleiner Hinweis auf PR Aktivit&auml;ten in &ouml;sterreichischen Blogs. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nF&uuml;r alle unsere Leserinnen und Leser, die sich emp&ouml;rt dar&uuml;ber wundern, was in Foren und Blogs geschieht, ist die Mail von Frau B&ouml;ttcher trotz ihrer L&auml;nge lesenswert.<\/p><p>Die Quellen zu den Beitr&auml;gen, auf die sich Anja B&ouml;ttcher bezieht, finden Sie am Ende ihres Textes.<\/p><p><strong>Nachtrag 16:45:<\/strong><br>\nStefan Niggemeier merkt das Folgende an:<br>\nich k&ouml;nnte viel sagen zu dem &ldquo;Bericht&rdquo; von Anja B&ouml;ttcher, den Sie auf den &ldquo;Nachdenkseiten&rdquo; ver&ouml;ffentlicht haben, belasse es aber bei dem Hinweis, dass der Kommentar von ihr, den ich angeblich habe &ldquo;verschwinden&rdquo; lassen, hier zu lesen ist, und zwar tats&auml;chlich seit dem Datum, <a href=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/19716\/von-putinverstehern-und-journalistenverstehern\/#comment-1417446\">das dort angegeben ist<\/a>.<br>\nIn dem Kommentar davor gehe ich kurz auf die Umst&auml;nde ein.<\/p><ol class=\"abc\">\n<li><strong>Mail von Anja B&ouml;ttcher vom 8.11.2014:<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n<em>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/em><\/p>\n<p><em>ich nehme in meinem Schreiben hier Bezug auf einen Beitrag, auf den ich durch die Rubrik &bdquo;Tipp des Tages&ldquo; auf den Nachdenkseiten vom 06. November 2014 [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] gelangt bin und dem ich versuchte, durch einen Blogkommentar zu antworten. Meine Erfahrungen im Rahmen dieses Versuchs halte ich deshalb f&uuml;r der Mitteilung wert, weil sie so symptomatisch f&uuml;r so viele Versuche von Leserinnen und Lesern sind, auf eine nicht nur einseitige, sondern ungew&ouml;hnlich aggressiv einseitige Berichterstattung Russland gegen&uuml;ber im Kontext des europ&auml;isch-russischen Konflikts um die Ukraine-Krise zu reagieren.<\/em><\/p>\n<p><em>Bei dem angesprochenen Text handelt es sich um einen Blogbeitrag mit dem Titel &bdquo;Von Putin Verstehern und Journalistenverstehern&ldquo; [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>], der, wie auch schon Niggemeiers FAZ- Artikel &bdquo;Journalismus unter Verdacht&ldquo; vom 2.11.2014 [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>], den Anspruch erhebt, bei der wachsenden Entfremdung zwischen den Journalisten jener Leitmedien (inklusive des &Ouml;RFs), die &uuml;ber Jahrzehnte den &ouml;ffentlichen Diskurs der Bundesrepublik Deutschland pr&auml;gten, und ihren Lesern, bzw. Zuschauern zu vermitteln. Allein der Untertitel des FAZ-Artikels &bdquo;Vom popul&auml;ren Misstrauen gegen&uuml;ber der Presse&ldquo; klang jedoch arg verharmlosend, angesichts der ernsthaften Sorge vieler politisch interessierter B&uuml;rger.<\/em><\/p>\n<p><em>Im Zuge der Lekt&uuml;re der beiden oben genannten Texte erschien es mir umso mehr, als verkenne Stefan Niggemeier selbst noch in diesem Vermittlungsversuch, den ich f&uuml;r einen aufrichtigen hielt, das Ausma&szlig; des Publikumsbefremdens ebenso wie das Gewicht der so ausgiebig kritisierten journalistischen Verwerfungen, die in einem betr&auml;chtlichen Anteil der Bev&ouml;lkerung die ernsthafte Sorge um den Bestand der grundgesetzlichen, politischen, aber auch ethischen Grundlage unseres Landes ausgel&ouml;st hat, dessen Selbstverst&auml;ndnis sich &uuml;ber Jahrzehnte im Rahmen einer sehr schmerzhaften Auseinandersetzung mit dem schuldhaft von Deutschen verursachten Grauen des Nationalsozialismus und des 2. Weltkriegs entwickeln musste. Wie viele andere bin ich &ndash; gerade angesichts des Gedenkens dieses geschichtlichen Hintergrunds &ndash; seit Beginn der Ukraine-Krise alarmiert und auch deshalb zun&auml;chst in den Onlineforen der Leitmedien selbst aktiv geworden, dann aber, nach einer Zunahme der rigorosen Zensur von Leserzuschriften (teilweise betrug die Zensurquote meiner Leserkommentare bei SPON und FAZ online bis zu 70%, bis letztere ihre Kommentarfunktion zur Ukraine-Krise g&auml;nzlich einstellte) wich auch ich &ndash; wie viele andere auch &ndash; auf alternative, weniger von Zensur gebeutelte Medien und Foren aus. Ich hielt bislang Herrn Niggemeiers Blog f&uuml;r einen der verbliebenen offenen Diskursorte.<\/em><\/p>\n<p><em>Aus diesem Grund sandte ich ihm Folgendes zu:<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>Anja B&ouml;ttcher says:<\/strong><br>\n6. November 2014 um 19:57<\/p>\n<p>Lieber Herr Niggemeier,<\/p>\n<p>angesichts eines Medientenors, in dem Darstellungen wie die Ihre noch als Versuch um Balance und Mediation gewertet werden m&uuml;ssen, bin ich schon erschrocken, dass selbst in Ihren Beitr&auml;gen ein blinder Fleck hinsichtlich des Kernpunkts des Leserfurors besteht. Um zu zeigen, was ich meine, skizziere ich an dieser Stelle nur wenige, aber durchaus repr&auml;sentative Beispiele f&uuml;r das, was zehntausenden Lesern in den letzten Monaten buchst&auml;blich das Blut in den Adern gefrieren lie&szlig;:<\/p>\n<ol>\n<li>Beispiel: Angesichts des immer noch ungekl&auml;rten Abschusses von MH17, einer pers&ouml;nlichen Trag&ouml;die von nahezu dreihundert Menschen, aus der politisches Kapital zu schlagen mehr als sch&auml;big ist, titelte der Spiegel (vgl. Ihr eigener Artikel dazu [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]) &bdquo;Wer stoppt Putin?&ldquo; vor dem Hintergrund von Opferfotos und schloss einen Leitartikel an, der mit den Worten &bdquo;Ende der Feigheit&ldquo; [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] &uuml;bertitelt wurde. Die ARD meldete Sanktionsdruck auf Russland und Spekulationen der Kiewer &Uuml;bergangsregierung zur Katastrophenursache und blendete danach die Mutter eines holl&auml;ndischen Absturzopfers ein, die schrie: &bdquo;Putin, gib mir meine Kinder zur&uuml;ck&ldquo;[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]. (Was die kommentarlose &Uuml;berblendung beider Meldungseinheiten f&uuml;r eine Gesamtbotschaft ergibt, muss ich an dieser Stelle wohl nicht darlegen.) Auch alle anderen Leitmedien schossen verbal und emotional in die gleiche Kerbe.<\/li>\n<li>Beispiel: Unter den vielen Falschmeldungen des ZDF, die auf Zuschriften zahlreicher Zuschauer offiziell korrigiert werden mussten, (man erinnere sich nur an die Ente des vermeintlich russischen &sbquo;Oberstleutnant&lsquo;, der &mdash; sich sp&auml;ter als Kabarettist entpuppend &mdash; vor einer ukrainischen Polizeieinheit sich als Russe &sbquo;ausgab&lsquo;), war die sch&auml;bigste eine, an die ich mich gut erinnere, weil auf ihre Meldung das ZDF u.a. mir selbst eine Entschuldigung f&uuml;r ihr &bdquo;Versehen&ldquo; zusandte: Ich zitiere nun diese meine Mail, die dem ZDF einer Antwort w&uuml;rdig schien: &bdquo;Im heute-journal vom 12.7.14 f&uuml;hrte Ihr Korrespondent Berhard Lichte eine w&uuml;tende B&uuml;rgerin von Donezk als Beispiel daf&uuml;r an, wie sehr die B&uuml;rger der Ostukraine von &bdquo;russischer Propaganda&ldquo; verhetzt seien. Herr Lichte legt der Dame folgende Worte in den Mund, die begleitend zu ihrer immer noch gut h&ouml;rbaren Stimme &uuml;bersetzt wurden. Herr Lichtes Fassung lautet: &bdquo;Merk dir mein Gesicht, Poroschenko. Ich werde pers&ouml;nlich nach Kiew kommen und dich und deine Familie umbringen.&ldquo; Tats&auml;chlich aber galt an dieser Stelle die Unmuts&auml;u&szlig;erung nicht Poroschenko, sondern dem Interviewer. Die richtige &Uuml;bersetzung kursiert nun im Netz: Die Dame sagte zu den Journalisten: &bdquo;Geht weg von hier! Ich will leben und meine Kinder in Frieden gro&szlig;ziehen.&ldquo;[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]&ldquo; Die ZDF-Zuschauerredaktion gab in ihrer Antwort an mich als Entschuldigung an, man habe einen Reutersbeitrag ungepr&uuml;ft &uuml;bernommen und lediglich den englischen Text ins Deutsche &uuml;bersetzt. Es befinde sich jetzt aber das ungek&uuml;rzte Interview samt korrekter &Uuml;bersetzung in der Mediathek.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das sind nur zwei Beispiele unter hunderten. Und jetzt nur mal ein Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, solche Lapsen, Dramatisierungen, D&auml;monisierungen &amp; manich&auml;isch strukturierten Beschuldigungen w&uuml;rden in deutschen Medien hinsichtlich der israelischen Regierung und Bev&ouml;lkerung laufen: W&auml;re da nicht schon l&auml;ngst&mdash; auch auf ein entsprechendes internationales Echo hin &mdash; die Staatsanwaltschaft aktiv und ermittelte auf den Strafbestand der Volksverhetzung wegen Antisemitismus?<\/p>\n<p>Ich lasse bewusst die inhaltlich selektive und schiefe Seite der Berichterstattung aus; ich m&ouml;chte mich nur auf den Ton und die Diktion konzentrieren: Alleine diese n&auml;mlich erschrecken mich bis in Mark. Wie kann man nicht erkennen, dass hier ein Bruch, ein wirklicher Zivilisationsbruch mit einem daran h&auml;ngenden Paradigmenwechsel unseres &ouml;ffentlichen Diskurses geschieht? Und das gegen&uuml;ber einer Nachfolgebev&ouml;lkerung und ihrer Regierung jener Menschen, die &mdash; wenn auch im NS das rassistische Bild von Russen, die &sbquo;nur&lsquo; erheblich dezimiert, nicht komplett eliminiert werden sollten &mdash; nicht die Radikalit&auml;t des antisemitischen Zerrbilds erreichte &mdash; Opfer des f&uuml;rchterlichsten vernichtungschauvinistischen Angriffskriegs der Weltgeschichte wurden? Wie kann man hier derart geschichtsvergessen und blind sein, wie es unsere Journalisten sind? Daf&uuml;r gibt es keine Entschuldigung!<\/p>\n<p>Welche Kritik ein Mensch in &ouml;ffentlicher Position an Russland auch immer &auml;u&szlig;ern mag, als Deutscher, der fest auf dem Grundgesetz steht, hat er kein Recht, dies je in einem anderen Ton als dem der &auml;u&szlig;ersten Sachlichkeit und des klaren zwischenmenschlichen Grundrespekts zu tun. Ich habe in den sp&auml;ten 90ern (in meiner fortgeschrittenen Studienzeit) mehreren Veranstaltungen mit inzwischen greisen ehemaligen russischen Zwangsarbeitern beigewohnt, die von Konzernen eingeladen wurden, die sie damals versklavt hatten. Zwei Drittel der russischen Zwangsarbeiter hat diese Zeit nicht &uuml;berlebt. Was denken diese alten Leute wohl (die, die noch leben), wenn sie auf SPON einen Benjamin Bidder hinsichtlich der Russlandsanktionen frohlocken h&ouml;ren, so langsam w&uuml;rde &bdquo;Russland&ldquo; endlich wirklich unter den Wirtschaftssanktionen &bdquo;leiden&ldquo;[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]? Was l&ouml;st in ihnen ein Artikel wie der in der FAZ von Tanja Pritzkau aus, die das Verh&auml;ltnis von Putin und Russland als Analogie zu einem M&auml;rchen von Puschkin zeichnet und dabei mit &Auml;u&szlig;erungen schlie&szlig;t wie: &bdquo;Denn in der Realit&auml;t ist das B&ouml;se nicht ein Einzelner [der zuvor als solcher charakterisierte Putin, A.B.], sondern das Kollektiv. Als Kind hatte ich immer Angst vor Tschernomor [Figur aus besagtem Puschkinm&auml;rchen, AB]. Heute habe ich Angst vor Russland.&ldquo;? [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>]<\/p>\n<p>Ich meinerseits habe, angesichts dieses Mangels an fundamentalem menschlichem Anstand der deutschen Journalisten, &mdash; als Deutsche &mdash; wieder Angst vor Deutschland. Und nicht nur ich alleine. Es ist der bessere Teil der deutschen Bev&ouml;lkerung, dem der Zivilisationsbruch, der mit den Hassreden eines Goebbels begann und mit Ausschwitz endete, so sehr unter die Haut gegangen ist, dass sie kollektivistische Hetze durch andere Deutsche in repr&auml;sentativen Funktionen nie mehr ertragen k&ouml;nnen und wollen.<\/p>\n<p>Zeitungsorgane, die da auf unseren Protest nur mit Leserdiffamierungen und der Hybris von Leuten reagieren, die meinen, sie h&auml;tten einen Anspruch auf Deutungshoheit des Zeitgeschehens, mag ich, wie viele andere auch, nicht mehr als Kundin subventionieren. Aber solange sie als Deutschlands &ouml;ffentliche Meinung wahrgenommen werden, werde ich weiter gegen ihre Berichterstattung aufs Heftigste protestieren. Und zwar &ouml;ffentlich und regelm&auml;&szlig;ig &mdash; bis sie damit aufh&ouml;ren. Ich bin mit der Frage an meine Gro&szlig;eltern &bdquo;Warum habt ihr nichts getan?&ldquo; aufgewachsen. Auf eine &auml;hnliche Antwort der nachwachsenden Generation m&ouml;chte ich eine aufrichtige Antwort geben k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Ihr Artikel in der FAZ, Herr Niggemeier, spricht selbst an, dass das Vertrauen der &Ouml;ffentlichkeit in die Medien ersch&uuml;ttert ist. Aber das Ausma&szlig;, in dem es das ist, l&auml;sst auch er nicht erahnen.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nAnja B&ouml;ttcher<\/p>\n<p><em>&bdquo;Dein Kommentar wartet auf Freigabe durch den Moderator&ldquo;<\/em> lautete der Eintrag unter meinem Beitrag noch um 23.30 Uhr, w&auml;hrend andere Kommentare, die nach 22.30 eingestellt worden waren, auch bei vergleichbarer Kommentarl&auml;nge Freigabe erlangten. Am n&auml;chsten Tag war er dann auch g&auml;nzlich gel&ouml;scht worden. Jedoch erhielt ich, anders als andere, auch keine Antwort von Herrn Niggemeier, worin die Verweigerung einer Ver&ouml;ffentlichung begr&uuml;ndet worden w&auml;re. Die erfolgte auch nicht auf eine sp&auml;tere R&uuml;ckfrage meinerseits (mit nachfolgender Erg&auml;nzung) um 23.19, die im Blog jedoch stehen blieb:<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>Anja B&ouml;ttcher says:<\/strong><br>\n6. November 2014 um 23:19<\/p>\n<p>Mein Kommentar, der eindeutig auf dem Boden des Grundgesetzes steht und wohl kaum eine extremistische Position vertritt, war um 23.15 Uhr noch nicht freigegeben, w&auml;hrend andere nach 22 Uhr verfasste Kommentare hier stehen.<\/p>\n<p>Ist das auch die Methode aus den FAZ-Foren (damals mit einer Zensurquote von 70%), bevor die Redaktion Leserkommentare zur Ukraine-Krise v&ouml;llig einstellte?<\/p>\n<p>Und erf&auml;hrt man auch hier nicht, warum man als Kommentator zensiert wird?<\/p>\n<p>Genau das n&auml;hrt das Gef&uuml;hl eines gezielt herbeigef&uuml;hrten Paradigmenwechsels, der uns kollektiv auf den neuen Hegemonialkurs f&uuml;hren soll.<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>Anja B&ouml;ttcher says:<\/strong><br>\n6. November 2014 um 23:20<\/p>\n<p>@ Anja B&ouml;ttcher: Es geht um Kommetarnr. 182, verfasst um 19.57 Uhr.<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p>Auf diese &Auml;u&szlig;erungen, die nat&uuml;rlich ohne den Kommentar, auf den sie sich beziehen, schlicht unverst&auml;ndlich sind, meinte dann ein anonym auftretender Schlaumeier, der meine Ausf&uuml;hrungen ja gar nicht gelesen haben konnte, antworten zu m&uuml;ssen, ohne zu wissen, worum es geht (&ndash; nachdem er zuvor viel Mitgef&uuml;hl f&uuml;r Journalisten artikuliert hatte, die sich von Lesern so viel bieten lassen m&uuml;ssen):<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p><strong>yxz says:<\/strong><br>\n6. November 2014 um 23:32<\/p>\n<p>@ 190, dank<br>\n[&hellip;]<br>\n&bdquo;Ich will garnicht wissen, was da in einer durchschnittlichen Kommentarspalte eines durchschnittlichen Artikels eines Online-Ablegers einer der &bdquo;Massen&ldquo;-Zeitungen\/Zeitschriften los ist und kann daher v&ouml;llig verstehen, dass die ein oder andere Reaktion ihren Umgang mit Leserkommentaren restriktiver gestaltet.<\/p>\n<p>Ich w&uuml;rde mir ja glatt mal w&uuml;nschen, dass so einige Kommentarschreiber erkennen, dass sie auch in der xten Kommentarspalte die Vorg&auml;nge in der Ukraine weder l&ouml;sen noch von allen Seiten beleuchten k&ouml;nnen. Vorallem wenn man die selben Argumente\/Links schon beim letzten Aritkel austauschte. Und bei dem davor und bei dem &hellip; .<\/p>\n<p>@202, Anja B&ouml;ttcher<br>\nGenau das n&auml;hrt das Gef&uuml;hl eines gezielt herbeigef&uuml;hrten Paradigmenwechsels, der uns kollektiv auf den neuen Hegemonialkurs f&uuml;hren soll.<\/p>\n<p>Oder es zeigt einfach, dass die Betreuung von Leserkommentaren auch Zeit kostet und mitunter nervt&ouml;tend ist. Etwas, das die typischen ZENSUR!-Schreier anscheinend nicht begreifen wollen.&ldquo;<\/p>\n<div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p>Als jemand, der dem uniformen Medientenor Widerspruch entgegenbringt, ist man inzwischen ja daran gew&ouml;hnt, in Artikeln selbst oder Leserzuschriften, die ihnen zustimmen, alternativ als paranoid, extremistisch oder cholerisch beschimpft zu werden, wenn Kontrahenten nicht sogar dazu &uuml;bergehen, ihnen nicht genehme Stellungnahmen als Produkt eines nichtangemeldeten Nebenerwerbs f&uuml;r den russischen Geheimdienst zu deklarieren oder deren Verfasser vulg&auml;rfreudianisch auf die Couch zu legen, um ihnen eine tiefenpsychologische Sehnsucht nach einem autokratischen Patriarchen zu unterstellen, auch wenn das mit dem Inhalt der kritisierten Beitr&auml;ge herzlich wenig zu tun hat. Man kann dies nur noch als weiteres Indiz der Verrohung unseres &ouml;ffentlichen Diskurses hinnehmen.   <\/p>\n<p>Aber das Schweigen und das Verschwinden von Kommentaren wie meinem obigen, das mir ja nicht nur vereinzelt, sondern mehr als hundertmal widerfahren ist, verdichtet sich doch in der H&auml;ufung zu einer stillschweigenden Antwort auf meine Frage. Denn diese zielt ja nicht auf eine Apologie der russischen Regierung; sie zielt auch nicht auf das Bed&uuml;rfnis der Errichtung eines utopischen Gesellschaftsentwurfs, der Grundrechte als obsolet abstreift &ndash; ganz im Gegenteil! Unfl&auml;tige Leserkommentare werden eher ver&ouml;ffentlicht; sie scheinen die Vorurteile &uuml;ber Kritiker ja auch nur zu best&auml;tigen.<\/p>\n<p>Ich habe aber in diesem wie so vielen anderen Kommentaren den Verfassern von Beitr&auml;gen eigentlich nur eine legitime Frage gestellt, die mich wirklich umtreibt: Wollt Ihr wirklich das, was der Ton Eurer Artikel nahelegt? Wollt Ihr partout den Modus des Umgangs mit anderen L&auml;ndern, den unser Grundgesetz (auf der Grundlage von &sect; 26 (1)) vorschreibt, beiseite fegen? Und wo wollt Ihr da hin? Wollt Ihr uns tats&auml;chlich alle in einer Konfrontationsspirale vorantreiben, die im Zweifelsfall auch im Krieg mit Russland enden kann? Kann tats&auml;chlich die Vision der &bdquo;Hawks&ldquo; (Falken) unter den US-Geostrategen, die Leute wie Zbgniew Brz&eacute;zinski oder die Mitglieder des PNAC (Project for the New American Century) Erosion und Zerfall der riesigen Russischen F&ouml;deration (ein sicherheitspolitischer Supergau f&uuml;r Europa und eine millionenfache menschliche Katastrophe f&uuml;r die Russen) f&uuml;r anstrebenswert erachten, etwas sein, das Ihr, liebe Journalisten, helfend mit herbeif&uuml;hren wollt? Habt Ihr denn die geschichtlichen Lektionen aus zwei von Deutschland angezettelten Weltkriegen g&auml;nzlich vergessen?<\/p>\n<p>Wenn diese Deutung der Elimination von Fragen kein Grund f&uuml;r eine tiefgreifende Sorge ist, wie anders soll ich sie dann auffassen? Und da ich von meinem Selbstverst&auml;ndnis als geschichtsbewusste Staatsb&uuml;rgerin eine solche Frage auch nicht unbeantwortet im Raum stehen lassen kann, bleibt mir doch gar nichts anderes &uuml;brig, als immer weiter die gleichen Fragen zu stellen, wie kafkaesk dies auch immer erscheinen mag.<\/p>\n<p>Da mich dieser Zustand hilflos bel&auml;sst, ich aber wei&szlig;, dass ich in dieser Hilflosigkeit nicht alleine stehe, hielt ich es f&uuml;r richtig, sie hier mitzuteilen. Ich meine, dass wir einen Weg finden m&uuml;ssen, sowohl f&uuml;r mediale wie f&uuml;r politische Rep&auml;sentanten, durch die wir uns immer in immer st&auml;rkerem Ma&szlig;e misrepr&auml;sentiert sehen, als Quantit&auml;t sichtbar zu werden. Aber wie? Es hat zwei mit sehr guten Textvorlagen eingeleitete Petitionen gegeben, von denen jedoch zu wenig Menschen wussten: die eine, bereits abgelaufene, <a href=\"https:\/\/www.openpetition.de\/petition\/online\/aufruf-gegen-kriegspropaganda-und-kriegsvorbereitung\">initiiert u.a. von Konstantin Wecker<\/a> mit insgesamt 10233 Unterschriften; die andere <a href=\"http:\/\/www.kontext-tv.de\/Ukraine\/Aufruf\/Aus_Sorge_um_den_Frieden\">von Kontext-TV<\/a> unter Mitautorenschaft von Daniela Dahn l&auml;uft noch und fand bisher 4409 Unterzeichner.<\/p>\n<p>Dies wird bei weitem nicht reichen. Deshalb m&ouml;chte ich eine notwendige Diskussion gerne angeregt sehen, was wir tun k&ouml;nnen, um den Zug vor dem Abgrund noch aufzuhalten.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nAnja B&ouml;ttcher<\/p><\/li>\n<li><strong>Ein NachDenkSeiten-Leser aus &Ouml;sterreich macht uns auf gekaufte Forenpostings aufmerksam:<\/strong>\n<p><strong>Das Gesch&auml;ft mit den Jubelpostern<\/strong><br>\nDie Existenz bezahlter Postings in Webforen gilt schon lange als offenes Geheimnis. Jetzt liegen dem Monatsmagazin DATUM Namenslisten von Fake-Usern, Kunden und Lehrmaterialien einer PR-Agentur vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/fm4.orf.at\/stories\/1749054\/\">fm4.orf.at<\/a><\/p>\n<p><em>&bdquo;Besonders der Satz: &ldquo;Professionell f&uuml;r Geld gejubelt werde auf den Websites von Tageszeitungen..&rdquo; l&auml;sst alle Alarmglocken l&auml;uten. Freie Meinungs&auml;usserung existiert nur auf dem Stammtisch, &ouml;ffentliche Statements sind unerw&uuml;nscht. Wenn das kein SKANDAL ist?!&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Nachtrag 16:45:<\/strong><br>\nStefan Niggemeier merkt das Folgende an:<br>\nich k&ouml;nnte viel sagen zu dem &ldquo;Bericht&rdquo; von Anja B&ouml;ttcher, den Sie auf den &ldquo;Nachdenkseiten&rdquo; ver&ouml;ffentlicht haben, belasse es aber bei dem Hinweis, dass der Kommentar von ihr, den ich angeblich habe &ldquo;verschwinden&rdquo; lassen, hier zu lesen ist, und zwar tats&auml;chlich seit dem Datum, <a href=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/19716\/von-putinverstehern-und-journalistenverstehern\/#comment-1417446\">das dort angegeben ist<\/a>.<br>\nIn dem Kommentar davor gehe ich kurz auf die Umst&auml;nde ein.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23845#h10\">NachDenkSeiten &ndash; Hinweise des Tages 6. November 2014<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/19716\/von-putinverstehern-und-journalistenverstehern\/\">Stefan Niggermeier &ndash; Von Putinverstehern und Journalistenverstehern<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/journalismus-unter-verdacht-vom-wachsenden-populaeren-misstrauen-gegenueber-der-presse-13242833.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">FAZ &ndash; Journalismus unter Verdacht<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\/blog\/18500\/wie-der-spiegel-mit-dem-vorwurf-der-kriegshetze-umgeht\/\">Stefan Niggermeier &ndash; Wie der &bdquo;Spiegel&ldquo; mit dem Vorwurf der &bdquo;Kriegshetze&ldquo; umgeht<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/spiegel-titel-zu-putin-in-eigener-sache-a-983484.html\">Spiegel &ndash; Wer ist der Kriegstreiber?<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/sendung\/ts-3582.html\">Tagesschau &ndash; Sendung vom 23.07.2014 20:00 Uhr<\/a>, vgl. auch: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/flug-mh-17\/hollaendische-mutter-mr-putin-bringen-sie-meine-kinder-nach-hause-36922330.bild.html\">Bild.de &ndash; Holl&auml;ndische Mutter eines MH17-Opfers fleht: &raquo;Mr Putin, bringen Sie meine Kinder nach Hause<\/a> u. <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/forum\/panorama\/hinterbliebene-von-mh17-opfern-herr-putin-schicken-sie-meine-kinder-zurueck-thread-132350-1.html\">Spiegel Online &ndash; Hinterbliebene von MH17-Opfern: &ldquo;Herr Putin, schicken Sie meine Kinder zur&uuml;ck&rdquo;<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/forum\/viewtopic.php?f=37&amp;t=106\">publikumskonferenz.de &ndash; ZDF &ndash; Falsche &Uuml;bersetzung heute-Journal vom 12.7.2014<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/wladimir-putin-und-sanktionen-wer-folgt-auf-russlands-praesidenten-a-992109.html#js-article-comments-box-pager\">Spiegel &ndash; Russlands Pr&auml;sident: Wenn Putin st&uuml;rzt<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/versuch-russland-zu-verstehen-zusammen-sind-wir-wenigstens-zusammen-13078442.html\">FAZ &ndash; Versuch, Russland zu verstehen &ndash; Zusammen sind wir wenigstens zusammen<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie berichtet von Ihren Zensur-Erfahrungen mit Versuchen, in Foren von SPON, FAZ und &auml;hnlichen Medien zu kommentieren. Sie seien symptomatisch f&uuml;r so viele Versuche von Leserinnen und Lesern, &bdquo;auf eine nicht nur einseitige, sondern ungew&ouml;hnlich aggressiv einseitige Berichterstattung Russland gegen&uuml;ber im Kontext des europ&auml;isch-russischen Konflikts um die Ukraine-Krise zu reagieren&ldquo;. <strong>Anja B&ouml;ttcher<\/strong> macht auch kritische<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23888\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,103,183,85],"tags":[1542,1237,259,420,260,220],"class_list":["post-23888","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-leserbriefe","category-medienkritik","category-pr","tag-faz","tag-niggemeier-stefan","tag-russland","tag-spiegel","tag-ukraine","tag-zensur"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23888"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23888\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23891,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23888\/revisions\/23891"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}