{"id":23931,"date":"2014-11-13T09:46:07","date_gmt":"2014-11-13T08:46:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23931"},"modified":"2014-11-14T16:39:22","modified_gmt":"2014-11-14T15:39:22","slug":"jahresgutachten-des-sachverstaendigenrats-wirtschaftswissenschaft-als-arbeitgeberpropaganda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23931","title":{"rendered":"Jahresgutachten des \u201eSachverst\u00e4ndigenrats\u201c: \u201eWirtschaftswissenschaft\u201c als Arbeitgeberpropaganda"},"content":{"rendered":"<p>&ldquo;Es ist nicht ganz trivial zu verstehen, wie ein Beschluss, der noch nicht in Kraft ist, jetzt schon die konjunkturelle D&auml;mpfung hervorrufen kann&rdquo; sagte gestern <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article134280511\/Bundeskanzlerin-brueskiert-ihre-eigenen-Berater.html\">Angela Merkel<\/a>. Selbst die Kanzlerin kann auf das Jahresgutachten 2014\/14 des Sachverst&auml;ndigenrats nur noch mit Spott reagieren. Da werden &uuml;ber 400 Seiten vollgeschrieben und am Ende kommen die &bdquo;Wirtschaftsweisen&ldquo; zu dem Ergebnis, dass die von der deutschen Politik zu verantwortenden Hauptursachen f&uuml;r die &bdquo;wirtschaftliche Eintr&uuml;bung&ldquo; die abschlagfreie Rente ab 63, die Ausweitung der M&uuml;tterrente und der noch gar nicht eingef&uuml;hrte Mindestlohn seien. Um zu diesem Befund zu kommen, h&auml;tte es auch gereicht die Pressestellen der Arbeitgeberverb&auml;nde, Herrn Henkel von der AfD oder die professoralen Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) anzurufen.<br>\nDa ist die Wirtschaft durch den Glauben an die &bdquo;M&auml;rkte&ldquo; weltweit an die Wand gefahren, das hindert den &bdquo;Sachverst&auml;ndigenrat&ldquo; nicht, als Titel f&uuml;r sein Jahresgutachten &bdquo;Mehr Vertrauen  in Marktprozesse&ldquo; zu w&auml;hlen. Das Credo der Mehrheit dieser &bdquo;&Ouml;konomen&ldquo; scheint zu sein: &bdquo;Umso schlimmer f&uuml;r die Wirklichkeit, wenn sie unserer Ideologie&ldquo; nicht folgt. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4817\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-23931-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141114_Jahresgutachten_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141114_Jahresgutachten_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141114_Jahresgutachten_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141114_Jahresgutachten_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=23931-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141114_Jahresgutachten_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"141114_Jahresgutachten_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Mit Einf&uuml;hrung der abschlagsfreien Rente ab 63 Jahren und der Ausweitung der M&uuml;tterrente hat die Bundesregierung ihre wirtschaftspolitischen Spielr&auml;ume ausgiebig genutzt. Schneller als erwartet hat die Realit&auml;t die Politik eingeholt. Daher sollte sie sich nun an den langfristigen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel orientieren und mehr Vertrauen in Marktprozesse zeigen, statt zunehmend Marktergebnisse festlegen zu wollen, um Verteilungsziele zu erreichen.<\/em><br>\n<em>Nach einem &uuml;berraschend guten Start in das Jahr 2014 hat die deutsche Konjunktur einen deutlichen D&auml;mpfer erhalten. Hierf&uuml;r d&uuml;rften die geopolitischen Risiken ebenso eine Rolle gespielt haben wie die ung&uuml;nstige Entwicklung im Euro-Raum. &Uuml;ber Vertrauenseffekte k&ouml;nnte sich zudem der bislang von der Bundesregierung eingeschlagene wirtschaftspolitische Kurs negativ bemerkbar gemacht haben. F&uuml;r das Jahr 2014 erwartet der Sachverst&auml;ndigenrat eine Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts von 1,2&nbsp;%, f&uuml;r das Jahr 2015 von 1,0&nbsp;%.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>So beginnt die Pressemitteilung zum diesj&auml;hrigen Jahresgutachten. <\/p><p>Dass die &bdquo;Weisen&ldquo; mit ihrer Wachstumsprognose im letzten Jahr mit 1,6% und danach <a href=\"https:\/\/www.econstor.eu\/dspace\/bitstream\/10419\/88137\/1\/771541996.pdf\">von 1,9% f&uuml;r 2014 [PDF &ndash; 6.5 MB]<\/a> mal wieder neben der Realit&auml;t lagen ist nicht weiter erstaunlich; im Handelsblatt-Ranking der wirtschaftlichen &bdquo;Hellseher&ldquo; liegt der Sachverst&auml;ndigenrat ohnehin abgeschlagen auf dem <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/konjunktur\/nachrichten\/prognose-ranking-weidmann-ist-der-beste-hellseher\/9584946.html\">18. Platz der beobachten Institute<\/a>. <\/p><p>Dass die Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren und die M&uuml;tterrente nicht aus Steuermitteln, sondern aus der Rentenkasse finanziert werden, wird im Kampf gegen die&bdquo;Verschwendung&ldquo; (<a href=\"http:\/\/www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de\/286.html\">so der Vorsitzende Christoph M. Schmidt<\/a>) dank der ideologischen Scheuklappen einfach nicht zur Kenntnis genommen. Falls die Rentenreformen &uuml;berhaupt eine Auswirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung haben sollten, so m&uuml;ssten sie nach der Logik des Sachverst&auml;ndigenrates sogar eher einen Wachstumsimpuls ausl&ouml;sen, sollen doch dank der gef&uuml;llten Rentenkasse die Rentenbeitr&auml;ge von 18,9 auf 18,7% gesenkt werden. Der Bundeszuschuss kann angeblich um 370 Millionen gesenkt und die Wirtschaft soll damit <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article134073227\/Rentenbeitrag-soll-2015-auf-18-7-Prozent-sinken.html\">um 2 Milliarden entlastet werden<\/a>. Aber die gef&uuml;llte Rentenkasse und die Aussicht auf die Entlastung der Wirtschaft halten die &bdquo;Weisen&ldquo; nicht davon ab, die Rentenreformen f&uuml;r die &bdquo;wirtschaftliche Eintr&uuml;bung&ldquo; verantwortlich zu machen. Die hat offenbar nicht &bdquo;die Realit&auml;t die Politik eingeholt&ldquo;, sondern die neoliberale Ideologie die Realit&auml;t aus den Augen verloren. <\/p><p>Wieder einmal wird der Arbeitsmarkt wie ein Kartoffelmarkt betrachtet; danach beseitigt sich die Arbeitslosigkeit von selbst, wenn nur der Preis f&uuml;r die Arbeit (= der Lohn) niedrig genug ist, damit er noch ein passendes Arbeitsangebot findet. Die &bdquo;Sachverst&auml;ndigen&ldquo; setzen ihren nun schon seit Jahren andauernden Kampf gegen den Mindestlohn fort: <\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Das Tarifautonomiest&auml;rkungsgesetz schr&auml;nkt mit dem Mindestlohn die interne Flexibilit&auml;t der Unternehmen ein, vor allem im Bereich einfacher T&auml;tigkeiten. Die M&ouml;glichkeit, L&ouml;hne und Arbeitszeiten an die wirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen, muss aber als ein wesentlicher Grund f&uuml;r den Arbeitsmarktaufschwung der Vergangenheit gesehen werden. Die nun geschaffene Lohnrigidit&auml;t birgt erhebliche Gefahren f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Besch&auml;ftigungsentwicklung, insbesondere in Krisenzeiten. Verteilungspolitische Ziele k&ouml;nnen im deutschen Institutionengeflecht wesentlich zielgenauer im Steuer- und Transfersystem als mit regulatorischen Markteingriffen erreicht werden.<\/em><br>\n<em>Einschr&auml;nkungen von Zeitarbeit und Werkvertr&auml;gen bedeuten einen Verlust an externer Flexibilit&auml;t f&uuml;r Unternehmen. Die M&ouml;glichkeiten, den Besch&auml;ftigungsstand an die wirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen, sind in Deutschland ohnehin nicht sehr gro&szlig;. Um Investitionen zu t&auml;tigen und Arbeitspl&auml;tze zu schaffen, also langfristig planen zu k&ouml;nnen, ben&ouml;tigen Unternehmen aber ein Mindestma&szlig; an Flexibilit&auml;t.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>(Jahresgutachten S. 18 Rdnr. 18 ff.)<\/p><p>Schon im letzten Jahr musste der &bdquo;Sachverst&auml;ndigenrat&ldquo; vom Arbeitsmarktforscher Gerhard Bosch den vernichtenden wissenschaftlichen Vorwurf einstecken, dass er beim Mindestlohn <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/131121_hb_profbosch.pdf\">die &bdquo;neuesten Erkenntnisse ignoriert&ldquo; und &bdquo;nicht ganz auf der H&ouml;he&ldquo; sei [PDF &ndash; 27,8 MB]<\/a>.<br>\nWirtschaftswissenschaftler, die an der Forschungsfront arbeiten, sagen, dass die &bdquo;Sachverst&auml;ndigen&ldquo; mehrere Dekaden hinter dem Stand der internationalen Wissenschaft hinterherhinken. (Leider sagt das niemand laut und deswegen braucht man sich nicht zu wundern, dass die Wirtschaftswissenschaft immer mehr an Ansehen verliert.)<\/p><p>Dass der die &bdquo;Wirtschaftsweisen&ldquo; in der Wissenschaftlichen Gemeinschaft eher &bdquo;Waisenknaben&ldquo; sind, zeigt schon ein Blick auf &bdquo;Google Scholar&ldquo;. Da wird manche Masterarbeit, jedenfalls von Wissenschaftlern (und nicht nur von Verb&auml;nden) h&auml;ufiger zitiert als die Jahresgutachten unserer &bdquo;<a href=\"http:\/\/scholar.google.de\/scholar?start=0&amp;q=Gegen+eine+r%C3%BCckw%C3%A4rtsgewandte+Wirtschaftspolitik+Sachverst%C3%A4ndigenrat+zur+Begutachtung+der+gesamtwirtschaftlichen+Entwicklung&amp;hl=de&amp;as_sdt=0,5\">Sachverst&auml;ndigen<\/a>&ldquo;. <\/p><p>Da haben wir mit jedem f&uuml;nften Arbeitnehmer den &bdquo;einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut&ldquo; (<a href=\"http:\/\/www.gewerkschaft-von-unten.de\/Rede_Davos.pdf\">Gerhard Schr&ouml;der [PDF &ndash; 23,1 KB]<\/a>), da arbeiten inzwischen fast ein Viertel (24 %) aller Erwerbst&auml;tigen in sog. atypischen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen &ndash;  also in Teilzeit, befristet, als Leiharbeiter oder in einem Mini-Job &ndash;, da gibt es 1,3 Millionen erwerbst&auml;tige Menschen, die neben ihrem Lohn Hartz IV beziehen m&uuml;ssen, um zu &uuml;berleben, das alles ist f&uuml;r die &bdquo;Sachverst&auml;ndigen&ldquo; immer noch kein ausreichendes Ma&szlig; an &bdquo;Flexibilit&auml;t&ldquo; auf dem Arbeitsmarkt!  Wie &bdquo;flexibel&ldquo; soll denn noch mit den Arbeitnehmern umgesprungen werden?<\/p><p>Den einzigen Ausbruch aus diesem erstarrten Dogmatismus leistet sich Peter Bofinger, der in seinem Minderheitenvotum zum Mindestlohn schreibt:<\/p><blockquote><p>\n<em>Die Mehrheit des Rates sieht das zentrale Problem der deutschen Wirtschaftspolitik in &bdquo;fehlgeleiteten strukturellen Weichenstellungen&ldquo;, insbesondere in einem Paradigmenwechsel in der Arbeitsmarktpolitik. Die Reformerfordernisse seien &bdquo;betr&auml;chtlich&ldquo;. Wie sich das insbesondere mit der bis zuletzt sehr positiven Entwicklung des deutschen Arbeitsmarkts vereinbaren l&auml;sst, die weltweit als vorbildlich angesehen wird, bleibtoffen. Unklar ist dabei zudem, warum der deutsche Arbeitsmarkt eine unzureichende Flexibilit&auml;t auf-weisen soll, um k&uuml;nftige Krisen &auml;hnlich erfolgreich zu meistern wie in der Vergangenheit. Das Instrument der Kurzarbeit, mit dem die Krise des Jahres 2009 &uuml;berwiegend bew&auml;ltigt werden konnte, steht auch in Zukunft zur Verf&uuml;gung. Der demografische Wandel ist zwar in der Tat eine Herausforderung f&uuml;r die deutsche Wirtschaft, nicht jedoch f&uuml;r den Arbeitsmarkt. Er wird das Angebot an Arbeits-kr&auml;ften reduzieren und somit aller Voraussicht nach zu einem weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit f&uuml;hren.<\/em><\/p>\n<p><em>Es trifft zu, dass der fl&auml;chendeckende Mindestlohn f&uuml;r Deutschland einen Paradigmenwechsel darstellt. Aber er ist alles andere als ein &bdquo;sozialpolitisches Experiment mit ungewissem Ausgang&ldquo;. In fast allen hoch entwickelten L&auml;ndern ist der Mindestlohn seit Langem die g&auml;ngige Praxis, sofern nicht &ndash; wie beispielsweise in Skandinavien &ndash; durch fl&auml;chendeckende oder allgemeinverbindliche Tarifvertr&auml;ge f&uuml;r eine wirksame Lohnuntergrenze gesorgt wird. Von seiner H&ouml;he her erscheint der deutsche Mindestlohn dabei als unproblematisch. Nach Berechnungen der OECD entspricht die Relation des deutschen Mindestlohns (einschlie&szlig;lich der Arbeitgeberbeitr&auml;ge zur Sozialversicherung) zum Medianlohn mit 58 % nahezu dem OECD-Durchschnitt mit 57 %.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Erfahrungen mit dem neu eingef&uuml;hrten branchenspezifischen Mindestlohn f&uuml;r das Friseurhandwerk, der seit dem 1. November 2013 gilt und seit dem 1. August 2014 einen Mindestlohn von 8,00 Euro je Stunde im Westen und von 7,50 Euro je Stunde im Osten (einschlie&szlig;lich Berlin) vorgibt, sprechen daf&uuml;r, dass Mindestl&ouml;hne nicht zu Besch&auml;ftigungsproblemen f&uuml;hren m&uuml;ssen. Im Gegenteil: die Anzahl der Arbeitslosen bei Friseuren ist im Oktober 2014 geringer als vor einem Jahr. Der R&uuml;ckgang ist zudem prozentual st&auml;rker ausgefallen als in der &uuml;bergeordneten Berufsgruppe (nicht-medizinische Gesundheit, K&ouml;rperpflege) und als in der Gesamtwirtschaft. Eine &auml;hnliche Entwicklung zeigt sich f&uuml;r den Mindestlohn f&uuml;r die Fleischindustrie, der seit dem 1. August 2014 gilt. Auch hier ist Oktober 2014 ein &uuml;berdurchschnittlicher R&uuml;ckgang der Arbeitslosenzahlen zu beobachten. Diese Befunde decken sich mit den Erfahrungen, die in Deutschland mit der Einf&uuml;hrung branchenspezifischer Mindestl&ouml;hne in der Vergangenheit gemacht wurden (JG 2013 Ziffer 533), ebenso wie mit dem Gro&szlig;teil der empirischen Literatur zu den Besch&auml;ftigungseffekten von Mindestl&ouml;hnen (Bosch und Weinkopf, 2014).<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>(Rdnr. 75 ff., S. 44ff.)<\/p><p>Solche Fakten k&ouml;nnen die Mehrheit des &bdquo;Sachverst&auml;ndigenrates&ldquo; nicht aus ihrem Trancezustand aufwecken und daran hindern, jedes Jahr immer wieder die gleiche Gebetsm&uuml;hle zu drehen. <\/p><p>(Siehe dazu z.B. &bdquo;Sachverst&auml;ndigenrat bleibt auf dem wirtschaftspolitischen &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=401\">Holzweg<\/a>&ldquo;,   &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2749\">Die Glaubenskongregation Sachverst&auml;ndigenrat hat mal wieder getagt<\/a>&ldquo;, &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=3588\">Die alte Leier mit ein paar leisen Zwischent&ouml;nen<\/a>&ldquo;,  &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=9502\">2070: Rente erst ab Ableben<\/a>&ldquo;, &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11252\">Mit Tunnelblick in die Rezession<\/a>&ldquo; u.v.a.m.)<\/p><p>Wenn selbst die Kanzlerin nur noch Spott findet und der Wirtschaftsminister die Generalsekret&auml;rin seiner Partei sagen l&auml;sst, das Gutachten sei &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.haz.de\/Nachrichten\/Wirtschaft\/Deutschland-Welt\/SPD-stellt-die-Wirtschaftsweisen-infrage\">ohne Sachverstand, geleitet von neoliberalen Ideen der Mehrheit<\/a>&ldquo;, dann m&uuml;sste es doch eine gro&szlig;e Koalition schaffen, diese &bdquo;Wirtschaftsweisen&ldquo; in die W&uuml;ste zu schicken, dort k&ouml;nnten sie dann ungest&ouml;rt und ohne zu st&ouml;ren weiter meditieren. <\/p><p>p.s.: Auch die Kritik Bofingers an der Mehrheit seiner Kollegen auf dem Gebiet der Energiepolitik, der Effizienz der M&auml;rkte, der Wirkung der Einkommensverteilung auf das Wachstum, der Ursachen f&uuml;r die Investitionsl&uuml;cke oder der Austerit&auml;tspolitik in Europa ist lesenswert.<br>\nZur Austerit&auml;tspolitik schreibt Bofinger:  <\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Von der Realit&auml;t eingeholt&ldquo; wurden somit vor allem jene &Ouml;konomen und Politiker, die geglaubt hatten, der Euro-Raum k&ouml;nne durch eine asymmetrische Anpassung, insbesondere einer restriktiven Fiskalpolitik im Verbund mit Strukturreformen den Weg aus der Krise finden. Die Tatsache, dass L&auml;nder wie Spanien und Portugal wieder ein bescheidenes Wachstum erzielen, ist dabei wesentlich darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass man ihnen &ndash; anders als im Fall Griechenlands &ndash; sehr viel Zeit f&uuml;r die Konsolidierung einger&auml;umt hat. So weist Spanien, das in diesem Jahresgutachten als Modell herausgestrichen wird, mit einem Budgetdefizit von 5,7% im Jahr 2014 nach Japan die zweith&ouml;chste Neuverschuldung aller hoch entwickelten Volkswirtschaften aus. (Rdnr. 83 S.47)<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&ldquo;Es ist nicht ganz trivial zu verstehen, wie ein Beschluss, der noch nicht in Kraft ist, jetzt schon die konjunkturelle D&auml;mpfung hervorrufen kann&rdquo; sagte gestern <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article134280511\/Bundeskanzlerin-brueskiert-ihre-eigenen-Berater.html\">Angela Merkel<\/a>. Selbst die Kanzlerin kann auf das Jahresgutachten 2014\/14 des Sachverst&auml;ndigenrats nur noch mit Spott reagieren. Da werden &uuml;ber 400 Seiten vollgeschrieben und am Ende kommen die &bdquo;Wirtschaftsweisen&ldquo;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23931\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[141,107,39,11,30],"tags":[317,288,301,402,746,455],"class_list":["post-23931","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-audio-podcast","category-rente","category-strategien-der-meinungsmache","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-mindestlohn","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-rentenalter","tag-wachstum","tag-wirtschaftsforschungsinstitute","tag-wirtschaftsweise"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=23931"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23931\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23962,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/23931\/revisions\/23962"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=23931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=23931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=23931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}