{"id":2405,"date":"2007-06-13T16:00:38","date_gmt":"2007-06-13T14:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2405"},"modified":"2016-01-05T10:31:40","modified_gmt":"2016-01-05T09:31:40","slug":"von-der-freiheit-der-wissenschaft-zur-unternehmerischen-hochschule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2405","title":{"rendered":"Von der Freiheit der Wissenschaft zur \u201eunternehmerischen Hochschule\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Kein anderes Land mache &bdquo;Freiheit mit dieser Konsequenz zur Grundlage seiner Hochschulpolitik&ldquo;, r&uuml;hmt Innovationsminister Pinkwart das nordrhein-westf&auml;lische Hochschul-&bdquo;Freiheits&ldquo;-Gesetz. Stellt man die Kantsche Frage, f&uuml;r wen und wozu die &bdquo;neue&ldquo; Freiheit dienlich ist, so wird man feststellen, dass die weit &uuml;berwiegende Mehrheit der Forschenden und Studierenden in der &bdquo;unternehmerischen Hochschule&ldquo; &ndash; gemessen an ihren bisherigen Forschungs- und Lernfreiheiten &ndash; wesentlich &bdquo;unfreier&ldquo; sein werden. Die verfassungsrechtlich garantierte Freiheit von Forschung und Lehre gegen&uuml;ber dem Staat und die in Angelegenheiten der Wissenschaft gew&auml;hrte Autonomie werden in der &bdquo;unternehmerischen Hochschule&ldquo; der Freiheit des Wettbewerbs und damit den anonymen Zw&auml;ngen der Konkurrenz auf dem Wissenschafts- und Ausbildungsmarkt unterworfen: Konkurrenz um die Einwerbung von Studiengeb&uuml;hren als privates Investment in ein Studium. Ein Referat von Wolfgang Lieb auf einer Veranstaltung der GEW an der Universit&auml;t Regensburg am 13. Juni 2007.<br>\n<!--more--><br>\nSeit dem Sputnik-Schock Ende der f&uuml;nfziger Jahre, sp&auml;testens jedoch seit der 1964 von Georg Picht in seinem aufr&uuml;ttelnden Buch konstatierten &bdquo;Bildungskatastrophe&ldquo; entwickelte sich in Deutschland ein Konsens in der Politik, in fast allen gesellschaftlichen Gruppen und Parteien bis hin zur FDP, an den Hochschulen, bei den Gerichten, wonach Bildung und speziell ein Studium ein &ouml;ffentliches, gemeinn&uuml;tziges Gut sein sollte, dessen F&ouml;rderung eine &ouml;ffentliche Aufgabe sei. Dieser Konsens hat seit Anfang der siebziger Jahre zur v&ouml;lligen Abschaffung s&auml;mtlicher damals noch &uuml;blichen Studiengelder gef&uuml;hrt. Es fand eine breit angelegte Bildungswerbung statt, die Ausbildungsf&ouml;rderung wurde reformiert. Deutschland erlebte eine Phase der Bildungsexpansion.<\/p><p>Noch 30 Jahre sp&auml;ter, im Jahre 2000 verst&auml;ndigten sich die Wissenschaftsminister der L&auml;nder im th&uuml;ringischen Meiningen einstimmig darauf, dass ein Erststudium geb&uuml;hrenfrei sein soll. Und sogar noch 2002 gab es eine Mehrheit im Deutschen Bundestag und im Bundesrat f&uuml;r eine gesetzliche Regelung der Studiengeb&uuml;hrenfreiheit im Hochschulrahmengesetz.<\/p><p>Seit Mitte der neunziger Jahre hat allerdings eine gegenl&auml;ufige Bewegung an St&auml;rke gewonnen. Angesto&szlig;en etwa vom Centrum f&uuml;r Hochschulentwicklung (CHE) der Bertelsmann-Stiftung oder dem Stifterverband f&uuml;r die Deutsche Wissenschaft &ndash; dem wissenschaftspolitischen Arm der Wirtschaft &ndash;  und danach unterst&uuml;tzt von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) bis hin zum Jahresgutachten des &bdquo;Sachverst&auml;ndigenrats&ldquo; 2004\/2005. Eine &ouml;konomische Betrachtungsweise eines Studiums gewinnt an Einfluss. <\/p><p>Zunehmend wird eine wissenschaftliche Ausbildung als eine private &bdquo;Investition&ldquo; betrachtet, die Nutzen, Produktivit&auml;t und vor allem das Einkommen des Akademikers erh&ouml;ht und bei der es auf eine m&ouml;glichst hohe &bdquo;private Bildungsrendite&ldquo; ankommt.  So wird etwa in nahezu allen Begr&uuml;ndungen f&uuml;r die Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren der Blick auf den &bdquo;&ouml;konomischen Gehalt&ldquo; eines Hochschulstudium verengt.<br>\nBei einer solchen &bdquo;&ouml;konomistischen&ldquo; Betrachtung eines Studiums gelangt man dann zu der Schlussfolgerung, dass f&uuml;r eine privatn&uuml;tzige Ausbildung von den Studierenden eben auch ein &bdquo;Preis&ldquo; zu verlangen ist.<\/p><p>Eine m&ouml;glichst hohe wissenschaftliche Qualifizierung eines m&ouml;glichst gro&szlig;en Teils der Arbeitsbev&ouml;lkerung wurde nicht mehr &uuml;berwiegend als Fundament f&uuml;r die technologische Innovation und Leistungsf&auml;higkeit der Volkswirtschaft und als Element des wissenschaftlichen Fortschritts und der demokratischen Teilhabe und der kulturellen Entwicklung der Gesellschaft verstanden, sondern als eine private Investition in das pers&ouml;nliche &bdquo;Humankapital&ldquo;, die zuk&uuml;nftig durch eine h&ouml;heres berufliches Einkommen eine private &bdquo;Bildungsrendite&ldquo; abwirft.<\/p><p>Dieser &bdquo;Paradigmenwechsel&ldquo; &ndash; wie der baden-w&uuml;rttembergische Wissenschaftsminister Peter Frankenberg das zu Recht nennt &ndash; weg von einem Hochschulstudium als einem gemeinn&uuml;tzigen &bdquo;Kollektivgut&ldquo; hin zu einem Studium als marktf&auml;higes Gut hat inzwischen in der Mehrheit der K&ouml;pfe jedenfalls der gesellschaftlichen Machteliten stattgefunden. <\/p><p>Der Paradigmenwechsel findet in der Politik darin seinen Ausdruck , dass die Mehrheit der L&auml;nderregierungen &ndash; anders als noch beim Meininger Kompromiss der Kultusministerkonferenz im Fr&uuml;hjahr 2000 &ndash; nunmehr entschlossen ist, Studiengeb&uuml;hren einzuf&uuml;hren oder schon eingef&uuml;hrt hat und die restlichen L&auml;nder d&uuml;rften sich bald anschlie&szlig;en, angeblich um wettbewerbsf&auml;hig zu bleiben &ndash; so etwa die hessische Begr&uuml;ndung &ndash; und um nicht von &bdquo;Studiengeb&uuml;hrenfl&uuml;chtlingen&ldquo; aus L&auml;ndern mit Studiengeb&uuml;hren &uuml;berrollt zu werden.<\/p><p>Die seit &uuml;ber zehn Jahren andauernde Kampagne f&uuml;r die Studiengeb&uuml;hren ist kein isoliertes Ph&auml;nomen, darin spiegelt sich ein seit einem viertel Jahrhundert vorangetriebener Wandel des gesellschaftlichen und &ouml;konomischen Leitbildes in Deutschland wieder.<br>\nSchon Ende der siebziger Jahre &ndash; politisch markiert durch den Bruch der sozial-liberalen Koalition im Jahr 1982 &ndash; setzte sich mehr und mehr ein von der neoklassischen, angebotsorientierten &ouml;konomischen Lehre gepr&auml;gtes, zun&auml;chst nur auf die Wirtschaft bezogenes, zunehmend aber auch die Politik und die &Ouml;ffentliche Meinung beeinflussendes &bdquo;libert&auml;res&ldquo; (Thomas Meyer) Leitbild durch.<\/p><p>Angesto&szlig;en von den Wirtschaftsverb&auml;nden und dem Stifterverband f&uuml;r die Deutsche Wissenschaft &ndash; und beraten vor allem vom Bertelsmann Centrum f&uuml;r Hochschulentwicklung (CHE) setzte sich eine &ouml;konomische, genauer m&uuml;sste man sagen, eine betriebswirtschaftliche Betrachtungsweise nicht nur des Studiums sondern auch des gesamten Hochschulwesens durch. Heribert Prantl von der S&uuml;ddeutschen Zeitung nannte diesen Prozess eine &bdquo;Verbetriebswirtschaftlichung&ldquo; des bildungspolitischen Denkens.<\/p><p>Seit Jahren wird die Propagandatrommel mit den immer gleichen Parolen ger&uuml;hrt:<\/p><ul>\n<li>Angesichts der &uuml;berforderten &ouml;ffentlichen Kassen bed&uuml;rfe es eines h&ouml;heren privaten Anteils an der Finanzierung der Hochschulen.<\/li>\n<li>Durch Studiengeb&uuml;hren entstehe ein &bdquo;nachfrage- und preisorientierter Steuerungseffekt&ldquo; auf die Hochschulen. Der zahlende &bdquo;Kunde&ldquo; Student werde durch seine pekuni&auml;re Nachfragemacht &bdquo;K&ouml;nig&ldquo;.<\/li>\n<li>Studiengeb&uuml;hren schafften mehr Wettbewerb unter den Hochschulen um die Geb&uuml;hreneinnahmen und verbesserten dadurch die Qualit&auml;t des Studienangebots.<\/li>\n<li>Die h&ouml;here Kostenbeteiligung der Studierenden f&uuml;hre zu &bdquo;effizienterem Studierverhalten und damit zu k&uuml;rzeren Studienzeiten&ldquo;.<\/li>\n<\/ul><p>Alle diese Argumente sind nicht nur bildungspolitisch, sondern dazu auch noch &ndash; wie ich an einigen wenigen Beispielen zeigen werde &ndash;  in ihrer vorgeschobenen &ouml;konomischen Begr&uuml;ndung falsch, aber, was noch schlimmer ist, sie  f&uuml;hren Hochschulen und Studierende in eine f&uuml;r die Gesellschaft und die Betroffenen sch&auml;dliche Richtung.<br>\nLassen wir uns einmal f&uuml;r einen kurzen Augenblick auf das eindimensionale Weltbild dieser Betriebswirte ein, die das bildungspolitische Denken usurpiert haben.<br>\nDer &ouml;konomische Kurzschluss f&auml;ngt schon damit an, dass die elementare &ouml;konomische Grundregel, wonach ein h&ouml;herer Preis die Nachfrage senkt, regelm&auml;&szlig;ig ausgeklammert wird.<br>\nDass diese Regel aber greift, beweist der j&uuml;ngste R&uuml;ckgang der Erstsemesterzahlen in Nordrhein-Westfalen um 5,3 % und in Niedersachsen um rund zwei Prozent nach der Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren. Zum Start des Sommersemesters &ndash; dem zweiten Semester mit Studiengeb&uuml;hren &ndash; ist die Zahl der Studierenden an der gr&ouml;&szlig;ten nordrhein-westf&auml;lischen Universit&auml;t zu K&ouml;ln erneut um 5.000 Studierende gesunken. An der benachbarten Uni Bonn ging die Zahl der Studierenden seit Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren um 7.000 zur&uuml;ck. Das entspricht einem R&uuml;ckgang von ca. 25 Prozent.<br>\nSelbst die geb&uuml;hrenfreundliche &bdquo;Zeit&ldquo; titelt am 9. November 2006: &bdquo;Die abschreckende Wirkung der Studiengeb&uuml;hren ist kein Hirngespinst.&ldquo;<br>\nDie Studentenwerke in Niedersachsen verzeichnen nach Einf&uuml;hrung der Studiengeb&uuml;hr einen Einbruch bei den Baf&ouml;g-Antr&auml;gen um mehr als 8%.<br>\nEin h&ouml;herer Preis d&auml;mpft also nicht nur die Nachfrage ganz allgemein, er trifft vor allem diejenigen Studierenden aus solchen Bev&ouml;lkerungsgruppen, die nicht zu den Besserverdienenden geh&ouml;ren. Der empirische Beweis daf&uuml;r ist l&auml;ngst geliefert:<br>\nDie Erh&ouml;hung des Anteils der Studierenden pro Altersjahrgang von 28 auf 35 Prozent seit der Verbesserung des Baf&ouml;G im Jahre 1999 ist ein deutlicher Hinweis, dass die Kosten eines Studiums eine echte Bildungsbarriere sind.<br>\nNach der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks gelingt von 100 Kindern hoher sozialer Herkunft 84 der &Uuml;bergang in die gymnasiale Oberstufe und 74 nehmen ein Studium auf. Von 100 Kindern unterer sozialer Herkunft gelingt nur 33 der &Uuml;bergang in eine weiterf&uuml;hrende Schule und nur noch 8 &uuml;berwinden die Schwelle zu einem Studium.<br>\nNach meiner Meinung ist die derzeitige Verteilung von Bildungschancen, bei der fast 90 von Hundert aller Studierenden aus Elternh&auml;usern mit mittlerem und h&ouml;herem Einkommen kommen, schon heute weder volkswirtschaftlich vertretbar noch sozial vertr&auml;glich, sondern ein &bdquo;sozial unertr&auml;glicher&ldquo; bildungspolitischer Skandal. <\/p><p>Eine bildungspolitische Ma&szlig;nahme, die nicht dazu beitr&auml;gt, diesen skandal&ouml;sen Zustand zu &uuml;berwinden, sondern ihn &ndash; wie die Studiengeb&uuml;hr &ndash; eher verschlimmert, kann deshalb beim besten Willen nicht mit dem Begriff der &bdquo;sozialen Vertr&auml;glichkeit&ldquo; verkn&uuml;pft werden &ndash; wie das mit beliebigen Begr&uuml;ndungen regelm&auml;&szlig;ig geschieht.<\/p><p>In der g&auml;ngigen Argumentation f&uuml;r die Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren wird komplett vor die Denkklammer gezogen oder systematisch verschwiegen, warum die &ouml;ffentlichen Kassen eigentlich so knapp und warum die Hochschulen unterfinanziert sind.<br>\nDass das etwas mit dem grassierenden &bdquo;Steuersenkungswahn&ldquo; (Rudolf Hickel) vor allem bei den Unternehmens- und kapitalbezogenen Steuern zu tun haben k&ouml;nnte, unterliegt geradezu einem Denkverbot. Dass die ungef&auml;hr 60 Milliarden, mit denen allein die Regierung Schr&ouml;der die Unternehmen steuerlich entlastete, kaum als Investivkapital in Deutschland angelegt wurden und schon gar keine Arbeitspl&auml;tze schufen, wird nicht zur Kenntnis genommen, und dass &ndash; jetzt einmal volkswirtschaftlich betrachtet &ndash; Investitionen in &bdquo;Humankapital&ldquo; &ndash; wie selbst die wirtschaftsfreundliche OECD meint &ndash; viel produktiver und zukunftstr&auml;chtiger w&auml;ren, ist allenfalls ein Versatzst&uuml;ck f&uuml;r Sonntagsreden unserer Politiker.<br>\nMan vergleiche nur einmal ein paar ganz aktuelle Zahlen: Da wurde Ende Mai eine weitere Unternehmenssteuerreform mit einem Bruttoentlastungsvolumen von 30 Milliarden und einer Nettoentlastung von mindestens 5 Milliarden beschlossen &ndash; vermutlich liegt das Steuergeschenk an die Unternehmen sogar erheblich h&ouml;her.<br>\nAber noch drei Monate zuvor erkl&auml;rte Forschungsministerin Schavan, dass f&uuml;r eine Erh&ouml;hung der seit 2001 unver&auml;nderten Baf&ouml;G-S&auml;tze kein Geld da sei.<br>\nWie es um die in aller Munde gef&uuml;hrten politischen &bdquo;Priorit&auml;t f&uuml;r die Bildung&ldquo; in der Wirklichkeit aussieht, zeigt ein Zahlenvergleich des j&uuml;ngsten Steuergeschenks f&uuml;r Kapital- und Personalgesellschaften mit dem viel bejubelten sog. Hochschulpakt 2020:<br>\nNach Berechnungen des statistischen Bundesamtes summieren sich die &ouml;ffentlichen Ausgaben f&uuml;r die Hochschulbildung auf insgesamt  rund 11 Milliarden und inklusive Transferleistungen &ndash; also etwa dem Baf&ouml;G und Kindergeld &ndash; auf rund vierzehneinhalb Milliarden Euro im Jahr.<br>\n&Uuml;ber diese Summe hinaus bietet nun der Bund im Hochschulpakt gerade mal  565 Millionen &uuml;ber 4 Jahre  bis  zum Jahre 2010 an. Die L&auml;nder sollen diesen Betrag verdoppeln. Gerade mal etwas &uuml;ber 300 Millionen wollen also Bund und L&auml;nder j&auml;hrlich zus&auml;tzlich beitragen, um den zu erwarteten Anstieg der Studierendenzahlen um 40 Prozent von 1,9 Millionen auf 2,7 Millionen zu bew&auml;ltigen.<br>\nZur F&ouml;rderung des Investivkapitals verzichtet man also j&auml;hrlich auf weit &uuml;ber 5 Milliarden, zur F&ouml;rderung des &bdquo;Humankapitals&ldquo; hat man gerade mal rund 300 Millionen pro Jahr zus&auml;tzlich zur Verf&uuml;gung.<\/p><p>Aber lassen wir uns noch ein wenig weiter auf die  pseudo&ouml;konomischen Begr&uuml;ndungen f&uuml;r Studiengeb&uuml;hren ein:<\/p><ul>\n<li>Dass es unter den Bedingungen eines knappen Angebots und eines Nachfrage&uuml;berhangs nach Studienpl&auml;tzen (der sich im immer sch&auml;rfer werdenden &bdquo;numerus clausus&ldquo; ausdr&uuml;ckt) nach der &ouml;konomischen Lehre erst einmal zu einem h&ouml;heren Preis  kommen w&uuml;rde und noch lange nicht zu einem Qualit&auml;tswettbewerb, lernt man als Betriebswirt schon im ersten Semester.<br>\nStatt eines nachfrageorientierten Steuerungseffektes in Richtung auf eine bessere Lehre, d&uuml;rfte es eher zu einer Fehlsteuerung des Hochschulsystems und der Hochschulausbildung kommen:<\/li>\n<li>Studiengeb&uuml;hren verzerren n&auml;mlich den Wettbewerb zwischen den Hochschulen noch st&auml;rker zugunsten gro&szlig;er Hochschulen in Ballungsr&auml;umen und zugunsten von solchen Hochschulen, die auf Grund der Attraktivit&auml;t der Hochschulst&auml;dte einen Standortvorteil haben. Wie sollten kleinere Hochschulen mit viel weniger Studierenden und damit erheblich geringeren Studiengeb&uuml;hreneinnahmen wie etwa Siegen oder Greifswald, um nicht von Regensburg zu sprechen, mit den gro&szlig;en Unis in K&ouml;ln, Berlin oder M&uuml;nchen mithalten k&ouml;nnen.\n<p>Es kommt unter den Hochschulen wie in der Fu&szlig;ballbundesliga zu einer Art Bayern-M&uuml;nchen-Effekt. Der Unterschied zwischen Fu&szlig;ball und Studium besteht allerdings darin, dass im Fu&szlig;ball bei einem Abstieg von Mannschaften nur die Fans etwa von Aachen oder Mainz  leiden, bei den Hochschulen aber die Masse der Studierenden, die nicht an einer sog. Spitzenhochschule studieren k&ouml;nnen, benachteiligt werden.<br>\nStudiengeb&uuml;hren werden auf Dauer zu einer Hierarchisierung der Hochschullandschaft mit unterschiedlicher Qualit&auml;t der Hochschulen f&uuml;hren.<br>\nDeutschlands Hochschulwesen hat aber seine besondere St&auml;rke in der Breite der wissenschaftlichen Ausbildung bei hoher und vergleichbarer Qualit&auml;t der Hochschulen. Dieser auch international anerkannte Vorteil unseres Hochschulwesens wird also unwiederbringlich verspielt.<\/p><\/li>\n<li>Und wird der &bdquo;Kunde&ldquo; Student wirklich &bdquo;K&ouml;nig&ldquo;?<br>\nWie wenig die Anh&auml;nger eines &bdquo;nachfrageorientierten Steuerungseffekts&ldquo; ihrer eigenen Propaganda wirklich trauen, zeigt sich am deutlichsten darin, dass die allermeisten Studiengeb&uuml;hrenbef&uuml;rworter die Forderung nach einer Studiengeb&uuml;hr mit einem Auswahlrecht der Hochschule verkn&uuml;pfen. Das &ouml;konomische Grundprinzip einer Kundensteuerung, n&auml;mlich der freie Marktzugang des Kunden, wird also gleich wieder au&szlig;er Kraft gesetzt.<br>\nNicht der &bdquo;Nachfrager&ldquo; Student, sondern der &bdquo;Anbieter&ldquo; Hochschule sucht sich seine ihm passenden Kunden aus.<br>\nWer steuert da eigentlich wen, der &bdquo;Kunde&ldquo; Student den Anbieter oder der Anbieter Hochschule den &bdquo;Kunden&ldquo; Student?<\/li>\n<li>Studiengeb&uuml;hren d&uuml;rften dar&uuml;ber hinaus auch noch zu einer Fehlsteuerung der Ausbildungsangebote und damit der wissenschaftlichen Ressourcen insgesamt f&uuml;hren, hin zu solchen Studien und Wissenschaftsdisziplinen, die viel nachgefragt werden, weil sie sich &bdquo;auszahlen&ldquo;, also einen hohen und schnellen &bdquo;return of investment&ldquo; erwarten lassen.<br>\nDie Hochschulen werden &ndash; der betriebswirtschaftlichen Vernunft folgend &ndash; m&ouml;glichst viele &bdquo;billige&ldquo; Studieng&auml;nge anbieten. Diese Tendenz zeigt sich in der Wirklichkeit der privaten Hochschulen in Deutschland: die meisten bieten allenfalls F&auml;cher wie Betriebswirtschaftlehre, Marketing oder bestenfalls noch Jura an, keine einzige aber die erheblich teureren Ingenieur- oder Naturwissenschaften.<br>\nEin Medizinstudiengang an einer staatlichen Hochschule kostet 28.000 Euro pro Jahr, ein BWL-Studiengang 1.990 Euro. Auch jemand der nicht betriebswirtschaftlich geschult ist, kann sich leicht ausrechnen, mit welchem Studienangebot bei gleicher Geb&uuml;hr pro Student eine Hochschule mehr Gewinn erzielen kann.<\/li>\n<li>Studiengeb&uuml;hren beeinflussen nicht zuletzt die Studienmotivation: Wird ein Studium zu einer privaten Investition in das pers&ouml;nliche &bdquo;Humankapital&ldquo;, dann wird das Investitionskalk&uuml;l bei der  Wahl des Studienfaches zu einem bestimmenden Motiv. D.h. eine m&ouml;glichst geringe Verschuldung bei geringem beruflichem Risiko und hoher Einkommenserwartung wird f&uuml;r die Wahl des Studienfaches immer wichtiger gegen&uuml;ber einer Entscheidung f&uuml;r ein Studium nach Leistung und fachlichem Interesse oder auch pers&ouml;nlicher Neigung und vor allem auch nach gesellschaftlichem Bedarf.<\/li>\n<li>Und schlie&szlig;lich noch zur Behauptung Studiengeb&uuml;hren wirkten studienzeitverk&uuml;rzend: Wer das behauptet, der sollte sich einmal vor Augen halten, dass schon derzeit zwei Drittel aller Studierenden neben dem Studium einer Erwerbsarbeit nachgehen m&uuml;ssen.<\/li>\n<\/ul><p>Einer der T&auml;uschungstricks der Studiengeb&uuml;hrenbef&uuml;rworter besteht darin, dass sie suggerieren, ein Studium ohne Geb&uuml;hr sei kostenlos.<br>\nDazu einmal die Zahlen: Die &ouml;ffentlichen Durchschnittskosten pro Studienplatz liegen nach Angaben des statistischen Bundesamtes bei etwas &uuml;ber 7.000 Euro pro Jahr. Die privaten Kosten f&uuml;r ein Studienjahr liegen jedoch deutlich dar&uuml;ber, n&auml;mlich bei etwa neuneinhalb tausend Euro. Das entgangene Einkommen, also die sog. Opportunit&auml;tskosten noch nicht einmal eingerechnet.<br>\nWir haben also l&auml;ngst eine ausgeglichene Lastenverteilung zwischen &ouml;ffentlichen und privaten Kosten. Durch die Studiengeb&uuml;hr wird diese Verteilung nur noch mehr zu Lasten der privaten Haushalte verschoben.<br>\nStudiengeb&uuml;hren sind zumal f&uuml;r das schmale Budget eines Studierenden ein erheblicher zus&auml;tzlicher Kostenfaktor. Sie zwingen noch mehr Studierende zu noch l&auml;ngerer Erwerbsarbeit neben dem Studium und wirken dadurch eher studienzeitverl&auml;ngernd.<br>\nIn &Ouml;sterreich jobben nach Angaben des Wiener Professors Kolland seit Einf&uuml;hrung der Geb&uuml;hr die Studierenden um 10% mehr.<br>\nEs w&uuml;rde mir ein gro&szlig;es Vergn&uuml;gen bereiten, die Betriebswirte mit ihren eigenen betriebswirtschaftlichen Propagandafloskeln im Detail zu widerlegen. Das muss ich mir heute ersparen. Sie k&ouml;nnen das aber in allen Details in meiner Netzzeitung, die NachDenkSeiten nachlesen.<br>\nObwohl die vorherrschende &ouml;konomische Argumentation f&uuml;r die Studiengeb&uuml;hr, selbst wenn man sie nur an ihrem eigenen Rationalit&auml;tsanspruch &uuml;berpr&uuml;ft, sich von vorne bis hinten als Scheinargumentation, sprich als Ideologie entpuppt, haben sich das CHE und seine Verb&uuml;ndeten in der Wissenschaftspolitik politisch durchgesetzt: In neun L&auml;ndern ist die Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren Gesetz oder wird Gesetz.<br>\nSicher, Bertelsmann und sein CHE standen bei dieser Kampagne f&uuml;r den Wechsel des Leitbilds nicht allein, da waren die Arbeitgeberverb&auml;nde, da war die &bdquo;Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft&ldquo;, da war der &bdquo;B&uuml;rgerKonvent&ldquo; , der BDI und der BDA, der Konvent f&uuml;r Deutschland, die &bdquo;Stiftung Markwirtschaft&ldquo;, der &bdquo;Kronberger Kreis&ldquo;, die Initiative &bdquo;Deutschland packt`s an&ldquo;, die &bdquo;Aktionsgemeinschaft Deutschland&ldquo; und  wie die zahllos gewordenen, vom gro&szlig;en Geld finanzierten PR- und Lobbyorganisationen f&uuml;r einen marktradikalen gesellschaftlichen Systemwechsel auch alle hei&szlig;en m&ouml;gen.<br>\nAber keine dieser Institutionen war politisch so wirkm&auml;chtig wie die Bertelsmann Stiftung.<br>\nIch will an dieser Stelle kein Ko-Referat zu Thomas Barth halten, der in dieser Vortragsreihe vor kurzem &uuml;ber das System Bertelsmann referiert hat.<br>\nDeshalb hier nur so viel:<br>\nDie Bertelsmann Stiftung ist &ndash; entgegen dem Anschein, den sie zu erwecken versucht &ndash; keine gesellschaftspolitisch neutrale Einrichtung zu uneigenn&uuml;tzigen Zwecken.<br>\nMan kann dem Firmenpatriarchen Reinhard Mohn nicht einmal vorwerfen, dass er mit seiner &bdquo;Mission&ldquo; hinter dem Berg h&auml;lt. Jeder kann sie auf der Website der Bertelsmann Stiftung oder in Mohns Buch &bdquo;Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmers&ldquo; nachlesen. Mohn legte in zahlreichen anderen Schriften seine Weltanschauung dar. <\/p><p>Mohn und mit ihm die Bertelsmann Stiftung vertreten eine Art deutschen Sonderweg in die wirtschaftsliberal globalisierte Welt, der auf eine korporatistische Unternehmenskultur setzt, den Sozialstaat als &uuml;berdehnt oder gar &uuml;berholt betrachtet und eine &uuml;ber den Wettbewerb hergestellte Effizienz als Steuerungsinstrument an die Stelle von Mitbestimmung und demokratischer Gestaltung setzen will. Und immer geht es deshalb auch um ein Zur&uuml;ckdr&auml;ngen des Staates, eine Verringerung der Staatsquote und &ndash; als Mittel dazu &ndash; um die Senkung der Steuerlast.<br>\n&bdquo;Es ist ein Segen, dass uns das Geld ausgeht. Anders kriegen wir das notwendige Umdenken nicht in Gang&ldquo;, meinte Mohn schon 1996 in einem Stern-Interview.<br>\nUnd im Hinblick auf diese Mission ist die Stiftung &ndash; wie der Tagesspiegel schrieb &ndash; eine &bdquo;Macht ohne Mandat&ldquo;. Etwas vorsichtiger, muss man zumindest von einer Machtbeeinflussung und einem Vorantreiben des gesellschaftlichen Umbaus ohne demokratische Kontrolle sprechen.<br>\nUnter dem Pathos der &bdquo;Gemeinwohlverpflichtung&ldquo; oder &bdquo;Wir helfen der Politik, dem Staat und der Gesellschaft, L&ouml;sungen f&uuml;r die Zukunft zu finden&ldquo; (so Reinhard Mohn) gibt es kaum ein politisches Feld von Bedeutung, wo die Bertelsmann  Stiftung mit ihren Handreichungen nicht ihre L&ouml;sungsangebote macht:<br>\nVon der so genannten &bdquo;Reformpolitik&ldquo; (also etwa der Agenda 2010 oder den Hartz-Gesetzen), &uuml;ber die Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme, etwa der Rentenversicherung, die Kommunal-, die Gesundheits-, die Finanz-, vor allem auch die Schul-, bis hin zur Au&szlig;en- und Verteidigungspolitik oder zum Bibliothekswesen und dem Wissensportal www.wissen.de oder bis zum Familiengipfel, vom Bundespr&auml;sidenten, &uuml;ber die Bundeskanzler Schr&ouml;der und Merkel und den Bundes- und vor allem Landesministerien, bis hin zur Kommunal- oder Finanzverwaltung, &uuml;berall bietet die Stiftung ihre jeweiligen &bdquo;L&ouml;sungen f&uuml;r die Zukunft&ldquo; an.<br>\nUnd was noch entscheidender ist, diese L&ouml;sungskonzepte werden auf allen Ebenen, von zahllosen &ouml;ffentlichen oder halb&ouml;ffentlichen Institutionen, von Regierungen und Parlamenten und von fast allen Parteien von der FDP, &uuml;ber die CDU oder die SPD bis zu den Gr&uuml;nen im Sinne des herrschenden Modernisierungsdenkens begierig aufgegriffen.<br>\nNicht zuletzt werden die Botschaften &uuml;ber die zum Bertelsmann-Konzern geh&ouml;renden meinungspr&auml;genden Medien verk&uuml;ndet.<br>\nRTL Television, Super RTL, VOX oder N -TV in Deutschland geh&ouml;ren zum Konzern. Das Bertelsmann Zeitschriften-Imperium beherrscht die Kioske: Der Verlag Gruner + Jahr geh&ouml;rt zu 74,9% der Bertelsmann AG. Gruner + Jahr ist wiederum mit einer Sperrminorit&auml;t von 25,25% am Spiegelverlag beteiligt. Stern, GEO, Capital, Brigitte, das manager-magazin, die Financial Times Deutschland sind nur einige wenige der Titel, die unter der Regie des Mutterkonzerns stehen.<br>\nDie unabh&auml;ngige &bdquo;Die Zeit&ldquo; ist Medienpartner des CHE bei den Hochschulrankings.<br>\nUnd nat&uuml;rlich greift der Spiegel mit seinem Uni-Spiegel die Argumente aus dem Haus seines Anteilseigners Bertelsmann besonders gerne auf. Der Stern kann sowieso nicht anders.<\/p><p>Besonders engagiert ist die Bertelsmann Stiftung auf dem Feld der Hochschulpolitik. Hochschulen werden von Reinhard Mohn &ndash; richtigerweise &ndash; als &bdquo;Schl&uuml;ssel zur Gesellschaftsreform&ldquo; angesehen wird.<br>\nMohn war einer der Gr&uuml;ndungsv&auml;ter und bis vor wenigen Jahren der Hauptsponsor der 1983 gegr&uuml;ndeten ersten deutschen Privaten Universit&auml;t Witten-Herdecke. Sie sollte &bdquo;Stachel im Fleisch&ldquo; der staatlichen Hochschulen sein. Doch trotz gro&szlig;er Namen aus der Wirtschaft litt die Privatuni permanent unter Geldnot, so dass sie 1993 pleite gegangen w&auml;re, h&auml;tte ihr nicht das Land Nordrhein-Westfalen unter die Arme gegriffen und pro Studierendem mehr Geld eingesetzt als pro Kopf an den staatlichen Hochschulen.<br>\nWitten-Herdecke steht derzeit einmal mehr vor der Insolvenz, die Privat-Uni verbucht ein Defizit von 12 Millionen Euro bei einem Gesamtjahresbudget von 36 Millionen und braucht dringend neue Finanzpartner. Derzeit kann man in den Zeitungen lesen, dass der Gesundheitskonzern SRH und die Software AG-Stiftung die Uni &uuml;bernehmen wollen.<\/p><p>Reinhard Mohn hat offenbar im Laufe der Zeit erkannt, dass der Weg zur Reform des Hochschulsystems &uuml;ber die Gr&uuml;ndung privater Hochschulen nicht erfolgversprechend ist, weil sich nicht genug private Geldgeber finden lassen. Viel effizienter erschien ihm daher mehr und mehr der Weg, die weitgehend staatlich finanzierten Hochschulen wie private Unternehmen in den Wettbewerb zu schicken und &uuml;ber die Konkurrenz um Studiengeb&uuml;hren und erg&auml;nzende private oder auch &ouml;ffentliche Drittmittel das Hochschulsystem steuern zu lassen.<\/p><p>Die richtige Erkenntnis einerseits, dass Hochschulen ein Schl&uuml;ssel zur Zukunft und die Aussichtlosigkeit andererseits, dass private Hochschulen angesichts der immer noch hohen Qualit&auml;t der &ouml;ffentlichen Hochschulen in Deutschland jemals zu einem Erfolgsmodell werden k&ouml;nnten, haben Reinhard Mohn wohl veranlasst 1994 das Centrum f&uuml;r Hochschulentwicklung (CHE) zu gr&uuml;nden.<br>\nKlugerweise nahm das CHE die damals ohne jeden Apparat und ohne gro&szlig;en institutionellen Einfluss auf die Hochschulpolitik agierende, aber umso standesbewusstere Hochschulrektorenkonferenz (HRK) mit ins Boot. So ver&ouml;ffentlichten das CHE und die HRK ihre hochschulrefomerischen L&ouml;sungskonzepte unter einem gemeinsamen Kopfbogen und so verschaffte sich Bertelsmann ein einigerma&szlig;en unverd&auml;chtiges Entree in die Hochschulen vor allem &uuml;ber die Hochschulleitungen.<\/p><p>Das Centrum f&uuml;r Hochschulentwicklung (CHE) firmiert als eine private und als gemeinn&uuml;tzig anerkannte GmbH, die von der Bertelsmann-Stiftung mit j&auml;hrlich etwa zwei Millionen Euro finanziert wird. Nach eigener Darstellung handelt es sich beim &bdquo;CHE&ldquo; um eine unabh&auml;ngige &raquo;Denkfabrik&laquo;. Wie anschlie&szlig;end noch zu belegen sein wird, hat sich sein Leiter, Detlef M&uuml;ller-B&ouml;ling, inzwischen zum &bdquo;informellen&ldquo; Bildungsminister der Republik aufgeschwungen.<\/p><p>M&uuml;ller-B&ouml;ling ist Professor f&uuml;r Betriebswirtschaftslehre &ndash; nicht etwa f&uuml;r Erziehungswissenschaft oder wenigstens Bildungs&ouml;konomie &ndash;, und das ist charakteristisch f&uuml;r die Perspektive des CHE: Es geht weniger um Bildung als vielmehr um die &Uuml;bertragung betriebswirtschaftlicher Strukturen und Steuerungsinstrumente auf die Hochschulen und um die Einf&uuml;hrung einer (die staatlichen Zusch&uuml;sse) erg&auml;nzenden privaten Bildungsfinanzierung.<br>\nDementsprechend hat sich das CHE von Anfang an als &bdquo;Sturmtrupp&ldquo; ( so Thomas Barth) f&uuml;r das Bezahlstudium verstanden.<\/p><p>Das CHE hat sich als der bislang antriebsst&auml;rkste &bdquo;Reformmotor&ldquo; der Bertelsmann Stiftung erwiesen. &bdquo;In ihrer Projektarbeit folgt die Bertelsmann Stiftung der &Uuml;berzeugung des Stifters Reinhard Mohn, dass die Prinzipien unternehmerischen Handelns zum Aufbau einer zukunftsf&auml;higen Gesellschaft beitragen k&ouml;nnen&ldquo;, kann man dort im Internetauftritt nachlesen.<br>\n&Uuml;berall wo sich Bertelsmann einmischt geht es um die Mission von weniger Staat, mehr Wettbewerb, um unternehmerische Leitungsstrukturen und um mehr betriebswirtschaftliche Effizienz als Qualit&auml;tskriterium.<\/p><p>Die Methoden, die Bertelsmann und das CHE f&uuml;r ihre &bdquo;&Uuml;berzeugungsarbeit&ldquo; einsetzen sind im Gro&szlig;en und Ganzen immer dieselben: Es sind Rankings und Benchmarks und Umfragen, die zun&auml;chst von den eigenen Medien verbreitet und dann von den anderen aufgegriffen werden.<br>\nSo veranstaltet die Stiftung seit Jahren z.B. ein sog. Standort-Ranking und regelm&auml;&szlig;ig landet Deutschland als Schlusslicht. Und regelm&auml;&szlig;ig ist die Schlussfolgerung, Deutschland braucht weniger Staat, eine Senkung der Staatsquote, einen Umbau des Sozialstaats, niedrigere L&ouml;hne und vor allem niedrigere Lohnnebenkosten, Deregulierung und vor allem weniger K&uuml;ndigungsschutz. Nur so k&ouml;nne Deutschland aus der Misere herauskommen.<br>\nBertelsmann produziert auch einen sog. &bdquo;Transformation Index&ldquo; (BTI) in dem die Staaten der Welt am Ziel der (Zitat) &bdquo;marktwirtschaftlichen Demokratie&ldquo; gemessen werden.<\/p><p>Der Direktor der UN Konferenz f&uuml;r Handel und Entwicklung (UNCTAD) Heiner Flassbeck meint dazu: Solche Benchmarks sind in der &Ouml;konomie extrem simple Verfahren: Man hat ein regional begrenztes Problem vor Augen, etwa die Arbeitslosigkeit in Deutschland, und sucht nun in anderen Regionen, wo dieses Problem in geringerem Ma&szlig;e auftritt, nach m&ouml;glichst vielen Indikatoren, die anzeigen k&ouml;nnten, warum es dort besser geht. Das muss nicht falsch sein, wenn der Vergleich der einzelnen Benchmarks im Lichte einer Theorie, auf kausale und funktionale Zusammenh&auml;nge &uuml;berpr&uuml;ft w&uuml;rde.<br>\nDoch um Letzteres geht es beim Benchmarking gerade nicht. Es geht um die weitgehend theorielose Aneinanderreihung m&ouml;glichst vieler miteinander verbundener oder auch unverbundener Befunde. Zitat Flassbeck: &bdquo;Was als &bdquo;Schwachstellenanalyse&ldquo; ausgegeben wird, ist ein wildes Sammelsurium von Daten, Vorurteilen und Voreingenommenheiten, die sich in massiven Widerspr&uuml;chen niederschlagen.&ldquo;<br>\nEiner dieser &ndash; von den Autoren meist unterschlagenen &ndash; Widerspr&uuml;che ist, zum Beispiel, dass die &ouml;konomisch relativ erfolgreichen skandinavischen Staaten mit ihren h&ouml;chsten Staatsquoten eigentlich die &bdquo;marktwirtschaftliche Demokratie&ldquo; &agrave; la Bertelsmann l&auml;ngst erdrosselt haben m&uuml;ssten.<\/p><p>Selbst das Ifo-Institut des ziemlich marktradikalen Professor Hans-Werner Sinn hat in einer Studie nachgewiesen, dass solche &bdquo;Studien&ldquo; kaum etwas dar&uuml;ber aussagen, wie gut oder schlecht es tats&auml;chlich um die Wachstumsaussichten in den bewerteten Staaten steht.<\/p><p>&Uuml;berall dort, wo kein Markt besteht und damit das Steuerungsinstrument des Wettbewerbs nicht funktioniert, also vor allem im &ouml;ffentlichen Sektor, etwa in den Verwaltungen, in der Schule oder bei Hochschulen, musste die Bertelsmann Stiftung wettbewerbliche Steuerungsinstrumente erst noch einf&uuml;hren. Auch da dienen als Fiktion f&uuml;r den Marktwettbewerb Rankings und Benchmarks.<\/p><p>Das CHE hat so in Deutschland die Hochschulrankings hoff&auml;hig gemacht. <\/p><p>Inzwischen veranstaltet Bertelsmann mit &uuml;ber 280 Hochschulen in Deutschland, &Ouml;stereich und der Schweiz das gr&ouml;&szlig;te Hochschulranking im deutschsprachigen Raum und seit geraumer Zeit wird jedes Jahr ein Drittel der gesamten F&auml;cherpalette neu gerankt.<br>\nZus&auml;tzlich zum Hochschulranking gibt es noch ein CHE-ForschungsRanking, ein CHE-L&auml;nderRanking und sogar noch ein CHE-AlumniRanking. Wie schon erw&auml;hnt, dienen als vermeintlich neutrale Medienpartner die b&uuml;rgerlich-liberale Hamburger &bdquo;Zeit&ldquo; und vorher der als links-liberal geltende &bdquo;Stern&ldquo;.<\/p><p>Da Wettbewerb und Konkurrenz nach der Grundphilosophie der Stiftung das beste und effizienteste Steuerungsinstrument ist, muss mit Ranglisten auch dort ein Wettbewerb fingiert und inszeniert werden wo &ndash; wie etwa bei den Hochschulen &ndash; gar kein Markt existiert. Dar&uuml;ber hinaus &ndash; und das ist das eigentliche Steuerungsinstrument &ndash; wird durch die Vergleiche nicht etwa nur eine Selbsteinsch&auml;tzung der einzelnen Hochschule erm&ouml;glicht sondern zugleich ein Konformit&auml;ts- und Anpassungsdruck auf alle Hochschulen ausge&uuml;bt<\/p><p>Aus den Rankings sollen sich Qualit&auml;tsvergleiche ergeben und wer am besten abschneidet soll nach den Vorstellungen der Veranstalter solcher Rankings die Qualit&auml;tsma&szlig;st&auml;be vorgeben. Das Ziel ist, dass sich die schlechter Platzierten im Wettbewerb an den besser Platzierten messen und dadurch eine angebliche Qualit&auml;tskonkurrenz zur &bdquo;Entfesselung&ldquo; der Hochschulen angesto&szlig;en wird.<\/p><p>Man kann nun lange &uuml;ber die Sinnhaftigkeit von Benchmarks oder Rankings streiten. &Uuml;ber eine Tatsache f&uuml;hrt nichts hinweg: Wie bei allen Vergleichsmessungen, geht es bei Rankings darum, dass Qualit&auml;t quantifiziert werden muss. Oder anders: Man muss Qualit&auml;t in Quantit&auml;ten ausdr&uuml;cken, denn nur so l&auml;sst sich vergleichen und messen.<br>\nBei den Rankings im Jahre 2006 wurden etwa gemessen:<\/p><ul>\n<li>Die Drittmittel pro Wissenschaftler<\/li>\n<li>Die Drittmittel pro Professor<\/li>\n<li>Die Publikationen pro Professor<\/li>\n<li>Die Publikationen pro Wissenschaftler<\/li>\n<li>Die Zitationen pro Publikation <\/li>\n<li>Die Promotionen pro Professor<\/li>\n<li>Die (durch methodisch fragw&uuml;rdige Umfragen) erhobene Lehr- und die Forschungsreputation<\/li>\n<\/ul><p>Zudem hat man dann noch Studierende oder Personalchefs nach ihrem Urteil &uuml;ber den Arbeitsmarkt- Praxisbezug der Lehre gefragt, dar&uuml;ber hinaus wurden die Studienorganisation, nach der Betreuung, nach dem Kontakt zu Lehrenden abgefragt. Vergleichsma&szlig;st&auml;be waren ferner die Zahl der Lehrevaluationen, das Angebot an E-Learning, an AV-Medien oder bei  der IT-Infrastruktur und &auml;hnliche Ausstattungskategorien.<br>\nWie sollte eigentlich ein Studierender den Arbeitsmarkt- oder Praxisbezug seines Studiums beurteilen k&ouml;nnen und warum wurde nicht ein einziges Mal nach der wissenschaftlichen Qualit&auml;t der Lehre gefragt?<br>\nFragen Sie doch einfach einmal an Ihrer Hochschule nach, wie diese Daten erhoben worden und wie sie zustande gekommen sind und vor allem ob ihre Hochschule eine Kontrolle dar&uuml;ber hatte, ob Vergleichbares verglichen worden ist.<\/p><p>Ich will nun nicht bestreiten, dass manche dieser erhobenen Daten eine gewisse Aussagekraft besitzen, wer allerdings den verobjektivierenden Eindruck erwecken will, mit solche Umfragen und Zahlenangaben sei etwas &uuml;ber die Qualit&auml;t von Forschung oder &uuml;ber die Qualit&auml;t des Studiums oder gar etwas &uuml;ber die hoffentlich damit verbundene Bildung ausgesagt, der t&auml;uscht sich und andere.<br>\nIst eine Lehrveranstaltung besser oder schlechter, weil dort E-Learning oder AV-Medien eingesetzt werden, wird der der Lehrstoff didaktisch besser aufbereitet weil die IT-Infraststrukur besser ist? So begr&uuml;&szlig;enswert solche Ausstattungen auch sein m&ouml;gen.<br>\nRankings sollen Objektivit&auml;t vorspiegeln und deshalb heben sich solche Evaluierungen ganz bewusst von der Urteilsf&auml;higkeit der Scientific Community, der Fachkollegen untereinander oder der Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden ab.<\/p><p>Die Fetischisierung der Rangliste sei Ausdruck und Symptom einer &bdquo;spezifischen Erscheinungsform von Unbildung&ldquo;, n&auml;mlich mangelnder Urteilskraft, schreibt der Wiener Philosoph Konrad Paul Liessmann in seinem Buch &bdquo;Theorie der Unbildung&ldquo;. &bdquo;Tats&auml;chlich ersetzt jede Reihung ein qualifiziertes Urteil, da sie besessen ist von der falschen Vorstellung, Urteilen hie&szlig;e Quantifizieren&ldquo;, meint Liessmann.<br>\nNun muss man den neuhumanistischen Bildungsbegriff des Philosophen nicht teilen, aber Recht hat Liessman, wenn er schreibt, dass der Gedanke des Vergleichens und der Reihung in Verbindung mit dem Paradigma betriebswirtschaftlichen Denkens steht, das den Betriebsablauf von Hochschulen eher mit dem von Unternehmen vergleicht.<\/p><p>Geradezu ein Musterbeispiel f&uuml;r die &bdquo;Verbetriebswirtschaftlichung&ldquo; des bildungspolitischen Denkens ist die seit &uuml;ber 10 Jahren andauernde Kampagne des CHE f&uuml;r die Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren.<br>\nDas CHE arbeitet wie die anderen meist als gemeinn&uuml;tzige zivilgesellschaftliche Stiftungen organisierte PR-Agenturen nach dem gleichen Stil. Man erstellt eine Studie oder macht eine Umfrage und schafft so einen Medien-Event und die Mainstream-Medien plappern die Ergebnisse unkritisch wie Papageien nach.<br>\nDas sogar dann, wenn jedem nur einigerma&szlig;en aufmerksamen Leser erkennbar wird, dass die Meldung einen manipulativen Charakter hat. So publizierte das CHE im Dezember 2003 eine Umfrage unter der &Uuml;berschrift: &bdquo;Studierende mehrheitlich f&uuml;r Studiengeb&uuml;hren&ldquo;. Der Haken an dieser Umfrage war nur, dass die Studierenden lediglich nach verschiedenen Geb&uuml;hrenmodellen gefragt wurden und die Befragten daraus das f&uuml;r sie akzeptabelste Modell ankreuzen sollten. Die Grundfrage, ob die befragten Studierenden &uuml;berhaupt f&uuml;r oder gegen Studiengeb&uuml;hren sind, wurde gar nicht erst gestellt. Dennoch: Die &Uuml;berschrift schaffte es in die Schlagzeilen und wurde von den Geb&uuml;hrenbef&uuml;rwortern nat&uuml;rlich gen&uuml;sslich zitiert.<\/p><p>Wenn man so argumentiert wie ich, wird einem von Vielen, die die Bertelsmann Stiftung nach wie vor als ein dem Gemeinwohl verpflichtetes Unternehmen betrachten und die das eine oder andere Projekt f&uuml;r durchaus hilfreich halten, vorgehalten, man sei ein &bdquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&ldquo;.<br>\nLassen Sie mich deshalb einmal konkret belegen, wie eine solche &bdquo;Verschw&ouml;rung&ldquo; abl&auml;uft:<br>\nDie Entstehungsgeschichte des &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetzes&ldquo; in Nordrhein-Westfalen ist ein Musterbeispiel daf&uuml;r, wie sich die Politik und der Staat aus ihrer Verantwortung f&uuml;r ein zentrales Feld der Zukunftsgestaltung zur&uuml;ck ziehen und dem Druck einer privaten Lobbyorganisationen nachgeben und sich zur verl&auml;ngerten Werkbank des &bdquo;Centrums f&uuml;r Hochschulentwicklung&ldquo; degradieren lassen.<\/p><p>Schaut man n&auml;mlich einmal genauer hin, woher das dort in Gesetzesform gegossene Konzept vom R&uuml;ckzug des Staates zugunsten einer unternehmerischen Hochschule stammt, so st&ouml;&szlig;t man auf die sog. &bdquo;Governance Struktur&ldquo; des &bdquo;New Public Management&ldquo;- Modells das vom bertelsmannschen Centrum f&uuml;r Hochschulentwicklung (CHE) und dem &bdquo;Stifterverband f&uuml;r die deutsche Wissenschaft&ldquo; seit geraumer Zeit der Politik angedient, um nicht zu sagen aufgen&ouml;tigt wird.<\/p><p>Das l&auml;sst sich beim nordrhein-westf&auml;lischen &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; sogar schwarz auf wei&szlig; belegen:<br>\nEnde 2005 ver&ouml;ffentlichte der G&uuml;tersloher Think-Tank &ndash;  so w&ouml;rtlich &ndash; &bdquo;Zehn CHE-Anforderungen an ein Hochschulfreiheitsgesetz f&uuml;r Nordrhein-Westfalen&ldquo;.<br>\nIn diesem Anforderungen finden sich teilweise sogar bis in den Wortlaut hinein die Formulierungen wieder, die der nordrhein-westf&auml;lische Innovationsminister Pinkwart, ohne jede politische Debatte in seiner Partei, geschweige denn im Landtag kurze Zeit sp&auml;ter auf einer Pressekonferenz am 25. Januar 2006 als seine eigenen &bdquo;Eckpunkte des geplanten Hochschulfreiheitsgesetzes&ldquo; vorstellte.<br>\nDie Identit&auml;t beider Papiere (Sie k&ouml;nnen das alles schwarz auf wei&szlig; im Internet nachlesen) lie&szlig;e sich an vielen Stellen belegen (hier nur zwei Beispiele):<\/p><ul>\n<li>In den CHE-Anforderungen hei&szlig;t es: &ldquo;Es geht dabei insbesondere um die M&ouml;glichkeit einer St&auml;rkung der k&ouml;rperschaftlichen Seite der Hochschulen bei gleichzeitiger Minderung ihrer Eigenschaft als staatlicher Einrichtung.&rdquo;<br>\nBei Pinkwart hei&szlig;t es: &ldquo;Die Hochschulen werden als K&ouml;rperschaften des &ouml;ffentlichen Rechts verselbst&auml;ndigt und sind k&uuml;nftig keine staatlichen Einrichtungen mehr.&rdquo;<\/li>\n<li>Oder zum Hochschulrat (also dem K&uuml;nftigen Aufsichtsrat mit Fachaufsicht):<br>\nWortlaut CHE: &ldquo;In verschiedenen Bundesl&auml;ndern ist bereits ein Modell eingef&uuml;hrt worden, in dem die Kompetenzen vom Staat auf einen Hochschulrat &uuml;bertragen worden sind, wobei die Wahl des Rektorats und die Verabschiedung der Grundordnung unabdingbar dazu geh&ouml;ren. Der Hochschulrat muss hierdurch zu einem insbesondere in strategischen Fragen wichtigen Entscheidungsorgan werden. Die Mitglieder sollten extern bestellt werden.&rdquo;<br>\nWortlaut Pinkwart: &ldquo;Der Hochschulrat tritt als neues Organ an die Stelle des Kuratoriums und besteht mindestens zur H&auml;lfte aus Mitgliedern von au&szlig;erhalb der Hochschule&hellip;Der Hochschulrat entscheidet &uuml;ber die strategische Ausrichtung der Hochschule und nimmt die Fachaufsicht war. Er beschlie&szlig;t &uuml;ber den Hochschulentwicklungsplan und die von den Hochschulen mit dem Land ausgehandelten Zielvereinbarung.&rdquo;<\/li>\n<\/ul><p>Damit aber noch nicht genug:<br>\nZwei Tage nach Pinkwarts Pressekonferenz meldet sich der Leiter des CHE, Detlef M&uuml;ller-B&ouml;ling zu Wort und erteilt dem Minister Zensuren:<br>\nDas CHE begr&uuml;&szlig;t nat&uuml;rlich die Eckpunkte f&uuml;r ein NRW-&bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo;, sieht aber noch &bdquo;Entwicklungspotentiale&ldquo;, hei&szlig;t es in den CHE-News vom 27. Januar.<br>\nDas CHE bewerte Pinkwarts Eckpunkte &bdquo;&uuml;berwiegend positiv&ldquo;. &bdquo;In einigen Punkten erscheinen Modifikationen sinnvoll und der eine oder andere Punkt, der sich in den Eckpunkten bislang nicht findet, kann in dem Gesetz ja durchaus noch angesprochen werden.&ldquo;<br>\nIn dieser Tonlage f&auml;hrt das Zeugnis des CHE, das sich jeder aus dem Internet holen kann, fort: Pinkwart &bdquo;tr&auml;gt Rechnung&ldquo;, &bdquo;richtig ist&ldquo;, Pinkwart &bdquo;sollte&ldquo; usw. usf.<br>\nMit Verlaub, hier dr&uuml;ckt sich eine Anma&szlig;ung einer durch nichts als durch das n&ouml;tige Geld legitimierten privaten Interessensgruppe gegen&uuml;ber dem Staat, der Regierung und dem Parlament aus, die nach demokratischen Ma&szlig;st&auml;ben eigentlich  nicht mehr hinnehmbar sein sollte. Die Politik wird geradezu zum Befehlsempf&auml;nger von Bertelsmann degradiert.<\/p><p>Damit aber immer noch nicht genug:<br>\nDas nordrhein-westf&auml;lische &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; wurde nicht nur am Schreibtisch des CHE entworfen, nach seiner Verabschiedung soll es nun auch noch bei seiner Umsetzung von den gleichen &bdquo;unabh&auml;ngigen Experten&ldquo; des CHE begleitet werden, um damit eine (Zitat des NRW-Wissenschaftsministeriums) &ldquo;m&ouml;glichst hohe Qualit&auml;t bei der Umsetzung zu sichern&ldquo;.<br>\nNachdem sich also schon der Staat dem Einfluss dieser privaten Lobbyorganisation preisgegeben hat, sollen sich nun auch noch die Hochschulen selbst dem Regime des CHE unterordnen.<\/p><p>Das h&auml;tte ich mir fr&uuml;her einmal als Staatssekret&auml;r erlauben sollen, n&auml;mlich die Hochschulen bei der Umsetzung eines Gesetzes zum &bdquo;Erfolg&ldquo; zu f&uuml;hren. Der Untergang der Freiheit von Wissenschaft und Forschung und damit der Epoche der Aufkl&auml;rung w&auml;re von den Hochschulen beschworen worden.<\/p><p>Aber wenn nun einer der m&auml;chtigsten und politisch einflussreichsten Konzerne den Hochschulen sagt, was sie zu tun haben, dann scheint das von den Hochschulen ganz selbstverst&auml;ndlich und ohne Murren hingenommen zu werden.<br>\nMir f&auml;llt dazu nur noch ein: Die nordrhein-westf&auml;lischen Hochschulen nehmen ihre ihnen angeblich durch das &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; zugestandene Freiheit dadurch wahr, dass sie freiwillig auf diese Freiheit verzichten.<\/p><p>Im Mittelalter beherrschten die Kirche und die Monarchen die Wissenschaft und die Universit&auml;ten, im 21. Jahrhundert soll es wohl Bertelsmann sein. Eine neue Epoche der Aufkl&auml;rung und eine politische Freiheitsbewegung f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit und Freiheit er Wissenschaft sind leider nicht in Sicht.<\/p><p>Wer nun meint, D&uuml;sseldorf sei eben nicht so weit weg von G&uuml;tersloh und es sei doch ganz sch&ouml;n, dass sich ein nordrhein-westf&auml;lischer Think-Tank um Landesangelegenheiten k&uuml;mmert, der verharmlost die Situation.<br>\nDas CHE bewertete in gleicher Weise das neue Hochschulgesetz in Sachsen und auch anderswo.<\/p><p>Das CHE ist quasi in das Kompetenzvakuum eines fehlenden Bundeshochschulministeriums gesto&szlig;en und f&uuml;llt die in unserer Verfassung nicht vorgesehene Rolle eines Bundeshochschulministeriums aus &ndash; ein informelles Ministerium, das allerdings nicht dem Parlament sondern nur der Bertelsmann Stiftung rechenschaftspflichtig ist. Der Autor des Buches &bdquo;Hinter der Fassade des Medienimperiums&ldquo; Frank B&ouml;ckelmann, nennt das &bdquo;eine Privatisierung der Politik&ldquo;.<\/p><p>Es ist allerdings eine Privatisierung der Politik auf &ouml;ffentliche Kosten, denn immerhin hat sich die Familie Mohn durch die Gr&uuml;ndung der Stiftung, die ihr allerdings immer noch das Sagen &uuml;ber die Kapitalanteile am Konzern erh&auml;lt, riesige Summen an einer m&ouml;glicherweise anfallenden Erbschaft &ndash; oder Schenkungssteuern erspart und zweitens sind die Dividenden, die an die &bdquo;gemeinn&uuml;tzige&ldquo; Stiftung abgef&uuml;hrt werden, steuerbeg&uuml;nstigt.<br>\nNat&uuml;rlich ist es nach wie vor richtig, dass Bertelsmann die Gesetze nicht selber verabschiedet, sondern dass diese meist von der Exekutive eingebracht und vom Parlament verabschiedet werden. Aber &uuml;ber die personellen Netzwerke wird der Bertelsmannsche &bdquo;Reformmotor&ldquo; zur eigenst&auml;ndigen politischen Antriebskraft, der auch au&szlig;erhalb der Parlamente eine Art Eliten-Konsens schafft &ndash; und dabei nebenbei auch noch ein positives Image f&uuml;r den Bertelsmann-Konzern schafft.<br>\nUnter dem Zwang der leeren &ouml;ffentlichen Kassen und unter dem besch&ouml;nigenden Etikett eines &bdquo;zivilgesellschaftlichen Engagements&ldquo; greift der Staat die &bdquo;gemeinn&uuml;tzigen&ldquo; Dienstleistungen privater Think-Tanks nur allzu gerne auf. Ja noch mehr, er zieht sich aus seiner Verantwortung immer mehr zur&uuml;ck und &uuml;berl&auml;sst wichtige gesellschaftliche Bereiche wie etwa die Bildung oder die Hochschule gleich ganz den Selbsthilfekr&auml;ften b&uuml;rgerschaftlichen Engagements.<br>\nAus dieser Staats- und Gesellschaftsvorstellung speist sich die Idee von der &bdquo;selbst&auml;ndigen Schule&ldquo; oder der &bdquo;Entlassung&ldquo; der Hochschule aus der staatlichen Verantwortung, wie das etwa mit dem &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; in Nordrhein-Westfalen geschehen ist.<br>\n&bdquo;Der anonyme Wohlfahrtsstaat hat ausgedient, an seine Stelle tritt der soziale Staat, der vom b&uuml;rgerschaftlichen Engagement und vom solidarischen Verhalten aller lebt. Dass m&ouml;glichst viele verantwortungsvoll ihr K&ouml;nnen in den Dienst der Gemeinschaft stellen, das macht diesen Staat auf Dauer lebensf&auml;hig&ldquo;, das schrieb Liz Mohn vor kurzem (5.12.06) in einem Gastkommentar zum &bdquo;Tag des Ehrenamtes&ldquo; in der Financial Times Deutschland.<br>\nUnd wie wir gerade die letzten Tage lesen konnten, will Finanzminister Steinbr&uuml;ck dieses zivilgesellschaftliche Engagement in Zukunft noch st&auml;rker steuerlich privilegieren.<\/p><p>Die Rollenverteilung der gesellschaftlichen Gruppen bei ihrem &bdquo;Dienst an der Gemeinschaft&ldquo; ergibt sich dabei ziemlich naturw&uuml;chsig daraus, was eben jeder einzelne mit seinem b&uuml;rgerschaftlichen Engagement zu leisten vermag. Diejenigen, die nicht so viel Geld und Verm&ouml;gen haben, machen Sozialarbeit, also Altenpflege oder &Uuml;bungsleiter im Sportverein, die Verm&ouml;genden vergeben Forschungsauftr&auml;ge oder Stiftungslehrst&uuml;hle oder sie stiften gleich ganze Denkfabriken und pr&auml;gen damit den Gang der Wissenschaft oder den gesellschaftlichen Diskurs und bestimmen so die gesellschaftliche und die politische Weiterentwicklung.<\/p><p>So hat sich inzwischen eine private institutionelle Macht des Reichtums herausgebildet, die, wie bei Bertelsmann streng hierarchisch organisiert, ihren Einfluss &uuml;ber das gesamte politische System ausdehnt und die demokratisch legitimierte Machtverteilung zwischen Parteien, Parlamenten und Exekutive unterwandert und gleichzeitig die &ouml;ffentliche Meinung pr&auml;gt.<br>\nDiese &bdquo;zivilgesellschaftliche&ldquo; Macht ist st&uuml;tzt sich ausschlie&szlig;lich auf Reichtum und Verm&ouml;gen und die Mohns geh&ouml;ren nach der Forbes-Rangliste zu den 250 reichsten Leuten auf der Welt. Sie st&uuml;tzt sich darauf, dass eben zum Beispiel der Bertelsmann-Konzern und seine Stiftung mehr Geld hat als jede andere private und staatliche Institution, Expertisen und Gutachten erstellen zu lassen, Kongresse zu veranstalten, wissenschaftliche Studien zu erstellen, um die Mission ihres Stifters zu verbreiten. Demokratisch legitimierte Macht im Staate wird so mehr und mehr durch Wirtschaftsmacht zur&uuml;ckgedr&auml;ngt, ja sogar teilweise schon ersetzt.<\/p><p>Dieser Weg in diese Art von Zivilgesellschaft bef&ouml;rdert nicht nur die ohnehin bestehende extreme materielle Ungleichheit zwischen Arm und Reich, sondern dieser Weg schlie&szlig;t &ndash; anders als das im Modell des Mehrheitsprinzip in der Demokratie vorgesehen ist &ndash; vor allem die gro&szlig;e Mehrheit der weniger wohlhabenden Bev&ouml;lkerung mehr und mehr von der politischen Teilhabe und der Gestaltung ihrer gesellschaftlichen Zukunft aus.<br>\nAus Souffleuren der Macht werden die tats&auml;chlichen Machthaber.<\/p><p>Dieser schleichende Systemwechsel vom demokratischen Wohlfahrtsstaat zu einer Art Timokratie, also der Herrschaft des Geldes, wird mit dem Pathos von &bdquo;mehr Freiheit&ldquo; vorangetrieben. Bezeichnenderweise tr&auml;gt  z.B. das neue nordrhein-westf&auml;lische Hochschulgesetz den Titel Hochschul-&bdquo;Freiheits&ldquo;-gesetz&ldquo;.<br>\nKaum ein anderer Begriff wurde jedoch in der Menschheitsgeschichte so unterschiedlich gebraucht und ist so missbraucht worden, wie der Freiheitsbegriff.<br>\nMan sollte also, wenn von &bdquo;Freiheit&ldquo; die Rede ist, immer nach der von Immanuel Kant herausgearbeiteten Unterscheidung zwischen &bdquo;positiver&ldquo; und &bdquo;negativer&ldquo; Freiheit fragen. Also die Fragen stellen: &bdquo;Freiheit zu was&ldquo; und &bdquo;Freiheit von was oder der Freiheit von wem&ldquo;.<\/p><p>Kein anderes Land mache (Zitat) &bdquo;Freiheit mit dieser Konsequenz zur Grundlage seiner Hochschulpolitik&ldquo;, r&uuml;hmt Innovationsminister Pinkwart sein Hochchul-&bdquo;Freiheits&ldquo;- Gesetz.<br>\nStellt man einmal die Kantsche Frage, f&uuml;r wen und wozu die &bdquo;neue&ldquo; Freiheit dienlich ist, so wird man feststellen, dass die weit &uuml;berwiegende Mehrheit der Forschenden und Studierenden gemessen an ihren fr&uuml;heren Forschungs- und Lernfreiheiten und verglichen mit ihren bisherigen Beteiligungs- und Mitwirkungsrechten wesentlich &bdquo;unfreier&ldquo; sein werden als mit der &ndash; durchaus nicht optimalen &ndash; fr&uuml;heren akademischen Selbstverwaltung.<\/p><ul>\n<li>In der selbstverwalteten Gruppenuniversit&auml;t entschied (vor allem) die Gemeinschaft der Lehrenden und (in Studienangelegenheiten mit einer Drittelparit&auml;t) auch der Studierenden &ndash; jedenfalls der Satzung und dem Anspruch nach &ndash; nach forschungs- und lehrrelevanten Maximen und Interessen &uuml;ber Forschung und Lehre und &ndash; mit zunehmend flexibilisierten Haushalten &ndash; auch &uuml;ber die Verteilung der Ressourcen.<br>\nDer Staat legte den Finanzrahmen fest und f&uuml;hrte im Wesentlichen nur eine Rechts- und Finanzaufsicht.<\/li>\n<li>In der &bdquo;unternehmerischen&ldquo; Hochschule soll nicht mehr aufgrund von &bdquo;Entscheidungen in den Gremien&ldquo; (in denen nach Pinkwarts Vorurteil nat&uuml;rlich nur blockiert wurde und &bdquo;demotivierende Bedingungen&ldquo; herrschten), sondern es muss nach den Gesetzen des &bdquo;Wettbewerbs&ldquo; und der &bdquo;Konkurrenz&ldquo; auf dem Wissenschafts- und Ausbildungsmarkt gehandelt werden.<br>\nNicht nur die Universit&auml;t selbst soll &bdquo;unternehmerisch&ldquo; agieren, sondern auch die Lehrenden und Forschenden sollen zu (Zitat Pinkwart) &bdquo;Unternehmern innerhalb der unternehmerischen Hochschule&ldquo; werden.<br>\nBei Entscheidungen unter Konkurrenz- und Wettbewerbsdruck sind nat&uuml;rlich ausgiebige Diskussionen in Selbstverwaltungsgremien nur, wie Pinkwart sagt, &bdquo;b&uuml;rokratische H&uuml;rden&ldquo; und &bdquo;Hemmnisse&ldquo; die es &bdquo;aus dem Weg zu r&auml;umen&ldquo; gilt. <\/li>\n<\/ul><p>Die Hochschule im Wettbewerb bedarf, so Pinkwart, &bdquo;klare, handlungsf&auml;hige und starke Leitungsstrukturen&ldquo;, oder wie der Minister meint &bdquo;ein modernes Management&ldquo;, das rasche Entscheidungen treffen und umsetzen kann. <\/p><p>Horizontale, &bdquo;bottom-up&ldquo;-Strukturen demokratischer oder kooperativer Interessenvertretung m&uuml;ssen in diesem neuen Leitbild der Hochschulen von vertikalen, &bdquo;top-down&ldquo;-Entscheidungsbefugnissen abgel&ouml;st werden.<br>\nW&auml;hrend der Rektor einer Hochschule fr&uuml;her der &bdquo;primus inter pares&ldquo; war, braucht die &bdquo;unternehmerische&ldquo; Hochschule &ndash; laut Pinkwart &ndash; wie ein auf &bdquo;den Zukunftsm&auml;rkten&ldquo; agierendes Unternehmen ein &bdquo;professionelles Management&ldquo; mit effizienten Entscheidungsbefugnissen und rascher Entscheidungskraft. Eine Hochschulleitung die von der Spitze aus in alle Bereiche des Unternehmens &ndash; als (Zitat) &bdquo;Arbeitgeber und Dienstherr&ldquo; des &bdquo;Personals&ldquo; (ehemals Hochschullehrer genannt) und bis hinein in die &bdquo;Ausbildungsverh&auml;ltnisse&ldquo; (ehemals Studium genannt) durchentscheiden kann. <\/p><p>Man braucht dazu sozusagen einen Chief Executive Officer als Pr&auml;sidenten, gegen dessen Stimme keine Entscheidung getroffen werden kann. (&sect; 15 Abs. 2 Ziff. 3 HFG)<br>\nDie Qualit&auml;t einer Hochschule bestimmt sich nicht mehr aus ihrer wissenschaftlichen Anerkennung innerhalb der Scientific Community und einem anspruchsvollen wissenschaftlichen Studium, sondern in der &bdquo;unternehmerischen&ldquo; Hochschule erweist sich Qualit&auml;t in der (Zitat) &bdquo;Konkurrenz mit ihresgleichen&ldquo;.<br>\nDabei soll die einzelne Hochschule (Zitat) &bdquo;das Ziel Qualit&auml;t auf unterschiedlichen Wegen zu verfolgen. Die eine Hochschule wird sich auf ihre Rolle als Ausbilder und F&amp;E-Partner in ihrer Region konzentrieren. Eine andere Hochschule wird sich an starken europ&auml;ischen Mitbewerbern um technologische Leitprojekte orientieren und mit dem Anspruch antreten, in der internationalen Liga der Spitzenforschung mitzuspielen&ldquo;. (Zitat Ende)<\/p><p>Die Zielvorstellung von Innovationsminister Pinkwart entspricht also in etwa dem amerikanischen Hochschulsystem mit einer hierarchisch tief gestaffelten Hochschullandschaft mit einigen wenigen Spitzenuniversit&auml;ten mit Ausbildungsangeboten f&uuml;r den Nachwuchs der Upper Class und der gro&szlig;en Masse von Hochschulen ganz unterschiedlicher Qualit&auml;t f&uuml;r die gro&szlig;e Masse der Studierenden.<br>\nDiese Trennung von &bdquo;Spreu&ldquo; und &bdquo;Weizen&ldquo; wird &uuml;brigens noch versch&auml;rft, in dem die Masse der Studierenden in verschulte Bachelor-Studieng&auml;nge gedr&auml;ngt werden und nur noch eine quotenm&auml;&szlig;ig festgelegte, kleine Gruppe zu einem Masterstudium mit wissenschaftlichem Anspruch zugelassen wird.<\/p><p>Damit den Gesetzen des Wettbewerbs gefolgt werden kann, m&uuml;ssen &ndash; dem Glaubensbekenntnis des Markt- und Wettbewerbsliberalismus entsprechend &ndash; der Staat oder die Politik aus dem Marktgeschehen m&ouml;glichst weitgehend herausgehalten werden.<br>\nDas Parlament ist allenfalls noch der Zahlmeister, der (Zitat) &bdquo;Zusch&uuml;sse&ldquo;(!) gew&auml;hrt.<br>\nAn Stelle des Ministeriums oder des Parlaments als rahmensteuernde  Aufsichtsorgane wird der &bdquo;unternehmerischen&ldquo; Hochschule,  wie bei einem in Form einer Aktiengesellschaft konstituierten Wirtschaftsunternehmen, k&uuml;nftig eine Art Aufsichtsrat dem Management der Hochschule als &bdquo;Fachaufsicht&ldquo; gegen&uuml;bergestellt.<\/p><p>Dieser sog. Hochschulrat &bdquo;besteht mindestens zur H&auml;lfte aus Mitgliedern, die von au&szlig;en kommen; der Vorsitzende kommt in jedem Fall von au&szlig;en.&ldquo;<\/p><p>(Vorschl&auml;ge zur Besetzung des Hochschulrates macht ein Auswahlgremium aus zwei (!) Vertretern\/innen des Senates, zwei Vertretern\/innen des bisherigen Hochschulrates und einem\/er Vertreter\/in des Landes mit zwei Stimmen. Es entwickelt einen Listenvorschlag, der vom Senat best&auml;tigt werden muss und der letztinstanzlichen Zustimmung durch das Ministerium bedarf, das den Rat f&uuml;r eine Amtszeit von 5 Jahren ernennt.)<\/p><p>Pinkwart meint mit einem f&ouml;rmlichen Auswahlverfahren &ndash; bei dem die Vertreter der Hochschule allerdings in der Minderheit sind &ndash; sei &bdquo;die demokratische Legitimation der Hochschulratsmitglieder gesichert&ldquo;.<br>\nWas Pinkwart verschweigt ist, dass der Hochschulrat in seinen Handlungen und Entscheidungen &uuml;ber die f&uuml;nfj&auml;hrige Amtszeit keiner irgendwie legitimierten Instanz und schon gar nicht einer demokratisch legitimierten Autorit&auml;t rechenschaftspflichtig ist.<\/p><p>Die Hochschulratsmitglieder entscheiden &uuml;ber das Geld der Steuerzahler nach ihren pers&ouml;nlichen oder ihren politischen oder gesellschaftspolitischen Interessen und Grundhaltungen.<br>\nMan stelle sich einmal umgekehrt den Aufstand der Wirtschaft vor, wenn per Gesetz entschieden w&uuml;rde, im Aufsichtsrat eines Unternehmens m&uuml;sste eine Mehrheit von externen Wissenschaftlern oder beliebiger Repr&auml;sentanten der Gesellschaft das Sagen haben.<\/p><p>Der Hochschulrat hat eine bisher bei k&ouml;rperschaftlich organisierten und selbstverwalteten Hochschulen nicht gekannte &bdquo;Fachaufsicht&ldquo;!<\/p><p>Laut &sect; 21 HFG konzentrieren sich die wichtigsten Machtkompetenzen einer Hochschule im Hochschulrat: <\/p><p>Er w&auml;hlt die Mitglieder des Pr&auml;sidiums.<br>\nEr stimmt dem Hochschulentwicklungsplan zu.<br>\nEr stimmt dem Wirtschaftsplan und dem Plan zur unternehmerischen Hochschulbet&auml;tigung zu.<br>\nEr nimmt zum Rechenschaftsbericht des Pr&auml;sidiums Stellung.<br>\nEr nimmt Stellung zu Angelegenheiten der Forschung, Kunst, Lehre und des Studiums, die die gesamte Hochschule oder zentrale Einrichtungen betreffen oder von grunds&auml;tzlicher Bedeutung sind.<br>\nEr entlastet das Pr&auml;sidium.<\/p><p>Am Wichtigsten ist dabei die Wahl und die Entlastung der Hochschulleitung durch den Hochschulrat. M&uuml;ller-B&ouml;ling, der Chef des Bertelsmann CHE, hat die Bedeutung dieser Bestimmung in dankenswerter Offenheit begr&uuml;ndet:<\/p><p>Nur durch die Wahl des Pr&auml;sidiums durch den Hochschulrat &bdquo;erh&auml;lt die Hochschulleitung gegen&uuml;ber den hochschulinternen Gremien die Unabh&auml;ngigkeit, die sie f&uuml;r ein effektives und effizientes Management ben&ouml;tigt.&ldquo;<\/p><p>Ich bin selbst Mitglied in einem Hochschulrat einer deutschen Hochschule und habe so Erfahrungen mit einem solchen &bdquo;Aufsichtsrat&ldquo; sammeln k&ouml;nnen:<br>\nMit der &uuml;berwiegenden Mehrheit meiner Hochschulratsmitglieder bin ich zur festen &Uuml;berzeugung gekommen: Ein ehrenamtlicher und dazu noch mehrheitlich extern besetzter Hochschulrat ist mit den ihm per Gesetz &uuml;bertragenen Kompetenzen schlicht &uuml;berfordert.<br>\nDie jeweiligen Entscheidungen leiten sich allenfalls aus dem jeweils pers&ouml;nlichen Vorurteil oder Interessensbezug ab oder man folgt lieber gleich dem Vorschlag des Pr&auml;sidenten.<\/p><p>In der &uuml;berwiegenden Zahl der zu treffenden Entscheidungen hat das hauptamtliche Pr&auml;sidium einen nicht einholbaren Informationsvorsprung und kennt die m&ouml;glichen Handlungsoptionen erheblich besser als jedenfalls die externen Mitglieder des Hochschulrates.<br>\nAus Bayern h&ouml;re ich und vor allem die Hochschulratsmitglieder in &Ouml;sterreich &ndash; wo es fl&auml;chendeckend Hochschulr&auml;te gibt &ndash; k&ouml;nnen ein Lied dar&uuml;ber singen: Viele Pr&auml;sidenten entwickeln sich zu Alleinherrschern bzw. zu patriarchalischen Unternehmerpers&ouml;nlichkeiten.<br>\nIm wirklichen Leben sieht das n&auml;mlich so aus, dass vor entscheidenden Sitzungen des Hochschulrats der Pr&auml;sident versucht, dessen Vorsitzenden in Vorgespr&auml;chen auf seine Seite zu ziehen und der Vorschlag des Pr&auml;sidenten wird dann im Hochschulrat &bdquo;durchgewinkt&ldquo;. So kann der Pr&auml;sident jeden Widerstand oder jeden seiner Position entgegenstehenden Beschluss der hochschulinternen Gremien aushebeln.<\/p><p>Pinkwarts Vorstellung ist die: Der Hochschulrat &bdquo;nimmt (Zitat) Impulse aus Wirtschaft und Gesellschaft auf und vermittelt in dieser Weise als &bdquo;Transmissionsriemen&ldquo; das erforderliche Beratungswissen f&uuml;r die Entscheidungen der Hochschulleitungen&ldquo;.<br>\nDe facto gibt es jedoch fast &uuml;berall, wo sich Hochschulr&auml;te konstituiert haben, solche &bdquo;Impulse&ldquo; vor allem aus der Wirtschaft, meist der Gro&szlig;- und Finanzwirtschaft, der IHKs oder bestenfalls noch &ouml;rtlicher Unternehmer.<\/p><p>Um sich davon zu &uuml;berzeugen, braucht man nur einmal zu &bdquo;googeln&ldquo; und den Suchbegriff Hochschulrat f&uuml;r die Hochschulen, die schon einen solchen haben, einzugeben.<br>\nWeil sie gerade zur Elite-Universit&auml;t gek&uuml;rt wurde nehmen wir die <a href=\"http:\/\/www.uni-muenchen.de\/einrichtungen\/orga_lmu\/leitung\/hochschulrat\/index.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.uni-muenchen.de\/einrichtungen\/orga_lmu\/leitung\/hochschulrat\/index.html\">Ludwig-Maximilians-Universit&auml;t in M&uuml;nchen als Beispiel<\/a>. Der dortige Hochschulrat setzt sich wie folgt zusammen:<\/p><p><strong>Vorsitzender ist<\/strong><\/p><ul>\n<li>der Gro&szlig;verleger Hubert Burda,<\/li>\n<\/ul><p><strong>Mitglieder sind weiter:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Der Vorsitzende des Vorstands der M&uuml;nchner R&uuml;ck,<\/li>\n<li>ein Vertreter der McKinsey &amp; Company-Wirtschaftsberatergesellschaft,<\/li>\n<li>der Sprecher des Vorstands der HypoVereinsbank AG,<\/li>\n<li>der Vorsitzender des Vorstands des Energiekonzerns E.ON AG,<\/li>\n<\/ul><p>dazu kommen dann noch ein paar Prominente, wie etwa Jutta Limbach vom Goethe-Institut, die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin einer Literaturhandlung oder der Herzog Franz von Bayern. <\/p><p>Nicht ganz so wirtschaftslastig ist der Hochschulrat Ihrer Hochschule in Regensburg besetzt.<\/p><p>Ihm geh&ouml;rt der Rektor der Hochschule Prof. Dr. Alf Zimmer an. Dar&uuml;berhinaus kommen aber immerhin drei der sieben &uuml;brigen Hochschulratsmitglieder aus der Wirtschaft, n&auml;mlich<\/p><ul>\n<li>Ernst Baumann, Vorstandsmitglied der BMW AG,<\/li>\n<li>Dr. Pia Krone, von der Krone Management &amp; Technologie GmbH &amp; Co.KG Berlin. Das Ehepaar Klaus und Pia Krone hat sich vor allem durch ihre Sponsorent&auml;tigkeit &ouml;ffentlich hervorgetan, u.a. stifteten sie einen Lehrstuhl f&uuml;r Existenzgr&uuml;ndungen an der FH Potsdam.<\/li>\n<li>Dr. Johann Vielberth aus Regensburg, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Dr. Vielberth Verwaltungsgesellschaft mbH, Vorsitzender des Stiftungsrates und Ehrensenator der Uni Regensburg. Vielberths Firma koordiniert Management- und Dienstleistungsfunktionen f&uuml;r die Entwicklung anspruchsvoller Gewerbestandorte. Die FAZ z&auml;hlt ihn zu den&rdquo;Innovationsf&uuml;hrern&rdquo; der Immobilienbranche und so lag es nahe, dass er etwa den Aufbau eines Instituts f&uuml;r Immobilienwirtschaft an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakult&auml;t f&ouml;rderte.<\/li>\n<\/ul><p>Dem Hochschulrat geh&ouml;ren weiter an: <\/p><ul>\n<li>Prof. Dr. Heini Murer, Direktor des Physiologischen Instituts der Universit&auml;t Z&uuml;rich und Prorektor f&uuml;r Forschung, ein &uuml;berzeugter Anh&auml;nger der Schwerpunktbildung an Hochschulen und einer wettbewerbsorientierten Mittelverteilung.<\/li>\n<li>Dr. Jeanne Rubner, Alumna der Uni Regensburg, au&szlig;enpolitische Redakteurin S&uuml;ddeutsche Zeitung fr&uuml;her einmal verantwortlich f&uuml;r die inzwischen eingestellte Hochschulseite der SZ.<\/li>\n<li>Prof. Dr. Rudolf Schieffer, Pr&auml;sident der Monumanta Germaniae Historica. Er soll wohl etwas vom Geist der Ludwig-Maximilans-Universit&auml;t M&uuml;nchen nach Regensburg wehen lassen.<\/li>\n<li>Prof. Dr. Wilhelm Vossenkuhl, M&uuml;nchen, Professor f&uuml;r Philosophie an der LMU M&uuml;nchen, bekannt durch BR-alpha, dem  Wissenschaftskanal des bayerischen Fernsehens. Multi-Hochschulrat in Bayreuth, Kassel und Regensburg. Vossenkuhl sollte als Rektor die Fusion der Universit&auml;ten Duisburg und Essen organisieren. Er sagte jedoch ab, nachdem die Uni Essen gegen die Fusion klagte.<\/li>\n<\/ul><p>Wenn Sie die bisher eingesetzten Hochschulr&auml;te in ihrer Zusammensetzung einmal durchgehen, m&uuml;sste man bei den meisten Hochschulen mit Hochschulr&auml;ten ehrlicherweise statt von einer &bdquo;unternehmerischen&ldquo; eher von einer von Unternehmensf&uuml;hrern gesteuerten oder wesentlich bestimmten Hochschule sprechen.<br>\nJedenfalls sucht man Vertreter anderer gesellschaftlich relevanten Gruppen, etwa der Kirchen, der Sozialverb&auml;nde, der Kulturschaffenden oder gar der Gewerkschaften vergeblich.<\/p><p>Die Eingangsfrage, f&uuml;r wen und wozu das neue &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; mehr Freiheit bringt,  l&auml;sst sich &ndash; wenn man einmal die Freiheitsrhetorik hinterfragt &ndash; ziemlich eindeutig beantworten:<\/p><ul>\n<li>Die Hochschulen werden statt den Gesetzen des demokratischen Gesetzgebers, den anonymen Gesetzen des Wettbewerbs unterstellt. Den angeblich objektiven Zw&auml;ngen des Wettbewerbs kann und darf sich kein Mitglied der Hochschule, ob Forschender, Lehrender oder Studierender mehr entziehen.<\/li>\n<li>Die verfassungsrechtlich garantierte Freiheit der Forschung und Lehre gegen&uuml;ber dem Staat und die sich selbstverwaltenden Strukturen der in Angelegenheiten der Wissenschaft autonomen Hochschule werden durch die Entlassung der &bdquo;unternehmerischen&ldquo; Hochschule in die Freiheit des Wettbewerbs im Sinne Schumpeters &bdquo;sch&ouml;pferisch zerst&ouml;rt&ldquo; und Freiheit wird als die Freiheit zur Durchsetzung auf dem Ausbildungs- und Wissensmarkt umdefiniert.<\/li>\n<li>Die horizontalen Strukturen von Interessenvertretung und akademischer Selbstverwaltung und kooperative Hochschulleitungen werden durch eine neuartige zentralistische Aufsichtsrat-Management-Direktionsstruktur ersetzt. Die Hochschulen gleichen sich so auch formal dem Leitbild gewerblicher Unternehmen an.<\/li>\n<li>Die &bdquo;unternehmerische&ldquo; Hochschule wird &uuml;ber den beaufsichtigenden externen Hochschulrat und vor allem durch dessen Zusammensetzung zur wesentlich von Vertretern der Wirtschaft gesteuerten Hochschule mit dem Auftrag zur Kooperation und zur Zusammenf&uuml;hrung von Wissenschaft und Wirtschaft.<\/li>\n<\/ul><p>Und sollte sich eine Hochschule immer noch die Freiheit nehmen, sich den Zw&auml;ngen des Hochschulfreiheitsgesetzes mit seiner wettbewerblichen Steuerung zu entziehen, h&auml;ngt &uuml;ber ihr das Damoklesschwert der &bdquo;Zielvereinbarung&ldquo;.<\/p><p>(Das sind Vereinbarungen (mit bisher unvorstellbarem Detaillierungsgrad) zwischen der Hochschulleitung und dem Ministerium (d.h. wiederum ohne parlamentarische Einflussm&ouml;glichkeit) &bdquo;f&uuml;r mehrere Jahre &uuml;ber strategische Entwicklungsziele sowie konkrete Leistungsziele&ldquo;. (&sect; 6 Abs. 2 HFG). )<\/p><p>Danach kann der Minister mit Geld als &bdquo;goldenem Z&uuml;gel&ldquo; die Hochschule &bdquo;anreizen&ldquo; die gew&uuml;nschten Ziele zu erreichen, d.h. &bdquo;ein Teil des Landeszuschusses an die Hochschulen (kann) nach Ma&szlig;gabe der Zielerreichung zur Verf&uuml;gung gestellt werden&ldquo;.<\/p><p>Und wenn der Geldanreiz dann immer noch nicht zum gew&uuml;nschten Verhalten der Hochschule f&uuml;hrt, dann gilt der alte Mafiabrauch, entweder wir einigen uns oder der Minister erzwingt das von ihm vorgegebenen Verhalten:<\/p><p>In &sect; 6 Abs. 3 HFG hei&szlig;t es: Wenn und soweit eine Ziel- und Leistungsvereinbarung nicht zustande kommt, kann das Ministerium nach Anh&ouml;rung der Hochschule und im Benehmen mit dem Hochschulrat Zielvorgaben zu den von der Hochschule zu erbringenden Leistungen festlegen.<br>\nDas erinnert an den zynischen Ausspruch von Al Capone: &bdquo;Mit einem freundlichen Wort und einer Pistole in der Hand erreicht man mehr als mit einem freundlichen Wort allein.&ldquo;<\/p><p>Fazit: Die nordrhein-westf&auml;lischen Hochschulen k&ouml;nnen ihre ihnen angeblich durch das &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; zugestandene Freiheit entweder durch den (freiwilligen) Verzicht auf Freiheit durch Unterwerfung unter die Wettbewerbszw&auml;nge wahrnehmen<br>\noder sie werden vom Minister zu diesem Verzicht auf Freiheit gezwungen.<\/p><p>Man k&ouml;nnte und m&uuml;sste die Frage Freiheit &bdquo;wozu&ldquo; und &bdquo;f&uuml;r wen&ldquo; auch auf anderen Feldern der zeitgeistigen Hochschulreformen stellen:<br>\nEtwa:<br>\nBedeuten die im Gefolge des Bologna-Prozesses eingef&uuml;hrten gestuften Bachelor-Masterstudieng&auml;nge ein Mehr oder ein Weniger an Studienfreiheit?<br>\nSchafft das Auswahlrecht der Hochschulen oder bringt eine festgelegte &Uuml;bergangsquote von den Bachelor- zu den Masterstudieng&auml;ngen mehr Studienfreiheit?<br>\nBringt der Evaluierungswahn bei Forschung, Lehre und Nachwuchsf&ouml;rderung nicht erheblich mehr b&uuml;rokratischen Aufwand auf allen Ebenen der Hochschule und behindert er nicht vielmehr die Freiheit von Forschung und Lehre?<br>\nWird durch die Wettbewerbshochschule nicht die &bdquo;universitas litterarum&ldquo; (d.h. die St&auml;tte der Gesamtheit des Wissens) zerst&ouml;rt &ndash; oder anders, werden solche Wissenschaften die im Wettbewerb um die Mitteleinwerbung nicht unmittelbar &ouml;konomisch verwertbares Wissen produzieren und nur Verluste oder Abschreibungen erbringen, also die Geisteswissenschaften insgesamt, wenn nicht aus den Hochschulen ganz verdr&auml;ngt so zumindest an den Rand gedr&auml;ngt?<br>\nBringen Exzellenzinitiativen mit dem Zwang zur Selbstvermarktung nicht eher eine maximale Anpassung an den vorherrschenden wissenschaftlichen Mainstream als mehr Anstrengungen bei der eigentlichen Aufgabe der Wissenschaft, n&auml;mlich die Suche nach Wahrheit?<br>\nSie sehen es bleibt noch viel Raum zur Diskussion mit Ihnen und darauf freue ich mich und bedanke mich f&uuml;r Ihre geduldige Aufmerksamkeit f&uuml;r das lange Referat, das ich Ihnen zugemutet habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein anderes Land mache &bdquo;Freiheit mit dieser Konsequenz zur Grundlage seiner Hochschulpolitik&ldquo;, r&uuml;hmt Innovationsminister Pinkwart das nordrhein-westf&auml;lische Hochschul-&bdquo;Freiheits&ldquo;-Gesetz. 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