{"id":24090,"date":"2014-11-27T09:06:49","date_gmt":"2014-11-27T08:06:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090"},"modified":"2014-11-27T11:19:17","modified_gmt":"2014-11-27T10:19:17","slug":"hinweise-des-tages-2264","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h01\">Bahr fordert &ldquo;Respektierung&rdquo; der Krim<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h02\">Wagenknecht wirft Merkel R&uuml;ckkehr zum Kalten Krieg vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h03\">Verfassungsschutz &uuml;berwacht Blogs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h04\">Ferguson<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h05\">attac: TTIP: EU-Kommission bleibt bei Intransparenz &ndash; &ldquo;Transparenzinitiative&rdquo; im Wesentlichen ein PR-Gag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h06\">Wer zockt uns ab, Monsieur Piketty?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h07\">Mindestlohn ausgehebelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h08\">UPS sabotiert Betriebsratswahl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h09\">Die Vollbesch&auml;ftigung mit der Vollbesch&auml;ftigung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h10\">Nachhaltig, aber auch sozial?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h11\">Ein neues Kontrollsystem mit dem niedlichen Namen &ldquo;Seepferdchen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h12\">Geheime Dokumente &uuml;ber Islamischen Staat: Im Vorgarten des Terrors<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h13\">USA: Mit Gott und der Glock<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h14\">Bahrain: Ein Boykottaufruf im K&ouml;nigreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h15\">Mehr Arbeit, weniger Geld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h16\">Gewalt an Frauen &ndash; keine Seltenheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h17\">Wissenschaft unter Spardruck: Freiheit, um die wir weinen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h18\">R&uuml;ckblick auf ein besonderes Jahr f&uuml;r den Kriegs- und Krisenjournalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090#h19\">zu guter Letzt: Die schwarze Null<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24090&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Bahr fordert &ldquo;Respektierung&rdquo; der Krim<\/strong><br>\nDer Architekt der Neuen Ostpolitik der 1970er-Jahre, Egon Bahr (SPD), fordert eine Entspannung des aktuellen Konfliktes mit Russland durch eine Respektierung der unabh&auml;ngigen Krim. &ldquo;Wir haben die DDR nie v&ouml;lkerrechtlich anerkannt, aber respektiert&rdquo;, sagte Bahr in der n-tv Sendung &ldquo;Das Duell&rdquo;. Eben dies habe in Moskau Gespr&auml;chsbereitschaft geweckt. &ldquo;Die Krim kann man nat&uuml;rlich genauso behandeln.&rdquo;..<br>\nDer fr&uuml;here SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck hatte in der vergangenen Woche daf&uuml;r geworben, die russische Krim-Annexion nachtr&auml;glich v&ouml;lkerrechtlich zu regeln. Daf&uuml;r hatte Platzeck breite Kritik auch in der eigenen Partei geerntet.<br>\nBahr hob hervor, er sei keineswegs f&uuml;r eine v&ouml;llige v&ouml;lkerrechtliche Anerkennung der Krim. &ldquo;Aber respektieren geht genauso. Das w&auml;re, wenn man will, ein kleiner Punkt, der schnell erledigt werden kann.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Bahr-fordert-Respektierung-der-Krim-article14036241.html%20\">n-tv<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wagenknecht wirft Merkel R&uuml;ckkehr zum Kalten Krieg vor<\/strong><br>\nDie Linkspolitikerin rechnet in der Generaldebatte mit der Au&szlig;enpolitik der Kanzlerin ab. Die erneuert Vorw&uuml;rfe gegen Russland und glaubt trotzdem an eine L&ouml;sung&hellip;<br>\nKanzlerin Angela Merkel (CDU) habe Deutschland in die &ldquo;Neuauflage eines Kalten Krieges mit Russland hineingetrieben&rdquo;, der den Frieden in Europa gef&auml;hrde, sagte Wagenknecht in der Generaldebatte im Bundestag. &ldquo;Sie warnen vor einem Fl&auml;chenbrand, aber Sie geh&ouml;ren doch zu denen, die mit brennendem Z&uuml;ndholz herumlaufen&rdquo;, sagte die Linke. Sie forderte die Kanzlerin auf, die Sanktionen gegen Russland zu stoppen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/2014-11\/sahra-wagenknecht-angela-merkel-bundestag-ukraine-russland%20\">Zeit.de<\/a>\n<p><strong>Dazu: Sozialabbau oder Million&auml;rssteuer<\/strong><br>\nIn der Haushaltsdebatte &uuml;ber den Kanzleretat 2015 findet Sahra Wagenknecht deutliche Worte gegen&uuml;ber der Kanzlerin: &ldquo;Ihre Politik spaltet Deutschland und vers&uuml;ndigt sich an der Zukunft, weil Sie nicht den Mut haben, sich den organisierten Interessen von Banken und Konzernen entgegenzustellen. Sie haben das Erbe der Entspannungspolitik verspielt und Europa in einen neuen Kalten Krieg und an den Rand eines Fl&auml;chenbrands gef&uuml;hrt, weil Sie nicht den Mut haben, der US-Regierung Paroli zu bieten.&rdquo; Video<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.die-linke.de\/die-linke\/aktuell\/\">Die Linke<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Kanzlerin oder die gesamte Bundesregierung m&uuml;ssen ja die Argumente von Frau Wagenknecht nicht f&uuml;r richtig halten, aber es ist ein Zeichen des Niedergangs der parlamentarischen Demokratie, dass selbst auf Fakten und gesicherte Informationen der Opposition von der Gro&szlig;en Koalition gar nicht mehr eingegangen wird. Da auch die Berichterstattung &uuml;ber diese Generalaussprache nur sehr verk&uuml;rzt ist  und im Wesentlichen die &bdquo;Schwarze Null&ldquo; gelobt wird, lohnt es sich die Rede von Frau Wagenknecht anzuh&ouml;ren. &Uuml;berpr&uuml;fen Sie doch einmal selbst, wo die Aussagen der Oppositionsredner\/innen falsch ist bzw. ob deren Kritik von der Regierung aufgenommen und beantwortet wird.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Verfassungsschutz &uuml;berwacht Blogs<\/strong><br>\nWelt am Sonntag: Welche Rolle spielen Desinformation und Propaganda f&uuml;r Moskau?<br>\nMaa&szlig;en: Es herrscht ein Wettbewerb an Meinungen, wie die Situation in der Ukraine einzuordnen ist. Allerdings besch&auml;ftigen wir uns erst mit dem Ph&auml;nomen, wenn wir den Eindruck haben, dass ein ausl&auml;ndischer Dienst versucht, Einfluss auf die Meinungsbildung in Deutschland zu nehmen. In Teilen bemerken wir in Internetblogs oder Foren, dass in deutscher Sprache &auml;u&szlig;erst prorussische Positionen gepostet werden. Hier stellen wir uns die Frage, wer dahintersteckt. Die Zuordnung zu einem russischen Dienst ist sehr schwer zu treffen. Aber wir sehen mit Sorge, wenn versucht wird, auf die Meinungsbildung Einfluss in Deutschland zu nehmen &ndash; allerdings l&auml;ngst nicht so offensiv wie in manchen osteurop&auml;ischen Staaten.<br>\nWelt am Sonntag: Der Staatssender &ldquo;Russia Today&rdquo; hat nun eine deutsche Redaktion. Ziel ist, eine &ldquo;Gegen&ouml;ffentlichkeit&rdquo; zu den gro&szlig;en Medien herzustellen.<br>\nMaa&szlig;en: Man muss unterscheiden zwischen &Ouml;ffentlichkeitsarbeit von Regierungen, was ohne Weiteres legitim ist, was alle Staaten machen, und dem Versuch von Desinformation durch Nachrichtendienste und Propaganda.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article134618358\/60-Terroristen-aus-Deutschland-fuer-den-IS-gestorben.html%20\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ob der Verfassungsschutz wohl auch den Einfluss von Diensten der prowestlichen Seite auf die Meinungsbildung in Deutschland beobachtet?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ferguson<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Freispruch f&uuml;r Wilson &ndash; kein Justizskandal: The system works<\/strong><br>\nBei den zahlreichen Protesten &uuml;berall im Land nach dem Urteil der Grand Jury, dass der Polizist Darren Wilson sich nicht juristisch verantworten m&uuml;sse, war eines der am &ouml;ftesten sichtbaren Protestplakate &bdquo;Das System hat nicht versagt &ndash; es funktioniert&ldquo; nachzusehen auf immens vielen Fotos. Sehr oft wurde auch an das Programm der Black Panther Party erinnert &bdquo;Diese Polizei ist eine Besatzungsmacht im schwarzen Amerika&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/internationales\/usa\/politik-usa\/ferguson\/freispruch-fuer-wilson-kein-justizskandal-the-system-works\/%20\">LabourNet<\/a><\/li>\n<li><strong>Tod von Michael Brown: Die Verh&ouml;rprotokolle des Todessch&uuml;tzen<\/strong><br>\nEs ist ein Berg an Unterlagen, den die Staatsanwaltschaft von St. Louis in der Nacht ver&ouml;ffentlichte: Befragungsprotokolle, Ergebnisse von Autopsie und Drogentest, Mitschnitte des Funkverkehrs. Der zentrale Punkt im Fall des erschossenen schwarzen Teenagers Michael Brown jedoch verbirgt sich in Band f&uuml;nf der Zeugenaussagen: Es ist die Befragung des Polizisten Darren Wilson vor der Grand Jury.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/ferguson-die-aussagen-von-polizist-darren-wilson-zu-michael-brown-a-1004860.html#spRedirectedFrom=www&amp;referrrer=http:\/\/m.newstral.com\/%20\">Spiegel Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/hosted.ap.org\/specials\/interactives\/_documents\/ferguson-shooting\/%20%20\">Die kompletten Unterlagen zum Fall Michael Brown<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>attac: TTIP: EU-Kommission bleibt bei Intransparenz &ndash; &ldquo;Transparenzinitiative&rdquo; im Wesentlichen ein PR-Gag<\/strong><br>\nDie EU-Kommission hat gestern konkrete Schritte f&uuml;r mehr Transparenz bei den Verhandlungen zum TTIP-Abkommen und die Ver&ouml;ffentlichung neuer TTIP-Dokumente angek&uuml;ndigt. Das ist klar eine Antwort auf den massiven Druck der Zivilgesellschaft. Doch die &ldquo;Transparenzinitiative&rdquo; bleibt im Wesentlichen ein PR-Gag &ndash; und die EU-Kommission bei ihrer Linie der Intransparenz.<br>\nDenn die angek&uuml;ndigten Ma&szlig;nahmen sind zwar Schritte in die richtige Richtung, jedoch bei weitem nicht ausreichend. Sie erm&ouml;glichen weiterhin keine ernsthafte &ouml;ffentliche Diskussion und Bewertung der TTIP-Vorschl&auml;ge und somit keinen demokratischen Prozess. Um die Gefahren des Abkommens und den Einfluss der Konzerne auf TTIP besser bewerten zu k&ouml;nnen, bleiben die B&uuml;rger_innen auf durchgesickerte Dokumente angewiesen.<br>\nSo ist nach wie vor keine Ver&ouml;ffentlichung von Entw&uuml;rfen einzelner Verhandlungskapitel geplant. Doch nur diese Dokumente w&uuml;rden eine Bewertung dessen erm&ouml;glichen, was bei den TTIP-Verhandlungen auf dem Spiel steht. Die Ver&ouml;ffentlichung der EU-Position in den Verhandlungen reicht daf&uuml;r nicht aus.<br>\nZudem bleibt es dabei, dass gew&auml;hlte Abgeordnete und EU-Regierungen einen Gro&szlig;teil der TTIP-Verhandlungstexte weiterhin nur in geheimen Leser&auml;umen zu sehen bekommen, wo sie sich noch nicht einmal Notizen machen d&uuml;rften. Das ist das Gegenteil von Transparenz und ein Hohn f&uuml;r unsere Demokratie.<br>\nSchlie&szlig;lich beschr&auml;nkt sich die Initiative zur Offenlegung der Lobbykontakte auf die EU-Handelskommissarin, ihr Kabinett und den Leiter der Generaldirektion Handel. Die TTIP-Verhandlungen werden jedoch im Wesentlichen von anderen Beamten der EU-Kommission geleitet (&Uuml;bersicht). Mit anderen Worten: Von der Transparenzinitiative wird genau jener Personenkreis ausgenommen, der am st&auml;rksten dem Lobbydruck der Konzerne ausgesetzt ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/index.php?id=394&amp;no_cache=1&amp;tx_ttnews[tt_news]=7897%20\">attac<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wer zockt uns ab, Monsieur Piketty?<\/strong><br>\nInterview Thomas Piketty und J&uuml;rgen Trittin &uuml;ber Wege zu mehr Gerechtigkeit, die Macht des Geldes und die Zw&auml;nge des Kapitalismus<br>\nStellt sich die deutsche Regierung gegen die eigenen Grundwerte?<br>\nPiketty: In gewissem Sinne ja. In Deutschland ist der Anteil des Arbeitseinkommens am Gesamteinkommen stark zur&uuml;ckgegangen. Vor zehn, f&uuml;nfzehn Jahren hatte man die Sorge, die Konkurrenzf&auml;higkeit zu verlieren. Die Politik hat dieses Problem dann zwar gel&ouml;st, aber sie ist dabei zu weit gegangen. Die Deutschen sind nun so konkurrenzf&auml;hig, dass sie seit Jahren einen Handelsbilanz-Rekord nach dem anderen aufstellen. Das hat es in der Geschichte bei einer Volkswirtschaft dieser Gr&ouml;&szlig;e noch nie gegeben. Es ist aber &ouml;konomischer Irrsinn, einen Handels&uuml;berschuss in alle Ewigkeit zu behalten &ndash; au&szlig;er man hat die Absicht, die Arbeit f&uuml;r den Rest der Welt zu erledigen.<br>\nTrittin: Ja. In der Summe sind dauerhafte Export&uuml;bersch&uuml;sse ein Problem. Denn den &Uuml;bersch&uuml;ssen stehen Defizite anderer L&auml;nder gegen&uuml;ber. Heute ist der deutsche &Uuml;berschuss gut f&uuml;r Europa. Andernfalls h&auml;tte die gesamte EU ein Handelsdefizit. Und wir haben ja beschlossen, dass in der Eurozone nicht nur Defizite, sondern auch &Uuml;bersch&uuml;sse k&uuml;nftig begrenzt werden sollen. Das muss aber auch umgesetzt werden. Das eigentliche Problem liegt woanders. Deutschland macht eine Austerit&auml;tspolitik vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der gro&szlig;en Inflation in den 20er Jahren. In den USA gab es hingegen die Gro&szlig;e Depression in den 30er Jahren. Das sind zwei ganz unterschiedliche Narrative, aus denen sich ganz unterschiedliche &ouml;konomische Grundhaltungen ableiten. Die einen sparen, die anderen drehen den Geldhahn auf. In Europa brauchen wir mehr Investitionen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/wer-zockt-uns-ab-monsieur-piketty\">Der Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.P.:<\/strong> &lsquo;Heute ist der deutsche &Uuml;berschuss gut f&uuml;r Europa. Andernfalls h&auml;tte die gesamte EU ein Handelsdefizit.&rsquo;<\/em><br>\n<em>Das ist derart schlichter und &uuml;bler Unsinn und fundamentaler Kern des &lsquo;Problems Deutschland&rsquo; &agrave; la &lsquo;Es n&uuml;tzt niemandem, wenn es Deutschland (= &lsquo;dem Besten&rsquo;) schlechter geht. Denn wenn Trittin zuvor ausdr&uuml;cklich feststellt, dass und wie &Uuml;bersch&uuml;sse und Defizite zusammenh&auml;ngen, so h&auml;ngen ebenso unmittelbar (definitionsgem&auml;&szlig;) h&ouml;here und niedrigere &lsquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&rsquo; zusammen. D.h., Deutschland verdr&auml;ngt (auf inner- wie au&szlig;ereurop&auml;ischen M&auml;rkten) mit seinen &lsquo;zu billigen&rsquo; Exporten die &lsquo;zu teuren&rsquo; Exporte seiner Konkurrenten innerhalb der Eurozone, die ohne monet&auml;re Anpassungsm&ouml;glichkeiten gegen&uuml;ber Deutschland sind. Statt Deutschland k&ouml;nnten andernfalls seine europ&auml;ischen Konkurrenten den &lsquo;deutschen Export&rsquo; &uuml;bernehmen, so dass die Eurozone ebenso wenig ein Handelsdefizit h&auml;tte. Hier werden schlicht und elementar Ursache und Wirkung verwechselt, und das urs&auml;chliche Problem (zu hohe und nicht &lsquo;inflationskonforme&rsquo; Wettbewerbsf&auml;higkeit&rsquo; Deutschlands) als &lsquo;L&ouml;sung&rsquo; bzw. aktuelle Linderung eben dieses urs&auml;chlichen Problems selbst ausgegeben (gut, dass wir die hohe Wettbewerbsf&auml;higkeit haben, sonst ginge es allen noch schlechter!). Das ist intellektuell, &ouml;konomisch und politisch unredlich (&agrave; la &lsquo;Gib&rsquo; mir deine Uhr, und ich sage dir, wie sp&auml;t es ist!&rsquo;). Und das eigentliche Problem Deutschlands, bzw. das &lsquo;Problem Deutschland&rsquo;, und der diesem in der Eurozone ausgesetzten EU-Partner, ergo der gesamten Eurozone.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Mindestlohn ausgehebelt<\/strong><br>\nRegierungsfraktionen bereiten weitere Ausnahmen f&uuml;r Zeitungszusteller vor. Zugleich werden die Kontrollm&ouml;glichkeiten verringert<br>\nVon der &Ouml;ffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat die Regierung in der vergangenen Woche Verordnungen des Bundesfinanzministeriums abgesegnet, die eine wirksame Kontrolle der Einhaltung des Mindestlohns unterbinden.<br>\nLaut Mitteilung des Ministeriums sollen die Aufzeichnungs- und Meldepflichten f&uuml;r manche Unternehmen &raquo;vereinfacht&laquo; werden. Das betrifft zum einen grenz&uuml;berschreitend entliehene oder entsandte Besch&auml;ftigte, deren Eins&auml;tze nicht mehr einzeln gemeldet werden m&uuml;ssen. Zum anderen m&uuml;ssen Arbeitsbeginn und -ende von Besch&auml;ftigten mit mobilen T&auml;tigkeiten, die sich ihre Arbeitszeit eigenverantwortlich einteilen, nicht mehr dokumentiert werden &ndash; beispielsweise bei Zeitungszustellern. Statt dessen muss lediglich die &raquo;tats&auml;chliche&laquo; Arbeitszeit aufgezeichnet werden.<br>\nDer Deutsche Gewerkschaftsbund &uuml;bt daran deutliche Kritik. In einer Stellungnahme hei&szlig;t es, die Verordnung gehe weit &uuml;ber die vom Gesetzgeber einger&auml;umten Spielr&auml;ume hinaus und sei daher rechtswidrig. Statt einer Vereinfachung beinhalte sie f&uuml;r die betroffenen Unternehmen eine weitgehende Befreiung von der Aufzeichnungspflicht. Pauschale Angaben &uuml;ber die Dauer der t&auml;glichen Arbeitszeit ohne Anhaltspunkte auf deren Beginn und Ende seien nicht nachpr&uuml;fbar und &raquo;lassen Manipulationen T&uuml;r und Tore offen&laquo;. Fazit des DGB: &raquo;Die Entscheidung des Gesetzgebers, die Kontrolle der Einhaltung des Mindestlohns in den besonders sensiblen und von Missbrauch bedrohten Bereichen zu verbessern, wird faktisch aufgehoben.&laquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/schwerpunkt\/mindestlohn-ausgehebelt\">junge Welt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"https:\/\/www.mindestlohn.de\/hintergrund\/klartext-zum-mindestlohn\/klartext-36-2014-mindestlohn-schlupfloecher-bei-kontrollen-schliessen.pdf\">DGB, Mindestlohn: Schlupfl&ouml;cher bei Kontrollen schlie&szlig;en! [PDF &ndash; 116 KB]<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>UPS sabotiert Betriebsratswahl<\/strong><br>\nAm UPS-Standort Langenhagen bei Hannover arbeiten rund 750 Personen. Davon sind etwa 600 in der Hauptumschlagsbasis (HUB) besch&auml;ftigt, wo sie Pakete sortieren und Zustellfahrzeuge be- und entladen. Hier arbeiten fast alle in Teilzeit, Vollzeitvertr&auml;ge gibt es fast nur f&uuml;r das F&uuml;hrungspersonal.<br>\nDie meisten Besch&auml;ftigten sollen laut Auskunft von Gewerkschaftern Vertr&auml;ge haben, in denen oft nur 3,5 Arbeitsstunden pro Tag vereinbart sind. Weil so wenige Arbeitsstunden keine Grundlage f&uuml;r einen Lebensunterhalt darstellen, sind die Besch&auml;ftigten dringend auf bezahlte &Uuml;berstunden angewiesen, so dass tats&auml;chlich regelm&auml;&szlig;ig 6 -7 Stunden gearbeitet werden&hellip;<br>\nVon rund 15.000 Besch&auml;ftigten in ganz Deutschland sollen sch&auml;tzungsweise 11.000 in Teilzeit besch&auml;ftigt sein. Die Befristungsquote soll bei UPS bei ca. 25 &ndash; 30% liegen, berichten Gewerkschafter. Dagegen ging der Betriebsrat in Ditzingen bei Stuttgart vor. Die ver.di-Gewerkschafter konnten vor dem Landesarbeitsgericht Baden W&uuml;rttemberg durchsetzen, dass neue oder frei gewordene Stellen zun&auml;chst der bestehenden Belegschaft angeboten werden mussten, damit diese ihre Arbeitszeit aufstocken oder anpassen k&ouml;nnen. Doch der Weg bis zu diesem Gerichtsurteil war gespickt mit allen klassischen Schikanen des Union Busting, wie eine umfangreiche Sammlung von Artikeln zum UPS Standort Ditzingen auf labournet.de zeigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/arbeitsunrecht.de\/ups-sabotiert-betriebsratswahl\/\">arbeitsunrecht in deutschland<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Vollbesch&auml;ftigung mit der Vollbesch&auml;ftigung<\/strong><br>\nF&uuml;r den Brockhaus liegt &raquo;Vollbesch&auml;ftigung&laquo; vor, &raquo;wenn alle f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung geeigneten Personen ohne l&auml;ngere Wartezeit einen Arbeitsplatz zum bestehenden Lohnniveau finden k&ouml;nnen&laquo;. Der Vorsitzende der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit sagte letzte Woche in einem Interview, dass sich Deutschland &raquo;langfristig der Vollbesch&auml;ftigung&laquo; n&auml;here. Das was er meint, hat mit dieser klassischen Vollbesch&auml;ftigung per definitionem nichts zu tun.<br>\nSchon eine kuriose Vollbesch&auml;ftigung, der wir uns da n&auml;hern. 7,9 Millionen von 42,7 Millionen Erwerbspersonen arbeiten im Niedriglohnsektor. Mehr als 1,3 Millionen dieses Prekariats f&uuml;llt weiterhin Antragsformulare des Jobcenter aus, um mit erg&auml;nzendem Arbeitslosengeld aufstocken zu k&ouml;nnen. Tendenz steigend. Sozialisierte Personalkosten liegen voll im Trend. Trotzdem findet dieser Personenkreis in der Arbeitslosenstatistik nicht statt. Weder die Aufstocker, noch die anderen Besch&auml;ftigten, die entweder nicht aufstocken wollen oder keinen Anspruch darauf haben, aber deshalb noch lange nicht im Wohlstand baden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2014\/11\/die-vollbeschaftigung-mit-der.html\">ad sinistram<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Nachhaltig, aber auch sozial?<\/strong><br>\nDie IG Metall hat zwischen 2011 und 2013 vier Umfragen durchgef&uuml;hrt, an denen sich knapp 5000 Besch&auml;ftigte der Wind- und Solarindustrie beteiligten. Die jetzt in einer Studie zusammengefassten Ergebnisse zeigen, dass es noch gro&szlig;en Handlungsbedarf gibt.<br>\nSo liegen zum Beispiel die Bruttol&ouml;hne in EE-Betrieben im Schnitt knapp 900 Euro unter denen des produzierenden Gewerbes in Deutschland. Dort gelten zumeist Tarifvertr&auml;ge der IG Metall. F&uuml;r viele Mitarbeiter ist die 40+x-Stunden-Woche die Regel. Nur eine Minderheit der Besch&auml;ftigten kann sich vorstellen, ihre T&auml;tigkeit bis ins Rentenalter auszu&uuml;ben.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.igmetall.de\/erneuerbaren-energien-arbeitsbedingungen-und-einkommen-14861.htm%20\">IG Metall<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.igmetall.de\/internet\/docs_WInd_EE_Broschuere_web_11_14_5bf2cc3d451f87712201c9ef685691af3dfe4356.pdf\">Die Umfrage der IG Metall [PDF &ndash; 2.8 MB]<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Ein neues Kontrollsystem mit dem niedlichen Namen &ldquo;Seepferdchen&rdquo;<\/strong><br>\nEigentlich sollen in EUROSUR keine milit&auml;rischen Mittel eingebunden werden, nur EU-Staaten d&uuml;rfen mitmachen. Im Falle Libyens werden beide Prinzipien kreativ umgangen<br>\nVergangenen Dezember hat die Europ&auml;ische Union ihr neues Grenz&uuml;berwachungssystem EUROSUR in Betrieb genommen. Ziel ist die Bek&auml;mpfung unerw&uuml;nschter Migration, Boote mit Gefl&uuml;chteten sollen m&ouml;glichst noch gestoppt werden bevor sie die Gew&auml;sser von EU-Mitgliedstaaten erreichen. EUROSUR ist kein milit&auml;risches System, angeblich sind die maritimen &Uuml;berwachungssysteme ausschlie&szlig;lich ziviler Natur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43358\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Geheime Dokumente &uuml;ber Islamischen Staat: Im Vorgarten des Terrors<\/strong><br>\nDie Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat bereits weitgehende staatliche Strukturen errichtet. Sie ist viel mehr als eine Miliz, die Anschl&auml;ge vorbereitet und ver&uuml;bt. Sie hat ein straff organisiertes Staatswesen mit einem ausgekl&uuml;gelten Sozialsystem aufgebaut und setzt offenbar auf Schutzgeld-Erpressung, um Waffenk&auml;ufe zu finanzieren; zudem betreibt sie gezielte Personalplanung f&uuml;r den Einsatz von Selbstmordattent&auml;tern. Das belegen interne IS-Dokumente, die der S&uuml;ddeutschen Zeitung sowie dem NDR und WDR von der irakischen Regierung in Bagdad zur Verf&uuml;gung gestellt wurden. Die Dokumente geben in bisher nicht gekannter Weise Einblicke in die innere Organisation des IS, der Menschen mit finanziellen Zuwendungen an sich bindet und sie so f&uuml;r seine Ziele gewinnt. Der IS sichert seine Macht im Inneren durch ein ausgefeiltes Sozialsystem ab &ndash; mit Krankenversicherung, Heiratsbeihilfen und Unterst&uuml;tzungszahlungen f&uuml;r die Familien get&ouml;teter oder inhaftierter Dschihadisten. Zudem findet offenbar zwischen den IS-Provinzen, die sich &uuml;ber weite Teile des Irak und Syriens erstrecken, eine Art L&auml;nderfinanzausgleich statt, bei dem reiche Bezirke an &auml;rmere Hilfszahlungen leisten. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/islamischer-staat-im-vorgarten-des-terrors-1.2220802\">SZ<\/a>\n<p><strong>Dazu: Islamischer Staat: B&ouml;se sein, Gutes tun<\/strong><br>\nEs ist eine Katastrophe: Vom Irak, gegen den die USA einen sinnlosen Rachefeldzug f&uuml;hrten, sollte, so der hochgemute Plan, eine Welle der Demokratisierung in die islamischen L&auml;nder ausgehen. Nation building  hie&szlig; das Zauberwort, aber es wurde viel zerst&ouml;rt und wenig aufgebaut. Die einzige Gruppierung, die in dieser Gegend in den vergangenen zwanzig Jahren tats&auml;chlich eine Art nation building  betrieben hat (die freilich eher ein community building ist), ist jene Terrororganisation, die sich &ldquo;Islamischer Staat&rdquo; nennt. Pech, dass bisher von dort kein auch nur halbwegs demokratischer Vorgang bekannt geworden ist. Stattdessen herrscht die schlimmste Vormoderne, werden Frauen geknechtet und Homosexuelle aussortiert, urteilt eine religi&ouml;s begr&uuml;ndete Gerichtsbarkeit und wird ein heiliger Krieg gegen die sogenannten Ungl&auml;ubigen gef&uuml;hrt. &ndash; Dieser so gut organisierte IS hat sich zum Hotspot f&uuml;r die radikalisierte Jugend der Welt entwickelt. Die Lockung des Dschihad, als angenehm unterkomplexe Pop-Botschaft &uuml;bers Internet verbreitet, ist als ideologisches Angebot m&ouml;glicherweise doch st&auml;rker als die Aussicht auf eine schlecht bezahlte Arbeit im Konsumismus der westlichen Welt. Der Islamische Staat steht mit Rat und Tat und logistischer Vollversorgung bereit.<br>\nIn ihrem bis an die Z&auml;hne bewaffneten Gro&szlig;mannstum haben es die Amerikaner vers&auml;umt, sich um das Wichtigste zu k&uuml;mmern, n&auml;mlich darum, das geschlagene Land wieder aufzubauen und den Menschen zu beweisen, dass das viel beschworene westliche Wertesystem nicht nur das bessere, sondern das mit Zukunft ist. So kam statt der Demokratie der Dschihad. Dass nation building tats&auml;chlich funktionieren kann, ohne junge M&auml;nner mit Sprengstoffg&uuml;rteln und der vagen Aussicht aufs Paradies in den Tod zu schicken, wurde schon einmal bewiesen. Niemand wei&szlig; das besser als die Deutschen, bei denen nach einem Krieg, im April und Mai 1945, pl&ouml;tzlich der Feind vor der T&uuml;r stand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/islamischer-staat-boese-sein-gutes-tun-1.2220917\">SZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Im Gl&uuml;cksgef&uuml;hl, Zugang zu Dokumenten des IS, bekommen zu haben, &uuml;bertreibt die SZ (auch Sondersendung in der ARD). Nachkriegsdeutschland ist wohl kaum mit dem besiegten Irak zu vergleichen. Man denke nur an die Stammes- und Clankultur dieser Region, an die tiefe Spaltung des Irak in Besiegte und Befreite, an den sofort einsetzenden asymmetrischen milit&auml;rischen Widerstand usw. Und wie umfassend das behauptete Sozialsystem des IS wirkt, w&uuml;rde man schon pr&auml;ziser geschildert lesen. &ndash; Interessant ist eine jetzt ver&ouml;ffentlichte Arbeit, die daran erinnert, dass die Ausrufung eines &bdquo;Islamischen Staates&rdquo;, damals mit dem Zusatz  &ldquo;Irak&rdquo;, &auml;lter ist, als allgemein angenommen wird. Das Staatsgr&uuml;ndungsmanifest (90 Seiten) mit dem Titel &bdquo;Benachrichtigung der Gl&auml;ubigen &uuml;ber die Geburt des &ldquo;Islamischen Staates&ldquo; wurde bereits 2007 ver&ouml;ffentlicht. Der Leipziger Islamwissenschaftler Christoph G&uuml;nther hat diesen Text einer Analyse unterzogen, welche nun als Buch vorliegt: &bdquo;Ein zweiter Staat im Zweistromland? Genese und Ideologie des &sbquo;Islamischen Staates Irak &lsquo;&rdquo;. G&uuml;nther zeigt nicht nur die Ziele und Methoden des IS auf, sondern auch den ernsthaften Versuch, die Terrorherrschaft aus der islamischen Tradition abzuleiten. Auf G&uuml;nthers Analyse st&uuml;tzt sich <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/islamischer-staat-rechtfertigung-der-terrorherrschaft-13285859.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">der Artikel &ldquo;Islamischer Staat: Das Gr&uuml;ndungsdokument der Terrorherrschaft&rdquo; in der FAZ<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>USA: Mit Gott und der Glock<\/strong><br>\nWas ist, wenn jemand in mein Haus eindringt und meine Familie bedroht? Mir meinen Besitz nehmen will? Auf der Suche nach Sicherheit halten sich viele Texaner traditionell an Gewehren, Pistolen und anderem Schie&szlig;ger&auml;t fest und lehnen es ab, den Verkauf und Besitz zu regulieren. Eine Reise durch Texas, wo Pfarrer, Lehrer und M&uuml;tter ganz selbstverst&auml;ndlich ihr Recht verteidigen, Waffen zu tragen. Dahinter steckt eine gro&szlig;e Angst vor dem B&ouml;sen.<br>\nJames McAbee ist Pastor. Und ein Mann der Waffen. Mit denen verdient der 38-J&auml;hrige mehr Geld als mit Gott. Nebenbei ist er f&uuml;r die National Rifle Association (NRA), dem m&auml;chtigsten Waffenlobbyverband der USA, als Schie&szlig;trainer t&auml;tig. Er glaubt an die Macht der Worte, deswegen ist er Prediger geworden. Aber immer, wenn er die Patronenh&uuml;lsen auf dem Parkplatz vor der Kirche aufsammelt, vertraut er noch sehr viel mehr auf die Macht der Pistolen: &ldquo;Ich kann doch nicht Messer oder Baseballschl&auml;ger zu einer Schie&szlig;erei mitbringen&rdquo;, sagt McAbee. Die andere Wange hinhalten, davon h&auml;lt McAbee nichts. &ldquo;H&auml;tte ich so viel Macht wie Jesus, ich br&auml;uchte keine Waffe.&rdquo; Etwa 300 Millionen Revolver, Pistolen, Gewehre und Flinten liegen in amerikanischen Nachttischen, Kleiderschr&auml;nken und Autos herum. [&hellip;] James McAbees Liebe zu den Waffen und zu Gott ist kein Widerspruch f&uuml;r ihn. Lukas 22,36. Jesus spricht zu seinen J&uuml;ngern: &ldquo;Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch die Tasche; wer aber nichts hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert.&rdquo; McAbees J&uuml;nger sitzen sonntags bewaffnet in seiner Kirche. Er selbst tr&auml;gt immer eine &ouml;sterreichische Glock 40. bei sich oder hat sie im Auto. Dass er nebenbei f&uuml;r die NRA arbeitet und eine Lizenz zum Waffenverkauf besitzt, liegt daran, dass er als Pastor nicht genug verdient, sagt er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2014%2F11%2F21%2Fa0078&amp;cHash=fe3e9c225840186f392d3c46b39267ec\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nicht anders als sich Djihadisten die passende Sure aus dem Koran aussuchen, suchen Waffenfanatiker wie Pastor James McAbee den passenden Vers in der Bibel. Dabei w&auml;re da neben Lucas 22,36  nicht nur die Bergpredigt zu nennen, sondern ebenso Matth&auml;us 26, 52 zu bedenken. Als Jesus der Herr im Garten Gethsemane gefangen genommen: &ldquo;Und siehe, einer aus denen, die mit Jesus waren, reckte die Hand aus und zog sein Schwert aus und schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm ein Ohr ab. 52 Da sprach Jesus zu ihm; Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durch das Schwert umkommen.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Vollkommen unverst&auml;ndlich ist, dass es trotz des 2. Verfassungszusatzes (&ldquo;Da eine wohl organisierte Miliz f&uuml;r die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeintr&auml;chtigt werden.&rdquo;) keine M&ouml;glichkeiten geschaffen wurden, zumindest die Wahl der Waffen zu beschr&auml;nken. Schlimmer noch: 2010 entschied der Supreme Court mit f&uuml;nf zu vier Stimmen, dass der 2. Verfassungszusatz f&uuml;r alle Bundesstaaten und St&auml;dte in den USA gilt. Damit war z.B. das seit 1972 in Chicago geltende Waffenverbot verfassungswidrig. Geklagt hatten neben vier in Chicago lebenden B&uuml;rgern zwei Lobbygruppen sowie die National Rifle Association. So ist die von Pastor James McAbee (s.o.) getragene Pistole, eine Glock, die aufgrund der hohen Feuergeschwindigkeit bis hin zum gro&szlig;en Magazin f&uuml;r den privaten Gebrauch denkbar ungeeignet ist. Wie Amokl&auml;ufe in den USA und in Deutschland zeigen, ist die Glock die Waffe, die gut darin ist, viele Menschen in kurzer Zeit zu t&ouml;ten. Aber selbst bei der Polizei (zwei Drittel tragen eine Glock) stellt sich Frage, ob diese Pistole die richtige Waffe ist, die auf automatisch gestellt, wie eine Maschinenpistole wirkt. Da k&ouml;nnen bei einem Waffeneinsatz nur Tote &uuml;brig bleiben. Sean Bell wurde 2006 in New York von nur zwei Polizisten durch 50 Sch&uuml;sse get&ouml;tet. Was haben Quasimaschinenpistolen bei normalen Streifenpolizisten zu suchen, die als Ausbildung meist nur einen 6-monatigen Grundkurs absolvieren. &ndash; Wahrscheinlich wird die privilegierte Mittel- und Oberschicht der USA erst aufwachen, wenn der waffenstarrende Mob vor ihren bewachten Apartmentanlagen steht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Bahrain: Ein Boykottaufruf im K&ouml;nigreich<\/strong><br>\nDer kleine Staat am Persischen Golf w&auml;hlt ein neues Parlament. Mehr Demokratie, wie die Opposition fordert, wird dies aber nicht bringen. Im Vorfeld versch&auml;rfte die Regierung die Repression. Vor fast drei Jahren hatte der K&ouml;nig versprochen, die Reformen umzusetzen, die eine unabh&auml;ngige Untersuchungskommission nach der Niederschlagung der Protestbewegung gefordert hatte. Doch sowohl die Reformen wie der nationale Dialog mit der schiitischen Opposition liegen auf Eis. Das hat die konfessionellen Spannungen zwischen den Sunniten und Schiiten versch&auml;rft.<br>\nDas Ausbleiben echter Bem&uuml;hungen um einen Dialog trage zur Radikalisierung der Opposition bei und schw&auml;che die Reformer in der Regierung, hei&szlig;t es in einem Papier, das die britische Denkfabrik Chatham House k&uuml;rzlich ver&ouml;ffentlichte. Laute Kritik aus dem Westen muss das K&ouml;nigshaus trotzdem kaum f&uuml;rchten. Im Kampf gegen die Fanatiker des Islamischen Staats pr&auml;sentiert sich das Herrscherhaus als treuer Verb&uuml;ndeter. Die USA, deren F&uuml;nfte Flotte vor Manama stationiert ist, haben ihre Basis sogar ausgebaut. Das Leisetreten k&ouml;nnte auch den Westen teuer zu stehen kommen, so Jane Kinninmont von Chatham House. Auf lange Sicht k&ouml;nne der Aufstand nicht nur gewaltt&auml;tiger, sondern auch antiwestlicher werden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2014%2F11%2F21%2Fa0057&amp;cHash=8bf1e09b32380ff37d5c113e2dd99223\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.chathamhouse.org\/sites\/files\/chathamhouse\/field\/field_document\/20141028BahrainKinninmontSirri.pdf\">Bahrain: Civil Society and Political Imagination [PDF &ndash; 216 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sie erinnern sich. Bahrain war das Land, das mithilfe von 1000 Soldaten und 500 Polizisten aus Saudi-Arabien (deutsche Panzer) Demonstationen der schiitischen Opposition niederwarf. In der Folge wurde etwa 1200 Menschen verhaftet. Selbst in Krankenh&auml;usern kam es zu <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1303291239048\/Repression-in-Bahrain-Polizei-verhaftet-Aerzte-und-Lehrer\">Folterungen und Verschleppungen durch das Milit&auml;r<\/a>. Die Wahl ist inzwischen gelaufen. Wie zu erwarten, <a href=\"http:\/\/www.dw.de\/keine-entspannung-nach-wahl-in-bahrain\/a-18083106\">bleibt die Kluft zwischen der Regierung und dem Volk bestehen<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Mehr Arbeit, weniger Geld<\/strong><br>\nDie erneuerbaren Energien stehen f&uuml;r neue gr&uuml;ne Jobs, einer Gewerkschaftsstudie zufolge aber auch f&uuml;r schlechte Bezahlung. Einer gerade erschienenen Studie der Gewerkschaft zufolge sind die Arbeitsbedingungen in der Wind-, aber auch in der Solarindustrie nicht besonders: Obwohl die Branche f&uuml;r neue gr&uuml;ne Jobs steht und damit positiv besetzt ist, bezahlt sie ihre Besch&auml;ftigten schlechter und l&auml;sst sie l&auml;nger arbeiten als andere Arbeitnehmer in der Metallindustrie. Befragt worden waren 4.700 Arbeitnehmer aus 30 Betrieben. Die Mehrzahl der Teilnehmer an der Studie k&ouml;nne sich nicht vorstellen, bis zum Rentenalter diese Arbeit auszu&uuml;ben, hei&szlig;t es. Konkret bek&auml;men Besch&auml;ftigte in Firmen der Erneuerbaren Energien im Schnitt rund 900 Euro weniger als ihre Kollegen im produzierenden Gewerbe insgesamt. Nur jeder Zweite erhalte Urlaubs- oder Weihnachtsgeld<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2014%2F11%2F24%2Fa0001&amp;cHash=e8b24e7329e7a9b35a2416100d080a0e\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Erneuerbaren brauchen sich nicht zu wundern, wenn andere die Technologief&uuml;hrerschaft &uuml;bernehmen. Es geht nicht, einige Spitzenkr&auml;fte gut zu bezahlen und den Mittel- und Unterbau zu vernachl&auml;ssigen. Da werden wichtige Fachkr&auml;fte bei sich bietender Gelegenheit abwandern. Was bei Startups noch von allen mit Motivation gemeinsam getragen wird, verhindert bei etablierten Unternehmen Motivation und Innovation.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Gewalt an Frauen &ndash; keine Seltenheit<\/strong><br>\nVergewaltigung, Zwangsehe, Genitalverst&uuml;mmelung, Menschenhandel oder Missbrauch durch den eigenen Partner &ndash; die Liste der Gewalttaten, denen Frauen und M&auml;dchen ausgesetzt sind, ist lang. Frauen werden allzu oft Opfer von Gewalt &ndash; und das nicht nur in Konflikten und w&auml;hrend humanit&auml;rer Krisen, sondern auch am Arbeitsplatz, im Internet oder zu Hause. Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation geben einen erschreckenden Einblick in die Lebenswirklichkeit der Frauen: Jede dritte Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben Opfer h&auml;uslicher Gewalt. Bis zu 140 Millionen M&auml;dchen und Frauen haben eine Genitalverst&uuml;mmelung erlitten. 7 Prozent der Frauen laufen Gefahr, vergewaltigt zu werden. Rund 70 Millionen M&auml;dchen werden vor ihrem 19. Lebensjahr verheiratet &ndash; oft gegen ihren Willen. Schreckliche Zahlen, an die jedes Jahr am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, erinnert wird. In unserem Dossier finden Sie Artikel, Interviews und Reportagen zu diesem Thema.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/info.arte.tv\/de\/violence-faites-aux-femmes-va\">arte<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es war wieder einmal einer dieser Tage, an dem die Medien konzentriert an einen Skandal erinnern, der sich weltweit t&auml;glich ereignet &ndash; um dann erst im n&auml;chsten Jahr wieder thematisiert zu werden: Der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen. 70 Prozent der Frauen weltweit sind mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer oder sexueller Gewalt. Davon ist jedes zweite weibliche Opfer unter 16 Jahren alt. <a href=\"http:\/\/info.arte.tv\/de\/quand-une-femme-meurt-la-remplace-tout-simplement-par-une-autre\">Hierzu<\/a> zun&auml;chst <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/2014\/11\/24\/staaten-nehmen-sexualisierte-gewalt-nicht-ernst?destination=startseite\">ein Interview mit Gunda Opfer<\/a>, Sprecherin der Themengruppe &ldquo;Menschenrechtsverletzungen an Frauen&rdquo; von Amnesty International Deutschland.<\/em><br>\n<em>Arte hat zu diesem bedr&uuml;ckenden Thema ein Dossier mit Interviews und zusammengestellt. Es ist nun nicht so, dass wir in Deutschland keine Gewalt gegen Frauen, vor allem im h&auml;uslichen Bereich, kennen. Auch wissen wir um Menschenhandel und Zwangsprostitution in unseren zivilen Regionen, aber k&ouml;nnen sie sie einem kriminellen Milieu zuordnen. Die Vorf&auml;lle allerdings, die im folgenden Beitrag geschildert werden und anscheinend allt&auml;glich sind, h&auml;tte ich in Europa nicht erwartet. Nicht nur dass die Arbeitskraft dieser Frauen ausgebeutet wird, so dass einem die Lust auf Cherrytomaten u.a. vergeht, in Europa sind wieder Zeiten angebrochen, in denen Abh&auml;ngige fast selbstverst&auml;ndlich, straflos sexuell missbraucht werden k&ouml;nnen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Siziliens Sexsklavinnen<\/strong><br>\nAuf den Feldern der sizilianischen Provinz Ragusa arbeiten zahlreiche rum&auml;nische Einwandererfrauen. Vor der Armut in ihrem Land fl&uuml;chtend, hoffen sie hier auf ein w&uuml;rdevolles Leben. Ein vor kurzem ver&ouml;ffentlichter Bericht enth&uuml;llt nun jedoch, dass viele dieser Frauen von ihren Arbeitgebern sexuell missbraucht werden. Dies w&uuml;rde erkl&auml;ren, weshalb diese Region die landesweit h&ouml;chste Abtreibungsrate aufweist. Infolge des Skandals wurde ein gerichtliches Gutachten er&ouml;ffnet. Unser Korrespondent Salvatore Aloise hat einige betroffene Frauen getroffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/info.arte.tv\/de\/siziliens-sexsklavinnen\">arte (video)<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wissenschaft unter Spardruck: Freiheit, um die wir weinen<\/strong><br>\nDie Nachhaltigkeitsdebatte erreicht die Wissenschaft: Wie gehen Hochschulen mit knappen Mitteln um? Im Magazin &ldquo;duz&rdquo; beklagen Forscher, sie w&uuml;rden ihre Freiheit verlieren und sich in Kapazit&auml;tsmanager verwandeln&hellip;<br>\nForscher m&uuml;ssen immer auch die N&uuml;tzlichkeit des von ihnen generierten Wissens in der Vermittlung an den akademischen Nachwuchs mitdenken &ndash; ein weiterer Balanceakt im Alltag der Wissenschaften und ein weiterer Aspekt nachhaltiger Forschung. Gleichzeitig aber auch einer, der das System aush&ouml;hlt und freies Forschen massiv untergr&auml;bt, findet Wolfgang Lieb, fr&uuml;herer SPD-Staatssekret&auml;r im NRW-Wissenschaftsministerium und mittlerweile als Publizist der &ldquo;Nachdenkseiten&rdquo; aktiv.<br>\nWenn heutzutage Uni-Vertreter &uuml;ber Hochschulen spr&auml;chen, gehe es normalerweise nicht mehr um Erkenntnis, Wahrheitssuche oder die Freiheit der Wissenschaft. &ldquo;Wie aus einem Redenschreib-Generator, bis zum &Uuml;berdruss, tauchen immer wieder folgende Stichworte auf: Wettbewerb, Autonomie, Exzellenz, Internationalit&auml;t, effektives Management, Wirtschaftlichkeit, zus&auml;tzliche Finanzierungsquellen angesichts knapper &ouml;ffentlicher Kassen&rdquo;, &auml;tzt Lieb, und auch der Begriff &ldquo;Marketing&rdquo; d&uuml;rfe &ldquo;selbstverst&auml;ndlich nicht fehlen&rdquo;&hellip;<br>\nScheint so, als gebe es also durchaus eine Formel f&uuml;r nachhaltiges Forschen, auch wenn sie auf den ersten Blick etwas widerspr&uuml;chlich klingt: Erst die Lizenz f&uuml;r Verschwendung legt die Grundlagen f&uuml;r nachhaltige, effiziente Wissenschaft &ndash; die Evaluation der Exzellenzinitiative k&ouml;nnte die These st&auml;rken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/jobundberuf\/wissenschaft-muss-sparen-forscher-sorgen-sich-um-freiheit-a-1004310.html\">Armin Himmelrath in Unispiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>R&uuml;ckblick auf ein besonderes Jahr f&uuml;r den Kriegs- und Krisenjournalismus<\/strong><br>\nDie Krise um die Ukraine hat die deutsche &Ouml;ffentlichkeit in bisher ungekannter Weise polarisiert. Allerdings standen sich nicht, wie in einem liberalen Schema von &Ouml;ffentlichkeit vorgesehen, unterschiedliche Meinungen im Raum der medial abgebildeten &Ouml;ffentlichkeit gegen&uuml;ber. Die Gr&auml;ben verliefen zwischen gro&szlig;en Teilen des Publikums und den professionellen Redaktionen. Die Netzmedien trugen wesentlich dazu bei, diese Meinungskluft in bisher ungekannter Weise zu repr&auml;sentieren&hellip;<br>\nDer Mythos, um den sich die mediale Darstellung des Ukraine-Konflikts gruppiert, lautet: &ldquo;Eine demokratische Opposition verteidigt sich gegen einen autokratischen Herrscher.&rdquo; Die beiden Akteure bilden das f&uuml;r einen Mythos typische Gegensatzpaar &ndash; demokratisch vs. autokratisch &ndash; und schlie&szlig;en an den alles beherrschenden Mythos westlicher Gesellschaften an: &ldquo;Wir = demokratisch&rdquo;. Der absolut &uuml;berwiegende Teil der internationalen Konfliktberichterstattung, nicht nur im Fall der Ukraine, f&uuml;gt diesem Mythos weitere Elemente hinzu, die darauf angelegt sind, das zentrale Selbstverst&auml;ndnis zu best&auml;tigen und variantenreich immer wieder neu zu erz&auml;hlen&hellip;<br>\nIm gesamten vergangenen Jahr schaffte es kein einziges deutsches Medium, eine kritische Analyse der j&uuml;ngeren ukrainischen Geschichte vorzulegen, die auch nur andeutet, was alle in der Ukraine wissen und was sogar ein zentrales Motiv f&uuml;r viele Teilnehmer an den Maidan-Protesten war: Dass die Vertreter ausnahmslos aller etablierten Parteien Einflussfiguren der so genannten Oligarchen sind&hellip;<br>\nBis einschlie&szlig;lich Februar 2014 berichteten deutsche Journalisten vollkommen wertungsfrei dar&uuml;ber, dass die Opposition Barrikaden baut, &ouml;ffentliche Geb&auml;ude besetzt oder anz&uuml;ndet oder den &ouml;ffentlichen Verkehr unterbricht. Nat&uuml;rlich geh&ouml;ren auch k&ouml;rperliche Attacken auf Polizisten und politisch Andersdenkende zum scheinbar selbstverst&auml;ndlichen Inventar demokratischer Proteste. Der Angreifer war in der Sprache der Journalisten durchgehend &ldquo;der Staat&rdquo; (&ldquo;Die Berkut greifen an&rdquo;), w&auml;hrend sich die Opposition grunds&auml;tzlich verteidigt. Darin wurde sie ab Mitte Dezember von h&ouml;chster Stelle offiziell unterst&uuml;tzt: &ldquo;US-Verteidigungsminister Chuck Hagel warnt die ukrainische F&uuml;hrung, Demonstranten milit&auml;risch zur&uuml;ckzudr&auml;ngen.&rdquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43409\/1.html\">Malte Daniljuk in Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>zu guter Letzt: Die schwarze Null<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/10730888_1004386902910431_5518085309233264736_n.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p>Quelle: Tom Wellbrock\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-24090","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24090","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24090"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24090\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24096,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24090\/revisions\/24096"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24090"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24090"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24090"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}